Aufsichtsbeschwerde gegen Niederhasler

GZA/PP 8180 Bülach
35. Jahrgang
Mittwoch, 16. Dezember 2015
Erscheint 1-mal wöchentlich, am Mittwoch
Herausgeber: Wochenspiegel Verlags AG, Feldstrasse 82, 8180 Bülach
Brennpunkt
Politik
Schlusspunkt
Traumatisierte Flüchtlingsfamilie
Mutige Wehntaler Behörden
Ausgezeichnete Rafzer
Zehn Tage lang war eine syrische Familie auf
der Flucht. Eine neue «Heimat» haben sie vorübergehend in Lottstetten gefunden. An eine
Rückkehr ist vorerst aber nicht zu denken –
der Krieg hat ihnen alles genommen.
Seite 3
Die vier Wehntaler Ortschaften Schleinikon,
Schöfflisdorf sowie Ober- und Niederweningen
wollen zu einer Gemeinde zusammenspannen.
Nun haben die Gemeinderäte die erste von vier
Phasen eingeläutet.
Seite 7
Grosses leistet die Rafzer Solargenossenschaft: Für ihr Photovoltaikprojekt erhielt Präsident Beat Hauser (links) ein Zertifikat. Es wurde
Seite 20
das erste Mal verliehen.
Aufsichtsbeschwerde gegen
Niederhasler Sekundarschulpflege
Nach dem Debakel an der
Niederhasler Schulgemeindeversammlung folgt nun
der zweite Hammer: 52 besorgte Eltern gelangen mit
einer Aufsichtsbeschwerde
an die Sekundarschulpflege.
Daniel Jaggi
Das deutliche Nein des Souveräns
zum Budget 2016 der Sekundarschule
Niederhasli-Niederglatt-Hofstetten
war mehr als nur ein Nein gegen das
Budget: Es war vor allem ein Nein gegen die heutige Schulsituation im Allgemeinen und das Selbstorganisierte
Lernen (SOL) im Speziellen. Letzteres
wurde im Sommer 2013 eingeführt
und bedeutet: Die Schüler entscheiden selber, wann sie was lernen.
Nach zweieinhalb Jahren zeigt sich
nun aber: Die Situation rund um das
Selbstorganisierte Lernen ist offenbar
dramatischer, als bislang bekannt geworden ist. Dies zumindest geht aus
der am Freitag der Sekundarschulpflege eingereichten Aufsichtsbeschwerde hervor, die dem «Wochenspiegel» vorliegt. Dort werden auf
drei Seiten nicht weniger als 22 Beschwerdepunkte aufgelistet.
Beschwerdeführer sind im Namen
und Auftrag von 52 mitunterzeichnenden Eltern Thomas Baer, Primarlehrer und Lerncoach, und der NieANZEIGEN
Kürzlich demonstrierten zahlreiche Eltern und Schüler gegen die Schulform an der Oberstufenschule in Niederhasli.
Foto: Archiv
derglatter Primarlehrer Beat Kappeler. Sie monieren unter anderem,
dass «selbst bei guten Sek-A-Schülern
eklatante schulstoffliche Lücken und
Defizite» vorhanden seien. Ferner
würden einzelne Schülerinnen und
Schüler mit ihrer Kritik und ihren Anliegen zu wenig ernst genommen.
Ausserdem seien seit Einführung des
SOL indiskutable Dinge vorgefallen.
Aufgezählt werden beispielsweise
nicht regelkonform stattfindende Lektionen, Nichterreichen von vorgege-
benen Lernzielen gemäss Lehrplan
bis hin zur Instrumentalisierung und
Diffamierung von Schülerinnen und
Schülern.
In der Aufsichtsbeschwerde wird
ferner moniert, die Schulbehörde,
Schulleitung und der Elternrat Niederhasli würden sich gegenüber den
Sorgen und der Kritik der Eltern abweisend,
beschwichtigend
oder
stumm verhalten. SchulpflegepräsiFortsetzung auf Seite 3
Verlag Tel. 044 863 72 00
Nr. 51
Fax 044 863 72 01
Veloroute geändert: Neue
Fähre bei der Tössegg nötig
Die Tössegg wird nicht nur
neu gestaltet, in diesem
Rheinabschnitt soll künftig
auch eine nationale Veloroute durchführen, weshalb
der Fährbetrieb massiv ausgebaut werden soll.
gar nicht zu schaffen. Die beiden
Kantone suchten deshalb nach einer
Lösung und prüften hierzu verschiedene Varianten. Sie reichen von einem Ausbau des Fährbetriebs über
den Bau einer Brücke bis hin zur Realisation einer Seilbahn. Im Schlussbericht wird die Fährlösung zur weiteren Bearbeitung empfohlen.
Die nationale Veloroute Nummer 2
führt von Basel via Bodensee nach
Andermatt, also entlang dem Rhein.
Im Zürcher Unterland allerdings folgt
die Route nur streckenweise dem
Fluss. Zwischen Tössegg und Flaach
führt sie über die viel befahrene, teils
steil ansteigende Kantonsstrasse via
Freienstein und Berg am Irchel.
Das Bundesamt für Strassen (Astra) will den Streckenabschnitt künftig sicherer gestalten, weshalb die
Velofahrer in der Tössegg auf die
rechte Rheinuferseite queren und von
dort dem Rhein entlang nach Rüdlingen gelangen sollen. Dabei stellt sich
die Frage, wie sie künftig über den
Fluss gelangen. Eine Machbarkeitsstudie zeigt, dass der Veloansturm
auf den Übergang erheblich sein
wird. Die Verantwortlichen der Studie, die Kantone Schaffhausen und
Zürich, haben als relevante Nachfragegrösse festgelegt, dass ein Projekt
pro Stunde 180 Velofahrern und 50
Fussgängern den Übergang in die eine oder andere Richtung gewährleisten muss. Das Problem: Mit dem heutigen Fährbetrieb ist dieser Ansturm
Fähre im Betrieb teuer
Das Projektteam hält die Fährlösung
bezüglich Verfügbarkeit, Komfort und
beschränkter Kapazität insgesamt als
vertretbar. Zudem schneidet sie mit
Investitionskosten von 440 000 Franken (Anpassung Steg und ein Boot)
am günstigsten ab. Eine Seilbahn
würde bis zu 5 Millionen kosten und
eine Brücke, je nach Ausführung,
zwischen 3 und 6 Millionen Franken.
Bei den Betriebskosten zeigt sich,
dass eine Brückenlösung lediglich
21 000 bis 57 000 Franken pro Jahr
kosten würde. Der Betrieb einer Seilbahn oder einer Fähre wird mit jährlichen Kosten von rund 200 000
Franken veranschlagt. Grösster Posten sind dabei die Personalkosten
von jeweils rund 150 000 Franken.
Teil der Aufwertung ist auch, dass
die Fähre von April bis Oktober jeden
Tag zwischen 8 und 20 Uhr in Betrieb sein soll. In den Wintermonaten
würde die Veloroute wie bisher über
Freienstein und Berg am Irchel führen.
Neugestaltung der Tössegg:
Mehr dazu auf Seite 6
2
Wochenspiegel
Nr. 51
TRIBÜNE
16. Dezember 2015
GASTKOMMENTAR
PRESSESCHAU
Die dritte Gewalt in weisen Händen
Matthias Hauser *
Selbst als Parteipräsident beschleicht
mich nach den Gemeinde-, Kantonsrats- und Nationalratswahlen das Gefühl, für eine Weile genug Wahlkampf
erlebt zu haben. Ganz besonders
während der besinnlichen Adventszeit.
Doch leider sind wir noch nicht
ganz über den Berg. Am 28. Februar
findet der zweite Wahlgang für die
Stelle als teilamtliche Bezirksrichterin
am Bezirksgericht Bülach statt. Die
Wahlen wurden nötig, weil Laienrichterin Ursula Fehr (SVP) im letzten
Sommer vorzeitig zurücktrat und
weil – obwohl eigentlich alle politischen Kräfte mit Rita Studer eine gemeinsame Kandidatin gefunden hatten – zwei weitere Bewerberinnen einen ersten und zweiten Wahlgang
auslösten. Das ist gut, denn das Gericht ist neben den Exekutiven und
Parlamenten oder
Gemeindeversammlungen die dritte Gewalt im
Staat. Sie soll möglichst direkt und
offen vom Volk gewählt werden und
diesem gegenüber gerecht sein.
Es liegt mir am Herzen, dass Rita
Studer am 28. Februar gewählt wird.
Und ich kann das mit ein paar Gedanken in einen Zusammenhang stellen:
Es wird im Kanton eine Abstimmung darüber stattfinden, ob wir
überhaupt noch Laien an ein Bezirksgericht wählen dürfen. Wenn nicht,
würde das heissen, dass sich die
Wahlfreiheit der Bevölkerung nur
«Richter müssen im Leben
und wenn möglich in
der Region verankerte,
respektierte, gefestigte
Persönlichkeiten sein»
noch auf Personen beschränkt, die
Jus studiert haben.
Die Idee der Volkswahl der dritten
Gewalt ist aber eine andere: Richter
müssen im Leben und wenn möglich
in der Region verankerte, respektierte, gefestigte Persönlichkeiten sein.
Weise und daher gern auch ein wenig
älter. Natürlich werden Richter nach
Gesetz und Literatur Recht sprechen,
dafür arbeiten am Bezirksgericht genügend Rechtskundige. In vielen Fällen gibt es aber Entscheidungsspielraum, braucht es Menschenkenntnis,
manchmal sogar eine eigene Haltung.
Und das können Nicht-Juristen genau
so haben wie Juristen. Deshalb wählt
man Richter und stellt sie nicht einfach an. Es schwächt nicht nur die
Rechte des Volks, es schwächt auch
die hohe Stellung der Gerichte als
dritte Gewalt, wenn der Wahl nicht
mehr die volle Freiheit der Bevölkerung zugrunde liegt.
Rita Studer vereint, was eine Laienrichterin ausmacht. Sie ist als einzige der Kandidatinnen seit Jahren in
der Region verwurzelt, selbstständige
Unternehmerin, hat Lehrlinge ausgebildet. Rita Studer ist Laiin, hat aber
als Schlichterin am Mietgericht Erfahrung mit dem Rechtsbetrieb – die
perfekte Symbiose. Wer das Laienrichtertum unterstützen möchte, setzt
mit ihr ein Zeichen dafür, dass der
Mensch wichtiger ist als Studienabschlüsse. Rita Studer ist fit, und
Lebenserfahrung ist ein Vorteil als
Richterin.
Wie
anfänglich
geschrieben:
Manchmal möchte man Wahlkämpfe
vermeiden. Deshalb suchen die Parteien im Bezirk Bülach nach dem
Proporz der Kantonsratswahlen Kandidaten für die Ämter auf Bezirksebene. Sie führen ein Auswahlverfahren
durch, prüfen die Bewerber gegenseitig und, wenn diese das Hearing
überstehen, unterstützen sie. Diesmal
empfehlen alle Rita Studer.
Und nun wünsche Ihnen frohe
Festtage.
* Matthias Hauser, Hüntwangen, Gemeindepräsident, Kantonsrat und Präsident
SVP Bezirk Bülach.
Nürensdorf: Vom Fahrplanwechsel
profitiert auch Nürensdorf: Eine neue
Buslinie bindet die Gemeinde besser
an Effretikon und an die neuen SBahnen an, wie der «Landbote»
schreibt. In Nürensdorf wohnen und
per öffentlichen Verkehr nach Zürich
pendeln – das wird einfacher. Mit
dem Fahrplanwechsel erhält die Gemeinde zu den Hauptverkehrszeiten
eine neue Buslinie nach Effretikon.
Der erste Kurs der Linie 659 fährt
um 6.08 Uhr im Zentrum von Nürensdorf ab, der letzte um 8.38 Uhr.
Die neue Linie gewährleistet den Anschluss an die neuen S-Bahn-Linien
S19 und S24. Sie stellt eine Ergänzung dar zur bisherigen Linie 658,
die Anschluss an die S3 bietet. Somit
stehen Pendlern direkte Verbindungen sowohl über Wallisellen–Oerlikon, über Stettbach–Stadelhofen oder
über den Flughafen zur Verfügung.
Abends verkehrt die neue Buslinie
zwischen 16 und 19 Uhr.
«Wir sind sehr glücklich über das
neue Angebot», sagte Gemeinderätin
Yvonne Guggenbühler bei der Extrafahrt für Behördenmitglieder. Günstig
findet Guggenbühler auch, dass das
Dorf sich nun etwas stärker nach Effretikon ausrichtet statt nach Bassersdorf. «Die Zugverbindungen von Effretikon aus sind besser, und die Busse stehen weniger im Stau.»
Ebenso erfreut war der Effretiker
Stadtpräsident Ueli Müller. Der gebürtige Nürensdorfer erhofft sich
mehr Kundschaft in Effretiker Läden.
Embrach: Naturschützer bemängeln
weiterhin die Verstösse gegen das
Umweltschutzgesetz auf der Jagdschiessanlage Au. Der Kanton hingegen schreibt, es sei alles im grünen
Bereich,
wie
der
«Landbote»
schreibt.
Die Gegner der Jagdschiessanlage Au
führen ihren Kampf weiter – obwohl
die Gemeinde Embrach als Landbesitzerin und der Kanton 2013 vereinbart haben, dass spätestens Ende
2019 der letzte Schuss auf der Anlage fallen wird. Dann ziehen die Jäger
um auf die Jagdschiessanlage im Bülacher Gebiet Wydstud. Sollte die Anlage ennet des «Eschenmosers» gar
vor 2019 fertiggestellt sein, ist in Embrach sogar schon früher Ende Feuer. Seit 2013 ist zudem nicht mehr
ein Verein, bestehend aus Jägern, der
Baurechtnehmer, sondern der Kanton.
Diese Veränderungen haben laut Marianne Trüb, Präsidentin des Vereins
Pro Töss-Auen, aber zu keinerlei Verbesserungen geführt. Trüb und der
Verein führen bereits seit Jahren einen Kampf gegen die Jagdschiessanlage, die in einem bundesrechtlich
geschützten Auengebiet liegt. «Wir
sind enttäuscht davon, wie es auf der
Anlage aussieht, obwohl der Kanton
nun dafür verantwortlich ist», sagt
die Naturschützerin.
In einem Schreiben an den Kanton
verlangen die Naturschützer deshalb,
dass der Kanton seine Versprechen,
die er bei der Übernahme des Areals
und nach dem Rückzug der Strafanzeige der Naturschützer gemacht hat,
auch einlöst, ist dem «Landboten»
weiter zu entnehmen.
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Wochenspiegel
BRENNPUNKT
Nr. 51
16. Dezember 2015
3
Aufsichtsbeschwerde
gegen Sekundarschule
Fortsetzung von Seite 1
dent Philippe Chappuis kann zu den
Vorwürfen inhaltlich noch nicht Stellung nehmen, da die Beschwerde erst
am Montagmorgen eingegangen sei.
Er betont aber: «Wir nehmen die Aufsichtsbeschwerde sehr ernst.» Es sei
ein legitimes Recht der Bürger, damit
auf Dinge hinzuweisen, die sie für
nicht richtig halten. Chappuis weiter:
«Die Beschwerde ist von 52 Personen
unterschrieben worden, davon haben
16 Kinder an unserer Schule.» Die
Eingabe wird die Schulpflege nun an
den Bezirksrat und ans Volksschulamt
weiterleiten.
Beschwerdeliste ist umfangreich
Die Liste der Beschwerden, die der
Schulpflege eingereicht wurden, umfasst drei A4-Seiten. Nachfolgend ein
Auszug:
• Geometrieunterricht: In der 3.
Sekundarstufe A wurde seit den Sommerferien noch kein einziges Geometriethema behandelt. Wir fragen uns,
wann die verpassten Themen in Geometrie nachgeholt werden.
• Pausen: Schnelle Schülerinnen
und Schüler, die ihr Pflichtprogramm
gemäss Kann-Liste bereits durchgearbeitet haben, haben bis zu den
Weihnachtsferien keine Mathematik
mehr.
• Deutsch: In den ersten anderthalb Jahren hatten die Schülerinnen
und Schüler nie Deutschgrammatik.
Auch Aufsätze wurden nie geschrieben.
• Französisch: Der Französischunterricht fand lückenhaft statt; die
Jahreslernziele wurden nicht erreicht.
Nach den Sommerferien fiel der Französischunterricht mangels Lehrmittel
während fünf Wochen aus.
• Berufswahl: Ein solider, für die
Schülerinnen und Schüler brauchbarer Berufswahlunterricht fand nur
ungenügend statt. Bewerbungsschreiben wurden nur auf Drängen und
ausdrücklichen Wunsch korrigiert.
• Arbeiten korrigieren: Das Korrigieren und Kontrollieren von gelösten Aufgaben ist primäre Aufgabe der
Lehrpersonen. Wir fragen uns, wie
die Lerncoachs an der «Seehalde»
überhaupt wissen können, wie gewisse Schülerinnen und Schüler arbeiten,
wo sie Schwierigkeiten bekunden, wo
sie Hilfe bräuchten, wenn keine oder
nur noch wenige Arbeiten durch
Lehrpersonen korrigiert und kontrolliert werden.
• Keine Zeit: Da die Lehrpersonen
bloss noch als Lerncoachs fungieren,
müssen die Schülerinnen und Schüler
bei spezifischen Fragen einen Termin
beim «Spezialisten» vereinbaren. Hier
zeigt sich uns die Ineffizienz dieses
Systems. Schülerinnen und Schüler,
die vorwärtskommen wollen, werden
immer wieder eingebremst, sobald sie
eine Frage haben. Meistens ist dann
die zuständige Fachperson nicht anwesend oder aber der Lerncoach mit
anderen Jugendlichen beschäftigt.
Keine Klassenstrukturen mehr
Selbstorganisiertes Lernen ist im
Kanton Zürich schon länger bekannt.
Es wird seit fünf Jahre teilweise im
gymnasialen Unterricht angewendet.
Es soll Schüler motivieren und ihnen
Eigenverantwortung beibringen. Inzwischen wird SOL schweizweit auch
an verschiedenen Sekundarschulen
angewendet. Allerdings in unterschiedlicher Ausprägung. Niederhasli
wählte die radikalste Form: So existieren keine Klassenstrukturen mehr.
Die Lehrer treten als Wissensvermittler, sogenannte Coachs, nur in kurzen, klassenübergreifenden Inputlektionen auf. Ansonsten müssen die
Schüler den Stoff in Eigenregie gemäss ihren Zielvorgaben aufarbeiten.
Die syrische Familie Tuliemat ist nach einer zehntägigen Odyssee in der Flüchtlingsunterkunft in Lottstetten angekommen. Wenn der Asylantrag
Foto: Thomas Güntert
genehmigt ist, wollen sie weiter in Richtung Stuttgart ziehen, wo sie Arbeit suchen wollen.
Odyssee einer Flüchtlingsfamilie
Anour Tuliemat und seine
Frau Manar Alnajar sind mit
ihrer achtjährigen Tochter
Joudhi und dem viereinhalb
Jahre alten Sohn Safoun
nach einer zehntägigen
Odyssee in der deutschen
Grenzgemeinde Lottstetten
angekommen.
Thomas Güntert
Die Familie lebte in der drittgrössten
syrischen Stadt Homs und stand mitten im Leben. Aber nachdem ihre
Wohnung bei einem Gefecht total zerbombt wurde, stand für den 34-jährigen Familienvater fest, dass er seine
Familie in Sicherheit bringen muss.
«Niemand weiss, warum Krieg ist,
vielleicht nicht mal jene, die ihn begonnen haben», klagt Anour. Er weiss
nicht, warum sein Haus zerstört wurde. Die Bomben flogen von allen Seiten.
Die Stadt Homs hatte früher
knapp eine Million Einwohner. Jetzt
ist sie zu drei Viertel zerstört. Rund
150 000 Menschen sollen noch dort
leben. Viele sind geflüchtet oder umgekommen. Nachdem in Syrien die
Währung in den letzten vier Jahren
90 Prozent ihres Werts eingebüsst hat
und damit vieles sehr teuer wurde,
verkaufte das junge Paar sein Hab
und Gut. 10 000 Euro erhielten sie für
das Auto und den Schmuck. Das sollte
für die Flucht reichen. Manar Alnajar
weint und sagt: «Ich konnte nur meinen Ehering behalten.»
nien und Serbien nach Ungarn. Dort
übergeben sie einem Unbekannten
3000 Euro, damit er sie an der Polizei vorbei nach Österreich lotst. Wäre
die Familie in Ungarn aufgegriffen
worden, hätte sie bleiben müssen.
Das Ziel sei aber immer Deutschland
gewesen, so der Vater weiter. Weil
dort die Wirtschaft und die Versorgung der Kinder gut seien.
«Deutschland reicht uns die
Hand», hoffen Anour und Manar. Die
Schweiz sei nie ein Thema gewesen.
So ging es von Österreich aus mit
dem Taxi nach Deutschland, wo die
Familie in der Erstaufnahmestelle auf
der Schwäbischen Alb eine erste Bleibe fand. Seit dem 5. Oktober wohnt
sie nun in die Gemeinschaftsunterkunft in Lottstetten.
Das Leben im grossen Gefängnis
Obwohl das Leben in der Gemeinschaftsunterkunft durch das Aufeinandertreffen vieler Lebensgewohnheiten sehr gewöhnungsbedürftig sei,
so Vater Anour weiter, sei die Familie
Tuliemat dankbar, dass sie den Weg
nach Lottstetten überhaupt geschafft
haben. Im kleinen Familienzimmer,
wo sie wohnen, essen und schlafen,
kamen sie erst einmal zur Ruhe.
Aber manchmal fühlen sie sich wie in
einem grossen Gefängnis: «Weil wir
das Herumsitzen nicht gewohnt
sind.» Anour arbeitete in Syrien als
Buchhalter bei Hyundai, seine Frau
war Lehrerin. Zudem: Aufgrund der
verzwickten Grenzverhältnisse im
Jestetter Zipfel können sie ihre
Freunde im Raum Stuttgart nicht besuchen, obwohl sie Zeit hätten. Bus
und Bahn fahren durch die Schweiz,
die sie aber nicht betreten dürfen.
Der Tod ist allgegenwärtig
Der Kontakt in die Heimat wird über
das Internet und Whatsapp aufrechterhalten. Das kann allerdings sehr
teuer werden, wenn sie sich über das
Schweizer Netz einwählen. «Viele
Flüchtlinge wissen das nicht», sagt
Natascha Frey vom Helferkreis. Immer wieder erfahren Anour und Manar von ihren Familien, dass im Krisengebiet Freunde und Bekannte umgekommen sind. «Jeder Tag ist voller
Angst um unsere Angehörigen», sagt
Manar, die erzählt, dass die Not in
Homs, ihrem einstigen Wohnort, unerträglich sei. Man koche Baumrinde,
um wenigsten etwas im Magen zu
haben. Täglich würden Kinder verhungern. Ihr Mann hat Schuldgefühle, weil er als einziger Sohn seine Eltern alleine gelassen hat. «Im Gespräch mit ihnen höre ich im Hintergrund immer wieder, wie Bomben
einschlagen», sagt Anour. Er will seine Eltern irgendwann zu sich holen.
Für eine Flucht seien sie aber zu alt.
Es muss weitergehen
Die Familie Tuliemat wartet nun, bis
ihre Asylanträge genehmigt sind, was
rund fünf Monate dauern kann.
Wenn es so weit ist, wollen sie weiter
in Richtung Stuttgart ziehen, weil es
dort Arbeit gebe, so der Vater. Bis dahin besuchen sie den Deutschunterricht in der Lottstetter Schule. Die
Tochter besucht die erste Klasse. In
Syrien war sie bereits in der dritten.
Der kleine Safoun dagegen ist traurig, weil er nicht in den Kindergarten
gehen kann. Grund: Der Lottstetter
Kindergarten ist voll.
Vater Anour hofft, irgendwann
mit seiner Familie wieder nach Homs
zurückkehren zu können. Er möchte
sich wieder ein Haus bauen. «Das
wird aber wohl noch länger nicht
möglich sein.»
Angst als ständiger Begleiter
Vom Libanon ging es mit dem Passagierschiff bis in die Türkei, wo sie für
4000 Euro zusammen mit 55 weiteren Flüchtlingen auf einem überfüllten Flüchtlingsboot aufgenommen
wurden. «Auf der fünfstündigen
Bootsfahrt hatten wir Todesangst um
unsere kleinen Kinder», sagte die 33jährige Mutter. In Griechenland angekommen, muss die Familie auf der
Strasse übernachten. Tags darauf
geht die Flucht weiter über Mazedo-
Das Wohnhaus der Familie Tuliemat in der syrischen Stadt Homs wurde durch zahlreiche Bombenangriffe vollständig zerstört. Die Familie weiss nicht, wer das Haus bombardierte – und warum.
Foto: zvg.
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Wochenspiegel
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POLITIK
PARTEIEN
FDP begrüsst Sparanstrengungen der Stadt
Die FDP-Fraktion der Stadt Bülach
hat an der Gemeinderatssitzung vom
letzten Montag dem Budget 2016 zugestimmt. Die Gründe: Der Wille des
Stadtrats, ein Budget zu erstellen,
das die wirtschaftlichen und finanziellen Rahmenbedingungen der Stadt
berücksichtigt, ist sichtbar. «Fettpolster» und Reserven sind seltener geworden. Zudem will der Stadtrat das
Kostenwachstum der Verwaltung
stoppen. Er hat deshalb eine Steuergruppe beauftragt, Struktur und Organisation zu überprüfen.
Wichtig ist auch, dass Investitionen in die Substanzerhaltung entweder erfolgt sind oder bereits vorbereitet werden. Vor allem die Planung
des zentralen Stadthauses Sechtbach,
das im operativen Betrieb der Stadtverwaltung Einsparungen in Millionenhöhe generiert, treibt der Stadtrat
mit Hochdruck voran.
Das durch die erhöhten Abschreibungen geplante Defizit beunruhigt
uns nicht. Vor dem Hintergrund der
ausgeführten Gründe unterstützen
wir den Antrag des Stadtrats, den
Steuerfuss für das Jahr 2016 von 92
Prozent, gleich wie im laufenden
Jahr, beizubehalten. Alfred Schmid,
Präsident FDP-Fraktion
Keine grossen
Einsparungen erreicht
Vor Behandlung des Voranschlags
2016 wurden zwei Vorstösse aus den
Reihen der SVP begründet. Cornel
Broder und Mitunterzeichner fordern
den Stadtrat mittels einer Interpellation auf, Grundlagen für eine mögliche Realisierung eines Sportparks
im Erachfeld zu liefern.
Andrea Spycher begründete das
Postulat der RPK, das den Stadtrat
auffordert, seinen Entscheid bezüglich Erbringung von Dienstleistungen
der Abteilung Bildung an weitere Gemeinden oder Schulen ausserhalb
der Kreisgemeinden zu überprüfen.
Es kann nicht Aufgabe der Stadt sein,
den schulpsychologischen Dienst an
Schulen bis ins Rafzerfeld oder Embrachertal anzubieten.
In der Budgetdebatte wurden
trotz intensiven Diskussionen keine
grossen Einsparungen erreicht. Zwar
stimmte eine Mehrheit des Rats für
Kürzungen beim Bau und beim Personal, aufgrund der Flüchtlingssituation aber musste gleichzeitig Geld für
die Unterbringung von 40 zusätzlichen Asylsuchenden genehmigt
werden. Schliesslich wurde der Voranschlag mit einem Ausgabenüberschuss von rund 2,3 Mio. Franken
genehmigt. Die bürgerliche Mehrheit
sprach der Beibehaltung des Steuerfusses von 92 Prozent zu und konnte
so eine Erhöhung, die von linker Seite gefordert wurde, verhindern.
Für die kommenden Jahre verlangt unsere Fraktion die Einhaltung
der vom Stadtrat auferlegten Plafond-Regel unter Berücksichtigung
des Baus des Zentralen Verwaltungsgebäudes. Auch eine Steuererhöhung
ist für uns trotz schwieriger Finanzlage in den nächsten Jahren kein
Thema. Der Stadtrat ist gefordert, zusätzliche Lösungen zu suchen.
Cornel Broder gab ein persönliches Statement zum Mail des Stadtpräsidenten an die Gemeinderäte betreffend Unterschlagung von Informationen im Zusammenhang mit
dem Geschäft Bülach Nord ab. Sein
Votum zum Schluss: «Entscheiden
Sie selbst, ob Unwahrheit oder Wahrheit.»
Andrea Spycher,
SVP/EDU-Fraktion
Nr. 51
16. Dezember 2015
5
Stadtpräsident – ein Nebenamt?
ner gemeinsamen Verwaltung oder
der Ausbildung. Klar ist dagegen,
dass die Gross-Sporthalle termingerecht ab 1. Januar 2017 von den Vereinen benützt werden kann.
Zügig geht es auch bei der Überbauung von Bülach Nord vorwärts.
Nach Angaben von Stadtrat Hanspeter Lienhart wollen die Investoren
bereits nächstes Jahr die Bauvorhaben ausschreiben, sodass 2017 mit
den Bauten begonnen werden könnte. Eberli, zuständig für die städtische Kultur, gab seiner Hoffnung
Ausdruck, dass die Allreal im Bülachguss-Gebäude ein kulturelles Angebot
integrieren wird. Eine entsprechende
Machbarkeitsstudie habe man übergeben. Eberli: «Machen müssen sie
es aber selber, die Stadt hat hierfür
kein Geld.» Auf die Frage eines Zuhörers, ob das Bülachguss-Gebäude unter Schutz steht, betonte Lienhart,
dass man mit Allreal am Ausarbeiten
eines entsprechenden Unterschutzstellungsvertrags sei.
Die Stadt Bülach entwickelt
sich rasant. Im Stadtrat
denkt man deshalb auch
darüber nach, wie die
politischen Strukturen den
kommenden Herausforderungen und dem Wachstum
angepasst werden können.
Daniel Jaggi
Stadtpräsident Mark Eberli stellte
gleich zu Beginn der von lediglich 25
Personen besuchten Informationsveranstaltung fest: «Mein Aufwand ist
eigentlich nicht im Nebenamt machbar.» Will heissen: Die Arbeitsbelastung übersteigt aus seiner Sicht das
Zumutbare. Konkret leiste er ein Arbeitspensum von mindestens 70 Prozent, sagte Eberli auf Nachfrage des
«Wochenspiegels». Entschädigt wird
der Stadtpräsident mit jährlich
60 000 Franken. Er möchte deshalb
im kommenden Jahr in Zusammenarbeit mit dem Gemeinderat eine
Projektgruppe einsetzen, die die politischen Strukturen auf die steigenden
Anforderungen und das Wachstum
des Bezirkshauptorts überprüft und
allenfalls anpasst. «Ich kann mir vorstellen, dass ein paar Varianten ausgearbeitet werden, die anschliessend
breit diskutiert werden können.»
Denkbar sei beispielsweise, aus dem
Stadtpräsidium-Nebenamt ein Teilamt zu schaffen. Eberli betonte hierzu: «Will man die Qualität der politi-
Keine zentrale Sammelstelle
Positives Fazit – und heute? Stadtpräsident Mark Eberli spricht nach 100
Tagen im Amt Mitte 2014 über seine Erfahrungen.
Foto: Archiv
schen Arbeit im Stadtrat halten, so ist
es wichtig, dass sich fähige Kandidaten melden.» Eine Aufwertung des
Amts könne einen wichtigen Beitrag
leisten.
Feuerwehr: Fusion kein Thema
Stadtrat Jürg Hintermeister kam in
seinem Referat auf den in diesem
Jahr erfolgreichen Zusammenschluss
der Bülacher Zivilschutzorganisation
mit jener in Rafz zu sprechen. Dabei
erwähnte er auch, dass auch bei der
Feuerwehr ähnliche Bestrebungen im
Gang seien. Er dementierte aber eine
geplante Fusion der Bülacher Feuerwehr mit den beiden Feuerwehren
der Kreisgemeinden. Es gelte vielmehr Synergien zu nutzen. Die ortet
Hintermeister beispielsweise bei ei-
Klar ist im Bereich Entsorgung auch,
dass in Bülach eine nach Angaben
von Stadtrat Willi Meier geforderte
zentrale Sammelstelle keine sinnvolle
Ergänzung sei. Dies habe eine entsprechende Überprüfung ergeben.
«Wir setzen weiterhin auf Separatsammlung und dezentrale Entsorgungsstellen.»
Weitere Informationsveranstaltung: 16.
Juni, 19 Uhr, reformiertes Kirchgemeindehaus.
Rat hatte kein Gehör für Steuererhöhungen
Der Steuerfuss der Stadt
Bülach bleibt auch nächstes
Jahr unverändert. Die
von Grünen und SP (+2%)
sowie der EVP (+1%)
geforderten Erhöhungen
blieben chancenlos.
Daniel Jaggi
Im Bülacher Gemeinderat sitzen 28
Parlamentarier – aber es gibt 29
Stimmen. Bei Gleichstand (14:14) hat
Ratspräsident Frédéric Clerc (FDP)
mit dem Stichentscheid eine zweite
Stimme – und davon musste er in der
Budgetdebatte gleich mehrmals Gebrauch machen, was deutlich macht,
dass die Machtverhältnisse im Rat,
zumindest wenn es um Streichungsoder Aufstockungsanträge im Voranschlag geht, weitgehend ausgeglichen
sind. So musste Clerc unter anderem
beim grössten Kürzungsantrag Farbe
bekennen. Es ging um die seit Jahren
umstrittenen Sonderschulkosten. Die
RPK verlangte einstimmig, die Ausgaben auf dem Stand der Rechnung
2014 (3,064 Millionen) einzufrieren
und sie deshalb im Voranschlag für
das nächste Jahr um 293 000 Franken zu kürzen. Mit 13:13, bei zwei
Enthaltungen,
manifestierte
sich
auch hier eine Pattsituation. Ratspräsident Clerc entschied sich mit seiner
zusätzlichen Stimme dann gegen eine
Streichung.
Eine Stelle gestrichen
Über Anstellung oder Entlassung von
städtischen Mitarbeitern kann das
Parlament nicht direkt entscheiden.
Es kann die Stellenprozente in den
verschiedenen Abteilungen aber über
das Budget beeinflussen – und das
hat es im Fall des Bereichs Management-Dienste auch getan. Mit 13:12
strich der Rat 150 000 Franken aus
dem Budget, was wohl personelle
Konsequenzen haben wird. Das Parlament ist mit diesem Entscheid dem
einstimmigen Antrag der RPK gefolgt,
die argumentierte, dass mit der Auslagerung des Alterszentrums Rössligasse und der Kinderkrippen die
Zahl der Mitarbeiter erheblich abgenommen habe, was auch zu einem
Minderaufwand führe. Stadtpräsident
Mark Eberli hatte sich zuvor dezidiert gegen die Kürzung ausgesprochen. Er argumentierte, dass sich
diese Abteilung noch im Umbau befinde und verschiedene Projekte betreue. Werde das Geld gestrichen, so
müssten die Projekte wohl von extern
weitergeführt werden, was mit Kosten verbunden sei.
60 Prozent-Stelle bleibt
Knapp verworfen hat der Rat auch
den Vorschlag von Samuel Lienhart
(SP), den Budgetposten nur um
50 000 Franken zu kürzen. Er hatte
ihn im Rahmen eines Rückkommensantrags am Schluss der Debatte gestellt. Sein Begehren wurde mit 13:14
Stimmen verworfen. Gnade vor dem
Rat (17:11) fand dagegen der von einer Mehrheit der RPK gestellte Antrag, bei den Sozialen Diensten
80 000 Franken einzusparen, was einer 60-Prozent-Stelle entspricht. Die
Kürzung wird nach Angaben von
Stadtrat Ruedi Menzi dafür gebraucht, keine weiteren Überstunden
mehr anzuhäufen. Derzeit belaufen
diese sich auf mehrere 1000 Stunden.
Entgegen den Anträgen von RPK
oder Fachkommission wurden im Rat
ferner folgende Kürzungsanträge abgelehnt:
• 35 000 Franken bei der Anlaufstelle 60+ (20:8 Stimmen)
• 25 000 bei der Kulturförderung
(15:12 Stimmen)
• 25 000 beim Kultur- und Begegnungszentrum Guss (18:9 Stimmen)
• 50 000 für die Büli Mäss (28:0
Stimmen).
Der Rat unterstützte dagegen folgende Kürzungsanträge:
• 94 000 Franken für Baubewilligungen, Baukontrollen und Bauberatung. Grund: Sie seien nicht vorhersehbar (21:7 Stimmen).
• 13 500 Franken von insgesamt
27 000 Franken für einen Gesundheitstag
• 50 000 für die Unterstützung der
Ludothek, neben den Mietkosten
• 40 000 für den Erlebnistag
«Stadt ohne Hindernisse».
Weil die Stadt nächstes Jahr 40
Asylbewerber mehr übernehmen
muss, wie erst kürzlich bekannt wurde, steigen in diesem Bereich die Kosten. Der Rat hat deshalb einer Erhöhung des Budgetpostens Asylfürsorge
um 230 000 Franken zugestimmt.
Ifangstrasse nicht gestrichen
Happigster Streichungsantrag in der
Investitionsrechnung war der Antrag
von Jörg Inhelder (BSB), den Bau der
Ifangstrasse (3 Mio.) um fünf Jahre zu
verschieben. Der Rat lehnte ihn aber
deutlich mit 2:23 Stimmen ab. Kein
Gehör fand der Antrag einer Mehrheit
der RPK, die Sanierung der Aufbahrungshalle und der Heizung (Total
215 000 Franken) zu streichen. Begründung: Sie seien nicht dringend.
Beide Anträge wurden mit jeweils
9:19 abgelehnt.
Reiche nicht verschonen
In der Eintretensdebatte wies die
Ratslinke vor allem auf die negativen
Rechnungsabschlüsse hin, die sich bis
2019 hinziehen würden. David Galeuchert von den Grünen verlangte deshalb von der Ratsrechte, «sich jetzt
einen Ruck zu geben» und die für
2017 und 2018 geplante Steuerfusserhöhung bereits heute vorzunehmen.
Galeuchert: «Auch die Reichen sollen
sich am Defizit beteiligen.» Samuel
Lienhart verlangte im Namen der SP
ebenfalls eine zweiprozentige Steuerfusserhöhung. Sein Argument: «Es
darf nicht sein, dass Errungenschaften aus dem Budget gestrichen werden.» Mit einem Prozent verlangte die
EVP einen moderateren Anstieg.
Fraktionspräsidentin Julia Pfister:
«Wir sind jetzt an einem Punkt angelangt, wo Sparen keinen Sinn mehr
macht.» Für die EVP stehe der
Mensch im Zentrum, weshalb eine
gute Bildung und eine ausgeglichene
Rechnung wichtig seien.
Weniger Steuereinnahmen?
Ganz anders die SVP/EDU, für die eine Steuererhöhung in den nächsten
Jahren keine «Option» ist. Fraktionspräsidentin Andrea Spycher: «Wir erwarten andere Vorschläge.» Für Andres Bührer von der BSB/GLP-Fraktion sind jetzt «effektive Sparanstrengungen» notwendig, zumal die Fraktion mit weniger Steuereinnahmen
rechnet als der Stadtrat. Für FDPFraktionspräsident Alfred Schmid
sind die «Fettpolster und Sicherheitsmargen» im Budget kleiner geworden. «Wir unterstützen den Stadtrat
auch in der Planung und Umsetzung
einer schlankeren Verwaltung.»
Der Voranschlag
Gegenüber dem Antrag des Stadtrats sieht der vom Gemeinderat
beschlossene Voranschlag für das
Jahr 2016 wie folgt aus:
Laufende Rechnung:
Aufwand: 130,5 Mio.
(–42 000 Franken)
Ertrag: 128,1 Mio. (+94 500)
Defizit: 2,3 Mio. (–136 000)
Nettoinvestitionen:
Verwaltungsvermögen: 26,3
Mio. (–225 000)
Finanzvermögen: 4,2 Mio. Fr.
Steuerfuss: 92% (unverändert)
6
Wochenspiegel
Nr. 51
16. Dezember 2015
VE R M I S C H TE S
Fünf zusätzliche
Asylbewerber in Rorbas
Die Sicherheitsdirektion des Kantons
Zürich erhöht per 1. Januar die Aufnahmequote für Asylsuchende von
0,5 auf 0,7 Prozent. Für die Gemeinde Rorbas mit gut 2700 Einwohnern
bedeutet dies, dass sie künftig 19
statt wie bisher 14 Asylbewerber unterbringen muss. Um die Aufnahmequote des Kantons erfüllen zu können, sei zusätzlicher Wohnraum an
der Tössstrasse 2 zugemietet worden, teilt die Gemeinde mit. (pd.)
Waldweihnacht
auf dem Höriberg
Spektakuläre Aussicht: Von der Kanzel (links des Restaurants) kann künftig das ganze Flussdelta überblickt werden.
Foto: zvg.
In der Tössegg wird aufgeräumt
Mit einem Umbau der
Tössegg sollen die
verschiedenen Bedürfnisse
entflechtet werden.
Letzte Woche wurde
das Projekt vorgestellt.
Daniel Jaggi
Die Tössegg ist besonders im Sommer ein beliebtes Ausflugsziel. Bei
der Einmündung der Töss in den
Rhein sind an schönen Tagen unzählige Wanderer, Biker, Spaziergänger,
Touristen und auf dem Rhein
Schwimmer, Kleinboote und Ausflügler mit Schlauchbooten anzutreffen.
Zwischen all diesen Vergnügungssuchenden legen zudem regelmässig
Ausflugsschiffe an. Ferner besteht in
der Tössegg ein Auengebiet von nationaler Bedeutung, und das Gebiet
ist ein Naturschutzobjekt von überkommunaler Bedeutung. Um die Ansprüche von Natur und Freizeit wieder in Einklang zu bringen, sollen
nun eine räumliche Neugliederung
sowie eine gestalterische und ökolo-
gische Aufwertung vorgenommen
werden. Die Baudirektion des Kantons Zürich hat deshalb einen Projektwettbewerb ausgeschrieben. Eingereicht wurden fünf Projekte. Gewonnen hat ihn ein Planerteam unter
Federführung der Zürcher Firma
Flussbau AG. Anders als bei zwei
Vorschlägen, die bereits in der Vorentscheidung ausschieden, wollen die
Zürcher Planer kein architektonisches Denkmal setzen. «Unser Ansatz war es, aufzuräumen und neu zu
ordnen, um auf diese Weise mehr
Platz zu schaffen», sagt Flussbauingenieur Johannes Abegg.
Kanzel für spektakulären Blick
Als wesentliche Neugestaltung wird
eine Kanzel vorgeschlagen, die eine
spektakuläre Sicht auf die Flusslandschaft ermöglichen soll, ist dem Jurybericht zu entnehmen. Diese wird
durch flach abfallende Vorschüttungen im Rhein und Kiesinseln im Mündungsbereich ergänzt. Abegg: «Die
Inseln schaffen dadurch eine natürliche Sperre in Richtung des geschützten Tösslaufs und könnten für Ausflügler mit Klein- und Schlauchboo-
ten zu einer beliebten Anlagestelle
werden.» Das Naturschutzgebiet südlich der Brücke über die Töss soll
durch Hecken, ein Holzlager und
Raubäume entlang des rechtsseitigen
Ufers geschützt werden. «Dadurch
entstehen neue Lebensräume für
zahlreiche Tiere am und im Wasser»,
lobt die Jury die Projektverfasser.
Fischlaich-Plätze schützen
Das bestehende Bootshaus soll mit
derselben Stahlkonstruktion rheinaufwärts verschoben werden. Gemäss dem Projekt ist geplant, im Bereich des heutigen Schiffstegs eine
Aufschüttung von rund einem halben
Meter vorzunehmen. Dadurch wäre
die Anlegestelle vor Überschwemmungen geschützt. Hierfür werden
die stählernen Schiffsstege weiter im
Rhein angebracht. Davon profitieren
auch die Fische, wie Abegg weiter
sagt: «Aufgrund der grösseren Wassertiefe werden die Ausflugsschiffe
das Sediment nicht mehr aufwirbeln
und so die Laichplätze beim TössDelta nicht mehr beeinträchtigen.»
Der Flussingenieur weiter: «Mit den
rheinseitigen Vorschüttungen und
Verschiebungen der Schiffsanlegestellen kann das Tössdelta weiter
wachsen, ohne dass dabei der
Schiffsbetrieb gestört wird.» Künftig
soll das Geschiebe nicht mehr ausbaggert werden, so lange der Hochwasserschutz gewährt ist.
Eine Aufwertung erfährt aber auch
die nationale Veloroute Nummer 2,
die zwischen Teufen und Flaach verläuft. Künftig soll eine Velofähre die
Radfahrer von der Tössegg an das
Schaffhauser Ufer transportieren. Sie
ersetzt die Personenfähre.
Möglichst schnell realisieren
Das Awel hat die Absicht, das Projekt
möglichst schnell weiterzuentwickeln
mit dem Ziel, die Landungsanlage sowie die ökologische und gestalterische Aufwertung vorrangig und zügig
bis 2018 zu realisieren. Ob das Projekt als Ganzes oder in Etappen umgesetzt wird, sei aber noch offen. Die
Realisierung des Gesamtprojekts erfolgt jedenfalls so, dass der Velofährbetrieb gleichzeitig mit der Inbetriebnahme der Landungsanlage oder
aber auch später aufgenommen werden kann.
Die Büli-Mäss ist bereits
zu 75 Prozent ausgebucht
Noch nie vorher sei die
Büli-Mäss bereits im
November so gut ausgelastet gewesen, teilen die
Veranstalter mit.
Drei Viertel der Stadthalle und der
drei angrenzenden Zelte seien schon
gebucht. Gastro-Konzept, Rahmenprogramm und Zusatzbuchungen seien ebenfalls auf einem erfreulichen
Stand. Und auch die Sponsorengelder
würden
heuer
erfreulicherweise
leicht über Budget liegen, ist einer
Mitteilung des OKs zu entnehmen.
Elf Monate vor Messebeginn gingen bereits 75 Anmeldungen für die
drei Tage im Oktober bei Andreas
Graf ein. Der «Verkäufer» der BüliMäss erfreut: «Das ist für diesen Zeitpunkt sehr gut. Wir hatten noch nie
eine so gute Auslastung bereits im
November.» OK-Präsident Hanspeter
Kreis doppelt nach: «Die Büli-Mäss
findet sicher statt.» Aber nicht nur
die Ausstellerstände würden weggehen wie warme Semmeln, auch die
anderen Produkte seien beliebt. Die
Bühne wurde bereits für Produktionen vermietet, Werbeflächen vergeben und das grosse Sitzungszimmer
im oberen Stock der Stadthalle für
Vorträge vermietet.
Gastronomie gesichert
Erfreuliche Neuigkeiten seien auch
im Bereich Gastro zu verzeichnen. So
übernehme die floor gmbh nun definitiv den gesamten Restaurationsteil
in der Stadthalle. Erste Gedanken
zum Konzept seien bereits geboren,
schreibt das OK weiter. Genügend
Sponsorengelder zu finden, ist heutzutage nicht mehr einfach. Umso erfreulicher sei es deshalb, dass die Büli-Mäss hier sogar leicht über Budget
liege. Sponsoren für die kommende
Messe sind bis jetzt: die Stadt Bülach,
die ZKB Bülach, das Suchportal
search/local, der Flughafen Zürich,
Gossweiler Ingenieure und der Zeltbauer Ad. Kuhn AG. (pd.)
In diesen Taschen war Kokain; zwei tragen die Aufschrift «Heroine». F: Kapo.
Drogentransporteur verhaftet
Die Kantonspolizei hat im Flughafen
einen Transitpassagier verhaftet, der
mutmasslich als Drogentransporteur
durch die Schweiz reiste. Der 39-jährige Portugiese kam aus São Paulo
und wollte weiter nach Athen. Im
Transitbereich fiel er wegen seines
Verhaltens Fahndern der Kantonspolizei auf. Sie kontrollierte den Mann
und untersuchte anschliessend auch
sein Gepäck. Dort fanden die Polizisten mehrere kleinere Tragtaschen, in
denen abgepacktes Kokain versteckt
war. Die Gesamtmenge wird nach
ersten Messungen auf vier bis fünf
Kilogramm geschätzt. Der mutmassliche Drogentransporteur wird der
Staatsanwaltschaft zugeführt. (pd.)
Am Sonntag, 20. Dezember, findet
um 16 Uhr die traditionelle ökumenische Weihnachtsfeier auf dem Höriberg statt. Die Feier gestalten die reformierte Pfarrerin Béatrice HellerWessa und Markus Vogel (katholisch)
gemeinsam. Der Posaunenchor Bülach unter der Leitung von Niklaus
Haslebacher untermalt die Feier musikalisch. Da der Gottesdienst im
Freien stattfindet, wird empfohlen,
warme Kleidung und Schuhe zu tragen. Im Anschluss gibt es Punsch und
den beliebten Höristern. (pd.)
PARTEIEN
Politische Pendenzen
zum Jahresende
An der Mitgliederversammlung der
Beobachter-Stadt-Bülach (BSB) zum
Jahresende wurden die relevanten
politischen Pendenzen der Stadt Bülach für 2016 aufgelistet:
1. Die Finanzierung der zentralen
Stadtverwaltung auf den Tennisplätzen muss verbindlich im Finanzplan
verankert werden, notfalls mit anderweitigen Einsparungen.
2. Das untaugliche Gesamtverkehrskonzept (allein vom Stadtrat in
Kraft gesetzt) muss überarbeitet und
dem Wachstum der Stadt angepasst
werden. Es soll dem Gemeinderat zur
Diskussion vorgelegt werden.
3. Sistierung des Baus der unnötigen Ifangstrasse für 5 bis 10 Jahre.
4. Nach Millioneninvestitionen in
die Rasenspielplätze des Fussballklubs muss die Geldverschleuderung
auf einem Standort, der in wenigen
Jahren liquidiert wird, gestoppt werden. Kein neues Garderobengebäude
und eine viel grössere Kostenbeteiligung des FC an der vernachlässigten
Unterhaltssanierung.
5. Endliche Aufnahme der Sportstättenplanung in Hagenbuechen.
6 Nichtanhandnahme der Unterschutzstellung des Sulzer-Guss-Gebäudes aufgrund Kostenfolge.
7. Aufhebung der neu angelegten
Bushaltestellen mitten auf den Fahrbahnen von viel befahrenen Strassen
und Ersatz durch Haltebuchten.
8. Nachweis von Parkplätzen für
die zwei neuen Turnhallen im Schulhaus Hinterbirch (Anlässe mit 500
Besuchern sind vorausgesagt). Die
BSB haben deren Schaffung bei der
Kläranlage vorgeschlagen.
9. Stellenplafonierung in der ausufernden Stadtverwaltung. Die frei
werdenden Stellen nach der Ausquartierung der Rössligasse und der
Kinderkrippen müssen sich im Stellenplan entsprechend auswirken.
Es braucht die BSB auch noch in
der zweiten Hälfte der Legislaturperiode, bis diese gewichtigen Pendenzen
im Interesse von Bülachs Bevölkerung gelöst sind.
Bruno Wermelinger,
Beobachter-Stadt-Bülach (BSB)
Wochenspiegel
VE R M I S C H TE S
Rafzer Gemeinderat
hat Verkehrskonzept
genehmigt
Der Gemeinderat Rafz hat das überarbeitete Verkehrskonzept genehmigt. Die Umsetzung der Massnahmen erfolgt ab 2016, wie er in einer
Mitteilung schreibt.
Das Verkehrskonzept 2005 dient
dabei als Grundlage für den Massnahmenplan 2015. Insgesamt wurde
die Verkehrssituation damals so beurteilt, dass die Strassen wenig belastet sind, was sich in der Zwischenzeit
geändert hat, und generell eher ein
hohes
Geschwindigkeitsniveau
herrscht. Aufgrund der Mängel wurde im Verkehrskonzept 2005 ein
Handlungskonzept erarbeitet, das
Massnahmen zur Verkehrssicherheit,
Signalisation und Gestaltung vorschlägt.
Die Ausgangslage hat sich seither
aber nicht wesentlich geändert, weshalb das Konzept nicht grundsätzlich
aktualisiert werden musste. Es wurde eine Massnahmenplanung erstellt,
wobei die zu einem erheblichen Teil
bereits umgesetzten Massnahmen
nicht mehr aufgeführt wurden. Die
noch umzusetzenden Massnahmen
werden in den neuen Massnahmenplan 2015 übertragen und neue
Massnahmen aufgenommen. Die
Dringlichkeiten wurden mit kurzfristig (2015 und 2016), mittelfristig
(2017 bis 2022) und langfristig (ab
2022), taxiert und die ungefähren
Kosten sowie die Zuständigkeiten
festgelegt.
Der Entwurf des neuen Verkehrskonzeptes wurde von der PEK Mitte
Juni zuhanden des Gemeinderats abgenommen. Der Gemeinderat hat das
überarbeitete Verkehrskonzept im
Juli zur Kenntnis genommen. Anlässlich eines Informationsabends wurde
unter anderem das überarbeitete
Verkehrskonzept
beziehungsweise
der angepasste Massnahmenplan
vorgestellt. Zugleich konnten so Inputs aus der Bevölkerung aufgenommen und ins Konzept einfliessen, bevor nun die definitive Genehmigung
durch den Gemeinderat erfolgte. (pd.)
LESERBRIEF
Herzlichen Dank an
die Bülacher Politiker
Die Rechnungsprüfungskommission
(RPK) wollte dem Gemeinderat
schmackhaft machen, dass sich die
Stadt Bülach nicht mehr an der BüliMäss 2016 beteiligen soll – weder mit
einem Stand an der Messe noch mit
einem einmaligen Sponsoringbeitrag.
Die Begründung der RPK: Der Nutzen
der Ausgaben für die Büli-Mäss sei
fragwürdig.
Für das Organisationskomitee der
Büli-Mäss war dies unverständlich.
Wie kann eine Stadt wie Bülach einerseits sagen, dass sie das Gewerbe
unterstützt, und auf der anderen Seite an der wichtigsten Messe des lokalen Gewerbes durch Abwesenheit
glänzen? Unvorstellbar.
Am Montagabend behandelte der
Gemeinderat das Budget 2016. Die
Voten zum RPK-Vorschlag fielen, Gott
sei Dank, einhellig aus. Der Grundtenor: Die Stadt Bülach soll an der Büli-Mäss 2016 anwesend sein. Die
sehr deutliche Zustimmung schlug
sich in der anschliessenden Abstimmung nieder. Einstimmig entschied
der Gemeinderat, den Beitrag an die
Büli-Mäss nicht aus dem Budget zu
streichen.
Vielen herzlichen Dank, lieber Gemeinderat und lieber Stadtrat. Wir
danken Euch für Euer klares Bekenntnis zum lokalen Gewerbe und
zur Büli-Mäss.
Hanspeter Kreis
Präsident OK Büli-Mäss 2016
Nr. 51
16. Dezember 2015
7
Das Wehntal will zusammenspannen:
Behörden beginnen mit Phase eins von vier
Sollen die Gemeinden
Schleinikon, Schöfflisdorf,
Ober- und Niederweningen
zusammenspannen? Diese
Frage soll in einem VierPhasen-Projekt geklärt
werden. Kürzlich wurde
mit der ersten begonnen.
Flavio Zwahlen
Im Sitzungszimmer der Gemeindeverwaltung in Niederweningen hängt
ein buntes Bild. Dunkelblau. Olivgrün. Blutrot. Verschiedenste Farben.
Wahrscheinlich stellen sie das schimmernde Wasser eines Sees oder Meeres dar. Denn auf dem Bild sind zahlreiche Fische abgebildet. Sie sind
durchsichtig. Einzig ihre Gräte und
Schwimmblase sind zu erkennen.
Die Schwimmblasen der Fische
auf dem Bild in Niederweningen sind
prall gefüllt. Nicht zufällig: Denn in
den nächsten Monaten und Jahren
werden in diesem Sitzungszimmer
noch viele Gespräche stattfinden, bei
denen die Beteiligten viel Puste benötigen werden.
Die Zusammenschluss-Kerngruppe (v.l.): Chantal Nitschké, Schreiberin Niederweningen; Kaspar Zbinden,
Schreiber Oberweningen; Gabor Magyarovits, Präsident Schleinikon; Andrea Weber, Präsidentin Niederweningen; Alois Buchegger, Präsident Schöfflisdorf und Richard Ilg, kandidierender Präsident Oberweningen. Foto: fzw.
Vier Phasen geplant
Die Kerngruppe, die die Grundlagen
für einen möglichen Zusammenschluss des Wehntals erarbeiten soll,
besteht aus den Gemeindepräsidenten und den Gemeindeschreibern von
Schleinikon, Schöfflisdorf, Ober- und
Niederweningen. Sie werden die
Grundlagen für eine Abstimmung erarbeiten. Dazu sollen alle Aspekte
der Gemeindeführung und Verwaltung untersucht werden. Dies wird
die Basis für die Weisungen zuhanden der Stimmbürger sein. Bis zur
Abstimmung ist es jedoch noch ein
langer Weg.
Obwohl es in der Region seit längerer Zeit ein Thema ist, kommt das
Zusammenschlussprojekt erst jetzt so
richtig ins Rollen. Die Kerngruppe
unterteilt den Prozess in vier Phasen:
Machbarkeits-, Entscheid-, Schlussund Umsetzungsphase. Die erste
Phase hat jetzt begonnen. Wenn alles
nach Plan läuft, soll die Umsetzungsphase im letzten Quartal des Jahres
2019 beendet sein. Chantal Nitschké,
Gemeindeschreiberin von Niederweningen, sagt: «Es ist schwierig, einen
genauen Zeitpunkt für den Zusammenschluss festzusetzen, da es ein
sehr langwieriger Prozess ist.» Ohne
professionelle Hilfe wäre dieses Unterfangen wahrscheinlich nicht möglich. Niederweningens Gemeindepräsidentin Andrea Weber sagt: «Zum
einen unterstützt uns der Kanton finanziell, zum anderen begleitet uns
das Dienstleistungsbüro Steinmann&
Partner aus Volketswil.»
Sechs Arbeitsgruppen vorgesehen
In der Machbarkeitsphase, die am
längsten dauert, sollen Entscheidungsgrundlagen erarbeitet werden.
Alois Buchegger, Gemeindepräsident
von Schöfflisdorf, sagt: «Wir müssen
Grundlagen bereitstellen, aufgrund
derer die Bürger entscheiden können, ob sie für oder gegen einen Zusammenschluss sind.» Dazu erstellt
die Kerngruppe einen groben Plan,
wie eine gemeinsame Gemeinde
funktionieren könnte. Die Projektorganisation sieht sechs Arbeitsgruppen vor. Die Gemeindearbeiten werden in folgende Bereiche unterteilt:
Gruppe 1: Verwaltung, Organisation;
Gruppe 2: Finanzen, Steuern; Gruppe
3: Forst, Werke und Wasser; Gruppe
4:
Raumplanung,
Infrastruktur;
Gruppe 5: Soziales, Kultur, Alter, Gesundheit; Gruppe 6: Kommunikation.
In diesen Gruppen arbeiten Behördenmitglieder und Angestellte in
Teams zusammen. Zurzeit erledigen
diese ihre Aufgaben in der Gemeinde
meist alleine. Laut Gemeindeschreiberin Nitschké ein Nachteil: «In einer
grossen Verwaltung kann man sich
viel besser entwickeln, da man voneinander lernen kann und nicht völlig
auf sich selbst gestellt ist.»
Abstimmung Mitte 2018 geplant
Einige Gemeindemitarbeitende stehen dem Projekt kritisch gegenüber,
da sie noch nicht wissen, wie ihr jetziges Arbeitsfeld in einer allenfalls
zusammengeschlossenen Gemeinde
aussehen wird. Nitschké: «Darum
binden wir die Mitarbeiter in den
Prozess ein und informieren sie über
ihre Möglichkeiten im Fall eines Zusammenschlusses der Gemeinden.
Wir werden mit den gleichen Leuten
arbeiten wie bisher.» Zurzeit würden
die Stellvertretungen in den Wehntaler Gemeinden Probleme bereiten.
Dies, weil die Positionen meist nur
einfach besetzt sind. «Dieses Problem
hat man in einer grossen Verwaltung
nicht mehr», so die Gemeindeschreiberin weiter. Die Entscheidungsphase, also die zweite, soll Anfang 2017
beginnen. Die Bevölkerung wird laufend umfassend informiert. Diese gibt
zusammen mit den Parteien ein direktes Feedback an die Kerngruppe.
Richard Ilg kandidiert in Oberweningen als Gemeindepräsident. Der
Vorgänger ist aus dem Gemeinderat
zurückgetreten. Ilg sagt: «Wir wollen
den Willen des Volks umsetzen, und
ich bin positiv gestimmt, dass die
Bürger mitmachen werden.»
Umsetzung im 2019 vorgesehen
In der Schlussphase wird der endgültige Zusammenschlussvertrag erarbeitet. Über diesen soll die Bevölkerung Mitte 2018 abstimmen. Gemeindepräsidentin Andrea Weber: «Das
Volk muss zweimal abstimmen. Zuerst zum Zusammenschlussvertrag
und dann zur neuen Gemeindeordnung.» Bleibt dieser Zeitplan erhalten
und stimmt das Volk zweimal Ja,
spannen die Gemeinden Schleinikon,
Schöfflisdorf, Ober- und Niederweningen im 2019 zusammen.
Neues Stück des Dramatischen Vereins Stadel
Nach «Die Frauenflüsterer»
wagt sich der Dramatische
Verein Stadel nun an die
Komödie «Chrampf im
Altersheim». Das Stück
wird im Januar und Februar
auf der Bühne im NeuwisHuus in Stadel aufgeführt.
«Die Proben laufen sehr gut, und wir
freuen uns, bald auf der richtigen
Bühne vor Publikum spielen zu dürfen», sagt Erwin Baumann, der in
der Rolle von Fred Müller zu sehen
sein wird. Zusammen mit Regisseur
Gallus Ottiger wird die Komödie in
drei Akten, «Chrampf im Altersheim», aufgeführt. Dass es im Stück,
das am 16. Januar Premiere hat, alles andere als ruhig und gelassen zu
und her geht, ist klar: Fred Müller,
Heimbewohner, begeisterter Yoga-
Viel Spektakel: Karins rasend eifersüchtige Freund Alex (l., Ralph Gygax)
geht auf den Onkel von Karin los (r., Erich Wenk).
Foto: zvg.
Fan und Grossvater von Karin, ist
der Oberschwester des Altersheims
ein Dorn im Auge. Diese versucht
nämlich, mit Strafmassnahmen die
Senioren einzuschüchtern, um so für
Ruhe und Disziplin zu sorgen. Doch
das lässt sich Fred nicht gefallen. Zu-
sammen mit seinem verwirrten Zimmernachbarn Paul und der schwerhörigen Irma wehrt er sich gegen das
strenge Regime der Oberschwester.
Maria, die quirlige Putzfrau, hilft den
Heimbewohnern dabei. Doch die
strenge Oberschwester ist nicht Freds
einziges Problem. Da sind nämlich
noch sein krankhaft geiziger Sohn
Hermann und dessen Frau Berta.
Denn deren alleinige Sorge ist es,
dass Fred immer noch kein Testament geschrieben hat. Als auch noch
der Freund von Karin, Rocker Alex,
in eine Schlägerei verwickelt wird,
versteckt ihn Fred in seinem Heimzimmer. Mitten in diese missliche Situation platzt auch noch sein Sohn,
der Macho Josef, der seit zwölf Jahren verschollen war, hinein. Auch er
will an Freds Geld. Da hilft Fred nur
noch eines: «Ich probiers einisch mit
Yoga ...» (pd.)
Spieldaten: 16. Januar, 14 Uhr (Kindervorstellung). 16. (Premiere)/22./23./29. und
30. Januar, 20 Uhr. Sonntag, 31. Januar,
14 Uhr. 5./6./12. und 13. Februar, 20 Uhr.
Der Billettvorverkauf startet am 21. Dezember: Restaurant Pöstli, Stadel, jeweils
montags von 9 bis 11 Uhr. Telefonvorverkauf 076 446 29 29 jeweils montags von
17–19 Uhr. Onlineverkauf: Billett-Reservation unter www.theaterstadel.ch.
8
Wochenspiegel
Nr. 51
16. Dezember 2015
VE R M I S C H TE S
Nun doch Barrieren an der Flughofstrasse
Weil grüne Strassen und
mehr blinkende Lämpchen
nicht genügend fruchteten,
bauen die Verkehrsbetriebe
Glattal nun zusätzliche Barrieren an der Glattbrugger
Rohr- und der Riethofstrasse.
Der Zürcher Regierungsrat
hat auf den 1. Januar
die Zuweisungsquote an
die Gemeinden erhöht.
Die Stadt Kloten wird
deshalb 30 Personen
mehr aufnehmen müssen.
Roger Suter
Der Entscheid, fünf kritische Kreuzzungen mit Barrieren zu versehen,
sei im Juni 2014 gefallen, steht im
Begleitschreiben des Baugesuchs, das
derzeit auf den Gemeinden Opfikon,
Wallisellen und Dübendorf aufliegt
oder nächstens aufgelegt wird. Damals hielt eine Serie von Unfällen die
Verkehrsbetriebe Glattal, Polizei, Sanität und Feuerwehr in Atem und die
Glattalbahn an der Spitze der «gefährlichen» Bahnen der Schweiz. Allerdings waren es bis auf einen einzigen Fall immer Fussgänger, Velofahrerinnen oder Automobilisten, die
Rotlichter missachteten und vom
Tram mit dem langen Bremsweg gerammt wurden.
Erste günstige Abhilfemassnahmen mit giftgrün eingefärbtem Strassenbelag und blinkenden «Tram»Schildern brachten «keinen messbaren Erfolg», steht im Gesuch weiter.
Die Zahl der Unfälle nahm zwar ab,
aber nicht genug. Und weil nach nur
fünf Jahren Betrieb nicht sicher ist,
ob die Unfallserie ein statistischer
Weil der grüne Belag an der Riethofstrasse nicht geholfen hat, stehen anstelle der grünen Pfosten bald Halbschranken. Dafür darf die Glattalbahn dann wieder mit 60 statt 36 km/h fahren.
Foto: Roger Suter
Ausreisser nach oben war, greifen die
VBG nun zum letzten Mittel: mehr
Barrieren. Denn sie werden respektiert, verursachen aber auch längere
Wartezeiten und damit möglicherweise Staus. Und der Kanton akzeptiert
auf seinen Strassen nur minime Kapazitätseinbussen.
Die fünf Projekte betreffen in Wallisellen die Kreuzung West- und Hertistrasse, in Dübendorf Ring- und
Neugutstrasse und in Glattbrugg
Rohr- und Flughofstrasse sowie Riethof- und Flughofstrasse.
Fertig geplant und ausgeschrieben
sind die beiden Glattbrugger Projekte
für insgesamt eine knappe Million
Franken: Hier sollen jeweils acht
Schranken sowie Zäune künftig Kollisionen verhindern. Eine intelligente
Steuerung sorgt dafür, dass die
Schranken sich so oft wie möglich
öffnen und nicht länger als zwei Minuten unten bleibt. Allerdings kann
es sein, dass sie bei 28 Tram- und
Busbewegungen in der Stunde fast
ein Drittel der Zeit unten bleiben.
Denn Schranken brauchen mehr Zeit
zum Senken als Rotlichter zum Umschalten. Damit der dadurch längere
Stau nicht die davor liegende Abzweigung Rohrholzstrasse verstopft,
wird die dortige Lichtsignalanlage
mit den Barrieren gekoppelt.
Dank den Barrieren kann die
Höchstgeschwindigkeit der Trams auf
diesem geraden, eigenen Trassee
zwischen dem Viadukt am Flughafen
und der Station Bäuler/Cher wieder
von 36 auf 60 km/h heraufgesetzt
und die Pünktlichkeit auch in den
Stosszeiten verbessert werden.
SBB-Betriebszentrale nun im Flughafen
Das Fernsteuerzentrum
Oerlikon hat seinen Betrieb
eingestellt. Jetzt überwachen die SBB den gesamten
Bahnverkehr der Nordostschweiz im Betriebszentrum
Flughafen. Neu dazugekommen ist auch die Strecke
Bülach–Rafz.
Karin Steiner
Es ist noch gar nicht allzu lange her,
dass jeder Bahnhof ein eigenes Stellwerk hatte, von dem aus die Signale
und Weichen für den Zugverkehr ge-
Mehr
Asylsuchende
in Kloten
stellt wurden. Ab 1980 wurde die
Verkehrsregelung nach und nach
zentralisiert, und es entstanden Fernsteuerzentren – Oerlikon war eines
der ersten davon. Von hier aus wurden zuletzt über 35 Bahnhöfe und
Stationen überwacht, darunter die
Region Zürich Nord, das Limmattal
und das Zürcher Unterland.
Noch vier Betriebszentralen
Im Jahr 2009 gab es drei grosse Betriebsleitzentren, zwölf Fernsteuerzentren und 130 selbstständige
Bahnhöfe im Netz der SBB, bis ins
Jahr 2016 wird der gesamte Verkehr
von den vier Betriebszentralen in Olten, Flughafen, Lausanne und Pollegio aus gesteuert. Die Betriebszentra-
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Lüüt am Zahn aaa!
Zueverlässig, günschtig und kompetänt
füert er dich dur Gägende, wo fasch
niemer kännt.
le Ost befindet sich im Operations
Center des Flughafens. Über 450 Personen steuern in Schichtarbeit von
hier aus rund einen Drittel des SBBBahnverkehrs. Auf zwei Etagen sind
die acht Sektoren der BZ Ost (zum
Beispiel Zürich Nord, das Unterland,
die Regionen St. Gallen, Pfannenstil
und Walensee, das Limmattal und
neu auch die Strecke Bülach–Rafz) in
Grossraumbüros verteilt. Die Zugverkehrsleitenden können, falls nötig,
auf sämtliche Lichter und Weichen in
ihrem Sektor Einfluss nehmen.
25 Ereignisse pro Tag
In aller Regel werden die Weichen
und Lichtsignale für den Zugverkehr
automatisch gestellt. Sobald aber Un-
regelmässigkeiten auftreten, schreiten die Zugverkehrsleitenden ein.
Von der Betriebszentrale aus lösen
die Angestellten die Durchsagen an
die Zugpassagiere aus, stellen die
Weichen neu und regeln die Lichtsignale. Pro Tag gibt es rund 25 Ereignisse, die ein Einschreiten nötig machen. Das Team vom Fernsteuerzentrum Oerlikon hat mit einem lachenden und einem weinenden Auge Abschied genommen. «Im Flughafen ist
alles viel unpersönlicher, man ist eine
Nummer», sind sich alle einig. Aber
es habe auch Vorteile: Die Kommunikation sei einfacher, man erspare
sich viele Telefonate, weil sich alle
Zuständigen auf engem Raum befinden.
Bis Ende 2015 beträgt die Aufnahmequote im Verhältnis zur gesamten
Einwohnerzahl für Kloten 0,5 Prozent. Ab Beginn 2016 liegt die Zuweisungsquote bei 0,7 Prozent. Für Kloten bedeutet dies, dass gut 30 Personen zusätzlich aufgenommen werden
müssen. Bis anhin konnten die kantonalen Stellen noch keine Aussage
darüber machen, wann genau diese
Menschen an Kloten überwiesen werden. Trotzdem bereitet sich die Stadt
Kloten auf die Aufnahme der zusätzlichen Personen vor, wie einer Mitteilung der Stadt zu entnehmen ist.
Die Gemeinde Bassersdorf, die
rund 20 Asylsuchende zusätzlich aufnehmen muss, hat das Problem, dass
die von ihr vorgesehene Unterkunft
erst im Sommer 2016 bezugsbereit
ist. Die Stadt Kloten ist bereit, Bassersdorf freundnachbarschaftlich zu
unterstützen und vorübergehend die
Bassersdorf zugewiesenen Asylsuchenden zu übernehmen.
Nach den Abklärungen ist folgendes Unterbringungskonzept vorgesehen: Ab Jahresbeginn bis Ende März
steht die Zivilschutzanlage «Dorfnest» für die Unterbringung der vom
Kanton zugewiesenen Asylsuchenden
offen. Die Betreuung wird die AsylOrganisation Zürich (AOZ) übernehmen. Sie wird für geregelte Abläufe
in der Unterkunft und für die Sicherheit im Umfeld der Anlage besorgt
sein. Hierzu werden Mitarbeitende
der AOZ permanent vor Ort sein. Da
das Gebäude «Dorfnest» noch von
weiteren Gruppen benutzt wird (Musikschule, Restaurant, Werkhof) werden die Zugänge so organisiert, dass
die bisherigen Nutzergruppen einerseits und die Bewohner der Asylunterkunft andererseits ohne Probleme
aneinander vorbeikommen.
Ab Anfang April werden die Asylsuchenden in der Containersiedlung
Rankstrasse, die auf diesen Termin
hin nicht mehr von Dritten benötigt
wird, untergebracht. (pd.)
Wochenspiegel
KULTUR
Nr. 51
16. Dezember 2015
9
Embrach:
15 Mio. für
Schulanlage
Der Gemeinderat Embrach
kann nach der Genehmigung der Planungskredite
im vergangenen März
nun ein Schulhausprojekt
vorstellen.
Zuhanden der Urnenabstimmung
vom 28. Februar hat er folgende Kreditvorlagen verabschiedet:
• Baukredit von 14,89 Millionen
Franken für die Sanierung und Erweiterung der Schulanlage Ebnet
• Baukredit on 6,51 Millionen Franken für den Abriss und Neubau einer Doppelturnhalle (als Option)
• Zusatzkredit von 475 000 Franken
für den Einbau einer Holzschnitzelfeuerungsanlage (als Option).
Kosten gesenkt
Bei allen drei Vorlagen seien Kostensenkungen
durch
vereinfachte
Grundrisse, Anpassung des Raumprogramms, wirtschaftliches Materialkonzept und gleichzeitige Beibehaltung eines soliden Qualitätsstandards
erreicht worden, schreibt der Gemeinderat in einer Mitteilung.
Seit der Erweiterung der Schulanlage Ebnet durch den Trakt 3 im Jahr
1988 sei die Anlage nicht mehr umfassend saniert worden. Daher würden alle Gebäude einen Unterhaltsund Sanierungsbedarf ausweisen.
Das vorliegende Projekt beinhalte alle
Instandstellungen sowie die Erweiterung zur Deckung des notwendigen
Schulraumbedarfs (Neubau Trakt 4).
Springt virtuos von Note zu Note: Maturandin Ladina Liesch während ihres Konzerts im Gottfried-Keller-Saal in Glattfelden.
Foto: Fabian Moor
Glattfelder Maturandin begeisterte
Kürzlich hat die Maturandin
Ladina Liesch (18) aus
Glattfelden zu ihrem Maturakonzert eingeladen. Dabei
präsentierte sie vier selbst
geschriebene Jazz-PopSongs und einige Covers.
Fabian Moor
Kurz vor 19.30 Uhr ist der GottfriedKeller-Saal in Glattfelden bereits bis
zum Bersten gefüllt. Alle Stühle sind
besetzt, und die Gäste beginnen, sich
auf den Tischen, die an der stirnseitigen Wand stehen, zu platzieren. Ein
Klavier und ein Mikrofon stehen bereit – bereit, von Ladina Liesch in Gebrauch genommen zu werden.
Pünktlich betritt sie den Saal, begrüsst das Publikum, das grösstenteils aus Lehrern, Verwandten, Mitschülerinnen und Mitschülern besteht. Dann legt sie los. Sehr schnell
wird klar, weshalb so viele Zuschauer
den Weg nach Glattfelden gefunden
haben: Lieschs engelhafte und doch
sehr charakterstarke Stimme springt
virtuos von Note zu Note, und die
Highlights ihrer Melodien hauen
auch diejenigen aus den Socken, die
ganz fest in ihnen stecken. Das Publikum ist gefesselt. Nicht im wahrsten
Sinn des Wortes zwar, doch wenn
man die vor lauter Staunen weit offenen Münder und die gebannten Blicke betrachtet, könnte man dies meinen.
Lied einem Flüchtling gewidmet
Doch nicht nur musikalisch hat
Liesch viel zu bieten. Auch die Inhalte ihrer Lieder bedeuten ihr sehr viel.
«Vor einigen Monaten besuchte unsere Schulklasse ein Flüchtlingsheim,
und wir sprachen mit einem jungen
Mann, der zehn Monate lang von Afghanistan bis in die Schweiz gelaufen
ist», erzählt sie. Dies habe sie zutiefst
beeindruckt und ihr vor Augen gehal-
ten, wie viele Menschen den Weg in
ein besseres Leben auf sich nehmen.
Das Lied «Little Dreams» sei diesem
Flüchtling gewidmet. In den meisten
anderen Stücken singt sie über ihren
Glauben an Gott.
Musiktheorie fasziniert
Dass Liesch ihre Maturitätsarbeit der
Musik widmen möchte, war für sie
schon immer klar. Sie hält inne, will
sich an die Zeit, als sie das erste Mal
das Klavier für sich entdeckte, erinnern und fragt: «Wann lernt man zu
laufen?» Seit sie sich erinnern könne,
bediene sie sich der Klaviatur, die bei
ihnen zu Hause steht. «Das coole an
der Maturitätsarbeit ist, dass man
ganz viel Zeit in ein Projekt investieren kann, dass einem am Herzen
liegt. Ich beschäftigte mich viel mehr
mit der Musiktheorie und verstehe
nun besser, weshalb Dinge so klingen, wie sie klingen», erklärt Liesch,
die im Sommer dieses Jahres ihre
Matur im musischen Profil der Kan-
tonsschule Zürcher Unterland in Bülach abschliessen wird.
Danach gehe es erstmals auf Reisen. Asien stehe auf dem Programm,
doch konkrete Pläne stünden noch
nicht fest. «Danach weiss ich noch
nicht, was ich genau machen möchte», sagt Liesch. «Ein Studium im Bereich Psychologie, Jazzgesang oder
Journalismus würde mich sehr ansprechen.»
Begeistert von der Schlichtheit
Auch die Zuschauer, die an diesem
Abend nach Glattfelden kamen, würden es wohl begrüssen, wenn Lieschs
musikalische Laufbahn noch nicht zu
Ende ist: «Wochenlang freute ich
mich auf dieses Konzert», sagt zum
Beispiel Philipp Wäffler (29) aus Bülach. «Ich bin vor allem von der
Schlichtheit begeistert und davon,
dass Liesch nur mit einer Stimme
und einem Klavier die Leute derart
packen kann, dass alle völlig auf ihre
Performance fokussiert sind.»
Strukturelle Probleme lösen
Das bestehende Ensemble von Bauten und Anlagen soll auch bei diesem
Projekt um den vorhandenen Pausenplatz herum weiterentwickelt werden. Im Rahmen der Sanierung und
Erweiterung soll die Schulanlage neu
organisiert werden, dabei werden
strukturelle Probleme in der Raumorganisation gelöst beziehungsweise
verbessert und das neue Raumprogramm geschickt angeordnet.
Als Option empfiehlt der Gemeinderat, dem Antrag, die bestehende
Turnhalle (Baujahr 1963) abzureissen und durch eine neue Doppelturnhalle zu ersetzen, zuzustimmen. Er
empfiehlt dem Souverän, im Einklang
mit der Primarschulpflege, für alle
drei Projekte die Kredite zu bewilligen. (pd.)
Der Bevölkerung wird das Bauprojekt am
Mittwoch, 3. Februar, im Gemeindehaussaal vorgestellt.
ANZEIGEN
VEREINE
Standing Ovation beim Adventskonzert der Jodlergruppe Swissair
Die Jodlergruppe Swissair aus Kloten
hat kürzlich zum traditionellen Adventskonzert eingeladen. Das Programm gab bereits im Vorfeld zu reden. Jeder, der das Programmheft in
die Hände bekam, war begeistert von
der Liederwahl, aber auch gespannt
auf die Interpretation.
Der Weg war sehr steinig und
zum Teil überaus harzig. Es gibt Lieder, die lernt man im Schlaf, andere
benötigen viel Zeit, Fleiss und starken Willen, bis sie sitzen. Durch oft
geübte Aussprache, Atemübungen,
Verbesserung der Haltung und die
starke Einflussnahme der Dirigentin
Vreni Rubi bekamen die Lieder eine
hohe Präzision, melodische Stimmig-
Dirigentin Vreni Rubi sorgt für Präzision.
Foto: zvg.
keit und eine ineinandergreifende
Harmonie. Bei der Eröffnungsansprache durch den Präsidenten Beni
Spiess wurde darauf hingewiesen,
dass das Klatschen während des gesamten Vortrags nicht erwünscht sei.
Dies würde die besinnliche Stimmung und die Ruhe nur unnötig stören und unterbrechen. Dafür wurde
nach der letzten Darbietung, der
Fleiss der Jodlergruppe Swissair
durch eine Standing Ovation verdankt. Die Besucherinnen und Besucher waren begeistert und verlangten
nach einer Zugabe, die natürlich, mit
einer gewissen Erleichterung seitens
der Jodlergruppe, gerne gewährt
wurde. Tiziana Rosa, Vizepräsident
10
Wochenspiegel
Nr. 51
BÜLACHER KULTUR
16. Dezember 2015
Freizeitwerkstatt: Neue Kurse
VERANSTALTUNGSKALENDER
BLASMUSIK
Samstag, 19. Dezember, 19.30 Uhr
Weihnachtskonzert der Jugendmusik
Reformierte Kirche, www.jmbuelach.ch
Wussten Sie, dass wir täglich von
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044 861 81 51
AUSSTELLUNG
Sonntag, 20., 27. Dezember und 3. Januar, 10 bis 12 Uhr
Film & Foto in Bülach
Ortsmuseum, www.museum-buelach.ch
Betonkurs «Ostern»: Schale oder Vase dekoriert mit Blumen und Beton-Ei.
Fotos: zvg.
Der Gemeinnützige Frauenverein
Bülach bietet im nächsten Halbjahr
mit seiner Freizeitwerkstatt wieder
Kurse für schöpferisches Tun an.
Es gibt viele Möglichkeiten, in der Freizeit etwas Gestalterisch-Schöpferisches zu machen.
Die Freizeitwerkstatt des Gemeinnützigen
Frauenvereins stellt dazu ein vielfältiges Kursprogramm zur Verfügung. Das neue Programm,
das von Januar bis Juni dauert, bietet unter Titeln wie «Mit Pinsel, Stift und Feder», «Traditionelles und Modernes» und «Mit den Jahreszeiten» Kurse für Erwachsene im kreativen
Wirken an. Aquarell- und Mischtechnik,
Pop-Art-Acrylmalen, Kalligrafie, Zeichenkurs,
Klöppeln, Art Clay Silver, Betonkurs, Origami-
Bei einer Wanderung heilkräftige und essbare Pflanzen am Wegrand kennen lernen.
kurs, Apotheke der Natur sind Stichworte dazu.
Selbstverständlich fehlen spezielle Kinderkurse
nicht: Kalligrafie, Osterhasen aus Chemineeholz, Muttertagsbasteln, Herzen aus Holz sind
besuchenswerte Kurse.
Die neuen Kursprogramme (Flyer) der Freizeitwerkstatt werden oder sind bereits in vielen
Bülacher Geschäften aufgelegt. Alle Angebote
und Informationen können auf der Internetseite
des Gemeinnützigen Frauenvereins (www.frauenverein-buelach.ch/wir-fuer-andere/freizeitwerkstatt/kurse.html) abgerufen werden. Ab
sofort sind Anmeldungen online oder per EMail möglich: www.frauenverein-buelach.ch
oder [email protected] und Tel. 044 860 34 87
bzw. 079 713 55 73. Das Kurslokal befindet
sich im reformierten Kirchgemeindehaus Bülach.
Friedel K. Husemann
Viele schöpferische Tätigkeiten durch Kultur
Nachstehend ein
paar tiefschürfende
Gedanken über Banausen und Kultur.
Letzthin hatte ich ein Gespräch.
Mein männliches Vis-à-vis und ich
redeten über alles Mögliche, auch
über Kultur. Dazu sagte er: «Ich bin
ein Kulturbanause. Darauf bilde ich
mir sogar etwas ein.» Auf meine
Frage, was für ihn ein «Kulturbanause» sei, geriet er ins Schleudern. Er konnte weder das Wort
«Banause» noch das Wort «Kultur»
und schon gar nicht «Kulturbanause» erklären, verirrte sich in Allgemeinplätze wie «Kultur ist ein teurer Spass» oder «nur etwas für Gutbetuchte» und fand aus seinem Erklärungs-Labyrinth nicht mehr heraus. Wir brachen die Diskussion ab
und redeten über die Bundesratswahl. Bei der geht es hintergründig
allerdings auch um Kultur.
Abwertende Bezeichnung
Für meinen Gesprächspartner halte
ich hier fest, was im Lexikon über
«Banause» (kommt aus dem Griechischen) gesagt wird: «Kleinlich
denkender Mensch ohne Sinn für
Höheres.» Der Sprach-Brockhaus
wird deutlicher: «Kleinlicher Spiesser, ohne Kunstempfinden.» Im
heutigen Sprachgebrauch ist «Banause» eine abwertende Bezeichnung, mit der man einer Person
Mangel an Feingefühl oder Bildung
zuordnet. Über «Kultur» (kommt
aus dem Lateinischen) heisst es im
Lexikon: «Gesamtheit der intellektuellen, künstlerischen und materiellen Leistungen, die eine soziale
Gruppe und/oder eine bestimmte
Epoche
charakterisieren».
Im
Sprach-Brockhaus tönt es so: «Gesamtheit der Lebensäusserungen eines Volks, die seinen Rang in der
Gesittung bestimmen.»
Der «Kulturbanause» interessiert
sich also mitnichten für die allgemeingültige Erkenntnis: «Kultur ist
eine soziale Ordnung, die schöpferische Tätigkeiten begünstigt.» Genau das praktizieren in der heutigen Welt, die sich weitgehend als
zivilisiert betrachtet, jeden Tag Millionen Menschen, die in einer sozialen Ordnung leben. Auch das Gespräch über den «Kulturbanausen»
war ein zwischenmenschlicher Diskurs, der eine kulturelle Basis hatte. In Bülach geschieht sinngemäss
viel Kulturelles: der Weihnachtsmarkt, der Samstagmorgen-Kaffee
im «Heiligen BimBam», die Wochenmärkte am Mittwoch und
Samstag, die Lichterdekorationen
im Städtli, der Auftritt von Professor Jakob Tanner in der AltstadtBuchhandlung, die Pensionierungsfeier von Stadtförster Beat Hildebrandt in der Stadthalle, an der
rund 300 Personen teilnahmen, das
Bächtele. Alles Ereignisse, die zweifelsohne «schöpferische Tätigkeiten
innerhalb einer sozialen Ordnung»
darstellen.
Nun hat sich in den letzten Jahrzehnten eine Begriffsverschiebung
entwickelt. Unter «Kultur» verstehen viele nur noch Anlässe, bei denen es um klassische Musik, bildende Kunst, Ausstellungen, Theater,
Literatur und so weiter geht und
die zum Teil von der öffentlichen
Hand unterstützt werden. Schritt
für Schritt ist die Ansicht gewachsen, diese «kulturellen Aktivitäten»
müssten ausschliesslich von privater Seite organisiert und logo auch
finanziert werden. Begründet wird
das mit einem Satz, der in den Abfallkübel für Überflüssiges gehört:
«Es ist keine Kernaufgabe für die
öffentliche Hand.» Setzt sich diese
Ansicht ohne Abstriche durch, sind
wir auf bestem Weg zu einer geistig
defizitären Gesellschaft.
Kultur ist Grundbedarf
Zur Gemeinschaft, wie wir sie pflegen, gehört Kultur wie Bildung und
Wissenschaft. Kultur ist nicht etwas
Luxuriöses für wenige, sie dient allen, schafft Begegnungen und Zusammenhalt. Markus Notter, lange
Zeit «Kulturminister» im Kanton
Zürich, hat vor einiger Zeit in einem Artikel Folgendes geschrieben:
«Kultur ist elementare Notwendigkeit, tragendes Bauelement, Nahrungsmittel … sie ist Grundbedarf.» Dem ist nichts hinzuzufügen.
Friedel K. Husemann
ABENDMUSIK
Freitag, 1. Januar, 17 Uhr
«Wiener Blut»
Reformierte Kirche, www.refkirchebuelach.ch
TRADITIONSFEST
Samstag, 2. Januar, ab 15.30 Uhr
Bächtele z’Büüli
Lindenhof, Rathaus. Auftrittsorte der Gruppen: Goldener
Kopf, Gerbekeller, Rathauskeller, Alterszentrum Grampen,
Sechtbach-Huus und Sigristenkeller. www.buelach.ch
JUGENDMUSIK
Unter der Leitung von Janez Krt
tritt die Jugendmusik Bülach am
Samstag, 19. Dezember, 19.30
Uhr zu ihrem Weihnachtskonzert
in der reformierten Kirche auf.
Mitwirkende sind der Ökumenische Kirchenchor Glattfelden/
Eglisau/Rafz (Glegra) und der
Sängerbund Eglisau. Organist ist
Dominik Krt. Der Eintritt ist frei,
Kollekte.
WIENER BLUT
Unter diesem Titel gibt es am
Neujahrstag, 1. Januar, 17 Uhr in
der reformierten Kirche ein festliches Neujahrskonzert mit dem
Ilios-Quartett. Das Streichquartett
– Andrzej Kilian (Violine), Seiko
Morishita (Violine), Dominik Ostertag (Viola) und Anita FederliRutz (Violoncello) sind Mitglieder
des Tonhalle-Orchesters – spielt
Werke von Joseph Haydn, Edvard
Grieg, Alexander Glasunow, Scott
Joplin, Fritz Kreisler, Carl Maria
von Weber und Johann Strauss jr.
Der Eintritt ist frei, Kollekte zur
Deckung der Kosten.
ACHTMAL SIGRISTENKELLER
Die «ChällerZytig» Nr. 54 des Kulturzentrums Sigristenkeller liegt
vor und gibt einen Einblick in das
Programm von Januar bis April.
Es beginnt am Mittwoch, 13. Januar, 15 Uhr mit dem Figurentheater Felucca, das für Kinder ab
dem Kindergartenalter «Taschengeschichten» aufführt. Das gesamte Programm wird auf der Kulturseite 1/2016 am 6. Januar
vorgestellt.
FILM & FOTO
Das Jahr 2015 hat noch zwei
Sonntage: 20. und 27. Dezember.
An beiden Sonntagen und natürlich auch am ersten Sonntag im
neuen Jahr (3. Januar) ist im
Ortsmuseum die interessante und
spannende Ausstellung «Film &
Foto in Bülach» von 10 bis 12
Uhr geöffnet. Es geht um das Entstehen der «Flimmerkisten», um
die Bülacher TV-Anfänge (Hansueli Engler erzählt via Bildschirm) und um Kameramodelle
von anno dazumal.
AUSSTELLUNG
Seit Anfang November ist in der
Confiserie/Café Klaus die Ausstellung «Cosmic» von Giovanni Huber zu sehen, der hier mit neuen
Werken aufwartet. Diese Ausstellung dauert noch bis Mitte Februar und kann zu den normalen Ladenöffnungszeiten besucht werden: Montag bis Freitag von 7 bis
18.30 Uhr, Samstag von 7 bis 17
Uhr. Geschlossen ist die Ausstellung an Sonntagen.
Finale 2015
Die heutige «Wochenspiegel»-Ausgabe enthält die letzte Kulturseite für das Jahr 2015.
Es liegt mir als Redaktor daran, mich im Interesse all derjenigen,
die die Kulturseite nutzen, bei der Stadt Bülach, dem Verein BülachKultur und dem
«Wochenspiegel»
zu
bedanken. Ich werde
auch 2016 die Kulturseite gestalten und das
kulturelle Geschehen in
Bülach begleiten. Gern
richte ich hier einen
Appell an alle kulturell
Tätigen, ihre Aktivitäten zu melden, und
zwar so rechtzeitig,
dass ich das Publikum
darauf
aufmerksam
machen kann. Die Kulturseite erscheint ab 6.
Januar alle 14 Tage,
Redaktionsschluss
ist
eine Woche vorher.
Friedel K. Husemann
Schweizer
Bio-Christbäume
das Naturprodukt aus
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frisch geschnitten
grosse Auswahl an sehr schönen Tannen
verschiedener Sorten in allen Grössen
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Unsere Verkaufsplätze:
Kloten: Dorfstrasse 71 ab 12. Dezember
Mo bis Fr, 9 – 18 Uhr, Sa, 9 – 16 Uhr
So, 10 – 16 Uhr
Kloten: Rankstrasse 90
bei Fam. A. Spaltenstein
ab 16. Dezember, Mo bis Fr, 9–12 Uhr
und 14–19 Uhr, Sa 9–19 Uhr
So, 12–16 Uhr, auch selber schneiden möglich
Bassersdorf: Neuer Dorfplatz
ab 16. Dezember
Rümlang:
Gemeindehaus, Glattalstrasse 201
ab 17. Dezember
Embrach: bei Methodistenkapelle
(Nähe Post), ab 15. Dezember
Niederglatt: Kaiserstuhlstrasse 17
Puurelädeli Schuppisser, ab 17. Dezember
alle: Mo bis Fr, 9 – 12 Uhr, 14 – 18 Uhr
Sa, 9 – 16 Uhr
Glattpark (Opfikon): beim Autobahndamm am See, 19. – 23. Dezember
Stadel: bei Familie Bleuler-Lang
Rothenbrunnenstrasse 20
ab 17. Dezember täglich 9 – 17 Uhr
Fam. A. Spaltenstein, Tannenhof
Rankstrasse 90, Kloten
www.christbaum-spaltenstein.ch
Wochenspiegel
H I N TE R G R U N D
Nr. 51
16. Dezember 2015
11
Als die Bezeichnung «Kohlendreieck» noch Sinn machte. Das Foto stammt aus den 1930er-Jahren. Heute führt hier die Kohlendreieckbrücke durch als Teil der Durchmesserlinie beim HB.
Von SBB-Trouvaillen wie dem Schipkapass
Der eben erschienene Bildband «Die SBB unserer
Grosseltern» thematisiert
auch den legendären
Schipkapass im Zürcher
Unterland und die Spezialzüge im Zweiten Weltkrieg.
Lorenz Steinmann
Der nicht nur für Eisenbahnfanatiker
interessante Bildband beleuchtet die
wechselvolle SBB-Zeit zwischen 1925
und etwa 1960. Weitsichtig wurde
fast das ganze Streckennetz elektrifiziert, trotz Kriegwirren fand ein internationaler Rollmaterialaustausch
statt, und technische Innovationen
machten Furore.
In rühriger Fronarbeit hat die
Ortsgeschichtliche Kommission des
Stadtzürcher Quartiervereins Aussersihl-Hard den zweiten Band von «Die
SBB unserer Grosseltern» herausgebracht. Die Buchvernissage mit eigens gedruckten Kartonbilletten und
viel Eisenbahnprominenz wurde im
Landgasthof Rössli in Illnau abgehalten. Warum nicht in Zürich? Darauf
angesprochen, sagen die beiden Mitautoren Max Peter und Bruno
Würgler, das Interesse Zürichs an so
einem Bahnevent sei nicht eben sehr
gross gewesen. Seis drum. Mehrere
hundert Gäste nahmen im eisenbahnaffinen «Rössli» teil, und es ist
anzunehmen, dass der vorgestellte
zweite Band ähnlich erfolgreich sein
wird wie der 2012 erschienene erste
Band. Von jenem wurden immerhin
gegen 1000 Exemplare verkauft.
Die heute verkrautete Strecke bei Oberhasli. Sie führte von Niederglatt
nach Otelfingen. Aus dem Fahrplan getilgt wurde sie schon 1937.
Letzte Fahrt der Dampflokomotive C5/6 mit Güterwagen im Jahr 1966
Fotos: aus dem Buch «Die SBB unserer Grosseltern»
über den Schipkapass.
Türkisch-russischer Krieg
Dem legendären Schipkapass wird
ein höchst informatives Kapitel gewidmet, welche das innige Verhältnis
der Schweiz zu ihrer Eisenbahn aufzeigt. Das damalige Eisenbahngesetz
verlangte, dass Güter über die kürzeste Strecke transportiert werden
mussten. Darum baute die damalige
Nordostbahn eine Bahnline, die via
Niederglatt und Otelfingen Winterthur mit Bülach und Baden verband.
In der Blütezeit um 1880 entstand
Generalszug mit Splitterschutzwagen der Deutschen Reichsbahn. Die um- Die Strecke mit dem Schipkapass hatte ihre Scheitelstelle beim Bösbuck
gebauten Güterwagen wurden von Deutschland gemietet.
auf 475 m ü. M. – der Ausschnitt stammt aus der Dufour-Karte von 1912.
auch der Name Schipkapass, eine
Kombination aus Betriebstechnik und
damaliger Tagesaktualität. Es tobte
der Türkisch-russische Krieg im Gebiet des bulgarischen Schipkapasses.
Und weil bei der Zürcher Strecke neben der Zuglokomotive auch eine
Schiebelokomotive zum Einsatz kam,
wurde aus dem Schiebe-Pass bald
der Schipkapass. Doch die Passagierzahlen waren schon immer tief, und
so wurde die Linie 1937 aus dem
Fahrplan getilgt. Die nie elektrifizierte Strecke wurde bis 1966 noch für
seltene Gütertransporte genutzt. Seither liegt sie brach und ist teilweise
abgebrochen. Ein weiteres Kapitel
beleuchtet den Zweiten Weltkrieg mit
zwei Kommandozügen für den General und einem Kriegspressezug. Als
Splitterschutz wurden dafür umgebaute Güterwagen von der Deutschen
Reichsbahn gemietet. Zum Glück
kam es nie zu einem Ernstfall.
Band II: Die SBB unserer Grosseltern – eine Spurensuche; Format 21 x 27 cm, 248
Seiten, 170 Abbildungen, in Farbe. Preis
inkl. Porto und Verpackung: 60 Franken
Bestellungen möglich via www.ogk. qrv.ch
oder Max Peter, Bücherdienst, Feldstrasse
115, 8004 Zürich, Tel. 044 241 35 02. EMail [email protected] Erhältlich ist
weiterhin auch der Band I der SBB-Geschichte.
12
Wochenspiegel
Nr. 51
16. Dezember 2015
Wochenspiegel
AU TO M O B I L
Nr. 51
16. Dezember 2015
13
Lexus RX ist ein SUV mit Ecken und Kanten
Der Lexus RX war das erste
Hybrid-SUV und ist nach
wie vor der Topseller
von Toyotas Edeltochter.
Die neue Generation ist
nun auch von aussen
elektrisierend.
238 PS und soll sich mit 8 Litern begnügen.
Es stehen fünf Ausstattungsvarianten zur Wahl – für die Schweiz besonders bedeutend wird die Version
F-Sport sein, die mit exklusiven Gestaltungsmerkmalen und adaptivem
Fahrwerk ausgerüstet ist.
Wir fuhren beide Motorisierungen
rund um Lissabon, und beide konnten auf ihre Weise überzeugen. Der
Turbobenziner im 200t läuft in Kombination mit einer Sechsstufenautomatik geschmeidig und beschleunigt
das leer über zwei Tonnen wiegende
SUV in 9,5 Sekunden auf Tempo 100.
Die Hybridversion 450h ist freilich
deutlich schwerer (bis 2275 Kilogramm) und beschleunigt in 7,7 Sekunden auf 100 Stundenkilometer.
Beide Modelle sind, wie man es
von Lexus kennt, sehr gut schallisoliert – der Benziner im Hybridmodell
kann jedoch wegen des stufenlosen
CVT-Getriebes zuweilen etwas störend aufheulen.
Dave Schneider
Es läuft bei Lexus. In Europa und
auch in der Schweiz zwar auf bescheidenem Niveau, aber es geht vorwärts. Global wird die Toyota-Tochter
das Jahr mit einem Plus von etwa 10
Prozent und über 600 000 verkauften
Einheiten abschliessen; in Europa
werden es immerhin über 60 000
Fahrzeuge und ein Zuwachs von geschätzten 23 Prozent sein. Die
Schweiz trägt dazu allerdings nicht
allzu viel bei: 2014 verkaufte Lexus
hierzulande 853 Autos, dieses Jahr
sollen es über 1000 werden, bis 2020
peilen die von Emil Frey importierten
Japaner 2000 Einheiten jährlich an.
Jeder dritte der weltweit verkauften Lexus ist ein RX – seit seiner Einführung 1998 (in Europa ab 2000)
wurden über 2,2 Millionen des SUV
verkauft. Der Topseller erhielt allerdings vom neuen, aufregend gestalteten NX eine starke Konkurrenz. Nun
wurde diese neue Designsprache
auch auf den RX übertragen.
Kein sportlicher Kurvenkünstler
Ein Hauch von Origami-Kunst: Der neue Lexus RX ragt mit seinem Design aus der SUV-Masse heraus.
Foto: zvg.
Schöner Innenraum
Ein riesiger, chromumrandeter Grill
in Sanduhrform ist das dominanteste
Element dieser neuen Gestaltungssprache. Er geht über in eine stark
modellierte Motorhaube, daneben
sind flache LED-Scheinwerfer mit einem markanten Tagfahrlicht-Lidstrich. Die Karosserie des neuen RX
ist etwas weniger zerklüftet geformt
als beim NX, wirkt aber mit den markanten Sicken, den konvexen und
konkaven Partien und den Zickzackformen recht verspielt. Komplett eigenständig ist die über die C-Säulen
bis zur Heckklappe gezogene Fens-
terlinie. Der Innenraum ist eine Augenweide. Der Wählhebel für die Automatik hat endlich einen eleganten
Platz, wenn auch noch mit althergebrachter Kulisse, die verbauten Materialien – Leder, Aluminium, Kunststoffe, Hölzer – sind gewohnt hochwertig, die Verarbeitung wirkt detailverliebt und solide. Auch das Bedienteil für die Klimaanlage wirkt nun einigermassen modern und nicht mehr,
als würde es aus den 80er-Jahren
stammen. Über allem ragt ein riesiger Bildschirm, der nach wie vor von
einer Art Computer-Maus bedient
wird. Das ist Geschmackssache – wir
sind von diesem Prinzip nach wie vor
keine Fans, weil es zu viel Aufmerksamkeit vom Fahrer erfordert.
Hybridantrieb ist gefragt
Die Antriebspalette in Europa ist sehr
überschaubar: Ein Grossteil der
Fahrzeuge wird mit dem bewährten
Hybridantrieb ausgestattet sein, ein
kleinerer Teil der Kundschaft wird
den 2-Liter-4-Zylinder-Turbobenziner
wählen, der hierzulande ausschliesslich mit Allrad angeboten wird; Lexus
Schweiz rechnet mit lediglich zehn
Prozent dieser Variante.
Ausserhalb Westeuropas gibt es
zudem die Version RX 350 mit 3,5Liter-V6-Benziner, ein Diesel fehlt
weiterhin. Das Hybridmodell RX
450h wird von einer Kombination
aus 3,5-Liter-V6-Benziner und zwei
Elektromotoren über alle vier Räder
angetrieben. Die Systemleistung wurde auf 313 PS gesteigert, der Normverbrauch gemäss NEFZ leicht auf
5,3 Liter pro 100 Kilometer gesenkt
(122 Gramm CO2 pro Kilometer). In
der Realität wird es klar mehr sein.
Das reine Benzinmodell 200t leistet
Das Fahrwerk ist ebenfalls typisch
Lexus: grundsätzlich betont komfortabel, in letzter Zeit jedoch gemixt
mit einem Schuss sportlicher Straffheit. Erstmals hat der RX aktive Stabilisatoren, die Wankbewegungen reduzieren. Ein Kurvenkünstler ist das
SUV dennoch nicht, doch das muss
ein solches Fahrzeug ja auch nicht
sein. Aufgefallen sind uns ausserdem
das gute Platzangebot im Fond, die
enorm hohe Ladekante des ordentlich grossen Kofferraums (539 bis
1612 Liter) und die leider nicht ebene Ladefläche, die nach dem (sehr
langsamen) elektrischen Umklappen
der Rücksitze entsteht. Die ebenfalls
elektrisch betätigte Heckklappe soll
automatisch öffnen, wenn man mit
der Hand vor dem Logo wedelt, was
bei unseren Versuchen jedoch nicht
funktionierte.
Der neue Lexus RX kommt im Januar auf den Markt und kostet ab
62 600 (200t) respektive 69 900 Franken (450h).
Dickes Ding: Audi erfindet sein Premium-SUV Q7 neu
Lenker in ihrer hohen Sitzposition
reichlicher als andernorts. Das Bedienungskonzept hat aber teilweise
seine Tücken und braucht etwas Zeit,
bis es wirklich vertraut ist. Serienmässig eingebaut sind beispielsweise
die Warnung vor drohenden Kollisionen mit andern Fahrzeugen oder
Fussgängern, die im automatisch eingeleiteten Bremsprozess mündet, ein
einstellbarer
Geschwindigkeitsbegrenzer oder die Pausenempfehlung.
Der Q7 hat massiv abgespeckt und trotzdem
zugelegt. Das Raum- und
Platzangebot bleibt ungeachtet der bescheideneren
Aussenmasse in dieser Klasse das Mass aller Dinge.
Peter Lattmann
Das Motorenangebot der zweiten Generation des Q7 beschränkt sich
nämlich zunächst auf den DreiliterTurbodiesel mit 272 PS und den aufgeladenen Dreiliter-Benziner mit 333
PS. Wer etwas geduldiger ist und seine Finanzkraft vorerst anderweitig
unter Beweis stellen will, kann auf
die Dieselvariante mit 218 PS oder
auf die Dieselhybridversion (e-tron)
mit 373 PS warten.
Gutes Preis-Leistungs-Verhältnis
Trotz jüngsten Zweifeln bleibt der
starke Turbodiesel die schärfste Waffe im direkten Vergleich mit den
wichtigsten deutschen Konkurrenten,
dem BMW X5, dem Mercedes-Benz
GLE oder gar dem viel teureren Porsche Cayenne.
Dass sich die VW-Nobelmarken
auf höchster Ebene duellieren dürfen, ist nicht neu. Sie machen das
auch bei den 24 Stunden von Le
Mans und den übrigen Läufen der
Basispreis 82 900 Franken
300 Kilogramm leichter ist der Q7 der zweiten Generation.
Langstrecken-Weltmeisterschaft, die
Porsche erstmals wieder für sich entschieden hat. Bei den Premium
Sports Utility Vehicles – eine klare
markenübergreifende deutsche Definition lässt weiter auf sich warten –
sieht die Sache anders aus.
Mindestens im Bezug auf das
Preis-Leistungs-Verhältnis hat Audi
die Nase vorne. Der Q7 3.0 TDI mit
Quattro-Antrieb und Acht-Gang-Tiptronic garantiert mit einem maximalen Drehmoment von 600 Newtonmetern neben überzeugenden Fahrleistungen auch überdurchschnittliche
Verbrauchswerte. Wer weniger als 10
Liter Diesel verbraucht für 100 Kilometer, darf sich jedenfalls vorne
Fotos: zvg.
schätzen. Der hohe Konsum stört
deshalb nicht, weil die Konkurrenz in
diesem Bereich keineswegs zurückhaltender ans Werk geht. Das ungeachtet der dank Leichtbau eingesparten 300 Kilogramm immer noch zwei
Tonnen schwere SUV hat gewaltige
Kraftreserven, lässt sich aus dem
Stand in 6,3 Sekunden auf Tempo
100 beschleunigen, beeindruckt fast
noch mehr mit einem limousinenähnlichen Komfort und unterscheidet
sich damit deutlich vom Vorgänger.
Dank der enormen Ladekapazität
und der Variabilität sind viele Verwendungszwecke möglich. Vier oder
auch fünf Erwachsene haben dabei
keine Platzangst zu befürchten, bei
Bedarf wird der wuchtige Audi gegen
einen weiteren Aufpreis auch als Siebenplätzer ausgeliefert. Überragend
in seiner Klasse ist der Gepäckraum.
Das Ladevolumen kann durch das
Umklappen der Rückbank von 890
auf rekordverdächtige 2075 Liter erhöht werden. Für den Transport in
den Kindergarten oder andere Termine in der Stadt ist er aber trotz der
bescheideneren Proportionen immer
noch zu gross. 505 Zentimeter in der
Länge und 197 in der Breite finden
auch mit den modernsten Parkassistenten nicht überall Platz.
Willkommene Unterstützung von
der Technik erhalten die nur in solchen Situationen wirklich geforderten
Ans Portemonnaie geht es dagegen
mit den in den Paketen Parken,
Stadt, Tour, Sport und Informationen
gebündelten Optionen, zu denen weitergehende Sicherheits-, Informations-, Kommunikations- und Unterhaltungssysteme gehören. Zum Basispreis von 82 900 Franken, von
dem in der Schweiz ein sich verändernder Premiumbonus abgezogen
werden kann, sind auf diese Art
schnell einmal 40 000 Franken zusätzlich ausgegeben. Das Studium
der Preisliste ist deshalb fast so spannend wie die erste Ausfahrt mit dem
Audi Q7.
Der Sinn eines Premium-SUV mit
Allradantrieb und Dreilitermotor
kann hinterfragt werden. Die Faszination ist aber ungebrochen, und Audi hat den Vorteil, dass der Q7 als
harmonische Erscheinung und nicht
als Trutzburg daherkommt.
14
Wochenspiegel
Nr. 51
16. Dezember 2015
Wochenspiegel
ZÜRICH INSIDE
Ursula Litmanowitsch
E-Mail: [email protected]
Fast wie Zwillinge: Die beiden grossen Damen der Kochkunst und der
Mode, Irma Dütsch und Christa de Carouge (r.).
Die Schweiz in einem Kochbuch
Rezepte widmen
Die «beste Kösich typisch heichin
der
mischen ProdukSchweiz», Irma
ten und traditioDütsch, hat ein
nellen Schweizer
neues Buch lanSpeisen. Tatkräfciert. Bei der
tig
unterstützt
Vernissage und
bei der Buchgeeinladendem
staltung wurde
Brunch
hoch
die Sterneköchin
über Zürichs Dächern der Bahn- Hans-Jörg Dütsch (Mitte) mit René dabei von Mann
und Tochter.
hofstrasse
im R. Kamber und Urs Leber (r.).
Die grosse ModeRooftop-Restaurant über der Modissa traf eine illust- schöpferin Christa de Carouge und
re Gästeschar zusammen. Drunter Irma Dütsch (natürlich in «Christa de
auch zahlreiche Mitglieder der «Chaî- Carouge») sind seit 30 Jahren befreundet. Manche halten sie für Zwilne des Rôtisseurs».
«Ma Suisse» aus dem Thuner Ver- linge. Neulich habe man sie auf eilag Werd & Weber ist eine Hommage nem Flug als Madame de Carouge
an unser Land und eine kulinarische angeredet, erzählte Irma Dütsch laReise durch die Kantone. Über 60 chend.
Freundinnen (v.l.): Barbara Ullerich, Elena Hufschmid, Caroline Dütsch
Kubik und Christine Hassan.
Nr. 51
16. Dezember 2015
Sport-VIP im Leutschenbach
Die Fernsehzuschauer haben gewählt: Stan Wawrinka ist der
Schweizer Sport-Liebling des Jahres,
Triathletin Daniela Ryf machte das
Rennen bei den Frauen. Der Anmarsch der Sportprominenz im Leutschenbach war wiederum gross. Die
«Credit Suisse Sports Awards» vereinen stets eine starke Strahlkraft.
Und es sei auch immer wieder interessant, die Kolleginnen und Kollegen
im langen Abendkleid oder Smoking
zu sehen, meinte Kunstturnerin Giulia Steingruber.
Nach Langem wieder mal dabei
war Tenniscrack und Reiterin Martina Hingis, direkt aus Indien angereist: «In Hyderabad habe ich viele
Fans und musste für Hunderte von
Selfies herhalten.» Leider reichte es
ihr nicht für einen Award, aber gemeinsam mit Roger Federer will sie
jetzt nach Olympia-Gold greifen. Stets
gut gelaunt gab sich der sportaffine
alt Bundesrat Dölf Ogi: «Sport ist die
Grundlage für Frieden.» Stark vertreten war die Region Bülach mit den
beiden Spitzenathletinnen Nicola
Spirig und Sarah Meier. Beide sind
bei den «Sports Awards» sozusagen
«zu Hause».
Stan Wawrinka freut sich: Durch die Gunst des Fernsehpublikums ist er
Sportler des Jahres.
Aufgetaut: Sarah Meier und ihr
Schatz Jan van Berkel.
Für Sport und Frieden: Der frühere
Bundesrat Adolf Ogi.
Stahlhart: Nicola Spirig und ihr
Mann Reto Hug.
Der Seebacher Radstar Franco Marvulli als Laudator.
Bodenhaftung: Schwinger
Zweifachvater Chrigu Stucki.
Tenniskönigin Martina Hingis liebäugelt mit Olympia.
und
Tausend Rappen, die zählen und Jugendlichen helfen
Die HZ Hörmittelzentralen
AG führt noch bis zum
19. Dezember eine
grosszügige Aktion
durch: Für jeden Hörtest
spendet sie 1000 Rappen
an «Jeder Rappen zählt».
Die HZ Hörmittelzentralen AG versteht es, zu helfen: einerseits Menschen mit einem Hörverlust, andererseits Jugendlichen in Not. Für jeden
kostenlosen Hörtest, den ausgewiesene Akustiker der HZ Hörmittelzentralen AG im Zeitraum bis zum 19. Dezember durchführen, gehen 1000
Rappen an die Spendenaktion «Jeder
Rappen zählt.» Die Aktion von
Ausland, die Jugendlichen dabei helfen, wieder einen Halt im Leben zu
finden – nicht zuletzt durch berufliche Perspektiven.
Oft gehört: «Wie bitte?»
Kaum so gross wie ein Rappenstück: Hightech-Hörgeräte sind
trotzdem höchst leistungsstark.
Schweizer Radio und Fernsehen
(SRF) und der Glückskette erfolgt dieses Jahr zugunsten von Jugendlichen
und jungen Erwachsenen in Not. Die
Spenden dienen der Finanzierung
von Projekten in der Schweiz und im
15
Unzählige Zuhörerinnen und Zuhörer
verfolgen die Aktion live am Radio.
Doch viele davon haben Schwierigkeiten, zu verstehen, welche prickelnden Fragen Nik Hartmann seinen Interviewpartnern stellt. Oder
welche Musikwünsche in Erfüllung
gehen. Fachleute gehen davon aus,
dass in der Schweiz etwa eine Million
Menschen unter einem Hörverlust
leiden. Lebenswandel, Verletzungen,
Lärmbelastungen und schlicht der
normale Alterungsprozess strapazieren die Hörzellen, bei der Geburt
rund 18 000 pro Ohr, denn sie wachsen nicht nach. Der Alltag ist geprägt
von Missverständnissen, die Frage
«Wie bitte?» geht oft über die Lippen
– zu oft.
Dank modernster Technologie muss
man sich aber keineswegs mit diesen
Mühen und Nöten beim Hören/Verstehen abfinden: Die HZ Hörmittelzentralen AG sensibilisiert Menschen
für diese Problematik und zeigt modernste, diskrete Lösungen auf. An
über 30 Standorten in der Schweiz
bietet die Firma, die 1937 aus dem
Schweizer Schwerhörigenverein hervorging, kostenlose Hörtests an. Eine
solche Höranalyse, die nur etwa eine
Viertelstunde dauert, dokumentiert
das individuelle Hörvermögen und
offenbart allfällige Hörschwächen,
Publireportage
die mit dem passenden Hörsystem im
(Rappen-)Umdrehen passé sind. Viele
Kundinnen und Kunden staunen, wie
viel besser sie sofort hören und wie
leistungsstark die zeitgemässen Hörsysteme sind; zumal sie kaum grösser sind als eine Kaffeebohne – oder
ein Fünfrappenstück. Mit der Aktion
«Jeder Hörtest zählt» bietet sich nun
die Gelegenheit, sich selbst und Jugendlichen in der Not etwas Gutes zu
tun. Und Musik fortan wieder in vollen Klängen zu geniessen. (pd.)
Für jeden Gratis-Hörtest spendet die HZ
Hörmittelzentralen AG 1000 Rappen an
«Jeder Rappen zählt», zugunsten von Jugendlichen in Not. Die Spendenaktion findet bis zum 19. Dezember in der Hörmittelzentrale in Ihrer Nähe statt. Weitere Infos und Adressen unter Tel. 041 588 06 77
oder www.jeder-hörtest-zählt.ch.
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Wochenspiegel
Nr. 51
16. Dezember 2015
WWW
Wochenspiegel
Nr. 51
16. Dezember 2015
17
Rat & Rätsel
BUCHTIPP
Eine tödliche
Ahnung
London, an einem
klirrend
kalten
Neujahrstag. Detective Max Wolfe
ist entsetzt: In
einer
noblen
Wohnanlage
wurde die Familie Wood ermordet. Mit einer
Waffe, die sonst nur bei der
Schlachtung von Tieren zum Einsatz kommt: einem Bolzenschussgerät. Allein der jüngste Sohn
scheint verschont worden zu sein,
doch von ihm fehlt jede Spur. Hat
der Killer ihn in seiner Gewalt?
Max bleibt nicht viel Zeit. Seine
Ermittlungen führen ihn weit in
die Vergangenheit, zu einem
Mann, der vor 30 Jahren eine
Familie tötete, auf die gleiche
brutale Art. Doch der ist mittlerweile alt und sterbenskrank.
Trotzdem verbirgt er etwas, das
spürt Max – eine Ahnung, die ihn
ins Grab bringen wird, und zwar
buchstäblich …
Tony Parsons, Mit Zorn sie zu strafen. Bastei
Lübbe, 2015.
DER GUTE RAT
HOROSKOP
Kriegsspielzeuge sind keine guten Geschenke
Ich bin entsetzt und brauche Ihre
Hilfe. Schreiben Sie bitte in der Zeitung, dass Kriegsspielzeug für Kinder verboten werden soll. Vor drei
Wochen starben in Paris bei Terroranschlägen viele Menschen, auch
Kinder, im Kugelhagel von Pistolen
und Kalaschnikows. Nicht nur Erwachsene, auch Buben und Mädchen
im Schul- und Vorschulalter wurden
vor dem Fernsehapparat Zeugen von
extremer Gewalt an Mitmenschen.
Angst und Schrecken bleiben da im
Unbewussten hängen, werden kaum
verkraftet und richten nicht selten
viel später noch Unheil an. – Gestern
hatte ich den Wunschzettel meines
Göttibuben im Briefkasten, 8-jährig,
Zweitklässler, bisher unauffällig und
fröhlich. Und was wünscht er sich zu
Weihnachten von seiner Patin? Ein
Spielgewehr samt Munition für 80
Franken. Erhältlich in drei verschiedenen uns gut bekannten Geschäften. Mein sofortiges Telefon mit den
Eltern war ebenso enttäuschend. Ei-
«Waffen gehören in keines
Menschen Hände –
und ganz bestimmt nicht
in Kinderhände»
ne Nachfrage beim Spielwarenhändler hat ergeben, Zitat: «Nur Eltern
assoziieren Spielzeugwaffen mit
Kriegen, Gewalt und Verbrechen. Für
Kinder sind Spielzeugwaffen nicht
mit Tötungsabsichten verbunden,
sondern fungieren einfach als Spielzeuge.» Bisher glaubte ich, dass im
Elternhaus und in der Schule in erster Linie Höflichkeit, Rücksichtnahme und Nächstenliebe die Grundpfeiler sein sollten.
Da reden Sie mir aus dem Herzen. «Waffen gehören in keines Menschen Hände – und ganz bestimmt
nicht in Kinderhände» (Zitat des bekannten Spielzeugladen Pastorini,
der seit der Gründung im Jahr 1911,
keine Waffen verkauft). Es stimmt
zwar, dass jeder Mensch, jedes Kind,
mit seinen Aggressionen umzugehen
lernen muss. Aber da gibt es doch
andere, viel bessere Mittel: Wettkämpfe, Sport, Theaterspielen, Pfeilwerfen, Schwimmen, Tanzen, Basteln, Hämmern, Trommeln und für
die Kleinen Kasperlispielen, Purzelbaumschlagen, Teppichklopfen, Zeitungen zerreissen, Seifenblasen zum
Fenster hinaus werfen und – am
wichtigsten – mit den Eltern besprechen, was der Grund des Ärgers ist.
Béatrice Petrucco,
dipl. Psychologin, Kloten
KREUZWORTRÄTSEL
Sichtbare und
unsichtbare Macht
Wer hat wie
viel Macht in
der
Schweiz?
Wer nimmt seinen
Einfluss
wie wahr? Und
welche
Rolle
spielt dabei das
Geld? Ueli Mäder analysiert das Zusammenspiel
wirtschaftlicher, politischer und
gesellschaftlicher Dynamiken. Er
untersucht, wie sich Macht konkret manifestiert und herrschaftlich etabliert. Im Fokus stehen die
Mechanismen der Macht, wie sie
sich nicht nur bei den grossen
Banken und Konzernen aufzeigen
lassen, sondern auch im Gewerbe
und bei den Gewerkschaften, in
Denkfabriken und Netzwerken, in
Medien sowie in Politik und Verwaltung. Nebst eigenen Beobachtungen und Datenanalysen führte
Ueli Mäder zusammen mit wissenschaftlichen Mitarbeiterinnen und
Mitarbeitern über 200 Gespräche
mit «machtkundigen» Fachleuten.
Das sind Menschen, die an Schalthebeln der Macht sitzen oder sassen, ebenso wie Leute, die sich
forschend mit der Frage befassen,
«wer die Schweiz regiert».
Ausserdem finden sich in diesem Band Fallstudien von Peter
Streckeisen über den Bankenstaat
und die Macht des ökonomischen
Denkens, von Ganga Jey Aratnam
über Rohstoffkonzerne, von Markus Bossert über den Gewerbeverband und von Gian Trepp über die
Neuorientierung der Nationalbank.
Ueli Mäder (1951) ist Professor
für Soziologie an der Universität
Basel und der Hochschule für Soziale Arbeit, seine Arbeitsschwerpunkte sind soziale Ungleichheit
und Konfliktforschung.
Die Lösung ergibt einen ehemaligen Schweizer Bankangestellten, der den Micro Scooter erfand.
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CH-8180 Bülach, T +41 44 577 40 40
Ueli Mäder, macht.ch, Geld und Macht in der
Schweiz. Rotpunktverlag, 2015.
Bülach
18
Wochenspiegel
Nr. 51
16. Dezember 2015
Veranstaltungen & Freizeit
Sonntagsverkauf
in Bülach
Bachs weiht seine Orgel
mit einem Konzert ein
Workshop zum
Thema Angst in Bülach
Am Sonntag, 20. Dezember, öffnen
die Bülacher Gewerbler ihre Türen.
Die Bevölkerung von Bülach und Umgebung ist eingeladen, von 12 bis 17
Uhr einzukaufen.
In den Bülacher Fachgeschäften
findet man alles, was das Herz begehrt. Die offenen Fachgeschäfte bieten der Kundschaft an diesem Sonntag eine tolle und kompetente Beratung. Man erhält ausgewählte Artikel,
die es nicht überall gibt. Edle Produkte, die einen selbst sowie den Beschenkten garantiert erfreuen. In den
meisten Geschäften herrscht Weihnachtsstimmung, wie auch in der
schön dekorierten Altstadt. Zudem
überraschen viele Geschäftsinhaber
ihre Kundschaft an den Sonntagsverkäufen mit kleinen Aufmerksamkeiten, Leckerem zum Essen und Trinken oder kleinen Geschenken. Das
Bülacher Gewerbe ist bereit, seine
Kundschaft zu verwöhnen. Die
verkaufsoffenen Geschäfte finden Sie
unter www.gewerbe-buelach.ch. (pd.)
Im letzten Jahr feierte die Kirche
Bachs ihr 300-jähriges Bestehen und
die Orgel ihren 50. Geburtstag. In
diesem Jahr konnte nun die Generalrevision der Orgel stattfinden. Der
Ausbau und die Reinigung der etwa
800 Pfeifen, der Ersatz vieler kleiner
Leder- und Leinwanddichtungen, die
Wiederherstellung der Windlade, der
Einbau eines «Halbzugs» eines Registers und schlussendlich die Intonation geben nun dem Instrument wieder seinen typischen farbigen Klang.
Mit einem Orgelkonzert am Sonntag, 20. Dezember, um 17 Uhr, gestaltet durch Andreas Jost, wird sie in einem gemischten, weihnachtlichen
Programm erklingen und wiedereingeweiht. Andreas Jost ist Organist
am Grossmünster Zürich und Professor für Orgelspiel an der Zürcher
Hochschule der Künste. Das Programm reicht von Bach und Buxtehude über Mozart, einem Improvisationswerk von Andreas Jost bis hin
zu J. J. Niles. (pd.)
Jeder kennt sie, keiner mag sie: Die
Angst, die einen befällt, begleitet,
hindert oder gar lähmt. Sie lässt
schlecht schlafen und hemmt den Tatendrang. Im Workshop an der Volkshochschule Bülach erfahren die Teilnehmer, welche Aufgabe die Angst
erfüllt und wie sie funktioniert. Es
wird in einer kleinen Gruppe gezeigt,
wie der Angst begegnet werden
kann, wie man wieder freier leben
kann und wieder handlungsfähig
wird. Der Kurs richtet sich exklusiv
an Frauen.
«Keine Angst vor der Angst»,
Workshop mit Charlotte Mächler,
Dipl. Kinesiologin IBS, Montag, 25.
Januar und 1. Februar, 19.30 bis
21.30 Uhr, 120 Franken (inkl. Kursunterlagen), Praxis für Kinesiologie
und EFT, Kasernenstrasse 15, Bülach. (pd.)
Foto: zvg.
Jugendmusik Bülach spielt
Die Jugendmusik Bülach lädt am Samstag, 19. Dezember, um 19.30 Uhr
in die reformierte Kirche in Bülach zum Gemeinschaftskonzert mit dem
Ökumenischen Kirchenchor Glattfelden Eglisau-Rafz (Glegra) und dem
Sängerbund Eglisau ein. Unter der Leitung von Janez Krt haben die rund
20 Musikanten und 70 Sänger und Sängerinnen ein abwechslungsreiches
Programm zusammengestellt. Begleitet werden die Chöre vom Organisten Dominik Krt. Begonnen wird mit «Conquest of Paradise» von Vangelis, dem dann ein bunter Weihnachtsstrauss mit vielen bekannten und
besinnlichen Weihnachtsliedern folgt. Das Konzertfinale bildet «All I
want for Christmas» von Mariah Carey. Eintritt frei, Kollekte. (pd.)
Anmeldung und Infos zu dieser und weiteren Veranstaltung unter Tel. 044 864 44
55 oder www.volkshochschule-buelach.ch,
[email protected]
Was, wann, wo – Tipps für Anlässe im Zürcher Unterland
Donnerstag, 17. Dezember
schläger, 044 850 45 43. Hauptbahnhof Zürich, Bahnhofplatz.
BACHENBÜLACH
Tenniskurse für Senioren 60Plus: Pro
Senectute Zürich bietet in Bachenbülach Tenniskurse für Senioren an. Die
Kurse werden von Lilo Gubelmann
und Ursula Schrepfer geleitet und beginnen am 11. Januar in der Tennishalle Ambiance. Gespielt wird am
Montagmorgen in Gruppen mit 3 bis
4 Teilnehmenden 8 Mal, jeweils 1
Stunde pro Woche. Möchten Sie wieder einsteigen, Ihre Kenntnisse auffrischen oder das Spiel erlernen?
Schläger können gemietet werden.
Infos und Anmeldung: Telefon 044
860 08 48 oder 044 860 53 90. Tennishalle Ambiance.
Freitag, 18. Dezember
BUCHBERG
20.15 Chränzli: Der TV Buchberg-Rüdlingen präsentiert sein Chränzli. Es
steht unter dem Motto «Tatort». Türöffnung und Festwirtschaft ab 18.30
Uhr. Nach dem Programm Tanz und
Barbetrieb. Wer zu fünft im Vereinstenü kommt, kann gratis ans Chränzli. Platzreservation unter 079 822 20
56. Mehrzweckhalle.
WASTERKINGEN
18.30–20.30 Christbaumverkauf: Dorfhuus.
Samstag, 19. Dezember
BÜLACH
9.30–18.00 Ausstellung: Zu sehen sind
Bilder von Barbara Baumgartner,
Christa Kronig und Gabriele Spögler.
Öffnungszeiten: Dienstag bis Freitag
9.30–12.30 und 14–18 Uhr, Samstag
9.30–16 Uhr. Die Ausstellung dauert
bis 11. Januar. Petras Ideen-Boutique, Galerie Schneider, Bahnhofstrasse 6.
Proben zu «Chrampf im Altersheim» des Dramatischen Vereins Stadel.
Aufführungen ab 16. Januar. Vorverkauf: www.theaterstadel.ch. Foto: zvg.
19.30 Partnerschieber mit zugelostem
Partner: Partnerschieber mit zugelos-
ZÜRICH
9.30 Wanderung auf dem Zugersee-Pano-
tem Partner: Eine vorherige Anmeldung ist nicht nötig. Restaurant Kaserne, Kasernenstrasse 129.
ramaweg: Abfahrt ab Zürich HB 9.35
Uhr nach Walchwil. Die Naturfreunde
Kloten wandern ab Walchwil via Räbmatt, Schönegg nach Zug (3½ h). Verpflegung aus dem Rucksack und Restaurant in Zug. Info bei Margret Hör-
BUCHBERG
20.15 Chränzli: Der Turnverein Buchberg-Rüdlingen
präsentiert
sein
Chränzli. Es steht unter dem Motto
«Tatort». Türöffnung und Festwirtschaft ist ab 18.30 Uhr. Nach dem
Programm Tanz und Barbetrieb. Wer
zu fünft im Vereinstenue kommt,
kann gratis ans Chränzli. Platzreservation unter 079 822 20 56. Mehrzweckhalle.
BÜLACH
9.30–18.00 Ausstellung: Zu sehen sind
Bilder von Barbara Baumgartner,
Christa Kronig und Gabriele Spögler.
Öffnungszeiten: Dienstag bis Freitag
9.30–12.30 und 14–18 Uhr, Samstag
9.30–16 Uhr. Die Ausstellung dauert
bis 11. Januar. Petras Ideen-Boutique, Bahnhofstrasse 6.
19.30 Weihnachtskonzert: :Konzert der
Jugendmusik Bülach zusammen mit
dem Ökumenischen Kirchenchor
Glattfelden Eglisau Rafz und dem
Sängerbund Eglisau. Begleitet werden die Chöre vom Organist Dominik
Krt. Der Eintritt ist frei. Reformierte
Kirche, Hans-Haller-Gasse 4.
HOCHFELDEN
13.00–18.00 Weihnachtsmarkt: Zahlreiche Dorfvereine, Hobbykünstlerinnen
und Hobbykünstler bieten ihre Werke
zum Verkauf an, und auch an Verpflegungsmöglichkeiten wird es nicht
fehlen. Organisation: Event-Team
Hochfelden.
14.00–16.00 Christbaum-Verkauf: Die
Bäume stammen aus dem Forst von
Hochfelden. Werkgebäude.
Fortsetzung auf Seite 19
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Samstag, 19. 12. 15, offen von 9.00 bis 17.00
Sonntag, 20. 12. 15, offen von 11.00 bis 16.00
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Nussbaumen bei Bülach.
Es werden schöne Rottannen, Nordmanntannen und
Blaufichten aus eigenem Bestand angeboten.
Wochenspiegel
Veranstaltungen & Freizeit
Musikalische
Adventsfeier in Rorbas
Der Chor Keep in Touch aus Embrach lädt zu einer musikalischen
Adventsfeier ein. Lieder rund ums
Thema Weihnachten sorgen am 20.
Dezember um 17 Uhr im Steigwiessaal Rorbas für ein stimmungsvolles
Konzert.
Moderne, anspruchsvolle Werke
mit tiefgründigen Texten, rockige
Ohrwürmer und traditionelle, englisch gesungene Weihnachtslieder
stimmen das Publikum auf das hohe
Fest ein.
Gespannt sein darf man auf eine
Eigenkomposition des Profi-Dirigenten und Pianisten Richard Secrist.
Kaffee und Getränke sowie selbst gebackene Kuchen und Guetzli gibt es
an der Bar. Sie ist vor und nach dem
Konzert und während der Pause geöffnet. (pd.)
Tickets können auf www.chorkeepintouch.
ch oder unter 075 416 89 75 bestellt werden. Die Abendkasse öffnet eine Stunde
vor Konzertbeginn.
Foto: zvg.
Turnerchränzli in Buchberg
Der Turnverein Buchberg-Rüdlingen führt am Freitag, 18 Dezember, sowie am Samstag, 19. Dezember, sein Turnerchränzli in der Mehrzweckhalle Buchberg auf. Türöffnung ist jeweils um 18.30 Uhr. Ab diesem
Zeitpunkt ist auch die Festwirtschaft in Betrieb. Nach den Vorführungen
ist jedermann zum Tanz eingeladen. Platzreservationen unter 079 822
20 56. Weitere Infos: www.tvbuchberg-ruedlingen.ch. (pd.)
Tipps für Anlässe im Zürcher Unterland
Fortsetzung von Seite 18
NUSSBAUMEN
9.00–17.30 Gschänklimärt: Viele selbst
gemachte Geschenke, Attraktionen,
Bräteln an Finnenkerzen sowie
Christbaumverkauf. Hinter dem Restaurant Sternen
Sonntag, 20. Dezember
BÜLACH
12.00–17.00 Sonntagsverkauf: Fachgeschäfte sind offen. Zudem überraschen viele Geschäftsinhaber ihre
Kundschaft mit kleinen Aufmerksamkeiten oder kleinen Geschenken. Die
verkaufsoffenen Geschäfte sind unter
www.gewerbe-buelach.ch zu finden.
Städtli.
dem Höriberg mit der reformierten
Pfarrerin Béatrice Heller-Wessa und
Markus Vogel (katholisch). Der Posaunenchor Bülach unter der Leitung
von Niklaus Haslebacher untermalt
die Feier musikalisch. Im Anschluss
gibt es Punsch und den Höristern.
Höriberg (Alte Waldhütte).
RORBAS
17.00 Musikalische Adventsfeier: Lieder
rund ums Thema Weihnachten des
Chors Keep in Touch aus Embrach.
Tickets können unter www.chorkeepintouche.ch oder telefonisch unter
075 416 89 75 bestellt werden. Die
Abendkasse öffnet eine Stunde vor
Konzertbeginn. Steigwiessaal, Zilacherstrasse.
Dienstag, 22. Dezember
EGLISAU
11.00–17.00 Gschänklisunntig: Die Geschäfte sind geöffnet. Städtli.
HÖRI
16.00 Waldweihnacht: Traditionelle
ökumenische Weihnachtsfeier auf
Erscheint 1-mal wöchentlich, am Mittwoch
Normalauflage: 36 116 Exemplare
Grossauflage: 70 205 Exemplare (jeweils am
letzten Mittwoch im Monat)
Jahresabonnement: 90 Franken
Anzeigenschluss: Freitag, 10 Uhr, AgendaEinträge: Freitag der Vorwoche, 10 Uhr
Verlag: Wochen-Spiegel Verlags AG, ein
Unternehmen des Medienhauses Lokalinfo
AG, Zürich
Geschäftsleitung: Liliane Müggenburg,
Tel. +41 44 913 53 33,
E-Mail [email protected]
Redaktionsleiter: Andreas J. Minor, Tel.
+41 44 913 53 30, E-Mail [email protected]
Redaktion: Daniel Jaggi, Tel. +41 44 863 72 11,
E-Mail [email protected] Flavio Zwahlen, Tel.
+41 44 863 72 05, E-Mail [email protected]
Verkaufsleitung: Bruno Imhof,
Tel. +41 44 863 72 04, E-Mail [email protected]
Anzeigenberatung: Malaporn Schori,
Tel. +41 44 863 72 08, [email protected],
Antoinette Stiefel, Tel. +41 44 863 72 03,
[email protected], Susanne Hogg,
Tel. +41 44 863 72 02, [email protected]
Beat Roth, Tel. +41 44 863 72 07,
[email protected]
Anzeigenverwaltung: Corinne Schelbli,
Tel. +41 44 913 53 62,
[email protected]
Produktion: AZ Verlagsservice AG, Aarau
Druck: St. Galler Tagblatt AG, St. Gallen-Winkeln
Adresse: Wochen-Spiegel Verlags AG,
Feldstrasse 82, 8180 Bülach,
Tel. +41 44 863 72 00, Fax +41 44 863 72 01,
E-Mail [email protected], www.wochenspiegel.ch
BÜLACH
9.30–18.00 Ausstellung: Zu sehen sind
Bilder von Barbara Baumgartner,
Christa Kronig und Gabriele Spögler.
Öffnungszeiten: Dienstag bis Freitag
9.30–12.30 und 14–18 Uhr, Samstag
9.30– 6 Uhr. Die Ausstellung dauert
bis 11. Januar. Petras Ideen-Boutique, Galerie Schneider, Bahnhofstrasse 6.
KLOTEN
18.00 Waldweihnacht: Die Naturfreunde Kloten sowie die reformierte und
die katholische Kirche organisieren
einen Gottesdienst mit musikalischer
Umrahmung der Stadtmusik im Wald
hinter dem Schluefweg in Kloten. Info
bei Stefan Pletscher, 044 803 07 34.
Kloten.
Donnerstag, 24. Dezember
BACHS ZH
22.15 Christnachtfeier: Mit Pfarrerin
Gerda Wyler. Musikalische Gestaltung: Paul Haemig, Flöte, Roxana Osterwalder, Violine, Midori Dummermuth, Gitarre. Ref. Kirche Bachs.
WASTERKINGEN
13.45–14.10 Weihnachtskonzert: Musikverein Stetten-Bergöschingen. Bei
der Kirche.
Nr. 51
16. Dezember 2015
19
20
Wochenspiegel
Nr. 51
16. Dezember 2015
SCHLUSSPUNKT
Rafzer Solaranlage bekommt Gütesiegel
Die Photovoltaikanlage
auf der Saalsporthalle
in Rafz ist die erste
zertifizierte Anlage in
der Schweiz. Die Freude
bei den Genossenschaftern
war entsprechend gross.
Daniel Jaggi
Die Idee des Rafzers André Fröhlicher hat inzwischen nationale Ausstrahlung: Er war es, der Gemeindepräsident Jürg Sigrist vorschlug, auf
dem Dach der damals geplanten
Saalsportanlage eine Photovoltaikanlage zu installieren. Inzwischen ist
die Anlage realisiert und wird von
der kürzlich gegründeten Genossenschaft SolarRafz betrieben. 636 Panels auf 1000 Quadratmeter erzeugen jährlich 150 000 kWh Strom.
Diese Menge reicht aus, um 40 Vierpersonenhaushalte zu versorgen. Am
Freitag erhielt Genossenschaftspräsi-
«Ein Freudentag»: Initiant André
Fröhlicher.
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dent Beat Hauser aus den Händen
von Electrosuisse-Leiter Fritz Beglinger das Swiss VP-Zertifikat. Damit
entspricht die Rafzer Anlage einem
geprüften Qualitätsstandard. Das Label wurde erstmals vergeben.
Zusammenarbeit gelobt
«Ein Freudentag», sagte Initiant André Fröhlicher bei seinem kurzen
Rückblick, während SolarRafz-Präsident Beat Hauser unterstrich, dass
das Projekt ohne Fröhlicher und die
gute Zusammenarbeit mit dem Rafzer Gemeinderat nie möglich geworden wäre. Auch Franz Baumgartner,
Professor für erneuerbare Energien
an der ZHAW, erinnerte daran, wie
wichtig Leute seien, «die ein Projekt
anschieben». Alt Nationalrat Thomas
Maier (GLP, Zürich), selber Besitzer
eine Photovoltaikanlage, mahnte ferner, dass Erdöl auch ein wichtiger
Werkstoff sei: «Doch wir verbrennen
ihn einfach.»
Mehr unter www.solarrafz.ch.
Fritz Beglinger von Elektrosuisse überreicht SolarRafz-Präsident Beat Hauser (r.) das Zertifikat.
«Es braucht initiative Leute»: Pro- Lobende Worte für Rafzer Gemein- Stolz auch auf eigene Solaranlage:
fessor Franz Baumgartner.
depräsident Jürg Sigrist.
Alt Nationalrat Thomas Maier.
Fotos: Daniel Jaggi
«Prüfung bestanden»: Peter Arnold
von Elektrosuisse.