S S / 2014), Heft 1, S. 167-183
© Lucius & Lucius, Stuttgart
Aus dem Archiv
Johannes F. K. Schmidt
Der Nachlass Niklas Luhmanns – eine erste Sichtung:
Zettelkasten und Manuskripte*
1. Einleitung
Der umfangreiche wissenschaftliche Nachlass Niklas Luhmanns lässt den
Autor und sein Theoriegebäude diesseits seiner publizierten Werke sichtbar werden. Dieser Informationsgehalt gilt insbesondere für das Zentrum
der Luhmannschen Theoriearbeit: den Zettelkasten. Die zwischen 1951 und
1996 entstandenen Aufzeichnungen dokumentieren die Theorieentwicklung
Luhmanns auf eine einzigartige Weise, so dass man die Sammlung auch als
seine intellektuelle Autobiographie verstehen kann. Darüber hinaus verfügt
der Zettelkasten über eine spezifische Ordnungsstruktur, die ihn nicht nur zu
der für Luhmann unverzichtbaren Theorieentwicklungs- und Publikationsmaschine werden ließ, sondern auch wissenschaftsgeschichtlich interessant
macht. Daneben umfasst der Nachlass über 150 nichtpublizierte Manuskripte
von teils erheblichem Umfang. Insbesondere die früh entstandenen Texte aus
den 1950er und 1960er Jahren zu staats- und verwaltungswissenschaftlichen
Themen sowie die ersten Manuskripte zu einer soziologischen Theorie lassen die intellektuellen Wurzeln der Luhmannschen Theorie deutlich werden.
Herausragend sind darüber hinaus die vier umfangreichen Fassungen der
Gesellschaftstheorie, die Luhmann zwischen 1965 und 1990 erstellt hat und
die die Entwicklung seines Denk- und Begriffskosmos bis zur dann tatsächlich veröffentlichten Version von 1997 auf exemplarische Weise nachzeichnen.
Ähnliches gilt auch für die im Nachlass vorhandenen umfangreichen Vorlesungsskripte zu diversen Themen, die Luhmann nicht nur als Didaktiker
sichtbar werden lassen, sondern auch seine Form der ersten Annäherung an
neue Forschungsfelder veranschaulichen.
* Niklas Luhmann wurde 1968 als erster Professor an die neugegründete Universität Bielefeld berufen und lehrte dort bis zu seiner Emeritierung 1993 an der Fakultät für Soziologie. Im Jahr 2010 hat die Universität Bielefeld mit Unterstützung der Alfried Krupp von
Bohlen und Halbach-Stiftung sowie des Stifterverbandes für die Deutsche Wissenschaft
Luhmanns wissenschaftlichen Nachlass erworben, um ihn der Forschung zugänglich zu
machen. Dieses Vorhaben wird seit Anfang 2015 durch ein von der Nordrhein-Westfälischen
Akademie der Wissenschaften und der Künste finanziertes Forschungsprojekt umgesetzt
(s. niklas-luhmann-archiv.de).
1
2.
Johannes F. K. Schmidt
Der Zettelkasten1
Die Grundlage für die universal orientierte Theorie und die Vielzahl der Publikationen Luhmanns zur Lebzeit bildete ohne Zweifel die spezifische Technik der Verzettelung, mithilfe derer er bereits seit Anfang der 1950er Jahre
die Ergebnisse seiner exzessiven und interdisziplinär breit angelegten Lektüre
systematisch organisiert hat (s. Luhmann 1981). Luhmann selbst bezeichnete
den Zettelkasten einerseits als ein ›Denkwerkzeug‹, das es ihm erst ermögliche, in einer strukturierten, auf Zusammenhänge hin orientierten, Differenzen einkerbenden Art und Weise zu denken (Zettel 9/8g)2. Andererseits
sei der Zettelkasten ein »Zweitgedächtnis« (9/8,2), das kein einfaches Wissensarchiv darstelle. Vielmehr sei er eine »Klärgrube« (9/8,a2), da »[a]lle arbiträren Einfälle, alle Zufälle der Lektüre« (9/8j) eingebracht werden können,
über deren Informationsgehalt erst im Nachhinein und durch die interne Anschlussfähigkeit entschieden werde; dem korrespondiert eine Ablage der Zettel nach dem »multiple storage«-Prinzip (9/8b2), wobei es wesentlich sei, dass
»man nicht auf eine Unmenge von Punkt-für-Punkt Zugriffen angewiesen
ist, sondern auf Relationen zwischen Notizen« (9/8b). Der Zettelkasten wird
so zu einem innovationsgenerierenden Mechanismus, der wie ein – allerdings
begrifflich und theoretisch instruierter – Zufallsgenerator wirkt, der systematisch zu nicht naheliegenden Gedanken führt.3 Aufgrund seiner Eigenkomplexität könne der Zettelkasten dadurch zu einem »Junior-Partner« (9/8,1) in
einem Kommunikationsprozess werden.
Der Luhmannsche Zettelkasten besteht aus sechs Holzkästen mit jeweils vier
Auszügen sowie vier weiteren Karteikästen, in denen die Bibliographie, die
Luhmann größtenteils separat vom eigentlichen Kasten verwahrt hatte, versammelt ist.4 In jedem Auszug befinden sich zwischen 3000 und 3500 handbeschriebene Zettel im DIN-A-6-Format. Da Luhmann den räumlichen Umfang des Kastens gering halten wollte, benutzte er statt Karteikarten einfaches
und möglichst dünnes, häufig von ihm selbst – in etlichen Fällen aus bereits
auf der einen Seite benutzten DIN-A-4-Bögen – zugeschnittenes Papier. Ins-
1 Die folgenden Informationen basieren auf einer detaillierten Durchsicht der Sammlung. Im
Folgenden greife ich teilweise zurück auf eine erste Übersicht über den Inhalt des Zettelkastens, den ich im Luhmann-Handbuch gegeben habe (s. Schmidt 2012). Zum ideengeschichtlichen Kontext des Kastens vgl. auch Kaube 2009.
2 Die folgenden Zitate finden sich in einer kleinen Abteilung (9/8) des Zettelkastens, die
über den Zettelkasten reflektiert und die im Rahmen der Erstellung des Luhmannschen
Aufsatzes über die »Kommunikation mit Zettelkästen« (1981) entstanden sein dürfte (zur
Wechselwirkung von Zettelkasten und Publikation vgl. Schmidt 2012, 10f.).
3 Diese spezifische Technik der Wissensverwaltung harmonierte auf eine besondere Weise
mit der Theorie- und Begriffsarchitektur Luhmanns sowie dem von ihm präferierten heuristischen Instruments des (funktionalen) Vergleichs, der einen netzwerkartigen Zugriff auf
unterschiedliche Wissensbestände von vornherein nahelegt.
4 Die erste Durchsicht des Kastens hat ergeben, dass die Sammlung wohl weitgehend vollständig vorliegt.
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169
! "# $% &. 90.000 Zettel, die sich auf zwei weitgehend
getrennte Zettelsammlungen verteilen:
(a) eine frühe Sammlung (ZK I), die Einträge aus den Jahren 1951 bis ca. 1962
(mit sporadischen Einträge insbes. zum Themenkomplex Weltgesellschaft
noch bis 1973) auf ca. 23.000 Zetteln in 7 Auszügen versammelt. Diese Notizen beruhen auf primär auf verwaltungs- bzw. staatswissenschaftlicher,
organisationstheoretischer, philosophischer und (weniger) soziologischer
Lektüre Luhmanns und sind im Wesentlichen in der Zeit seiner Tätigkeit als
Rechtsreferendar in Lüneburg bzw. Oberregierungsrat im Kultusministerium
in Niedersachen erstellt worden.
(b) eine spätere Sammlung (ZK II), die in der Zeit von 1963 bis 1996 erstellt
worden ist und damit den Großteil der Luhmannschen Publikationsperiode
abdeckt. Sie ist durch einen eindeutig soziologischen Zugriff gekennzeichnet – was wohl auch der Grund dafür sein dürfte, dass Luhmann eine neue
Sammlung erstellt hatte, bei der die Zählung der Zettel wieder bei 1 beginnt.5
Diese Sammlung besteht 21 Auszügen mit insgesamt ca. 67.000 Zetteln.
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2.1
Zetteltypen
Im Luhmannschen Zettelkasten kann man folgende Zetteltypen unterscheiden:
(a) Notizzettel
Der Großteil der Sammlungen (ca. 75.000 Zettel) besteht aus solchen Zetteln,
auf denen Luhmann größtenteils inhaltliche Notizen aufgrund von Lektüreergebnissen, eigenen Überlegungen und Publikationsprojekten festgehalten
hat,6 wobei er bei der Lektüre nicht direkt in den Kasten exzerpierte, sondern die Zettel erst in einem zweiten Schritt auf Basis seiner Lektürenotizen
erstellte.7 Während die Aufzeichnungen insbesondere aus den 1950er und
60er Jahren häufig noch eher fließtextartige und enger am rezipierten Originaltext orientierte Einträge umfassen, werden die Notizen ab den 1970er
Jahren zunehmend thesenartiger und kompakter. Aus nutzungstechnischen
Gründen befinden sich die Notizen in der Regel nur auf den Vorderseiten der
Zettel, allerdings sind insbesondere im ZK II in einer größeren Zahl von Fällen auch die Rückseiten beschrieben: Bei ca. 150-200 Zetteln pro Auszug des
ZK II besteht ein direkter Bezug zur Zettelvorderseite (Verweise auf andere
Zettel, Literaturverweise, Notizergänzungen etc., die auf der Vorderseite kei5 Die hin und wieder zu lesende Vermutung, Luhmann sei im Zuge seines Amerikaaufenthalts Anfang der 1960er Jahre der Zettelkasten verloren gegangen, entbehrt also wohl jeder
Grundlage.
6 In wenigen Fällen findet man am Anfang von Themenblöcken auch eine einfache Auflistung von (zu lesender) Literatur.
7 Was wiederum bereits Auswirkungen auf die Lektüre hat: »man liest anders, wenn man auf
die Möglichkeit der Verzettelung achtet – nicht: Exzerpte!« (9/8d).
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Zetteln pro Auszug
handelt es sich um Einträge mit einem generellen Bezug zum Zettelkasten
(z.B. bibliographische Angaben, Exzerpte, einzelpublikationsbezogene Zettelsammlungen8). Da Luhmann aus Sparsamkeitsgründen Zettel häufig nach
einer ersten, anderweitigen Verwendung dann für die Zettelkastennotiz noch
einmal benutzt hat, befinden sich auf diversen Zettelrückseiten wissenschaftliche Notizen im Rahmen von Vortrags-, Vorlesungs- und Publikationsvorbereitungen etc., die aber keinen direkten Zusammenhang zum Zettelkasten
aufweisen.
(b) Bibliographische Angaben
Für den ZK I liegen zwei offensichtlich nacheinander angelegte Bibliographien
von knapp 2000 Titeln vor, bei denen Luhmann die einzelnen Titel alphabetisch nach Autorenname sortiert untereinander auf ca. 160 Zetteln notiert hat.
Bei dem ZK II ist er dann dazu übergegangen,9 eine Bibliographie zu erstellen,
bei der jede Quelle mit den entsprechenden Angaben auf einem separaten
Zettel notiert wird.10 Hier liegen ca. 15.000 Einträgen vor, hinzu kommen die
o. g. ca. 7000 bibliographischen Angaben auf den Zettelrückseiten. In ca. 35 %
der Zettel der regulären Bibliographie des ZK II befindet sich auf der Rückseite des jeweiligen Bibliographiezettels ein in der Regel nur stichwortartige
Notiz zu der entsprechenden Quelle, auf dessen Grundlage Luhmann dann
die Verzettelung vornahm.
(c) Schlagwortverzeichnis
Für den ZK I hat Luhmann ein Verzeichnis von Schlagwörtern mit ca. 1250
Einträgen erstellt, für den ZK II liegen vier aufeinander aufbauende Versionen
eines entsprechenden Registers vor, dessen letzte und umfangreichste Version
ca. 3200 Einträge aufweist. In dem Verzeichnis des ZK I sind die Schlagwörter auf 73 Notizzetteln nur alphabetisch grob vorsortiert, in der letzten Version des Registers des ZK II erfolgten die Eintragungen maschinenschriftlich
auf 244 normalen Karteikarten mit einer auch buchstabeninternen alphabetischen Sortierung mit einigen handschriftlichen Nachtragungen. Aufgrund
des Verzichts auf eine festgelegte Ordnung innerhalb der Sammlung war das
Register auch für Luhmann (s. 1981, 224 f.) selbst ein zentrales Werkzeug für
die Nutzung des Kastens.
8 So findet man über den gesamten ZK II verstreut auf den Rückseiten Zetteleinträge mit
einer mit »E« beginnenden Nummerierung, die ansonsten der für die Sammlung typischen
Struktur gleicht und die einem rechtsthematischen Projekt aus den 1960er Jahren entstammen dürften.
9 Luhmann hat die bibliographischen Angaben des ZK II aber offensichtlich nicht von Anfang
an und konsequent in einem separaten bibliographischen Apparat des Zettelkastens erfasst,
sondern – wie oben notiert – die zunächst unbeschriebenen Rückseiten der einmal erstellten bibliographischen Angaben eine gewisse Zeit lang noch als Notizzettel benutzt.
10 Im Zettelkastenaufsatz weist Luhmann (1981, 225) selbst darauf hin, dass die Bibliographie
als einer der möglichen Einstiegspunkte in die Sammlung benutzt werden kann. Zu diesem
Zweck notierte er auf dem Literaturzettel eine entsprechende Zettelnummer.
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171
Sonstige
Im letzten Auszug des Kastens befindet sich eine Reihe weiterer Zettel anderen Typs. Neben den bereits erwähnten Schlagwortverzeichnissen sowie
einem ca. 300 Namen umfassenden Personenregister des ZK II, das pro Namensnennung – ähnlich wie das Schlagwortregister – maximal 3 Fundstellen
aufführt, findet man hier eine numerisch (arabisch und römisch) geordnete
Liste von Publikationsentwürfen (ca. 600 Zettel) mit Titeln und zum Teil detaillierten Inhaltsverzeichnissen sowie ca. 300 Zettel, die rechts oben mit dem
Kürzel »VS« und einer kurzen Zahlenfolge bezeichnet sind und auf denen für
die neuere Theorie grundlegende Konzepte notiert sind.11 Für den ZK I findet
sich zudem eine Liste der 108 thematischen Abteilungen, die aber keine Binnendifferenzierung vornimmt; für die zweite Sammlung existiert dagegen –
trotz oder gerade wegen ihrer großen Komplexität und internen Heterogenität – keine solche Inhaltsübersicht.
4",
2.2
Ordnungs- und Nummerierungsstruktur
Die Zettelsammlung ist durch eine besondere Struktur gekennzeichnet. Zunächst findet man eine thematische Groborientierung, die sich auch in der
ersten Nummer des Ordnungssystems niederschlägt, an die sich durch ein
Komma (ZK I) bzw. einen Schrägstrich (ZK II) abgetrennt dann die eigentliche Nummerierung der Zettel anschließt.
Im ZK I findet man eine thematische Vorstrukturierung in 108 Abteilungen,
die zwischen 10 und 4000 Zetteln umfassen. Diese Struktur trägt noch deutlicher die Züge der (individuellen) Erarbeitung von bereits vorher weitgehend
festgelegten, voneinander abgegrenzten und relativ kleinteiligen Wissensfeldern. Es dominieren dabei rechts-, staats- und verwaltungswissenschaftliche Themengebiete, ein weiterer Schwerpunkt sind eindeutig organisationswissenschaftlich beeinflusste Konzepte, daneben gibt es einige wenige
explizit der Philosophie bzw. Soziologie zurechenbare Abteilungen, die aber
noch deutlich randständig sind.
Der ZK II weist eine davon deutlich abweichende Struktur mit nur 11 großen Themenblöcken auf, die zwischen 1000 und 9000 Zettel umfassen:
1 Organisationstheorie, 2 Funktionalismus, 3 Entscheidungstheorie, 4 Amt,
5 Formale / informale Ordnung, 6 Souveränität / Staat, 7 Einzelbegriffe / Einzelprobleme, 8 Wirtschaft, 9 Ad hoc Notizen, 10 Archaische Gesellschaften,
11 Diese Sammlung ist lückenhaft, da eine nicht unerhebliche Zahl dieser Zettel nach der ersten
Einstellung in diese Abteilung nachträglich von Luhmann in die eigentliche Zettelsammlung integriert und dort zusätzlich zu der Ursprungsbezeichnung mit einer entsprechenden
Stellennummerierung versehen worden ist. Zu welchem Zweck die Sammlung ursprünglich erstellt wurde, ist zum jetztigen Zeitpunkt der Nachlasserschließung noch unklar; vermutlich dürfte sie bei der Vorbereitung einer der letzten Fassungen der Gesellschaftstheorie
Ende der 1980er Jahre entstanden sein (s. u. 3.1). Auf Basis der digitalen Sicherung der Zettelsammlung wird eine Rekonstruktion dieser Sammlung angestrebt.
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Hochkulturen. Wie die Auflistung bereits deutlich macht, handelt es sich
bei dieser Ordnungsstruktur nicht um eine Systematik im strengen Sinne, sie
ist vielmehr (insbesondere für die Punkte 1 bis 5) ein historisches Produkt der
Lektüre- und Forschungsinteressen Luhmanns.12
Innerhalb der thematischen Blöcke, die teilweise wiederum eine weitergehende thematische Differenzierung mit bis zu vier Unterebenen aufweisen,13
führt dann ein spezifisches Ordnungsprinzip dazu, dass die thematische
Erstentscheidung nicht zu einer strikt monothematischen Abfolge von Zetteln führt: Findet sich in einer Notiz ein interessanter Nebengedanke, so wird
dieser (gleich oder später) weiterverfolgt. Diese zusätzlichen Notizen, die zu
einem bereits notierten Gedanken hinzukommen, wurden auf einen an dieser
Stelle dann einzuschiebenden Zettel notiert; es können auch mehrere Punkte
auf einem zunächst erstellten Zettel sein, die dann zu mehreren eingeschobenen Zetteln führen, wie auch dieses Verfahren wiederum auf den eingeschobenen Zettel selbst angewandt kann, so dass eine Zettelreihung entsteht,
die – linear gelesen – von dem ursprünglichen Thema immer weiter wegführt.
Durch diese Ablagetechnik wird nicht nur die zunächst vorhandene Ordnung
der Zettelsammlung innerhalb der zunächst themengebundenen Blöcke in
Teilen aufgehoben und eine ganz eigene Tiefenstruktur der Sammlung erzeugt, vielmehr werden dadurch auch Notizen zu einem Thema / Begriff an
mehreren Stellen in der Sammlung abgelegt (›multiple storage‹), wodurch
einerseits ein Thema oder ein Begriff später über verschiedene Zugänge gefunden werden kann und andererseits aufgrund der verschiedenen Kontexte,
in die ein Thema eingelassen wird, dann unterschiedliche Informationen
erzeugt werden, da die jeweiligen Vergleichshorizonte differieren.
Mit der skizzierten Ablagetechnik in einem engen Zusammenhang steht das
besondere Nummerierungssystem Luhmanns, das es überhaupt erst erlaubt,
Zettel wiederzufinden bzw. gezielt zu adressieren: Jeder Zettel erhält eine
55
12 Die 1960er Jahre waren geprägt durch ein Interesse für den Funktionsbegriff sowie für
organisationssoziologische Fragen im Rahmen seiner Beschäftigung mit der Verwaltungsorganisation. Er beginnt einleitend mit einer Bilanzierung der bisherigen Ansätze zum Verständnis der Organisation, kommt dann als Alternative zu diesen Ansätzen zum Modell
der funktionalen Analyse und zum Entscheidungsbegriff. Mit Blick auf die Empirie der Verwaltungsorganisation spielt dann der Begriff des Amts eine wichtige Rolle, einen genuin
soziologischen Zugriff bietet die Unterscheidung von formaler und informaler Ordnung. In
diesem Zusammenhang wird dann auch der Erwartungsbegriff und daran anschließend der
Rollenbegriff zentral und ein allgemeiner Begriff der sozialen Ordnung nötig: der des sozialen Systems. Das heißt nicht, dass die genannten Abteilungen entsprechend linear durchgeschrieben wurden, vielmehr fügte Luhmann im Zuge seiner spezifischen Einstellpraxis
(s. im Folgenden) immer wieder neue Zettel ein. Für die dann noch folgenden Abteilungen
ist ein ähnlicher systematischer Zusammenhang der Erstkonzeption nicht mehr erkennbar; insbes. die Abteilungen 7 und 9 folgen eher einem Ordnungsprinzip im Sinne eines
garbage-can-Modells.
13 Ohne dass man sagen kann, dass es sich dabei jeweils um ein strikt hierarchisches Verhältnis handelt.
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N #14
und damit einen festen Standort, der im weiteren Verlauf nicht
mehr verändert wird: auf 1,1 folgt 1,2 etc.; ein später erstellter Zettel, der einen
einzelnen Aspekt, der auf Zettel 1 notiert ist, weiterverfolgt, wird mit 1,1a
nummeriert und zwischen den Zettel 1,1 und 1,2 eingeschoben; daran kann
dann wiederum monothematisch 1b anschließen oder aber auch eine weitere
Verzettelung in Form des Zettels 1,1a1 folgen, der dann zwischen 1,1a und
1,1b eingeschoben wird etc. Im Extremfall erhält man dann einerseits Zettel mit bis zu 13stelligen Zahlen- / Buchstabenkombinationen und man findet
andererseits zwischen zwei ursprünglich direkt nacheinander erstellten, thematisch zusammengehörenden Zetteln teilweise mehrere hundert später eingeschobene Zettel, so dass eine lineare Lesbarkeit der Sammlung nicht mehr
bzw. nur mit großem Aufwand möglich ist.
2.3 Verweisungsstruktur
Neben der skizzierten Verzettelungsstruktur gibt es ein für die Kreativität des
Kastens entscheidendes Verweisungssystem, bei dem Luhmann auf einem
Zettel die Nummer eines anderen Zettels (oder mehrerer Zettel) notiert. Aufgrund einer stichprobenartigen Auszählung kann man davon ausgehen, dass
sich in dem ZK I ca. 18-20.000 und in dem ZK II ca. 25-28.000 Verweise befinden. Verweise zwischen den beiden Sammlungen sind dagegen nur in vergleichweise wenigen Fällen vorhanden.15
Bei den Verweisen kann man drei Typen unterscheiden:
(a) Einzelverweise: Auf einem Zettel findet sich im Notiztext ein Verweis auf
einen anderen Zettel in der Sammlung, der für das behandelte Thema ebenfalls relevant ist. Hier kann man wiederum zwei Fälle unterscheiden:
(a1) Verweise (von auf dem Zettel notierten Begriffen oder Einzelthesen) auf
Zettel, die sich an einer anderen Stelle des Kastens und damit dann häufig
auch in einem ganz anderen Diskussionskontext wiederfinden.
(a2) Verweise auf einen Nebengedanken, der dann auf einem der direkt folgenden Zettel (im Rahmen des oben erläuterten Einstellprinzips) ausgeführt
wird. Dieser Verweis erfolgt im Unterschied zur sonstigen Praxis mittels einer
rot geschriebenen (einstelligen) Zahl oder einem kleingeschriebenen Buchstaben, die / der sich dann zusätzlich zur eigentlichen Nummerierung auch
wieder auf dem verwiesenen Zettel findet.
14 Die Zetteleinträge sind dagegen nicht datiert, so dass allenfalls über die Handschrift eine
ungefähre zeitliche Einordnung ihrer Erstellung möglich ist.
15 Erklären lässt sich dies damit, dass es Anfang der 1960er Jahre zu einer deutlichen Umorientierung der Luhmannschen Forschungsinteressen und -orientierung kam, so dass später
auf die frühen Notizen nur noch den in Fällen zurückgegriffen wurde, für die es eine thematische Kontinuität in der zweiten Sammlung gab.
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fig einen Zettel, auf dem auf eine Reihe anderer Zettel in dem Zettelkasten
verwiesen wird, die in einem inhaltlichen Zusammenhang mit dem in der
Folge behandelten Thema / Begriff stehen.16 Auf einem solchen Zettel können
bis zu 25 Verweise aufgeführt werden, wobei in der Regel jeweils zusätzlich
zur Zettelnummer die entsprechenden Begriffe usw. aufgelistet sind. Diese
Verweise bieten die Möglichkeit, von einem Punkt aus einen großen Bereich
der Sammlung zu erschließen.
(c) Verweise im Rahmen einer Gliederungsstruktur: Hier notiert Luhmann
am Beginn eines Themenblocks auf einem Zettel mehrere zu behandelnde
Aspekte und markiert diese mit jeweils einem Großbuchstaben, der auf einen
entsprechend bezeichneten Zettel (bzw. eine Zettelfolge) verweist, der / die in
relativer räumlicher Nähe zu dem Gliederungszettel steht.
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2.4
Schlagwortverzeichnis
Vor dem Hintergrund der skizzierten Struktur der Zettelsammlung muss man
schließlich auch die Funktion des Schlagwortverzeichnisses verstehen. Der
Verzicht auf eine festgelegte Ordnung und konsequenterweise (beim ZK II)
auf ein Inhaltsverzeichnis macht das Register zu einem zentralen Werkzeug für die Nutzung des Kastens, da nur so Notizen zu einem bestimmten
Thema wiedergefunden bzw. die Nutzung des Verweisungsnetzes möglich
wird, indem man einen Einstiegspunkt identifizieren und ansteuern kann.
Im Unterschied zu einem entsprechenden Register in einem Buch verfolgte
Luhmann mit dem Schlagwortverzeichnis des Kastens keinen Anspruch auf
Vollständigkeit hinsichtlich der Erfassung aller Stellen in der Sammlung, die
von dem jeweiligen Begriff handeln. Vielmehr notierte er in der Regel nur ein
bis drei Systemstellen, an denen der jeweilige Begriff zu finden ist, da – so
Luhmanns Annahme – aufgrund des internen Verweisungssystems dann
die anderen relevanten Stellen auf diesem Weg erreicht werden können.17 Im
Unterschied dazu ist das Register hinsichtlich der Zahl der berücksichtigten
Begriffe dagegen einem Vollständigkeitsprinzip verpflichtet, wie man schon
an der Zahl der aufgelisteten Schlagwörter erkennen kann.
16 Dies und die Tatsache, dass man anhand der Schrift erkennen kann, dass diese Verweise
jeweils nicht alle mit einem mal erstellt worden sind, verweist darauf, dass Luhmann den
Zettelkasten nicht nur mit immer neuen Zetteln gefüllt, sondern ihn auch fortwährend
gepflegt hat.
17 Eine stichpunktartige Überprüfung hat ergeben, dass dieses Verfahren im Großen und
Ganzen funktioniert, in manchen Fällen aber nicht oder nur nach einigen Umwegen alle
wichtigen Notizen zu einer Themenstellung / einem Begriff gefunden werden.
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Zusammenfassung
Zusammenfassend lässt sich sagen, dass für die Funktion der Sammlung
nicht nur die ursprünglichen Lese- und Notizwege Luhmanns konstitutiv
sind, sondern auch die Relationen zwischen den Notizen, die einerseits durch
die spezielle Ablagetechnik, andererseits durch die Verweistechnik (selektiv)
hergestellt werden. Durch die Differenz von historisch (mehr oder wenig zufällig) angelegter Themenstruktur und mit jedem neuen Eintrag generierter
Verweisungsstruktur wird daher im Rahmen einer späteren Anfrage an die
Sammlung mehr verfügbar gemacht, als bei der ursprünglichen Notiz intendiert war. Dabei führt das Strukturprinzip der Sammlung dazu, dass der
über das Schlagwortverzeichnis gesteuerte Zugriff auf eine begrifflich einschlägige Stelle die Suche gerade nicht auf diesen Begriff limitiert, sondern im
Gegenteil aufgrund der spezifischen Einstellpraxis der Zettel und der Verweisungsstruktur der Sammlung ein Netz von Notizen eröffnet, so dass durch
die Kombination der Suchanfrage über das Schlagwortregister mit dem Stellprinzip der Zettel und dem Verweisungssystem systematisch der (theoretische bzw. begrifflich kontrollierte) Zufall ins Spiel gebracht wird.
Durch das multiple storage-Prinzip und die an Hyperlinks erinnernde Verweisungstechnik simulierte Luhmann trotz der analogen Speichertechnik
also schon seit den 1950 / 60er Jahren ein modernes, computergestütztes Datenbanksystem. Damit waren die Voraussetzungen dafür geschaffen, dass
der Zettelkasten mit dem Erreichen einer kritischen Masse von Notizen
Anfang / Mitte der 1970er Jahre zunehmend als eine Publikationsmaschine fungieren konnte. Darüber darf aber nicht übersehen werden, dass die
Sammlung für Luhmann auch ein Denkwerkzeug war. Entsprechend wurde
eben nicht (nur) gesichertes Wissen abgelegt, sondern auch ein Prozess der
Theoriegenese dokumentiert, inklusive möglicher Irrtümer und Holzwege,
die durch spätere Eintragungen revidiert, nicht aber eliminiert wurden, da die
ursprünglichen Zettel immer im Kasten verblieben.
3. Die unveröffentlichten Manuskripte Luhmanns18
Luhmanns wissenschaftliches Arbeiten war nicht nur durch eine umfangreiche Lektüre der Literatur der unterschiedlichsten Wissensgebiete gekennzeichnet, wie sie in den Zettelkastennotizen dokumentiert worden ist,
18 Die im Folgenden vorgestellten Erkenntnisse zu den im Nachlass befindlichen Manuskripten basieren auf einer ersten Durchsicht des Materials. Es ist daher nicht ausgeschlossen,
dass mit der gerade anlaufenden systematischen Erfassung des Nachlasses noch weitere
Texte gefunden werden. Zudem besteht die Möglichkeit, dass aufgrund der Luhmannschen
Praxis, unveröffentlichte Manuskripte einem größeren Interessiertenkreis zu Verfügung zu
stellen, weitere Manuskripte außerhalb des Nachlasses auftauchen werden. Die Darstellung
beansprucht zudem keinen Vollständigkeitsanspruch hinsichtlich der uns bereits bekannten
Manuskripte.
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Johannes F. K. Schmidt
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reren Manuskripten zugleich gearbeitet hat. Trotz der bereits beispiellos großen Zahl der Publikationen zu Lebzeiten enthält der Nachlass mehr als 150
unveröffentlichte Manuskripte. Zum einen handelt es sich um größtenteils
umfangreiche Texte aus den 1950er bis 1970er Jahren, die Luhmann aus den
unterschiedlichsten Gründen nicht fertiggestellt bzw. nach der Fertigstellung
nicht publiziert hat, zum anderen um Manuskripte vornehmlich in Aufsatzstärke aus den 1980er und 1990er Jahren, zu deren endgültigen Fertigstellung
bzw. Publikation es aufgrund seines Todes nicht mehr kam.19 Den Schwerpunkt in dem Konvolut bilden die Schriften zur Gesellschaftstheorie, daneben gibt es eine größere Zahl von Texten insbesondere zu einer phänomenologischen Grundlegung der Soziologie und zur allgemeinen Theorie sowie in
den Themenbereichen Verwaltung, Organisation, Erziehung, Politik, Religion,
Wirtschaft und Kunst. Außerdem enthält der Nachlass eine ganze Reihe von
Vorlesungsnotizen Luhmanns von teils erheblichem Umfang. Werk- und
theoriegeschichtlich sind insbesondere die Manuskripte aus den 1950er bis
1970er Jahren von besonderer Bedeutung, während die Texte aus den 1980er
und 1990er Jahren die Produktivität der späten Theoriephase veranschaulichen.
3.1
Gesellschaftstheorie
Innerhalb der Soziologie hat die Theorie der modernen Gesellschaft von Niklas Luhmann eine herausragende Stellung. Niedergeschlagen hat sich dieser
beispiellose Theorieentwurf bereits zu Lebzeiten Luhmanns in einer ganzen
Reihe von Publikationen: Nach der systemtheoretischen Fundierung in Form
einer allgemeinen Theorie sozialer Systeme Mitte der 1980er Jahre folgte
bekanntlich eine Serie von Monographien zu den gesellschaftlichen Funktionssystemen Wirtschaft, Wissenschaft, Recht, Kunst.20 Als gesellschaftstheoretischer Vergleichsrahmen ›nachgeliefert‹ wurde als letzte Publikation
zu Lebzeiten die umfangreiche, zweibändige »Gesellschaft der Gesellschaft«
(1997). In dem Vorwort (11ff.) dieses Buches erwähnt Luhman, dass es sich
dabei um den Schlusspunkt eines dreißigjährigen Forschungsprojekts handelt, nicht aber um den ersten Text dieser Art, vielmehr sei die Gesellschaftstheorie konzeptionell schon weit vor der Publikation der Funktionssystem19 Daneben gab es im Nachlass eine Reihe weitgehend fertiggestellter monographischer Manuskripte aus den 1990er Jahren, die im Laufe der letzten 15 Jahre bereits veröffent licht worden
sind: Die Politik der Gesellschaft (2000); Die Religion der Gesellschaft (2000); Organisation
und Entscheidung (2000); Das Erziehungssystem der Gesellschaft (2002). Außerdem bereits
veröffentlicht wurden einige größere und publikationsreife Manuskripte aus den späten
1960er und frühen 1970er Jahren: Liebe. Eine Übung (1969 / 2008); Politische Soziologie
(1966-68 / 2010); Macht im System (1969 / 2012); Kontingenz und Recht (1971-72 / 2014).
20 Die durch die im Nachlass vorhandenen und oben bereits genannten Monographien zu
Politik, Religion sowie dem Erziehungssystem ergänzt wurden.
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Teilsysteme der modernen Gesellschaft vergleichend durchbuchstabieren,
entwickelt worden. Ein Blick in den Nachlass bestätigt diese Aussage auf eindrucksvolle Weise: So hat Luhmann schon vor der 1997er Publikation vier
deutlich voneinander unterscheidbare Versionen einer Gesellschaftstheorie
erstellt, nämlich 1965-68, 1972-76, 1983-90 und 1989-90.
Das früheste, allerdings größtenteils nur in Fragmenten vorliegende gesellschaftstheoretische Manuskript aus den 1960er Jahren, das ca. 200 Seiten
umfasst, schließt an den den frühen Soziologen Luhmann prägenden phänomenologischen Zugang an (s.u. 3.2), argumentiert aber bereits mit dem
Gesellschafts- und nicht mehr mit dem Weltbegriff als Letzthorizont alles
Sozialen. Der erste, mit »Gesellschaft und soziales System« betitelte und offensichtlich weitgehend abgeschlossene Teil unterscheidet zwischen einer
Sozial- und einer Gesellschaftstheorie und diskutiert systemtheoretische
Grundbegriffe sowie den Gesellschaftsbegriff. Der zweite (nur in Fragmenten
vorliegende) Teil beinhaltet das Konzept der Systemdifferenzierung, der dritte, ebenfalls nur als Rudiment vorliegende Teil das Konzept der Kommunikationsmedien, ähnlich wie es dann in der Vorstudie zur Liebeskommunikation
(1969 / 2008) verwendet wird. Der vierte Teil mit dem Titel »Recht« stellt eine
Soziologie des Rechts unter sozial- wie gesellschaftstheoretischen Prämissen vor und entwickelt u. a. den dann in der späteren Rechtssoziologie publizierten Normbegriff,21 bricht aber vor der in Aussicht gestellten Theorie zur
Positivität und einer Evolutionstheorie des Rechts ab.
Weitgehend vollständig vorhanden ist dagegen die zweite Fassung der Gesellschaftstheorie, die nahezu tausend maschinenschriftliche Manuskriptseiten umfasst und zwischen 1972 und 75 erstellt worden sein dürfte. Der Text
besteht aus insgesamt 6 Kapiteln. Vor der eigentlichen Gesellschaftstheorie
stehen dort zwei Abteilungen, die so in den späteren Versionen nicht mehr zu
finden sind: Der Einstieg erfolgt über einen mit »Soziale Systeme« überschriebenen »Teil 1«, der 135 Manuskriptseiten umfasst. Im einem ersten Schritt
werden dort Grundbegriffe einer allgemeinen Systemtheorie vorgestellt, im
zweiten Kapitel werden dann auf einer bereits konkreteren Ebene die Grundzüge einer Theorie sozialer Systeme entwickelt. Daran schließt dann eine mit
»Teil 2« überschriebene, 81 Seiten umfassende Abteilung mit dem Titel »Ebenen der Systembildung – Ebenendifferenzierung« an.22 Der Text thematisiert
zunächst die Unterscheidung von (interner) Systemdifferenzierung (der Gesellschaft) und der Systemebenenunterscheidung und entwickelt die für die
weitere Theorie charakteristischen Trias von Interaktion, Organisation und
21 Teile des Manuskripts dürften in die 1972 publizierte Rechtssoziologie eingegangen sein.
22 Dieses Manuskript ist jetzt in einem ZfS-Sonderheft veröffentlicht worden ist (Luhmann
2015).
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Johannes F. K. Schmidt
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Es folgen dann Kapitel zur Evolutionstheorie, den Kommunikationsmedien und zur Differenzierung. Letzteres ist noch mit »Gesellschaft«
überschrieben und behandelt in einem ersten Abschnitt Fragen nach der »Intersubjektiven Konstitution von Welt«, bevor dann Abschnitte zur Ausdifferenzierung der Gesellschaft, der internen Differenzierung sowie zur Weltgesellschaft folgen.
In der dritten Version aus den 1980er Jahren, die knapp 500 einzeilig und
mit einer 10-Punkt-Computerschrifttype geschriebene Manuskriptseiten
umfasst,24 sind dann die beiden o. g. Einleitungskapitel gestrichen25 und durch
einen vergleichsweise schmalen, knapp 40 Seiten umfassenden Text zur Theoriegeschichte des Gesellschaftsbegriffs ersetzt worden, der unter anderem auch
die in der 1970er Fassung noch im Differenzierungskapitel behandelten Fragen
der Weltkonstitution miteinbezieht. Dieses Manuskript, das zwischen 1982
und 1990 entstanden ist, arbeitet die Gesellschaftstheorie auf den Stand der
Luhmannschen Soziologie nach der sog. autopoietischen Wende aus und berücksichtigt bereits die Formentheorie Spencer Browns. Gliederungstechnisch
weist es die auch für die später veröffentliche Gesellschaftstheorie charakteristische, an den drei Sinndimensionen orientierte Kombination einer Kommunikations-, Evolutions- und Differenzierungstheorie auf, die neben dem einleitenden Kapitel zum Gesellschaftsbegriff durch ein abschließendes Kapitel
zur gesellschaftliche Selbstreflexion ergänzt wird. Es liegt im Nachlass eine
Fassung vor, die von Luhmann bereits mehrfach durchredigiert und mit einer
neunseitigen Einleitung versehen worden war, so dass man davon ausgehen
kann, dass dieses Manuskript eigentlich zur Veröffentlichung bestimmt war.
23 Neben diesem Gesellschaftstheoriemanuskript existiert noch ein teilweise textidentisches,
aber auf 720 Seiten gekürztes Manuskript mit fünf Kapiteln. In dieser Fassung ist das erste
Kapitel, das die Teile 1 und 2 zusammenzieht, mit »Interaktion, Organisation, Gesellschaft«
überschrieben; herausgekürzt wurden dabei der den o. g. Teil 1 einleitenden Abschnitt zur
allgemeinen Systemtheorie, der durch einen kurzen Abschnitt zur Geschichte des Gesellschaftsbegriffs ersetzt wurde; der Teil 2 der Langfassung wurde im einleitenden Abschnitt
zu den Ebenen der Systembildung deutlich gekürzt und im weiteren auf den Abschnitt zu
den evolutionären Aspekten der Ebenendifferenzierung beschränkt. Die ›eigentlichen‹
Kapitel der Gesellschaftstheorie sind dann unverändert. Zu welchem Zweck diese Fassung – die im Unterschied zu o.g. Langfassung zwar durchpaginiert ist, aber aufgrund der
Kürzungen teilweise mitten im Satz abbrechende Passagen enthält – erstellt worden ist, ist
zur Zeit noch unklar.
24 So dass diese Fassung umfangtechnisch die aus den 1970er Jahren vermutlich noch übertrifft.
25 Wie leicht erkennbar, ist die in dem Teil 1 vorgenommene system- und sozialtheoretische
Grundlegung der Gesellschaftstheorie dann 1984 vollständig aus der eigentlichen Gesellschaftstheorie ausgelagert und zu einer eigenständigen Publikation ausgebaut worden. (Ein
ähnliches Auslagerungsverfahren verwendete Luhmann schon früher auch für die Ausarbeitung für die einzelnen Funktionssysteme: Eine in dem Textkonvolut befindliche erste
Gliederungskonzeption sah noch ein Kapitel »Überblick über Teilsysteme« vor, das hinter
dem Differenzierungskapitel platziert werden sollte.) Die Überlegungen zur Systemebenendifferenzierung werden in dem einleitenden Abschnitt des ersten Kapitels kurz erwähnt,
in ihrer detaillierten Behandlung sind sie dann aber in das Differenzierungskapitel der
Gesellschaftstheorie verschoben worden, wobei die ursprüngliche evolutionstheoretische
Behandlung deutlich knapper ausfällt.
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in der er die Letztkorrektur vornahm, im Rahmen eines Forschungsaufenthalts in Lecce (Italien)
ein neues Manuskript. Dieses von ihm selbst als ›San Foca‹-Manuskript bezeichnete Fassung, die 1992 in einer überarbeiteten und ins Italienische übersetzten Version zusammen mit Raffaele De Giorgi als »Teoria della società«
veröffentlicht worden ist, übernimmt die prinzipielle Gliederungskonzeption
der Vorgängerversion. Es unterscheidet sich mit seinen ca. 320 Seiten nicht nur
umfangtechnisch deutlich von der Version aus den 1980er Jahren, sondern formuliert fast den gesamten Text neu, auch wenn die wesentlichen konzeptionellen Entscheidungen und begrifflichen Innovationen aus den 1980er Jahren
übernommen werden.26 Auf der Basis des in der San Foca-Version entwickelten
kapitelinternen Gliederungsgerüsts kam es dann wiederum nur ein Jahr später
zu einem letzten Neuaufbau der Gesellschaftstheorie,27 die schließlich zu der
bekannten und wieder deutlich umfangreicheren 1997er Publikation führte,
indem im Rahmen der jeweiligen Kapitel der San Foca-Fassung weitere Abschnitte eingefügt bzw. die vorhandenen ausgebaut wurden.
3.2
Phänomenologische Soziologie
Instruktiv mit Blick auf die werkgeschichtlichen Anfänge der Genese der allgemeinen Theorie sozialer Systeme wie auch der Gesellschaftstheorie sind
auch eine Reihe von Manuskripten aus der Mitte der 1960er Jahre, in denen
sich Luhmann intensiv mit der Phänomenologie Edmund Husserls auseinandergesetzt hat und die seinen ersten, sinntheoretischen Zugang zur Soziologie
dokumentieren. Dies gilt für den Entwurf einer »Soziologie auf phänomenologischer Grundlage« aus dem Jahr 1965 / 66, das 170 Seiten umfasst. Die fünfteilige Gliederung sieht (ein vollständig vorliegendes) Kapitel zum Weltbegriff
sowie ein (in Teilen vorhandenes) Kapitel zur Reduktion von Komplexität
durch Systemstrukturen vor. Nicht im Nachlass vorhanden sind die im weiteren geplanten Abteilungen, die den Kommunikations- und Einflussbegriff
sowie die Unterscheidung von manifesten und latenten Funktionen thematisiert hätten, ein Kapitel zum Rationalitätsbegriff sowie ein abschließendes
Kapitel zur Theorie der Gesellschaft.28 Daneben findet sich im Nachlass ein
knapp fünfzigseitiges Manuskript mit dem Titel »Studien zur soziologischen
Theorie«, von dem aber nur das erste, mit »Struktur und Prozess« betitelte von
fünf geplanten Kapiteln (u. a. zum Norm-, Funktions-, System- und Rationali26 Entsprechend veranschaulichen die gesellschaftstheoretischen Manuskripte insgesamt
betrachtet auch die grundlagentheoretische Werkgenese von einer phänomenologisch orientierten Sinn- und Modaltheorie über eine Theorie, die soziale Systeme als komplexiätsreduzierende Handlungszusammenhänge begreift hin zu einer Theorie selbstreferentieller
Kommunikationssysteme, die schließlich durch eine Kybernetik zweiter Ordnung angereichert wird.
27 Hier liegen im Nachlass die ersten Fassungen der Kapitel 4 und 5 aus dem Jahr 1991 vor.
28 Theoriegeschichtlich ist die Gesellschaftstheorie also ›nur‹ ein Kapitel der Sozialtheorie.
Johannes F. K. Schmidt
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positiven Soziologie«) vollständig vorliegt und von dem man annehmen kann,
dass es die Vorstufe der phänomenologischen Soziologie darstellt. Die Texte
veranschaulichen auf exemplarische Weise das frühe Luhmann-Programm
der Zusammenführung von einer – stark von einer Husserllektüre – beinflussten phänomenologischer Sinntheorie, die das Komplexitätsproblem ins
Zentrum stellt, mit einer noch mit dem Handlungsbegriff argumentierenden
Systemtheorie.
3.3
Staatslehre und Verwaltung
Werkgeschichtlich erwähnenswert sind auch die Texte zum Themenkomplex
Staatslehre und Verwaltung, die größtenteils bereits in den 1950er und 1960er
Jahren entstanden sind und den Übergang der Luhmannschen Forschungsinteressen von der Staats- und Verwaltungswissenschaft in die Soziologie
sowie die Vorbereitung des Gesellschaftsbegriffs durch den Staatsbegriff
dokumentieren. Hier liegt im Nachlass die erste Monographie Luhmanns in
Form eines ursprünglich als Dissertation vorgesehenes, gut 200 Seiten umfassendes Manuskript »Die Organisation beratender Staatsorgane« von 1955
vor, die Luhmann noch primär als Juristen mit einerseits grundlagentheoretisch-phänomenologischen, andererseits sozialtechnologischen Interessen
zeigt. An der Grenze von Rechtswissenschaft und phänomenologischer Soziologie steht dann der Entwurf einer »Wissenschaft von der Staatslehre« von
Ende der 1950er Jahre und einer »Theorie des neuzeitlichen Staates« sowie ein
Buchprojekt mit dem Titel »Voruntersuchungen zur Staatswissenschaft« aus
den frühen 1960er Jahren. Diese Arbeiten liegen aber nur als Fragmente vor.
Dezidiert verwaltungswissenschaftlich bzw. organisationstheoretisch und
bereits soziologisch informiert argumentiert dagegen ein umfangreicheres
Buchmanuskript mit dem Titel »Allgemeine Theorie der Verwaltung« von
1964, das die Verwaltung über den Entscheidungs- und Erwartungsbegriff
bestimmt und dessen Umwelt im Kontext des politischen Systems in den Blick
nimmt. Dieser Text wird durch eine Reihe ähnlich argumentierender Einzelmanuskripte aus den 1960er Jahren ergänzt.
3.4
Erziehung
Aufschlussreich ist auch die Manuskriptlage zum Erziehungssystem, einem
empirischen Feld, in dem Luhmann wohl am intensivsten mit den Praktikern
wie Reflexionstheoretikern diskutiert hat. Hier enthält der Nachlass ein umfangreiches, mehrere hundert Seiten umfassendes Konvolut von Kapiteln für
ein geplantes Buch »Erziehungssystem« von 1974-76 sowie erste Kapitelentwürfe zu einem Buchprojekt mit dem Titel »Erziehender Unterricht« von 1985,
das stärker auf die Interaktionseigentümlichkeiten und der daraus resultie-
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Das Manuskript aus Mitte
der 1970er Jahre, das vermutlich zusammen mit K. E. Schorr geplant war,
kann verstanden werden als eine dezidiert gesellschaftstheoretisch argumentierende Grundlegung der Aus- und Innendifferenzierung der modernen Form der Erziehung sowie deren spezifische Kommunikationsform, auf
dessen Basis Luhmann zusammen mit Schorr 1979 dann ein Buch über die
deutlich beschränktere Frage der Reflexionsprobleme eines ausdifferenzierten
Erziehungssystems publiziert haben. Demgegenüber kann man das dann
aber vermutlich nicht über erste Anfänge hinauskommende Publikationsprojekt von 1985 als eine Reaktion auf die Kritik der Erziehungswissenschaft
an dem Buch über Reflexionsprobleme verstehen, die diesem vorwarf, keine
Soziologie der Erziehung entwickelt zu haben.
3.5
Manuskripte zur allgemeinen Theorie, Politik, Religion, Kunst,
Wirtschaft
Neben den genannten Texten enthält der Nachlass außerdem eine ganze
Reihe von Texten in Aufsatzstärke zur allgemeinen Theorie sowie aus den
Bereichen Politik, Religion, Kunst, Wirtschaft. Diese Manuskripte stammen
zum Teil aus den 1960er / 70er Jahren, zum Teil aus den späten 1980er und den
1990er Jahren, einer Phase höchster Produktivität nach der Umstellung der
Theorie auf das Autopoiesistheorem.
3.6 Vorlesungsskripte
Im Nachlass befinden sich zudem 28 Vorlesungsskripte Luhmanns, die insbesondere in den 1960er bis 1980er Jahren als weitgehend ausformulierte Texte
mit einem Umfang von bis zu 70 Manuskriptseiten ausgearbeitet wurden.29
Neben den immer wiederkehrenden Vorlesungen zur Theorie sozialer Systeme und zur Theorie der Gesellschaft finden sich u. a. Skripte der Vorlesungen
zur Organisationssoziologie (1968), zu einfachen Sozialsystemen (1969 / 70),
zur Rechtssoziologie (1968 / 69; 1984 / 85), zur Soziologie des Erziehungssystems (1980-83) und zur soziokulturellen Evolution (1986 / 87).
Die Vorlesungen sind unter zwei Gesichtspunkten von besonderem Interesse:
(1) Theoriegenetisch demonstrieren sie häufig einen ersten Zugriff auf ein
bestimmtes Thema, da Luhmann eine Vorlesung in vielen Fällen zur Vorbereitung eines Buchprojekts diente. Die Texte haben in Teilen noch einen
suchenden und experimentellen Charakter, wobei die Konstruktionsleistung
der Theorie und damit die Folgen bestimmter Begriffsentscheidungen sichtbar werden. Speziell mit Blick auf die Gesellschaftstheorie gilt, dass Luhmann
29 Siehe als Beispiel die Publikation des entsprechenden Vorlesungsskripts (Luhmann 2010,
455-493).
Johannes F. K. Schmidt
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nuierlich Vorlesungen dazu angeboten hat, die jeweils dem aktuellen Stand
seiner gesellschaftstheoretischen Überlegungen angepasst werden mussten,
so dass man hier die Theoriegenese in ihrer konzentriertesten und dichtesten
Form nachvollziehen kann.
(2) Zum anderen zeigen die Vorlesungsskripte Luhmann als einen Lehrenden,
der auf die verständliche Präsentation seiner Überlegungen großen Wert gelegt hat, indem die Argumentation transparent und empirisch reichhaltig
ausfällt, so dass man die Vorlesungsskripte als den späteren Buchpublikationen didaktisch häufig überlegene Formen der Wissensvermittlung verstehen
kann bzw. als Einführungen in die Luhmannsche Behandlung des jeweiligen
Themas, die vom Autor der späteren Publikationen selbst autorisiert worden
sind.30
4. Erschließung und Publikation
Im Rahmen des eingangs genannten Erschließungs- und Editionsprojekts
sollen alle Dokumente des wissenschaftlichen Nachlasses erfasst, geordnet
und digitalisiert werden. Die Digitalisate des Zettelkastens werden in einem
ersten Schritt in Form einer Datenbank über ein Internetportal zugänglich
gemacht; in einem zweiten Schritt erfolgt eine Transkription der Zettel sowie
deren Überführung in eine editierte Datenbank, die durch die eine detaillierte Inhaltsübersicht, eine Verschlagwortung und entsprechend der Luhmannschen Vorgaben erfolgende Verlinkung eine komfortable Nutzung der
Sammlung möglich machen soll. Die Manuskripte werden, soweit sie veröffentlichungsfähig sind, einerseits in einer primär Lektüreinteressen verpflichteten Buchausgabe publiziert werden, andererseits wird es eine stärker werkhistorisch orientierte und entsprechend kommentierte Internetpublikation
geben, die auch die jeweiligen Vorfassungen und Varianten der Manuskripte
zugänglich macht. Soweit es die Rechtelage zulässt, werden zudem die Audiobzw. Videomitschnitte der Vorlesungen online gestellt.
30 In diesem Zusammenhang sind auch die Vorlesungs- und Vortragsmitschnitte zu sehen,
die eine erstaunliche Differenz zwischen dem mit seinen Texten den Leser oft extrem fordernden Autor und dem ganz offensichtlich auf die Verständlichkeit und Nachvollziehbarkeit seiner Argumentation achtenden, die Grenzen der Mündlichkeit berücksichtigenden
Lehrenden offenbaren. Vgl. dazu die bereits publizierten Transkripte der Vorlesungen zur
Theorie sozialer Systeme und zur Gesellschaftstheorie aus den 1990er Jahren (Luhmann
2002; 2005).
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183
LJKMOatur:
Kaube, Jürgen (2009): Theorieproduktion ohne Technologiedefizit. Niklas Luhmann,
sein Zettelkasten und die Ideengeschichte der Bundesrepublik. S. 161-170 in: S. Asal /
S. Schlak (Hrsg.), Was war Bielefeld? Eine ideengeschichtliche Nachfrage. Göttingen:
Wallstein Verlag.
Luhmann, Niklas (1972): Rechtssoziologie. Reinbek: Rowohlt.
Luhmann, Niklas (1981): Kommunikation mit Zettelkästen. Ein Erfahrungsbericht. S. 22-28
in: H. Baier / H.M. Kepplinger / K. Reumann (Hrsg.), Öffentliche Meinung und sozialer
Wandel. Für Elisabeth Noelle-Neumann. Opladen: Westdeutscher Verlag.
Luhmann, Niklas / De Giorgi, Raffaele (1992): Teoria della società. Mailand: Franco
Angeli.
Luhmann, Niklas (1997): Die Gesellschaft der Gesellschaft. Frankfurt a. M.: Suhrkamp.
Luhmann, Niklas (2002): Einführung in die Systemtheorie, hrsgg. von D. Baecker. Heidelberg: Carl-Auer Verlag.
Luhmann, Niklas (2005): Einführung in die Theorie der Gesellschaft, hrsgg. von D. Baecker. Heidelberg: Carl-Auer Verlag.
Luhmann, Niklas (2010): Politische Soziologie, hrsgg. von A. Kieserling. Berlin: Suhrkamp.
Luhmann, Niklas (2015): Ebenen der Systembildung – Ebenendifferenzierung. S. 6-39 in:
B. Heintz / H. Tyrell (Hrsg.), Interaktion – Organisation – Gesellschaft revisited. Anwendungen, Erweiterungen, Alternativen (ZfS-Sonderheft). Stuttgart: Lucius & Lucius.
Schmidt, Johannes F. K. (2012): Luhmanns Zettelkasten und seine Publikationen. S. 7-11
in: O. Jahraus / A. Nassehi et al. (Hrsg.), Luhmann-Handbuch. Leben – Werk – Wirkung. Stuttgart / Weimar: J. B. Metzler.
Johannes F. K. Schmidt
Niklas Luhmann-Archiv
Fakultät für Soziologie, Universität Bielefeld
Postfach 100 131, D-33501 Bielefeld
[email protected]