ADHS-Studie

Zentralinstitut für Seelische Gesundheit ∙ J 5 ∙ 68159 Mannheim
Referat Kommunikation und Medien
Leitung:
Sigrid Wolff, Dipl.-Psychologin
Pressemitteilung
vom 17.02.2016
Telefon: 06 21 17 03-1301, -1302, -1303
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Internet: www.zi-mannheim.de
Zentralinstitut für Seelische Gesundheit (ZI): Deutschlandweite ADHS-Studie sucht
Teilnehmer
Die Aufmerksamkeitsdefizit-/Hyperaktivitätsstörung (ADHS) ist eine der häufigsten psychischen
Erkrankungen bei Kindern und Jugendlichen. Inzwischen weiß man, dass ADHS auch bis ins
Erwachsenenalter bestehen kann und oftmals zu Schwierigkeiten in den verschiedensten Bereichen
wie Familie, Freundeskreis oder im Beruf führt. Es gibt bereits einige als wirksam belegte
Behandlungsmöglichkeiten bei ADHS. Allerdings helfen nicht alle Behandlungen bei allen ADHSPatienten gleich gut. Um herauszufinden, welche Behandlungen wann für welche Patienten am
besten sind, wurde die von Professor Tobias Banaschewski (Ärztlicher Direktor der Klinik für
Psychiatrie und Psychotherapie des Kindes- und Jugendalters) koordinierte Studie ESCAlife
(Evidenced based Stepped Care of ADHD along the life span) entwickelt.
Das Therapieangebot innerhalb der Studie reicht von Selbsthilfe über Verhaltenstherapie und
Elterntraining bis hin zu Neurofeedback oder gegebenenfalls medikamentöser Unterstützung.
Gefördert wird die Studie durch das Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF). Die
Gesamtstudie unterteilt sich in vier altersabhängige Teilstudien (ESCApreschool: drei bis fünf Jahre,
ESCAschool: sechs bis elf Jahre, ESCAadol: 12 bis 15 Jahre, ESCAlate: 16 bis 35 Jahre). Das
Therapieprogramm für ADHS ist dabei „gestuft“ und „adaptiv“. Das heißt, die Behandlung richtet sich
nach der Art und Schwere der Probleme und danach, wie gut jemand auf eine Behandlungsmethode
anspricht. In einem ersten Schritt wird dabei meist zunächst eine telefonunterstützte Selbsthilfe
angeboten und erst in einem zweiten Schritt die Therapie bei Bedarf intensiviert. Verhaltenstherapie,
Neurofeedback, Elterntraining oder eine psychopharmakologische Behandlung können hierbei
Bestandteil der Behandlung werden. Zusätzlich werden bei einem Teil der Probanden mittels
bildgebender Verfahren verschiedene Gehirnareale untersucht sowie EEG-Untersuchungen
durchgeführt, um individuelle Abweichungen der Hirnfunktionen und -strukturen, welche dem
Störungsbild zugrunde liegen, zu erfassen. Damit soll herausgefunden werden, wie sich der
Behandlungserfolg vorhersagen und verbessern lässt, um zukünftige Behandlungen gezielter auf
einzelne Betroffene zuschneiden zu können.
Die Studiendauer beträgt insgesamt zwischen neun und 15 Monaten, je nach Art der Behandlung. Zu
Beginn findet bei allen Teilnehmern eine ausführliche ADHS-Diagnostik statt. Mitmachen kann jeder
zwischen drei und 35 Jahren, bei dem eine ADHS diagnostiziert wurde oder bei dem ein solcher
Verdacht besteht.
Wer Interesse an einer ADHS-Behandlung hat, die dem aktuellsten Stand der Wissenschaft entspricht
und einen wesentlichen Beitrag zur Verbesserung der Behandlungsmöglichkeiten bei ADHS leisten
möchte, kann sich telefonisch an die Telefonnummer 0621 / 1703-4911 wenden oder eine E-Mail an
[email protected] schreiben. Weitere Informationen und Kontaktmöglichkeiten sind im
Internet unter www.esca-life.org zu finden.