Running Laufschuhtest FS 2016

TITELSTORY | Der große Laufschuhtest Frühjahr 2016
Der große
Laufschuhtest
Frühjahr 2016
TITELSTORY
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Der große Laufschuhtest Frühjahr 2016
Die Übersicht .................................................................................................................................... 116
Wie Weihnachten mit
der altbewährten Frage
Der Laufschuhmarkt 2016.................................................................................................. 118
Das Bewertungsschema .............................................................................. 120
Die Ergebnisse des Herren-Test-Teams ...................... 122
Frauen und ihre Schuhe – Ein Phänomen
FOTO: ASICS
Das Vorwort zum Frauen-Laufschuhtest............................................................ 130
116
Die Ergebnisse des Damen-Test-Teams ..................... 132
Laufschuhe aus dem 3-D-Drucker ........................................... 136
RUNNING | 3/2016
RUNNING | 3/2016
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TITELSTORY | Laufschuhtest 2016
Ä
technologien und damit eben auch ein
spezielles Feeling. Dass die Schuhe
mannigfache Eigenschaften haben,
scheint durchaus vorteilhaft. Wechselt
man immer mal wieder zwischen den
Produzenten und den diversen Modellen, ist die Gefahr einer Überbelastung
geringer, da die Art der Beanspruchung
an den Bewegungsapparat stets etwas
variiert.
hnlich ergeht es unserem TestTeam jedes Jahr beim Sichten der
neuen Produkte für den großen
Laufschuhtest. Es warten neue Technologien, interessante Designs und die große Lust, am besten gleich mit ihnen Testrunden zu drehen. Keine Frage, beim
Auspacken des neuen Schuhs wird der
Läufer wieder zum Kind – es ist ein wenig wie Weihnachten ...
Letztendlich ist und bleibt der besohlte
Trainingspartner das wichtigste Instrument des Läufers. Und somit dominiert
vorweg stets die bereits so oft gestellte
Frage: Wie lässt sich entscheiden, welches Modell das für mich absolut richtige ist?
Problem beseitigt
Eine Versuchsreihe des Herstellers
Saucony ergab, dass Überlastungsschäden bei den Sportlern, die immer das
gleiche Schuhmodell trugen, um 38
Prozent häufiger waren als bei denen,
die immer mal das Modell wechselten.
Dies bestätigt die Erfahrung eines mir
gut bekannten langjährigen Marathonis.
Er trug viele Jahre das gleiche Schuhmodell (respektive dessen Nachfolger)
und berichtete mir neulich: „Das war
einfach mein Schuh. Die Passform war
ideal, das Laufgefühl klasse, und ich
fühlte mich wohl damit. Aber irgendwann konnte ich den Schuh dann nicht
mehr laufen. Ich bekam Knieprobleme.“
Durch den Wechsel auf ein anderes Modell beseitigten wir die Probleme sofort.
Hier hatte sich, vermutlich in Kombination mit einer hohen Trainingsdosis, eine Überlastung bemerkbar gemacht, die
durch eine kleine Änderung (anderes
Modell) behoben wurde. Auch insofern
ist die große Palette an Laufschuhen,
die es heute gibt, absolut berechtigt.
Grundlage im Fachgeschäft
von Björn Weier
Eingefleischte Sportler kennen sie, diese Mischung aus Vorfreude und gespannter Erwartung. Ein neuer Laufschuh ist immer etwas Besonderes, das
Auspacken ist verbunden mit dem zugegebenermaßen eher künstlichen Geruch, wie beim Einsteigen in einen Neuwagen. Wer dann die erste Runde mit
dem jungfräulichen Modell dreht, benötigt in der Regel keine weitere Motivationsspritze, das frische Laufgefühl genügt vollkommen.
118
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Das besondere Feeling
Entscheidend sind immer die ersten Kilometer. Sobald die Füße durch die Erwärmung während einer Trainingseinheit etwas angeschwollen sind, lässt
sich zweifelsfrei feststellen, ob nicht
doch irgendwo ein Druckpunkt oder eine Scheuerstelle entsteht. Das Gespür
für einen Schuh entwickelt sich erst
nach einigen Kilometern auf den jeweiligen Untergründen. Jeder Hersteller besitzt für seine Modelle ganz eigene Passformen, unterschiedliche Dämpfungs-
FOTOS: JAN-HENDRIK INGENFELD · JONATHAN KOLKS
Der Laufschuhmarkt 2016
Spannende Newcomer sind in dieser
Saison der Nike Air Zoom Odyssey
oder der Zoot Laguna. Nike ergänzt
mit dem Odyssey seine Palette im gestützten Bereich, während TriathlonSpezialist Zoot mit dem Laguna weiter
daran arbeitet, den klassischen Läufer
für sich zu gewinnen. New Balance
nahm ein deutliches Update seines erfolgreichen Modells 1080 vor – es erhielt die neue Fresh-Foam-Mittelsohle.
In diesem Zusammenhang ist der Blick
auf weitere Erfolgsmodelle der Vergangenheit interessant. Wir haben uns an-
geschaut, wie viel Änderungen Marktführer Asics bei seinen Klassikern Cumulus oder GT 2000 vornahm. Bleiben
sich die Schuhe treu, oder riskieren die
Japaner größere Innovationen? Brooks
entwickelt sich ebenfalls weiter sehr
positiv und steht bei seinen Bestsellern
Ghost oder Adrenaline vor einer ähnlichen Frage.
Gemeinsam mit dem LEX Bocholt
Running Team nahmen wir die neuen
Laufschuhe 2016 wieder genau unter
die Lupe. Jedes Produkt musste sich dabei auf unterschiedlichen Untergründen
und Streckenlängen beweisen.
So haben wir getestet
Ein allgemeingültiges Urteil über einen Schuh zu finden, ist gar nicht so einfach. Jeder Fuß und damit jeder Läufer empfindet anders. Daher ist es aus unserer Sicht
notwendig, die Erfahrungswerte ganz unterschiedlicher Lauftypen nebeneinander
zu stellen und daraus ein Bild zu schaffen. In unserer Test-Crew, das wir mithilfe
der LEX Laufexperten Bocholt und des LEX Bocholt Running Teams zusammengestellt haben, finden sich daher Genussläufer, Marathonis, Ultras sowie ambitionierte Leichtathleten. Stellvertretend für diese Gruppe stellen wir Ihnen hier drei
Tester näher vor:
Nach Typ und Einsatzzweck
FOTO: FIONA NOEVER/RALF GRANER
Wie Weihnachten
mit der
altbewährten Frage
Gar nicht so selten kommt es im Sportfachgeschäft vor, dass die Farbe bei vielen Kunden zum wichtigen Auswahlkriterium eines Schuhs wird. Bei der einen
Kundin soll der Schuh farblich unbedingt zum Outfit passen, beim nächsten
männlichen Athleten kommt, öfter, als
man es vermuten mag, die Farbkombination des rivalisierenden FußballTeams schon kategorisch nicht infrage.
Königsblau, Schwarz/Gelb? Top oder
Flop. ...
Glücklicherweise entscheidet das Gros
der Läufer nach anderen Eigenschaften.
Eine fundierte Beratung muss natürlich
die Grundlage eines jeden Schuhkaufs
sein. Nur so lässt sich herausfinden,
welche Typ für das individuelle Laufbild überhaupt infrage kommt. Eine
100-prozentige Sicherheit gibt es im
Übrigen selbst bei einer noch so guten
Beratung nie.
Neues und Altbewährtes
Auffällig bei den einzelnen Herstellern
ist das Bestreben, weniger eine revolutionäre Entwicklung anzustoßen, als
vielmehr mit gezielten Technologien
Verbesserungen in Komfort und Laufverhalten zu erreichen. Ein regelrechter
Trend, wie bei der mittlerweile deutlich
abgeflauten Minimalschuhwelle, ist im
Moment nicht in Sicht. Letztendlich ist
trotz aller Entwicklungen der vergangenen Jahre weder eine Laufschuhkategorie verschwunden, noch setzte sich eine
durch. „Für jeden Läufer und jeden Einsatzzweck den richtigen Schuh“ – so
könnte man das breite Angebot vielleicht auf einen Nenner bringen.
Jan-Hendrik
Ingenfeld
Als aktiver Handballer
und Trainer nutzt JanHendrik die Laufeinheiten
als Ausgleich zum Hallensport. Events wie den
Strongman-Run sieht er
als läuferische Herausforderung. Für 2016 steht
die Verbesserung seiner
Bestzeit über 42,195 Kilometer ganz oben auf der
Agenda.
Jonathan Kolks
Björn Weier
Jonathan läuft seit fünf
Jahren im NordrheinWestfalen-Kader und
trainiert sechsmal in der
Woche. Die Stärken des
ambitionierten Leichtathleten vom LAZ Rhede
liegen im Cross- und
Hindernislauf. Der Sieg
bei den Nordrhein Crossmeisterschaften 2014
und ein elfter Platz bei
den Deutschen Meisterschaften im 2.000-MeterHindernislauf belegen
das.
Björn ist Inhaber des
Laufsportfachgeschäfts
LEX Laufexperte Björn
Weier in Bocholt. Die Auseinandersetzung mit den
einzelnen Schuhmodellen
gehört zu seiner täglichen
Arbeit. Der begeisterte
Sportler liebt in erster
Linie die längeren Strecken und absolviert regelmäßig Marathons und
Ultrarennen. Dabei darf
es gerne trailig sein.
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TITELSTORY | Die Kategorien
DIE KATEGORIEN
Stabilschuhe
Diese Schuhe verfügen zumeist über Pronationsstützen, die am Innenrand des Schuhs einem übermäßigen Einknicken
des Fußes nach innen entgegenwirken sollen. Läufer, die verstärkt diese Tendenz zur so genannten Überpronation
haben, sollten zu Stabilschuhen greifen.
Es gibt bei den Stützelementen mittlerweile sehr große Unterschiede bezüglich Festigkeit und Positionierung, dies gilt
es zu beachten.
Minimalschuhe
Minimalschuhe kommen ohne viel Dämpfung und Stützelemente aus. Mit ihrem geringen Gewicht und einer flachen,
flexiblen Sohlenkonstruktion ermöglichen sie ein natürliches Laufgefühl – ähnlich dem des Barfußlaufens.
Wettkampfschuhe
Bei Wettkampfschuhen wird größtenteils auf herkömmliche Dämpf- und Stützelemente verzichtet, was zudem eine
deutliche Gewichtseinsparung mit sich bringt.
Neutralschuhe
Läufer, die beim Abrollen nicht zu einer zu starken Pronation neigen und nicht extrem über den Außenrand des
Fußes abrollen (Supination), gehören zur Zielgruppe, die sich für Neutralschuhe entscheiden sollte. Diese greifen –
wenn überhaupt – nur moderat in die Abrollbewegung des Fußes ein und weisen gute Dämpfungseigenschaften
auf. Einige Modelle eignen sich durchaus auch für Läufer mit der Tendenz zum Supinieren.
Frauenlaufschuhe Schuhe, die es als Frauen- und Herrenmodell gibt, die aber speziell von unseren Testerinnen gelaufen wurden.
DAS BEWERTUNGSSCHEMA
ProduktHighlights
Hier finden Sie besondere Technologien und Systeme, die im Schuh zum Einsatz
kommen.
Zusammenhang
Körpergewicht/
Abrollbewegung
Aus unserer Sicht ist es sinnvoll, die Eignung für einen bestimmten Läufertyp immer
im Zusammenhang von Körpergewicht und Abrollbewegung darzustellen. Ordnen
Sie sich in der Tabelle entsprechend Ihrer Abrollbewegung (senkrecht) und Ihres
Gewichts (waagrecht) ein.
Körpergewicht
Männer
Frauen
leicht
bis circa 70 Kilogramm
bis circa 55 Kilogramm
mittel
circa 70 bis 85 Kilogramm
circa 55 bis 70 Kilogramm
schwer
über 85 Kilogramm
über 70 Kilogramm
Torsionsfähigkeit
Gibt an, wie stark der Schuh in Querrichtung zwischen Vorderfuß und Ferse verdreht
werden kann.
Naturgemäß sind die Stabilschuhe durch die eingebauten Stützelemente eher
torsionssteifer, da ihr Ziel ein Mehr an Bewegungskontrolle sein muss. Ein großer,
schwerer Läufer mit starker Überpronationstendenz sollte also möglichst einen
wenig torsionsfähigen Schuh laufen.
Neutralschuhe hingegen dürfen den Fuß weniger einschränken, um ihm ein natürliches Abrollverhalten zu ermöglichen.
Skala von
bis
Abrollverhalten
Gibt an, wie dynamisch der Schuh in seinem Abrollverhalten ist. Je kürzer die
Bodenkontaktzeit des Modells empfunden wird und je mehr der Fuß beim Abrollen
unterstützt wird, desto mehr Punkte erhält der Schuh in dieser Rubrik.
Skala von
bis
Straße
Asphalt, Beton, gepflasterter Untergrund
Skala von
bis
Waldwege
befestigte Wald-, Wander- oder Wirtschaftswege
Skala von
bis
Trail/Matsch/
Schnee
unbefestigte Wald- und Wanderwege, Terrain jenseits von befestigten Wegen
beziehungsweise rutschiger, loser Untergrund
Skala von
bis
Gewicht
Gewicht in Gramm, die Bezugsgröße ist in Klammern angegeben.
erhältliche Größen
Hier finden Sie die vom Hersteller verfügbaren Größengänge für die Damen- und
Herrenmodelle.
Preis
Preis in Euro
Barfußskala
Nur bei den Minimalschuhen. Gibt an wie sehr der Schuh dem Barfußgefühl nahe
kommt.
Geeignet für
Gibt eine Orientierung, für welchen Läufertyp der Schuh besonders geeignet ist.
Schuhbeschreibung
In diesem Feld erörtern wir alles Wissenswerte sowie Testerkenntnisse zum Schuh.
Skala:
= ungeeignet
bis
=
bedingt geeignet bis
hervorragend geeignet
Laufuntergrund
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Skala von bis
TITELSTORY | Laufschuhtest 2016
Herren-Modelle
Stabilschuh
Stabilschuh
Stabilschuh
Stabilschuh
Stabilschuh
Stabilschuh
Adidas Supernova Sequence Boost 8
Asics GT-2000 4
Brooks Adrenaline GTS 16
Mizuno Wave Inspire 12
New Balance Vazee Prism
Nike Air Zoom Odyssey
Produkt-Highlights
Produkt-Highlights
Boost-Foam-Zwischensohle
■ Torsion-System
■ Continental-Außensohle
■ Sprengung: 10 mm
Körpergewicht
Produkt-Highlights
FluidRide-Mittelsohlentechnologie
■ Dynamic-Duomax-Stützsystem für Pronationskontrolle
■ GEL-Dämpfungselemente im Vor- und Rückfußbereich
■ Sprengung: 10 mm
■
■
leicht
mittel
schwer
Körpergewicht
leicht
mittel
Produkt-Highlights
BioMoGo-DANN-Mittelsohle
■ durchgehendes Segmented Crash Pad für ein sanftes Abrollen
■ Moderne V-Nut für verbesserte Aufnahme von Stößen
■ Sprengung: 12 mm
■
Körpergewicht
Körpergewicht
■
schwer
leicht
mittel
schwer
Produkt-Highlights
U4iC- und U4iCX-Zwischensohle
■ Mizuno-Wave-Technologie
■ Smoothride
■ Sprengung:12 mm
leicht
Produkt-Highlights
Leichtbauweise mit Revlite-Zwischensohle
■ Stabilität durch Dual Density Medial Post
■ flexible Fersenkappe
■ Sprengung: 8 mm
Flymesh-Obermaterial mit Flywire-Fasern für bequemen Halt
■ Dynamic-Support-Plattform für Stabilität
■ Zoom-Air-Elemente im Vor- und Rückfußbereich für reaktionsfreudige Dämpfung
■ Sprengung: 12 mm
■
mittel
schwer
Körpergewicht
leicht
mittel
■
schwer
Körpergewicht
leicht
Supinierer
Supinierer
Supinierer
Supinierer
Supinierer
Supinierer
Neutralläufer
Neutralläufer
Neutralläufer
Neutralläufer
Neutralläufer
Neutralläufer
Überpronierer
Überpronierer
Überpronierer
Überpronierer
Überpronierer
Überpronierer
Torsionsfähigkeit
Torsionsfähigkeit
Torsionsfähigkeit
Torsionsfähigkeit
Torsionsfähigkeit
Torsionsfähigkeit
Abrollverhalten
Abrollverhalten
Abrollverhalten
Abrollverhalten
Abrollverhalten
Abrollverhalten
Laufuntergrund
Laufuntergrund
Laufuntergrund
Laufuntergrund
Laufuntergrund
Laufuntergrund
Straße
Straße
Straße
Straße
Straße
Straße
Waldweg
Waldweg
Waldweg
Waldweg
Waldweg
Waldweg
Trail/Matsch/Schnee
Trail/Matsch/Schnee
Trail/Matsch/Schnee
Trail/Matsch/Schnee
Trail/Matsch/Schnee
mittel
schwer
Trail/Matsch/Schnee
Gewicht
Herren: 310 g (US 9)
Gewicht
Herrren: 307 g (US 9)
Gewicht
Herren: 315 g (US 9)
Gewicht
Herren: 315 g (US 9)
Gewicht
Herren: 281 g (US 9)
Gewicht
Herren: 318 g (US 10)
erhältliche Größen
(in US)
Herren: 6,5–13,14,15
Damen: 5–12
erhältliche Größen
(in US)
Herren: 7–14, 15, 16
Damen: 5–12
erhältliche Größen
(in US)
Herren: 7–13, 14, 15
Damen: 5–13
erhältliche Größen
(in US)
Herren: 7–13, 14, 15, 16
Damen: 5,5–12,5
erhältliche Größen
(in US)
Herren: 8–13, 14
Damen: 6–11, 12
erhältliche Größen
(in US)
Herren: 6–15
Damen: 6–13
Preis
139,95 Euro
Preis
139,95 Euro
Preis
140,– Euro
Preis
140,– Euro
Preis
130,– Euro
Preis
160,– Euro
Geeignet für
Geeignet für
Für Sportler mit der Tendenz zur Überpronation, die vor allem auf
Asphalt unterwegs sind und einen ausgewogenen Schuh suchen.
Neutralläufer und besonders Supinierer müssen nach einer Alternative Ausschau halten.
Vor allem durchschnittlich schwere Läufer mit der Tendenz zur
Überpronation können den Asics GT-2000 4 als Trainingsschuh für
feste Untergründe ideal einsetzen. Neutralläufer und Supinierer
sind nicht seine Zielgruppe.
Schuhbeschreibung
Schuhbeschreibung
Schuhbeschreibung
„Ein zuverlässiger Allrounder im gestützten Segment“ ist ein Urteil
zum Adidas Sequence Boost, dem sich nahezu alle unser Tester
anschlossen. Wirklich Negatives fanden wir nicht. Das Obermaterial aus Mesh sorgt für ein angenehmes Gefühl am Fuß und
wirkt schon bei der ersten Anprobe sehr bequem. Der Stableframe
stabilisiert den Schuh und gibt so Überpronierern den nötigen Halt
und die Sicherheit, um auch längere Distanzen ohne Probleme in
Angriff zu nehmen. Auf dem Asphalt spielt der Adidas seine
Stärken aus. Durch die Continental-Außensohle erhält der Träger
sehr viel Grip, selbst auf nasser Strecke. Unter dem Strich ist das
Modell ein vielseitiger Trainingspartner ohne Makel, allerdings
machen in ihm eher die ruhigen Einheiten Spaß. Für schnelle
Sachen ist die üppige Boost-Dämpfung zu weich.
Die GT-Serie von Asics ist das gestützte Pendant zu seinem „neutralen Bruder“ Cumulus. Auch der GT-2000 4 schreibt dabei eine
ähnliche Erfolgsgeschichte. Der Leisten ist für viele Fußformen
passend, und mit der GEL-Dämpfung unter Vorfuß und Ferse
laufen sich selbst längere Asphaltstrecken mit einem sanften
Tragegefühl. Asics setzt mit der FluidRide-Konstruktion auf eine
zweilagige Mittelsohle aus SpEVA und Solyte. Stützend wirken die
elastischen Bänder im Mittelfußbereich des Obermaterials, die
Fersenspange und das mediale Duomax-Element. Die Entwicklung
dieses Schuhs über viele Jahre ist deutlich spürbar – alles wirkt
rund abgestimmt, Trainingseinheiten im GT-2000 fließen angenehm dahin. Wer weichere Laufschuhe mag und nicht so sehr auf
hohe Geschwindigkeiten ausgerichtet ist, liegt hier richtig.
Nachdem die Vorgängerversion des Adrenaline schon zu alter
Stabilität zurückfand, bietet auch die Progressive Diagonal Rollbar
an der Innenseite des neuen Modells eneut viel Unterstützung für
Überpronierer. Mit seiner weichen BioMoGo-DNA-Mittelsohle läuft
es sich in dem Modell sehr soft. Bei aller Stabilität, die sicher ein
wenig zu Lasten der Dynamik geht, rollt der Schuh im Vorfuß gut
ab. Die leicht veränderte Struktur der Flexkerben und eine neue
moderne V-Nut machen sich hier positiv bemerkbar. Weiterhin feilte
Brooks erfolgreich am Obermaterial – es ist deutlich weicher und
nun fast nahtlos verarbeitet, so sind störende Elemente zunehmend
minimalisiert. Zu beachten ist: Der Schuh fällt dadurch gefühlt nun
etwas größer aus! Alles in allem ist der 16. Adrenaline mal wieder
ein gelungener Stabilschuh geworden.
= ungeeignet
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Herren-Modelle
= bedingt geeignet
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= sehr gut geeignet
Geeignet für
Wer als Läufer einen deutlich stützenden Schuh benötigt und es
komfortabel mag, findet im Adrenaline GTS einen guten Allrounder für die verschiedensten Streckenlängen. Supinierer und
Neutralläufer suchen weiter.
Geeignet für
Geeignet für
Geeignet für
Läufer, die einen dynamischen Schuh mit zusätzlicher Stabilität
suchen, können den New Balance Vazee Prism für Strecken bis hin
zum Marathon einsetzen. Auf festen Untergründen kommen seine
Eigenschaften am besten zur Geltung.
Der Air Zoom Odyssey ist für Sportler mit leichter bis mittelstarker
Tendenz zur Überpronation ideal. Supinierer und leichtgewichtige
Neutralläufer sollten sich eine Alternative zum Nike suchen.
Schuhbeschreibung
Schuhbeschreibung
Schuhbeschreibung
Noch mehr Komfort und eine höhere Rückstellfähigkeit wollte
Mizuno seinem Wave Inspire 12 bescheren. Dafür schenkten die
Entwickler ihm mit dem U4iCX ein neues Zwischensohlenelement.
Im Vergleich zu seinem Vorgänger machte der Schuh auf unser
Test-Team vor allem einen noch stabileren Eindruck. Tatsächlich
bietet der Inspire auch Läufern mit einer deutlicheren Tendenz zur
Überpronation enorm viel Halt. Freilich geht das mit dem verwindungsfesten Wave-Element etwas zulasten der Flexibilität. Aber
für einen Stabilschuh ist der Inspire mit seinen 315 Gramm bei
US-Größe 9 dennoch kein Klotz am Bein. Das weiche Upper liegt
bequem an, und bei aller Stabilität läuft es sich in diesem Modell
angenehm leichtfüßig. Uns allen bereitete er insbesondere auf der
Straße viel Freude. Profiliertes Gelände ist nicht sein Metier.
In die Modellpalette von New Balance ist gehörig Bewegung
gekommen. So löst der Vazee Prism im Bereich der moderat
gestützten Lightweight-Trainer den bisherigen 870 ab. Bei diesem
Produkt setzt der Hersteller auf eine Leichtbauweise mit der
Revlite-Zwischensohle und zur Stabilisierung des Mittelfußes auf
das Dual Density Medial Post. Damit erhält der Schuh etwas mehr
Führung als der 870, was ihn für längere Distanzen besser einsetzbar macht. Die kompakte Leistenform spricht besonders schmalere
Füße mit einem nicht zu stark ausgeprägten Längsgewölbe an. Bei
einer Tendenz zum Hohlfuß könnte der Platz durch den flachen
Schaft etwas knapp werden. Schnelle Tempoläufe oder Intervalle
bringen mit der straffen, aber gut arbeitenden Revlite-Sohle Spaß.
Aber auch als leichter Trainingsschuh punktet der Vazee Prism.
Mit dem Odyssey bringt Nike ein komplett neues Modell auf den
Markt. Die Erwartungen waren gerade hinsichtlich des Preises
hoch. Auffällig ist zunächst die breite Passform des Odyssey. Durch
das Flymesh Upper haben aber auch schmalfüßigere Läufer im
Normalfall keinerlei Passformprobleme. Wer beim Odyssey nun
einen extrem weichen Schuh erwartet, liegt falsch. Mit der niedrigprofiligen Air-Zoom-Dämpfung wird zwar für lange Asphaltläufe
ausreichend Schutz geboten, aber gerade im Vorfußbereich rollt
der Odyssey dennoch sehr geschmeidig ab. Auf der anderen Seite
bringen die mediale Stütze (Dynamic Support) und der Fersenclip
einiges an Stabilität ein. Genau das macht die Mischung dieses
Schuhs aus – guter Halt, ausreichend Dämpfung und enorm viel
Laufspaß durch den direkten, flexiblen Vorfußbereich.
Vor allem für mittelschwere bis schwere Läufer mit der Tendenz
zur Überpronation ist der Wave Inspire ein verlässlicher Partner
für alle Streckenlängen. Supinierer und Neutralläufer sollten sich
anderweitig arrangieren.
Alle Angaben ohne Gewähr.
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TITELSTORY | Laufschuhtest 2016
Herren-Modelle
Herren-Modelle
Minimalschuh
Minimalschuh
Minimalschuh
Wettkampfschuh
Wettkampfschuh
Wettkampfschuh
Altra The One 2.5
Nike Free RN Distance
Skechers GOrun 4
Asics GEL-DS Racer 11
New Balance 1500V2
Saucony Type A6
Produkt-Highlights
Produkt-Highlights
Zero-Drop-Plattform für natürliches Abrollverhalten
■ Foot Shape für natürliche Bewegungsfreiheit der Zehen
■ Quick-Dry-Air-Mesh-Obermaterial
■ Sprengung: 0 mm
■
Körpergewicht
Körpergewicht
leicht
mittel
Produkt-Highlights
Lunarlon-Dämpfung
■ hexagonale Flexkerben
■ Flywire
■ Sprengung: 4 mm
■
schwer
Produkt-Highlights
M-Strike-Technologie fördert den Mittelfußaufsatz
■ Flatlock-Nähte für ein nahtloses Tragegefühl
■ Resalyte-Power-Pillar-Dämpfung
■ Sprengung: 4 mm
■
leicht
mittel
schwer
Körpergewicht
leicht
mittel
Produkt-Highlights
leichte Magic-Sole mit Öffnungen für viel Atmungsaktivität
■ DuoMax-Stabilisierungstechnologie für mediale Unterstützung
■ Rearfoot-GEL-Dämpfungselement
■ Sprengung: 8 mm
■
Körpergewicht
Körpergewicht
■
schwer
leicht
mittel
schwer
leicht
mittel
SSL-EVA-Lightweight-Zwischensohle
■ Nahtfreies-FlexFilm-Obermaterial
■ iBR+-forefoot-Außensohle
■ Sprengung: 4 mm
■
schwer
Körpergewicht
leicht
Supinierer
Supinierer
Supinierer
Supinierer
Supinierer
Supinierer
Neutralläufer
Neutralläufer
Neutralläufer
Neutralläufer
Neutralläufer
Neutralläufer
Überpronierer
Überpronierer
Überpronierer
Überpronierer
Überpronierer
Überpronierer
Torsionsfähigkeit
Torsionsfähigkeit
Torsionsfähigkeit
Torsionsfähigkeit
Torsionsfähigkeit
Torsionsfähigkeit
Abrollverhalten
Abrollverhalten
Abrollverhalten
Abrollverhalten
Abrollverhalten
Abrollverhalten
Laufuntergrund
Laufuntergrund
Laufuntergrund
Laufuntergrund
Laufuntergrund
Laufuntergrund
Straße
Straße
Straße
Straße
Straße
Straße
Waldweg
Waldweg
Waldweg
Waldweg
Waldweg
Waldweg
Trail/Matsch/Schnee
Trail/Matsch/Schnee
Trail/Matsch/Schnee
Trail/Matsch/Schnee
Trail/Matsch/Schnee
mittel
schwer
Trail/Matsch/Schnee
Gewicht
Herren: 180 g (US 9)
Gewicht
Herren: 249,5 g (US 9)
Gewicht
Herren: 221 g (US 9,5)
Gewicht
Herren: 175 g (US 9)
Gewicht
Herren: 221 g (US 9)
Gewicht
Herren: 127 g (US 9)
erhältliche Größen
(in US)
Herren: 8–16
Damen: 5,5–13
erhältliche Größen
(in US)
Herren: 7–15
Damen: 5–12
erhältliche Größen
(in US)
Herren: 6,5–14
Damen: 5–11
erhältliche Größen
(in US)
Herren: 7–13, 14
Damen: 5–12
erhältliche Größen
(in US)
Herren: 8–13, 14
Damen: 6–11
erhältliche Größen
(in US)
Herren: 7–13, 14, 15, 16
Damen: 5–11, 12
Preis
119,95 Euro
Preis
130,– Euro
Preis
109,95 Euro
Preis
119,95 Euro
Preis
120,– Euro
Preis
115,– Euro
Barfußskala (0–5)
Barfußskala (0–5)
Barfußskala (0–5)
Geeignet für
Gerade ambitionierte Läufer mit einem Hang zur Überpronation
finden im DS Racer 11 einen schnellen Wettkampfschuh, der – je
nach individueller Neigung – auch für längere Distanzen eingesetzt werden kann.
Geeignet für
Als Wettkampfschuh spricht der New Balance 1500V2 vor allem
ambitioniertere Läufer an, die einen schnellen Partner für
Distanzen bis hin zum Marathon suchen. Supinierer sind nicht
seine Zielgruppe.
Geeignet für
Ambitionierte Neutralläufer finden im Saucony Type A6 einen
agilen Wettkampfschuh für schnelles Tempo. Auch für das Bahntraining ist er bestens geeignet. Für Überpronierer nicht empfehlenswert.
Schuhbeschreibung
Schuhbeschreibung
Schuhbeschreibung
Schuhbeschreibung
Schuhbeschreibung
Schuhbeschreibung
Beim Hersteller Altra zucken immer noch viele mit den Schultern.
Dabei schließt dessen Produktpalette eine Lücke, die sich mit der
abgeflauten Minimalschuhwelle ergibt. Auf Basis der Zero-DropPlattform setzen die Amerikaner auf ein natürliches Abrollverhalten ohne Fersenerhöhung. Auffallend bei allen Modellen ist
zudem der breite Vorfußbereich, Foot Shape genannt, der den
Zehen in der Stütz- und Abdruckphase ungehinderten Platz bietet.
Auf den ersten Blick ist das vielleicht zu viel des Guten, doch verfliegen die Zweifel schnell bei der Anprobe des One 2.5 – auch mit
schmalen Füßen überzeugt die Passform und das Mehr an Platz ist
ein wirkliches Plus. Die tiefen Kerben der Außensohle (InnerflexTechnologie) lassen den Fuß störungsfrei abrollen, und es macht
einfach Spaß, mit diesem Schuh in höheres Tempo vorzustoßen.
Der Free RN Distance soll Läufern ermöglichen, das „Free-Gefühl“
auf längeren Strecken zu genießen. Mithilfe der Dämpfung gab
man dem Schuh mehr Komfort mit, als man es von anderen
Modellen der Free-Serie gewohnt ist. Die sechseckigen Flexkerben,
welche die natürliche Bewegungsfreiheit des Fußes ermöglichen,
wurden übernommen. Im Vorfußbereich bietet der Nike viel Platz
und trägt dadurch zum Barfußerlebnis bei. Besonders die FreeLiebhaber in unserem Test-Team konnte der Distance überzeugen.
Die Beweglichkeit der Modellreihe ist erhalten geblieben, und die
Lunarlon-Dämpfung sorgt gerade bei längeren Einheiten für einen
Hauch von Bequemlichkeit