Schlaganfall Abnehmen - NÖ Landeskliniken

&
12/15, 10. Jahrgang, e 2,40
GESUND LEBEN
in niederösterreich
Abnehmen
Dauerhaft & gesund abnehmen –
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Schlaganfall
Wie Sie die Symptome
erkennen – denn
jede Minute zählt
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Gesundheit
in NÖ
in Kürze
Kinderbetreuung
1.051 Kindergarten-Standorte gibt es
derzeit in Niederösterreich, die von
rund 51.000 Kindern ab zweieinhalb
Jahren besucht werden. Dazu kommen
193 Tagesbetreuungs-Einrichtungen
und 762 Tageseltern. Bis 2017 werden
55,4 Mio. Euro in den Ausbau der
Kinderbetreuung investiert, vor allem
für Betreuungsformen für unter
dreijährige Kinder. Die Eltern sollen
flexibel wählen können, ob, wann und
wie sie ihre Kinder in außerhäusliche
Betreuung geben. Langjährig tätige
Tageseltern erhalten einen neu
beschlossenen InvestitionskostenZuschuss des Landes von 750 Euro.
Das NÖ Hilfswerk bietet kostenlose
Ausbildungskurse für Tageseltern an.
Sie starten am 16. Februar 2016 in
St. Pölten und am 12. April 2016 in
Traiskirchen.
Informationen: www.hilfswerk.at/
niederoesterreich
13. Hospiz-Symposium
(v.l.) OA Dr. Robert Fitzka, MSc, DGKS Elisabeth Morgenbesser, OA Dr. Daniel Csomor, Prim. Dr. Helmut
Trimmel, MSc, Landesrat Mag. Karl Wilfing, DGKS Claudia Schwendenwein und DGKP Hubert Waldhuber
Ausgezeichnetes
Simulationszentrum
Preisträger des 2. Austrian Patient Safety Award 2015, vergeben von der Österreichischen Plattform Patientensicherheit, ist das Simulationszentrum im Landesklinikum Hochegg unter der Leitung von Prim. Dr. Helmut Trimmel, MSc. Seit 2009
absolvieren hier multiprofessionelle medizinische Teams Crisis Resource Management Trainings, ähnlich einem Pilotentraining am Flugsimulator. Diese Trainings
stärken vor allem Führungskompetenz, Teamarbeit und Kommunikation in akutmedizinischen Stresssituationen – wichtige Faktoren, um im kritischen Augenblick
richtig und effizient zu handeln. Bis dato trainierten hier an die 1.500 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der NÖ Kliniken.
Fundtier-Homepage
2.400 Fundtiere werden pro Jahr in NÖ Tierheimen abgegeben. Um sein Haustier
leichter wiederzufinden, gibt es jetzt eine Fundtier-Homepage. Künftig werden dort
die abgegebenen Tiere mit Foto und wesentlichen Informationen erfasst. Die Seite
ist als Hilfe für die Besitzer von verlorenen Tieren gedacht; bei ausgesetzten Tieren
steigt durch sie die Chance, die Herkunft des Tieres zu eruieren und den ehemaligen
Tierhalter zur Verantwortung zu ziehen.
Informationen: www.tiersuche.noe.gv.at
Der Verein Mobiles Hospiz Horn veranstaltet jährlich ein Symposium, um
hospizliche Themen in der Öffentlichkeit
zu verbreiten und um eine Vernetzungsplattform zu bieten. Das 13. Hospiz-Symposium steht unter dem Titel „Und ist’s
Gefühl – wer weiß, wie weit es reicht“.
Vortragende sind Dr. phil. Udo Baer
Siebzig Jahre sind seit dem Ende des Zweiten
(„Das Herz wird nicht dement“), Prof.
Weltkriegs vergangen. Wir leben somit in einer
Dr. Traugott Roser („Wenn die Sehnsucht
der längsten Friedensperioden in Niederösterbleibt“), Dr. Arnold Mettnitzer („Beileid
reich. Die politisch wichtige Lage hat das Land im
zwischen Höflichkeit und AnteilnahLaufe der Geschichte zu einem immer wieder
me“), Mag. Doris Anna Biermeier („Die
heiß umkämpften Raum gemacht. Die Spuren
Mystik im Sterben“), Monika Müller, MA
dieser Kriege finden sich als Denkmäler, als
(„Mei, Schwester wie halten Sie das denn
Relikte in Museen und als schriftliches Gedächtaus?“) und Justizminister Dr. Wolfgang
nis in den Archiven. Das NÖ Landesmuseum in
Brandstetter („Die Perspektiven des GeSt. Pölten zeigt noch bis 31. Juli 2016 die Ausstelsetzgebers zu Fragen am Lebensende“).
lung „Kriegsschauplatz Niederösterreich“. Der
Moderation: OA Dr. Dietmar Weixler,
Blick zurück, den die Ausstellung macht, zeigt die
MSc, Medizinalrat Dr. Friedrich Eckhard
Auswirkungen der Kämpfe und enthüllt deren
Termin: 12. März 2016, Vereinshaus
erschreckende Entwicklung, die die ZivilbevölkeHorn, Robert-Hamerling-Straße 9
rung immer mehr in die Kampfhandlungen hineinzog. Eintritt für Erwachsene: 9 Euro
(Anmeldeschluss: 28. Februar 2016)
Informationen: www.landesmuseum.net
Informationen: www.mhospizhorn.at
FOTo: Wilhelm Obransky
Ausstellung
Kurz gemeldet
Hilfe für pflegebedürftige Menschen und deren Angehörige bietet die Pflegehotline (Mo. bis Fr. 08:00–16:00 Uhr),
Tel.: 02742/9005-9095, [email protected]l.gv.at
GESUND & LEBEN IN NIEDERÖSTERREICH
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03
06
20
Gesunde Gemeinde
38
Schlaganfall
Fit mit Hund
GESUND&LEBEN 12/15
GESUNDHEIT IN NÖ
03 In Kürze
19 In Kürze
06
20
Nahversorger für Ihre Gesundheit
1,2 Millionen Menschen in NÖ leben in
einer »Gesunden Gemeinde«. Dieses Präventionsprogramm feiert jetzt
Geburtstag – und hat viel zu feiern
11Neues aus den NÖ Kliniken
12 Kurztrip ins Klinikum
Immer mehr Eingriffe kann man tages­-
klinisch machen lassen. Niederösterreich
ist hier Vorreiter
Liebe Leserinnen
und Leser!
Es ist für uns gelebte
Selbstverständlichkeit, dass sich die aus
Gründen der besseren
Lesbarkeit gewählten,
neutralen Bezeichnungen, wie Leser,
Mitarbeiter etc., sowohl
auf Männer als auch auf
Frauen beziehen.
04
GESUND WERDEN & BLEIBEN
Gegen die Zeit
Schlaganfall ist die zweithäufigste
Todesursache in Österreich. Wie erkennt man die Symptome?
22 Bewegung ist Leben
Sie sollten sich mehr bewegen? Der Alltag bietet viele Möglichkeiten
24
143 Kilo weniger
Gesünder essen, sporteln, mehr auf seinen Körper achten: Das Programm VORSORGE-
aktiv hilft dabei
29
Darüber spricht man nicht?
Sexuell übertragbare Krankheiten sind auf dem Vormarsch. Das Tabu, das sie umgibt, ist groß
14 Wissen aus erster Hand
16 Selbsthilfe
17Danke-Briefe
18 Patientenrechte & Zahngesundheit
32 Gepflegtes Haar
Gesundes und schönes Haar
FOToS: gerald lechner, Fotolia, ZVG
Diese Ausgabe von
Gesund&Leben ging
am 29.12.2015 in den
Versand. Sollten Sie
das Magazin nicht zeitgerecht im Briefkas­ten
vorfinden, wenden Sie
sich bitte an Ihr zuständiges Postamt.
GESUND & LEBEN
EDITORIAL & InHALT
Forschen für
unser Land
Liebe Leserinnen und Leser!
Niederösterreich entwickelt sich zu einem angesehenen Wissenschafts-Standort. Warum das wichtig
ist? Unser größter Schatz sind die klugen Köpfe in
unserem Land. Durch sie, durch ihre Arbeit, entstehen wertvolle und hochwertige Arbeitsplätze und
verbessert sich unsere Lebensqualität. Viele Schritte
haben wir bereits gesetzt: zum Beispiel mit dem
Institute of Science and Technology Austria in Maria
Gugging, wo internationale Spitzenforscher arbeiten. Mit MedAustron entsteht ein Ionen-Therapieund Forschungszentrum von enormer Bedeutung,
2016 werden die ersten Patientinnen und Patienten
davon profitieren.
GESUND LEBEN & WOHL FÜHLEN
37 In Kürze
38 Winterspaß auf vier Pfoten
Wie Sie und Ihr Vierbeiner fit und gut
gelaunt durch den Winter kommen
42 Es geht um die Wurst
Können Schinken, Speck und Wurst
Krebs auslösen?
44 Leicht gemacht
Richtig, dauerhaft und gesund abnehmen – ohne Frust und lästigen Jojo-Effekt
Voll im leben
48 Deutsch für Anfänger
Ehrenamtliche Helfer schenken
Flüchtlingskindern ihre Zeit
Thema Politik-Forschung: Das Universitätsnetzwerk netPOL – ein internationales Erfolgsprojekt im
Bereich Politikwissenschaft – ist nun bis 2021 verlängert. Es verbindet die Donau-Universität Krems
mit der Karl-Franzens-Universität Graz, der Andrássy Universität Budapest, der deutschen Zeppelin
Universität in Friedrichshafen und Berlin sowie der
Babes-Bolyai-Universität im rumänischen Cluj.
NetPOL ist ein Leuchtturmprojekt: Seit 2013 läuft
das Doktorats-Programm, das ein hohes wissenschaftliches Niveau garantiert.
Derzeit laufen Forschungsprojekte zur DemokratieEntwicklung, zu wirtschaftlichen Ängsten und gesellschaftlichen Konflikten sowie deren medialer
Darstellung – also zu Themen, die für jede und jeden
von uns wichtig sind.
Wesentliche künftige Themenschwerpunkte sind
zum Beispiel die Entwicklung der gesamten Flüchtlingssituation und der gesamte Einfluss der neuen
Medien. netPOL ist eine Brücke, um uns zu helfen,
Entscheidungen bürgernäher zu machen. Diese
Schwerpunkte sollen außerdem eine Entwicklungsperspektive für den ländlichen Raum schaffen.
50 Impressum
Dr. Erwin Pröll
Landeshauptmann
51 Jetzt aber! Gute Vorsätze
GESUND & LEBEN IN NIEDERÖSTERREICH
12/15
05
GESUNDHEIT IN NÖ
Gesunde Gemeinde
Nahversorger für
In Hafnerbach tanzen, laufen und wandern Alt
und Jung seit 14 Jahren zu mehr Lebensqualität.
Initiatorin ist die ehemalige Gemeindeärztin Dr.
Bernadette Weinhofer: „Für mich war es immer
selbstverständlich, nicht einfach nur Pulverl zu
verschreiben, sondern möglichst schon vorher
etwas zu unternehmen.“ Als der Gemeinderat das
Programm »Gesunde Gemeinde« diskutierte, veranstaltete Weinhofer bereits regelmäßig DiabetesWorkshops zur Prävention und war sofort Feuer
und Flamme. Hafnerbach wurde zur »Gesunden
Gemeinde« und der Bürgermeister lud die Bevöl06
kerung zu einer Besprechung, bei der deren
Wünsche im Mittelpunkt standen. „Viele folgten
unserer Einladung und gemeinsam eruierten wir
vor allem: Wer will was?“, erinnert sich Weinhofer
an die Anfänge.
1995 wurde die »Gesunde Gemeinde« im
Rahmen des damaligen Gesundheitsforum NÖ
gegründet. Noch im selben Jahr starteten 36
Gemeinden mit ersten Angeboten im Zeichen der
Gesundheitsförderung. Das Programm wuchs in
diesen 20 Jahren stetig, 377 Gemeinden, also mehr
als 65 Prozent aller Gemeinden in Niederöster-
FOToS: zvg
1,2 Millionen Menschen in NÖ leben in einer »Gesunden Gemeinde«.
Dieses Programm zur Gesundheitsförderung feiert jetzt Geburtstag –
und hat viel zu feiern. Was es kann, sieht man am Beispiel der
»Gesunden Gemeinde« Hafnerbach.
Ihre Gesundheit
reich, sind dabei. Allein in den Arbeitskreisen in
den Gemeinden leisten über 3.000 Personen über
10.000 ehrenamtliche Stunden, um maßgeschneiderte Angebote für ihre Gemeinden zu entwickeln.
Das Ziel: Die Gemeinden sind der wichtigste
Nahversorger in Sachen Gesundheit. Denn nur
Angebote vor Ort können von allen Bevölkerungsschichten genutzt werden.
treff für Langsame“, schmunzelt die Ärztin. Aus der
anfangs gemütlichen Truppe wurde rasch eine
Profigruppe mit bis zu 30 Leuten, die sich zwei Mal
in der Woche traf, um eine Runde zu laufen. Und
dabei blieb es nicht: Gemeinsam starteten sie bei
Marathons in Berlin und Florenz und gründeten
den Ruinenlauf zur Ruine Hohenegg, die zur
Gemeinde gehört.
Gesunde Ernährung im Fokus
Spielenachmittag als „Zuckerl“
In Hafnerbach kristallisierte sich beim ersten Treffen heraus, dass sich die Menschen vor allem für
die gesunde Ernährung interessieren. Auf der
Wunschliste standen außerdem Techniken zur
Entspannung, Rückengymnastik und verschiedene Sportarten wie gesundes Laufen, Radfahren
und Tanzen. Weinhofer und ihr Team nutzten die
ersten Ernährungsangebote der Initiative »Tut
gut!« und die Leute waren sofort begeistert. 2001
startete auch das erste „Laufseminar“, „ein Lauf-
Auch die anderen Sportarten auf der Wunschliste
der bewegungshungrigen Hafnerbacher nahm die
»Gesunde Gemeinde« in das Konzept auf. Seit
zehn Jahren findet regelmäßig ein Yoga-Kurs statt
und neben dem Laufen gibt es Nordic WalkingTreffs und Männer- sowie Frauenturnen, das über
die Jahre immer beliebter wurde. Für die Senioren
gibt es ein eigenes Bewegungs-Seminar und bei
einzelnen sportlichen Unternehmungen wie
Wanderungen und Schneeschuhtouren sind die
GESUND & LEBEN IN NIEDERÖSTERREICH
12/15
20 Jahre »Gesunde
Gemeinde«: Tausende
Projekte werden im Bereich
Gesundheitsförderung und
Prävention für die Menschen
in Niederösterreich umgesetzt – hier Eindrücke aus
Hafnerbach.
07
rüstigen Gemeindeeinwohner sowieso meist
dabei. Auf ein besonderes Zuckerl freuen sich die
älteren Hafnerbacher jedes Monat: Die »Gesunde
Gemeinde« lädt die Senioren zu einem gemein­
samen Spielenachmittag ein.
Das Konzept „Lima“ – Lebensqualität im Alter
– sorgte mit gezielten Bewegungseinheiten und
geistigen Übungen für die Fitness der älteren Menschen. Dabei ist das Annehmen der Angebote oft
nicht so einfach, berichtet der jetzige Arbeitskreisleiter Anton Fischer: „Als wir das Programm vorstellten, nahmen viele daran teil, bis dann ein
Mann meinte, er sei noch nicht verkalkt und
brauche das ja gar nicht. Ab da an hatten wir nur
noch eine Handvoll, die regelmäßig kamen.“
Der 63-jährige Fischer übernahm 2005 die
Leitung der »Gesunden Gemeinde«. Der Hafnerbacher rutschte damals eher zufällig hinein: Als
20 Jahre »Gesunde Gemeinde«: Daten & Fakten
n Rund 1.200.000 Personen in Niederösterreich wohnen in einer »Gesunden
Gemeinde«.
n Durchschnittlich 20 Gemeinden werden pro Jahr zur »Gesunden Gemeinde«.
nÜber 3.000 Personen sind aktiv in den Gemeinden für mehr Gesundheit
im Einsatz.
n Sie investieren allein in den Arbeitskreisen über 10.000 Stunden für einen
gesünderen Lebensstil.
n In über 370 »Gesunden Gemeinden« finden pro Tag knapp zehn
Veranstaltungen statt.
nÜber 600 Arbeitskreise in ganz Niederösterreich werden von
18 Regionalberaterinnen pro Jahr betreut.
nÜber 250 »Gesunde Gemeinden« haben bereits das Qualitätssiegel der
Grundzertifizierung erhalten.
nÜber 150 »Gesunde Gemeinden« haben bereits die Auszeichnung der
Plakette erhalten.
nÜber 1.000 Projekte im Bereich Gesundheitsförderung und Prävention
werden pro Jahr finanziell unterstützt.
n Sieben Personen aus dem Gemeindeteam der Initiative »Tut gut!« und
18 Regionalberaterinnen arbeiten permanent an der Weiterentwicklung
des Programms.
08
er in Pension ging, wollte er etwas für die Allgemeinheit machen. Und: Er selbst hatte den Drang,
wieder mehr Sport zu betreiben. Der ehemalige
Fußballer hatte sich die letzten zehn Jahre wenig bewegt und auch einige Kilos zugelegt, ehe
er durch die Leitung der »Gesunden Gemeinde«
wieder in Schwung kam. Seither steht vor allem
die Bewegung im Mittelpunkt. Im Winter gibt
es Schneeschuh-Wanderungen, im Sommer einen Rad-Wandertag und verschiedene ThemenWanderungen. Eine Gruppe Hafnerbacher
wanderte einen Sommer lang in Etappen auf dem
niederösterreichischen Teil des Jakobsweges.
„Manchmal etwas nachhelfen“
Seit die ehemalige Gemeindeärztin Weinhofer in
Pension ist, steigerte sie ihr Sportpensum enorm;
erst kürzlich kehrte die Niederösterreicherin von
einer Besteigung eines 6.000ers in Nepal zurück.
Und „Hauptakteur“ Anton Fischer ist sowieso
überall dabei, wo man sich gemeinsam bewegt.
Diese Motivation finden die beiden Initiatoren
aber nicht überall: „Wir sprechen viele Menschen
persönlich an und motivieren. Zwar werden Plakate aufgehängt und jeden Monat flattert ein Blatt
mit unseren Angeboten ins Haus, aber manchmal
müssen wir da etwas nachhelfen“, schmunzelt der
Hafnerbacher. Bernadette Weinhofer nutzte vor
ihrer Pension vor allem den direkten Kontakt zu
den Menschen in ihrer Praxis, um auf die Angebote hinzuweisen. Als vor einigen Jahren etwa das
Programm VORSORGEaktiv angeboten wurde, bei
dem Menschen mit Risikofaktoren für Herz-Kreislauf-Erkrankungen umfassend betreut wurden,
scheute sich die ehemalige Ärztin nicht, ihre Patienten auf den Infoabend hinzuweisen (mehr zum
Programm siehe Seite 24). Ihre direkte Art machte
sich bezahlt, viele Menschen machten mit und
profitieren bis heute von der Kombination aus
einer Ernährungsumstellung und Bewegung.
FOToS: zvg
18 Regionalberaterinnen
betreuen die »Gesunden
Gemeinden« in ganz Niederösterreich.
GESUNDHEIT IN NÖ
Gesunde Gemeinde
Die Ärztin war es auch, die bereits 2002 den
Gesundheitstag ins Leben rief, der heuer sogar an
zwei Tagen veranstaltet wurde: Eine Physiotherapeutin bietet kostenlose Kurzchecks an, der
beliebte Kletterturm begeistert die kleinen Teilnehmenden. Und „der erste Trommelkurs am
ersten Gesundheitstag auf der Ruine Hohenegg
war schon etwas Besonderes. Diese Stimmung
dort oben – das war mein Highlight.“
Sport für die Lebensqualität
Die beiden passionierten Sportler, Ärztin Wein­
hofer und Gesundheits-Organisator Fischer, sind
in Pension – warum stecken sie ihre Energie in ein
solch umfangreiches Programm wie die »Gesunde
Gemeinde«? „Wir wollen die Bevölkerung für
einen gesunden Lebensstil sensibilisieren. Der
Zugang über den Sport ist am leichtesten – denn
wenn man sich mehr bewegt, kommt die gesunde
Ernährung automatisch“, sagt Fischer. Die Motivation der Teilnehmenden ist geschlechterspezifisch: Während Frauen schlank sein wollen, motiviert die Männer der Wettkampf untereinander.
Die sozialen Kontakte bei den einzelnen Aktivitäten seien vor allem für ältere Teilnehmer wichtig:
„Man bleibt geistig aktiv und sitzt nicht alleine
zu Hause. Das verlängert nicht nur das Leben,
sondern verbessert auch die Lebensqualität.“
Initiative der Politik
„Gesundheit lässt sich planen, die offene
Plattform der »Gesunden Gemeinde«, an der sich
alle beteiligen können, ist ein wichtiges Instrument dafür“, sagt der Initiator der »Gesunden
Gemeinde«,
Landeshauptmann-Stellvertreter
Mag. Wolfgang Sobotka. Der Vorsitzende des NÖ
Gesundheits- und Sozialfonds (NÖGUS) setzt auf
die Gemeinden als „Nahversorger für Gesundheit“
und bringt deren Erfolg auch ein bisschen mit der
gestiegenen Lebens- und Gesundheitserwartung
der Menschen in NÖ in Verbindung. Die Lebens­
erwartung ist in den letzten zwei um sechs Jahre
bei Männern gestiegen und um vier Jahre bei
Frauen. „Im selben Zeitraum ist das Lebensalter,
bis zu dem man sich körperlich wohl fühlt, bei
Männern von 57,4 auf 65,9 und bei Frauen von
58,7 auf 66,6 gestiegen.“
Die Förderung für die »Gesunden Gemeinden«
zählt in NÖ zur Gesundheitsvorsorge, für die das
Land Niederösterreich insgesamt mehr als elf
Millionen Euro ausgibt. Um »Gesunde Gemeinde«
zu werden, braucht es neben einem Gemeinderats-Beschluss eine aktive Gruppe von Bürgern,
die mit der Regionalberaterin der Initiative »Tut
gut!« im Arbeitskreis zusammenarbeitet, um ein
Programm für die Gemeinde zu erarbeiten. Insgesamt 18 Regionalberaterinnen gibt es derzeit in
NÖ (siehe Foto Seite 08).
GESUND & LEBEN IN NIEDERÖSTERREICH
12/15
„xund ins Leben“
In Hafnerbach kümmert sich der Arbeitskreis
auch um die Lebensqualität der jüngsten Bewohner. Um sie gerade im digitalen Zeitalter bewusst
zu fördern, organisiert Arbeitskreis-Leiter Anton
Fischer jeden Sommer mit Bernadette Weinhofer
und vielen Helfern ein Ferienspiel, bei dem die
Kids gemeinsam toben, turnen und lachen.
Unter dem Jahr organisieren die beiden regelmäßige Kinderturn- und Schwimmkurse. Und in der
Schule gibt es seit einigen Jahren das Projekt
„xund ins Leben“, bei dem eine Woche lang das
soziale Verhalten durch Bewegung gemeinsam
mit Sportpädagogen positiv beeinflusst wird.
2011 ausgezeichnet
Viele Wünsche der Bevölkerung wurden in den
14 Jahren umgesetzt, manches aber klappt einfach nicht. Zum Beispiel das Thema Atemgymnastik. „Das muss man akzeptieren“, sagt Weinhofer. Dass Hafnerbach aber ein Vorreiter in
Sachen Gesundheit ist, zeigte sich 2011, als der
kleine Ort als »Gesunde Gemeinde« des Jahres
ausgezeichnet wurde. Und das verdanken die
beiden Verantwortlichen vor allem ihren „Fans“
vor Ort, die ihr Engagement mit einer Vielzahl
an Stimmen belohnten.
Gerade das Thema Qualität der Angebote
stellt die Initiative »Tut gut!« seit einigen Jahren
nun ins Zentrum der Arbeit. Denn was die
Gemeinden für die Bürgerinnen und Bürger tun,
soll tatsächlich deren Wünschen gerecht werden
und von entsprechend ausgebildeten Menschen
angeboten werden – damit zum Beispiel das
Wirbelsäulen-Turnen tatsächlich seine Wirkung
tut. Im Zentrum des »Gesunde Gemeinde«Tages stand daher auch die Verleihung der
Grundzertifikate und Plaketten an besonders
engagierte »Gesunde Gemeinden« und erstmals
auch an besonders engagierte »tut gut«-Wirte.
Das Büroteam des Bereichs
Gemeinde: (v.l.) Rosi Froschauer,
Harald Schwarzschachner,
Marion Rapf, Mag. Sandra Pummer,
Christa Rameder, MA, Irene Burian
und Walburga Steiner
Auszeichnungen
»Gesunde Gemeinde«
Grundzertifizierungen 2015
Allentsteig
Bad Erlach
Bärnkopf
Echsenbach
Emmersdorf an der Donau
Göstling an der Ybbs
Hagenbrunn
Höflein an der Hohen Wand
Hofstetten-Grünau
Jedenspeigen
Kirchschlag
Laa an der Thaya
Langenrohr
Laxenburg
Maria Laach am Jauerling
Pulkau
Rauchenwarth
Schönbühel-Aggsbach
Stössing
St. Martin
Wang
Zelking-Matzleinsdorf
Plakette 2015
Aschbach-Markt
Bad Deutsch-Altenburg
Baden
Dunkelsteinerwald
Fallbach
Großdietmanns
Haidershofen
Krumbach
Maissau
Markersdorf - Haindorf
Nußdorf ob der Traisen
Paudorf
Perchtoldsdorf
Pitten
St. Margarethen an der Sierning
Velm-Götzendorf
Weissenbach an der Triesting
09
GESUNDHEIT IN NÖ
Gesunde Gemeinde
Insgesamt haben 39 Gemeinden und 64 Wirte
eine Auszeichnung erhalten (siehe Seite 09 und
10). Die »Gesunde Gemeinde« Hafnerbach fixiert
bei ihren Sitzungen im Herbst, Winter und Frühling das vielfältige Programm. Die beiden altgedienten Organisatoren bieten derzeit vor allem
die bewährten Themen an, die ihren Platz im
Programm gefunden haben. „Es wird Zeit, dass
wir uns etwas zurückziehen und ein neues
Gesicht das Ruder übernimmt, mit neuen Ideen
und neuen Einfällen“, sind sich die beiden einig.
Dabei bleiben werden sie sowieso, denn vor
allem Fischer hat sich ein hohes Ziel gesteckt:
„Mit 70 möchte ich noch einen Marathon
laufen.“ daniela rittmannsberger, Riki ritter-börner n
Beim »Gesunde Gemeinde«-Tag in Grafenegg wurde den »tut gut«-Wirten und den »Gesunden
Gemeinden« ihre wohlverdiente Plakette überreicht: (v.l.) Dietmar Schöner (Gasthaus RiedlSchöner), LH-Stv. Mag. Wolfgang Sobotka, Walburga Steiner (Initiative »Tut gut!«), Mag. Petra
Leitner-Braun (Leiterin der Initiative »Tut gut!«), Bürgermeister Anton Pfeiffer (Grafenegg)
Programm »tut gut«-Wirt
Gesundheit geht durch den Magen. Wirtshäuser sind die Zentren im Sozialleben der Gemeinden. Was liegt näher, als die Wirte an
der Gesundheitsversorgung der Bevölkerung zu beteiligen. Deshalb führt die Initiative »Tut gut!« die »Gesunden Gemeinden« und
die 92 »tut gut«-Wirte nun zusammen. Diese arbeiten an einer gesünderen Speisekarte für die Bevölkerung. Über die zahlreichen
Programmpunkte informiert der Folder. Zum Beispiel: Rund zwei Drittel der Speisen erfüllen die »tut gut«-Wirt-Kriterien und
werden mit regionalen Produkten, den Jahreszeiten entsprechend, zubereitet. Ein Hauptziel des Programms ist die Verankerung
von Genuss, sozialen und kulturellen Aspekten im Speisenangebot.
Ausgezeichnete »tut gut«-Wirte (Plakette 2016–2017)
»tut gut«-Wirte Industrieviertel
Achau Der Winzerhof – Familie Wetzl
Deutsch Haslau Gasthaus Hoffmann
Grafenbach Kastanienhof
Hainburg Gasthof zum goldenen Anker
Kirchberg am Wechsel Gasthof Stiegenwirt
Kirchberg
am Wechsel
Molzbachhof
Krumbach Gasthaus Buchegger
10
Leobersdorf Kunstmühle Dornau,
Mühlsteinstube
Lichtenwörth „der Halbwax“ Gasthaus
zum St. Florian
Mollram Mostheuriger Simon
Neusiedl Hotel Schwartz
»tut gut«-Wirte Zentralraum
Feuersbrunn Gasthaus zum goldenen Kreuz
Innermanzing Gasthaus „zur Kaisereiche“,
Familie Schilling
Krems-Angern Weinhof Aufreiter
Maria Laach
Dorfhotel Grüner Baum
Markersdorf Gasthaus Hiesberger
Marktgemeinde Hirschenwirt
Dunkelsteinerwald
Mauerbach
Kartausen Cafe Mauerbach
Michelbach Landgasthaus Schwarzwallner
Rabenstein
an der Pielach Steinschalerhof
Schönbühel-
Gasthof-Camping
Aggsbach Familie Stumpfer
St. Christophen Gasthof Schmölz
St. Pölten Hotel Restaurant Böck
„Zum roten Hahn“
St. Veit an
der Gölsen s‘ Wirtshaus Nathaniel
Traismauer Gasthof zur Weintraube
„Nibelungenhof“
»tut gut«-Wirte Waldviertel
Drosendorf Gasthof-Pension zur
Hammerschmiede
Etsdorf am Bio-Kräuterlandgasthaus
Kamp „anno 1920“
Gars am Kamp Gasthof Poldiwirt
Gmünd Stadtwirtshaus Hopferl
Gmünd Schüsselwirt - Gasthaus Traxler
Gmünd
Nickis Cafe Restaurant
Kottes-Purk Gasthof zur Kirche
Kurzschwarza Gasthaus Waldschenke
Maria Dreieichen Gasthof zur Eiche
Mollands Die Weinbeisserei
Raabs an der
Thaya Gasthaus zur goldenen Krone
Raabs an der
Thaya Hotel Thaya Raabs
Rosenburg Landgasthof Mann
Sallingberg Mohnwirt
Schweiggers Dorfwirtshaus Sallingstadt
Schrems Zum Waldviertler Sepp
Steinbach Gasthaus Winter FOTo: zvg
»tut gut«-Wirte Mostviertel
Artstetten Schlossgasthof Artstetten
Artstetten Gasthof Schönauer
Kilb Denkenhof – Gasthof Pitterle
Ernsthofen Gasthof Fischerwirt
Kematen/Ybbs Landgasthof Bachlerhof
Loosdorf Gasthaus Temper „zur Schallaburg“
Mank Gasthaus Riedl-Schöner
Purgstall Gasthof-Pension „Die Hochrieß“
Randegg Panoramastüberl
Schollach Gasthaus Kraus
St. Georgen
am Reith Gulaschwirtin
Texing Gasthof zur Post
Winklarn Gasthaus Graf
Yspertal Landgasthof Peilsteinblick
Zelking Landgasthof Erber
»tut gut«-Wirte Weinviertel
Großrußbach Jägerwirt Gasthaus Schwarz
Hagenbrunn Weingut&Heuriger
Familie Deutsch
Poysdorf Gasthaus Schreiber
Siebenhirten Siebenhirtnerhof
Sierndorf Heurigen Restaurant Doppler
WilfersdorfHobersdorf Gastwirtschaft Neunläuf
Wulzeshofen Gasthaus Bsteh
Neue Diagnosemethode bei
Blutkrebs
(v.l.): Landesrat Mag. Karl Wilfing, Patientin Maria Groissenberger aus Kilb und
OA Dr. Bernhard Kirsch
Neue OP-Technik für
Bauchdialyse-Katheter
Weitere wesentliche Eigenschaften der Tumorzellen bei Blutkrebs herausfinden kann man
nun dank neuem Arbeitsbereich im Zentrallabor im Landesklinikum Wiener Neustadt. Dort
untersuchen eigens geschulte Mitarbeitende die
Chromosomen der Blutzellen. Die Anomalien in
der DNA der Tumorzellen liefern wertvolle
Informationen und ermöglichen Aussagen über
Prognose und Therapie. Diese neue Möglichkeit
der Diagnostik ist eine große Erleichterung für
die Patienten. „Diese Analyse ist ein weiterer
wichtiger Schritt auf dem Weg des Klinikums
Wiener Neustadt hin zum Krebskompetenzzentrum“, sagt Landesrat Mag. Karl Wilfing.
Mit der sogenannten Bauchdialyse (Peritonealdialyse) werden Menschen
mit Nierenversagen seit Jahren erfolgreich behandelt. Besonders Dialysepatienten mit weit fortgeschrittener Herzinsuffizienz profitieren von der
Bauchfell-Dialyse – doch bisher war das Risiko einer Vollnarkose zum Implementieren des Katheters zu groß. Am Universitätsklinikum St. Pölten
entwickelte Oberarzt Dr. Bernd Kirsch (Innere Medizin 1) eine Methode,
die wesentlich schonender ist: Der Bauchdialyse-Katheter wird endoskopisch implantiert, mit der sogenannten Knopfloch-Chirurgie. Dafür reicht
eine örtliche Betäubung. Patientin Maria Groissenberger leidet an schwerer Herzinsuffizienz, vor dem Eingriff plagten sie ständige Atemnot und
massive Wasseransammlungen im Körper. Diese Symptome haben sich
dank der Bauchdialyse nun vollständig zurückgebildet.
FOTo: fotolia, nö landeskliniken-holding
Fleißige Blutspender
Ganze 150 Mal hat Fritz Thalhammer
aus Laa/Thaya Blut gespendet.
Gemeinsam mit 261 weiteren
Personen wurde er für dieses
Engagement ausgezeichnet. „Blut ist
nicht künstlich herstellbar“, weiß der
für die Landeskliniken zuständige
Landesrat Mag. Karl Wilfing.
Blut spenden können alle gesunden
Frauen und Männer ab 18 – Frauen
vier- bis fünf Mal pro Jahr und Männer
sechs Mal. Zwischen den Spenden
muss man mindestens acht Wochen
pausieren. In den Blutbanken im
Landesklinikum Mistelbach-Gänserndorf und im Universitätsklinikum
St. Pölten wird Montag bis Freitag
Blut abgenommen.
Informationen:
www.blutbank.at
GESUND & LEBEN IN NIEDERÖSTERREICH
12/15
Musiktherapie
Derzeit praktizieren in Österreich 300 eingetragene Musiktherapeutinnen und -therapeuten,
davon 91 allein in Niederösterreich. Den 4. Best
Practice Day der Musiktherapie besuchten
110 Personen am Campus der IMC FH Krems,
nutzten ihn für regen Wissensaustausch und die
Präsentation neuester Forschungserkenntnisse. Aktuell bieten zehn niederösterreichische
Landes- und Universitätskliniken musiktherapeutische Angebote an. Besonders gute
Therapieergebnisse werden in den Bereichen
Intensivmedizin, Neonatologie, Palliativpflege
und Krebs­­­therapie verzeichnet. Kliniken und
Fachhochschule kooperieren dabei intensiv, um
aktuelle Erkenntnisse und Forschungsfelder der
IMC FH Krems unmittelbar in den Klinikalltag
einfließen zu lassen.
Informationen: www.bestpracticeday.at
11
GESUNDHEIT IN NÖ
tageskliniken
Kurztrip ins Klinikum
Immer mehr Eingriffe kann man tagesklinisch machen lassen.
Niederösterreich ist hier Vorreiter. Die Patienten sind mit dieser
schnellen Behandlung sehr zufrieden.
Dr. Markus Klamminger,
Leiter Medizinische
Betriebsunterstützung und
stv. Medizinischer
Geschäftsführer der
NÖ Landeskliniken-Holding
Morgens ins Klinikum, am Abend ist man wieder
zu Hause und alles ist erledigt. Ja, das geht, und
zwar bei immer mehr Eingriffen, etwa der
Operation des Grauen Stars oder kleinerer
Operationen an der Hand oder dem Knie. Aber
auch kleinere gynäkologische oder urologische
Operationen lassen sich tagesklinisch erledigen
– und die Patientinnen und Patienten nehmen
das wachsende Angebot in den NÖ Kliniken
gerne an. Und: Niederösterreich liegt im
Vergleich mit den anderen Bundesländern weit
vorne, wenn es darum geht, tagesklinisch mögliche Eingriffe auch tagesklinisch anzubieten.
Dr. Markus Klamminger, stellvertretender Medizinischer Geschäftsführer der NÖ Landes­
kliniken-Holding: „Durch neue Operationstechniken können wir immer mehr Eingriffe
tagesklinisch anbieten. Wir tun das, weil die
Patienten das gerne wollen.“
Ergebnisse der Befragung
Wie lange haben Sie auf diesen Termin gewartet?
Alle Abteilungen außer Augenabteilung:
Augenabteilung:
Wenn die Entlassung verschoben wurde, welchen Grund hatte dies?
12
Nur mit Begleitung
nach Hause
Ein weiterer Vorteil ist, dass damit Kosten
sinken. Doch das sei nicht die Motivation für das
wachsende Angebot an tagesklinischen Behandlungen, betont Klamminger: „Wenn Patienten
sich sicherer fühlen, wenn sie danach bei uns
übernachten können, ist es für unsere Kliniken
kein Thema, sie aufzunehmen. Wir wollen ihnen
Sicherheit geben. Doch die meisten möchten
gern ins vertraute Umfeld zu Hause.“ Jeder
Patient bekommt genaue Anweisungen, was bei
Schmerzen oder Unsicherheiten zu tun und wer
zu kontaktieren ist. Und, besonders wichtig:
Niemand darf nach einem Eingriff alleine nach
Hause fahren, jeder Patient muss abgeholt und
heimgebracht werden.
Die Befragung
Die NÖ Landeskliniken-Holding – der größte
Klinik-Betreiber Österreichs – erhebt laufend
und seit vielen Jahren, wie zufrieden die Patienten sind. Nun liegt die Befragung zu den Tageskliniken vor.
Sie zeigt, dass die Patienten gern tages­klinisch
versorgt werden, sich dabei wohl und sicher
fühlen und die Möglichkeit eines tagesklinischen Eingriffs sowohl weiterempfehlen als
auch selbst wieder nutzen würden.
In einigen Kliniken in NÖ gibt es eigene
Tageskliniken, etwa die Augen-Tagesklinik in
Horn oder die allgemeine Tagesklinik in Stockerau. Ein Ziel der Befragung war es zu sehen, wie
zufrieden Patienten mit Behandlungen in Tageskliniken im Vergleich mit tagesklinischen Eingriffen im normalen Stationsbetrieb sind.
Weiters ging es um das Prozedere vor dem tagesklinischen Eingriff sowie um die Organisation
am Tag des Eingriffs und darum, wie es den
Patienten danach zu Hause geht.
Für die Befragung entwickelte die NÖ
Landeskliniken-Holding gemeinsam mit den
Kliniken einen zweigeteilten Fragebogen:
n stationärer Teil (ausfüllen und abgeben im
Klinikum bei der Entlassung)
n poststationärer Teil (zu Hause ausfüllen und
per Post retourniert)
Enormer Rücklauf
43 Abteilungen der NÖ Kliniken beteiligten sich
an der Befragung. 9.070 Fragebögen wurden verteilt. Drei von fünf Patienten (58,4 %) füllten den
ersten Teil des Fragebogens im Klinikum aus.
Von diesen 5.300 Patienten schickten rund zwei
Drittel auch den zweiten Teil des Fragebogens,
den sie zu Hause ausfüllen sollten, zurück
(36,5 % Rücklauf der insgesamt ausgeteilten
Bögen, 3.300 Exemplare).
Die Ergebnisse
Tagesklinische Leistungserbringung
Vergleich Niederösterreich – Österreich zwischen 2009 und 2014
(gemessen an den gesamten Spitalsaufenthalten, Angaben in Prozent)
n Niederösterreich n Österreich (ohne NÖ)
9%
8,28
8%
7,62
7%
6,55
6%
n Das Durchschnittsalter der Patienten ist bei
den tagesklinischen Augen-Eingriffen (72,8
Jahre) wesentlich höher als bei den Eingriffen
in anderen Abteilungen (48,2 Jahre).
n Die besten Werte in Sachen Zufriedenheit mit
der Terminabstimmung bei der Voruntersuchung und am OP-Tag verzeichnen die Interdisziplinäre Tagesklinik Hainburg (fast 99 von
100 Punkten), jene in Waidhofen/Ybbs und
die Chirurgie in Gmünd (98 von 100 Punkten).
Der Durchschnitt lag bei 94 Punkten.
n Die Patientenbefragung zeigt: Vieles funktio-
2%
1%
5,56
4,51
3,83
4%
3%
5,12
5,74
5%
3,75
2,67
2,49
2009 3,08
2010 2011
2012 2013
2014
niert bei tagesklinischen Eingriffen schon gut;
bei den Wartezeiten und den Abläufen ist
mancherorts noch Spielraum nach oben.
riki ritter-börner n
Rundumschutz immer und überall
Unfallplus – die Unfallversicherung der NV
Die meisten von uns leben ein sehr aktives Leben,
sind gerne unterwegs. Nur ein kurzer Augenblick, eine
Sekunde der Unachtsamkeit oder ganz einfach Pech
– und schon kann es passiert sein. Viele Unfälle verlaufen glücklicherweise glimpflich, mitunter werden
aber die Betroffenen so schwer verletzt, dass sie vor­
übergehend oder sogar auf Dauer ihrem Beruf und
ihren Freizeitaktivitäten nicht mehr nachgehen können. Zwei Drittel aller Unfälle passieren in der Freizeit,
doch gerade bei Freizeitunfällen sieht die gesetzliche
Unfallversicherung keine Rentenleistungen vor. Aus
diesem Grund erkennen immer mehr Menschen die
Notwendigkeit einer privaten Unfallvorsorge.
Unfall Soforthilfe
Sie haben im Urlaub einen Unfall – in Österreich oder im
Ausland. Was brauchen Sie in einer solchen Situation?
Was wünschen Sie sich? Vermutlich einen Krankenhausaufenthalt mit anschließendem medizinisch überwachten Rücktransport. Möglicherweise eine Bergung,
unter Umständen per Hubschrauber. Um all das und
vieles mehr – inklusive Übernahme der Kosten – kümmert sich unser 24-Stunden-Notfallteam, wenn Sie eine
Unfall-Soforthilfe bei der NV abgeschlossen haben. Sie
rufen die Hotline von jedem beliebigen Ort der Welt.
Und wir sind da. Zu jeder Tages- und Nachtzeit.
Pflegeservice
und RehaManagement
Ein Unfall kann nicht
ungeschehen gemacht
werden, aber fachmännische
Unterstützung
bei der Organisation
notwendiger Rehabilitationsmaßnahmen macht
das Leben nach dem Unfall etwas leichter. Viele
Fragen tauchen auf: Wie
komme ich rasch zu den
notwendigen Therapien?
Welche Förderungen stehen mir zu? Welche Ämter und Behörden muss ich kontaktieren? Was zahlt
meine Sozialversicherung? Welche Leistung kann ich
von meiner privaten Unfallversicherung erwarten?
Mit professioneller Unterstützung fällt es wesentlich
leichter, alles wieder in den Griff zu bekommen und
das Leben wieder genießen zu können. Mit einem
Reha-Baustein als Ergänzung zu Ihrer Unfallversicherung können Sie für sich selbst und Ihre Familie
optimal vorsorgen.
Sorgen Sie mit der NV
Unfallversicherung vor.
www.noevers.at
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GESUND & LEBEN IN NIEDERÖSTERREICH
12/15
13
GESUNDHEIT IN NÖ
Treffpunkt Gesundheit
Wissen aus erste
Vorträge in den NÖ Kliniken: Über 100 erfahrene Medizinerinnen
und Mediziner des Landes informieren kostenlos bei der beliebten
Vortragsreihe „Treffpunkt Gesundheit“ der Initiative Tut gut!«.
«
Medizinerinnen und Mediziner der NÖ Kliniken halten seit vielen Jahren Vorträge für Gesundheitsinteressierte. Herz, Diabetes, Wirbelsäule, Krebs, Antibiotika – diese und viele andere aktuelle Gesundheitsthemen
diskutieren Experten vom Fach mit Ihnen – praxisnah und in verständlicher Sprache. Im Zentrum stehen
Vorbeugen, Früherkennen, Diagnose und Therapie von Erkrankungen. Ort: das jeweilige NÖ Klinikum
(siehe Termine), Beginn je 18:30 Uhr, kostenlos, keine Voranmeldung. Einfach kommen, zuhören und
fragen! Alle Informationen unter www.noetutgut.at
Bluthochdruck – der leise Killer
In Österreich leiden etwa zwei Millionen Menschen an Bluthochdruck
oder arterieller Hypertonie. Weniger als zehn Prozent der Betroffenen
wissen davon. Wer sein Blut ständig mit zu hohem Druck durch die
Gefäße pumpt, riskiert Folgekrankheiten wie Herzinfarkt, Schlaganfall,
Nierenschwäche, Sehbehinderung oder geistigen Verfall (Demenz).
Weinviertel
Hainburg
18.01.16
23.02.16
Hollabrunn
18.01.16
22.02.16
Korneuburg 18.01.16
Mistelbach
18.01.16
22.02.16
Stockerau
22.02.16
thermenregion
Baden
22.02.16 OA Dr. Emile Valimberti: Sexualität und ihre Bedeutung für die Gesundheit von Mann und Frau
Mödling
18.01.16 Prim. Univ.-Doz. Dr. Johann Pidlich: Herzinfarkt und Schlag
anfall – Risikofaktoren und deren Vermeidung
Neunkirchen
18.01.16 OA Univ.-Doz. Dr. Herwig Pokorny: Gefäßchirurgie im Wandel
22.02.16 Prim. Univ.-Prof. Dr. Peter Schenk: Frei durchatmen –
Erkrankungen der Lunge
Wiener Neustadt 18.01.16 OÄ Dr. Reingard Platzer: Wissenswertes über chronisch
entzündliche Darmerkrankungen – Mythen und Fakten
22.02.16Assoc.-Prof. PD-Dr. Wolfgang Michlits: Möglichkeiten und Grenzen in der Plastischen Chirurgie
14
Prim. Dr. Karl Bachmayer: Osteoporose
Prim. Dr. Harald Rubey: Blutverdünnung – Leben mit
Gerinnungshemmern
OA Dr. Stefan Schöppl: Neues in der Übergewichtschirugie –
vom Vorteil zu Fakten
OA Dr. Thomas Nothnagl: Wann soll ich zum Rheumatologen gehen?
Prim. Dr. Klaus Dittrich: Die moderne Laparoskopie in HD: Das Operationsspektrum vom Blinddarm bis zur großen
Bauchoperation
Prim. Dr. Gottfried Gamperl: Qualität in der Medizin
OA Dr. Martin Nigischer: Bluthochdruck – der leise Killer
OÄ Dr. Daria Al-Khaffaf: Moderne Endoskopie – was kann die Gastro- und die Koloskopie heute?
Gefäß-Chirurgie im Wandel
Gefäßchirurgische Operationen wurden in den
letzten beiden Jahrzehnten entscheidend weiterentwickelt; radiologisch-interventionelle Techniken
haben deutlich zugenommen. Mit vielen Vorteilen
für die Patienten wie raschere Rehabilitation und
weniger postoperative Schmerzen. Der Vortrag
informiert über individuelle Therapiekonzepte mit
Dehnung, Stent-Implantation, Bypass-Operation
und vieles mehr.
r Hand
Schlaganfall –
Wettlauf mit der Zeit
Der Schlaganfall ist die häufigste neurologische
Erkrankung. Rasche Diagnose und Therapie in
einem Schlaganfallzentrum (Stroke-Unit) sind
entscheidende Faktoren für den Behandlungserfolg. Ursachen, Schlaganfallsymptome, akute
Therapie und Rehabilitation werden im Vortrag
angesprochen (siehe Bericht Seite 20).
NÖ mitte
Klosterneuburg 18.01.16 OÄ Dr. Natascha Tykalsky: Schilddrüsenerkrankungen –
Symptome, Diagnostik und chirurgische Behandlung
22.02.16 OA Dr. Gerald Humpel: Ungewollt steinreich – die Gallenblase als Ursache
Krems
18.01.16 Prim. Dr. Elisabeth Stubenberger: Was die Chirurgie für Ihre Lunge tun kann – von Lungenkrebs, Metastasen, Atemnot
und mehr
22.02.16 OÄ Dr. Andrea Podolsky: VORSORGEaktiv – das Programm zur nachhaltigen Lebensstiländerung
Lilienfeld
18.01.16 Prim. Priv.-Doz. Dr. Stefan Oberndorfer: Schlaganfall – Wettlauf mit der Zeit
22.02.16 OA Dr. Thomas Fasching: Die Nase – Form und Funktion
St. Pölten
18.01.16 OA Dr. Klaus-Michael Dümpelfeld-Liebentritt: Schilddrüse – kleines Organ große Wirkung
22.02.16 Prim. Mag. Dr. Anja Bayerl: Strahlentherapie – die lokale
Therapie im Kampf gegen Krebs
Tulln
18.01.16 OA Dr. Klaus Braun: Vom Besenreiser zum offenen Bein
22.02.16 OA Dr. Martin Leutner: Die Schmerzlandschaft
Struma – die chirurgische Behandlung beim „Kropf“
Was steckt hinter gut- und bösartigen Erkrankungen der Schilddrüse?
Welche Funktionen hat die Schilddrüse? Wie lebt es sich nach der
Operation? Welche Erkrankungen kann man ohne Operation heilen?
Der Vortrag gibt einen Überblick über Sinnvolles, Machbares und
Interessantes aus der Schilddrüsen-Chirurgie.
waldviertel
Allentsteig
20.01.16
24.02.16
Gmünd
20.01.16
22.02.16
Horn
21.01.16
25.02.16
Waidhofen/Thaya 18.01.16
22.02.16
Zwettl
19.01.16
23.02.16
OA Dr. Christoph Döller: Diagnose „Krebs fast geheilt“ –
welche Sorgen kommen danach?
OA Dr. Michael Pascher: Makuladegeneration – Diagnose
und Behandlungsmöglichkeiten
Prim. Dr. Reinhold Klug: Das Bauchaortenaneurysma –
Diagnostik und Behandlungsmöglichkeiten
OÄ Dr. Gabriele Fenzl: Verengung der Halsschlagadern – Risiken, Früherkennung und Behandlung
Prim. Dr. Gerhard Wolfram: Harn-Inkontinenzprobleme bei Frauen – Diagnose und Behandlung
Prim. Univ.-Prof. Dr. Michael Hirschl: Wenn das Herz aus dem Rhythmus kommt: Herzschrittmacher – wie, wann, warum?
Prim. Univ.-Prof. Dr. Michael Hirschl: Wenn das Herz aus dem Rhythmus kommt: Herzschrittmacher – wie, wann, warum?
Dr. Andreas Hauer: Struma – die chirurgische Behandlung beim „Kropf“
Dr. Karin Hrnjak: Die Leber wächst an ihren Aufgaben
OA Dr. Christoph Döller: Diagnose „Krebs fast geheilt“ –
welche Sorgen kommen danach?
FOTOS: fotolia, istockphoto
VORSORGEaktiv – das
Programm zur nachhaltigen Lebensstiländerung
Vielen Krankheiten kann man vorbeugen. Das
Programm VORSORGEaktiv hilft dabei, die
Verantwortung für Gesundheit, Fitness und
Wohlbefinden zu übernehmen. Starten Sie Ihren
persönlichen Motor, tanken Sie nur mehr
„Superbenzin“ und fahren Sie los (siehe Bericht
Seite 24).
GESUND & LEBEN IN NIEDERÖSTERREICH
12/15
mostviertel
Amstetten
18.01.16
22.02.16
Melk
18.01.16
Scheibbs
18.01.16
22.02.16
Waidhofen/Ybbs 19.01.16
22.02.16
Prim. a.o. Univ.-Prof. DDr. Susanne Asenbaum-Nan:
Demenz und ihre Ursachen
Prim. Dr. Christian Korbel: Alkohol und Drogenabhängigkeit
OA Dr. Rudolf Paumann: VORSORGEaktiv – das Programm zur nachhaltigen Lebensstiländerung
OÄ Dr. Desiree Margotti: Die pflanzliche Hausapotheke
Univ.-Doz. Dr. Karl Höbarth: Der Wechsel des Mannes –
Mythos oder Realität?
Prim. Dr. Birgit Heigl-Steinhauser: Wege aus dem seelischen Leid – stationäre Therapiemöglichkeiten am Landesklinikum Mauer
OÄ Dr. Desiree Margotti: Die pflanzliche Hausapotheke
15
GESUNDHEIT IN NÖ
selbsthilfe
15 Jahre Dachverband der NÖ Selbsthilfegruppen
10 Jahre Selbsthilfe-Stammtische
(v.l.) NÖGKK-Obmann-Stv. KR
Michael Pap, Elfriede Schnabl
(Obfrau DV-NÖSH) und
NÖGUS-Vorsitzender
LH-Stv. Mag. Wolfgang
Sobotka
Über 400 Selbsthilfegruppen gibt es in Niederösterreich, sie haben 39.000 Mitglieder – Menschen,
die sich in der Krankheit gegenseitig unterstützen
und oft auch wichtige Expertinnen und Experten
für die eigene Krankheit sind, die eng mit Pflegekräften und Ärzten in den NÖ Kliniken zusammenarbeiten. Seit 15 Jahren steht der Dachverband der NÖ Selbsthilfegruppen tatkräftig zur
Seite. Nun feierte der Dachverband sein 15-jähriges Jubiläum mit mehr als 200 Gästen. Und noch
ein Jubiläum galt es zu würdigen: Seit zehn Jahren
gibt es die Selbsthilfe-Stammtische.
Elfriede Schnabl, Obfrau des Dachverbands
der NÖ Selbsthilfegruppen (DV-NÖSH): „Betroffene helfen Betroffenen. Wir sind eine Freiwilligen-Organisation als Ergänzung zu professionellen Gesundheits-Angeboten und stützen uns in
der Gruppe so gut es geht gegenseitig.“
Für Landeshauptmann-Stellvertreter und
NÖGUS-Vorsitzenden Mag. Wolfgang Sobotka
ist die Unterstützung der Selbsthilfe in NÖ wichtig, weil sie wohnortnah die Hilfe von Betroffenen für Betroffene ermöglicht. Mittlerweile sind
alle NÖ Kliniken wichtige Partner der Selbsthilfebewegung und mit dem Gütesiegel „Selbst­
hilfefreundliches Krankenhaus“ ausgezeichnet.
NÖGUS, Land NÖ und NÖGKK unterstützen die
Selbsthilfe seit vielen Jahren. Sobotka betont:
„Selbsthilfe wirkt. Ein herzliches Dankeschön an
jede und jeden Einzelnen, der sich für die
Mitmenschen in der Selbsthilfe ehrenamtlich
engagiert.“
NÖGKK-Obmann-Stellvertreter KR Michael
Pap sagt zu einem Jahrzehnt erfolgreicher Stammtisch-Zusammenarbeit zwischen NÖGKK und
DV-NÖSH: „Für die Effektivität der Arbeit von
Selbsthilfegruppen ist es sinnvoll, diese miteinander zu vernetzen. Das tun die Selbsthilfe-Stammtische. Vernetzung und Erfahrungsaustausch in
den Regionen haben sich bewährt.“
Selbsthilfegruppen bei Multipler Sklerose
n Baden
Kontakt: Gerlinde Pichler, Tel.: 02252/44645,
0664/4638882, [email protected],
http://msclubbaden.beepworld.de
Gruppentreffen: an einem Samstag im Monat im
Pfarrkaffee Baden, Leedorfer Hauptstraße 74
n Bruck/Leitha
Kontakt: Regina Glatz, Tel.: 02162/63458, 0676/4326262,
[email protected]
Gruppentreffen: jeden 3. Mittwoch im Monat ab 18:00
Uhr, Harry Weis Häuser, Hauptplatz
n Hollabrunn
Kontakt: Leopoldine Trost, Tel.: 02953/2472,
0676/3893586, [email protected]
Gruppentreffen: jeden 3. Dienstag im Monat, 19:00 Uhr
im Landesklinikum Hollabrunn
n Krems
Kontakt: Andrea Wimmer, Tel.: 0699/11654724,
[email protected]
Gruppentreffen: jeden letzten Montag im Monat in der
St. Paul Kirche, Krems
Kontakt: Michaela Fries, Tel.: 0676/9389073,
[email protected]
Informationen:
Dachverband der
NÖ Selbsthilfegruppen,
Tel.: 02742/22644,
www.selbsthilfenoe.at
16
n Mistelbach
Kontakt: Josef Exiller, Tel.: 02572/36042, 0664/9450617
oder 0664/73285012, www.ms-mistelbach.at.tf
Gruppentreffen: jeden 1. Donnerstag im Monat um
18:00 Uhr, Gasthaus Fritsch, Am Schenkberg 2, Eibesthal
n Mostviertel
Kontakt: Herbert Tazreiter, Tel.: 07443/82273,
0664/9213466, [email protected]
Gruppentreffen: jeden 1. Mittwoch im Monat ab
14:00 Uhr, Landesklinikum Mauer
n Neulengbach – Tulln
Kontakt: Franz Josef Bernhart, Tel.: 02772/51517,
0664/5061402, [email protected]
Clubnachmittag: jeden 3. Freitag im Monat, 14:00–17:00
Uhr im Stützpunkt des Roten Kreuz, Hainfelder Straße
211, Neulengbach
n NÖ Süd
Kontakt: F. Harry Birnbaumer, Tel.: 02662/44012,
0676/4757250, Margarete Link, Tel.: 02630/34824,
0699/11109158, [email protected]
Gruppentreffen: jeden 2. Freitag im Monat von
14:30–18:00 Uhr, Gasthaus Schwartz, Neunkirchner
Allee, Breitenau
n Ottenschlag
Kontakt: Sabina Köck, Tel.: 02872/7515, 0664/2315367,
[email protected]
Gruppentreffen: jeden 2. Freitag im Monat um 19:00 Uhr
(außer Jänner & Februar), Gasthof Welt (Wintergarten),
Voitschlag 20
n St. Pölten
Kontakt: Ilse Fleissner-Feichter, Tel.: 02742/360063
Gruppentreffen: jeden 3. Freitag im Monat ab 17:00 Uhr,
Kulturhaus Wagram, Oriongasse 4, St. Pölten-Wagram
n Waidhofen/Thaya
Kontakt: Hubert Grün, Tel.: 0664/4742248,
[email protected], Gabriele Macho,
Tel.: 02855/423, 0664/4493487, [email protected]
Gruppentreffen: jeden 3. Montag im Monat um 18:00
Uhr, Haus der Zuversicht, Badgasse 5
n Zwettl – Gmünd
Kontakt: Waltraud Haider, Tel.: 02854/444,
0664/73411840, [email protected]
Gruppentreffen: jeden 1. Freitag im Monat um 19:00
Uhr, Gasthaus Schrammel, Moidrams 1, Zwettl
FOTo: NLK filzwieser
n MS-Gesellschaft Niederösterreich
MS-Sozialservice: DSA Monika Reitbauer
Präsidentin: OÄ Dr. Claudia Franta-Elmer
Universitätsklinikum St. Pölten, Neurologie/5. OG,
Propst-Führer Straße 4, Tel.: 02742/3004-15610,
[email protected],
http://noemsg.kh-st-spoelten.at
Danke sagen
GESUND&LEBEN veröffentlicht in jeder
Ausgabe, was zufriedene Patienten und
Angehörige nach einem Aufenthalt in einem
NÖ Klinikum gerne öffentlich sagen möchten.
Das Team der Anästhe
siologie und Intensivmed
izin
im Landesklinikum
Baden
Mein Mann, unser Vat
er und Opa, musste im
Lan
des
klin
Baden notoperiert we
ikum
rden. Aufgrund der Sch
were der Erkrankung hat er nach
Erhalt der heiligen Sak
ramente für immer die Augen geschl
ossen. Auf diesem We
ge wollen wir dem
gesamten Team der Int
ensivabteilung sowie OA
Dr. Richard
Tichatschek für die Beh
andlung und Betreuung
unseren herzlichen Dank ausdrücke
n. In der letzten Nacht
vor seinem Tod
wurde es uns ermöglich
t, in Würde Abschied zu
nehmen.
Familie H.
Das Team der Abteilung Interne II: (v.l.) DGKS Gertraud Hofbauer,
Stationsschwester DGKS Herta Ehrgott, Prim. Univ.-Prof. Dr. Michael
M. Hirschl und DGKS Martina Pichler
Liebe Frau Ass. Dr. Gudrun Berger, vielen Dank für ihre
kompetente und sehr nette Betreuung während meiner Zeit im
Landesklinikum Zwettl. Behalten Sie sich Ihre freundliche Art
im Umgang mit den Patienten bei. Liebes Pflegeteam, danke für
das sehr nette Umhegen und Pflegen. Ihr tragt wesentlich zur
Genesung bei. Macht weiter so! T. B.
Das Team der Physiotherapeutinnen am Landesklinikum Klosterneuburg freute sich über diesen berührenden Brief.
Dank der sehr guten Betreuung durch Schwestern,
Pfleger und Therapeuten im Landesklinikum Klosterneuburg kann ich wieder gehen und bin auf dem Weg
der Besserung. Mit viel Wissen, guter Pflege und
menschlicher Liebe hat man mich in der Zeit meines
Aufenthalts betreut und mir immer wieder Mut zugesprochen. Nochmals vielen, vielen Dank! Die Klinikleitung kann stolz auf ein solches Team sein! Ing. E. S.
Die Patientin pflegten
(v.l.) OA Dr. Adolf Ofe
nschüssl, Koordinatorin
Palliativkonsiliardiens
t DGKS Renate Gröger
-Spitzer, Stationsleitun
DGKS Gudrun Strobl und
g
OA Dr. Zdenek Bystric
ky.
Meine geliebte Gattin
ist nach langer und
schwerer
Krankheit auf der Pa
lliativabteilung des La
ndesklinikums Mistelbach ruh
ig eingeschlafen. Wo
rte können
nicht ausdrücken, wa
s das Team der Ärzte un
d Schwestern geleistet und für
meine Frau, aber auch
für mich
und meine Familie in
diesen schweren Tagen
bedeutet
hat. Wir sind dem Pa
lliativteam unendlich
dankbar für
die kompetente und
einfühlsame Hilfe, de
n Einsatz
rund um die Uhr, die
tröstenden Worte, be
ruh
igenden
Berührungen, die Nä
chstenliebe, Geduld
und Geborgenheit, die sie sowoh
l meiner Gattin als au
ch mir und
meiner Familie vermi
ttelt haben. Familie Er
nst
Wenn auch Sie sich bedanken möchten:
E-Mail: [email protected], Fax: 01/9611000-66,
Postanschrift: GESUND&LEBEN, Währinger Straße 65, 1090 Wien,
Stichwort: Danke-Briefe. Die Redaktion behält sich vor, Briefe zu
kürzen und bringt die Namen nur als Anfangsbuchstaben, falls
Sie es nicht ausdrücklich anders wünschen.
GESUND & LEBEN IN NIEDERÖSTERREICH
12/15
(v.l.) Köchin Katharina
te sich über das Lob:
Das Küchenteam freu
ditor Reinhard
Kon
tti,
lme
Vie
ate
Ren
Haumer, Küchenleiterin
r.
ghe
pre
Cam
ührer Klaus
Irauschek und Partief
desklinikums Mauer:
An die Küche des Lan
wir Menschen hienieden
Es ist leider so, dass
ja so unzufrieden!
d
sin
gerne sagen: Wir
hter
d es wird immer schlec
Alles ist schlecht, un
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ter
ech
ger
un
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und wir werden dabei
r Gutes vollbringen.
Auch gegen die, die nu
te in Alltagsdingen,
Oft zeigt sich das Gu
ndlich erachten:
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ver
die alle für selbst
n.
von Mauer betrachte
che
Kü
die
r
nu
Man muss
t.
och
gem
d
wir
sie
d
un
Ein jeder genießt sie,
mit Sorgfalt gekocht.
Man spürt, hier wird
isst mit Behagen.
Sogar mit Liebe. Man
auch einmal sagen.
Nur muss man ihr das
viel weniger krank,
on
sch
,
ich
So entbiete
den herzlichsten Dank!
der Küche von Mauer
GESUNDHEIT IN NÖ
zahngesundheit
Ihre Rechte –
in einem Buch
Warum haben Sie dieses Buch geschrieben?
Bachinger: Bisher hat es zwar viele einzelne Infos
für Patienten gegeben, zum Beispiel Broschüren
und kleine Ratgeber. Wir wollten aber alles in
einem Buch versammeln, was Patienten aus
rechtlicher Sicht brauchen.
Was kann das Buch?
Es enthält Antworten auf viele Fragen, zum Beispiel, ob Sie ein Recht auf Behandlung haben und
ob und in welcher Form Sie Ihre Krankenakte
sehen oder haben dürfen. Sie finden hier die klassischen Patientenrechte ebenso wie zum Beispiel
spezielle Informationen zum Fortpflanzungs­
medizin-Gesetz oder zur elektronischen Befundakte ELGA, die im Dezember in Wien und der
Steiermark gestartet ist.
Stammt die Idee zu diesem Buch aus Ihrer
täglichen Praxis?
Ja, denn ich sehe immer wieder, dass es das
Bedürfnis nach guten Informationen gibt. Die
basalen Patientenrechte sind aber leider auch
nicht allen Ärzten bekannt
– und das, obwohl es seit
Mitte der 90er Jahre die
Patientencharta gibt. Das
Buch schließt jedenfalls all
diese Lücken.
Patient im Recht
Kletecka-Pulker, Leitner,
Bachinger
nISBN: 978-3214-13739-7,
19,80 Euro (E-Book 16,99 Euro)
18
Von Zahn zu Zahn
Ab dem sechsten Monat ist es so weit: Die ersten Milchzähne kommen. Beim
ersten Geburtstag hat ein Baby durchschnittlich sechs Zähne. Es kann bis
zum dritten Lebensjahr dauern, bis alle 20 Milchzähne „durchgebrochen“
sind. Wie die bleibenden Zähne haben sie Zahnwurzeln. Beim Zahnwechsel
werden diese durch die nachdrängenden bleibenden Zähne aufgelöst und
es scheint, als hätten die ausgefallenen Milchzähne keine Wurzeln gehabt.
Die regelmäßige Zahnpflege beginnt bereits ab dem ersten Milchzahn,
damit das Babylächeln strahlend weiß bleibt.
Informationen: www.apollonia2020.at, www.noetutgut.at
Informationen und Tipps zur richtigen Zahnpflege für Ihr Kind bekommen Sie bei den MutterEltern-Beratungsstellen. An speziellen Tagen sind Zahngesundheitserzieherinnen vor Ort.
BEZIRKAdresseTermin Mutter-Termin der
GemeindeEltern-
Zahngesundheits
Beratung
erzieherin
GÄNSERNDORF
Eckartsau
Gemeindeamt
2. Mo. 13:00 Uhr
11.01.2016
GMÜND
Schrems
Josef-Widy-Straße 17
4. Mi. 14:00 Uhr
27.01.2016
HOLLABRUNN
Göllersdorf
Gemeindeamt
2. Mi. 13:00 Uhr
10.02.2016
NappersdorfKammersdorf
Gemeindeamt
2. Mi. 11:00 Uhr
10.02.2016
Sitzendorf/Schmida
Gemeindeamt
2. Mi. 08:30 Uhr
10.02.2016
HORN
Drosendorf/Zissersdorf Hauptplatz 7
2. Mi. 09:00 Uhr
10.02.2016
KREMS
Langenlois/
Kamptalerchen
EKZ, Bahnstraße 49–51
2. Mi. 08:45 Uhr
10.02.2016
MELK
Hürm
Gemeindeamt
2. Mo. 10:00 Uhr
08.02.2016
Leiben
Kindergarten
2. Fr. 11:15 Uhr
08.01.2016
Loosdorf
Sportplatz 9
2. Mo. 08:15 Uhr
08.02.2016
Melk
Krankenhausstraße 11
3. Do. 09:30 Uhr
21.01.2016
St. Martin-Karlsbach
Volksschule
3. Fr. 11:15 Uhr
15.01.2016
MISTELBACH
Gaweinstal
Volksschule
2. Do. 15:00 Uhr
14.01.2016
MÖDLING
Kaltenleutgeben
EKZ, Hauptstr. 78
2. Mi. 08:30 Uhr
10.02.2016
NEUNKIRCHEN
Feistritz am Wechsel
Gemeindeamt
1. Do. 08:30 Uhr
07.01.2016
Kirchberg am Wechsel Gemeindeamt
1. Do. 10:15 Uhr
07.01.2016
Trattenbach
Gemeindeamt
1. Do. 12:00 Uhr
07.01.2016
St. PÖLTEN
Kapelln
Kindergarten
3. Do. 15:00 Uhr
18.02.2016
Kirchstetten
Gemeindeamt
3. Do. 13:30 Uhr
18.02.2016
Neulengbach
Gemeindeamt
3. Do. 10:00 Uhr
18.02.2016
SCHEIBBS
Gresten
Spörken 1
3. Fr. 13:30 Uhr
19.02.2016
Steinakirchen/F.
Kirchenplatz 4
2. Di. 14:00 Uhr
12.01.2016
TULLN
Würmla
Gemeindeamt
3. Do. 08:00 Uhr
18.02.2016
WAIDHOFEN/THAYA
Groß Siegharts
Gemeindeamt
3. Di. 10:45 Uhr
19.01.2016
Raabs
Hauptstraße 2b
2. Mi. 10:00 Uhr
10.02.2016
WIEN-UMGEBUNG
Kierling
Pfarrplatz 1
2. Mi. 08:30 Uhr
10.02.2016
WIENER NEUSTADT
Bad Schönau
Gemeindeamt
2. Do. 11:00 Uhr
14.01.2016
Krumbach
Gemeindeamt
2. Mi. 08:30 Uhr
10.02.2016
FOTo: istockphoto
Wissen Sie, welche Rechte Sie
als Patientin, als Patient haben? In einem neuen Ratgeber sind nun erstmals alle
Patientenrechte gesammelt.
Dr. Gerald Bachinger ist NÖ
Patienten- und Pflegeanwalt
und Sprecher der österreichiDr. Gerald
schen Patientenanwälte. Der
Bachinger,
erfahrene Jurist unterrichtet
NÖ PatientInnenunter anderem an der Mediund Pflegeanwalt
Tel.: 02742/
zin-Universität in Wien. Nun
9005-15575
ist im renommierten österreiwww.patienten
chischen Rechtsverlag Manz
anwalt.com
der Ratgeber „Patient im
Recht“ erschienen. Bachinger
hat ihn gemeinsam mit den Juristinnen Mag. Dr.
Maria Kletecka-Pulker und MMag. Katharina
Leitner herausgegeben.
GESUND werden
& bleiben
in Kürze
Kaum Beschwerden
Die aktuelle Beschwerdestatistik der NÖ Pflegeund Patientenanwaltschaft beweist erneut die
große Zufriedenheit mit den NÖ Kliniken. Im
Durchschnitt beschwerte sich nur einer von 992
betreuten Patienten. Die wenigsten Beschwerden
gab es in den Landeskliniken Waidhofen/Thaya
(einer von 4.531 Patienten beschwerte sich), in
Scheibbs (einer von 1.960) und in Zwettl (einer
von 1.835). Die Statistik erfasst alle stationären
Aufenthalte in den NÖ Kliniken.
DGKP René Kleinbauer, BSc, MA (l.), und DGKP Alfred
Kaltenbrunner (r.), beide Bereichsleitungen Pflege, und
Ombudsfrau DGKS Christa Stöger (Mitte) sind stolz auf
die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des Landesklinikums
Scheibbs, die tagtäglich durch ihr Engagement ein so
gutes Ergebnis ermöglichen.
Frauenberatung
Gewalt geschieht oft in den eigenen vier Wänden und wird von Außenstehenden nicht oder spät erkannt. Betroffene Frauen finden den Ausweg
meist nicht alleine. Hier sind professionelle Beratungsstellen, aber auch
die Sensibilisierung des Umfelds von großer Bedeutung. 2.763 Frauen nahmen letztes Jahr in den Frauen- und Mädchenberatungsstellen 5.207 Beratungsstunden zum Thema Gewalt in Anspruch. Die Einrichtungen bieten
aktive Hilfe und Schutz für Frauen, die von Gewalt betroffen sind, sowie für
deren Kinder. Die Beratungsstellen befinden sich in Zwettl, Krems, Hollabrunn, Gänserndorf, Baden, Mödling, Wiener Neustadt, Neunkirchen,
Amstetten und St. Pölten. Außenstellen gibt es in Horn, Gmünd,
Waidhofen/Thaya, Mistelbach, Stockerau, Gloggnitz und Scheibbs.
Informationen: www.noe.gv.at/Gesellschaft-Soziales/Frauen/Beratungund-Hilfe/beratungundhilfe
Frühchencouch
Neurofibromatose besiegen
fotoS: fotolia
Neurofibromatose ist eine genetisch bedingte
Tumorerkrankung, die etwa 4.000 Menschen
in Österreich betrifft. Die Krankheit ist derzeit
unheilbar. Es gibt auch keine Präventivtherapien.
Die Symptome (z. B. Formveränderungen der
Knochen, Aufmerksamkeitsdefizit-Hyperaktivitätsstörung) machen es vielen Betroffenen schwer,
in der Schule zu bestehen, im Berufsleben Fuß zu
fassen und einen Partner zu finden. Der gemeinnützige Verein „NF Kinder“ arbeitet daran, die
Forschungsarbeit an der seltenen Erkrankung in
Österreich voranzutreiben und die medizinische
Versorgung der Betroffenen zu verbessern. Außerdem möchte der Verein Aufklärungsarbeit leisten,
damit Betroffene nicht in eine Außenseiterrolle verfallen. Eine Diagnose ist bei einem blutgenetischen
Test mit einer Sicherheit von etwa 90 Prozent möglich. Erste Warnsignale im Kindesalter sind mehrere
sogenannte „Milchkaffee-Flecken“ auf der Haut.
Informationen: www.nfkinder.at
Eine Frühgeburt
ist für alle Beteiligten eine Extrem­
situation, auch
nach dem Klinikaufenthalt. Deshalb hat die NÖ
Gebietskrankenkasse zur bestehenden regelmäßigen Veranstaltung
„Babycouch“ auch
eine „Frühchencouch“ eingerichtet. Die Veranstaltung findet regelmäßig jeden 3. Mittwoch im Monat von 9:30 bis 11:00 Uhr in der Mutterberatungsstelle St. Pölten, Heßstraße 6, 3100 St. Pölten, statt. Eltern
können mit ihrem Baby kommen und individuelle Fragen mit einer
erfahrenen Hebamme und Experten erörtern. Babycouch-Treffen gibt
es auch in Schwechat, Ternitz und Wiener Neustadt.
Informationen: www.babycouch.at
Kurz gemeldet
Seit zehn Jahren bietet das NÖ Frauentelefon kostenlose Hilfe bei psychischen, sozialen oder Problemen
in Verbindung mit Gewalt an: 0800 800 810
GESUND & LEBEN IN NIEDERÖSTERREICH
12/15
19
GESUND WERDEN & BLEIBEN
schlaganfall
Gegen die Zeit
Schlaganfall ist die zweithäufigste Todesursache in Österreich. Sobald
man Symptome spürt, zählt jede Minute, denn die Behandlung sollte
innerhalb von viereinhalb Stunden nach dem Schlaganfall erfolgen.
Nur: Wie erkenne ich die Symptome?
Universitätsklinikum
Tulln
Alter Ziegelweg 10
3430 Tulln
Tel.: 02272/9004-0
www.tulln.lknoe.at
20
Behinderungen
Der Schlaganfall ist in Österreich, genauso wie in
den meisten westlichen Ländern, die zweithäufigste Todesursache. Die häufigste stellen HerzKreislauf-Erkrankungen dar. Außerdem sind Hirnschläge die Hauptursache für Behinderungen.
„Das ist ein besonderes Problem, denn die Last
einer Gesellschaft misst sich ja nicht daran, wie
viele Leute sterben, sondern wie viele Überlebende
danach Probleme haben, bei denen sie Hilfe brauchen“, erklärt der Mediziner. Stellen wir uns eine
Gemeinde mit 1.000 Einwohnern vor. Sechs bis sieben Menschen erleiden einen Schlaganfall. Davon
sind drei in der Folge schwer behindert. Sie sind
angewiesen auf Therapien, gemeindenahe Einrichtungen, Essen auf Rädern und viele andere
Dinge. Unzählige Menschen der Gemeinde werden dann für diese Hilfen benötigt. Das Ziel von
Primarius Brainin und seinen Kollegen ist, diese
Last zu reduzieren und den Patienten ein unbe-
schwertes Leben zu ermöglichen. Der beste Weg,
dies zu tun, liegt in der Vorsorge.
Prävention & Erkennung
Die fünf Risikofaktoren (siehe Auflistung Seite 21)
für einen Schlaganfall hängen mit dem Lebensstil
zusammen. Bewegung und gesunde Ernährung
beugen dem Hirnschlag vor. Der Experte dazu:
„Wenn man diese Faktoren schon im jüngeren
Alter im Griff hat, kann man einen Schlaganfall zu
80 Prozent vermeiden.“ Ein Restrisiko besteht aber
immer. Selbst Kinder und sogar Föten im Mutterleib können Hirninfarkte erleiden. Prinzipiell sind
diese aber vorwiegend eine Erscheinung des Alters.
Und wie erkennt man nun, ob man einen
Schlaganfall hatte oder nicht? „Alles, was halbseitig
ist und plötzlich auftritt, ist verdächtig“, erklärt
Brainin: „Halbseitige Wahrnehmungsstörungen,
halbseitige Gleichgewichtsstörungen, halbseitige
Lähmungen oder Sprach- oder Verständnisstörungen.“ Es treten aber nicht immer Symptome auf.
Fünf von sechs Hirninfarkten sind klinisch stumm.
Das heißt, man bemerkt keinen Unterschied zu
vorher. Wenn man aber mehrere solcher Hirnschläge hatte, kommt es auch zu äußerlichen
Symptomen.
Behandlung
Ein Schlaganfall ist eine Durchblutungsstörung im
Gehirn. Pro Minute sterben dabei etwa zwei Millionen Gehirnzellen ab, da sie nicht mehr mit Sauerstoff versorgt werden. Deshalb spielt Zeit bei der
Behandlung eines Hirnschlags eine bedeutende
Rolle. Möglichst schnell muss eine Thrombolyse,
also eine Auflösung der Blutverdickung im Gehirn,
erfolgen, bevor sich der Schaden ausbreiten kann.
Seit etwa einem Jahr können Thromben (Blutverdickungen), die sehr groß sind, auch mechanisch
entfernt werden: Man führt einen Katheter in die
Leiste ein und dringt damit bis ins Gehirn vor, um
den Blutklumpen mit einem Netz zu entfernen.
Diese sogenannte Thrombektomie soll nun etabliert und rund um die Uhr angeboten werden.
Es genügt aber nicht, ein Gefäß nur zu rekanali-
fotoS: Philipp Monihart, Fotolia
Landesrat Mag. Karl Wilfing
gratuliert Prim. Univ.-Prof.
Dr. Dr. h.c. mult. Michael
Brainin zu seiner neuen Aufgabe als Präsident der
„World Stroke Organization”
(Welt-Schlaganfall-Organisation). In Händen halten sie
Brainins Standardwerk.
Anfall. Unter diesem Wort stellen wir uns etwas
Lautes vor. Etwas Stressiges. Etwas Schmerzhaftes.
Sobald ein Anfall eintritt, sind alle in Bewegung.
Auch der Duden beschreibt den Anfall als Aufwallung, Regung, Ausbruch und Entladung. Bei einem
Herzanfall ist diese Auslegung des Begriffes meist
richtig. Ein Herzinfarkt tut weh. Man bemerkt ihn
häufig sofort und auch die Umwelt merkt: Da
stimmt etwas nicht. Bei einem Schlaganfall ist das
ganz anders. Den spürt man nicht. Deshalb ist es
wichtig, die Symptome sofort zu erkennen und
richtig zu deuten. „Viele Leute können sich einen
Schlaganfall nicht vorstellen“, meint Prim. Univ.Prof. Dr. Dr. h.c. mult. Michael Brainin, Leiter der
Klinischen Abteilung für Neurologie am Universitätsklinikum Tulln. Er glaubt, das Gehirn sei ein
Tabu-Thema: „Man sagt ‚Wenn du so weitermachst, bekommst du einen Herzkasperl.‘ Aber
niemand sagt ‚Wenn du so weitermachst,
bekommst du eine Aphasie.‘ Also eine Sprach­
störung. Es hat einfach niemand in seinem
Lebensplan, dass ihm das passieren kann. Diese
Unvorstellbarkeit ist ein großes Problem.“
sieren, also wieder frei zu machen. Man muss nach
einem Schlaganfall auch die entstandenen
Schäden behandeln, indem man dem Betroffenen
das Gehen wieder beibringt, Sprachstörungen
wegtrainiert oder halbseitige Lähmungen behandelt. Diese Trainings müssen sofort beginnen, weiß
der Experte: „Wenn man Zeit verstreichen lässt,
dann ist die Erfolgsaussicht, dass sich das Gehirn
wieder erholt, viel geringer.“
Stroke-Units
Michael Brainin ist einer der führenden Schlag­
anfall-Spezialisten der Welt. Derzeit ist er VizePräsident der „World Stroke Organization” (WeltSchlaganfall-Organisation), von 2018 bis 2020 wird
er ihr Präsident sein. Im Jahr 1997 hat er mit
seinem Team die erste Stroke-Unit in Österreich
eingerichtet. Stroke-Units sind SchlaganfallSpezialstationen, in denen extra geschulte Neurologen, Therapeuten und Pflegepersonen ausschließlich Patienten mit akuten Schlaganfällen
behandeln. Das Modell hat sich durchgesetzt,
inzwischen gibt es 34 solcher Stroke-Units in Österreich. „Das typische Szenario: Ein Patient wird zu
uns gebracht, sofort im Computertomographen
(CT) untersucht und wir schauen, wo das Problem
liegt. Im Idealfall beginnen wir mit der Thrombolyse noch im CT. Denn wenn man den Blutklumpen innerhalb von 90 Minuten nach dem Schlaganfall entfernen kann, ist das Ergebnis für den
Patienten am besten“, erzählt Brainin.
Nicht immer ist eine Blutverdickung der Grund
für einen Gehirninfarkt. Auch wenn ein Blutgefäß
platzt und eine Blutung entsteht, kann das zu
GESUND & LEBEN IN NIEDERÖSTERREICH
12/15
einem Schlaganfall führen. In einem solchen Fall
ist oft eine Operation notwendig. „Meist kann man
das aber nicht operieren“, weiß Brainin, „dann
muss man den Patienten speziell lagern, ihm
Flüssigkeit zuführen und warten, bis sich die
Blutung selbst aufsaugt.“
Schnell handeln
Wichtig ist, die Symptome an sich und bei anderen
zu erkennen, um richtig handeln zu können. Dafür
wurde der FAST-Test entwickelt (siehe Kasten
unten). Auch hier gilt: Je schneller die Rettung gerufen wird, desto besser. Und auch Fehleinschätzungen sind erlaubt, beruhigt Brainin: „Zehn Prozent
der Notfalleinweisungen, bei denen ein Schlaganfall
vermutet wird, sind gar keine. Das ist völlig in
Ordnung. Meistens sind es neurologische Krank­
heiten wie Migräne, epileptische Anfälle oder bloß
eine Unterzuckerung. Besser, man war einmal zu oft
Markus Feigl n
bei uns als einmal zu wenig.“
Risikofaktoren
Diese fünf Risikofaktoren
begünstigen einen Schlaganfall:
n hoher Blutdruck
n hoher Cholesterin spiegel (LDL-Cholesterin vermeiden)
n Nikotinmissbrauch
n wenig Bewegung
(weniger als eine halbe Stunde Sport am Tag)
n Übergewicht (nach dem Body-Mass-Index)
Schlaganfall erkennen
Mit dem FAST-Test können Sie leicht überprüfen, ob Ihr Gegenüber einen
Schlaganfall hatte:
FAST steht für Face, Arm, Speech und Time.
Face: Schauen Sie in das Gesicht des Betroffenen. Symptome sind eine
halbseitige Gesichtslähmung, oder wenn die Person Speichel verliert.
Arm: Der Betroffene soll die Arme nach vorne strecken. Wenn ein Arm
absinkt, ist das ein Symptom.
Speech: Sprechen Sie mit dem Betroffenen. Wenn seine Sprache
unverständlich ist oder er Sie nicht versteht, ist das ein Symptom.
Time: Handeln Sie schnell und rufen Sie sofort die Rettung an!
Dieser Test wird von Rettungssanitätern in der ganzen Welt eingesetzt.
21
GESUND WERDEN & BLEIBEN
Bewegung
Bewegung ist Leben
Sie sollten sich mehr bewegen? Das ist gar nicht so schwer, denn der
Alltag bietet viele Möglichkeiten. Tun Sie es – Ihrer Gesundheit zuliebe!
Fettstoffwechsel,
Herz-Kreislauf-Erkrankungen,
Diabetes Typ 2, Herzinfarkt, Schlaganfall und vieles
mehr.
Bewegter leben als Prävention
Sanftes Krafttraining
Mit einem Theraband ist Krafttraining schonend und einfach – und lässt sich anhand
der Stärke des Bandes bestens dosieren. Lassen Sie sich beim Kauf beraten.
Kräftigen Sie die Bizeps-Muskulatur (li.): Schrittstellung, vorderer Fuß auf der
Bandmitte. Bandenden halten und die Ellbogen beugen und wieder strecken.
Achtung: den Rücken aufrecht halten. Kopf bleibt in Verlängerung der Wirbelsäule.
Kräftigen Sie die Oberschenkel-, Gesäß- und Rückenmuskulatur (re.): Stellen
Sie sich auf die Bandmitte. Bandenden halten. Kniebeuge ausführen und dabei Arme
nach vorne strecken. Achtung: den Rücken aufrecht halten. Kopf bleibt in Verlängerung
der Wirbelsäule.
Wir Menschen sind Jäger und Sammler – eigentlich.
Damals, vor vielen tausenden Jahren, mussten wir
uns bewegen, um Tiere zu jagen und Beeren zu
sammeln. Heute gibt es an jeder Ecke einen Supermarkt, und Auto, Bus und Bahn helfen uns, die
Beute in die eigenen vier Wände zu schaffen. Selbst
das Feuerholz müssen wir in den seltensten Fällen
eigenhändig schlägern und hacken. Per Drehknopf
erhitzt sich der Herd und lässt sich die Heizung
temperieren. Blöd nur, dass unser Körper sich nicht
so schnell verändert hat wie der Stand der Technik.
Das Resultat dieser ungleichen EntwicklungsTempi sind zahlreiche sogenannte Zivilisationskrankheiten: Rückenschmerzen, Störungen im
22
Also müssen wir gegensteuern, um gesund zu
bleiben. Das gelingt am besten mit Bewegung, sagt
Mag. Karin Flautner: „Nutzen Sie alle Möglichkeiten, die Ihnen der Alltag bietet – damit tun Sie eine
Menge, um Herz-Kreislauf-Erkrankungen vorzubeugen.“ Die Sportwissenschafterin arbeitet im
Herz-Kreislauf-Zentrum Groß Gerungs und weiß
genau, wie schwer es Menschen fallen kann, sich
im Alltag ausreichend zu bewegen. Doch Flautner
macht Mut: „Sie müssen kein aufwändiges Trainingsprogramm machen. Sehen Sie es als Herausforderung: Nutzen Sie einfach jede Chance, die sich
in Ihrem Alltag finden lässt.“ Zum Beispiel:
n Nehmen Sie die Treppe statt dem Lift.
n Wenn Sie die Rolltreppe nehmen, gehen Sie
dabei zumindest ein paar Stufen.
n Parken Sie das Auto ganz bewusst ein, zwei Straßen von Ihrer Wohnung, Ihrem Haus entfernt, und
denken Sie bei dem kleinen Fußweg daran, wie gut
Ihnen diese Schritte tun.
n Wenn Sie mit öffentlichen Verkehrsmitteln
unterwegs sind, steigen Sie eine Station früher oder
später aus und gehen das kleine Stück zu Fuß.
n Kleine Einkäufe erledigen Sie möglichst oft zu
Fuß oder mit dem Rad. Das schont übrigens auch
die Umwelt.
Diese Beispiele zeigen: Es kommt auf die innere
Haltung an. Wenn man bereit ist, sich mehr zu
bewegen, findet man auch Gelegenheiten. Sehen
Sie es als ein Spiel an: Wo kann ich noch ein bisschen
zusätzliche Bewegung machen, ohne viel Aufwand?
Kleine Ausdauer-Trainings
Alltagsbewegung ist wichtig. Doch ein bisschen
mehr darf es für die Gesundheit schon sein, oder?
Karin Flautner rät, sich an die Empfehlung der
Weltgesundheitsorganisation WHO zu richten:
„Bewegen Sie sich drei bis fünf Mal pro Woche 30
Minuten – gehen Sie flott spazieren, fahren Sie Rad,
wandern Sie, gehen Sie schwimmen oder machen
Sie Nordic Walking.“ Hier ein paar Tipps, wie die
Bewegung leichter fällt:
n Nutzen Sie jede Chance auf Bewegung mit
netten Menschen – mit Nachbarn, Freunden und
der Familie, den Enkelkindern. Gemeinsam macht
ein Spaziergang oder eine kleine Wanderung gleich
mehr Spaß. Und wenn man sich verabredet, hält
man Bewegungstermine auch eher ein.
n Nutzen Sie Nordic-Walking-Gruppen in Ihrer
Nähe, in Ihrem Dorf oder Stadtteil. Erkundigen Sie
sich, fast überall gibt es verschiedene Angebote.
Und trauen Sie sich ruhig. Selbst wenn Sie dort der
unsportlichste Teilnehmer sind – das kann sich
ändern. Und außerdem: Wen stört es?
n Wenn Sie Hunde mögen, holen Sie sich regel­
mäßig einen aus dem Tierheim als Fitness-Partner
(siehe Seite 41).
Kraft ist wichtig
Nicht nur Ausdauertraining ist wichtig – Flautner
empfiehlt, ein bis zwei Mal pro Woche die Muskeln
zu fordern: „Schon zehn Minuten Treppen steigen
ist ein gutes Krafttraining für die Beinmuskulatur.
Fangen Sie ruhig langsam an. Wenn Sie eine Treppe
im Haus haben, reicht es, solange Sie noch wenig
Kraft haben, sie drei bis fünf Mal am Tag zu bewältigen. Irgendwann schaffen Sie dann auch zehn
Minuten am Stück.“ Oder Sie probieren es mit den
Übungen auf dieser Seite. Sie brauchen dafür nur
ein sogenanntes Thera- oder Gymnastikband, das
Sie zum Beispiel im Sportfachhandel in unterschiedlichen Stärken finden.
Mein Schweinehund
Und wie schaffe ich es, meinen inneren Schweinehund zu überwinden? Auch dafür hat Flautner Tipps:
n Schlechtes Wetter ist eine schlechte Ausrede,
findet sie: „Hier lohnt es sich zu investieren. Mit der
richtigen Bekleidung hält Sie schlechtes Wetter
nicht davon ab, hinauszugehen. Sie werden spüren,
wie wunderbar frisch die Luft ist, wenn es zum
Beispiel regnet oder der Wind weht.
n Wenn Sie zu Hause sitzen und nichts tun,
schwinden Ihre Muskelkraft und Ihre Leistungsfähigkeit. Probieren Sie es für drei bis vier Wochen
aus, sich regelmäßig zu bewegen. Sie werden
spüren, dass es Ihnen dann besser geht. Das wird
Sie motivieren, dranzubleiben.
n Überbrücken Sie den Winter, stellen Sie ein Zimmer-Fahrrad vor den Fernseher und nutzen Sie die
Sendung „Niederösterreich Heute“ als Trainingszeit
– zumindest zwei bis drei Mal pro Woche. IrgendRiki Ritter-Börner n
wann kommt der Frühling ...
Mag. Karin Flautner,
Sportwissenschafterin
im Herz-Kreislauf-Zentrum
Groß Gerungs, gibt Tipps für
mehr Bewegung im Alltag.
Schauen Sie auf Ihr Herz
Das Herz-Kreislauf-Zentrum Groß Gerungs bietet aufgrund hoher Qualitätsstandards und langjähriger
Erfahrung höchste Kompetenz in der Prävention und Rehabilitation von Herz-Kreislauf-Erkrankungen.
Neustart durch Rehabilitation!
Wenn das Herz oder die Gefäße erkranken oder
eine Herzoperation durchgeführt werden muss,
bedeutet das oft einen tiefen Einschnitt im Leben
eines Menschen. Bereits im Akutspital wird durch
physikalische Maßnahmen (z. B. Atem- und Bewegungsübungen) ein kontinuierlicher Trainingsaufbau begonnen. Da eine vollständige Genesung im
Akutspital oft nicht möglich ist, ist es wichtig, die
körperliche Leistungsfähigkeit im Rahmen einer
gezielten Rehabilitation zu verbessern.
fotoS: Herz-Kreislauf-Zentrum GroSS Gerungs
Ein xunder Lebensstil für ein
längeres Leben
Das Herz-Kreislauf-Zentrum Groß Gerungs bietet ein
umfassendes Präventions- und Rehabilitationsprogramm für Herz- und Gefäßpatienten an. Ein großes
Anliegen des Herz-Kreislauf-Zentrum Groß Gerungs
ist die Gäste und Patienten nach einem Herzereignis physisch und psychisch wieder in Form zu bringen. Neben den klassischen Präventions- und Rehabilitationsprogrammen (physikalische Therapie, körperliche Trainingseinheiten) werden Ernährungs-,
Raucher- und psychologische Beratungen geboten.
Wohlfühlambiente und Genuss pur
Neben den medizinischen Angeboten leisten
der xunde Genuss mit regionalen, biologischen
Produkten sowie die Wohlfühleinrichtungen im
Haus, wie Hallenbad, Soft-Sauna, Soft-Dampfbad, einen wesentlichen Beitrag zu Ihrem Wohl­­befinden.
Herz-Kreislauf-Zentrum
Groß Gerungs
Kreuzberg 310
3920 Groß Gerungs
Tel.: 02812/8681
[email protected]
www.herz-kreislauf.at
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GESUND & LEBEN IN NIEDERÖSTERREICH
12/15
23
GESUND WERDEN & BLEIBEN
VORSORGEaktiv
143 Kilo weniger
Gesünder essen, sporteln, mehr auf seinen Körper achten:
Das Programm VORSORGEaktiv hilft dabei. Bei einer Gruppe
aus Pöggstall mit einem besonders schlanken Ergebnis.
Renate Raffetseder machte mit, weil sie eine
Rücken-OP vor sich hatte und daher abnehmen
musste – 20 Kilo weniger wiegt sie nun.
Renate Schroll hatte (noch) kein Gewichts­
problem, wollte sich einfach mehr bewegen.
Im Gegensatz zu Alfred Knoll: Er wollte abneh-
VORSORGEaktiv
Programm zur nachhaltigen Lebensstiländerung ab 18 Jahren
Den Lebensstil langfristig zu ändern ist für viele Betroffene äußerst schwierig
und scheitert meist schon in der Anfangsphase. Das Programm VORSORGEaktiv hilft, langfristig die eigene Gesundheit aktiv zu verbessern. Unterstützt
werden sie von Ärzten, Sport- und Ernährungswissenschaftern, Physiotherapeuten, Diaetologen, Gesundheitspsychologen und Psychotherapeuten.
Wer kann teilnehmen? Alle Niederösterreicher über 18 Jahre, bei denen bei
der Vorsorgeuntersuchung ein erhöhtes Risiko für Herz-Kreislauf-Erkrankungen festgestellt wird. Der Arzt kann diesen Patienten das Programm
VORSORGEaktiv vorschlagen und so über die medikamentöse Behandlung
hinaus die Risikofaktoren behandeln. Mehr als 6.000 Personen haben das
Programm bereits erfolgreich absolviert.
Ablauf: Die Teilnehmenden werden über einen Zeitraum von bis zu neun Monaten betreut. Sie absolvieren regelmäßig Einheiten zu den Themen Ernährung,
Bewegung und mentale Gesundheit. Vor Programmstart benötigt man eine
ärztliche Untersuchung und erhält ein „Rezept“. Dadurch steht einer Programmteilnahme nichts mehr im Wege. Kurse starten jederzeit in Ihrer Nähe.
Anmeldung: Bei Ihrem Arzt oder VORSORGEaktiv-Regionalkoordinator
Informationen: »Tut gut!«-Hotline: 02742/22655, www.noetutgut.at
24
„War einfach am Sand“
GESUND&LEBEN trifft zwei der Teilnehmenden,
Herta Pemmer und Christian Wurzer, zu einer
gesunden Jause, um über den Erfolg der Gruppe
zu
sprechen.
Roggen-Weizen-Vollkornbrot,
frischer Topfen und Joghurt, Bällchen aus Frischkäse mit Paprika und Kräutern – alles von Bäuerin
Herta Pemmer selbst gemacht. Dazu Salat, mageren Schinken und Obst. So lässt sich’s plaudern.
Sie selber wollte schon länger abnehmen und
erfuhr aus der Gemeindezeitung von VORSORGEaktiv. „Alleine hätte ich es nicht geschafft“, deshalb meldete sie sich an. Als zusätzliche Motivation machte auch ihre Tochter Eva-Maria mit.
Christian Wurzer war „körperlich einfach am
Sand“: Er machte keinen Sport, aß ungesund,
„jeden Tag zur Jause zwei Leberkäse- oder Wurstsemmeln“ und war übergewichtig. Eine Lungenentzündung Anfang 2015 gab ihm dann den Rest.
Sein Hausarzt hat ihm das Programm VORSORGE­
aktiv empfohlen. Voraussetzung für die Teilnahme ist eine Bestätigung vom Arzt, dass ein
fotoS: Philipp Monihart, Renate Schroll, Herta Pemmer
Gemeinsam wanderte
die Gruppe auf den
Hirschenstein.
men, war aber nicht motiviert, Sport zu machen.
Mittlerweile hat er sich ein Rad gekauft und radelt
damit quer durchs Waldviertel.
Der erfolgreichste und jüngste der Gruppe,
Stefan Müllner (24), hat 22 Kilo abgenommen, isst
nun viel Gemüse und Reis.
Maria Lienbacher hat ihre Essgewohnheiten
komplett geändert, isst nun keine Mayonnaise
mehr.
Monika und ihr Sohn Christian Adam haben ein
Wirtshaus, er ist Koch, daher fiel das Abnehmen
besonders schwer. Etliche Kilos sind gepurzelt.
Das sind nur einige der Erfolgsbeispiele. 15
Personen aus Pöggstall und Umgebung wollten
gesünder leben und abnehmen. Daher meldeten
sie sich bei VORSORGEaktiv an – das ist ein Programm, das beim Weg in ein gesünderes Leben
hilft (siehe Kasten links). Von März bis Oktober
2015 nahmen sie teil – eine bunt zusammengewürfelte Truppe, die in dieser Zeit gemeinsam 143
Kilo abgenommen hat. Ein leuchtendes Beispiel,
was gemeinsam alles möglich ist.
Sind auf den Geschmack
gekommen: Bei einer
gesunden Jause berichten
Herta Pemmer und Christian
Wurzer über den Erfolg der
Pöggstaller Gruppe.
GESUND WERDEN & BLEIBEN
Gemeinsam in der Gruppe
macht Sporteln gleich
mehr Spaß – einer der
Erfolgsfaktoren von
VORSORGEaktiv.
VORSORGEaktiv
erhöhtes Risiko für Herz-Kreislauf-Erkrankungen
besteht. Dafür reichen schon einige Kilos zu viel.
Im März startet die Pöggstaller VORSORGE­
aktiv-Gruppe mit wöchentlichen Treffen: Zu den
Bereichen Bewegung, Ernährung und mentale
Gesundheit gibt es abwechselnd Einheiten von je
24 Stunden. Dabei erfährt man praxisnahe alles
rund um gesunde Ernährung, kann verschiedene –
vielleicht neue – Bewegungsformen ausprobieren
und lernt, wie man sich selbst gut motivieren kann.
Außerdem sind Umgang mit Stress, Entspannungsmethoden und der innere Schweinehund
ein Thema. Zu Beginn werden die 15 Teilnehmenden gründlich durchgecheckt, um zu sehen, wie
körperlich belastbar sie sind: Geh- und Lauftraining, Gleichgewichts-Test, Liegestütze, Situps usw.
Dann wird das Training individuell abgestimmt,
manche beginnen mit sanftem Spazierengehen,
manche mit langsamem Laufen – je nach körperlicher Verfassung und Vorlieben. Alles ist so konzipiert, dass es leicht in den Alltag zu integrieren ist,
damit die Teilnehmenden auch nach Projektende
dranbleiben. „Ich koche nun ganz anders“, berichtet Herta Pemmer: „Die Tipps aus den Ernährungs-
Gemeinsam gesünder
Wie ist die Projektbilanz?
Seit Beginn des Programms im Jahr 2008 waren
mehr als 6.000 Teilnehmerinnen und Teilnehmer aus ganz Niederösterreich bereit, ihren
Lebensstil nachhaltig zu ändern. Daran sieht
man: Die Menschen wollen gesünder leben,
brauchen oft nur einen kleinen Schubs in die
26
gesunde Richtung. Das Beste daran: Die Donau
Universität Krems hat das Programm evaluiert und nachgewiesen, dass es auch langfristig
wirksam ist.
VORSORGEaktiv wurde überarbeitet. Was ist
neu?
Seit Jänner 2015 sind acht VORSORGEaktivRegionalkoordinatorinnen und -koordinatoren im Einsatz. Sie sind Ansprechpersonen für
Gemeinden, Betriebe, Ärztinnen und Ärzte in
der Region. Ihre Aufgaben sind das Aufbauen
neuer Standorte, Teamfindung, Organisation
im Hintergrund und Controlling. Außerdem ist
neu, dass es zu den je 24 Stunden pro Bereich
(Bewegung, Ernährung und mentale Gesundheit) zusätzliche sechs Stunden gibt: Die Teilnehmenden können individuell aus den drei
Bereichen wählen. Und im Bereich mentale
Gesundheit kann man eine EinzelcoachingStunde bekommen.
fotoS: friedrich reiner, Renate Schroll, Herta Pemmer
Mag. Markus Walzel ist
Sportwissenschafter und Leiter des Programms VORSORGEaktiv der Initiative
»Tut gut!«. Für die
GESUND&LEBEN-Leserinnen
und -Leser hat er Tipps für
einen gesünderen Lebensstil
zusammengestellt (siehe
Seite 28).
Was ist das Besondere an VORSORGEaktiv?
Walzel: Das Programm baut auf den drei
Säulen der Gesundheit auf: Bewegung,
Ernährung und mentale Gesundheit. Die Teilnehmenden werden über einen Zeitraum von
bis zu neun Monaten intensiv von einem interdisziplinären Team betreut, das hilft beim Weg
zu einem gesünderen Lebensstil – individuell
abgestimmt auf die jeweiligen Bedürfnisse und
Möglichkeiten. Das Besondere ist die Gruppenbetreuung: Alleine findet man viele Ausreden,
in der Gruppe tut man sich leichter, die
Bewegungstermine wirklich einzuhalten.
Bravo!
15 Personen aus Pöggstall
und Umgebung nahmen
von März bis Oktober 2015
am Programm VORSORGEaktiv teil.
Ergebnis: 143 Kilo weniger.
einheiten sind ganz einfach umzusetzen. Wir essen
mehr Gemüse, Suppen bereite ich ohne Einbrenn
zu, verwende Vollkornmehl und weniger Fett. Früher kam jeden Sonntag paniertes Schnitzel auf den
Tisch, nun öfter Naturschnitzel oder Hühnerfilet.
Auch meinem Mann schmeckt das gesündere
Essen.“
Praxisnah und leicht verständlich waren die
Infos zum gesunden Essen: Die Gruppe war
gemeinsam einkaufen, weiß, worauf sie auf Verpackungen achten muss, wo besonders viel Fett
und Zucker enthalten sind und wo sich besonders
viel Cholesterin versteckt. Die Tipps zu einem
leichteren Leben sind einfach, etwa beim Kuchenbacken nur die halbe Zuckermenge nehmen – das
Ergebnis schmeckt genauso gut. Leicht umsetzbare und alltagstaugliche Tipps sind einer der
Erfolgsfaktoren von VORSORGEaktiv. Sogar die
Sporteinheiten kann die Bäuerin Herta Pemmer
143 Kilo Speck sind in den roten Kisten: So viel hat die
Pöggstaller Gruppe gemeinsam abgenommen. Und pro
verlorenes Kilo kam ein Tischtennisball ins Glasgefäß – das
hat zusätzlich zum Abnehmen motiviert. Es ist noch Platz
im Gefäß – die Gruppe will weitermachen. Am Bild mit dem
VORSORGE-aktiv-Team Sonja Lugbauer (Regional­
koordinatorin, 2.v.l. hinten), Physiotherapeutin Nadja
Mühlberger (Bewegungsbetreuerin, 4.v.l. hinten),
Psychotherapeutin Mag. Patricia Reiter (Mentalbetreuerin,
3.v.r. hinten) und Diätologin Sabine Zeller (Ernährungsbetreuerin, 2.v.r. hinten). Ein besonderer Dank gilt Wilfried
Schönhofer vom Kneippverein Pöggstall und Dr. Franz
Wurzer, die einen großen Beitrag zum Kursstart geleistet
haben.
Die Teilnehmenden:
Christian Adam
Monika Adam
Christa Dallinger
Daniela Häusler
Marion Höfinger
Alfred Knoll
Maria Lienbacher
Christine Mistelbauer
Stefan Müllner
Eva-Maria Pemmer
Herta Pemmer
Renate Rafetseder
Erika Schrammel
Renate Schroll
Christian Wurzer
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Ein Programm der Initiative »Tut gut!« in Zusammenarbeit mit den Kinder- und Jugendabteilungen der NÖ Kliniken. »Durch Dick und Dünn«
unterstützt übergewichtige Kinder und
Jugendliche gemeinsam mit ihren Eltern bei der
Änderung von Ernährungsgewohnheiten. Gleichzeitig wird in den Kursen ein aktiveres Freizeitverhalten gefördert, damit Körper- und Selbstbewusstsein gestärkt werden. Fachleute aus den
Bereichen Ernährung, Bewegung, Psychologie,
Kinder- und Jugendmedizin, Psychotherapie und
Pädagogik unterstützen dabei. Als zusätzliche
Motivation gibt es für die Teilnehmenden ein
zehntägiges betreutes Sommercamp.
Wer kann teilnehmen? Alle niederösterreichischen Kinder und Jugendlichen von 6 bis 16
Jahren. Voraussetzungen sind ein positives
Aufnahmegespräch und eine Untersuchung zur
Abklärung der Gesundheitsparameter.
Kosten: 220 Euro (+ 130 Euro Kaution, wird bei
regelmäßiger Teilnahme rückerstattet).
Sozialtarif auf Anfrage
Laufzeit: ein Jahr
Informationen: »Tut gut!«-Hotline:
02742/22655, www.noetutgut.at
VORSORGEaktiv
VORSORGEaktiv bringt mehr Schwung und Freude ins Leben.
VORSORGEaktiv-Tipps: einfach gesünder leben
Gestalten Sie Ihren Alltag aktiver!
Erledigen Sie kleine Einkäufe zu Fuß oder mit dem Rad. Steigen Sie
eine Station früher aus und gehen den Rest des Weges zu Fuß. Nehmen Sie
die Stiege statt dem Lift. Treffen Sie sich zum Plaudern nicht in einem Lokal,
sondern machen Sie einen gemeinsamen Spaziergang.
Ein Mehr an (Alltags-)Bewegung macht gute Laune, stärkt Ihr Abwehrsystem
gegen Krankheiten, hält körperlich und geistig fit, verhilft zum Wohlfühl­
gewicht, lässt Sie besser schlafen und stärkt Ihre Muskeln, Knochen und Ihr
Herz-Kreislauf System. Kurzum: Bewegung ist das beste „Medikament“.
1
Das hält Sie fit!
Zweieinhalb Stunden (150 Minuten) pro Woche sollen Erwachsene laut
dem Nationalen Aktionsplan Bewegung körperlich aktiv sein. Wer sich gut
fühlt, kann ruhig mehr machen! Zusätzlich werden zwei Mal pro Woche
muskelkräftigende Übungen empfohlen.
2
Habe ich Hunger?
Hören Sie auf das natürliche Signal Ihres Körpers! Essen Sie, wenn
Sie ein Hungergefühl verspüren, und nicht, wenn die Uhrzeit es vorgibt. Der
Hunger- und Sättigungs-Mechanismus steuert die Nahrungsaufnahme aus­
gezeichnet, wenn man die Signale des eigenen Körpers bewusst wahrnimmt.
3
Genießen Sie fünf Portionen Obst und Gemüse pro Tag!
Obst und Gemüse sind die Vitamin-, Mineralstoff- und Ballaststoff­
lieferanten schlechthin. Bei einer großen Nährstoffdichte liefern sie gleichzeitig relativ wenige Kalorien. Der Ballaststoffanteil sorgt zusätzlich für ein
länger anhaltendes Sättigungsgefühl. Obst und Gemüse (roh oder gekocht)
sollten Bestandteil jeder Mahlzeit sein.
4
Trinken Sie ausreichend – vor allem Wasser!
Alleine durch das Volumen der Flüssigkeit im Magen tritt ein
Sättigungsgefühl ein. Trinken Sie also bereits vor den Mahlzeiten Wasser
oder ungesüßten Tee. Vermeiden Sie zuckerhaltige Getränke, denn diese
liefern nur unnötige Kalorien. Trinken Sie öfter kleinere Mengen an Wasser,
regelmäßig über den Tag verteilt. Wer viel trinkt, fühlt sich auch eher satt.
5
Gönnen Sie sich eine Pause!
Nützen Sie kurze Pausen, um sich zu entspannen, egal ob im Beruf
oder im Alltag. Schaffen Sie sich eine ruhige Atmosphäre, öffnen Sie bei
entsprechender Witterung das Fenster, schließen die Augen und atmen tief
durch. Machen Sie Ihren Kopf frei und denken Sie an schöne Dinge aus Ihrem
Leben. Versuchen Sie, sich an Details aus dem letzten Urlaub zu erinnern –
bestimmte Gerüche und Geräusche wie etwa die Meeresbrandung oder die
salzige Luft. Das hilft, wieder neue Energie zu tanken.
6
28
in den Alltag integrieren: „Beim Kühemelken
mache ich zwischendurch ein paar Übungen wie
den Einbein-Stand. Im Melkstand mache ich
Damenliegestütze. Mein Mann belächelt mich
zwar, aber das ist mir egal.“
Auch der 40-jährige Christian Wurzer ist begeistert, wie einfach es sein kann, sich gesünder zu
ernähren: „Als Beilage zum Grillhendl esse ich nun
Salat statt einer Semmel. Beim Heurigen bestelle
ich öfter einen Schafkäse statt einer Brettljause. Es
gibt immer eine Alternative.“ Der Schulwart war
der einzige Pummelige der Familie, seine Frau und
seine Kinder (10 und 12 Jahre) sind schlank und
sportlich. Machte die Familie früher sonntags eine
Radtour, blieb er lieber vorm Fernseher liegen. Ein
Leben, das er nicht mehr führen möchte. Eine richtige Sportskanone ist er nun, hat sich im Februar
ein E-Mountainbike gekauft, ist bereits 1.700 Kilometer gefahren. Im Sommer radelte die Familie
von Passau nach Pöggstall – 120 km in drei Tagen.
Mit den Kindern geht’s nun auch in den Kletterpark oder zum Wandern, „die Kinder freuen sich,
wir unternehmen nun viel mehr gemeinsam.“ Im
Sommer war Christian Wurzer wandern, „meine
neue Leidenschaft“, am Rauhen Kamm am
Ötscher oder am Yspertal-Weitental-Rundwanderweg: „Es macht mir einfach wahnsinnigen Spaß“,
sagt er und zeigt stolz seine Fotobücher – von jeder
Wanderung gibt’s eins. In wenigen Monaten hat er
sein Leben komplett umgekrempelt und ein neues
Lebensgefühl bekommen: „Früher bin ich nicht
einmal spazieren gegangen.“ Das gesündere Essen
und die regelmäßige Bewegung schlagen sich auch
aufs Gewicht nieder: 16 Kilo weniger wiegt er nun.
Weitere Kilos werden purzeln, denn er hat großen
Spaß am neuen Lebensstil: „Mit den vielen Tipps
und gemeinsam in der Gruppe war die Umstellung
eigentlich ganz einfach.“
Leichteres Leben
Hilfreich waren auch die Einheiten zur mentalen
Gesundheit, schwärmt Herta Pemmer: „Bei einer
Wanderung zum Hirschenstein mussten wir uns
bei einer Übung vorstellen, mit Mutter Erde verwurzelt zu sein und tief durchatmen. Daran denke
ich oft – und esse weniger, damit mein Magen
nicht immer voll ist und Platz zum Atmen hat.“
Die Gruppe hat sich gegenseitig unterstützt,
motiviert und gemeinsam gegen den inneren
Schweinehund gekämpft. 15 Personen aus fünf
Gemeinden, bunt zusammengewürfelt, im Alter
zwischen 22 und 53 Jahren, die sich sonst wohl
nie kennengelernt hätten. Gemeinsam haben sie
etwas Tolles geleistet und sich von der Last eines
ungesunden Lebens befreit. Auch nach
Programm­ende wollen sie weitermachen, denn
die Pöggstaller Gruppe hat Gefallen am leichteren
Karin Schrammel n
Leben gefunden.
foto: Renate Schroll, Herta Pemmer
GESUND WERDEN & BLEIBEN
Darüber spricht man nicht?
Beim Thema sexuell übertragbare Krankheiten
denkt man heute in erster Linie an HIV/AIDS,
doch Experten betonen, dass auch in unseren
Breiten längst „verschwunden“ geglaubte
Geschlechtskrankheiten wie Tripper und Syphilis wieder auf dem Vormarsch sind. „Tatsächlich
ging die Zahl der von den klassischen und meldepflichtigen Geschlechtskrankheiten Tripper
und Syphilis Betroffenen viele Jahre lang stark
zurück. In den letzten Jahren aber wurden in
Österreich, etwa was die Syphilis betrifft, bereits
rund 600 Erkrankungsfälle jährlich gemeldet“,
sagt die Fachärztin für Gynäkologie und Geburtshilfe, Dr. Doris Linsberger aus Krems.
GESUND & LEBEN IN NIEDERÖSTERREICH
12/15
Der neue Aufschwung bei diesen sexuell übertragbaren Krankheiten erklärt sich einerseits
durch den zunehmenden Sextourismus. Damit
sind nicht nur die Reisen nach Thailand etc.
gemeint, sondern auch die Billig-Sex-Angebote
in manchen Nachbarstaaten Österreichs. Und:
Das Thema Safe Sex verschwindet langsam, aber
sicher aus den Medien, und das wiederum hat
mit den guten Therapiemöglichkeiten von HIV/
AIDS zu tun. Da die Krankheit heute als behandelbar gilt, ist es auch zu einem Rückgang der
Verwendung von Kondomen gekommen, und
das Risiko, sich mit einer sexuell übertragbaren
Krankheit anzustecken, steigt.
s
foto: fotolia
Sexuell übertragbare Krankheiten sind auf dem Vormarsch. Das
Tabu, das sie umgibt, ist groß, doch eine professionelle Diagnose ist
Voraussetzung für die adäquate Behandlung – und: Kondome schützen
in jedem Fall.
29
Kondome schützen tatsächlich vor einer
Ansteckung, betont Linsberger. Sie plädiert
daher bei sexuell aktiven Menschen vehement
für deren Gebrauch, denn sexuell übertragbare
Krankheiten betreffen Frauen und Männer aus
allen sozialen Schichten und zu mehr als der
Hälfte die 20- bis 30-Jährigen.
Achtung: oft unauffällig!
Pilz- oder bakterielle Infektion?
Auch Pilzinfektionen sind sexuell übertragbar,
aber gar nicht so häufig wie landläufig angenommen. „Pilzinfektionen können gut und zielgerichtet mit entsprechenden Pilzsalben und Scheidenspülungen behandelt werden. Aber es ist bei weitem nicht alles ein Pilz, was gerade für Frauen oft
zur nicht gelingenden Selbsttherapie führt“, sagt
Linsberger. Sie beobachtet vielfach, dass Betroffene den Gang zum Arzt zunächst scheuen und
selbst herumexperimentieren. „Typisch für eine
Pilzinfektion ist ein topfenartiger, weißgräulicher
bröckeliger Ausfluss, eventuell verbunden mit
einer Rötung und starkem Juckreiz im Genitalbereich. Im Gegensatz dazu ist der Ausfluss bei bakteriellen Infektionen eher weiß bis gelblich, dünn30
Die häufigsten sexuell übertragbaren
Krankheiten
Geschlechtskrankheiten im eigentlichen Sinn
n Syphilis (Lues): Der Erregernachweis erfolgt unter dem Mikroskop oder
mittels Antikörpertest im Blut. Die Therapie besteht aus der Gabe von
Antibiotika über drei Wochen hinweg. Der Partner sollte mitbehandelt
werden. Die Krankheit ist meldepflichtig.
n Tripper (Gonorrhoe): Der Erregernachweis erfolgt anhand eines
Abstrichs. Die Therapie besteht aus der Gabe von Antibiotika.
Die Krankheit ist meldepflichtig.
Virale Infektionen
n AIDS (Acquired Immune Deficiency Syndrome): Die Diagnose wird
anhand der HIV-Antikörper im Blut gestellt. Therapeutisch gibt es
zahlreiche Substanzen, die das Virus in seiner Ausbreitung hemmen,
letztlich existiert aber bis dato keine Heilungsmöglichkeit. Das Kondom
ist zur Vorbeugung ein absolutes Muss.
n Hepatitis B/C (Leberentzündung durch Viren): Die Erkrankungen
können leicht in eine chronische Form übergehen. Zur Behandlung stehen Interferone zur Verfügung. Prophylaktisch kann man bei Hepatitis B
impfen. Das Kondom ist auch in diesem Fall zu empfehlen.
n Genitalherpes (Herpes genitalis): Hinweise auf das Virus sind im
Abstrich erkennbar. Therapeutisch wird ein Medikament gegeben, das
die Virusvermehrung hemmt – ein sogenanntes Virustatikum.
n Feigwarzen (Condylome): Hinweise auf die Erkrankung geben
Krankheitsverlauf, gynäkologische Untersuchung, aber auch der
Krebsabstrich. Therapeutisch stehen die operative Abtragung und
Verätzung bzw. Immuntherapien zur Verfügung.
Bakterielle Infektionen
n Chlamydien: Der Erregernachweis ist schwierig und aufwändig.
Die Therapie besteht in der Gabe von Antibiotika über zehn Tage. Die
Mitbehandlung des Partners ist manchmal indiziert.
n Bakterielle Vaginose: Unter dem Mikroskop sind sogenannte
Schlüsselzellen erkennbar. Die Therapie besteht entweder aus
Antibiotika in Tablettenform oder Scheidenzäpfchen.
Eine Partnerbehandlung erhöht die Erfolgsrate.
Pilzinfektionen
n Candida albicans: Die Therapie besteht aus Salben und
Scheidenzäpfchen, manchmal auch Tabletten.
Protozoen-Infektionen
n Trichomonaden: Die Therapie besteht aus einer einmaligen AntibiotikaGabe. Nach Möglichkeit wird der Partner mitbehandelt.
Parasitäre Erkrankungen
n Filzläuse: Der Lausbefall wird mit speziellen Shampoos therapiert.
n Krätze: Der Nachweis der Milben gelingt unter dem Mikroskop.
Die Behandlung erfolgt mit speziellen Shampoos.
foto: fotolia
Ein Problem dabei ist auch, dass viele dieser
Erkrankungen – besonders bei Frauen – anfänglich keine Beschwerden verursachen. Also ist
auch das Risiko groß, den Sexualpartner anzustecken, ohne von der eigenen Erkrankung zu
wissen. „Wenn man Auffälligkeiten wie etwa
Ausfluss, Ausschläge oder eiternde Pusteln im
Genitalbereich bemerkt, sollte man umgehend
einen Arzt aufsuchen“, erklärt Linsberger.
Frauen wenden sich am besten an eine Gynäkologin, Männer an einen Urologen oder einen
Facharzt für Haut- und Geschlechtskrankheiten.
„Nur der Arzt kann die exakte Diagnose stellen.
Die gute Nachricht: Außer HIV/AIDS sind so gut
wie alle sexuell übertragbaren Krankheiten gut
heilbar.“ In den meisten Fällen werden spezifische Antibiotika gegeben, die – wenn sie ausreichend lange genommen werden – eine gute Wirkung entfalten. Tripper und Syphilis können so
behandelt werden, auch die weit verbreitete
Chlamydien-Infektion spricht auf Antibiotika
gut an. Die rechtzeitige Behandlung von Chlamydien ist auch deshalb so wichtig, weil es sonst
zu Komplikationen wie einer Verklebung der
Eileiter oder Verwachsungen im Bauchinnenraum kommen kann, und dies birgt für Frauen
das Risiko, unfruchtbar zu werden. Ähnliches gilt
auch für Tripper. Die Syphilis ist für Schwangere
besonders gefährlich, denn der Krankheitserreger kann über den Mutterkuchen auch das Baby
infizieren.
GESUND WERDEN & BLEIBEN
flüssig und übelriechend, und er geht oft mit
einem nässenden, brennenden Gefühl einher.
Diese Infektionen müssen mit Antibiotika und
eventuell Scheidenspülungen behandelt werden“, erklärt die Fachärztin, die auch auf einfache
Vorbeugemaßnahmen mit Milchsäurebakterien
gegen Pilzinfektionen verweist. „Das vaginale
Milieu muss einen pH-Wert zwischen 3,8 und 4,5
haben und ‚sauer‘ sein. Zu viel Intimhygiene, vor
allem mit den falschen basischen Waschpräparaten können dieses sensible Gleichgewicht stören,
und das wiederum macht anfälliger für Infektionen – auch solche, die nicht auf sexuellem Weg
übertragen werden.“ Sehr wohl häufig sexuell
übertragen werden hingegen Infektionen mit
dem Humanen Papilloma Virus (HPV). Als Folgen
treten meist harmlose Hauterscheinungen auf,
doch es gibt verschiedene Virus-Untergruppen,
von denen heute einige als Krebsauslöser gelten.
Sie werden mit verschiedenen Krebsarten in
Zusammenhang gebracht, wobei die häufigste
von HPV verursachte Tumorerkrankung der
Gebärmutterhalskrebs ist. Inzwischen stehen
aber Impfstoffe zur Verfügung, die davor schützen
können. Ein Wort noch zu AIDS, das zu den gefährlichsten sexuell übertragbaren Krankheiten zählt
und durch das Humane Immunschwäche (HI)
Virus ausgelöst wird. Die Diagnose wird anhand
der HIV-Antikörper im Blut gestellt. Der Nachweis
gelingt sechs bis acht Wochen nach dem Kontakt,
und es ist sehr wichtig, den Test so schnell wie
möglich nach einem Infektionsverdacht durchführen und nach drei Monaten wiederholen zu lassen.
Therapeutisch gibt es mittlerweile zahlreiche Substanzen, die das Virus in seiner Ausbreitung hemmen, letztlich existiert aber bis dato keine Heilungsmöglichkeit. Trotzdem können Betroffene
mit einer konsequenten Medikamententherapie
jahrzehntelang bei guter Lebensqualität überleben. Linsberger betont zudem, dass es in vielen
Fällen sexuell übertragener Krankheiten wichtig
ist, auch den Sexualpartner mitzubehandeln,
damit es nicht zu einem Ping-Pong-Effekt kommt.
Zum Schluss legt sie allen eines nochmals ans
Herz: „Die sicherste Methode, sich zu schützen, ist
die Verwendung eines Kondoms!“ Gabriele Vasak n
https://www.noe.gv.at/bilder/d79/Impfkampagne_April_2014.pdf?31651
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krankheit
Dr. Doris Linsberger,
Fachärztin für Gynäkologie
und Geburtshilfe in Krems
ImpfAKTION
IMPFAKTION
IN ALLEN NÖ–KrANKENhäusErN gEgEN
humANE pApILLOmvIrEN (hpv)
fÜr mäNNEr uND frAuEN BIs 26 JAhrE
IN ALLEN NÖ–KRANKENHÄUSERN GEGEN
HKrebsvorstufen,
U M A N E P A P I Krebserkrankungen
L L O M V I R E N ( H P und
V)
andere Erkrankungen* bei Männern und Frauen können
die Folge
von chronischen
Infektionen
mit
humanen
FÜR
MÄNNER
UND
FRAUEN
BIS
26
JAHRE
1
Papillomviren sein.
Krebsvorstufen,
Krebserkrankungen
und
Durch einen Impfstoff
sind die meisten dieser
*
andere
Erkrankungen
Erkrankungen
vermeidbar.bei1 Männern und Frauen können
die Folge von chronischen Infektionen mit humanen
1
Papillomviren
Die
HPV sein.
Impfung
wird im Österreichischen
Impfplan auch älteren Mädchen und Buben bzw.
Durch
einen
Impfstoff
sind
die Alter
meisten
dieser
1,**
Frauen und
Männern
im sexuell
aktiven
angeraten.
1
Erkrankungen vermeidbar.
*
**
1
Krebsvorstufen und Krebs an Gebärmutterhals, Scheide, Schamlippen und Anus sowie Genitalwarzen
Die HPV Impfung ist zwischen dem 9. und 12. Geburtstag kostenlos, vom 12.-15. Geburtstag 42-51€/Dosis an allen öffentlichen Impfstellen
Impfplan Österreich (www.bmg.gv.at, letzter Zugriff 16.12.2015)
AT00401
(3);Datum
Datumder
derErstellung
Erstellung12/2015
12/2015
AT00401(2);
Die HPV Impfung wird im Österreichischen
Impfplan auch älteren Mädchen und Buben bzw.
1,**
GESUND WERDEN & BLEIBEN
schönheit
Gepflegtes Haar
Gesundes
schönes
Haar zu
haben muss
keine große
Sache sein.
Warum glänzt das Haar der besten Freundin immer
so schön, während das eigene stumpf und glanzlos
herunterhängt? Woher kommt die prächtige
Mähne der Nachbarin, während man selbst gegen
fettige Strähnen kämpft?
Regel Nummer eins räumt mit einer weit
verbreiteten Unsitte auf, denn in der Tat waschen
viele Leute ihr Haar viel zu oft. Das kann allerdings
zu vermehrter Talgproduktion auf der Kopfhaut
und damit zu fettigen Haaren führen. Deshalb
empfiehlt Friseurmeisterin Sandra Oitzinger aus
Mödling: „Das Haar im Schnitt nicht öfter als einmal die Woche mit Pflegeshampoo waschen und
anschließend Pflege verwenden. Ausnahmen sind
starkes Schwitzen oder große Schmutzbelastung.“
Wer nicht so lang durchhält, kann vielleicht statt
täglich auf zweimal Waschen pro Woche reduzieren. Und auf jeden Fall nur einmal statt zweimal
shampoonieren.
Spezielle Pflegetipps
Die Ursache von trockenem sprödem Haar ist
meist eine zu geringe Fettproduktion der Talgdrüsen auf dem Kopf, was wiederum an Umwelteinflüssen oder auch Veranlagung liegt: Sandra
Oitzinger rät zu speziellen Feuchtigkeitssprays
oder Kuren mit Aloe Vera oder Ginkgo. Bei fettigem Haar hilft das richtige Shampoo. Verschiedene Hersteller bieten spezielle Shampoos an.
Die meisten dieser Produkte verfügen über
einen hohen Anteil waschaktiver Inhaltsstoffe,
die den überschüssigen Talg von Kopfhaut und
Haaroberfläche entfernen.
Bei mattem glanzlosem Haar sollte man möglichst Stylingprodukte ohne Alkohol zu verwenden, da diese Haar und Kopfhaut austrocknen. Wer
bereits unter stumpfem Haar leidet, sollte dieses zunächst mit einer Intensivpflege behandeln,
die den Bedürfnissen von Kopfhaut und Haaren
entspricht.
Schuppen sind nicht nur ein lästiges Problem,
sie zeigen auch an, dass etwas nicht stimmt. Die
Ursache kann in der Haarpflege liegen, wie falsches
Shampoo, zu heißes Föhnen, zu viel Haarspray.
Aber auch seelischer und körperlicher Stress kann
Schuppenbildung verstärken. Wenn die Spezial­
shampoos aus dem Drogeriemarkt nicht helfen,
sollte man sich vom Haus- oder Hautarzt ein medizinisches Shampoo verschreiben lassen. Schuppen
können nämlich auch durch eine Pilzinfektion
entstehen. Meist sind die Schuppen dann nach vier
Gabriele Vasak n
bis sechs Wochen Geschichte.
Schönes & Feines
1
1
2
Gut schlafen Probleme mit dem
Einschlafen oder Durchschlafen? Das
Nahrungsergänzungsmittel easysleep kombiniert
als erstes Präparat 1 mg Melatonin mit Baldrian
und unterstützt so gezielt einen natürlichen und
gesunden Schlaf – ohne die Gefahr einer
Abhängigkeit oder eines Hangover-Gefühls, wie
es Schlaftabletten erzeugen können. Melatonin,
eine körper­eigene natürliche Substanz, die den
Tag-Nacht Rhythmus steuert, hilft, die Einschlafzeit
zu verkürzen. Baldrian und Hopfen sind bewährte
Helfer. In Ihrer Apotheke.
2
Willkommen Refugees Welcome – Flüchtlinge willkommen! Mit dieser starken Botschaft
entwickelte der Waldviertler Bio-Kräuter- und
Gewürzspezialist SONNENTOR einen Tee, der nicht
nur gut schmeckt, sondern auch Gutes tut. Pro
verkaufter Packung gehen 1,50 Euro direkt an den
Verein „Flüchtlingsprojekt Ute Bock“. 25.500 Euro
konnte Sonnentor gemeinsam mit Vertriebspartner
Dennree bereits übergeben. Der Refugees-Welcome-Tee ist eine Schwarztee-Gewürzteemischung,
die angenehm zimtig, dezent fruchtig und
frisch-minzig duftet. Er ist in einer limitierten
Auflage erhältlich.
32
3
fruchtgenuss Darbo
Fruchtikus ist ein
fruchtiger Snack zum Löffeln –
reich an Frucht und Vitaminen. Egal ob zu zu Hause, im
Büro oder in der Schule, mit Darbo
Fruchtikus gönnt man sich eine fruchtige Auszeit
und genießt Löffel für Löffel erlesene Früchte in vier
köstlichen Variationen: Rote Früchte, Mango-Marille,
Erdbeer-Vanille und Tropic. Im Sommer und Winter
überraschen für kurze Zeit zwei zusätzliche Kreationen in
limitierter Auflage den Gaumen. Da ist für jeden Fruchtliebhaber was dabei. www.darbo.com
3
4
Fieberblasen LYSIVIR®direkt, die neue Kautablette
bei Lippenherpes, mit drei hochwirksamen NährstoffKomplexen behandelt Fieberblasen erstmals direkt und von
innen. Hochdosiertes L-Lysin wirkt der Herpesvirus-Reproduktion entgegen, der Immun-Komplex stärkt die körpereigene Abwehr und B-Vitamine unterstützen eine schnelle
Hautregeneration. www.lysivir.at
4
Alles Gute und viel Gesundheit …
… mit dem ORF Niederösterreich
Wenn’s um Informationen zur
Gesundheit und um Tipps fürs
Wohlbefinden geht, haben Radio
Niederösterreich, „Nö heute“ in
ORF 2 und noe.orf.at die
Experten dazu: im Rahmen
eigener Themenschwerpunkte
und mit vielen Reportagen,
Interviews, neuen Trends
und alten Hausmitteln.
Erkältungsbad
Ein 20-minütiges warmes Bad mit
Kampfer, Eukalyptus-, Thymian-,
Rosmarin- und Kiefernnadelöl befreit
die Atemwege, entspannt die
Bronchien und lindert Glieder­
schmerzen. Bei Fieber sollten Sie allerdings drauf verzichten.
Abwehrstärkender Tee
Bestehend aus:
Melisse
Rosmarin
Hagebutte
Schachtelhalm
Holunder
antibakteriell, virushemmend, schweißtreibend
antibakteriell, entzündungshemmend
stärkt das Immunsystem
entzündungshemmend
entzündungshemmend, schweißtreibend
Foto: Fotolia
Einen Teelöffel dieser Mischung mit circa 150 ml heißem Wasser
übergießen, zehn Minuten ziehen lassen und dann trinken.
Diese Tipps
hat Apothekerin
Dr. Angelika Borger,
Heiland-Apotheke Wiener
Neustadt, zusammengestellt.
32
20 g
10 g
20 g
10 g
20 g
Gesundheitsthemen in
„Radio NÖ am Vormittag“ –
zwischen 9 und 12 Uhr
„Nö heute“ – täglich um
19 Uhr in ORF 2/N, jeden
Freitag mit Gesundheitsrubrik „La Vita“
noe.ORF.at/magazin/
daheiminnoe/
bewusstgesund/
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Noch nicht rauchfrei?
Wer sich professionell beraten und unterstützen lässt, um rauchfrei zu
werden, ist erfolgreicher. Nehmen Sie die ambulante Raucherentwöhnung
und das Rauchfrei Telefon der NÖ Gebietskrankenkasse in Anspruch!
34
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dass die meisten Betroffenen gut beraten sind,
professionelle Unterstützung zu suchen, und dass
dies die Erfolgsrate deutlich erhöht. Diese Erfahrungen bestätigen auch zahlreiche wissenschaftliche Untersuchungen. Deshalb bietet die NÖ
Gebietskrankenkasse (NÖGKK) schon seit 2005
ambulante Raucherentwöhnung an.
Angebote der NÖGKK
Vor 2012 gab es nur Einzelentwöhnung, dann
konzipierten die Tabakentwöhnungs-Expertinnen der NÖGKK das ambulante EntwöhnungsProgramm für Gruppen neu: Nach einer AuftaktVeranstaltung gibt es in wöchentlichen Abständen fünf Kurseinheiten mit Informationen, in
denen es um die eigenen Gewohnheiten und
Motive für das Aufhören geht, um den Rauchstopp und Rückfall-Prophylaxe. Anschließend
FOToS: Alexandra Kromus
„Ich muss es alleine schaffen“, „Irgendwann wird
es schon Klick machen“, „Ich muss es nur wirklich
wollen“ … Kennen Sie Gedanken wie diese, wenn
das Thema Rauchstopp in Ihrem Kopf auftaucht?
Solche Mythen – und es sind tatsächlich Mythen –
halten sich leider hartnäckig im (Unter)Bewusstsein vieler Menschen. Doch von hundert Raucherinnen und Rauchern, die die Entwöhnung ohne
professionelle Hilfe in Angriff nehmen, sind nach
einem Jahr nur drei bis fünf noch rauchfrei. „Nikotin hat ein Abhängigkeitspotenzial, das mit schweren Drogen wie Heroin und Kokain vergleichbar
ist, doch das ist den allermeisten nicht bewusst“,
sagt sagt Prim. Dr. Alfred Lichtenschopf. Er ist ärztlicher Leiter der Sonderkrankenanstalt und des
Rehabilitationszentrums Weyer und unterstützt
seit 25 Jahren Raucherinnen und Raucher dabei,
rauchfrei zu werden. Der erfahrene Experte weiß,
kann man telefonische Nachbetreuung in
Anspruch nehmen. Mag. Andrea Büttner vom
Bereich Gesundheitsförderung und Prävention
der NÖGKK ist zu Recht stolz darauf, denn: Jeder
vierte Teilnehmende des Programms bleibt langfristig rauchfrei, und ein weiterer Teil hat den
Rauchkonsum deutlich reduziert.
Neben diesem erfolgreichen Angebot gibt es
noch die ambulante Einzelberatung im Rahmen
der betrieblichen Gesundheitsförderung, ein maßgeschneidertes Programm für Unternehmen. Und
natürlich gibt es auch die Beratungen am Rauchfrei Telefon, die ganz individuell auf die jeweilige
Situation eingehen, unverbindlich und anonym,
flexibel, zeitsparend und unkompliziert sind. Die
Beraterinnen sind zudem von ganz Österreich aus
erreichbar und helfen sofort weiter.
Essen als Ersatz greifen, dass Sie ganz einfach
nicht so „funktionieren“ wie normalerweise.
Die Tabakentwöhn-Expertinnen der NÖGKK
unterstützen Sie dabei professionell: Sie sind
klinische und Gesundheitspsychologinnen, die
über eine spezielle Zusatzausbildung verfügen
und gut erprobte Methoden aus der Verhaltenstherapie anwenden. „Die Gruppen-Entwöhnung
wird auch mit der Telefonberatung kombiniert,
was die Erfolgsrate steigert. Je intensiver die
Entwöhnung in Bezug auf Zeit und Einheiten ist,
desto höher ist auch die Chance, rauchfrei zu
werden und zu bleiben“, sagt Andrea Büttner.
Und: „Nach der ersten schwierigen Phase wird es
definitiv leichter, und die Lust zu rauchen sinkt
deutlich“, weiß Lichtenschopf.
Eine individuelle Angelegenheit
Unterstützung kann man sich auch durch Nikotinersatz-Produkte bzw. ein spezielles Medikament
holen. „Wir wissen, dass dies die Erfolgsrate verdoppelt bis verdreifacht, aber Wundermittel sind
die Nikotinersatz-Produkte und das Medikament
Vareniclin nicht“, betont der Arzt. Je stärker die
Abhängigkeit, desto hilfreicher können diese Hilfsmittel sein. Verwenden sollte man sie in Zusammenarbeit mit einem Experten, denn man sollte
wissen, was man zu sich nimmt und welche Wirkungen und Nebenwirkungen zu erwarten sind.
Oft werden Nikotinersatz-Produkte falsch verwendet, weiß Büttner, die deshalb dafür plädiert, sich
auch dabei von Experten beraten zu lassen.
Unterschiedliche Angebote sind wichtig, denn:
„Jeder Mensch ist anders, und es kommt darauf an,
in dieser lebensentscheidenden Angelegenheit
auch auf die individuellen Bedürfnisse und Notwendigkeiten einzugehen“, sagt Alfred Lichtenschopf, und Andrea Büttner ergänzt: „Ob in der
Gruppe, in der Einzelentwöhnung oder per Rauchfrei-Telefonberatung ist eine individuelle Entscheidung. Einige bevorzugen die Gruppe, weil sie die
Gemeinschaft und den Erfahrungsaustausch
schätzen, andere setzen eher auf Einzelentwöhnung.“ Insgesamt, so die Expertin, sei der Wunsch
nach Entwöhnungs-Gruppen groß. Deshalb
wächst auch das Angebot der NÖGKK: Im Herbst
2015 fanden acht sehr gut besuchte Kurse statt,
und im Jahr 2016 sind in allen Service-Centern der
NÖGKK „Rauchfrei in 5 Wochen“-Kurse geplant.
Die ersten Schritte
Und nun zu Ihnen. Sie haben sich entschieden,
Ihr Laster Rauchen sein zu lassen? Dann haben
Sie den wichtigsten ersten Schritt schon getan.
Für alle anderen gilt: Suchen Sie sich eine gute
Motivation! Für viele sind bereits bestehende
gesundheitliche Beschwerden oder die Angst
davor ein guter Grund. Andere geben finanzielle
Ersparnis oder Kinderwunsch bzw. Schwangerschaft als Hauptmotivation an. Ein schöner
Anlass, „es“ zu tun, ist der Wunsch, den eigenen
Kindern oder Enkelkindern ein Vorbild zu sein.
Das Loslegen ist, wie Experte Lichtenschopf
weiß, oft nicht leicht: „Es geht nun um das
gemeinsame Erstellen eines Managementplans
und das Durchkämpfen des Entzugssyndroms in
der ersten schwierigen Phase, die etwa zwei bis
drei Wochen dauert.“ Seien Sie also darauf vorbereitet, dass Sie in dieser Zeit vielleicht nicht so „gut
drauf“ sind wie sonst, dass Sie nervös und gereizt
sein können, dass Sie vielleicht vermehrt zum
GESUND & LEBEN IN NIEDERÖSTERREICH
12/15
Mag. Andrea Büttner,
Bereich Gesundheitsförderung und Prävention
der NÖGKK
Nikotinersatz & Medikamente
Ambulante Raucherentwöhnung
In den ambulanten RaucherentwöhnungsProgrammen der NÖGKK kann man sich ausführlich zum Thema Rauchen informieren und sein
persönliches Rauchverhalten analysieren lassen.
Außerdem kann man dort den persönlichen
Rauchstopp festigen, das Verhalten durch den
Aufbau von Handlungsalternativen ändern, den
CO-Gehalt in der Atemluft prüfen, die Motivation
stärken und sich Hilfe für den Fall eines Rückfall
geben lassen. Der Rauchstopp selbst wird mit der
„Schlusspunkt-Methode“ erreicht, die Reduktion
kann bis zum Rauchstopptag eingesetzt werden,
Ziel ist das rauchfreie Leben!
Mut zur letzten Zigarette
„Eines ist sicher: Wer sich professionell beraten
und unterstützen lässt, um rauchfrei zu werden,
ist erfolgreicher“, sagt Andrea Büttner. Alfred
Lichtenschopf betont, dass man die Sache durchaus sehr ernst nehmen soll: „Ich kann nur jedem
Raucher und jeder Raucherin den Rat ans Herz
legen, sich für eine so wichtige Lebensaufgabe
Unterstützung zu holen und wünsche allen viel
Erfolg und Mut zur ‚letzten Zigarette‘!“
n
Das Rauchfrei
Telefon
0800 810 013
Montag bis Freitag:
10:00–18:00 Uhr
Wer beim Rauchfrei Telefon Beratung in Anspruch
nimmt, wird durchschnittlich mit sieben Telefongesprächen begleitet.
Im Erstgespräch erfragen
die Beraterinnen wichtige Informationen zu Ihren
Rauchgewohnheiten, um
auf Ihre persönliche Situation eingehen zu können.
Auf www.rauchfrei.at
finden Sie alle weiterführenden Informationen über:
n den Beratungsablauf am Telefon
n die Fakten über Tabak
und Nikotin
n Tipps und Tricks zum
Aufhören
Holen Sie sich die App des
Rauchfrei Telefons!
www.rauchfreiapp.at
WERBUNG 35
Gegen viele Krankheiten ist ein Kraut gewachsen.
Uraltes Wissen
Seit jeher wissen die
Menschen um die Heilkraft
vieler Kräuter und
Pflanzen. Auch wenn viele
einheimische Pflanzen
noch nicht in ihrer
Wirkung erforscht sind,
haben sie in der
volkstümlichen Erfahrungsheilkunde oft jahrtausendlange Tradition
und Anwendung erfahren.
Naturwissenschaftliche Studien belegen heute
das, was die Menschen in der Antike, im alten
Ägypten und die Nonnen und Mönche mittelalterlicher Klöster schon wussten: Kräuter und Heilpflanzen wirken und können bei zahlreichen
Beschwerden eingesetzt werden. So umfangreich
die Anwendungsgebiete, so vielfältig sind die
Arten der Anwendungen – von Tinkturen über
Tabletten bis hin zu Salben, weiß die Apothekerin
Mag. Irina Schwabegger-Wager aus Gmünd. „Die
bekannteste Zubereitungsart ist sicherlich der
Tee“, sagt die Pharmazeutin. Bei Magen-DarmErkrankungen könne Tee mit Angelikawurzel,
Schafgarbenkraut, Tausendgüldenkraut oder Wermutkraut helfen, bei Erkältungen werde Holunder- oder Lindenblütentee eingesetzt, um Schwitzkuren einzuleiten. Zur Stärkung des Immunsystems und bei immer wiederkehrenden Infekten
empfehlen Apotheker den roten Sonnenhut, auch
bekannt als Echinacea, der in Form von Tropfen,
Saft, Tabletten oder Lutschpastillen eingenommen
werden kann. Von der Kapuzinerkresse mit ihren
gelben, orangen oder roten Blüten ist Irina Schwabegger-Wager besonders begeistert: „Ihre Wirkung
ähnelt der herkömmlicher Antibiotika. Kapuzinerkresse kann man bei akuten Harnwegsinfekten
oder bei Atemwegsinfekten sehr gut nutzen.“
Therapieerfolg nur bei richtiger
Anwendung
Aktiv für Ihre Gesundheit!
Ihre nieder­österreichischen
­Apothekerinnen ­und
Apotheker
36 WERBUNG
„Pflanzliche Arzneimittel sind prinzipiell gut verträglich, haben wenige Nebenwirkungen und sind
auch für Kinder gut geeignet“, erklärt SchwabeggerWager. Kräuter-Anwendungen sollten trotzdem auf
eine bestimmte Zeitspanne begrenzt sein und
immer wieder von Pausen unterbrochen werden.
Denn: „Nicht alles, was pflanzlich ist, ist automatisch ungefährlich und frei von Nebenwirkungen.
Die stärksten Gifte, die wir kennen, stammen aus
der Natur“, gibt die Apothekerin zu bedenken. Ausschlaggebend für den Therapieerfolg sei die richtige
Anwendung. Fast alle pflanzlichen Arzneimittel
würden ihre maximale Wirkung erst nach und nach
entfalten, das könne mehrere Tage oder sogar
Wochen dauern. „Pflanzliche Arzneimittel kann
auch nicht jeder einnehmen“, warnt SchwabeggerWager. Bei einem Magengeschwür seien Magenteemischungen oder Magentropfen mit Bitterstoffen
nicht geeignet; Schwangere sollten die Finger von
Aloe lassen, die unter Umständen sogar eine Frühgeburt auslösen könne. Und zur Bekämpfung von
Wassereinlagerungen (Ödemen) seien wassertreibende Pflanzen wie Brennnessel, Birke oder
Schachtelhalm völlig ungeeignet.
Die Heilpflanzen, die in der Apotheke erhältlich
sind, unterliegen strengsten Qualitätskontrollen.
„Heilpflanze ist nicht gleich Heilpflanze“, betont
Schwabegger-Wager. „Der Wirkstoffgehalt einer
Heilpflanze variiert mit dem Standort der Pflanze,
dem Erntezeitpunkt und der Art ihrer Verarbeitung.
Da ist fundiertes Kräuterwissen gefragt.“ Pfefferminzblätter in Arzneibuchqualität seien nicht mit
denen aus dem Supermarkt vergleichbar, weil sie
doppelt so viel an ätherischen Ölen enthalten
müssen. Identität, Reinheit und Wirkstoffgehalt
würden konsequent überprüft, damit Kunden mit
Sicherheit wirksame und hochwertige Produkte
bekommen. n
FOTOS: felicitas matern
Kräuterkraft aus der Natur
Das Apothekenteam aus Gmünd:
(v.l.) Gabriele Libowitzky, Mag.
Gottfried Libowitzky, Mag. Irina
Schwabegger-Wager, Andrea
Eggenberger, Michaela Diesner,
und Melanie Obermayer
GESUND LEBEN
& WOHL FÜHLEN
in Kürze
Stromversorgung
Genau 37 Jahre, nachdem sich die österreichische
Bevölkerung gegen die Inbetriebnahme des
Atomkraftwerks Zwentendorf ausgesprochen hat,
gibt es nun erneut eine freudige energiepolitische
Nachricht. „Seit dem 5. November kommen 100
Prozent unseres Strombedarfs aus erneuerbaren
Energiequellen“, teilte Landeshauptmann Dr. Erwin
Pröll in der Radiosendung „Forum Niederösterreich“
mit. Das Bundesland Niederösterreich ist somit
unabhängig von Strom aus fossilen Energieträgern.
Im EU-Schnitt kommt nur ein Viertel des Stromes
aus erneuerbarer Energie, in Gesamt-Österreich
etwa zwei Drittel. Unser Bundesland ist somit zur
Modellregion geworden und hat eine Vorreiterrolle
inne. Seit 2002 wurden in Niederösterreich
insgesamt 2,8 Milliarden Euro in den Ökostromausbau investiert – von der Photovoltaikanlage bis hin
zur Erneuerung der Donaukraftwerke. Mehr als
300.000 Menschen haben sich aktiv eingebracht,
etwa durch die thermische Sanierung ihres Hauses
oder durch die Errichtung einer Photovoltaikanlage.
Bis zum Jahr 2030 möchte man 50 Prozent des
gesamten Energiebedarfes aus nachwachsenden
Rohstoffen gewinnen.
Präsentierten das neue Schulprojekt der NÖ Feuerwehren: (v.l.) Landesfeuerwehrkommandant Dietmar Fahrafellner, MSc, Dr. Peter Harold (Generaldirektor Hypo NÖ), Landesdirektor
Wolfgang Lehner, BA (Wiener Städtische) und Landeshauptmann Dr. Erwin Pröll.
Feuerwehrjugend
Hat die Jugend das Interesse an der Feuerwehr verloren? Der Altersdurchschnitt der rund 98.000 Feuerwehrmitglieder in Niederösterreich beträgt
39 Jahre, jedes sechste Mitglied ist älter als 65. Immer weniger Kinder entscheiden sich für den Verband. Unter dem Titel „Gemeinsam-Sicher-Feuerwehr“ werden deshalb alle Volksschulkinder der dritten und vierten Klassen
zum Thema Brand- und Katastrophenschutz unterrichtet und lernen die
Freiwillige Feuerwehr und deren Arbeit kennen. Ziel ist dabei nicht nur die
Brand- und Katastrophenschutz-Erziehung, sondern auch das Interesse für
die Tätigkeit der Freiwilligen Feuerwehr zu wecken.
FotoS: NÖ LPD/Filzwieser
Wohnzuschuss
Flüchtlingskinder
Das Land NÖ gehört zu den
günstigsten Bundesländern,
was die Wohnkosten betrifft.
Eine 75 m² große Wohnung in
NÖ ist pro Jahr um rund 490
Euro günstiger als im bundesweiten Schnitt. Dennoch gibt es
Menschen, die von Armut
betroffen und von Wohnungslosigkeit bedroht sind. Der Verein Wohnen hilft mit insgesamt
62 Mitarbeitern derzeit etwa
1.000 Menschen bei der Wohnungssuche oder hat sie schon
(v.l.) Hannes Zieselsberger (2. Geschäftsführer Verein Wohnen),
Ingrid Neuhauser, Marlies Malek, Landeshauptmann-Stellvertreter
vermittelt. Für die finanzielle
Unterstützung zeichnet sich der Mag. Wolfgang Sobotka, Alexandra Klement (Leiterin NÖ Wohnassistenz Ost) und Helmut Frank (Leiter der NÖ Wohnbauabteilung)
NÖ Wohnzuschuss verantwortlich. Nun wurden hier die Voraussetzungen verbessert. Bei einem Gehalt bis 1.340 Euro
brutto monatlich, statt bisher 1.250 Euro, kann man den Zuschuss beantragen. Für unter
24-Jährige gilt eine Grenze von 1.390 Euro. Neben dem Einkommen sind auch Kinder ein
entscheidendes Kriterium. Eine Familie mit zwei Kindern kann bis 2.620 Euro einen
Wohnzuschuss beantragen, bisher waren es 2.470 Euro. Insgesamt 30.000 Familien
erhalten einen Wohnzuschuss, 55 Mio. Euro werden jährlich ausbezahlt.
Informationen: Verein Wohnen, Tel.: 02742/355934, www.vereinwohnen.at
Täglich erreichen Familien mit
Kindern unser Land, die auf
der Flucht vor Krieg und
Terror sind. Die neue
Informationsbroschüre
„Flüchtlingskinder in NÖ
Landeskindergärten“ soll die
pädagogische Arbeit und die
Betreuung von Flüchtlingskindern erleichtern. Sie bietet
Grundinformationen zum
Thema Flucht und Asyl,
Wissenswertes über die
Situation der Kinder aus
psychologischer und pädagogischer Sicht, Anregungen zur
Etablierung einer Willkommenskultur im Kindergarten
sowie Hinweise für die
pädagogische Praxis. Der
Leitfaden wird aktuell an alle
NÖ Landeskindergärten
geschickt. Rund 250 Flüchtlingskinder – davon sind circa
50 im verpflichtenden letzten
Jahr – wurden bereits
erfolgreich integriert.
kurz Gemeldet
15 Jahre NÖ Krisentelefon. Rund um die Uhr ein offenes Ohr für Ihre Probleme: 0800 202 016
GESUND & LEBEN IN NIEDERÖSTERREICH
12/15
37
GESUND LEBEN & WOHL FÜHLEN
Fit mit Hund
Winterspaß auf vier
Mit Hund gibt’s auch im Winter keine Bewegungspause.
GESUND&LEBEN hat die besten Tipps, wie Sie und Ihr Vierbeiner
fit und gut gelaunt durch die kalte Jahreszeit kommen.
Daniela & Martin aus Wien mit
Labradorhündin Pinu’u
Gemeinsam geht’s mit der Gondel auf den Berg. Während Herrchen Martin den Tag auf der Schipiste verbringt, haben Pinu’u und Daniela das Schneewandern
für sich entdeckt. Damit kommt jetzt auch Frauchen
zum täglichen Sportprogramm im Winterurlaub – und
die bewegungsfreudige Hündin voll auf ihre Kosten.
38
steckt man Wetterkapriolen viel leichter weg. Und
die kalte, feuchte Winterluft ist ein wohltuender
Ausgleich zur trockenen Heizungsluft im Haus.
Motivationstrainer Hund
Das Bewegungsbedürfnis und die Erkundungsfreude der vierbeinigen Begleiter sind ansteckend – selbst an trüben Wintertagen: Man sagt
das „Zauberwort“, und schon ist der Hund Feuer
und Flamme, springt begeistert und sprintet
Richtung Türe. Spaziergänge heben auch bei
Frauchen und Herrchen die Laune: Statt der ewig
gleichen Runde um den Häuserblock bietet sich
eine spannende Leckerli-Versteck-Rallye im lichten Winterwald an. Oder Sie schicken den Vierbeiner auf die Suche nach dem Lieblingsspielzeug. Spannend für die ganze Familie ist das
Erforschen unbekannter Tierspuren im Schnee –
immer der Nase nach! Bei schönem Wetter sind
ausgedehntere Winterwanderungen mit Hund
ein echtes Vergnügen. Aber Achtung: Strecken,
die man im Sommer problemlos begehen kann,
sind im Winter möglicherweise gesperrt oder
gefährlich. Auch fordern Wanderungen im Winter den Organismus mehr als bei gemäßigten
Temperaturen.
Fotos: privat
Bei Sonnenschein, Regen oder im Schneegestöber: Bello, Fiffi & Tasso fordern bei jedem Wetter
den täglichen Spaziergang. Aber Hand aufs Herz:
Für viele Hundehalter ist die Vorstellung nicht
gerade einladend, bei feuchtkaltem Wetter
frierend um die Häuser zu trotten. Doch mit der
richtigen Vorbereitung und abwechslungsreichen
Bewegungsideen wird dieser Winter für Mensch
und Hund bestimmt alles andere als trostlos.
Auch der Gesundheit von Frauerl und Herrl tut
das gut, und das wirkungsvoller als jeder Personal
Trainer. Auch wenn es Überwindung kostet, das
kuschelige Sofa gegen eine Portion eisiger Frischluft einzutauschen – draußen unterwegs zu sein
zahlt sich aus. Denn der Wechsel von nass-kalten
und trockenen Wetterperioden fordert das
menschliche und tierische Immunsystem besonders. Ist man generell viel an der frischen Luft,
Spazieren
und Toben im
Schnee sorgt
bei Mensch
und Hund für
gute Laune.
Pfoten
Spannende Spiele für trübe Tage
Spiele fordern Ihren Hund, sorgen für Unterhaltung und stärken Ihre
Beziehung zueinander. Für alle Übungen gilt: Halten Sie die Aufgaben
anfangs kurz und einfach und steigern Sie erst langsam Dauer und Schwierigkeit. Damit Ihr Vierbeiner die Freude nicht verliert, belohnen Sie jeden
Teilerfolg ausgiebig.
n Spurensuche im Schnee: Im Schnee ist es für den Hund besonders
einfach, frische Spuren von Personen zu verfolgen. Um das für ein spannendes Spiel zu nutzen, brauchen Sie eine zweite Person, die sie auf Ihrem
Winterspaziergang begleitet. Einer von Ihnen, der „Fährtenleger“, hinterlässt
einfach über eine gewissen Strecke Fußabdrücke im Schnee und versteckt
sich dann, während die zweite Person den Hund ablenkt. Der angeleinte Hund
wird dann auf die Suche geschickt. Unterstützen Sie ihn mit dem Kommando
„Such!“ und zeigen Sie ihm an, wo die Spur beginnt.
n Nasenarbeit im Wald: Nehmen Sie ein „Suchobjekt“ – einen Futterbeutel,
das Lieblingsspielzeug, den Schlüsselbund – mit auf den Spaziergang.
Fordern Sie Ihren Hund zum Bleiben auf und verstecken Sie das Suchobjekt
dann in einer Lücke in einem Holzstoß. Mit dem Kommando „Such!“ schicken
Sie ihn los. Steigern Sie langsam den Schwierigkeitsgrad, indem Sie Ihren
Hund während des Versteckens nicht mehr zuschauen lassen oder indem Sie
das Suchobjekt erhöht im Holzstoß deponieren.
n Kopfarbeit im Haus: Ein Becherspiel sorgt für Abwechslung drinnen:
Mehrere Becher stehen auf dem Boden – unter einem ist Futter versteckt. Ihr
Hund soll die Becher so lange umwerfen, bis er es gefunden hat. Damit Ihr
Hund versteht, was von ihm erwartet wird, bauen Sie die Aufgabe langsam
auf: Beginnen Sie mit einem einzelnen Becher und stellen Sie zunächst die
Becherkante auf das Leckerli, erst später wird das Futter ganz zugedeckt.
Bringen Sie nach und nach mehrere Becher ins Spiel zu und verlagern Sie
dieses dann allmählich auf glatteren Boden. Hat Ihr Hund den Dreh heraus?
Dann ist es Zeit für Variationen: Verstecken Sie das Stück Futter zur
Abwechslung unter einer Schüssel, einem Karton, einem umgedrehten
Mülleimer oder einer standfesten Klopapierrolle.
GESUND & LEBEN IN NIEDERÖSTERREICH
12/15
Mischlingsrüde
Toby liebt das
Toben im Schnee:
GESUND&LEBENRedakteurin
Carina Rausch
und ihr Freund
Florian haben
auch großen Spaß
dabei.
Auch für drinnen gibt es genug Spielideen: Ob
Sie mit Ihrem Hund lieber kleine Tricks einstudieren oder ein Leckerli-Versteck-Spiel in der Wohnung durchführen, ist ganz Ihren Vorlieben und
den Fähigkeiten Ihres Hundes überlassen. Geistig
fordernd sind verschiedene im Handel erhältliche
„Intelligenzspiele“, bei denen der Hund durch
verschiedene Aktionen an Futter gelangen kann.
Mit ein wenig Fantasie können Sie diese Denkaufgaben selbst gestalten. Wichtig ist, zunächst mit
einer einfachen Aufgabe zu beginnen und den
Schwierigkeitsgrad allmählich zu steigern. Sonst
verliert der Hund zu schnell den Spaß daran
(Spielideen siehe Kasten links oder im Internet,
z. B. auf www.spass-mit-hund.de).
Ein gut erzogener Hund kann einen zu vielen
Aktivitäten begleiten. Die gängigen Wintersport-
Katrin
Hofegger und
Luna, ein
DackelSchäfer-Mix
Die kleine Luna ist
bei vielen Aktivitäten
von Frauchen Katrin
mit im Gepäck. Wird
es ihr bei langen
Tiefschnee-Spaziergängen einmal zu
anstrengend, lässt
sie sich gern auch
ein Stückchen
tragen.
39
Elke Fahrnberger aus Göstling/Ybbs
mit ihrer weißen Schäferhündin Emba
Während der Woche begleitet Emba die Unternehmerin Elke
fast täglich ins Büro. Zum Ausgleich gibt’s am Wochenende ausgedehnte Spaziergänge, zum Beispiel aufs Hochkar. Ein Heimspiel
für die gebürtige Göstlingerin, die wie ihre Hündin den Schnee liebt.
arten sind aber kaum geeignet. Als Begleitung bei
Schlittenfahrten oder beim Schlittschuhlaufen,
auf Ski- oder Snowboardpisten stören Hunde
möglicherweise andere Wintersportler und sind
auch selbst gefährdet. Bei Schneeschuhwanderungen oder beim Langlauf auf kürzeren Loipen
kann der Hund aber mit dabei sein – vorausgesetzt, es ist auf der gewählten Strecke erlaubt und
er ist fit genug für eine fordernde Tour durch den
Tiefschnee.
Passen Sie jedenfalls Dauer und Intensität an
die Kondition Ihres Hundes an. Sind Sie länger
unterwegs, gehört unbedingt Trinkwasser ins
Gepäck. Sonst besteht die Gefahr, dass der Hund
seinen Durst durch das Fressen von Schnee stillt
– was zur Entzündung von Hals, Rachen und
Magen führen kann.
Bei kalten Außentemperaturen ist das Aufwärmen vor jeder sportlichen Betätigung besonders
wichtig – das gilt auch für den Vierbeiner. Vor
dem Toben oder Wurfspielen hilft ein kurzer
Spaziergang, um Verletzungen von Hund, Herrl
oder Frauerl vorzubeugen. Seien Sie vorsichtig,
wenn der Boden hart gefroren, eisig oder tief verschneit ist: Gelenke und Bänder werden auf diesem Untergrund stark belastet, die Verletzungsgefahr beim allzu ausgelassenen Spielen steigt.
40
Fotos: gerald lechner, Privat
Aufwärmen nicht vergessen!
GESUND LEBEN & WOHL FÜHLEN
Fit mit Hund
Bei solchen Bedingungen ist es ratsam, auf
ruhige, aber nicht minder fordernde Suchspiele
und Nasen­arbeit auszuweichen.
In Dämmerung und Dunkelheit müssen
Mensch und Hund gut sichtbar sein. Reflektierende Accessoires gibt es in allen Formen und
Farben. Aber nicht alles, was blinkt und leuchtet, ist auch gut für den Hund. Hautverträglichkeit und ein guter Sitz sind wichtig, außerdem
dürfen keine verschluckbaren Einzelteile an der
Ausrüstung zu finden sein. Auch für Frauchen
und Herrchen gibt es refklektierende Produkte
zum Anziehen, Aufsetzen oder Umhängen. So
kommen Sie samt Hund sicher, gesund und fit
Carina Rausch n
durch den Winter. HeiSSe Tipps für kalte Tage
Auch Hunde können frieren: Selbst
Rassen mit wenig Unterwolle brauchen unter
normalen Umständen keine wärmende Begleitung
bei der Bewegung im Freien. Sobald ein Hund
allerdings länger in kalter Umgebung warten
muss, bei sehr schlanken Rassen oder kranken
Tieren kann Hundebekleidung schützend wirken.
Auch wenn der Hund nass ist, friert er leicht:
Darum nach dem Spaziergang immer gut
abtrocknen, besonders dann, wenn noch eine
Heimfahrt im ausgekühlten Auto ansteht.
1
Familie Lechner aus St. Pölten
und die Boxerrüden Asgard und Odin
Die Bewegungsfreude haben die Lechners mit ihren
Deutschen Boxern gemeinsam. Rüde Asgard ist
ein wahres Energiebündel und verzichtet auch im
Schnee nur ungern auf ausgelassene Ballspiele.
Wie sein Vorgänger Odin mag er aber auch lange
Winterspaziergänge – am liebsten, wenn die ganze
Familie mit dabei ist.
Spazier-Auslauf für Tierheim-Bewohner
Sie habe keinen Hund? Viele Tierheime bieten an, dass
man sich Hunde für regelmäßige Spaziergänge ausborgen kann. Der Vierbeiner freut sich und man selbst
hat eine nette Begleitung. Elisabeth Platzky vom Tierheim Ternitz wünscht sich regelmäßige Spaziergänger: „Die Hunde freuen sich auch auf Spaziergänge,
wenn das Wetter etwas unfreundlicher ist.“ Gaby
Bachmayer vom Tierheim Dechanthof in Mistelbach
sucht besonders für die Mittwoch- und Donnerstagnachmittage Menschen, die mit Hunden spazieren.
Alle Tierheime legen Wert darauf, dass die Spaziergänger die Hunde auch verstehen lernen, manche bieten
sogar Seminare an. Wenn man noch unsicher ist, ob
man mit dem Hund zurechtkommt, bekommt man
eine Begleitung. Fragen Sie in Ihrem Tierheim nach!
n Tierheim Ternitz: Tel.: 02635/61488,
www.tierheim-ternitz.at
n Tierheim Krems: Tel.: 02732-84720,
www.tierheim-krems.at
n Tierheim Dechanthof in Mistelbach:
Tel.: 02573/2843, www.tierheim-dechanthof.at
n Tierheim und Tierrettung Klosterneuburg:
Tel.: 0676/312 69 29, www.tsv-klosterneuburg.at
Mag. Andrea Mergl,
Tierärztin in Pöchlarn,
gibt Tipps, wie Ihr Hund
gesund durch den Winter
kommt.
Schutz für zarte Hundepfoten: Durch die
Berührung mit dem kalten Boden, mit scharfkantigem Eis, Schnee, Split und Streusalz kann es zu Rissen und offenen
Ballen kommen. Am besten die Pfoten vor dem Rausgehen mit speziellem
Pfotenbalsam oder Hirschtalg eincremen und nach dem Spaziergang mit
warmem Wasser abspülen. Bei sehr starker Beanspruchung können
Hundeschuhe verwendet werden.
2
Parasitenschutz auch im Winter: Flöhe überleben den Winter in
geschützter Umgebung und vermehren sich dort zahlreich. Auch
Zecken sind in den kalten Monaten vermehrt auf Hunden und Katzen zu
finden. Das heißt: Auch im Winter ist der Parasitenschutz durch Spot-onPräparate, Halsbänder oder Tabletten unbedingt erforderlich.
3
Schneefressen ist ungesund: Auch wenn Hunde Schnee zum Fressen
gern haben: Schnee kann zu Entzündungen der Mandeln, des Rachens
und Magens führen. Vermeiden Sie also, dass Ihr Hund – ob bewusst oder
unbewusst etwa beim Apportieren aus dem Tiefschnee – zu viel von der
weißen Pracht schluckt.
4
Erkältungen ernst nehmen: Auch Hunde können sich erkälten. Durch
den Wechsel von Temperatur und Luftfeuchtigkeit zwischen drinnen
und draußen ist das Immunsystem vermehrt gefordert. Hunde entwickeln
dann leichter Entzündungen der Mandeln und des Rachens, die tierärztlich
behandelt werden sollten. Da zumeist Viren dafür verantwortlich sind,
können sich andere Tiere im Haushalt leicht anstecken.
5
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GESUND & LEBEN IN NIEDERÖSTERREICH
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10/15
Es geht um die Wurst
Schinken, Speck und Wurst sollen angeblich Krebs auslösen, sagt die
Weltgesundheitsorganisation. Das Risiko schrumpft jedoch auf ein
Minimum, wenn man Studien und Statistiken richtig lesen kann.
42
Risikosteigerung nicht dramatisch“, beruhigt er
besorgte Wurstliebhaberinnen und -liebhaber.
Dass Fleischprodukte, vor allem wenn sie
gepökelt, gegrillt oder geräuchert werden, Krebs
auslösen können, ist nicht neu. Verantwortlich
dafür dürften die Verarbeitung und Zusatzstoffe
sein. So entstehen aus dem Nitrit, das im Pökelsalz enthalten ist, beim Kochen Nitrosamine,
die Krebs auslösen können. Wird das Fleisch
gegrillt oder geräuchert, können polycyclische
aromatische Kohlenwasserstoffe entstehen, die
ebenfalls krebsauslösend sind. Diese Substanzen entstehen übrigens auch beim Abbrennen
einer Zigarette, sie werden eingeatmet und
sammeln sich in der Lunge.
Die Menge macht’s
Nur wer regelmäßig große Mengen Wurst,
Schinken und Co verzehrt, hat tatsächlich eine
höhere Wahrscheinlichkeit, später im Leben an
Krebs zu erkranken: Ein exzessiver Liebhaber
verarbeiteter Fleischprodukte hat im Vergleich
Fotos: © Weinfranz
Die Leibspeisen der Österreicher als Krebsursache: Aktuellen Medienberichten zufolge sollen
Wurst, Schinken, Schweinsbraten und Schnitzel
Krebs auslösen. Hintergrund ist eine wissenschaftliche Analyse bisheriger Studien durch die
Weltgesundheitsorganisation WHO. Demnach
lösen vor allem verarbeitete Fleischprodukte –
dazu zählen Geräuchertes, Gepökeltes, Wurst
und Schinken – Darmkrebs aus. Unverarbeitetes rotes Fleisch (Rind, Schwein und alle anderen Fleischsorten außer Geflügel) stufen die
WHO-Experten zumindest als wahrscheinlich
krebsfördernd ein. Medizin-Transparent.at hat
nachgeforscht und befindet: Kein Grund zur
Panik. „Das Problem ist, dass das Risiko irreführend dargestellt wird“, sagt MMag. Bernd
Kerschner, Projektleiter des Gesundheitsportals
Medizin-Transparent.at, das Anfragen besorgter Bürger auf den Grund geht und mit wissenschaftlichen Argumenten beantwortet (siehe
Kasten Seite 43). „Auf den ersten Blick klingt es
dramatisch, aber näher betrachtet ist die
GESUND LEBEN & WOHL FÜHLEN
zu jemandem, der nur wenig davon isst, ein um
17 Prozent erhöhtes Risiko.
Was heißt das eigentlich konkret? Eine 17-prozentige Risikoerhöhung bedeutet keinesfalls, dass
17 Prozent aller Konsumenten von verarbeiteten
Fleischprodukten Krebs bekommen werden. Das
durchschnittliche Darmkrebs-Risiko liegt bedeutend niedriger. Beispielsweise werden in den
nächsten zehn Jahren im Durchschnitt so viele
Männer an Darmkrebs erkranken:
n 4 von 1.000 Männern im Alter von 45 Jahren
n 24 von 1.000 Männern im Alter von 65 Jahren
Das Darmkrebs-Risiko ist stark vom Alter
abhängig. Beinahe drei Viertel der Betroffenen
erkranken erst ab einem Alter von 65 Jahren
oder mehr. Bei unter 50-Jährigen ist Darmkrebs
sehr selten. Für Frauen liegen die Zahlen etwas
niedriger. Eine Erhöhung um 17 Prozent würde
bedeuten, dass:
n statt 4 nun 5 von 1.000 Männern im Alter von
45 erkranken und
n statt 24 nun 28 von 1.000 Männern im Alter
von 65 Darmkrebs bekommen werden.
Wenn angenommen wird, dass auch unverarbeitetes rotes Fleisch Krebs fördert, wäre das
Risiko nicht um 17, sondern um insgesamt 22
Prozent höher. Auch dieser höhere Wert würde
an der Rechnung kaum etwas ändern.
Kein Verzicht nötig
Bei vielen entstand der Eindruck, Fleisch sei
ähnlich gesundheitsschädlich wie Rauchen oder
Alkohol. Im Vergleich ist das Krebsrisiko allerdings gering. Tabak verursacht rund 30-mal so
viele Krebstote wie verarbeitete Fleischprodukte. Bei Tabak sind es etwa eine Million pro
Jahr weltweit, bei Fleischprodukten 34.000
Krebstote. Durch Alkohol sterben 18-mal mehr
Menschen an Krebs, die Luftverschmutzung ist
sechsmal so gefährlich wie Wurst und Schinken.
Sollte sich der Hinweis erhärten, dass auch
unverarbeitetes rotes Fleisch tatsächlich krebsfördernd ist, würde die Zahl der jährlichen
Krebstoten durch Fleisch mit höchstens 50.000
weltweit geschätzt.
Ob ein völliger Verzicht auf Fleisch das Krebsrisiko weiter senken kann, haben die analysierten Studien nicht untersucht. Die WHO empfiehlt daher, die Menge an verarbeiteten Fleischprodukten am täglichen Speiseplan zu reduzieren. Dass wir zu Vegetariern werden sollen, fordern die Experten der Weltgesundheitsbehörde
nicht, denn Fleisch habe auch gesundheitliche
Vorteile. „Fleisch liefert uns wertvolle Inhaltsstoffe wie Eiweiß, Eisen und Vitamin B12“,
erklärt Christa Rameder, MA, Diätologin der
Initiative »Tut gut!«. „Eine Mischkost mit
Gemüse, Fisch und vorzugsweise fettarmem
Fleisch schadet nicht“, sagt sie und verweist auf
die bekannte Ernährungspyramide, wonach
maximal zwei- bis dreimal pro Woche Fleisch
oder Wurst konsumiert werden sollten. Wer
sichergehen will, greift zu frischer Qualitätsware
und verzichtet auf gepökelte Wurst. Und auch
ein Blick auf die Tierhaltung kann nicht schaden: Möglichst stressarm gehaltene Tiere gibt es
auch auf vielen kleinen Bauernhöfen; bei der
Bio-Tierhaltung kommen tendenziell weniger
Medikamente wie etwa Antibiotika zum Einsatz.
Auch auf die Zubereitung kommt es an: Bei langsamem Garen ohne direkten Kontakt mit Kohle
oder Flammen entstehen weniger Substanzen,
die Krebs auslösen können. Und man könne
Fleisch durch andere Eiweißquellen ersetzen,
empfiehlt Christa Rameder: „Vor allem Erbsen,
Bohnen und Linsen sind reich an hochwertigem
pflanzlichem Eiweiß.“ Aber gegen ein gelegentliches Würstchen spricht nichts. Karin Schrammel, www.medizin-Transparent.at n
ernährung
MMag. Bernd Kerschner,
Projektleiter des Gesundheitsportals MedizinTransparent.at
Christa Rameder, MA,
Diätologin der
Initiative »Tut gut!«
www.medizin-transparent.at
Täglich werden wir in den Medien, dem Internet und der Werbung mit
Behauptungen zu neuen Behandlungsmethoden, medizinischen DiagnoseTests oder angebliche Gesundheitsgefahren konfrontiert. Solche Behauptungen wecken Hoffnungen, schüren aber auch Ängste und Sorgen. Was davon
ist glaubwürdig und basiert auf wissenschaftlichen Fakten, und was ist
übertrieben oder erfunden? Medizin-Transparent.at überprüft den Wahrheitsgehalt. Herzstück von Medizin-Transparent.at ist der kostenlose Anfrage­
service, an den man in Medien, Werbung oder auf Internetseiten gefundene
Gesundheitsbehauptungen schicken und vom wissenschaftlichen Team
überprüfen lassen kann. Der Online-Service ist ein Projekt der DonauUniversität Krems in Kooperation mit dem Schaffler-Verlag.
43
GESUND LEBEN & WOHL FÜHLEN
Abnehmen
Leicht gema
Richtig, dauerhaft und gesund abnehmen – ohne Frust
und lästigen Jojo-Effekt.
Tipps: gesund abnehmen
1
Greifen Sie zu Getreideprodukten aus Vollkorn. Diese machen länger
satt und halten die Verdauung in Schwung.
Eineinhalb Liter pro Tag sollten Sie mindestens trinken, am besten
Wasser, ungesüßte Kräuter- und Früchtetees, stark verdünnte Obstsäfte
oder Gemüsesäfte. Seien Sie sparsam mit Eistee und Limonaden, diese
enthalten sehr viele Kalorien. Tipp: Ein Glas Wasser vor dem Essen kann
Heißhunger vermeiden.
2
Circa 60 g Fett pro Tag – mehr sollten es wirklich nicht sein, wir essen
aber oft das Doppelte davon. Also Finger weg von Schweins­braten,
Leberkäse, Bratwurst und dergleichen – nur sehr selten genießen.
3
Verwenden Sie beschichtete Pfannen zum Braten, sie kommen mit sehr
wenig Öl aus. Bedenken Sie: Panierte und frittierte Speisen saugen das
Fett wie ein Schwamm auf. Also nur selten zugreifen.
4
Bevorzugen Sie mageres Fleisch und wechseln Sie mit fleischlosen
Speisen ab. Greifen Sie zu magerem Schinken statt zu Salami und
Mortadella.
5
6
Essen Sie ein- bis zweimal pro Woche Fisch, bevorzugt aus heimischen
Gewässern.
Verwenden Sie zum Binden von Suppen und Saucen Mehl oder
Maisstärke mit Milch verrührt statt einer fetten Einbrenn. Verzichten
Sie auf den Schuss Obers oder den Becher Crème fraîche. Pürieren Sie eine
gekochte Kartoffel mit – das macht die Suppe oder Sauce auch sämiger.
7
44
8
Finger weg von Chips und Co – eine fettarme Alternative sind etwa
Soletti oder selbst gemachte Popcorn.
9
Planen Sie mindestens zwei- bis dreimal pro Woche fixe
Bewegungszeiten ein.
Kilos, aber die sind sofort wieder auf den
Hüften, erklärt die Expertin: „Bei Crash-Diäten
verliert der Körper Wasser und Muskelgewebe,
aber kein Fett. Isst man nach der Diät weiter wie
davor, setzt der Körper wieder Fett an und nicht
die notwendige Muskulatur. Mit dem Ergebnis:
Jojo-Effekt. Nach der Diät ist man dicker als
davor.“
Langsam zum Erfolg
Ein bis zwei Kilos pro Monat abzunehmen ist
daher auf Dauer erfolgversprechender als ein
rascher Gewichtsverlust in kurzer Zeit. Bleiben
Sie daher realistisch und setzen Sie sich kleine
Teilziele, denn ein erreichtes Ziel steigert die
Motivation und zu weit entfernte Ziele verliert
man schnell aus den Augen, weiß Sabine Zeller:
„Das Ziel, nur mehr Salat statt Schoko und täglich joggen, werden Sie nicht schaffen. Besser ist
sich vorzunehmen, weniger Schoko zu essen
und montags, mittwochs und samstags dreißig
Minuten zu walken. Also ein bis zwei schlechte
Gewohnheiten überdenken, optimieren und zu
guten Gewohnheiten werden lassen. Haben Sie
das geschafft, kommt die nächste kleine Maßnahme.“ Und seien Sie nicht zu streng zu sich:
„Geben Sie Ihre Pläne nicht auf, wenn Sie kurzfristig nicht durchhalten“, plädiert die Diätologin, „kleine Rückfälle sind erlaubt.“ Genauso
wie Naschen: „Orientieren Sie sich an der Ernährungspyramide, auch Süßigkeiten sind ab und
zu erlaubt. Allerdings in Maßen.“
Richtig dauerhaft bleibt der Abnehm-Erfolg
nämlich nur, wenn Sie die neuen guten Ernährungs- und Bewegungsgewohnheiten beibehalten, am besten für immer. Schon deshalb sollten
Sie sich wirklich gut überlegen, was Sie an Ihrem
Essverhalten ändern wollen und können. Die
Expertin hat viele Tipps, die sich in der Praxis
bewährt haben und am Weg zu einem gesünderen Lebensstil helfen. Sie betreute unter anderem die VORSORGEaktiv-Gruppe in Pöggstall,
bei der innerhalb weniger Monate die Kilos nur
so gepurzelt sind (siehe Beitrag ab Seite 24).
FotO: FOTOLIA
Sabine Zeller, BSc
Diätologin in Erlauf
www.sabine-zeller.at
Die schlechte Nachricht: Die Wunderpille, die
über Nacht schlank macht, gibt’s noch immer
nicht. Die gute Nachricht: Mit etwas Disziplin
schaffen Sie’s auch so.
Und was man noch braucht, ist Geduld, sagt
Sabine Zeller, Diätologin in Erlauf: „Den meisten kann’s beim Abnehmen nicht schnell genug
gehen. Doch genauso wie die Kilos eine Zeit
gebraucht haben, um sichtbar zu werden, benötigen sie Zeit, bis sie wieder verschwinden.“
Der Weg zum Erfolg ist nun mal der langsame, nicht der sogenannter Wunder-Diäten:
Denn dabei verliert man zwar kurzfristig einige
Was ist zu dick?
n Body-Mass-Index (BMI): Der BMI gibt
das Verhältnis zwischen Gewicht und
Körpergröße an, aber keine Auskunft über
die Körperzusammensetzung. Mit seiner
Hilfe können Sie schnell überprüfen, ob Ihr
Gewicht im Normalbereich liegt. Rechnen
Sie Ihre Körper­größe in Metern mal sich
selbst und
dividieren Sie dann Ihr Gewicht in kg durch
diesen Wert (Beispiel: 1,80 x 1,80 = 3,24;
75 kg/3,24 = 23,1). Als normal gelten bei
Erwachsenen (laut WHO) Werte zwischen
18,5 und 24,9. Von krankhaftem Übergewicht (Adipositas) spricht man bei einem
BMI über 30. Bei dieser BMI-Klassifizierung
ist zu beachten, dass Alter und Geschlecht
nicht berücksichtigt werden.
n Bauchumfang: Aussagekräftiger ist
der Bauchumfang. Denn besonders das
viszerale Fett, das Bauchfett, ist eine
Gefahr für die Gesundheit – es lässt die
inneren Organe verfetten. Ein deutlich
erhöhtes Risiko besteht bei Männern
bei mehr als 102 cm und bei Frauen
bei mehr als 88 cm.
cht
Die Initiative
»Tut gut!« bietet
Programme an, die
beim Abnehmen
helfen: VORSORGEaktiv (ab 18 Jahren)
und »Durch Dick
und Dünn« (für
Kinder & Jugendliche), siehe Seite 24.
GESUND & LEBEN IN NIEDERÖSTERREICH
12/15
45
Rezepte zum
Abnehmen
Warmes Frühstück
Zutaten (1 Portion): 3 EL Haferflocken, 1/2 Apfel,
1/2 Birne, 1 kleine Handvoll getrocknetes Obst
(Zwetschken, Marillen, Rosinen etc.), 1 kleine Handvoll
Nüsse (Walnüsse, Haselnüsse etc.), etwas Milch
Zubereitung: Haferflocken in einem Topf trocken
anrösten, bis sie aromatisch duften. Mit heißem
Wasser aufgießen, klein geschnittenen Apfel, Birne
und Trockenfrüchte unterrühren, etwa 10 min
köcheln und ausquellen lassen. Je nach gewünschter
Konsistenz zwischendurch noch Wasser oder Milch
zugeben. Mit Nüssen ver­feinern.
Roggencremesuppe
Zutaten (4 Portionen): 80 g Roggenmehl, 1 Zwiebel,
1 Karotte, 1 Petersilwurzel, 150 g Porree, 1 l Gemüsebrühe, etwas Milch, Fenchel, Koriander, Kräutersalz,
Pfeffer, Petersilie (gehackt)
Zubereitung: Mehl in einem trockenen Topf unter ständigem Rühren bei mittlerer Hitze etwas Farbe nehmen lassen. Zwiebel schälen, Porree waschen und klein
schneiden. Karotte und Petersilwurzel schälen und fein
reiben. Gemüse zum Mehl mischen, mit Gemüsebrühe
aufgießen. Unter ständigem Rühren aufkochen lassen,
würzen und 5 min kochen lassen. Vom Herd nehmen,
Milch einrühren, mit Petersilie bestreut servieren.
46
Wintersalat
mit Getreide
Zutaten (1 Portion):
40 g geschroteter Buchweizen, 1 rote Rübe,
1 Apfel, 2 TL Olivenöl,
etwas Wasser, Saft einer
halben Bio-Zitrone,
1 TL Senf, Salz, Pfeffer
Zubereitung: Buchweizen
mit Olivenöl in der Pfanne
anrösten. Rote Rübe und
Apfel in feine Streifen
schneiden. Aus Olivenöl,
Zitronensaft, Senf, Salz,
Pfeffer, etwas Wasser
eine Zitronenmarinade
herstellen, Rote Rübe und
Apfel damit marinieren.
Den gerösteten Buchweizen noch warm über den
Salat streuen.
Bei Bedarf mit
gehackten
Kräutern verfeinern.
Zanderfilet mit Gemüsekruste
Zutaten (4 Portionen): 4 Zanderfilets, 2 EL Saft einer
Bio-Zitrone, 100 g Karotten, 100 g Sellerie, 1 Ei,
40 g Mehl, 1 EL Olivenöl (zum Anbraten), 1 EL Petersilie
(gehackt), Salz, Pfeffer
Zubereitung: Fischfilets beidseitig mit Salz, Pfeffer und
Zitronensaft würzen. Karotten und Sellerie schälen und
grob raspeln, Ei und Mehl zugeben. Die Masse mit Salz
und Pfeffer würzen und gut vermengen. Backrohr auf
180 Grad vorheizen. Fischfilets in wenig Olivenöl auf
beiden Seiten kräftig anbraten, in eine befettete Auflaufform geben und mit der Gemüsemasse bestreichen. Im
vorgeheizten Rohr circa 10 bis 15 min überbacken und
dann mit Petersilie bestreuen.
Pikanter Hirse-Eintopf
Zutaten (4 Portionen): 160 g Hirse, etwas Olivenöl,
1/2 l Gemüsebrühe, 2 Zwiebeln, 400 g Pastinaken,
1 Bund Petersilie, Salz, Pfeffer, 1/4 kg Topfen, 4 Eier,
4 EL geriebener Parmesan
Zubereitung: Hirse warm und kalt abspülen, in etwas
Olivenöl andünsten, mit Gemüsebrühe aufgießen und
aufkochen. Bei geringer Hitze circa 10 min kochen
lassen und dann etwa 20 min auf der ausgeschalteten
Herdplatte quellen lassen. Zwiebeln schälen und würfeln. Pastinaken schälen, waschen und grob raspeln.
Etwas Olivenöl in einer Pfanne erhitzen, Zwiebel­würfel
darin glasig dünsten, geraspelte Pastinaken zufügen und bissfest dünsten. Die
Gemüsebrühe mit fein gehackter Petersilie, Salz und Pfeffer würzen. Topfen,
Eier und gedünstete Hirse unterziehen,
stocken lassen und mit geriebenem Parmesan bestreuen.
GESUND LEBEN & WOHL FÜHLEN
Abnehmen
Die Macht der Muskeln
Zauberformel Energiebilanz
Die Zauberformel für gesundes und dauerhaftes
Abnehmen liegt in der Energiebilanz: Nimmt
der Mensch mehr Energie in Form von Nahrung
zu sich, als er verbraucht, speichert der Körper
die überschüssige Energie als Fettreserve und
wird übergewichtig. Wer also abnehmen will,
muss entweder weniger essen, als er verbraucht,
oder seinen Energieverbrauch, etwa durch Sport
oder körperliche Arbeit, steigern, weiß Sabine
Zeller. „Regelmäßige Bewegung ist das Um und
Auf. Suchen Sie sich eine Sportart, die zu Ihnen
passt und Spaß macht. Es muss nicht gleich ein
anstrengendes Fitnessprogramm sein. Wichtig
ist nur, dass Sie aktiv werden. Gesunde Ernährung und Bewegung gehören einfach zusammen“, betont sie.
FotoS: ISTOCKPHOTO
Keine Ausreden
Auch wenn der Winter nicht mit frischem
Gemüse lockt und nicht zu Bewegung im Freien
animiert: Der ideale Zeitpunkt, um die überflüssigen Kilos loszuwerden, ist immer. „Die Auswahl an saisonalem Obst und Gemüse ist nun
zwar geringer, aber man kann auf Tiefkühl­
gemüse zurückgreifen oder auch aus Winter­
gemüse köstliche und leichte Speisen zaubern“,
weiß Sabine Zeller. Die Initiative »Tut gut!« hat
einige tolle Rezepte für Sie zusammengestellt,
lassen Sie sich inspirieren – angefangen vom
warmen Frühstück bis hin zum Wintersalat. Und
auch mit Sport kann man – vorausgesetzt die
Gesundheit erlaubt es – immer beginnen, seien
es ausgedehnte Winterspaziergänge, Radeln am
Hometrainer oder der Besuch im Fitnessstudio.
Jede Gelegenheit ist eine gute Gelegenheit. Denn
karin schrammel n
Ausreden waren gestern. GESUND & LEBEN IN NIEDERÖSTERREICH
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Definierte Muskeln werden immer mehr zum
Symbol für Fitness und Gesundheit – zu Recht:
Muskeln brauchen mehr Energie als Fettgewebe und erhöhen daher den Grundumsatz an
Energie, selbst wenn Sie gerade faul sind. Und
vor allem sind sie der beste Schutz vor
Schmerzen: Gut trainierte Bauch- und Rückenmuskeln verhindern wirkungsvoll Rückenschmerzen, gut trainierte Beinmuskeln schütMag. Riki Ritter-Börner
Chefredakteurin
zen das Knie. Und wenn Sie beim Trainieren
GESUND&LEBEN
auch immer wieder Dehnübungen einbauen,
zum Beispiel aus dem Yoga, werden Sie sich
rundherum wohlfühlen.
Ich selbst bin wirklich keine große Sportlerin, laufe aber seit vielen
Jahren (zumindest in der wärmeren Jahreszeit) halbwegs regelmäßig.
Erst seit ich Krafttrainings einbaue, bin ich die immer wieder
auftauchenden Rücken- oder Knieschmerzen los.
Ideal sind zwei bis drei Kraft-Einheiten von 15 bis 30 Minuten pro
Woche. Unsere GESUND&LEBEN-Experten raten, auf jeden Fall Krafttraining zu machen, wenn man Laufen geht, um Knie und Rücken gut zu
schützen. Krafttraining-Programme finden Sie auf unserer Homepage
www.gesundundleben.at, wo wir ein paar Dateien (Programme aus unseren Ausgaben) für Sie zum Herunterladen und Ausdrucken bereitstellen.
Unsere Experten empfehlen auch die Trainingsbücher „Fit ohne
Geräte“ von Mark Lauren für das Training zu Hause: Sie trainieren mit
dem eigenen Körpergewicht, brauchen also nichts außer vielleicht eine
Yogamatte und ein Handtuch. Orthopäden sagen uns immer wieder,
dass diese Art des Trainings sicherer ist als das Training im FitnessStudio. Lauren bietet Programme, die gleichzeitig auch das Herz-Kreislauf-System herausfordern. Sie lernen über
einen längeren Zeitraum fordernde Übungen
wie Liegestütz oder Kniebeugen mit Sprung –
übrigens die perfekte Osteoporose-Prophylaxe.
Die Trainings sind allerdings wirklich anstrengend. Dafür sind sie aber auch – samt Warmup und Cool Down – in etwa 30 Minuten
erledigt. Oder Sie begeben sich auf einen
Selbsterfahrungs-Tripp der besonderen Art:
Die 90-Tage-Challenge, durch die Sie wie von
einem Personal Trainer begleitet werden, samt
Ernährungs-Umstellung und einigen guten
neuen Gewohnheiten. Sie werden dabei langsam an die verschiedenen Herausforderungen
wie Liegestütz herangeführt und gut motiviert.
Keine Sorge, Sie kriegen bestimmt keine BodyMark Lauren: Fit ohne
builder-Muskelpakete davon – aber ich erinGeräte. Die 90-Tagenere mich gut an den Moment, als ich das
Challenge für Männer
erste Mal beim Haarebürsten vor dem Spiegel
n ISBN: 978-3868835137,
am Oberarm eine kleine Wölbung ausnehmen
17,50 Euro, als eBook
12,99 Euro
konnte – wow, da sieht man tatsächlich einen
Bizeps! Und selbst, wenn Sie irgendwann eine
Mark Lauren: Fit ohne
Trainingspause einlegen, werden Sie wieder
Geräte. Die 90-Tagestarten, weil das Training zwar wirklich
Challenge für Frauen
anstrengend ist, Sie sich aber bei regel­
n ISBN: 978-3868835144,
mäßigem Training einfach gut, stark
17,50 Euro, als eBook
und fit fühlen. Versprochen!
12,99 Euro
Deutsch für Anfänger
Zahlreiche Flüchtlingskinder kommen jeden Tag nach Österreich.
Auch für sie gilt die Schulpflicht. Doch wie kann ein Kind ein Schuljahr positiv abschließen, wenn es unsere Sprache nicht spricht?
Ehrenamtliche Helferinnen und Helfer schenken ihnen ihre Zeit.
48
des NÖ Hilfswerks und ehrenamtlichen Helfern,
die ihnen bei den Hausaufgaben helfen und ihre
Deutschkenntnisse verbessern. Unter ihnen auch
das syrische Zwillingspaar Diyar und Maya. Beide
zehn Jahre alt und seit etwa vier Monaten in Österreich. Sie bemühen sich, den Text fehlerfrei mitzusingen und haben dabei stets die anderen Kinder
im Blick, die schon länger hier sind. „Wenn ich
dich seh, dann freu ich mich und lach dir zu, grad
weil ich dich so sehr mag.“ Was Diyar und Maya da
genau singen, wissen sie nicht, doch ihre strahlenden Gesichter verraten, dass es ihnen Spaß macht.
Wissen & Werte
„Die Kinder haben Freude am Lernen, weil sie bei
uns viel gelobt werden und wir sie mit Spielen,
Tänzen und Liedern motivieren“, erklärt Andrea
Wolf, Leiterin des Hilfswerk Familien- und Bera-
FotoS: Philipp Monihart
Ehrenamtliche Helfer
werden in ganz Niederösterreich gesucht.
Informationen:
Tel.: 02742/249,
www.hilfswerk.at/
niederoesterreich
Erwartungsvolle kleine Augenpaare blicken Stefanie Putzgruber an, die eine Gitarre aus einer
schwarzen Tasche holt und sie auf ihrem Knie
ablegt. Sanft streicht sie mit ihren Fingern über die
Saiten und als die ersten Akkorde erklingen, fangen die kurzen Beinchen der Kinder, die im Kreis
um sie sitzen, an, hin und her zu schwingen. Sie
strecken ihre Rücken durch und fixieren die
Sozialpädagogin; hochkonzentriert und bereit für
ihren Einsatz. Putzgruber hebt die Augenbrauen
und nickt mit dem Kopf. Die Kinder verstehen das
Signal und fangen an zu singen. „Ist das ein schöner Tag“, erklingt es aus dem Klassenraum der 4a.
Der Gesang erfüllt die bunt bemalten Gänge der
Jakob-Prandtauer-Volksschule in Melk. 37 Kinder
aus zehn Nationen sind heute Nachmittag hier.
Jeden Dienstag und Donnerstag verbringen sie
zweieinhalb Stunden mit den Lerntrainerinnen
voll im LEBEN
tungszentrums Melk. Seit fünf Jahren gibt es diese
interkulturellen Lerngruppen. Fünf Lerntrainerinnen des Hilfswerks und insgesamt 24 ehrenamtliche Helfer bieten Nachmittagsbetreuung für Kinder mit Migrationshintergrund an. In den letzten
Jahren sind viele Flüchtlinge aus dem Nahen
Osten dazugekommen. „Wenn die Eltern nicht gut
Deutsch können, dann fällt es ihnen meistens sehr
schwer, den Kindern bei den Hausaufgaben zu
helfen oder mit ihnen zu lernen“, erklärt Wolf,
„deshalb freuen sich die Kinder, dass wir zwei Mal
pro Woche die Hausübungen mit ihnen machen.
Denn alleine bewältigen sie sie nicht.“ Im Vordergrund der Arbeit des Hilfswerks steht, dass die Kinder den Wechsel in die nächste Schulstufe schaffen. Auch soziale Regeln und Werte werden ihnen
hier vermittelt. Es gibt gemeinsame Weihnachtsfeste, aber auch Treffen, in denen die Eltern der
Kinder Speisen aus ihrem jeweiligen Land mitbringen und sie so die unterschiedlichen Kulturen
besser kennenlernen können. „So tragen wir schon
früh zur Integration bei“, erklärt Wolf.
Roswitha Chromy war
früher als Lehrerin in der
Jakob-Prandtauer-Volksschule tätig. Heute bringt
sie dem syrischen Zwillingspaar Diyar und Maya ehrenamtlich Deutsch bei.
Andrea Wolf,
Leiterin des Hilfswerk
Familien- und Beratungszentrums Melk
Hilfe wichtig
Nach dem Singen verteilen sich die Kinder auf vier
Klassenräume und beginnen mit ihren Hausaufgaben. Ein Lerntrainer oder ehrenamtlicher Helfer
kümmert sich dabei um ein bis drei Schüler. Eine
spezielle Ausbildung braucht man dafür nicht,
erklärt Andrea Wolf: „Die Liebe zu den Kindern ist
die einzige Voraussetzung, denn den Volksschul-
GESUND & LEBEN IN NIEDERÖSTERREICH
12/15
Spenden für solche
und ähnliche Projekte:
Hilfswerk-Konto,
Hypobank, IBAN AT79
5300 0011 5500 6133,
Verwendungszweck:
Flüchtlingshilfe
ehrenamt
stoff hat ja eigentlich jeder Erwachsene intus. Wir
sind über jede Hilfe dankbar.“
Dennoch sind die meisten Ehrenamtlichen
pensionierte Lehrer oder Studenten. Helferin
Roswitha Chromy war bis 2012 sogar Lehrerin an
der Volksschule, in der sie auch heute mit den
Kindern lernt. „Ich habe das Projekt während
meiner aktiven Zeit schon sehr gut gefunden, weil
die Leistungen der Kinder wirklich besser geworden sind. In der Pension habe ich mir gedacht:
Das ist es. Das mache ich jetzt auch.“
Einer ihrer Schüler, der aus Tschetschenien
stammt und kein Wort Deutsch konnte, als er in
ihre Klasse kam, ist nun nach vier Jahren Unterricht im Gymnasium und hat gute Noten. Heute
sitzt Chromy mit Diyar und Maya zusammen, die
ihr sagen sollen, welche Gegenstände auf Fotos zu
sehen sind, die auf dem Tisch vor ihnen liegen.
„Bei Kindern kann man wirklich noch etwas bewegen und sie auch leichter in die Gesellschaft integrieren“, ist sie überzeugt. Wichtig sei, dass man sie
für die Sprache und das Lernen begeistert. „Die
Kinder kommen gern hierher“, sagt Chromy. „Ich
gehe ja auch gern hierher.“
Freiwillig & kostenlos
Die Kinder sind interessiert und freuen sich über
die Aufmerksamkeit, die ihnen die Erwachsenen
schenken. Lob und die Freude am Lernen stehen
stets im Vordergrund. Hier können sie gemeinsam
mit den anderen Kindern lachen und sich über
49
Mag. Franz Pöcksteiner,
pensionierter
Gymnasiallehrer und
ehrenamtlicher Helfer
Erfahrungen austauschen. Einige der Kinder
haben traumatische Dinge erlebt: Der neunjährige
Malek aus Syrien ist in einem kleinen Boot über
das Mittelmeer nach Europa gekommen. Wenn er
groß ist, möchte er Flugzeugpilot werden, sagt er,
um nie mehr über das Wasser fahren zu müssen.
So werden die Lernbetreuer auch zu Vertrauenspersonen, die öfter umarmt werden und bei denen
sich die Kinder freuen, wenn sie sie zufällig auf der
Straße treffen.
Die Teilnahme an den interkulturellen Lerngruppen ist freiwillig und für die Eltern kostenlos.
Am Beginn des Schuljahres werden sie auf das
Angebot aufmerksam gemacht und fast alle nehmen es auch dankbar an. 40 solcher Kurse des NÖ
Hilfswerks laufen derzeit in ganz Niederösterreich.
Diese werden vom Außenministerium gefördert.
„Es können aber bei weitem nicht alle Kurse so
finanziert werden. Wir sind größtenteils auf Spenden aus der Bevölkerung und auf Sponsoren angewiesen“, so Andrea Wolf. „Unser Angebot gilt
natürlich auch für österreichische Familien, die
auf Hilfe angewiesen sind.“
Elternarbeit
Ein großer Teil der Tätigkeit in den interkulturellen
Lerngruppen ist auch die Arbeit mit den Eltern. „In
einer Klasse musste beispielsweise jeder Schüler
ein Holzbrett zum Basteln mitnehmen“ erklärt
Andrea Wolf. „Wenn die Eltern nicht wissen, was
ein Holzbrett ist, können sie es auch nicht besorgen. Für die Kinder ist es natürlich unangenehm.
Wir haben uns mit den Eltern zusammengesetzt
und ihnen gezeigt, was wir meinen und das Problem so gelöst.“
Auch Konflikte zwischen den unterschiedlichen Nationen und Kulturen versucht man in
den Lerngruppen schnell zu entschärfen, erklärt
der pensionierte Gymnasiallehrer Mag. Franz
Pöcksteiner: „Die Kinder übernehmen das, was
sie von den Eltern zu Hause hören und bringen
das dann mit in die Klasse. Da muss man schnell
handeln und schauen, dass sie sich wieder
vertragen.“
Der ehrenamtliche Helfer ist seit seinem Pensionsantritt vor zweieinhalb Jahren mit dabei.
Nebenbei arbeitet er auch noch in einem Hospiz.
Er betrachtet Integration als wechselseitiges
Geschehen: „Wenn wir wollen, dass sich die
Flüchtlinge hier integrieren, dann müssen wir
auch einen Schritt auf sie zugehen und ihnen
dabei helfen. Und die Lernhilfe ist mein Schritt.“
Als Religionslehrer hat er bereits Sozialprojekte im
Kosovo oder in Rumänien organisiert. Dadurch
hat er viele neue Freunde gefunden, sagt er: „Ich
freue mich, wenn ich jemandem meine Zeit schenken kann und die Kinder durch mich dann einmal
einen Beruf finden können. Man kann ja bei so
einer wohltätigen Arbeit gar nichts verlieren. Man
Markus Feigl n
gewinnt fürs eigene Leben.“
Impressum
Herausgeber: NÖ Landeskliniken-Holding, 3100 St. Pölten. Projektleiter: Mag. Bernhard Jany, NÖ Landeskliniken-Holding. Verleger:
ÄrzteVerlag GmbH, Währinger Straße 65, 1090 Wien. Geschäftsführung: Komm.-Rat Axel C. Moser. Redaktionsleitung: NÖ Landeskliniken-Holding, Abteilung
Marketing, PR und Organisationsentwicklung. Chefredaktion: Mag. Riki Ritter-Börner. Chefin vom Dienst: Mag. Karin Schrammel. Artdirektion: www.andrej.cc.
Coverfoto: iStockphoto. Redaktion: Markus Feigl, Mag. Jacqueline Kacetl, BA, Mag. Sandra Lobnig, Carina Rausch, BA, Daniela Rittmannsberger, Dr. Doris Simhofer,
Mag. Gabriele Vasak. Lektorat: Markus Feigl, Mag. Karin Schrammel. Redaktionsadresse & Medieninhaber: NÖ Landeskliniken-Holding, Stattersdorfer Hauptstraße 6,
3100 St. Pölten. Aboservice: [email protected] oder 02742/22655. Einzelpreis: Euro 2,40 Abopreis: Euro 12,–/Jahr. G&L erscheint 10x/Jahr. Seiten, die mit „Werbung“ oder „Advertorial“ gekennzeichnet sind, sind entgeltliche Einschaltungen gemäß §26 Mediengesetz. Alle Rechte vorbehalten, auch die Übernahme, vollständige oder auszugsweise Weiter- oder Wiedergabe, gem. §44 Abs. 1 und 2 Urheberrechtsgesetz. Zielgruppe & Richtung des Magazins: Gesundheitsrelevante und
medizinische Informationen für gesundheitsbewusste und gesundheitsinteressierte Niederösterreicherinnen und Niederösterreicher. P.b.b. Erscheinungsort: St. Pölten. Verlagspostamt: 1090 Wien. Offenlegung gemäß § 25 Medien­gesetz siehe www.gesundundleben.at. Die Angaben und Äußerungen in Anzeigen, Inseraten, Advertorials und Promotionen geben nicht zwingend die Meinung der Redaktion und/oder des Medieninhabers wieder. Für diese wird keine Haftung übernommen.
50
Die nächste
Ausgabe von
Gesund&Leben
erscheint am
29.02.2016
FotoS: Philipp Monihart
Der Spaß am Lernen steht
bei den interkulturellen
Lerngruppen in Melk im
Vordergrund.
voll im LEBEN
kolumne
Jetzt aber!
Gute Vorsätze haben wir alle immer wieder. Die Frage ist nur, wie sie
sich langfristig umsetzen lassen und ob sie wirklich immer so gut für
uns sind, wie wir meinen.
Geburtstag, Jahreswechsel, ein einschneidendes
Lebensereignis – und schon sind sie da, die guten
Vorsätze: jetzt aber wirklich abzunehmen, das
Rauchen aufzugeben, endlich Grenzen zu setzen
und so weiter. Aber was dann meist kommt, steht
schon in der Bibel, denn „der Geist ist willig, aber
das Fleisch ist schwach“ oder wie Oscar Wilde es
ausdrückte: „Gute Vorsätze sind Schecks, auf eine
Bank ausgestellt, bei der man kein Konto hat.“
Trotzdem scheint es zum Menschsein zu
gehören, sich immer wieder etwas vorzunehmen,
neu anfangen, sich verändern zu wollen und:
dabei oft zu scheitern. Schon die alten Römer verehrten den Gott Janus als Gott des Anfangs.
Bezeichnenderweise ist er janusköpfig, was auch
so viel heißt wie zwiespältig oder ambivalent.
Das alles weist also darauf hin, dass die Sache
mit den guten Vorsätzen eine vertrackte Angelegenheit ist – dies bestätigt auch die moderne Psychologie. Denn wir Menschen haben einerseits grundsätzlich den Wunsch, unsere Potenziale zu entwickeln, andererseits können die damit verbundenen
Veränderungen – praktisch umgesetzt – verunsichern und manchmal sogar Angst verursachen.
Wirklich wollen
Nichtsdestotrotz: Wir wollen und müssen manchmal im Leben etwas an oder um uns herum verändern. Was Psychologen daher an erster Stelle empfehlen, ist eine Einstellung zu entwickeln, die die
Veränderung tatsächlich will, weil man die damit
verbundenen Vorteile zu genießen beabsichtigt.
Stichwort „genießen“: Wer eine geliebt-gehasste
Gewohnheit aufgeben will, die für ihn oder sie
auch mit viel Genuss verbunden war, tut gut
daran, sich eine lustvolle Alternative für das „Laster“ zu suchen. Dabei sollte man sich gut überlegen, ob diese Alternative auch wirklich für einen
passt und man Freude darauf entwickeln kann.
Ein weiterer heißer Tipp in Sachen Erfolg mit
neuen Gewohnheiten ist die Einbindung Gleichgesinnter in das eigene Vorhaben. Denn wir sind
soziale Wesen, und es nützt uns in der Regel, wenn
wir uns beim Umsetzen von Vorsätzen von anderen unterstützen lassen, etwas gemeinsam tun
und uns beim ersten Scheitern ausweinen und
dann vielleicht doch wieder neustarten können.
Außerdem sollte man sich nicht zu viel auf einmal
vornehmen, und was den Zeitpunkt für den Neuanfang betrifft, so muss er individuell gut gewählt
sein. Eine allgemeine „Vorgabe“ wie etwa der
Beginn zum Jahreswechsel passt nicht für jeden –
und auch eine stressige Zeit oder ungünstige
äußere Bedingungen lassen guten Vorsätzen kaum
eine Chance.
Stolpersteine
Stolpersteine sind auf dem Weg „in ein neues
Leben“ übrigens fast unvermeidlich. Einer der
fatalsten ist das Credo „Ich sollte“, das oft auch
bedeutet, dass man eigentlich gar nicht will. Ähnlich ist es, wenn man die ganze Sache nur jemand
anderem zuliebe macht und auch hier eigentlich
selbst nicht will. Und man sollte sich dessen bewusst
sein, dass eine Veränderung fast naturgemäß
immer wieder mit Rückschlägen verbunden ist,
und dass man für manches tatsächlich einen langen Atem braucht. Scheitern gehört also dazu, man
tut gut daran, damit zu rechnen und davon Abstand
zu nehmen, sich selbst dafür zu geißeln.
Was noch gut tut, ist ein gewisses Augenzwinkern, vor allem bei Dingen, die man ohnehin
nicht so wichtig nehmen müsste. Was die klassischen guten Vorsätze, die fast alle ritualhaft
immer wieder hegen, betrifft, so könnte man
auch einmal ganz grundsätzlich hinterfragen, ob
wir uns wirklich ständig und in jeder Hinsicht so
optimieren müssen, wie der Zeitgeist es uns vorgibt. In diesem Sinne: Prüfen Sie Ihre Vorsätze
gut und legen Sie erst los, wenn Sie wirklich
Gabriele Vasak n
wissen, was Sie wollen. GESUND&LEBENRedakteurin Mag.
Gabriele Vasak
Der Weg zur
Hölle ist mit
guten Vorsätzen
gepflastert.
Sprichwort
51
Energieberatung
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