For Women only - Deutscher Alpenverein

Ladies Camps – Ghetto oder Schutzzone?
„For Women only“
Frauen ticken anders – auch am Berg? Immer mehr Outdoor-Veranstalter entdecken die Zielgruppe „Frau“ und
organisieren so genannte Ladies Camps. Was steckt dahinter: ein Marketing-Trend oder echter Bedarf?
Von Franziska Horn
Sechs Frauen stapfen im Januar 2014 auf
dels leben mehr im Moment, schätzen den Ge-
nik. Lehmann berichtet: „Die Anfrage kam von
Schneeschuhen in Richtung Rosengarten. Vor-
nuss, ohne hastigen Blick auf die Uhr.“ Und sind
den Trainern und Teilnehmerinnen. Aktuell sind
neweg spurt der Bergführer Bernhard Stückl-
weniger status-orientiert: „Einem Mann würde
25 von circa 3000 Veranstaltungen der Sektio­
schweiger, er leitet diese Pioniertour des DAV
es nicht so schnell einfallen, mit dem Zug an-
nen München und Oberland auf Frauen zuge-
Summit Club für Frauen – unter den Stichwor-
zureisen, wenn er ebensogut mit dem Auto
schnitten, was die Nachfrage deckt.“ Lehmann
ten „GenussPlus“ und „sanfte Mobilität“. Be-
kommen kann.“
gibt selbst seit 2007 Kurse als Fachübungs­
deutet: Per Bahn sind wir von Berlin oder Mün-
leiter (FÜL) in den Disziplinen Alpin- und Eis-
chen nach Südtirol gefahren, dann per Shuttle
Kein Stress in der Gruppe
nach Tiers. „Frauentermine“ nennt der Veran-
Mit seiner Aktion liegt der Summit Club im
arten. „Unter sich trauen die Frauen sich mehr
stalter diese Angebote auf seiner Website.
Trend. Aber machen Frauen tatsächlich anders
zu. Während junge Männer eher heißspornig
Fotos: Klaus Kranebitter (2), Norbert Wilhelmi, Verena Stitzinger, Franziska Horn
klettern, beides eher männlich besetzte Sport-
Nachfragen dürfen ohne
Bevaterung; gerade
Kurse mit technischen
Inhalten bieten in reinen
Frauengruppen oft die
Chance auf ein stressfreies Lernen.
Mit auf Tour ist die Outdoor-Journalistin und
Sport? Wie sind Gruppendynamik, Lernverhal-
agieren, halten sich Frauen eher zurück“, be­
Berg-Aficionada Johanna Stöckl. Ihr Resü-
ten, Stimmung in einer Frauengruppe, ver­
obachtet er. „Die Gruppenkonstellation ist klar
mee? „Mit Kerlen unterwegs am Berg, da gibt
glichen mit Männer- oder gemischten Grup-
ein Thema. Jungs testen eher ihre Grenzen aus,
es oft mehr Gepose und mitunter eine
pen? Martin Lehmann, 35, ist stellvertretender
überschätzen sich auch mal. Frauen neigen
Material­schlacht. Es geht um Höhenmeter und
Leiter des Veranstaltungsprogramms bei der
eher dazu, sich zu unterschätzen, agieren de-
Action, je höher und weiter, desto besser. Wir
Sektion München. Seit 2010 bietet die Sektion
fensiver, auch in der Routenwahl.“
Frauen nehmen uns in gemischten Gruppen
Grund- und Schnupperkurse für Frauen an, vor
Auch bei Fahrtechnik-Kursen mache die Tren-
eher zurück, reagieren verhaltener. Die Mä-
allem im Sportklettern und in MTB-Fahrtech-
nung Sinn: Von 35 Kursen stehen sechs für
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DAV
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bergsport heute
Frauen zur Wahl – ein gut nachgefragtes Angebot. Sabine Transehe-Roseneck, seit 2013 FÜL
MTB, leitet seit 2014 Kurse für Frauen. Sie sagt:
„In reinen Frauen-Kursen trauen sich die Mädels, auch mal heikle Fragen (etwa nach Sitzproblemen mit dem Sattel) anzusprechen. Sie
sind deutlich offener und lockerer, zeigen ihre
Freude, wenn sie mit kleinen Tricks einen gro­
ßen Schritt weiterkommen.“ Gilt das alte Vorurteil also immer noch: Männer sind „Gipfelstecher“, Frauen sitzen bei Kaffee und Kuchen auf
der Hütte? „Ich denke, Frauen sind häufig genauso leistungs- und konkurrenzorientiert und
finden zudem Zeit zum Genießen. Was natürlich
Gemeinsam posen statt einsam imponieren? Der Erfolg
von Veranstaltungen und
Kur­sen „nur für Frauen“ belegt,
dass das Bedürfnis danach
existiert.
auch für manche Jungs gilt!“, sagt Sabine.
nicht eingeschränkt fühlen wollen.“ Wer oder
steckt sind als bei Männern. Frauen lassen sich
was sie einschränkt? „Sie sich selbst! Frauen
bei manchen Sportarten zu Dingen überreden,
Sind Ladies Camps also echter Bedarf oder
haben Selbstvertrauen, aber eben auch die
die sie nicht von sich aus machen würden.“ Weil
findige Marktnische? Monika Fiedler von der
Angst, mit Männern nicht mithalten zu können.“
dem so ist, und weil weibliche Gäste darum ge-
Der Vergleichsdruck entfällt
Münchner Event-Agentur Fiedler Concepts hat
beten hatten, veranstaltet Alix‘ Schwägerin Ve-
sich beruflich auf Sport-Events für Frauen spe-
Ehrgeiz ist nicht nur männlich
zialisiert und organisiert jährliche Women's-
Alix von Melle ist FÜL Skihochtouren und mit
dies-Winter- und -Bikecamps für Alpin deluxe,
Bike- oder -Wintercamps, jeweils für bis zu 50
sechs Achttausendern die erfolgreichste deut-
frei nach dem Motto „Damenwahl“. Verena ar-
Frauen. Dazu Events wie die „Challenge
sche Höhenbergsteigerin. Was sagt sie zur The-
beitet selbst als Guide für Alpin deluxe – sie ist
Women“, einen 5-km-Lauf mit 2000 Teilneh-
se, dass Frauen den Genuss der Leistung vor-
staatlich geprüfte Skilehrerin, Skiführerin und
merinnen. Sie sagt: „Beim Joggen habe ich ge-
ziehen? „Ja, aber nur im Hobbybereich auf
Mitglied im Bundeslehrteam MTB des DAV. Ihr
merkt: Es macht Spaß, aber mein Partner ist
niedrigerem Level. In höheren Könner-Stufen
ist wichtig: „Natürlich ist es immer schwierig,
einfach einen Tick besser. Frauen sind in der
sind Frauen oft genauso leistungsorientiert und
Menschen in Schubladen zu stecken. Genauso
Regel weniger kompetitiv als Männer und wol-
ehrgeizig wie die Männer.“ Sind Frauen weniger
wenig wie alle Männer gleich sind, sind ja alle
len nicht, dass ,mann‘ auf sie warten muss.
draufgängerisch – wofür die Tatsache spräche,
Frauen gleich! Aber unsere Erfahrungen mit La-
Man hört dann Argumente wie ,Wir trauen uns
dass der typische Lawinentote männlich ist,
dies Camps sind zu 100 Prozent positiv!“
nicht‘ oder ,Wir sind nicht gut genug‘. In homo-
rund 45 Jahre alt? „Wiederum Ja im Einsteiger-
genen Frauengruppen fällt diese gedankliche
und Genussbereich. Ab bestimmten Kön-
Barriere weg, egal, ob der Guide nun Frau oder
ner-Stufen heben sich die Unterschiede zu den
Mann ist, egal ob Einsteiger oder Fortgeschrit-
Männern auf. Ich glaube aber, dass Frauen ins-
tene. Vor allem 30- bis 60-Jährige machen mit,
gesamt weniger Risiko und Gefahren suchen,
meist beruflich erfolgreiche Frauen, die sich
die Sicherheitsreserven bei ihnen weiter ge-
rena Stitzinger seit fünf Jahren eigene La-
–
Franziska Horn schreibt als
freie Journalistin und Autorin
für Tageszeitungen, Maga­
zine und Buchverlage über
Alpin- und Outdoorsport,
Reise, Kunst und Kultur.
DAV
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Europameisterschaften Skibergsteigen vom 4.-7. Februar
Zweimal U23-Gold für Toni Palzer
Der zur Zeit stärkste deutsche Skibergsteiger
„In der letzten Abfahrt habe ich extrem viel ris-
starken Tag erwischten auch Philipp Schädler
ist in seiner Altersklasse fast nicht zu schla-
kiert“, sagte Palzer nach dem Individualrennen
(Neu-Ulm, 19.) und Cornelius Unger (BGD, 17.);
gen – und mischt auch bei den Senioren be-
über 1620 Höhenmeter – auf den letzten Me-
sein bestes internationales Ergebnis bedeutete
achtlich mit.
tern schob er sich auf den dritten Platz der
in der Juniorenwertung den vierten Platz. Ste-
Kuhglockenläuten, laute Anfeuerungsrufe – die
Gesamtwertung hinter Michele Boscacci (ITA,
fan Knopf wurde 19. bei den Junioren.
Stimmung im idyllisch gelegenen Les Maré-
1:24:31 Std.) und Kilian Jornet (ESP); „für mich
Ein neues Startprozedere gab es beim Welt-
cottes im Wallis hätte nicht besser sein können.
ist heute ein großes Saisonziel in Erfüllung ge-
cup-Verticalrennen, das nicht zur EM zählte:
Fotos: Willi Seebacher
Die Athleten gingen mit zeitlichen Abständen
auf die 585 Höhenmeter und drei Kilometer
lange Strecke – ein harter Kampf gegen die
Uhr. Der spanische Ausnahme-Athlet Kilian
Jornet brauchte dafür genau 22:39 Minuten;
Palzer wurde mit nur einer Sekunde Rückstand auf den Schweizer Remi Bonnet in
23:09 Minuten Dritter. Zur Freude der gesamten deutschen Mannschaft meldete sich
Toni Lautenbacher (Bad Tölz) nach langer
Ver­letzungspause mit einem 22. Platz zurück
im Weltcup. Mit regelmäßigen weiteren guten
„Berg Eil“ heißt die neue
Skitourenromantik. Und Toni
Palzer lässt’s rauf wie runter
krachen.
EM Skibergsteigen – die Ergebnisse
Individual Damen: Laetitia Roux (FRA), Jennifer Fiechter (SUI),
Claudia Galicia Cotrina (ESP)
Individual Herren: Michele Boscacci (ITA), Kilian Jornet
Burgada (ESP), Toni Palzer (GER), 37. Philipp Schädler
Sprint Damen: Laetitia Roux (FRA), Marta Garcia Farres (ESP),
Nahia Quincoces Altuna (ESP)
Sprint Herren: Robert Antonioli (ITA), Iwan Arnold (SUI),
Martin Anthamatten (SUI), 6. Toni Palzer (GER), 17. Cornelius
Unger, 19. Philipp Schädler, 29. Toni Lautenbacher
Und frische Schneefälle garantierten perfekte
gangen“. Der 18-jährige Stefan Knopf (BGD)
Ergebnissen lag Toni Palzer zu Redaktions-
äußere Bedingungen für die Europameister-
wurde bei seiner ersten Europameisterschaft
schluss Mitte Februar top im Rennen für die
schaften der Skibergsteiger. Toni Palzer
Neunter bei den Junioren. Bei der Sprint-Euro-
Weltcup-Gesamtwertung. Johannes Schmid/red
(Berchtesgaden) zeigte in allen drei Disziplinen,
pameisterschaft erreichte Toni Palzer als ein-
dass er in dieser Saison zu den weltbesten All-
ziger Deutscher das Finale und überholte mit
roundern gehört. Im Individual und Sprint holte
einer halsbrecherischen Abfahrt den Schweizer
er sich die Goldmedaillen der U23-Klasse, beim
Iwan Arnold auf der Ziellinie. Aus der Silberme-
Weltcup-Verticalrennen wurde er Zweiter sei-
daille wurde aber durch eine Zeitstrafe wegen
ner Altersklasse.
eines Startfehlers der sechste Platz. Einen
| Info zur DAV Nationalmannschaft Skibergsteigen: alpenverein.de oder bei Facebook
unter German Skimountaineering Team.
Alle Ergebnisse: ismf-ski.org
Partner der Nationalmannschaft Skiberg­
steigen: Riap Sport, Maloja, Alpina, Atomic,
Dynafit, Fischer, Kohla, La Sportiva, Leki, Pieps,
Roeckl, Scarpa, Ski Trab |
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DAV
2/2016
bergsport heute
Kreative Hermann-BuhlEpigonen gesucht
Zum Berg radeln
lohnt sich
9:45
Wer kennt sie nicht? Geschichten von Bergsteigern wie Hermann Buhl, der 1952 mit dem
Fahrrad von Landeck ins Bergell fuhr, um dort
als Erster solo durch die Nordostwand des Piz
Badile zu klettern, und nach getaner Arbeit
Foto: DAV-Archiv
nonstop wieder retour
nach Landeck radelte.
Oder als Beispiel aus
der etwas jüngeren
Vergangenheit Walter
Hölzlers und Toni Steu­
rers Enchainement aller
drei Nordwand­pfeiler
des Piz Palü, durchstiegen innerhalb von 24
Stunden, mit dem
Fahrrad ab Bahnhof St.
Moritz und retour …
Anachronistisch, in
Zeiten von Seilbahnen
und Aussichtsplattfor­
men? Wir glauben: gerade nicht! Trotz Online-Tourenberichten
und Facebook-Gruppen mit „Fast-live-Berichterstattung“ von bekannten Paradetouren.
Der DAV möchte junge Alpinisten dazu motivieren, kreativ zu werden, statt prestigeträchtige Touren und Gipfel zu sammeln. Mit Öffis,
Was den Altvorderen
notgedrungen recht
sein musste, kann
heutigen FußabdruckTrendsettern
billig sein – und
förderungswürdig.
Rad, zu Fuß, Pferd, Kanu … zu einsamen, ausgefallenen, pfiffig ausgewählten Zielen der
Alpen … Die zwei spannendsten Projekte, die
vom kreativen wie vom ökologischen Aspekt
her am meisten überzeugen, belohnt der DAV
in diesem Jahr mit einem Zuschuss von je 1200
Euro aus den Mitteln der klassischen Expedi­
tionsförderung. pa/red
| Bewerbungen mit einer detaillierten Vor­
stellung des Projektes und der Teilnehmer
bitte senden an: Deutscher Alpenverein,
Ressort Leistungssport, Philipp Abels,
Von-Kahr-Str. 2-4, 80997 München |
DAV
2/2016
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DAV-Expedkader 2018 Sichtungscamp
Steile Männer braucht das Land!
Deutscher Bouldercup
Alle wollen bouldern
2016 geht der DAV-Expeditionskader in die
oder Fels (Grand Capucin) eigenständig ge­
106 Starter im Erwachsenenfeld und sage und
neunte Runde – und dafür brauchen wir euch!
plant und durchgeführt, ergänzend dazu wer-
schreibe 158 jugendliche Athletinnen und Ath-
Wir suchen starke und motivierte Alpinisten,
den spezielle Technik- und Taktikinhalte ver-
leten zwischen 13 und 17 Jahren zeigten beim
die Lust haben, sich als Team zu finden und
mittelt.
ersten Deutschen Bouldercup 2016 auf dem
gemeinsam an ihren bergsteigerischen Fähig-
Die geeignetsten Teilnehmer für den neuen
weltgrößten Messegelände in Hannover, dass
keiten zu arbeiten.
DAV-Expeditionskader – wozu neben der rein
Bouldern im Trend liegt.
Das Sichtungscamp für den neuen Männer-
sportlichen Leistung auch Teamfähigkeit, Mo-
In der Damenwertung ging es quasi um die
Expedkader findet vom 18. bis 26. Juni in
tivation und eine passende Lebensplanung
Nachfolge von Juliane Wurm. Das Rennen
Chamonix statt. Bewerben können sich gute
zählen – werden nach dem Camp nominiert;
machte die Routinierin Monika Retschy mit
Kletterer und Bergsteiger mit gehobenem All-
2018 steht dann die Abschlussexpedition auf
drei gekletterten Finalbouldern vor Bettina
round-Niveau, begleitet werden sie von Top-
dem Plan. Übrigens: Der nächste Frauen-Ex-
Aschauer und Johanna Holfeld.
Bergführern mit Expeditionserfahrung. Je
pedkader startet 2017. Bei den Herren setzte Jan Hojer seine beein-
nach Verhältnissen werden anspruchsvolle
Routen im Kombigelände (Droites Nordwand)
pa/red
|Partner des DAV-Expeditionskaders: Mountain
Equipment, Edelrid, Katadyn, DAV Summit Club |
Fotos: Dörte Pietron, Vertical Axis
Kader-Aspiranten
müssen in jedem Gelände fit sein – und
bei allen Wettern.
druckende Siegesserie fort: Sechs der letzten
sieben Deutschlandcups Bouldern und Lead
gingen an ihn; die Mission Titelverteidigung ist
für Hojer perfekt gestartet. Hinter Thomas
„Shorty“ Tauporn bewies der junge Alexander
Averdunk als Dritter sein großes Talent.
Beim anschließenden Deutschen Jugendcup
Bouldern überzeugten besonders die Bayern:
Drei der Tagessieger kamen aus dem Freistaat.
Der vierte im Bunde hatte die kürzeste Anreise: Max Prinz landete einen Heimsieg.
| Der Deutsche Bouldercup wird unterstützt
von Vaude, Bänfer und T-Wall |
Deutscher Bouldercup
Hannover – Ergebnisse
Damen: Monika Retschy (München &
Oberland), Bettina Aschauer (Rosenheim), Johanna Holfeld (Sächsischer
Bergsteigerbund)
Voraussetzungen: DAV-Mitglieder von 15-21 Jahren.
Kletterkönnen im alpinen Fels mindestens im oberen VI., im
Klettergarten mindestens im VIII. Grad; Erfahrung in Eiswänden,
Wasserfalleis und kombiniertem Gelände.
Bewerbungen mit Tourenbericht, kurzem Motivationsschreiben,
Geburtsdatum, Sektionszugehörigkeit, Adresse, Telefon und E-Mail
bis Freitag, 13. Mai, an:
DAV, Ressort Leistungsbergsport, Philipp Abels, Von-Kahr-Str. 2-4,
80997 München, [email protected]
Herren: Jan Hojer (Frankfurt/Main),
Thomas Tauporn (Schwäbisch Gmünd),
Alexander Averdunk (München & Oberland)
Weibliche Jugend A: Romy Fuchs
(München & Oberland)
Männliche Jugend A: Max Prinz
(AlpinClub Hannover)
Weibliche Jugend B: Frederike Fell
(Freising)
Bekanntgabe über Teilnahme erfolgt bis 23. Mai.
Männliche Jugend B: Jonas Fertig
(Rosenheim)
Preis: € 600,- (deckt einen Teil der Kosten für Unterbringung und
Vollverpflegung; weitere Kosten und Führerhonorare trägt der DAV).
Alle Ergebnisse: alpenverein.de ->
Wettkampf -> Klettern
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DAV
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Dreidimensionale
Bewegungsintelligenz
gefragt: Bouldern macht an.
cg
Foto: Sektion Schwäbisch Gmünd
bergsport heute
DAV-Kletterschmiede Schwäbisch Gmünd
Stufe auf dem Weg nach oben
Die Landesgartenschau 2014 brachte der Stadt
che, Schulungswand und gemütlichem Bistro
Schwäbisch Gmünd einen Attraktivitätsschub:
mit Biergarten. Anderthalb Jahre nach der Eröff-
Ein 2,2 Kilometer langer Umgehungstunnel
nung ist die „Schmiede“ nicht mehr wegzuden-
entlastet die Innenstadt; am ehemaligen Güter-
ken aus dem Sektionsleben. Neben dem nor-
bahnhof gibt es eine Jugendmeile; könnte die
malen Kletterbetrieb und vielerlei Kursen und
DAV-Sektion diese mit einer Kletteranlage be-
Trainings ziehen Veranstaltungen wie die Beats
reichern? Die Anfrage der Stadt löst heiße Dis-
& Holds, die Süddeutschen Masters, Kletter-
kussionen im Verein aus: sollen wir, wollen wir?
camps für Kinder oder Sicherheits-Workshops
Am 15. Mai 2013 stimmt die Mitgliederver-
die Besucher an. Nicht zuletzt hat die Kletter-
sammlung zu. Ein Bauträger mit eingespielten
schmiede auch einen unbezahlbaren Mehrwert
Handwerkerteams, viele Sponsoren, Spenden
als Treffpunkt aller Vereinsmitglieder.
ae/red
Kletterer oder nicht, alte Hasen oder Neueinsteiger
– alle fühlen sich wohl im Kletter- und Vereins­
zentrum von Schwäbisch Gmünd.
und ehrenamtliches Engagement der Mitglieder
lassen die Pläne Wirklichkeit werden: Kein Jahr
Kletterfläche:
später öffnet die „Kletterschmiede“ ihre Pfor-
Öffnungszeiten: Mo-Mi 14-23 Uhr, Do+Fr 10-23 Uhr. Sa+So 10-22 Uhr
ten. Endlich hat eine der erfolgreichsten
(Gruppen/Schulen nach Absprache auch abweichend)
DAV-Sektionen im Wettkampfklettern ihre ei-
Kontakt:
Kletterschmiede des DAV Schwäbisch Gmünd, Nepperbergstraße 21,
gene Kletterhalle, in verkehrsgünstiger Lage,
73525 Schwäbisch Gmünd, Tel.: 07171/998 53 33,
mit 1200 m² Kletterfläche, 250 m² Boulderflä-
[email protected], kletterschmiede.com
Schwäbisches Erfolgsprodukt.
1200 m2, 150 Routen bis 16 m Höhe, 250 m2 Boulderfläche
Von hier. Von uns.
Der auch.
In Württemberg daheim.
Von hier kommen die weltberühmten Maultaschen, die Mönche erfanden, um auch in der Fastenzeit Fleisch
zu essen. Und von uns kommen Weine, die immer dazu passen. Entdecken Sie das Beste aus Württemberg:
Achten Sie einfach auf das Siegel unserer Erzeuger.
Württemberger Weingärtnergenossenschaften
wein-heimat-württemberg.de
„Bergwärts“: Von der Nordsee auf den Mont Blanc
Von -6 auf 4810
Vom tiefsten zum höchsten Punkt Europas,
chen Holland muss man selbst mit 50 Kilo Ge-
nach Deutschland und an der Saar entlang, bis
per Rad, zu Fuß und auf Ski. Tim Fritz (Text
päck kaum treten – dachte ich! Doch kräftiger
ich abends im französischen Saverne meine
und Fotos) berichtet, wie die einstigen Berg-
Gegenwind zeigt, dass die Windmühlen nicht
Beine in der Jugendherberge hochlegen kann.
vagabunden heute noch die Fantasie anregen
der Dekoration dienen. Dafür genießt man ei-
Kurz entschlossen baue ich einen Abstecher
können.
nen weiten Blick, den man aus den Bergen
über den Schwarzwald in die Tour ein; 189 Ki-
Inspiriert durch ein altes Bergsteigerbuch, ent-
nicht gewohnt ist. Die Niederlande sind das
lometer mit dem Schauinsland am Tagesende.
stand die Idee, wie die Alpinisten früherer Zeiten
Fahrradland Europas: perfekt angelegte Rad-
Nachmittags um fünf Uhr trudle ich in Freiburg
mit dem Rad in die Berge zu fahren. Zu Beginn
wege, morgens Hunderte andere Radler im
der Unternehmung „Bergwärts“ stand aber nur
Berufsverkehr. Die Grenze zu Belgien markiert
Der Wille macht vieles möglich, was ein
kreativer Kopf sich ausdenkt – und wenn’s
der Weg von ganz unten nach ganz oben in
Mitteleuropa ist.
ihr Ziel fest: der Mont Blanc, mit 4810 Metern
kein Schild, kein Zöllner – eine sehr schöne
höchster Berg der Alpen. Doch wo starten? Am
Entwicklung. Die belgischen Radwege stehen
Feldberg, meinem Heimatberg? Innerhalb von
den niederländischen in nichts nach. Aber
drei Jahren kamen neue Ideen dazu. Warum
Eddie Mercx hat die Tour de France nicht zufäl-
nicht gleich am tiefsten Punkt Europas? Im
lig gewonnen: Die Ardennen, mit Steigungen
ein – und es schüttet aus Eimern. Motivations-
Frühjahr 2015 sollte die Idee wahr werden.
von über 13 Prozent über mehr als 10 Kilome-
loch – aber um neun Uhr abends beginne ich
ter, fordern die Oberschenkel und auch die Ket-
völlig durchnässt am Fuß des Schauinslands im
te, so dass bald die erste Reparatur fällig wird.
ersten Gang zu treten, zweieinhalb Stunden
In Nieuwerkerk aan den Ijssel ( -6,74 m) rolle
Luxemburg bleibt durch die Bundesstraße/Au-
später liegen die letzten 35 Kilo- und 800 Hö-
ich los, Ski, Gleitschirm und alles Material in
tobahn N7 im Sinn und durch zwei Stunden Irr-
henmeter hinter mir. Nebel, Regen, Dunkelheit.
einem Hänger und drei Taschen dabei. Im fla-
fahrt in der Hauptstadt. Über Schengen geht es
Ein emotionaler Tiefpunkt!
Weiter Blick im flachen Land
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DAV
2/2016
bergsport heute
gat, das entscheidende Doping für den letzten
Pass. Ein Steinbock empfängt mich oben; innehalten, genießen und einfach nur freuen.
Nach elf Tagen und 1620 Kilometern im Sattel
bin ich tatsächlich angekommen. Jipiieee! Nur
interessiert das in der Bergsport-Welthauptstadt niemanden. Fast komme ich mir albern
vor mit meinen Ski auf dem Hänger.
Genau zum richtigen Zeitpunkt
„Ihr habt noch die nächsten beiden Tage, dann
wird’s schlecht!“, heißt es im Bergführerbüro. Eigentlich wollte ich zwei Tage regenerieren und
akklimatisieren. Das fällt nun aus. Punkt neun
am nächsten Morgen steht mein Kumpel Beni
auf dem Parkplatz. Das Wetter sieht gut aus.
Durch eine atemberaubende Gletscherlandschaft erreichen wir bei strahlendem Sonnenschein die Grands-Mulets-Hütte (3051 m). Um
18 Uhr gibt es Abendessen, um sieben liegen wir
im Bett. Ich kriege kein Auge zu, unglaublich aufgeregt, ob mein Traum wirklich morgen in Erfüllung geht. Um halb zwei in der Nacht anziehen,
Frühstück, der Blick aus dem Fenster. Sternenklar! So ein Glück, nach zwei Wochen im Sattel
genau zum richtigen Zeitpunkt hier zu sein. Zu
Beginn mit Stirnlampe und Fellen, dann mit
Steig­eisen im ersten Morgenlicht erkämpfen wir
uns Meter für Meter. Auf den letzten 500 Höhenmetern zum Gipfel peitscht uns der Wind ins
Noch ein Regentag; nach 855 Kilometern in
Martigny bringt ein Freund mir Kirschen und Rin-
Gesicht, wir bemerken die Höhe, ich auch die
sechs Tagen ist ein Tag Pause gerechtfertigt.
derfilet, eine kulinarische Explosion nach Tagen
Müdigkeit. Bei jedem dritten Schritt fallen mir die
Dann geht es in die Schweiz! Mit dem Fahrrad
mit Bananen, Riegeln, Ravioli und täglich einem
Augen zu, jetzt heißt es auf die Zähne beißen.
über den Rhein rollen, sofort stellt sich Wohlge-
Glas Nutella. Gut gestärkt geht es Richtung
Dann ist es geschafft. Ich bin einfach nur glück-
fühl ein. Die Etappe durch den Jura bis kurz vor
Forclaz-Pass, 16 Kilometer, 1051 Höhenmeter.
lich, so glücklich wie schon lange nicht mehr. Solothurn ist die landschaftlich schönste der
Schon auf den ersten Metern muss ich in den
bisherigen Reise. Wunderschöne Örtchen, tol-
kleinsten Gang schalten, ein leicht mulmiges Ge-
le Seen; kurz vor dem nächsten Tagesziel schim-
fühl – aber es rollt! Viele Kehren später stehe ich
mern plötzlich weiß am Horizont die Alpen! Jetzt
auf 1527 Metern, jetzt geht’s nur noch runter!
gibt es kein Halten mehr. Durch Weinberge flitze
Doch das Autofahrergedächtnis hat den Col des
ich hinunter in das mediterrane Klima des Genfer
Montets vergessen. Also noch mal runterschal-
Sees und bewundere dabei die Dents du Midi.
ten und treten, treten, treten. Drei nette Franzö-
Zum Schlafplatz unter den Kletterfelsen von
sinnen schenken mir 500 Gramm weißen Nou-
| Die ungekürzte Geschichte lesen Sie auf
alpenverein.de/panorama |
–
Tim Fritz ( bergwärts.com)
lernte im Schwarzwald mit
zwei Jahren Ski fahren, ist Ski­­lehrer, Bergretter und Moun­tain­bikeguide. Er hat sich fest
„vorgenommen, eine solche
Reise wieder zu machen“.
DAV
2/2016
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München-Venedig – auf die bequeme Tour
Von Maria zu Markus mit Genuss
Einmal mit dem Rad über die Alpen: Das wünschen sich viele. Dass eine komfortable Strecke vom Marienplatz
in München zum Markusplatz in Venedig seit dem Sommer 2015 existiert und ganz einfach funktioniert, liegt
an der Idee einiger weniger Macher.
Text und Fotos von Rollo Steffens
Eine durchgehend beschilderte und gut struk-
Kunststädte. Wer möchte, kann mit allen Vari-
stehenden Wegen, radelt etwa ab Jenbach
turierte Radstrecke von München nach Vene-
anten sogar 900 Kilometer fahren – wohlge-
entlang des Inn, über die alte Römerstraße
dig ist seit dem Sommer 2015 unter Dach und
merkt in eine Richtung!
durch das Untere (Tiroler) Wipptal und erreicht
Fach. Sie ist das Werk einer trinationalen Initi-
schließlich acht Kilometer vor der Passhöhe
ative mehrerer Tourismusverbände und italie-
Wenig Verkehr, tolle Landschaft
nischer Provinzen. Die etwa 570 Kilometer
Zu Beginn gibt es ab München gleich zwei Al-
meter vor der italienischen Grenze sind die ein-
lange Strecke zwischen den beiden berühmten
ternativen: die seit dem Jahr 2004 bestehende
zig verkehrsreichen auf der gesamten Strecke.
M-Plätzen diesseits und jenseits der Alpen ist
Via Bavarica Tyrolensis oder den klassischen
Wer sie meiden möchte, nimmt die Bahn, spä-
die Brenner-Staatsstraße. Diese letzten Kilo-
Mehr spitz als breit sind
die Türme von München
(r. o.) und Venedig (r. u.).
Mehr für genussfähige
Breitensportler als für
Spitzenathleten ist
der Zuschnitt dieser
Radtour, die auch mitten
durch die Dolomiten
(l., bei Cortina) führt.
etwas für Genuss-Radfahrer, Radwanderer,
Weg entlang der Isar. Die beiden Radrouten
testens ab Mühlbachl oder ab Matrei. Sonst ist
Biker aller Leistungsklassen und auch für Rei-
vereinen sich wieder am Sylvensteinspeicher.
man überwiegend geteert, oft aber auch ge-
sende mit Rad, Zelt und Zeit. Sie lässt sich in
Von dort folgen Radler der Strecke in Richtung
schottert auf Radwegen und weit abseits viel
fünf verschiedene Kultur-Abschnitte aufdrö-
Tirol und rollen nach ein paar wenigen Stei-
befahrener Autostraßen unterwegs. Dabei ori-
seln: den Wassererlebnisweg; Tirols Schätze;
gungen entlang des fjordartig in die Bergwelt
entieren sich Bike und Biker fast ausnahmslos
alpin-mediterraner Lebensstil; Unesco-Na-
eingebetteten Achensees hinunter ins Inntal.
an der blau-weißen Beschilderung München
turerbe Dolomiten; Venedigs Gärten und die
Auch danach bleibt man auf bereits lange be-
– Venezia.
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DAV
2/2016
bergsport heute
München – Venedig in 7 Tagen:
So haben wir‘s gemacht
1. München – Lenggries: Vom Englischen Garten über den Isar-Radweg nach
Lenggries. Wer in München wohnt und den Isar-Radweg zur Genüge kennt, kann mit der
Bayerischen Oberlandbahn (BOB) nach Lenggries fahren. bayerischeoberlandbahn.de
2. Lenggries – Hall: Zum Sylvensteinspeicher und über den Radweg Via Bavarica
Tyrolensis entlang dem Achensee zum Inntal-Radweg.
3. Hall – Sterzing: Durch das Untere Wipptal zum Brennerpass, durch das Obere
Wipptal nach Sterzing. Anstrengendste Tagesetappe, lang, dafür mit grandioser Abfahrt nach Südtirol. Alternativ nach Innsbruck und mit dem Zug hinauf zum Brenner.
4. Sterzing – Toblach: Über Franzensfeste in das Pustertal.
5. Toblach – Cortina d'Ampezzo: Relativ kurze Etappe mit spannender Abfahrt
auf der Lunga via delle Dolomiti.
6. Cortina – Lago Santa Croce: Lange abwärts und durch das Valle di Cadore ins
Tal des Flusses Piave.
7. Lago Santa Croce – Venedig: Lang, aber überwiegend flach über Treviso nach
Venezia Mestre.
8. Venedig – München: Durchgehende Rückreise ohne Umsteigen mit dem Zug ab
Venezia-Mestre über Verona – Innsbruck – Kufstein – München (Euro-City). Räder
re­ser­vierungspflichtig, im Euro-City maximal 4 Bikes pro Waggon. Ein Bus-Shuttle
Venedig-München existiert, war aber für Anfragen des Autors nicht zu erreichen.
Übernachtung: Relativ unabhängig ist man mit Rad und Zelt; es gibt natürlich jede
Menge Möglichkeiten vom Privatzimmer bis zum 5-Sterne-Hotel. Gute Campingplätze
am Achensee, in Hall, am Toblacher See, bei Sterzing, bei Cortina (2), am Lago Santa
Croce und in Mestre.
Faltkarte: München – Venezia, Fahrradgenuss; © 2015 Provincia di Belluno. Mit
Streckenübersicht und 47 Kurzbeschreibungen von Sehenswürdigkeiten entlang der
Route. Bestellbar unter [email protected] Alle Informationen, alle am
Projekt beteiligten Partner und Höhenprofile: muenchen-venezia.info
Zentraler Ansprechpartner: Routenmanagement Radweg München-Venezia,
c/o EURAC research, Hr. Dr. Manuel Demetz, Drususalle 1, I-39100 Bozen,
Tel.: 0039/0471/05 54 31, [email protected]
Insider-Tipp: Bald nach der Grenze zu Italien bereits Räderplätze für die Rückreise
reservieren und Rückfahrkarte kaufen, am besten in Bruneck. Dieser Bahnhof hat einen
Schalter mit freundlichem Personal. Sonst oft nur Automaten an den Bahnhöfen.
| Weitere Fotos: alpenverein.de/panorama |
Rollen lassen, fast bis ans Meer
Schotterstraße unter der Punta Fiames (2297
stisch scheint. Wer jetzt noch einen Schlenker
Ein echter Hit ist die Abfahrt jenseits des Bren-
m) und dem Pomagagnonkamm nach Cortina,
will, fährt zur Punta Sabbioni. Wer's eilig hat,
ners auf einer asphaltierten, alten Bahntrasse.
die ein Teil der Lunga via delle Dolomiti ist. Ei-
radelt direkt nach Mestre und Venedig, zum
Dieses Stück Raderlebnis wurde erst im Som-
ner langen Abfahrt nach der Olympiastadt,
Cappuccino im Caffè Florian.
mer 2015 fertiggestellt. Es führt aussichtsreich
vorbei an Monte Antelao (3264 m) und Monte
beinahe bis nach Sterzing. Bei Brixen zweigt die
Pelmo (3168 m), schließt sich das südliche
Route in das breite Pustertal ab, dann führt
Ambiente der Hügellandschaft bei Vittorio
jenseits von Toblach der Passo Cimabanche in
Veneto an, bevor es nach Treviso geht. Im
die felsige Wunderwelt der Dolomiten. So wie
Stadtkern schiebt man über Stege und Kanäle,
die Abfahrt nach Sterzing begeistert auch die
vorbei an einem Schiffsfriedhof, der gespen-
–
Rollo Steffens lebt als freier
Journalist und Reiseleiter in
München und hält auch
Vor­träge – unter anderem
über Radtouren, die auch mit
morschen Knien noch
machbar sind.
DAV
2/2016
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Fotos: Colin Haley (2), Tobias Sinn, Luka Fonda, Tom Ballard
Colin Haley (l.) läuft Patagonien-Legenden wie Ermanno Salvaterra und Rolando Garibotti den
Rang ab. Achtmal stand er auf dem
Cerro Torre, elfmal auf dem Fitz
Roy. Diesen bestieg er Ende 2015
solo über die California-Route,
später mit Andy Wyatt über die
Supercanaleta in 21:08 Stunden
vom Straßenende und zurück.
16:30 Stunden brauchte er für die
erste Solobesteigung von Punta
Herron und Torre Egger. Dazu noch
ein paar Trainingsrouten und eine
Solo-Erstbegehung – eine Bilanz
für ein erfülltes Alpinistenleben …
Geht’s noch? (schneller?)
Alex Honnold hatte schon in
seiner ersten Patagoniensaison
2014 mit der Fitz-Roy-Traverse
(mit Tommy Caldwell) Maßstäbe
verschoben. Jetzt gelang ihm, gemeinsam mit Haley, die erste Wiederholung der Cerro-Torre-Traverse, die jener 2008 in vier Tagen
erstmals geschafft hatte; das neue
Dream-Team brauchte 20:40 Stunden. Und hängte ein paar Tage danach eine Speedbegehung des
„Wave Effect“ (1900 m, VIII+) über
Desmochada und Silla zum Fitz Roy
an – mit acht Simultan-Seillängen
in 17:07 Stunden.
* Der Italiener
Noch mehr Patagonien – Zwei Legen-
David Bacci und Matteo della Bordella (ITA).
lorado Route“ (500m, VIII-).
denrouten wurden erstmals wiederholt: „Psy-
Del­la Bordella gelang dann mit Silvan Schüp-
Francesco Salvaterra machte mit diversen
cho Vertical“ (900 m, VI+, M8, A3, 90°) am Tor-
bach (SUI) die dritte Begehung der nun bohrha-
Landsleuten zwei Erstbegehungen an Colmillo
re Egger durch Korra Pesce (ITA), Roli Striemit-
kenfreien Kompressorroute (VIII+, A1, WI 5) am
Central und Sur, dann die erste Begehung von
zer (AUT), Tomy Aguilo, Inaki Coussirat und
Cerro Torre.
„Motivaciones Mixtas“ (900 m, M6+, VII, C1, WI
Carlitos Molina (ARG); die „Via dei Ragni“ (1200
siker fanden Quinn Brett, Max Barlerin und
5+) bis zum Gipfel der Aguja Standhardt.
m, 65°, VII-, A3) am Fitz-Roy-Ostpfeiler durch
Mike Lukens in der Südwand des Fitz Roy: „Co-
außergewöhnlich schwierige Klettereien eröff-
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DAV
2/2016
* Eine Risslinie mit Zeug zum Klas-
* Zwei
bergsport heute
Aufgeschnappt
neten die zwei „Giri-Giri-Boys“ Jumbo Yokoyama und Takaaki Nagato (JAP) mit „Knobmania“
(300 m, IX, Aguja del Tridente) und „Pilar canino“
(500 m, VIII+/IX-, Cerro Piergiorgio).
Noch mehr wilde Berge – Die Erstbesteigung des San Lian Southeast (6250 m) in
China machten die Polen Marcin Rutkowski,
Wojciech Ryczer und Rafal Zajac in fünf Tagen
durch die Südwand (1450 m, ED2, M7, WI 5R).
* „Der Zustieg ist eine Strafe“ bedeutet der
Name „A la verti-
„Der Unterschied zwischen 9a+ und
9b ist gar nicht so groß, wenn du mal
raus hast, wie es geht. Trotzdem
brauchst du noch fünf Tage dafür.“ Alex
Megos nach seiner ersten 9b (XI+/XII-) „Die
Torres-Traverse war eine Symbiose
unserer jeweiligen Stärken … (beim
„Wave Effect“) … habe ich nur mein
Bestes versucht, ihn nicht zu bremsen.“ Colin Haley über Alex Honnold nach der
Fitz-Roy-Speedbegehung „Ständige
Überstimulation stumpft mich ab, und
ich würde es nicht anders wollen. Es
reicht nicht. Ich brauche mehr. Nichts
scheint mich zu befriedigen. Ich will es
nicht, ich brauche es einfach. Fühlen,
atmen, wissen, dass ich lebe.“ Alex
Honnold schwärmt von der Intensität des
Alpinismus, die er in Patagonien lebte.
keitsniveau für diese Art Kletterei“ proklamieren Tim Emmett (GBR) und Klemen Premrl
(SLO) für „Interstellar Spice“ an den Helmcken
Falls.
* „The Gift“ (7 SL, 8c) von Alex Luger (AUT)
an der Drusenfluh (Rätikon) dürfte eine der
schwersten Mehrseillängenrouten der Alpen
sein.
* Dem Club der 9b-(XI+/XII-)-Männer ge-
hört nun auch Alex Megos an, mit „First Round,
First Minute“ in Margalef; Jakob Schubert (AUT)
macht mit „Planta de Shiva“ seine zweite 9b.
*
Mina Markovic (SLO) kletterte in zwei Wochen
in Santa Linya eine 9a (XI), zwei 8c+ und zwei 8c
(X+/XI-). Ihre 16-jährige Landsfrau Janja Garn-
cale de la peine“
* 60 Routen zwi-
(WI 5) der Route
Tom Ballard (s. S. 104f.) stieg am warmen Vor-
bret flashte zwei 8c-Routen.
der Franzosen
mittag des 30.12. free solo den „Spigolo Vinci“
schen 8a und 8b (X) hat Cathy Wagner (50, USA)
Mathieu Detrie,
(400 m, TD, VI) am Piz Cengalo und die „Via Mol-
Julien Dusserre,
teni“ (400 m, D+, V+) am Piz Badile.
Pierre Labbre
Mathieu
Klettern groß bis klein – Für „A line
Maynadier (FRA)
above the sky“ in den Dolomiten bringt Tom
am Dzasampa
Ballard erstmals den Grad D15 ins Gespräch –
Tse (6295 m) in
im „Dry Tooling Style“, also ohne Figure4 oder
Nepal.
Figure9. Marianne van der Steen flasht mit
und
Nur teilweise schneefrei: „Magic
Line“ in der Laliderer Wand
* Die ers-
te Wiederholung
„Kamasutra“ in Italien als erster Mensch über-
und gleichzeitig
haupt D13+. Ein ähnliches Niveau wie Ballard
erste Winterbe-
wirft Will Gadd in den Ring: Mit M15 bewertet
Wer braucht denn noch Eis zum Mixedklettern?
Tom Ballard in seiner D15-Kreation
gehung der kühn
er „Instagrade“ in Kanada, die nach 50 Metern
gesicherten „La storia infinita“ (1400 m, VIII-)
durch ein Höhlendach mit weiten Bohrhaken-
2015 geklettert; in ihrem Leben 527. Steve Mc-
am Monte Agner gelang Martin Dejori und Titus
abständen noch einen Ausstieg in zentimeter-
Clure (GBR) stieg mit 45 Jahren 8b+ (X+) on-
Prinoth (ITA) am 29./30. Dezember.
dünnem Eis bietet. Und „ein neues Schwierig-
sight. Der gleichaltrige Tim Fairfield (USA) eröff-
*
Flott un-
* Erstmals munkelte
terwegs waren David Bruder und Tobias Sinn
nete einen 8C-Boulder.
(GER) am 27. Dezember bei der ersten Winter-
man in Fontainebleau vom Grad 8C+ für „Le
begehung der „Magic Line“ (800 m, VIII+, 12
pied à coulisse“ von Guillaume Glairon-Mondet.
Std.) in der Laliderer-Nordwand.
Sofortige Wiederholer relativierten das dann
*
Vom warmen
gleich wieder: doch nicht so schwer ...
Winter profitierten auch Fabio Salini und Davide
Codega (ITA) bei der 18-stündigen Überschreitung der Scioragruppe im Bergell. Eine Woche
drauf doppelten die Schweizer David Hefti und
Marcel Schenk auf und überschritten in zwei Tagen die Bergellkette vom Pizzo Trubinasca bis
zum Torre Innominata erstmals im Winter.
*
9a (XI) ist heute nur noch optisch ein Thema:
Sachi Amma in „Water World“, Osp
–
Disclaimer: Die Rubrik ,,spitz & breit“ richtet einen offenen Blick auf alle Zweige und Blüten, Spitzen und Auswüchse, die der Baum des Bergsports weltweit hervorbringt. Sie will dokumentieren, kommentieren und zum
Nachdenken anregen – nicht unbedingt zum Nachmachen. Sondern: Denken Sie nach – klären Sie Ihre Risiken
– entscheiden Sie selbst, was Sie tun und lassen!
DAV
2/2016
35
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Die Berge sind unser Zuhause
Ob auf mehrwöchiger Alpenüberquerung zu Fuß oder mit dem Bike. Ob auf Gletschertour oder beim
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BOLIVIEN
ALPEN
SPANIEN
Zu den Feuerbergen in der
Cordillera Occidental
Alpenüberquerung von Oberstdorf
nach Meran
Transpirenaica MTB –
vom Mittelmeer zum Atlantik
Bergsteiger und Naturfreunde kommen bei
dieser abwechslungsreichen Reise zu den
schönsten Vulkanen Boliviens voll auf ihre
Kosten. Erst ein Ausflug zum 3800 Meter
hoch gelegenen Titicacasee. Entspannte Tage
mit Traumblicken in die Cordillera Real mit
ihren verschneiten Sechstausendern. Weiter
übers Altiplano nach Uyuni an die Ufer des
Salar de Uyuni. Die Höhen­akklimatisation erfolgt ganz nebenbei, und bestens vorbereitet
geht es ans Bergprogramm: Tunupa, 5432 m,
Coipasa, 4900 m, und Acotango, 6056 m, drei
der mächtigen Feuerberge in der Cordillera
Occidental.
Einmal zu Fuß über die Alpen ist für viele
Bergwanderer ein Traum. Das Zauberwort
heißt „E 5“. Der Europäische Fernwanderweg
ist in seinem alpinsten Teil von Oberstdorf
nach Meran zu einem Synonym für die Überquerung der Alpen geworden. Vom Weißbier
zum Wein sind es 5400 Höhen­meter im Aufstieg und 7300 im Abstieg. Die ers­ten Etappen
verlaufen durch die Allgäuer, Lechtaler und
Ötztaler Alpen. Wenn das Wetter mitspielt,
wird auch der formschöne, vergletscherte Similaun (3606 m) bestiegen. Die Rückfahrt von
Meran und teilweise sogar Rucksacktransport sind inbegriffen.
Mitten durch die Pyrenäen führt diese
Mountainbike-Durchquerung in zehn Etappen von der Costa Brava bis ins Baskenland
– von Barcelona bis nach Bilbao. Täglicher
Gepäcktransport verspricht ungetrübten
Fahr­­
spaß auf über 650 Kilometern und
20.000 Höhenmetern. Die Vielseitigkeit der
Landschaftsbilder beeindruckt: Die Garrot­
xa zu Anfang der Tour wird zu Recht die Toskana Spaniens genannt. Später wechseln
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36
DAV
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Auflösung des Gewinnspiels aus Heft 1/16
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Redaktion Panorama
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Einsendeschluss ist der 8.
April. Keine Teil­nah­me über
Gewinnspielorganisationen
und für Mitar­beiter der
DAV-Bundesgeschäftsstelle.
Rechtsweg ausgeschlossen.
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