Die Rede: Mannheim wächst

Metropole stärken.
Vorbild für Bildungsgerechtigkeit sein.
Ralf Eisenhauer
Vorsitzender der SPD-Gemeinderatsfraktion
Rede zum Haushalt 2016/2017 der Stadt Mannheim
Mannheim, 24. November 2015
Mannheim wächst
Metropole stärken.
Vorbild für Bildungsgerechtigkeit sein.
Ralf Eisenhauer
Vorsitzender der SPD-Gemeinderatsfraktion
Rede zum Haushalt 2016/2017 der Stadt Mannheim
Mannheim, 24. November 2015
Es gilt das gesprochene Wort.
SPD-Gemeinderatsfraktion
Redaktion
Ralf Eisenhauer
Helmut Lupke
Marianne Bade
Dr. Felicitas Merkel
Petar Drakul (bis 24. November 2015)
Adnan Werning
Reinhold Götz
Helen Heberer
Joachim Horner
Titelfoto: Daniel Lukac
Prof. Dr. Heidrun Kämper
Lena Kamrad
SPD-Gemeinderatsfraktion
Nazan Kapan
Rathaus E5, 68159 Mannheim
Andrea Safferling
Tel.: 0621/ 293-2090
Thorsten Riehle
Email: [email protected]
Dr. Claudia Schöning-Kalender
Ralph Waibel
Mannheim, November 2015
Dr. Boris Weirauch
1
Mannheim wächst ................................................................... 4
Recht auf Freiheit und Gleichheit ..................................................................... 4
Geflüchtete gut integrieren ............................................................................... 5
Gutes Leben – Gutes Lernen! ........................................................................ 10
Metropolcharakter stärken ............................................................................. 11
Vorbild für Bildungsgerechtigkeit .................................................................... 18
Der Doppelhaushalt 2016 / 2017 ................................................................... 21
Bundesgartenschau 2023 .............................................................................. 28
Auf den Punkt gebracht ................................................................................. 30
Dank .............................................................................................................. 31
Kinder, Jugend, Bildung ....................................................... 32
Kinderbetreuung ausbauen ............................................................................ 32
Offene Kinder- und Jugendarbeit erweitern.................................................... 32
Kinder und Jugendliche beteiligen ................................................................. 33
Bildung ganzheitlich fassen ........................................................................... 35
Ganztagsschulen ausbauen – MAUS für alle ................................................. 35
Humboldt-Schule erweitern ............................................................................ 36
Gemeinschaftsschule ist erfolgreich............................................................... 37
Sofortprogramm Schulen und BBS ................................................................ 37
Schulsozialarbeit für zusätzliche Schulen ...................................................... 38
Berufsschulen mit passgenauen Angeboten .................................................. 38
Zeitgemäße Stadtbibliothek ........................................................................... 39
Bildung und Integration .................................................................................. 40
Übergang Schule-Beruf ................................................................................. 40
Stadtentwicklung, Konversion, Nachhaltigkeit ................... 41
Die Mannheim-Karte: Fahrscheinloser ÖPNV ................................................ 41
Konversion kommt voran ............................................................................... 43
Gutes Wohnen für alle ermöglichen ............................................................... 45
Auf dem Weg zur Smart City: Digitalisierung ................................................. 48
Neues Technisches Rathaus ......................................................................... 49
Grünes Mannheim ......................................................................................... 49
Beteiligung und Transparenz ......................................................................... 49
2
Arbeit und Wirtschaft, Soziales, Integration ....................... 51
Wirtschaftspolitische Strategie überprüfen ..................................................... 51
Stadt als Arbeitgeberin................................................................................... 51
Inklusion in allen Facetten betrachten – breite Teilhabe ermöglichen ............ 53
Sozialticket ausbauen – Perspektive Mannheim-Karte .................................. 53
Integration im Stadtteil: Quartiermanagement ................................................ 54
Teilhabe stärken ............................................................................................ 54
Unterstützung der Stadt anpassen ................................................................. 55
Integrationsfonds ausbauen ........................................................................... 55
Sport und Kultur ................................................................... 56
Zuschüsse für Sportstättenbau und Vereinsarbeit.......................................... 56
Schwimmkurse .............................................................................................. 57
Seniorensport ................................................................................................ 57
Vereine stärken – Stadtteilfeste sichern ......................................................... 58
Freie Szene stärken....................................................................................... 59
Mannheim ist Standort der Kultur ................................................................... 59
Nationale Signale durch große Einrichtungen ................................................ 59
Die Mannheim-Karte: Teilhabekonzept für Kultur, Sport und Freizeit ............. 60
Sicherheit und Ordnung ....................................................... 61
Gute Entwicklungen, aber auch Verbesserungsbedarf beim Feuerwehretat .. 61
Mannheim sauber halten ............................................................................... 62
Klarheit für Kommunalen Ordnungsdienst schaffen ....................................... 62
Aufenthaltsqualität durch Verkehrsüberwachung ........................................... 62
Tierschutz stärken ......................................................................................... 63
Stadtteile................................................................................ 64
3
Mannheim wächst
Sehr geehrter Herr Oberbürgermeister,
liebe Mannheimerinnen und Mannheimer,
sehr geehrte Damen und Herren,
meine Rede sollte ursprünglich mit einem anderen Thema beginnen. Nach
den schrecklichen Ereignissen vom 13. November 2015 in Paris ist es mir
jedoch wichtig, als Demokrat und Bürger Europas einleitend auf diese
Untaten und ihre Folgen einzugehen.
Recht auf Freiheit und Gleichheit
Der Terroranschlag in Paris ist ein Schock. Die Mörder sind mit äußerster
Brutalität und Berechnung vorgegangen. Sie wollten so viele schutzlose
Menschen wie möglich töten und sie richteten ihre automatischen Waffen
wahllos gegen jeden. Wir fühlen mit den Opfern. Wir denken an die
Familien, die es getroffen hat.
Der Terrorismus fordert das heraus, woran wir im Kern glauben. Er
attackiert unsere Idee der Menschlichkeit, des unveräußerlichen Rechts
auf Freiheit und Gleichheit. Vor allem wollen die Terroristen die Angst in
unsere Gesellschaft tragen und damit die Solidarität zerstören.
Wir sind verwundbar. Das ist wahr. Verwundbar, weil wir zu diesen
Rechten stehen und weil wir die offene Gesellschaft nicht preisgeben. Wir
teilen die Menschheit nicht auf, wir garantieren allen das gleiche Recht auf
Emanzipation und Sicherheit.
Die Mörder haben Zuschauer eines Fußballspiels, Musikfans,
Restaurantbesucher und Flaneure am Abend töten wollen. Sie wollen
normale Menschen terrorisieren, die besonders wehrlos sind. Unsere
offene Gesellschaft aber schützt nicht nur die Privilegierten und errichtet
4
keine Mauern im Herzen unserer Städte. Wir schützen den öffentlichen
Raum, in dem sich alle Bürgerinnen und Bürger frei und sicher bewegen
können.
Deshalb sind wir stark. Stärker als die Mörder glauben. Denn das
Menschenrecht, das unser Rechtsstaat verkörpert, wird der
Vernichtungswut immer überlegen sein. Gewaltherrscher, Fanatiker und
Terroristen haben in welchem ideologischen Gewand auch immer diese
historische Auseinandersetzung stets verloren. Und sie werden auch jetzt
verlieren. Sie verbreiten Schrecken, aber sie haben keine Zukunft.
Geflüchtete gut integrieren
Mit dem zu Ende gehenden Jahr 2015 endet auch der laufende
Doppelhaushalt der Stadt Mannheim. Und mit ihm endet vorerst auch eine
gemeinsame Hoffnung, die ich bei meiner letzten Haushaltsrede wie folgt
vorgetragen hatte.
„Wo stehen wir in Mannheim bis 2015? ... Wir stehen sicher an einer
Zeitenwende - nach dem dann vollständigen Abzug der US-Army.“
Zeitenwende – ohne Zweifel erleben wir aktuell eine solche. Doch die USArmy ist nicht wie geplant aus Mannheim abgezogen. Im Gegenteil, die
USA und mit ihr die NATO bringen sich wieder in Stellung gegen Russland
und der sog. „Kampf gegen den Terror“ im Nahen und Mittleren Osten hat
unmittelbare Auswirkungen auf unsere Stadt. Nicht nur auf Coleman,
sondern auch auf Franklin, Spinelli und Hammonds.
Auch wenn wir die Hoffnung auf eine erstmalige „Entmilitarisierung“
unserer Stadt auf unbestimmte Zeit begraben müssen, hat sich umso
deutlicher folgende Hoffnung bewahrheitet. Wir finden „das friedliche
Mannheim auf der politischen Landkarte Europas in einer während der
vergangenen Jahrhunderte nie vorstellbaren Position. … Wir erleben hier
5
in Mannheim eine Zeit des Friedens und des Wohlstands wie noch keine
Generation vor uns.“
Also einerseits um uns herum eine immer instabiler und unsicherer
werdende Welt und andererseits hier bei uns soziale Sicherheit,
wirtschaftliche Stärke und vor allem größtmöglicher Schutz von Leib und
Leben. Und genau diese Konstellation stellt uns nun vor ganz neue,
gewaltige Herausforderungen beim Umgang mit dem anhaltenden
Flüchtlingszuwachs. Jeden Tag sehen wir, wie viele Menschen aus ihren
Heimatländern flüchten, weil sie dort keinen Frieden haben, nicht frei und
demokratisch leben und weil von Gerechtigkeit und Solidarität keine Spur
zu finden ist.
Und können wir nicht auch ein wenig stolz darauf sein, dass ausgerechnet
Deutschland, das noch in der Generation unserer Eltern und Großeltern
eine beispiellose Kette von Gewalt, Flucht und Vertreibung verursacht hat,
dass ausgerechnet Deutschland heute Ziel der Hoffnungen und
Sehnsüchte so vieler Menschen geworden ist, die Sicherheit und Zukunft
suchen?
Dass uns die damit verbundene Herausforderung nun mit einer solchen
Geschwindigkeit und Heftigkeit fordert, liegt vor allem am Versagen
Europas. Seit der Katastrophe des Zweiten Weltkrieges hat es in Europa
nicht mehr solche Fluchtbewegungen gegeben.
Beim Nachlesen meiner letzten Haushaltsrede musste ich leider
erkennen, dass sich die zentrale Frage heute dringender stellt denn je:
„Was außer der rein materialistischen Sorge um den Euro verbindet uns?“
Und so kann ich heute nur wiederholen: „Europa ist wieder einmal an
einer Zeitenwende: wir haben es selbst in der Hand … in einer
globalisierten Welt … Impulse zu setzen für mehr Menschlichkeit, für
Frieden und Verständigung.“
6
Und insbesondere wir in den immer bunter werdenden europäischen
Städten haben es in der Hand, das Zusammenleben der Kulturen friedlich
zu gestalten und die enorme Vielfalt als Chance für unsere Entwicklung zu
begreifen. Auf uns kommt es an, ob aus der aktuellen Herausforderung
eine Überforderung wird oder ob es uns gelingt, aus dem quantitativen
Zuwachs einen qualitativen Gewinn für alle zu machen.
Dazu braucht es einerseits praktisches Handeln zur Lösung der
Herausforderungen des Alltags: Unterkünfte für Flüchtlinge organisieren,
Sprachkurse, Weiterbildung, Wohnungsbau. Aber andererseits geht es
dabei um die grundsätzlichen Fragen von Gesellschaftspolitik. Denn hinter
allem steht die Frage: Wie halten wir unsere Gesellschaft zusammen?
Und wenn es Experten für gesellschaftlichen Zusammenhalt gibt, dann
sind es wir Sozialdemokratinnen und Sozialdemokraten. Denn das ist
unsere Kernkompetenz seit mehr als 150 Jahren in Deutschland. Und
gerade auch die Mannheimer SPD steht wie keine andere Partei in dieser
Stadt dafür, Verantwortung zu übernehmen, gerade wenn es schwierig
wird. Und ganz ohne Frage stehen wir vor schwierigen Aufgaben.
Die Menschen in unserer Stadt fragen: Schaffen wir das wirklich? Was
bedeutet das für mein Leben und das meiner Kinder? Auf wieviel müssen
wir verzichten, um den Flüchtlingen helfen zu können?
Dazu bedarf es einer klaren Aussage: Wir kürzen weder im Sozialbereich
noch bei der Jugend. Im Gegenteil, wir ergänzen dort, wo es nötig und
hilfreich ist – ohne finanzielle Wagnisse eingehen zu müssen. So werden
wir beispielsweise die Fortführung des Projekts „Perspektive Waldhof Ost"
sicherstellen. Die Stadt bzw. die GBG kündigt auch keine Wohnungen, um
für Flüchtlinge Platz zu machen und wir sind auch nicht auf der Suche
nach Wohnungen auf dem privaten Wohnungsmarkt.
Wir möchten einen Flüchtlingsfonds analog dem Integrationsfonds
aufsetzen, um Maßnahmen für die Flüchtlingsarbeit zu unterstützen bzw.
7
um unerwünschte Folgen der kommunalen Flüchtlingsunterbringung
aufzufangen.
Was wir jetzt brauchen ist Phantasie und Mut, aber auch Realismus und
Pragmatismus. Die Mannheimer SPD kann beides!
Was wir aber zweifelsohne auch brauchen ist die dauerhafte
Unterstützung von Bund und Land. Im Bundeshaushalt sind nun zunächst
mehr als sechs Milliarden Euro zusätzlich vorgesehen, die zur Umsetzung
erforderlichen Programme, etwa im Wohnungsbau müssen nun
unverzüglich aufgelegt werden.
Die grün-rote Landesregierung und die kommunalen Landesverbände
haben für 2015 und 2016 eine nachlaufende Spitzabrechnung für die
gesetzlich festgelegte Kostenpauschale vereinbart. Neben Bayern gehört
Baden-Württemberg damit zu den wenigen Bundesländern, die einen
nahezu vollständigen Kostendeckungsgrad erreichen.
Auch im zweiten Nachtragshaushalt hat die Landesregierung
verschiedene Maßnahmen ergriffen, um die Kommunen bei der
Bewältigung der aktuellen Herausforderungen zu unterstützen.
Vorgesehen sind Mehrausgaben im Flüchtlingsbereich für das Jahr 2015
in Höhe von gut 220 Millionen Euro und für das Jahr 2016 in Höhe von
über 1,7 Milliarden Euro. Der weit überwiegende Teil fließt dabei an die
Stadt- und Landkreise für die vorläufige Unterbringung der Flüchtlinge.
Dieses kann das Land übrigens Dank solider Finanzpolitik von Herrn
Minister Nils Schmid ohne Neuverschuldung leisten – im vierten Jahr in
Folge.
So wird das Sonderwohnungsbauprogramm für Flüchtlinge in den Jahren
2015 und 2016 mit jeweils 30 Millionen Euro an Fördermitteln fortgeführt.
Bereits zu Beginn des aktuellen Schuljahres 2015/16 hat die grün-rote
Landesregierung 562 zusätzliche Lehrerstellen für den Unterricht von
Flüchtlingen zur Verfügung gestellt. Nun sind weitere 600 zusätzliche
8
Lehrerstellen zur Beschulung von Flüchtlingskindern und Jugendlichen
vorgesehen. Weitere drei Millionen Euro werden für die Sprachförderung
im vorschulischen Bereich zur Verfügung gestellt. Ebenso wird das
Sprachförderprogramm „Deutsch für Flüchtlinge“ fortgesetzt. Und
schließlich wird das bürgerschaftliche Engagement zur Integration der
Flüchtlinge auch im Jahr 2016 mit zwei Millionen unterstützt.
Flüchtlinge mit keiner Bleibeperspektive sollen wieder zügig in ihre Heimat
zurückkehren. Dabei räumen wir einer freiwillige Ausreise in das
Herkunftsland den Vorrang ein. Die Landesregierung hat deshalb für das
so genannte Rückkehrmanagement die finanziellen Voraussetzungen
geschaffen.
An diesen Ausführungen wird deutlich, dass wir zum Einen nur
gesamtstaatlich, also Bund, Länder und Kommunen gemeinsam, und zum
Anderen als Bürgerschaft insgesamt, also unter Beteiligung aller
zivilgesellschaftlichen Kräfte, diese Herausforderung werden gut
bewältigen können.
Zuversicht und Realismus ist die Formel, die unsere innere Einstellung
prägen muss. Zuversicht, weil wir eine starke und weltoffene Stadt sind.
Und Realismus, weil wir wissen, wie groß die Aufgabe ist, vor der wir
stehen. Und dass es nicht nur mit der Ankündigung „wir schaffen das“
bereits getan ist.
9
Gutes Leben – Gutes Lernen!
Was heißt das nun für Mannheim konkret:
Kulturelle Vielfalt als Grundlage für wirtschaftlichen Erfolg
Mannheims kulturelle Vielfalt, unsere Offenheit und Toleranz sind die
Grundlagen unseres wirtschaftlichen Erfolgs, ob zunächst als
Handelsplatz, dann beim Aufbau unserer Industrieproduktion und
mittlerweile zusätzlich als Zentrum der Kultur- und Kreativwirtschaft.
Mannheim wächst und verändert sich
Mannheim ist eine weltoffene und wachsende Stadt und somit eine Stadt,
die sich weiterentwickelt und weiter verändert. Denn in der Mitte Europas
ist nur eine solche Stadt in der Lage, die konkreten Herausforderungen
einer globalisierten Welt anzunehmen und zu gestalten.
Um die Zukunft unserer Stadt für ihre heutigen und für ihre künftigen
Bewohnerinnen und Bewohner erfolgreich zu gestalten, stehen für uns
insbesondere zwei Themen im Mittelpunkt:
Wir möchten den Metropolcharakter unserer Stadt weiter stärken. Wir
sagen Ja zu mehr Kreativität, mehr Mobilität, zu kultureller Vielfalt, zu
einer Stadt mit hoher Lebens- und Aufenthaltsqualität. Wir grenzen uns ab
von den Verweigerern, die vor offensichtlichen Entwicklungen die Augen
verschließen, die Nein sagen und damit Rückschritt verursachen.
Und wir sagen Ja zu mehr Bildungsgerechtigkeit, zu besseren Chancen
von klein auf, für alle. Damit künftig noch mehr Menschen teilhaben an
unserer hohen Lebensqualität und mehr Menschen Freude haben am
Leben in Mannheim.
10
Metropolcharakter stärken
„Mannheim bietet mit einer ökologisch und sozial ausgewogenen Urbanität
die Vorzüge einer Metropole auf engem Raum ohne die dabei sonst
Top-Kennzahl
Nr.
Bezeichnung
01
Wohnberechtigte Bevölkerung
02
Maßeinheit
Istwerte
2011
2012
2013
2014
Personen
325.115
327.708
328.831
331.907
Siedlungsdichte
Personen
je km²
3.896
3.929
3.936
3.972
03
CO₂-Emissionen
Prozent
77
85
04
Anteil der Erholungs-, Landwirtschafts, Wald- und Wasserflächen sowie
Flächen anderer Nutzung
Promille
487,9
487,8
486,7
486,7
05
Mindestsicherungsquote
Prozent
10,2
10,3
10,6
11,0
06
Segregationsindex
Prozent
28,3
28,2
28,6
28,1
07
Zentralitätskennziffer
Prozent
138,8
141,1
139,2
142,6
08
Anteil der befragten Personen, die
zufrieden sind, in Mannheim zu leben
Prozent
94,4
94,6
09
Anteil der befragten Personen, die der
Meinung sind, es sei in Mannheim
leicht, eine gute Wohnung zu einem
vernünftigen Preis zu finden
Prozent
30,4
24,6
10
Anteil der Haushalte, die in
Wohneigentum leben
Prozent
2006: 23,7
2010: 26,5
11
Anteil des öffentlichen
Personenverkehrs und des
nichtmotorisierten Verkehrs am
Binnenverkehr
Prozent
2008: 64,7
66,9
Quelle: Haushaltsplan Stadt Mannheim
Die TOP-Kennzahlen zu diesem strategischen Ziel zeigen uns die
bisherigen Erfolge insbesondere bei der Zufriedenheit von mehr als 94
Prozent der Menschen, dass sie in Mannheim leben. Auch der
zunehmende Anteil des Umweltverbunds am Binnenverkehr ist erfreulich.
11
Trend
verbundenen negativen Eigenschaften von Großstädten.“
Aber wir sehen auch einen weiter anhaltenden Anstieg der
„Mindestsicherungsquote“ und zunehmende Sorgen, „eine gute Wohnung
zu einem vernünftigen Preis zu finden“.
Hier geht es uns genau um die im strategischen Ziel beschriebene
„ökologisch und sozial ausgewogene Urbanität“ und um die
Weiterentwicklung der „Vorzüge einer Metropole auf engem Raum“. Wir
wollen in diesem Zusammenhang die vom Oberbürgermeister bis 2017
angekündigte Diskussion über deutliche Veränderungen unserer
Haushaltsstruktur nutzen.
Die Mannheim-Karte
Ziel soll sein: Die Mannheim-Karte entwickeln, die folgende Überlegungen
berücksichtigt.
 Mobilitätskonzept für Mannheim: Fahrscheinloser ÖPNV
 Teilhabekonzept für Mannheim: Kultur, Sport und Freizeit
Als wirtschaftliches und kulturelles Zentrum unserer Metropolregion
übernehmen wir finanziell und sozial Aufgaben für die gesamte Region.
Die Kosten für die Vorhaltung und Nutzung unserer Infrastruktur in den
Bereichen Verkehr, Kultur, Sport und Freizeit tragen jedoch ausschließlich
wir. Ziel könnte eine elektronische Mannheim-Karte sein, die es den
Nutzerinnen und Nutzern ermöglicht, unsere städtischen Leistungen
exklusiv oder jedenfalls vergünstigt in Anspruch zu nehmen.
Mit der Mannheim-Karte oder alternativ einer App soll es möglich sein,
etwa über eine jährliche Grundgebühr und verschiedene Zusatzoptionen,
Leistungen aus folgenden Bereichen zu nutzen: Mobilität (ÖPNV,
Carsharing, Radverleih), Kultur (u.a. Nationaltheater, Kunsthalle, Alte
Feuerwache, Reiss-Engelhorn-Museen, Technoseum, Planetarium), Sport
und Freizeit (Bäder, Eislaufen, Stadtparks).
Die Einbeziehung privater Anbieter ist zur Steigerung der Attraktivität
unabdingbar. Alle Vergünstigungen, die durch kommunale Einrichtungen,
12
aber auch durch die Verwaltung selbst gegeben werden, sollten in der
Mannheim-Karte zentralisiert dargestellt werden.
Um bei diesen umfangreichen strukturellen Überlegungen gute
Entscheidungen treffen zu können, wollen wir die kommenden beiden
Jahre bis zu den Haushaltsberatungen 2017 nutzen, um die dafür
notwendigen Fakten zu erheben und zu bewerten.
Wir fordern deshalb die Erstellung einer ÖPNV-Studie, um folgende
Fragen zu klären. Wie kann fahrscheinloser ÖPNV finanziert werden und
wie kann dieser schrittweise umgesetzt werden? Wir wollen, dass
Maßnahmen und Finanzierungsinstrumente aufgezeigt werden, um die für
Mannheim, besser für die rnv-Partner Mannheim, Ludwigshafen und
Heidelberg, geeignete Variante dafür zu bestimmen.
Mit dieser Studie kann aufgezeigt werden, unter welchen
Rahmenbedingungen ein fahrscheinloser Personennahverkehr bei uns
machbar ist. Einen ersten finanziellen Orientierungsrahmen bot die
Beantwortung der Idee dazu aus dem städtischen Beteiligungshaushalt:
Bei 300.000 zahlenden Personen wäre mit einer monatlichen Abgabe von
weniger als 25 Euro pro Person zu rechnen, um die bisherigen Erträge zu
decken.
Für unsere Einrichtungen in den Bereichen Kultur, Sport und Freizeit
fordern wir die Einrichtung einer Lenkungsgruppe, um Vorschläge zur
Tarifstruktur der Mannheim-Karte zu erarbeiten.
Die beiden Abschlussberichte sollen bis März 2017 zusammengeführt und
dem Gemeinderat zur Beratung vorgelegt werden, um rechtzeitig vor der
Aufstellung des nächsten Doppelhaushalts 2018/2019 die ersten Schritte
zur Umsetzung zu beschließen.
13
Aufenthaltsqualität im öffentlichen Raum verbessern
Neben der Möglichkeit zur Teilhabe am gesellschaftlichen Leben mit
Kultur, Sport und Freizeit suchen Menschen in einer modernen Großstadt
aber auch Aufenthaltsqualität im öffentlichen Raum. Bei der Entwicklung
unserer Konversionsflächen verfolgen wir deshalb städtebaulich ganz
bewusst einen integrativen Ansatz, um in diesen neuen Quartieren Leben
und Arbeiten, Freizeit und Wohnen miteinander zu vereinbaren und dabei
die ökologischen Kosten für Energie und Verkehr zu minimieren.
Diesen Anspruch müssen wir künftig auch stärker an die
Weiterentwicklung unserer bestehenden Siedlungsstruktur stellen –
insbesondere in unseren urbanen Kernbereichen. Dafür brauchen wir in
Politik und Verwaltung endlich den Mut, den öffentlichen Raum gegen das
allgegenwärtige Blech auf vier Rädern wieder zurückzuerobern.
Die Einsicht in die Notwendigkeit eines solchen Paradigmenwechsels ist
bei den Menschen in unserer Stadt nach meinen Erfahrungen der
vergangenen Jahre wesentlich ausgeprägter als viele von uns hier
meinen. Dies konnten wir zuletzt in der Verkehrserhebung „Mobilität in
Städten“ lesen: „Gegenüber Städten vergleichbarer Größe, Zentralität und
Topographie werden in Mannheim die Verkehrsmittel des
Umweltverbundes (zu Fuß, Fahrrad, ÖPNV) häufiger genutzt. Mannheim
weist innerhalb vergleichbarer Städte den drittniedrigsten MIV-Anteil aus.“
Entwicklungspotenziale werden beim Rad im Berufsverkehr gesehen
sowie bei der Verfügbarkeit von Zeitkarten im ÖPNV.
Nahezu alle städtebaulichen Fragen zur Weiterentwicklung und
Verbesserung in den Quartieren laufen am Ende hinaus auf die Frage:
„Wie verringern wir insbesondere den ruhender Verkehr im Straßenraum
(‚Blech von der Straße‘)?“
Wir schlagen in diesem Zusammenhang vor, im Jahr des
Fahrradjubiläums 2017 mit seinen über 200 geplanten Veranstaltungen
erstmals auch ein autofreies Wochenende einzurichten. Dieses sollte
14
mindestens innerhalb des Rings stattfinden, weitere Bezirke sind zu
prüfen und mit den Stadtteilakteuren zu erörtern.
Die positiven Erfahrungen mit solchen autofreien Wochenenden in
anderen Städten zeigen, dass sich die Bewohnerschaft eine regelmäßige
Wiederholung wünscht. Mit einem solchen Erleben einer dann mindestens
autoarmen Stadt verlaufen die Diskussionen um dauerhafte
Beschränkungen für Fahrzeuge anschließend deutlich entspannter.
Ein entscheidendes Projekt für die Entwicklung unserer Innenstadt ist die
Sanierung der Planken. Hier setzen wir auf eine weiterhin enge
Abstimmung mit allen Beteiligten, um die attraktivste Einkaufsmeile der
Region auch für die Zukunft fit zu machen, aber auch, um die
unvermeidlichen Belastungen so gering wie möglich zu halten.
Leben am Fluss gestalten
Mannheims Lage an zwei Flüssen ist ein Alleinstellungsmerkmal. Die sich
daraus bietenden Chancen müssen zukünftig besser genutzt werden. Im
Wettbewerb der Städte um Menschen werden Lebensqualität und
Urbanität immer wichtiger und damit auch städtische Flussufer als
Naherholungsgebiete und Begegnungsorte. Während andernorts diese
Chancen bereits umgesetzt sind, bleibt die Mannheimer Innenstadt durch
Bebauung und Verkehrswege bisher weitgehend von den Flüssen
getrennt.
Die erfolgreiche Umgestaltung des Speicher 7 durch private Investoren,
die öffentlichen Projekte Musikpark, Popakademie, Stadtgalerie und CHub am Verbindungskanal zeigen die Möglichkeiten und Potenziale
unserer Stadt ebenso wie die Lofts in der ehemaligen Kauffmannmühle,
das „Wohnen am Wasser“ auf dem Luzenberg oder das Konzept
„riwwerside“ auf dem Lindenhof.
Die „Interessengemeinschaft Urbanes Leben am Neckar“ als
Zusammenschluss von Bürgerinnen und Bürgern, Vereinen, Unternehmen
15
und Interessengruppen setzt sich für eine Attraktivierung des Neckarufers
und seine verbesserte Anbindung an die Mannheimer Stadtmitte ein.
Dieses Anliegen wollen wir unterstützen und die Mittel für die
erforderlichen Planungen und Kostenermittlungen bereitstellen.
Im Zuge der Neubebauung nach Abbruch des Collini-Centers bietet sich
die Möglichkeit einer Neugestaltung am Cahn-Garnier-Ufer. Dabei geht es
um eine Ausweitung der Freiflächen zum Neckarufer, die Schaffung eines
breiteren Zugangs zum Neckar und zu den Schiffsanlegern unter
Einbeziehung der großen Grünfläche des Hans-Böckler-Platzes. Auch die
nördliche Neckarseite, unter anderem mit der Perspektive einer
Stadtbibliothek aber auch mit der Erweiterung von bestehenden
Freizeitangeboten, muss weiter bearbeitet werden.
Neues Technisches Rathaus
In diesem Zusammenhang sind wir froh, mit dem neuen Standort des
Technischen Rathauses im Glückstein-Quartier gemeinsam mit allen
Fraktionen einen verantwortlichen Beitrag zur Stadtentwicklung leisten zu
können. Vor dem Hintergrund der Unsicherheiten beim Bauvorhaben
Bilfinger und als klares Signal an die Investitionsbereitschaft potenzieller
Investoren wollen wir nun ein funktional und architektonisch
überzeugendes Konzept auf den Weg bringen und mit der Ansiedlung des
Technischen Rathauses auch die Integration des neuen Stadtteils in die
bestehenden Strukturen des Lindenhofs unterstützen.
Für den von uns ursprünglich bevorzugten Standort Schafweide erwarten
wir nun zeitnah die von der Verwaltung angekündigte Vermarktung und
Entwicklung zu Wohn- und Gewerbezwecken.
Mobilität stärken: Fuß- und Radverkehr weiter entwickeln
Wir wollen den Anteil des Rad- und Fußverkehrs weiter steigern. Hier hat
Mannheim in den vergangenen Jahren eine gute Entwicklung genommen.
Im Jahr 2013 hatten von 1.000 Personen 935 ein Fahrrad. 2008 waren es
noch 768!
16
Potenzial sehen wir darin, den Radverkehr mit anderen Verkehrsträgern
zu verbinden (zum Beispiel Buslinie mit Fahrradanhänger,
Fährverbindungen von Mannheim nach Ludwigshafen). Zudem
unterstützen wir die Einrichtung von Radschnellwegen.
Wir begrüßen die wichtigen Projekte, die sich im Haushaltsplan in diesem
Zusammenhang finden und wir wollen weitere Punkte unseres BYPAD
Radwegekonzepts umsetzen. Neben dem Ausbau und der Schließung
von bestehenden Lücken im Radwegenetz wollen wir auch mehr Straßen
für Radfahrerinnen und Radfahrer öffnen.
17
Vorbild für Bildungsgerechtigkeit
„Mannheim ist Vorbild für Bildungsgerechtigkeit in Deutschland.“ Bei
diesem strategischen Ziel belegen unsere Top-Kennzahlen eindrucksvolle
Erfolge insbesondere in den Bereichen der Kinderbetreuung. Und zwar
durchgehend von den unter Dreijährigen über die Tagesbetreuung im
Vorschulalter, den Ausbau der Ganztagsangebote und die
Schulkindbetreuung.
Ich habe bisweilen den Eindruck, dass diese Leistung der vergangenen
Jahre in der Öffentlichkeit nicht ausreichend präsent ist und möchte es
deshalb hier ausdrücklich betonen – verbunden mit dem Dank und der
Anerkennung an die Beschäftigten in unserer Verwaltung und bei den
freien Trägern.
Aber wir müssen auch feststellen, dass die „SGB II-Quote der nichterwerbsfähigen Hilfebezieher unter 15 Jahren“ weiter steigt und dass der
„Anteil der Schülerinnen und Schüler, die die allgemeinbildenden Schulen
mit Hochschulreife verlassen“, sich nicht vergrößert. Deshalb setzen wir
im Bereich der Bildungspolitik und insbesondere der Bildungsgerechtigkeit
folgende Schwerpunkte.
MAUS für alle Schulen
Wir haben in Mannheim mit MAUS ein vorbildliches Instrument entwickelt,
das die Schülerinnen und Schüler in ihrem Schulalltag unterstützt und bei
allen Schulen sehr gefragt ist. Wir haben somit den Vorteil, dass wir mit
MAUS bereits eine gute Grundlage für ein Kooperationsmanagement
haben. Wir sollten dies gerade für Ganztagsschulen nutzen und allen
Schulen zur Verfügung stellen, die die Möglichkeit haben, externe
Kooperationspartner über ihr Budget einzukaufen.
Wir werden uns deshalb für ein städtisches Kooperationsmanagement
einsetzen: Eine Anlaufstelle für die Schulen, bei der alle möglichen
18
Kooperationspartner gelistet und sowohl die Schulen als auch externe
Top-Kennzahl
Maßeinheit
Istwerte
Nr.
Bezeichnung
01
Versorgungsquote der
Tagesbetreuung der unter
Dreijährigen
Prozent
21,3
23,0
30,3
34,3
02
Versorgungsquote der
Tagesbetreuung der Dreijährigen
und Älteren bis Schuleintritt
(Kindergartenversorgungsquote)
Prozent
92,9
93,6
93,4
96,1
03
Anteil der Kindergartenplätze mit
Ganztagesbetreuung
Prozent
38,2
38,9
43,7
46,0
04
SGB II-Quote der nichterwerbsfähigen Hilfebezieher unter
15 Jahren
Prozent
19,6
19,9
20,5
22,4
05
Anteil der Kinder ohne
Sprachauffälligkeiten bei der
Einschulung
Prozent
79,8
79,7
83,1
81,8
06
Schulkindbetreuungsquote
Prozent
47,1
49,0
55,3
58,9
07
Gymnasialübergangsquote
Prozent
46
47,5
49,7
49,4
08
Anteil der Schülerinnen und
Schüler, die die
allgemeinbildenden Schulen (inkl.
Förderschulen) ohne
Hauptschulabschluss verlassen
Prozent
8,4
8,0
6,3
09
Anteil der Schülerinnen und
Schüler, die die
allgemeinbildenden Schulen mit
Hochschulreife verlassen
Prozent
29,3
48,0
27,6
Bis zum
Redaktionsschluss
wurden
noch keine
Daten für
2014
seitens des
Statistische
n Landesamts
BadenWürttemberg
publiziert.
Anteil der in das Übergangssystem
des Berufsbildungssystems neu
eingetretenen Schülerinnen und
Schüler
Prozent
10
2011
2012
2013
Der enorme Anstieg 2012 ist im Auslaufen des doppelten
Abiturjahrgangs G8/G9 im Schuljahr 2011/12 begründet.
21,4
17,5
18,5
Quelle: Haushaltsplan Stadt Mannheim
Weitere Gemeinschaftsschulen in Mannheim
Die Anmeldezahlen belegen, dass die Gemeinschaftsschule von den
Eltern angenommen wird und umso mehr freuen wir uns, dass die
19
2014
Trend
Partner bei ihrer Suche unterstützt werden.
Johannes-Kepler-Werkrealschule nun auch zur ersten
Gemeinschaftsschule in Mannheim Mitte weiterentwickelt wird.
Auch für den Mannheimer Süden wünschen wir uns eine solche
Entwicklung. Die Pfingstbergschule in Rheinau hat hier Interesse
bekundet und mit einer räumlichen Kooperation mit dem Standort KonradDuden ist dies aus unserer Sicht der richtige Weg, den wir gerne
unterstützen.
Sofortprogramm Schulbau in Kooperation mit der BBS
Die großen Maßnahmen an der Friedrich-Ebert-Schule, den GeschwisterScholl-Schulen und auch der Neubau der Eduard-Spranger-Turnhalle
sollen, so ist es in den Etatreden des Oberbürgermeisters und des
Kämmerers nachzulesen, über die BBS abgebildet werden.
Diese drei Baumaßnahmen dulden keinen zeitlichen Aufschub und
müssen schnellstmöglich beginnen. Deshalb fordern wir ein
Sofortprogramm Schulen in Kooperation mit der BBS.
Berufsschulen mit passgenauen Angeboten
Die im Jahre 2014 auch unter Beteiligung der SPD-Gemeinderatsfraktion
vorgelegten Empfehlungen der Berufsschulentwicklungskommission
enthalten die Aufstockung der Haushaltsmittel in den Jahren 2016 bis
2018 auf 2,2 Millionen Euro jährlich. Damit soll der Investitionsbedarf in
Werkstätten, Laboren, bei Geräten und der IT-Infrastruktur finanziert
werden. Im Haushaltsentwurf sind jährlich nur 1,15 Millionen Euro - wie in
den Vorjahren – vorgesehen. Wir werden beantragen, diese Mittel jährlich
um 500.000 Euro zu erhöhen. Zusätzlich fordern wir die Wirtschaft auf,
sich in den nächsten drei Jahren ebenfalls mit jährlich 500.000 Euro zu
beteiligen, damit die Empfehlungen auch tatsächlich umgesetzt werden
können.
20
Der Doppelhaushalt 2016 / 2017
In den zurückliegenden guten Haushaltsjahren konnten wir wichtige
Zukunftsinvestitionen und - oftmals seit Jahren nachzuholende Investitionen in die bestehende Infrastruktur vornehmen. Für die SPD ist
klar, dass wir hierbei nicht nachlassen dürfen und unseren Mitteleinsatz
etwa bei der Sanierung von Straßen und Brücken mindestens auf dem
Niveau der vergangenen Jahre fortschreiben müssen.
Für unseren noch bis Ende 2015 laufenden Haushalt können wir unter
dem Strich eine sehr gute Planerfüllung erwarten. Denn Dank erfreulicher
Mehreinahmen aus der Einkommensteuer und höheren
Schlüsselzuweisungen werden insgesamt unsere Einnahmen 2015 sogar
übertroffen. Auch der Dreivierteljahresbericht bestätigt die insgesamt
guten Zahlen in diesem Jahr. Panikmache ist nicht angebracht!
Allerdings haben wir die veranschlagten Gewerbesteuereinnahmen vor
allem wegen aktueller Probleme bei wesentlichen Mannheimer
Unternehmen nicht erzielt und eine kurzfristige Verbesserung ist nicht zu
erwarten. Vor diesem Hintergrund bedürfen unsere wirtschaftspolitische
Strategie und unsere Bemühungen um Existenzgründungen hinsichtlich
ihrer Zielerreichung unserer besonderen Aufmerksamkeit.
Allerdings sind auch unsere Aufwendungen gestiegen. Darauf hat
insbesondere der Kämmerer in seiner Haushaltsrede sehr deutlich
hingewiesen. Dabei haben Sie, Herr Erster Bürgermeister Specht, zum
einen den Anstieg bei den Personalausgaben und zum anderen die
Entwicklung bei den Sozialausgaben in den Mittelpunkt gestellt und mit
eindrücklichen Grafiken untermauert. Zu beiden Themen bedarf es
folgender Erläuterungen.
21
Personalaufwand
Umfragen zeigen, dass Wirtschaft und Bevölkerung überwiegend mit der
Arbeit der Verwaltung zufrieden sind. Das alles ist jedoch nicht zum
Nulltarif zu haben. Die Personalaufwandsquote ist in den letzten Jahren
mit etwa 25 Prozent am Gesamthaushalt nahezu konstant geblieben,
obwohl die Aufgaben z. B. bei der Kinderbetreuung erheblich ausgeweitet
wurden. 25 Prozent soll als Zielmarge im Auge behalten werden.
Entwicklung Personalaufwandsquote
34
32
30
28
Personalaufwandsquote in
%
26
24
22
20
2004 2005 2006 2007 2008 2009 2010 2011 2012 2013 2014
Quelle: Haushaltsplan Stadt Mannheim
Unsere Verwaltung leistet gute Arbeit. Deshalb ist es aus unserer Sicht
nicht angebracht, genau dort und fast ausschließlich dort den Rotstift –
wie es einige im Gemeinderat immer wieder fordern – anzusetzen. Dies
wäre kontraproduktiv. Vor allem wird dabei so getan, als ob es keinen
massiven Ausbau der Kindertagesstätten gegeben hätte, der ja nicht nur
vom Gesetzgeber, sondern auch von uns gewollt wurde. Wer
Reduzierungen im Personalbereich fordert, muss dann auch konkret
sagen, welche Aufgaben wir zukünftig nicht mehr wahrnehmen sollen und
das dann auch gegenüber der Bürgerschaft vertreten.
Unser Dank gilt an dieser Stelle den Beschäftigten und Personalräten.
22
Sozialaufwand
Hier zeigen Sie auf Ihrer Folie den prognostizierten Anstieg des
Sozialaufwands bis zum Jahr 2019. Sie zeigen aber nicht, wie sich die
Erstattung des Bundes für Mannheim auswirkt. Dies hole ich hiermit gerne
nach.
Durch die Bundeserstattung für Grundsicherung im Alter und bei
Erwerbsminderung in Höhe von 35,2 Millionen Euro waren die
Steigerungen bei den Sozialausgaben nämlich moderat. Sie haben
richtigerweise auch weitere Entlastungen der Kommunen in den Jahren
2015 und 2016 mit jeweils 6 Millionen Euro und im Jahr 2017 mit 15
Millionen Euro berücksichtigt. Ab 2018 rechnen Sie mit einer Entlastung
von 30 Millionen Euro.
Entwicklung Sozialaufwand
350,0
300,0
250,0
200,0
150,0
Aufwand gesamt (in Mio €)
Belastung netto (in Mio €)
100,0
50,0
0,0
Quelle: Haushaltsplan Stadt Mannheim
Insgesamt jedoch teilen wir die Einschätzung von Oberbürgermeister und
Erstem Bürgermeister, dass die Ertragslage perspektivisch nicht in
gleichem Maße steigen wird wie die Aufwendungen. Insbesondere die
Gewerbesteuer, die Haupteinnahmequelle unserer Stadt, entwickelt sich
nicht so linear ansteigend wie geplant, so dass ein negativer
Ergebnishaushalt schon ab dem Jahr 2017 droht.
23
Die SPD-Gemeinderatsfraktion unterstützt deshalb im Wesentlichen den
vom Oberbürgermeister vorgelegten Entwurf für die Jahre 2016 und 2017.
Die Ansätze bei der Gewerbesteuer wurden mit 305 Millionen Euro für
2016 und 313 Millionen Euro für 2017 eher vorsichtig gewählt und liegen
somit unter unseren Ansätzen der mittelfristigen Finanzplanung. Der
vorgeschlagenen und von der Gemeindeprüfungsanstalt geforderten
Anhebung der Hebesätze bei der Grundsteuer auf den Durchschnitt der
baden-württembergischen Stadtkreise werden wir zustimmen.
Für das vom Gemeinderat bereits bei den Haushaltsberatungen 2013 auf
den Weg gebrachte Haushaltsstrukturprogramm II ab dem Jahr 2016
liegen uns nun die konkreten Vorschläge zur Umsetzung in den
Dezernaten vor. Hierzu haben wir bereits in den Vorberatungen deutlich
gemacht, dass wir diese weitgehend unterstützen.
Gute Arbeit der Stadtreinigung ermöglichen
Die vorgeschlagene Reduzierung bei der Stadtreinigung jedoch werden
wir in diesem Umfang nicht mittragen, da sie der parteiübergreifenden
Aufstockung bei den letzten Etatberatungen zuwiderläuft und unsere
deutlich erkennbaren Erfolge in diesem Bereich in Frage stellt. Außerdem
gilt es, der Wahrnehmung der Bevölkerung entgegenzuwirken, wir würden
dieses für eine moderne lebenswerte Großstadt wichtige Thema aus dem
Blick verlieren. Über eine Gegenfinanzierung wollen wir uns im Rahmen
der anstehenden Haushaltsberatungen verständigen.
Bezahlbar und gut Wohnen
Wir brauchen in Mannheim mehr preisgünstige, bezahlbare Wohnungen.
Die Mietpreise haben in den letzten Jahren dazu ein zu hohes Maß
erreicht. Hinzu kommt nun die bevorstehende Integration vieler
geflüchteter Menschen. Bund und Länder müssen deshalb die Mittel für
die soziale Wohnraumförderung von derzeit etwa zwei Milliarden Euro
mindestens verdoppeln, damit genügend neue bezahlbare Wohnungen für
alle Gruppen mit niedrigem Einkommen entstehen können.
24
Insgesamt stehen wir vor folgenden Herausforderungen:
 Steigerung des Wohnungsneubaus
 Schaffung zusätzlicher Angebote an Eigenheimen
 Schaffung attraktiver Angebote im mittleren Preissegment zur Miete
und im Eigentum.
 Schaffung zusätzlicher Angebote an barrierearmen und
barrierefreien Wohnungen.
 Realisierung weiterer gemeinschaftlicher Wohnprojekte
Dabei fällt der Entwicklung der Konversionsflächen – vor allem von
Franklin – eine herausragende Bedeutung zu. Denn insgesamt werden
mehr als 100 ha Fläche auf den Konversionsflächen für Wohnungsbau zur
Verfügung stehen. Wir wollen die vom Bund zugesagte deutliche
Steigerung bei der Wohnraumförderung nutzen, um so den Anteil an
vergünstigten Wohnungen bei diesen Neubauten zu erhöhen.
Infrastruktur auf den Konversionsflächen
Die Konversion ragt weiterhin als große Herausforderung für unsere
Stadtentwicklung heraus. Wir wollen dabei sicherstellen, dass für die
öffentliche Infrastruktur auf den Konversionsflächen in den kommenden
Jahren auch Mittel aus dem städtischen Haushalt bereitgestellt werden.
Eine Finanzierung bspw. folgender Maßnahmen ist allein aus den
Projektbudgets der MWSP nicht darstellbar.
 Stadtbahnhaltestelle Eisenlohrplatz (TURLEY)
 Stadtbahntrasse FRANKLIN
 Brücken FRANKLIN und TAYLOR
 Sportanlagen FRANKLIN
 Kinderbetreuung und Schule FRANKLIN
Für diese Themen finden sich im aktuellen Haushaltsplan keine Mittel. Wir
erwarten hierzu im Rahmen der Etatberatungen Erläuterungen durch die
Verwaltung. Denn für eine erfolgreiche Entwicklung der verschiedenen
25
Konversionsflächen sind diese Maßnahmen unverzichtbar und wurden
den Investoren auch zugesagt.
Zuschüssen in den Bereichen Soziales, Sport und Kultur
Die SPD-Gemeinderatsfraktion wird bei den vorgesehenen Zuschüssen in
den Bereichen Soziales, Sport und Kultur Ergänzungen beantragen, diese
finden sich größtenteils im Druckexemplar dieser Haushaltsrede.
Finanzierungsvorschläge Finanzhaushalt
Zur Verbesserung unseres Haushalts wollen wir für unsere gemeinsame
Diskussion folgende Anregungen geben:
 Kürzung Marketingbudget Glückstein (1 Millionen Euro)
 Kürzung Glückstein sonstiges (0,5 Millionen Euro)
 Reduzierung Ankauf Grundstücke (0,5 Millionen Euro)
 Verkaufserlös Grundstück „Schafweide“ (3 Millionen Euro)
 Verkaufserlös Grundstück Bildungscampus Neckarau
Gemeinderat stärker im Haushaltsvollzug beteiligen
Um den Gemeinderat auch im Haushaltsvollzug stärker zu beteiligen,
schlagen wir vor, zusammen mit der Haushaltssatzung eine Prioritätenliste
gewünschter/zurückgestellter Anträge aus den Haushaltsberatungen zu
erstellen. Kommt es im Vollzug seitens der Verwaltung zu
außerplanmäßigen Ausgabenvorschlägen, soll zunächst diese
Prioritätenliste des Gemeinderats zum Zuge kommen.
Beteiligungshaushalt bringt neue Perspektiven
Für eine gute Entwicklung einer Stadt ist es wichtig, diese gemeinsam mit
Engagierten und Interessierten zu betreiben. Eine Möglichkeit dazu ist der
neue Beteiligungshaushalt. Wir sind sehr zufrieden mit der Teilnahme der
Mannheimerinnen und Mannheimer. Es wurden auch einige neue Aspekte
eingebracht, die wir so vielleicht nicht im Blick gehabt hätten. Einige
Vorschläge werden durch die Verwaltung weiterverfolgt. Wir werden bei
26
unseren weiteren Beratungen intensiv prüfen, welche Vorschläge zu
realisieren sind.
Natürlich können wie immer im Leben nicht alle Ideen berücksichtigt
werden. Dafür bitte ich die Ideengeberinnen und Ideengeber um
Verständnis. Zugleich möchte ich Ihnen sowie allen Teilnehmenden
danken, dass Sie sich engagieren. Ich möchte Sie darin bestärken, nicht
zu verzagen, falls Ihr Anliegen nicht – oder zumindest nicht sofort –
umgesetzt werden kann. Tragen Sie Ihre Ideen direkt an uns heran, wir
diskutieren Sie gerne mit Ihnen. Wir sind zuversichtlich, dass ein
unterjähriges Angebot guten Anklang finden wird.
27
Bundesgartenschau 2023
Zum Abschluss meiner Ausführungen aus aktuellem Anlass noch einige
Worte zum weiteren Umgang mit der Bundesgartenschau.
Der weitere Umgang mit der Fläche Spinelli erscheint heute ungewisser
denn je. Und zwar nicht wegen der nun erfolgten Belegung mit
Flüchtlingen, sondern weil ein großer Teil dieses Gemeinderats seit
Jahren seiner politischen Verantwortung nicht gerecht wird. Für die SPDGemeinderatsfraktion darf ich wie in der Haushaltsrede 2011 und 2013
auch heute, mittlerweile in 2015 wiederholen: „Eine Bundesgartenschau
kann uns helfen und macht nur dann Sinn, wenn wir dadurch die enormen
Aufgaben der Stadtentwicklung auf den ehemaligen Militärflächen besser
und schneller bewältigen können…. Wir wollen mit einer
Bundesgartenschau die aktive Renaturierung … der Konversionsflächen
betreiben und ein zeitgemäßes Naturverständnis verwirklichen. Um
unseren bestehenden Mangel an hochwertigen Wohnangeboten zu
beheben, entwickeln wir auf geeigneten Konversionsflächen behutsam die
Ortsränder…“
Die SPD steht nach wie vor zu dem Ergebnis des positiven
Bürgerentscheids zur Bundesgartenschau. Dabei ist es unabdingbar, dass
wir eine Lösung bei der Verkehrsführung zwischen Aubuckel und Spinelli
finden, die auch vom Gemeinderat getragen wird. Dies war und bleibt die
berechenbare Position der Mannheimer SPD.
Seit dem im Januar 2013 maßgeblich von der SPD herbeigeführten
Kompromiss der drei großen Gemeinderatsfraktionen zur BUGA waren
folgende Eckpunkte für die Straße „Am Aubuckel“ klar: „Entweder sie wird
Teil des BUGA-Geländes und kann so gestaltet werden, dass sie weniger
Hindernis, sondern Gestaltungsteil wird oder aber sie wird an die
Bahntrasse verlegt.“ Und auch das weitere Vorgehen war klar vereinbart.
Durchführung des Ideenwettbewerbs und parallel dazu ein vertieftes
Verkehrsgutachten, um anschließend die künftige Straßenführung auf
28
Grund von Sachargumenten und fachlichen Einschätzungen entscheiden
zu können.
Inzwischen ist der europaweite Wettbewerb zur Landschaftsplanung und
zum Städtebau abgeschlossen und auch das zusätzliche Gutachten zur
Verkehrsführung liegt vor. Darin machen renommierte
Landschaftsarchitekten, Städteplaner und insbesondere Verkehrs- und
Umweltgutachter fachlich begründet klare Aussagen und geben uns
eindeutige Empfehlungen.
Doch weder die CDU noch die GRÜNEN sind in der Lage, ihre jeweiligen
parteitaktischen Erwägungen für unsere gesamtstädtischen Interessen
zurückzunehmen. Beide nehmen für sich in Anspruch, das Votum von
wenigen Dutzend ihrer Parteimitglieder zum alleinigen Maßstab für die
Entscheidung ihrer Fraktion im Gemeinderat zu erheben. Auch hier darf
ich den Appell aus meiner letzten Etatrede wiederholen: „wir alle sollten
als gewählte und legitimierte Vertreter der Mannheimer Bürgerschaft noch
stärker die uns übertragene Verantwortung annehmen und für unsere
Entscheidungen werben.“
Die SPD-Gemeinderatsfraktion folgt klar den Empfehlungen und
Ergebnissen der beauftragten Wettbewerbe und Gutachten. Wir sprechen
uns eindeutig aus für die Verlegung der Straße an die Riedbahntrasse.
Sollte keine der Varianten zum Umgang mit der Straße eine Mehrheit
erhalten und die Straße am Aubuckel so bestehen bleiben, werden wir
intensiv darüber beraten, ob die Durchführung einer Bundesgartenschau
2023 unter solchen Voraussetzungen wirtschaftlich verantwortbar ist.
29
Auf den Punkt gebracht
Ausführlichere Darlegungen zu unseren Positionen, gerade auch in den
vielen genauso wichtigen Bereichen, die wegen des zeitlichen Rahmens in
der gesprochenen Rede keinen Platz haben können, finden Sie in
unserem Druckexemplar.
An dieser Stelle möchte ich unsere wesentlichen Forderungen
nochmals deutlich machen:
1. Geflüchtete gut integrieren, mit Realismus und Pragmatismus Flüchtlingsfonds einrichten
2. Mannheims Metropolcharakter stärken, etwa mit einer MannheimKarte für fahrscheinlosen ÖPNV, Kultur, Sport und Freizeit
3. Vorbild für Bildungsgerechtigkeit sein, BBS-Sofortprogramm
starten, MAUS für alle ermöglichen, Berufsschulen stärken
4. Stadtteile gezielt weiter voranbringen: Im Norden zum Beispiel
Sanierung des Zentrums Käfertal angehen, in der Mitte Leben am
Fluss gestalten, im Süden Quartiermanagement Rheinau
ermöglichen.
30
Dank
Mein Dank im Namen der SPD-Gemeinderatsfraktion gilt den zahlreichen
Müttern und Vätern dieses Haushaltsplanentwurfs in der Stadtverwaltung,
an der Spitze Herrn Oberbürgermeister Dr. Peter Kurz, Herrn Ersten
Bürgermeister Christian Specht, unseren Bürgermeisterinnen und
Bürgermeistern sowie den zahlreichen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern.
Mein Dank geht auch an den Gesamtpersonalrat, stellvertretend Frau
Gitta Süß-Slania, und an die Personalräte in den Fachbereichen und
Dienststellen, die im Interesse der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter sehr
gut mit uns zusammenarbeiten.
Ich bedanke mich bei allen, die uns in Vorgesprächen mit ihrem
Fachwissen beraten haben – innerhalb wie außerhalb der Verwaltung. Ich
bedanke mich für die kritische Reflektion durch unsere Partei und für die
zahlreichen Anregungen aus der Bevölkerung. Auch danke ich der Presse
und den Medien für Ihre Berichterstattung.
Mein Dank gilt ebenfalls unserer Fraktionsgeschäftsstelle, die mich bei der
Vorbereitung dieser Rede unterstützt hat. Abschließend bedanke ich mich
sehr herzlich bei meinen Fraktionskolleginnen und -kollegen für die
Unterstützung und freue mich nun auf die Etatberatungen.
Herzlichen Dank für Ihre Aufmerksamkeit!
Ende der Rede in gesprochener Form.
31
Kinder, Jugend, Bildung
Kinderbetreuung ausbauen
Durch die enormen Anstrengungen und finanziellen Aufwendungen der
letzten Jahre konnte in Mannheim die Herausforderung des
Krippenausbaus, vor dem Hintergrund des Rechtsanspruches auf einen
Betreuungsplatz für unter Dreijährige, gemeistert werden. Den weiteren
Ausbau werden wir selbstverständlich unterstützen. Im
Kindergartenbereich geht es hauptsächlich um die Umwandlung von
Regelplätzen in Ganztagesplätze, um der gestiegenen Nachfrage der
Eltern nach Ganztagesplätzen für ihre Kinder nachzukommen.
Auch hierbei gibt es bauliche Herausforderungen, denn nicht alle
Kindergärten haben die räumlichen Möglichkeiten, Schlafräume zu
schaffen. Grundsätzlich muss nun auch der Blick auf die Versorgungslage
in den einzelnen Stadtteilen geworfen werden, denn hier gibt es zum Teil
deutliche Unterschiede.
Im Hortbereich wird der Ausbau der Ganztagesschulen langfristig eine
Entlastung im Bereich der Hortbetreuung bringen. Bis dahin muss es
unser Ziel sein, dass alle Kinder, die einen Hortplatz benötigen, diesen
auch erhalten. Die freien Träger haben in diesem Bereich in den letzten
Jahren viele Plätze geschaffen, auch dafür gilt Ihnen unser Dank!
Offene Kinder- und Jugendarbeit erweitern
Immer herausfordernde Lebenswelten für Kinder und Jugendliche, die in
dieser schnelllebigen Zeit aufwachsen, machen die offene Kinder- und
Jugendarbeit immer wichtiger. Sie verfügt über spezifische Zugänge und
Lernfelder, die den Erwerb von non-formaler und informeller Bildung in
besonderer Weise begünstigen. Die Offene Kinder- und Jugendarbeit
leistet einen wesentlichen Beitrag zur Aufrechterhaltung einer
32
ausgewogenen sozialen Infrastruktur in den Städten. Zugleich hat sie
durch die Integration von bildungs- und sozial benachteiligten
Bevölkerungsgruppen einen wesentlichen Anteil an der Vermeidung von
Ausgrenzung.
Bei den Angeboten der offenen Jugendarbeit, seien es Jugendtreffs oder
die Jugendverbandsarbeit, finden Kinder und Jugendliche wichtige
Anlaufstellen und die Möglichkeit sich zu entfalten.
Den Stadtjugendring möchten wir bei seinem Ziel unterstützen, sich
interkulturell weiter zu öffnen. Wir werden deshalb beantragen, gemäß
dem Vorschlag des Stadtjugendrings, ab dem 31. Mitgliedsverband je
zusätzlich aufgenommenem Verband den Zuschuss um 4.000 Euro zu
erhöhen.
Wir halten weiterhin fest an unserem Ziel, Jugendtreffs in der
Schwetzingerstadt und auf dem Luzenberg einzurichten. Die mobile
Jugendsozialarbeit wollen wir dort bis zur Umsetzung sicherstellen. Wir
gehen davon aus, dass die Suche nach geeigneten Räumlichkeiten bald
abgeschlossen ist und die beiden Jugendtreffs zeitnah eröffnen können.
Kinder und Jugendliche beteiligen
Das Mannheimer Modell für Kinder- und Jugendbeteiligung ist ein gutes
Instrument, um schon die junge Generation zu beteiligen und an politische
Prozesse heranzuführen. Es muss jedoch gelingen, nach den Kinder- und
Jugendversammlungen auch Informationen über den Fortgang der von
den Kindern und Jugendlichen angesprochenen Themen weiterzugeben.
Oft dauern politische Prozesse sehr lange und fordern von allen
Beteiligten viel Geduld. Nur durch eine gute Kommunikation auch nach
den Versammlungen kann es gelingen, diese Prozesse für die Kinder und
Jugendlichen transparent und nachvollziehbar zu machen. Wir sind sehr
gespannt auf den Vorschlag der Verwaltung, die Kinder- und
33
Jugendbeteiligung aufgrund der Änderungen in der Gemeindeordnung
neu auszurichten.
Die Wahlbeteiligung der Erst- und Jungwähler/innen war erschreckend
und macht deutlich, dass wir neue Wege gehen müssen, um diese
Wählergruppe zu erreichen. Denn eines machen die Kinder- und
Jugendversammlungen sehr deutlich: Die junge Generation möchte
mitgestalten und hat viele Ideen, wie unsere Stadt noch lebenswerter sein
könnte.
34
Bildung ganzheitlich fassen
Wir fassen den Bildungsbegriff ganzheitlich. Auch die Stadt Mannheim
geht schon lange den Weg, die Schulen, jenseits von der reinen
Wissensvermittlung, dahingehend zu unterstützen. Das Ziel, mehr
Bildungsgerechtigkeit in Mannheim zu schaffen, ist nur zu erreichen, wenn
es gelingt, Unterstützungssysteme in den Schulalltag zu integrieren.
Ganztagsschulen ausbauen – MAUS für alle
Wir erleben eine Entwicklung hin zu mehr Ganztagsschulen und dies ist
aus zweierlei Gründen gut: Wir sind überzeugt davon, dass ein sinnvoll
rhythmisierter Schulalltag gerade den Kindern aus bildungsfernen
Elternhäusern entgegenkommt und sie dabei unterstützt, ihr Potential zu
entfalten. Auch unter dem Aspekt der besseren Vereinbarkeit von Familie
und Beruf ist der Ausbau der Ganztagsschulen die richtige Entwicklung.
Die Landesregierung hat nach so vielen Jahren des Schulversuchs
endlich eine Gesetzesgrundlage für die Ganztagesgrundschulen
geschaffen und damit auch die Rahmenbedingungen festgelegt. Dadurch
ist nun ein Budget vorhanden, das die Schulen für den Einsatz von
außerschulischen Kooperationspartnern verwenden können. Dies
begrüßen wir ausdrücklich und sind der Meinung, dass hier nun die
Kommune ins Spiel kommen sollte.
Gerade in Mannheim haben wir mit MAUS ein einzigartiges Instrument
entwickelt, das die Schülerinnen und Schüler in ihrem Schulalltag
unterstützt und bei allen Schulen sehr gefragt ist. Wir haben den großen
Vorteil, dass wir mit MAUS bereits eine gute Grundlage für ein
Kooperationsmanagement haben.
Aus unserer Sicht sollten wir diese Grundlage nutzen und sie allen
Schulen zur Verfügung stellen, die die Möglichkeit haben, sich externe
Kooperationspartner über ihr Budget einzukaufen. Wir werden uns
35
deshalb für ein städtisches Kooperationsmanagement einsetzen: Eine
Anlaufstelle für die Schulen, bei der alle möglichen Kooperationspartner
gelistet und sowohl die Schulen als auch externe Partner bei ihrer Suche
unterstützt werden. Hierbei geht es beispielsweise auch um eine
Entwicklung als Sport-MAUS.
Nun müssen auch wir als Kommune unsere Rahmenbedingungen für die
Ganztagesgrundschulen festlegen und damit Planungssicherheit schaffen
für die Schulen, die Ganztagesschule werden möchten.
Humboldt-Schule erweitern
Der Ausbau der Ganztagsschulen ist aus kommunaler Sicht auch eine
große Herausforderung, was die baulichen Voraussetzungen angeht. Die
Gerhart-Hauptmann-Schule, der Abschluss des Ausbaus der BerthaHirsch-Schule und die Wallstadtschule sind hier im Haushalt
berücksichtigt.
Wir möchten den Blick jedoch nicht ausschließlich auf die Grundschulen
richten, denn auch im weiterführenden Bereich gibt es Bedarf für
Ganztagesschulen. Insbesondere die Humboldt-Werkrealschule ist hier
aus unserer Sicht in den Blick zu nehmen. Sowohl die HumboldtGrundschule als auch die Werkrealschule möchten Ganztagesschule
werden. Nach unserer Auffassung ist hier die Weiterentwicklung zur
Gemeinschaftsschule zu prüfen.
Der Standort der Schulen, der viele Herausforderungen mit sich bringt und
die außerordentlich wertvolle Arbeit, die beide Schulen leisten, machen es
aus unserer Sicht erforderlich, nun ein Bildungszentrum in der
Neckarstadt-West zu schaffen, das allen Kindern und Jugendlichen dieses
Stadtteils die Möglichkeit gibt, ihre Potentiale zu entfalten. Weil am
Standort Humboldt ohnehin die Frage des Brandschutzes und der
Sanierung des Gebäudes ansteht, befürworten wir ein Gesamtkonzept für
den Schulstandort.
36
Gemeinschaftsschule ist erfolgreich
Die Kerschensteinerschule benötigt dringend Differenzierungsräume. Hier
müssen im Rahmen des Haushalts die erforderlichen Mittel für den Um-/
Anbau bereitgestellt werden. Sie sind auch so im Entwurf vorgesehen. Die
Anmeldezahlen belegen, dass die Gemeinschaftsschule von den Eltern
angenommen wird. Umso mehr freuen wir uns, dass die Johannes-KeplerWerkrealschule nun auch zur ersten Gemeinschaftsschule in Mannheim
Mitte weiterentwickelt wird.
Auch für den Mannheimer Süden wünschen wir uns eine solche
Entwicklung. Die Pfingstbergschule in Rheinau hat Interesse bekundet.
Bei einer räumlichen Kooperation mit dem Standort Konrad-Duden ist dies
aus unserer Sicht der richtige Weg, den wir gerne unterstützen.
Sofortprogramm Schulen und BBS
Wir dürfen in unseren Bemühungen, alle Schulstandorte zu sanieren bzw.
an entsprechender Stelle neu zu bauen, nicht nachlassen. Die
Generalsanierungen des Johanna-Geissmar-Gymnasiums, des KarlFriedrich-Gymnasiums, der Sandhofenschule und die Generalsanierung
der Pestalozzischule finden im Haushaltsplanentwurf Berücksichtigung.
Der Haushaltsentwurf macht jedoch auch deutlich, dass es nicht möglich
ist, alle notwendigen Maßnahmen über den städtischen Haushalt
abzubilden.
Deshalb fordern wir ein Sofortprogramm Schulen in Kooperation mit der
BBS. Die großen Maßnahmen an der Friedrich-Ebert-Schule, den
Geschwister-Scholl-Schulen und auch der Neubau der Eduard-SprangerTurnhalle sollen, so ist es in den Etatreden des Oberbürgermeisters und
des Kämmerers nachzulesen, über die BBS realisiert werden. Die
vertraglichen Voraussetzungen dafür sind noch zu prüfen. Wir werden
diesen Prozess eng begleiten, denn eines ist für uns klar: Diese drei
37
Baumaßnahmen dulden keinen zeitlichen Aufschub und müssen
schnellstmöglich beginnen.
Schulsozialarbeit für zusätzliche Schulen
Ein Thema, das alle Schularten betrifft und das für uns besonders wichtig
ist, ist der Ausbau der Schulsozialarbeit. Schulsozialarbeit leistet einen
wichtigen Beitrag, um Schülerinnen und Schüler in schwierigen Phasen
aufzufangen und auch die Lehrer/innen bei ihrer Arbeit zu unterstützen.
Der Haushaltsentwurf sieht keinen Ausbau von Schulsozialarbeit vor. Aus
unserer Sicht muss dieser jedoch weitergehen. Wir werden uns in den
Etatberatungen dafür stark machen, dass zusätzliche Schulen von
Schulsozialarbeit profitieren können. Wir erwarten dafür eine
Prioritätenliste und fordern die Verwaltung auf, diese zeitnah vorzulegen.
Berufsschulen mit passgenauen Angeboten
Unsere beruflichen Schulstandorte müssen passgenaue
Ausbildungsangebote zur Verfügung stellen, die sich am Bedarf der
Wirtschaft und unserer wirtschaftspolitischen Strategie orientieren. Dafür
brauchen wir die Weiterentwicklung zu Kompetenzzentren, besonders im
gewerblich-technischen Bereich durch eine noch effizientere Profilbildung
der beruflichen Schulen.
Notwendige Investitionen in die Fachräume und Sachausstattung, vor
allem in Maschinen auf neuestem technologischem Standard und damit in
die Verbesserung der Qualität, sollen ermöglicht werden.
Die Justus-von-Liebig Schule erfüllt bereits jetzt mit ihrem hohen Anteil
handwerklicher Berufe und mit einem besonderen Förderangebot für
schwächere Schülerinnen/Schüler eine besondere Funktion. Diese
Angebote werden wohl, auch angesichts der Zuwanderung, weiter
vorgehalten und voraussichtlich sogar ausgebaut werden müssen.
38
Deshalb war es auch richtig, dass die erste Schulsozialarbeiterstelle im
Bereich der beruflichen Schulen an der Justus-von-Liebig Schule
eingerichtet wurde. Die SPD setzt sich dafür ein, dass schrittweise auch
an den anderen beruflichen Schulen Schulsozialarbeit eingerichtet wird.
Die im Jahre 2014 auch unter Beteiligung der SPD-Gemeinderatsfraktion
vorgelegten Empfehlungen der Berufsschulentwicklungskommission
enthalten die Aufstockung der Haushaltsmittel in den Jahren 2016 bis
2018 auf 2,2 Millionen Euro jährlich. Damit soll der Investitionsbedarf in
Werkstätten, Laboren, bei Geräten und der IT-Infrastruktur finanziert
werden. Die Verwaltung schlägt vor, im nächsten Doppelhaushalt jährlich
nur 1,15 Millionen Euro - wie in den Vorjahren – zur Verfügung zu stellen.
Die SPD wird beantragen, diese Mittel jährlich um 500.000 Euro zu
erhöhen. Sie fordert die Wirtschaft auf, sich in den nächsten drei Jahren
ebenfalls mit jährlich 500.000 Euro zu beteiligen, damit die Empfehlungen
auch tatsächlich umgesetzt werden können.
Die SPD-Gemeinderatsfraktion begrüßt und unterstützt, dass sich die
Carl-Benz- und die Werner-von-Siemens-Schule an dem Landesprojekt
„Lernfabriken Industrie 4.0“ beteiligen, wobei sich Stadt und Land die
Finanzierung teilen.
Zeitgemäße Stadtbibliothek
Wir warten auf die Auswertung der Machbarkeitsstudie bezüglich des
Standorts einer zeitgemäßen Stadtbibliothek und hätten uns gewünscht,
die Ergebnisse hierzu bereits vor den Etatberatungen zu erhalten.
Es ist dringend erforderlich, dass die Stadtentwicklung in der Neckarstadt
um diese herausragende Bildungsinstitution ergänzt wird. Die Stadt
Mannheim kann es sich nicht leisten, diese Chance einer Bildungsachse
am Neckar vergehen zu lassen.
39
Positiv zu erwähnen ist, dass das Geld für einen mobilen Bücherbus, der
dringend benötigt wird, im Etatentwurf vorgesehen ist.
Bildung und Integration
Der Entwicklungsplan Bildung und Integration, der auf Antrag der SPDGemeinderatsfraktion implementiert worden ist, hat die erste Grundlage
gelegt, überprüfbare Ergebnisse der interkulturellen Öffnung der
Verwaltung und des Verwaltungshandelns zu schaffen.
Im Rahmen eines Best Practice Beispiels des „Integrativen Schulcampus“
wurden Steuerungsmöglichkeiten der interkulturellen Öffnung verdeutlicht.
Daran gilt es anzuknüpfen.
Übergang Schule-Beruf
Die SPD-Gemeinderatsfraktion unterstützt die Schaffung eines kommunal
gesteuerten, zusammenhängenden und transparenten
Übergangssystems, das die einzelnen Jugendlichen optimal durch die
Phasen der Berufswegeplanung begleitet und zu einem erfolgreichen
Einstieg in das Berufsleben führt.
Das System der Ausbildungslotsen hat sich bewährt. Wir fordern eine
Weiterentwicklung zu einem Drei-Säulenmodell aus Berufsorientierung,
Berufsschulentwicklung und Ausbildungsplatzförderung.
40
Stadtentwicklung, Konversion,
Nachhaltigkeit
Bei unserem strategischen Ziel „Urbanität stärken“ zeigen die TopKennzahlen die bisherigen Erfolge etwa in den Bereichen
„Wohnberechtigte Bevölkerung“, bei der „Zentralitätskennziffer“ und
insbesondere bei der Zufriedenheit von mehr als 94 Prozent der
Menschen, dass sie gern in Mannheim leben. Auch der zunehmende
Anteil des Umweltverbunds am Binnenverkehr ist erfreulich. Aber wir
sehen auch einen weiter anhaltenden Anstieg der
„Mindestsicherungsquote“ und zunehmende Sorgen, „eine
gute Wohnung zu einem vernünftigen Preis zu finden“. Hier geht es uns
genau um die im strategischen Ziel beschriebene „ökologisch und sozial
ausgewogene Urbanität“ und um die Weiterentwicklung der „Vorzüge
einer Metropole auf engem Raum“.
Die Mannheim-Karte: Fahrscheinloser ÖPNV
Gleichberechtigte Teilhabe am sozialen Leben der Stadt setzt Mobilität
voraus. Wir wollen allen, die sich in unserer Stadt aufhalten, ermöglichen,
sich ungehindert in Mannheim zu bewegen: unabhängig von ihrem
Einkommen, ihrem Aufenthaltsstatus, ihrem Alter oder einer körperlich
eingeschränkten Mobilität.
Viele Menschen verzichten inzwischen bewusst darauf, ihre alltäglichen
Wege mit dem eigenen Auto zurückzulegen. Durch einen fahrscheinlosen
ÖPNV kann dieser erfreuliche Trend weiter verstärkt und ein weiterer
Anreiz dafür geboten werden, das eigene motorisierte Fahrzeug stehen zu
lassen, oder es sogar ganz abzuschaffen. Das würde für eine dringend
nötige Entlastung unserer Verkehrsinfrastruktur sorgen und helfen,
Luftverschmutzung und Lärmbelästigung zu verringern.
41
Doch beim fahrscheinlosen ÖPNV geht es um mehr: Mobilität muss neu
und zukunftsorientiert gedacht werden. Der Nahverkehr ist Teil einer sehr
komplexen Verkehrsinfrastruktur, er darf daher nicht isoliert betrachtet und
bewertet werden. Dazu gehört der motorisierte Individualverkehr (MIV)
ebenso wie der Umweltverbund aus ÖPNV, Carsharing und vor allem aus
dem Fuß- und Radverkehr.
Die Zukunft der Mobilität liegt im Umweltverbund. Sie ist „intermodal“, das
heißt, für einen Weg können unterschiedliche Verkehrsmittel miteinander
kombiniert werden.
Der fahrscheinlose ÖPNV stärkt den Nahverkehr als unverzichtbaren Teil
einer sozialen, ökologischen und zukunftsfähigen Mobilität. Fahrgäste
werden in Bussen und Bahnen wieder ausschließlich Fahrgäste. Eine
solidarische Umlagefinanzierung beendet den Tarifdschungel und hilft, die
Fahrpreis-Spirale zu durchbrechen.
Eine Sorge wird immer wieder vorgebracht: Ein fahrscheinloser ÖPNV
würde den Fuß- und Radverkehr schwächen. Wir betrachten den
fahrscheinlosen ÖPNV als Teil des Gesamtkonzepts, das dem
privilegierten MIV sein Privileg nimmt, den größten Anteil der vorhandenen
Verkehrsflächen zu nutzen. Der frei werdende Straßenraum muss so
umgestaltet werden, dass sowohl Fußverkehr als auch Radverkehr eine
deutliche Attraktivitätssteigerung erfahren (Mannheimer 21-PunkteProgramm).
Wir fordern deshalb die Erstellung einer ÖPNV-Studie, um folgende
Fragen zu klären. Wie kann fahrscheinloser ÖPNV finanziert und
schrittweise umgesetzt werden? Es sollen Maßnahmen und
Finanzierungsinstrumente aufgezeigt werden, um die für Mannheim,
besser für die rnv-Partner Mannheim. Ludwigshafen, Heidelberg,
geeignete Variante zu bestimmen. Mit dieser Studie kann aufgezeigt
werden (analog zu aktuellen Diskussionen in Berlin und anderen Städten),
42
unter welchen Rahmenbedingungen ein fahrscheinloser ÖPNV machbar
ist.
Konversion kommt voran
Auf der Grundlage unserer umfangreichen Ideensammlung aus den
Weißbüchern zur Konversion sind mittlerweile viele konkrete
Baumaßnahmen geworden. Einzig die Zukunft Colemans ist nach dem
Stopp des Abzugs der US-Army unklar. Dennoch wollen wir die dafür
begonnenen Planungen fortführen, um handlungsfähig zu bleiben.
Auf den beiden Flächen Turley und Taylor, die von der MWSP erworben
und entwickelt wurden, ist die Umsetzungsphase bereits weit
fortgeschritten. Nach heutigem Stand ist die Finanzierung durch den
Verkauf der Flächen gesichert, inklusive eines Großteils der
Infrastrukturmaßnahmen.
Mischung auf Turley
Im Turley-Quartier in der Neckarstadt wohnen und arbeiten bereits viele
Menschen, die Erschließungsarbeiten sind in vollem Gange und
zahlreiche Baukräne drehen sich. Hier werden in zwei bis drei Jahren
etwa 1.500 Menschen leben und einige Hundert auch arbeiten.
Bemerkenswert ist die gelungene Mischung aus Wohneigentum, Miete
und gemeinschaftlichen Wohnformen. Genau diesen Ansatz verfolgen wir
auch für die Entwicklung von Franklin. Ein wichtiger Beitrag für die sehr
erfolgreiche Vermarktung auf Turley ist die hervorragende Anbindung an
die vorhandene und die künftige Stadtbahntrasse.
Die SPD tritt dafür ein, dass die vorgesehene Haltestelle am
Eisenlohrplatz auch tatsächlich gebaut wird. Denn durch eine
entsprechende Platzgestaltung und den Übergang über die B 38 zu Turley
erfolgt auch eine Einbindung von Wohlgelegen. Die Einschätzung des
zuständigen Ersten Bürgermeisters, dass dies derzeit nicht vorrangig sei,
ist für uns nicht nachvollziehbar.
43
Taylor gut anbinden
Im Gewerbegebiet Taylor auf der Vogelstang sind zwei große
Neubauprojekte bereits seit vielen Monaten in Betrieb, die Umbau- und
Erweiterungsmaßnahmen des sog. U- und L-Gebäudes laufen auf
Hochtouren, mehrere Investoren werden in 2016 ihre Projekte beginnen
und der künftige Grünzug wurde bereits im Sommer 2015 provisorisch
geöffnet. Umso wichtiger ist es, die Anbindung an das
Straßenverkehrsnetz sicherzustellen, um die Belastung der Bevölkerung
auf der Vogelstang zu reduzieren.
Zusammen mit dem Bebauungsplan Taylor wurde der entsprechende
Antrag der SPD beschlossen, die Spreewaldallee in beide Fahrtrichtungen
zu nutzen und eine direkte Anbindung an die B 38 herzustellen. Hierzu
erwarten wir in den kommenden Wochen belastbare Aussagen der
Verwaltung. Ebenso halten wir fest an der geplanten Grünbrücke von
Taylor über die B 38 in den Käfertaler Wald und fordern von der
Verwaltung klare Zeitangaben zur Umsetzung.
Mit Turley und Taylor sind uns bereits wichtige Schritte zur Umsetzung
unserer übergeordneten Zielstellung gelungen. Wir wollen einen großen
Grünzug mit einer Frischluftschneise realisieren, wir wollen moderne
ökologische Wohnangebote unterbreiten und wir wollen insbesondere
gemeinsam mit innovativen Unternehmen neue Formen von Produktion,
Dienstleistung, Handel und Transport entwickeln, die mit weniger
Emissionen auch künftig die Grundlage unseres Wohlstandes
erwirtschaften.
Guter Kompromiss für Franklin
Mit dem Kauf von Benjamin Franklin haben wir den entscheidenden
Schritt getan, um bei dieser Fläche mit den größten Herausforderungen,
aber auch den größten Chancen, für unsere Stadt in den kommenden
Jahren erfolgreich zu sein. Dabei wurde ein tragfähiger Kompromiss mit
Bund und Land gefunden, um einerseits die Flächen entwickeln und
44
andererseits den Südteil, Columbus, bis Ende 2018 für die Unterbringung
von Flüchtlingen nutzen zu können.
Wirtschaftliche Effekte dank Konversion
Unübersehbar sind die positiven wirtschaftlichen Effekte mit Gesamtinvestitionen auf allen Konversionsflächen von mehr als zwei Milliarden
Euro; allein auf Franklin werden die Gesamtinvestitionen deutlich über
eine Milliarde Euro betragen. Damit verbunden sind positive Effekte auf
Beschäftigung und Steuereinnahmen.
Die dauerhaften steuerlichen Effekte aus Einkommen-, Gewerbe- und
Grundsteuer belaufen sich auf jährlich sechs bis sieben Millionen Euro.
Der Wohnungsbau auf den Konversionsflächen wird auch dazu führen,
dass die Einwohnerzahl Mannheims deutlich ansteigen wird. Je tausend
Einwohner mehr erhöhen sich unsere Einnahmen aus dem kommunalen
Finanzausgleich um etwa eine Millionen Euro jährlich.
Gutes Wohnen für alle ermöglichen
Wir brauchen in Mannheim mehr preisgünstige, bezahlbare Wohnungen,
nicht nur, aber auch für Flüchtlinge, denn in unserer Stadt, wie in anderen
Ballungsräumen auch, sollen Familien mit geringem Einkommen oder
Alleinerziehende mit Kindern nicht mit Flüchtlingen um Wohnungen
konkurrieren müssen. Das wäre sozialer Sprengstoff, den wir unbedingt
vermeiden müssen.
Bund und Länder müssen deshalb die Mittel für die soziale
Wohnraumförderung von derzeit etwa zwei Milliarden Euro mindestens
verdoppeln, damit genügend neue bezahlbare Wohnungen für alle
Gruppen mit niedrigem Einkommen entstehen können.
Die Mietpreissteigerungen in Mannheim liegen in den letzten Jahren bei
durchschnittlich etwa 1,8 Prozent jährlich, allerdings mit leicht
zunehmender Tendenz bei einer durchschnittlichen Steigerung der
45
Angebotsmiete von jährlich über vier Prozent. Neubauten zu unteren und
mittleren Mietpreisen sind nur mit finanzieller Unterstützung durch Bund
und Land zu finanzieren. Preisgünstiger Wohnraum ist im Neubau ohne
solche Programme ökonomisch nicht zu realisieren.
Insgesamt stehen wir vor folgenden Herausforderungen:
 Steigerung des Wohnungsneubaus
 Schaffung zusätzlicher Angebote an Eigenheimen
 Schaffung attraktiver Angebote im mittleren Preissegment zur Miete
und im Eigentum.
 Schaffung zusätzlicher Angebote an barrierearmen und
barrierefreien Wohnungen.
 Realisierung weiterer gemeinschaftlicher Wohnprojekte
Dabei fällt der Entwicklung der Konversionsflächen – vor allem von
Franklin – eine herausragende Bedeutung zu. Denn insgesamt werden
mehr als 100 ha Fläche auf den Konversionsflächen für Wohnungsbau zur
Verfügung stehen.
Franklin mit herausragender Bedeutung für Wohnungsmarkt
Aus dem ehemaligen Benjamin Franklin Village wollen wir in den
kommenden 10 bis 15 Jahren einen neuen Stadtteil für etwa 8.000
Menschen entwickeln. Es werden unter der wohnungspolitischen Vision
„Vielfalt der Chancen und Abbildung der Stadtgesellschaft“ Angebote für
alle Gruppen der Stadtgesellschaft entstehen - mit einem breiten
Wohnungsmix: Häuser für Familien, flexible Wohngebäude für jüngere
Mieter, Gemeinschaftsprojekte und anspruchsvolle Wohnadressen.
Durch den Verkauf der Flächen wird darüber hinaus sichergestellt, dass
der überwiegende Teil der Infrastrukturmaßnahmen durch die
Verkaufserlöse finanziert werden kann. Aber auch hier gilt für die SPD:
Ökonomie darf nicht der alleinige Entscheidungsparameter sein.
46
Die Planungen sind bereits weit fortgeschritten, allein auf Franklin-Mitte
sollen mehr als 400 Wohneinheiten mit Mieten unter 7,50 Euro je
Quadratmeter entstehen. Bewährt hat sich dabei das Mittel der so
genannten Konzeptvergabe zur Erreichung unserer wohnungspolitischen
Ziele. Wir hoffen, dass der Anteil an preisgünstigen Wohnungen noch
ausgebaut werden kann.
GBG ist Garantin für bezahlbares Wohnen
Auch unsere städtische Wohnungsbaugesellschaft GBG wird sich mit
einem Investitionsvolumen von mehr als 100 Millionen Euro auf FranklinMitte engagieren. Sanierung und Modernisierung von Bestandsgebäuden
aber auch Neubau – insgesamt etwa 430 Wohneinheiten – sind durch die
GBG geplant.
Trotz dieser erheblichen Investition der GBG auf Franklin wird unsere
Wohnungsbaugesellschaft auch in den nächsten Jahren jährlich mehr als
50 Millionen Euro in Modernisierung und Instandhaltung ihres
Wohnungsbestandes stecken.
Erhebliche Mittel fließen derzeit beispielsweise in die Sanierung der
Wohngebäude in der Untermühlaustraße in der Neckarstadt. In den
nächsten Jahren wird ein Schwerpunkt bei der Instandhaltung und
Modernisierung der Großwohnsiedlung Schönau Nord-West mit insgesamt
mehr als 1.700 Wohneinheiten sein.
Leitlinie für die Wohnungspolitik der nächsten Jahre ist für uns das im
letzten Jahr verabschiedete Programm Wohn. Raum. Stadt II. Es legt
seinen Fokus einerseits auf die Sicherung der Wohnungsversorgung von
Haushalten mit Zugangsschwierigkeiten zum Wohnungsmarkt und
andererseits auf die Schaffung attraktiver Wohnungsangebote für
Haushalte mit mittleren und höheren Einkommen, insbesondere auch in
Form von Wohneigentum.
47
Auf dem Weg zur Smart City: Digitalisierung
In Gesprächen mit Mannheimer Gewerbebetrieben und Freiberuflern
wurden wir auf die ausbaufähige Breitbandversorgung hingewiesen. Ich
brauche an dieser Stelle nicht auszuführen, welchen Stellenwert dies im
Hinblick auf die Wettbewerbsfähigkeit der Betriebe hat und dass dies ein
harter Standortfaktor ist. Gerade im Hinblick auf die Gründerstadt 4.0
müssen wir hier eine schnelle Entwicklung anstreben.
Wir brauchen ein flächendeckend strukturiertes Netz in Mannheim.
Sowohl Bund als auch das Land Baden-Württemberg haben dies erkannt
und bezuschussen den Netzausbau vehement.
Gefördert wird der Breitbandanschluss an Bildungseinrichtungen
(Schulen, VHS, Musikschule etc.) mit 60 Prozent. Voraussetzung ist ein
strukturiertes Verkabelungskonzept, das weitere Anschlüsse ermöglicht.
Werden Bildungseinrichtungen in der Region angeschlossen, erhöht sich
der Zuschuss auf 90 Prozent. Dieses werden wir beantragen.
Wir begrüßen die Einführung eines Open-Data-Portals der Stadt und
sehen dies als wichtigen Beitrag vor allem zu mehr Transparenz bei der
Arbeit der Stadtverwaltung und bessere Informationsmöglichkeiten für die
Bürgerinnen und Bürger – vor allem im Zusammenhang mit neu zu
entwickelnden Programmen und Online-Angeboten. Hier ist auch die
Initiative der Expertinnen und Experten aus der Stadtgesellschaft gefragt,
die von der Verwaltung unterstützt werden soll.
Ein kostenloses städtisches WLAN-Angebot spielt gerade auch für den
Tourismus eine wichtige Rolle und fördert die Aufenthaltsqualität in
unserer Stadt. Wir setzen uns dafür ein, das Angebot weiter auszubauen.
48
Neues Technisches Rathaus
Die Standortentscheidung zur Errichtung eines neuen Technischen
Rathauses kann nicht weiter aufgeschoben werden. Wir sind froh, dass
wir gemeinsam mit Oberbürgermeister, Erstem Bürgermeister und den
anderen Fraktionen ein gemeinsames Votum erreichen können. In der
Abwägung mit den ebenfalls diskutierten Standorten „Bildungscampus
Neckarau“ und „Schafweide“ sehen wir nun im Glückstein-Quartier einen
richtigen und wichtigen Beitrag zur Stadtentwicklung.
Vor dem Hintergrund der Unsicherheiten beim Bauvorhaben Bilfinger und
als klares Signal an die Investitionsbereitschaft potenzieller Investoren
wollen wir nun ein funktional und architektonisch überzeugendes Konzept
auf den Weg bringen und mit der Ansiedlung des Technischen Rathauses
auch die Integration des neuen Stadtteils in die bestehenden Strukturen
des Lindenhofs unterstützen.
Grünes Mannheim
Wir begrüßen das Förderprogramm zur Dach- und Fassadenbegrünung
für die Innenstadt. Die Maßnahmen, die dadurch entstehen können,
tragen nicht nur zu einem attraktiven Erscheinungsbild der Stadt bei,
sondern können sich als wichtige Beiträge zum Klima in der Stadt und im
Stadtteil erweisen. Deshalb sind wir auf die Ergebnisse gespannt.
Gerade durch viele Initiativen auf individueller Ebene kann insgesamt ein
wertvoller Beitrag für das Stadtklima entstehen. Deshalb unterstützen wir
das Engagement der Bürgerschaft und wollen es weiter fördern.
Beteiligung und Transparenz
Die SPD-Gemeinderatsfraktion beteiligt sich intensiv an der Gestaltung
eines Regelwerks zur Erhöhung von Bürgerbeteiligung, das in
Kooperation mit der Verwaltung erarbeitet wird.
49
Ziel dieses Regelwerks ist eine Erhöhung der Beteiligung von Bürgerinnen
und Bürgern an kommunalen Entscheidungsprozessen sowie eine
Erhöhung der Transparenz solcher Entscheidungsprozesse. Hierzu sind in
den kommenden Monaten wichtige Ergebnisse zu erwarten, die wir mit
einer breiten Mehrheit im Gemeinderat beschließen möchten. Nur auf
diese Weise kann das Projekt erfolgreich sein.
50
Arbeit und Wirtschaft, Soziales,
Integration
Der wirtschaftliche Erfolg Mannheimer Betriebe und Unternehmen sowie
gut bezahlte und qualifizierte Arbeitsplätze in unserer Stadt schaffen die
finanzielle Grundlage für die Weiterentwicklung der Kommune.
Wir verzeichnen seit Jahren einen Zuwachs bei den sozialversicherungspflichtig Beschäftigten auf mittlerweile knapp 180.000. Doch trotz dieser
erfreulichen Entwicklung dürfen wir nicht nachlassen bei den Bemühungen
um chancengerechte Teilhabe durch Arbeit für alle Menschen. Gerade für
Langzeitarbeitslose bedarf es weiterer Anstrengungen, um sie in den
ersten Arbeitsmarkt zu integrieren.
Wirtschaftspolitische Strategie überprüfen
Unsere Strategie zur Sicherung des Wirtschaftsstandorts hat bereits zu
zahlreichen Existenzgründungen und Impulsen geführt. Dennoch müssen
wir die tatsächlichen ökonomischen Effekte prüfen, da wir einen hohen
Aufwand im Bereich der Existenzgründungen betreiben, der sich auch bei
Arbeitsplätzen und Gewerbesteuer messen lassen sollte.
Stadt als Arbeitgeberin
Insgesamt arbeiten bei der Stadtverwaltung Mannheim etwa 8.000
Beschäftigte. Wir sind damit als Stadt Mannheim eine der drei größten
Arbeitgeber in unserer Stadt.
Auch bei der Beschäftigung von Auszubildenden nehmen wir einen
Spitzenplatz ein und kommen damit als öffentlicher Arbeitgeber in
hervorragender Weise unserer Vorbildfunktion nach; ähnliches gilt im
Übrigen bei der Beschäftigung schwerbehinderter Menschen mit einer
51
Quote von über acht Prozent. Dieser Weg muss konsequent fortgesetzt
werden.
Wir unterstützen den Oberbürgermeister vorbehaltslos bei dem Ziel, bei
den Beschäftigten insgesamt, aber auch in der Führungsstruktur, sich der
Zusammensetzung unserer Stadtgesellschaft schrittweise anzunähern.
Dies soll unter anderem auch dazu beitragen, dass sich die Identifikation
der Mannheimerinnen und der Mannheimer mit ihrer Verwaltung weiter
verbessert.
52
Inklusion in allen Facetten betrachten – breite
Teilhabe ermöglichen
Mannheim steht vor der größten Inklusionsaufgabe seit der
Wiedervereinigung. Dabei geht es nicht nur um die Einbeziehung der
Menschen mit Behinderung, sondern um die Inklusion von neuen
Stadtteilen und den Menschen, die dort leben werden oder jetzt schon
leben. Soziale Ungleichheit soll verringert, gesellschaftliche Teilhabe aller
gefördert werden. Das gilt für sozial Benachteiligte ebenso wie für
Menschen mit Handicaps.
Menschen, die aus anderen Ländern und Kulturen zu uns gekommen
sind, soll die Teilhabe in unserer Stadt und unserem Land ermöglicht
werden. Gleichzeitig wollen wir ihnen unsere Werte und demokratischen
Grundsätze vermitteln, ohne dass sie sich gezwungen sehen, ihre
kulturelle Identität aufzugeben.
Ich halte Empathie nicht für den richtigen Begriff in dem Zusammenhang.
Ich vermute, es geht um Verständnis, Werte etc.
Wir halten an unserer Forderung fest, Geflüchtete dezentral, und damit
inklusiv, unterzubringen.
Auch möchten wir erneut deutlich machen: Die Stadt bzw. die GBG
kündigt keine Wohnungen, um für Flüchtlinge Platz zu machen. Es wird
auch nicht nach Wohnungen auf dem privaten Wohnungsmarkt gesucht.
Sozialticket ausbauen – Perspektive
Mannheim-Karte
Ein Instrument, Teilhabe zu stärken, ist das Sozialticket. Wir begrüßen es,
dass die Verwaltung im Haushaltsentwurf dafür Mittel eingestellt hat.
Allerdings erscheint uns der Betrag angesichts der Kostensteigerungen im
öffentlichen Verkehr als zu gering.
53
Die SPD wird daher beantragen, den Etatansatz zu erhöhen. Darüber
hinaus verfolgen wir weiterhin unser Ziel, anstelle der subventionierten
Einzelfahrscheine eine verbundweit gültige Monatskarte ähnlich dem
Seniorenticket als Sozialticket anzubieten. Auch um dieses Ziel erreichen
zu können, streben wir die Mannheim-Karte an.
Integration im Stadtteil: Quartiermanagement
Integration beginnt im Stadtteil. Hier leistet das Quartiermanagement
wichtige Arbeit. Es ist gut, dass der Haushalt auch für 2016/17 wieder
Mittel dafür bereitstellt.
Die SPD setzt sich dafür ein, das Quartiermanagement auf den Stadtteil
Rheinau auszudehnen.
Teilhabe stärken
Als Grundlage für eine bedarfsgerechte Ressourcensteuerung in
Mannheim fordern wir die regelmäßige Fortschreibung der
Sozialberichtserstattung und des Behindertenaktionsplans.
Zudem setzen wir uns dafür ein, dass die Quote der Analphabeten
deutlich gesenkt wird, da wir der Meinung sind, dass zu einer Kultur der
Teilhabe zu allererst gehört, diejenigen mitzunehmen, die aufgrund solch
eines leicht zu hebenden Defizits ausgeschlossen sind.
Gerade die Menschen, die von Arbeitslosigkeit bedroht sind und denen
eine Überschuldung droht, sind schwer vermittelbar. Deshalb fordern wir,
den Kreis der Berechtigten für eine Schuldnerberatung bis zur
Pfändungsgrenze zu erweitern.
Im Hinblick auf die Landesheimbauverordnung des Landes, die unter
anderem eine Einzelzimmervorgabe vorsieht, sehen wir die Entwicklung,
dass manche Träger von Pflegeheimen unter Druck geraten. Deshalb wird
54
die Heimaufsicht aufgefordert, ihren Ermessensspielraum zur
Landesheimbauverordnung auszunutzen.
Unterstützung der Stadt anpassen
Viele verschiedene Einrichtungen in Mannheim sorgen dafür, dass
Menschen in bestimmten Lebenssituationen gut geholfen werden kann.
Sie leisten damit einen großen und kaum zu überschätzenden Beitrag für
die Inklusion in unserer Stadtgesellschaft und in unseren Stadtteilen.
Damit sie ihre Arbeit in der bisherigen Weise fortsetzen können, sehen wir
an einigen Stellen Nachbesserungsbedarf und werden dies entsprechend
in den Beratungen einfordern. Dabei geht es uns etwa um Angebote in
Waldhof Ost, die Beratungsstelle für Frauen in der Prostitution „Amalie“,
die Malschule der AWO im Jungbusch, Pro Familia und PLUS, den
sozialpsychiatrischen Dienst, den Mädchennotruf, den Rückführfonds der
Caritas, KOSI.MA! und den AK Strafvollzug.
Integrationsfonds ausbauen
Die SPD begrüßt es, dass der Integrationsfonds fortgeführt werden soll.
Mit dem Geld unterstützt die Stadt seit 2013 schwerpunktmäßig Projekte
der Sprach- und Lernförderung in Schulen und Kindergärten.
Wir möchten zusätzlich einen Flüchtlingsfonds analog dem
Integrationsfonds aufsetzen, um Maßnahmen für die Flüchtlingsarbeit zu
unterstützen bzw. um unerwünschte Folgen der kommunalen
Flüchtlingsunterbringung aufzufangen. Eine weitere Aufgabe ist die
Gesundheitsprävention von Migrantinnen und Migranten.
55
Sport und Kultur
In Mannheim treiben etwa 55.000 Bürgerinnen und Bürger in rund 250
Sportvereinen aktiv Sport. Sport leistet einen wesentlichen Beitrag zur
Lebensqualität in der Stadt. Er ist ein Baustein für die Integration,
Inklusion und für den Erhalt der Gesundheit. Beim Sport erleben
Menschen unterschiedlichster Kulturen gemeinsam ihre Freizeit und
lernen sich besser kennen.
Beim Kinder- und Jugendsport können Kinder und Jugendliche ihre
individuellen Talente erfahren und Kompetenzen ausbauen. In Training
und Wettkampf werden nicht nur motorische Fähigkeiten geschult und
angewandt, es werden auch gleichzeitig Teamgeist, Durchsetzungswillen
und Toleranz vermittelt. Aber auch das steigende Übergewicht bei Kindern
und Jugendlichen ist ein Problem und daher ist es wichtig, den Kindern
und Jugendlichen einen Anreiz für einen Sportverein zu geben.
In Mannheim wird vereinsgebundener sowie vereinsungebundener Sport
gefördert. Als Beispiel Sport im Park, der im Sommer jeden Tag im
Unteren Luisenpark kostenlos wahrgenommen werden kann. Ein
Erfolgsmodell. Hier sollen Menschen Sportarten kennenlernen und somit
Lust auf eine Fortführung im Verein gemacht werden.
Zuschüsse für Sportstättenbau und
Vereinsarbeit
Es gilt, das bürgerschaftliche Engagement der Vereine zu stärken. Wir
wollen deshalb die Zuschüsse für den Vereinssportstättenbau in Höhe von
1.000.000 Euro auch in den Jahren 2016 und 2017 beibehalten, damit die
Vereine die Zuschüsse nicht über lange Zeiträume vorfinanzieren müssen.
Aufgrund der großen Bautätigkeit in den Vereinen hat sich hier der
Zuschussbedarf bei Pflege und Unterhaltung in den letzten Jahren stark
56
erhöht und wird sich weiter erhöhen. Die Unterhaltung und Wartung von
Sporthallen und Freisportanlagen erfordert aus sportfachlichen und
sicherheitstechnischen Gründen die besondere Aufmerksamkeit der
Vereine als Betreiber von Sportstätten. Deshalb sollte der Betrag für die
Jahre 2016 und 2017 um 100.000 Euro angehoben werden.
Außerdem möchten wir den jährlichen Zuschuss zur Förderung des
Jugendsports von 21 Euro auf 24 Euro je Jugendlichem erhöhen. Das
wäre ein Mehrbedarf von 54.000 Euro pro Jahr.
Die stark gestiegenen Energiekosten haben zu einer erheblichen
Belastung der Vereine, die eigene Hallen oder Fußballplätze unterhalten,
geführt. Deshalb möchten wir die Zuschüsse zu den Energiekosten von 5
Prozent auf 10 Prozent erhöhen. Hierfür wird ein zusätzlicher Betrag von
50.000 Euro pro Jahr benötigt.
Schwimmkurse
Leider gehört Ertrinken noch immer zu den häufigsten Todesursachen bei
Kindern. Es kann für ein Kind daher überlebenswichtig sein, so früh wie
möglich schwimmen zu lernen.
Der Wassergewöhnungskurs wurde bisher aus dem Preisgeld Mission
Olympic finanziert. Die Mittel waren Mitte 2015 aufgebraucht und stehen
damit nicht mehr zur Verfügung. Auch das Projekt Schwimmfix, das
Kindern das Schwimmen näher brachte, endet Mitte 2016. Wir werden uns
dafür einsetzen, diese beiden Projekte fortführen zu können.
Seniorensport
Eine weitere Chance für die Vereine, ihre Mitgliederzahl zu erhöhen,
besteht im Bereich der Senioren. Viele Vereine bieten inzwischen auch
gezielt Seniorensport an. Er fördert die Gesundheit und verursacht als
57
Nebeneffekte auch ein besseres persönliches Wohlbefinden, ein
steigendes Selbstwertgefühl und trainiert überdies die Willensstärke.
Hierzu soll die Verwaltung eine Projektförderung erarbeiten und
etablieren.
Vereine stärken – Stadtteilfeste sichern
Für viele Vereine und viele Stadtteile sind die örtlichen Feiern und Feste
ein zentrales Ereignis im Jahr. Für viele Menschen gehören sie ebenfalls
fest in das Angebot ihres Stadtteils.
Mittlerweile sind die Nebenkosten für die Veranstaltungen derart hoch,
dass sie in vielen Bereichen das Fortbestehen gefährden. Wir werden uns
dafür einsetzen, dass die Vereine und Einrichtungen wieder besser
unterstützt werden.
58
Freie Szene stärken
Das Festival Maifeld Derby ist herausragendes Projekt der Musikszene,
das weit über die Grenzen der Stadt ausstrahlt. Zudem trägt es dazu bei,
viele Menschen an Mannheim zu binden. Damit diese hervorragende
Arbeit fortgesetzt werden kann, soll die Stadt die Förderung erhöhen.
Um die Entwicklung der Freien Szene sicherzustellen, sehen wir Bedarf
bei der Unterstützung für die Einwerbung von Drittmitteln und für
zahlreiche kleine Theater und Gruppen bei Finanz- und Wirtschaftsfragen.
Hier erscheint ein Ansprechpartner im Kulturamt für dieses Thema
notwendig.
Der 2010 von der SPD eingebrachte Antrag zur Stärkung der Freien
Szene, der vom Gemeinderat beschlossen wurde, hat eine jährliche
Aufstockung der Mittel zur Förderung der Freien Szene um 100.000 Euro
bis 2019 vorgesehen. Diese Mittel fehlen in der mittelfristigen
Finanzplanung und sollen entsprechend wieder eingeplant werden.
Mannheim ist Standort der Kultur
An dem Ziel der Bewerbung zur Kulturhauptstadt halten wir fest. Damit
betonen wir nicht nur den Anspruch Mannheims als zentrale
Kulturmetropole, sondern unterstützen die Bemühungen der
Kulturschaffenden in unserer Stadt nachhaltig.
Nationale Signale durch große Einrichtungen
Wir stehen hinter den Plänen einer Sanierung unseres Nationaltheaters.
An dem formulierten Ziel, die jährlichen Verluste des Hauses mittelfristig
einzufangen und deutlich zu reduzieren, halten wir fest.
Eine Erhöhung der Einnahmen durch die Anhebung der Eintrittsgelder ist
für uns unumgänglich, zumal das Nationaltheater als mehrfach
59
ausgezeichnetes Haus deutlich hinter den Beträgen vergleichbarer Häuser
zurückliegt. Wir erwarten hier eine Steigerung der Einnahmen innerhalb
von vier Jahren auf eine Millionen Euro jährlich.
Der Neubau der Kunsthalle hat eine Signalwirkung in die Metropolregion,
aber auch national. Die damit verbundene Erweiterung verursacht
selbstverständlich Kosten, hat aber auch die Chance auf Mehreinnahmen
durch Eintrittsgelder. Der Betriebskostenzuschuss ist anzuheben, jedoch
fordern wir hier eine Deckelung auf zwei Millionen Euro jährlich.
Gleichzeitig erwarten wir Mehreinnahmen von mindestens 500.000 Euro
jährlich durch erhöhte Eintrittsgelder und durch einen höheren
Besucherzuspruch.
Die Mannheim-Karte: Teilhabekonzept für
Kultur, Sport und Freizeit
Wir streben die Einführung einer elektronischen Mannheim-Karte an.
Diese soll es den Nutzerinnen und Nutzern ermöglichen, unsere
städtischen Leistungen exklusiv oder jedenfalls vergünstigt in Anspruch zu
nehmen. Die Einbeziehung privater Anbieter ist zur Steigerung der
Attraktivität unabdingbar. Alle Vergünstigungen, die durch kommunale
Einrichtungen, aber auch durch die Verwaltung selbst gegeben werden,
sollten in der Mannheim-Karte zentralisiert dargestellt werden.
Für unsere Einrichtungen in den Bereichen Kultur, Sport und Freizeit
fordern wir die Einrichtung einer Lenkungsgruppe, um Vorschläge zur
Tarifstruktur der Mannheim-Karte zu erarbeiten.
60
Sicherheit und Ordnung
Unabhängig von finanziellen Entwicklungen ist für uns klar: Die Sicherheit
der Bürgerinnen und Bürger darf nicht beeinträchtigt werden.
Gute Entwicklungen, aber auch
Verbesserungsbedarf beim Feuerwehretat
Wir begrüßen die Fortführung der Investitionen in den Neubau der
Feuerwache Mitte und die Generalsanierung der Feuerwache Nord. Die
hohen Investitionen in den kommenden Jahren leisten einen wichtigen
Beitrag für die Sicherheit in unserer Stadt. Jedoch hat auch die
Instandsetzung der Feuerwache Süd zeitnah zu erfolgen. Wir erwarten
entsprechende Konzepte von der Verwaltung.
Die Umsetzung des Brandschutzbedarfsplans bedarf über den Etatentwurf
hinausgehender Anstrengungen. Hierzu bedarf es mindestens die
Einrichtung weiterer Sonderfunktionen, um die gestiegenen
Anforderungen an den Brandschutz infolge der Belegung der ehemals
amerikanischen Kasernen mit Flüchtlingen.
Ebenso halten wir die Streichung der Mittel für den Neubau bzw.
Instandsetzung der Wache der Freiwilligen Feuerwehr in Wallstadt für ein
falsches Signal an die Freiwillige Feuerwehr. Auch hier erwarten wir
zeitnah von der Verwaltung klare Vorschläge, wie dieses Projekt
umgesetzt werden kann.
Darüber hinaus halten wir es im Sinne einer Anerkennung der
ehrenamtlichen Arbeit für wichtig, die Tätigkeit bei der Freiwilligen
Feuerwehr weiter aufzuwerten. Dazu kann beispielsweise die Erhöhung
der Grundvergütung ein wichtiger Schritt sein.
61
Mannheim sauber halten
Zu einem guten Stadtbild gehört eine saubere Stadt. Hier haben wir in
Mannheim ohne Zweifel weiter Anpassungsbedarf. Bei den vergangenen
Haushaltsberatungen haben wir im Gemeinderat gemeinsam wichtige
Erfolge erzielt, um die Stadtreinigung zu stärken. Mit Erfolg, wie sich an
vielen Stellen gezeigt hat.
Wie oben verdeutlicht, läuft deshalb aus unserer Sicht die vorgeschlagene
Reduzierung bei der Stadtreinigung diesen Entwicklungen zuwider.
Deshalb werden wir sie nicht mittragen.
Die kommunale Gehwegreinigung erweist sich in der Innenstadt als Erfolg.
Wir unterstützen die Prüfung einer Ausweitung auf weitere Stadtteile.
Klarheit für Kommunalen Ordnungsdienst
schaffen
Einer angemessenen Erhöhung der Personalstärke des Kommunalen
Ordnungsdiensts wird sich die SPD nicht verweigern, um insbesondere in
der Neckarstadt-West und im Stadtbezirk Innenstadt/Jungbusch einen
erhöhten Überwachungsdruck zu erreichen.
Hierzu erwarten wir allerdings vor den Haushaltsberatungen klare
Informationen von der Stadtverwaltung, wie sie den Bedarf beim
Kommunalen Ordnungsdienst einschätzt.
Aufenthaltsqualität durch
Verkehrsüberwachung
Zu einer hohen Aufenthaltsqualität im öffentlichen Raum gehört für uns
ebenso eine geordnete Situation beim ruhenden Verkehr. Falsch- bzw.
Eckenparker sind nicht nur Ärgernis für viele andere
Verkehrsteilnehmende, sondern oftmals auch eine Gefahr für die
62
öffentliche Sicherheit. Regelverstöße erfordern deshalb angemessene
Sanktionen.
Die SPD wird sich dafür einsetzen, die Mittel bereitzustellen, damit die
Verkehrsüberwachung die notwendigen Ressourcen hat, ihre Arbeit zu
einem für uns alle zufriedenstellenden Maße erfüllen zu können.
Tierschutz stärken
Es ist kaum nachvollziehbar, dass es seit zwei Jahren nicht gelungen ist,
die Stelle eines/einer Tierschutzbeauftragten zu besetzen. Wir sehen die
Stadtverwaltung in der Pflicht, die notwendigen Strukturen dafür endlich zu
schaffen.
Für den Tierschutz in unserer Stadt leisten viele Einrichtungen wertvolle
Arbeit. Das Tierheim Mannheim trägt – auch dank vieler Ehrenamtlicher –
einen großen Teil dazu bei. Wir setzen uns dafür ein, dass diese Arbeit
auch in den kommenden Jahren erfolgreich fortgeführt werden kann. Aber
auch kleinere Einrichtungen leisten gute Arbeit, wie etwa der Verein
Futteranker, der bedürftige Menschen dabei unterstützt, ihre Tiere
artgerecht zu versorgen. Hier setzen wir darauf, dass die Stadtverwaltung
die in diesem Bereich tätigen Einrichtungen gut unterstützt.
Zu einer guten Situation trägt aber auch der Umgang mit Tieren bei. Wir
möchten prüfen, inwiefern Anreize geschaffen werden können, einen
Hundeführerschein zu absolvieren. Eine Möglichkeit dafür kann der
teilweise Erlass der Hundesteuer sein.
Ein von vielen Menschen immer wieder vorgebrachtes Ärgernis ist
Hundekot auf Gehwegen und öffentlichen Plätzen. Wir unterstützen
Ausweitungen der Tütenspender für Hundekot.
63
Stadtteile
Die folgenden Anliegen aus den Stadtteilen sind nicht als abschließend zu
betrachten, sondern stellen eine Auswahl aktueller Themen vor Ort dar,
die uns die Menschen unter anderem bei unseren regelmäßigen
öffentlichen Fraktionssitzungen vor Ort geschildert haben.
Manche Anliegen können beispielsweise auch bei einer möglichen
Prioritätenliste für zusätzliche Ausgaben während des Haushaltsvollzugs
berücksichtigt werden.
Feudenheim
Derzeitige Anzahl an Kindergartenplätzen nach Schließung des
Epiphanias-Kindergartens sicherstellen
Beleuchtung Spessartstraße bis zum Sportpark Neckarplatt/Pfeifferswörth
Neuer, transportabler Brandschutzbelag für die Sporthalle
Friedrichsfeld
Stadtteilplätze sanieren
Jugendtreff sichern
Innenstadt/ Jungbusch
Streetworker-Einsatz für Drogen- und Trinkerszene fortsetzen
Nachwandel sichern
Verkehrsberuhigung Kunststraße und Fressgasse ausbauen
Spielplatz für die Kinder der Straße Neckarspitze einrichten
Käfertal
Sanierung des Käfertaler Zentrums voranbringen
Stempelpark in einem Beteiligungsverfahren aufwerten
Kulturhaus Käfertal sanieren
Mannheimer Straße instand setzen
Ebenerdige Querung der B38 realisieren
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Lindenhof
Meeräckerplatz neu gestalten
Entwicklung des Glückstein-Quartiers
Neckarau
Rathaus barrierefrei machen
Strandbad für die Zukunft fit machen
Neuostheim/ Neuhermsheim
Hebel-Schule sanieren
Lärmschutz ermöglichen
Fortgang des Jugendtreffs Neuhermsheim begleiten
Neckarstadt-West
KOD-Einsatz stärken
Quartiermanagement besser ausstatten
Streetworker und Streitschlichter etablieren
Dammstraße und Neckarvorland weiter aufwerten
Neckarstadt-Ost
Südliche Platzhälfte des Alten Messplatzes neu beleben
Turley mit sozialer Infrastruktur und entsprechenden Räumlichkeiten für
bürgerschaftliches Engagement entwickeln
Verkehrsberuhigende Maßnahmen im Centro Verde durchführen
Rheinau
Jugendtreff Zündholz sichern
Quartiermanagement Rheinau ermöglichen
Marktplatz weiterentwickeln
Sandhofen
Radweg Eugen-Neter-Schule anlegen
Aufenthaltsqualität und Sicherheit für Fußverkehr um den Stich steigern
Angestrebte Fusion von Vereinen in Sandhofen begleiten
65
Schönau
Sanierung Schönau Mitte aus Mitteln des Programms Soziale Stadt
fortsetzen
Stadtteil-Image aufwerten (Kernpunkt des neuen Images: Darstellung und
Wahrnehmung als familien- und seniorenfreundlicher „grüner“ Stadtteil)
Situation an Endhaltestelle Schönau verbessern
Schwetzingerstadt/ Oststadt
Jugendtreff einrichten
Tattersall umgestalten
Seckenheim
Sportentwicklung Seckenheim weiter vorantreiben
Neckarvorland erschließen
Verkehrsberuhigende Maßnahmen in den Ortsstraßen ausbauen
Quartiermanagement Hochstätt stärken
Verkauf Hammonds konstruktiv begleiten
Vogelstang
Neubau der Geschwister-Scholl-Schulen mit der BBS vorbereiten
Direkte Anbindung der Spreewaldallee an die B38 herstellen
Grünbrücke von Taylor über die B38 mit der MWSP errichten
Waldhof/ Gartenstadt/ Luzenberg
Taunusplatz sanieren
Neubau Friedrich-Ebert-Schule
Jugendtreff Luzenberg
Turnhalle Eduard-Spranger Schule
Wallstadt
Ausbau des Feuerwehrgerätehauses
Veranstaltungs- und Proberäume für Vereinsaktivitäten
Seniorentreff einrichten
66
RALF
EISENHAUER
MARIANNE
BADE
HELEN
HEBERER
MdL
RALPH
WAIBEL
REINHOLD
GÖTZ
LENA
KAMRAD
PROF. DR.
HEIDRUN
KÄMPER
JOACHIM
HORNER
SPD-Gemeinderatsfraktion Mannheim
Rathaus E5 | 68159 Mannheim
NAZAN
KAPAN
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Fax 0621/ 293-9470
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SAFFERLING
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