Jahresbericht 2009 - Universität Leipzig

Jahresbericht
2009
2
Jahresbericht 2009
Johannes Otto von Münsterberg 1409
Helmhold Glaedenstedt 1410
Johann Hoffmann von Schweidnitz 1413
1416
Peter Manschein 1451
Heinrich Elling 1455
Andreas Rudiger 1451
Peter Seehausen 1455
1458
Heinrich Kolk 1459
1462
Johannes Evernhusen 1463
Hertel 1466
1502
Martin Meyendorn 1506
Peter Eisenberg 1503
Arnold Wöstefeldes 1507
Peter Wirth (Löwenberg) 1510
1514
Wolfgang Schindler 1514
Heinrich Cordes 1551
1558
Aegidius Morch 1555
Anton Glining 1559
Jungerman 1563
Andreas Ellinger 1563
Maximus Geritz 1567
Zacharias Schilter 1603
Romanus 1607
Christoph Bruno 1607
Konrad Bavarus 1611
1619
Georg Tobias Schwendendörffer 1650
Hieronymus Kromayer 1653
Schlüter 1657
1661
Paul Wagner 1657
Johann Ernst Noricus 1665
Johannes Ittig 1670
Georg Feige 1608
Johann Gottlieb Hardt 1701
Alex
Johann
Gabriel
Otto Schwa
Johann Philipp von S
Samuel Mosbach
Johannes Michaelis 1651
Johannes Preibisius 1654
Johannes Michaelis 165
Johannes Preibisius 1658
Johannes Ittig 1662
Johannes M
David Schwertner 1662
Johannes Ittig 1666
E
Georg Costius
Franz Romanus 1601
Christoph Preibisius 1650
Gottfried Welsch 1665
Franz Kram 1560
Polykarp Leyser I. 1617
Leonhard Behr 1658
Christian Friedrich Franckenstein 1661
Siegesmund Prüfer 1556
Wilhelm Schmuck 1612
Michael Wirth 1616
Leonhard Behr 1654
Georg Cze
Adolf Friedrich von Mecklenburg 1604
Bartholomaeus Gölnitz 1611
Johannes Friedrich 1616
Alexander Sockler 151
Franz Kram 1564
Erasmus Kirstein 1568
Wolfgang Corvinus 1608
1615
Konrad Tockler 1
Johannes Hommel 1552
Johannes Hommel 1560
Johannes Friedrich 1604
Stanislaus P
Heinrich Stromer 1508
Johannes Koel 1515
Victorin Striegel 1564
Leonhard Wolf 1568
Thomas Werner
Paul Schiller 1511
Andreas Knauer 1556
Peter Helborn 1559
Christoph Thyme 1460
Sigesmund Altmann 150
Ludwig Sartoris 1507
Caspar Landsidel 1551
Johannes Bresslauer
Johannes Permeter 1468
Michael Rau 1503
Johannes Rogge 1515
Hermann Daum 1
Johannes Fabri 1464
Johannes Sperber 1511
Burchhar
Nikolaus Meltzer 1456
Heinrich Pernold 1460
Stephan Fortune 1467
1510
Alexander Alesius 1555
Johannes Schwertmann 1456
Dionxsius Flegk 1463
Thomas Laram 1467
Petrus Wegun 1414
Johannes Heberer 1452
Johannes Gedaw 1459
Johannes Honorius 1502
Lange 1518
Petrus Storch 1413
Vinzent Grüner 1410
Valentin Alberti 1666
Gottfried Olearius 1701
Joha
El
Johann Christian Scha
Der Umschlag zeigt auf der Vorderseite eine Ansicht der Universität Leipzig und von Teilen der Stadt um 1845 nach einer kolorierten
Lithographie von Heinrich Otto Knäbig mit dem 1836 fertiggestellten Augusteum von Albrecht Geutebrück, der Universitätskirche
St. Pauli, dem Café Felsche und der Nikolaikirche am heutigen Augustusplatz (von l.) sowie das Große Universitätssiegel und das
Leibnizdenkmal aus dem Leibnizforum. Die Rückseite zeigt einen Modellentwurf des Universitätsneubaus am Augustusplatz. Die
Abbildungen sind mit einem Ausschnitt aus dem Schwurblatt der Matrikel von 1409 unterlegt (s. S. 8).
Die inneren Umschlagseiten bringen eine Auswahl von Rektoren der Universität Leipzig, deren Amtszeiten sich um die Universitäts­
jubiläen gruppieren.
3
Zahlen – Daten – Fakten
rd Tüntzmann 1411
Laurentius von Heilsberg 1411
1414
Johannes Zach 1415
1452
Nikolaus Smilow 1453
Nikolaus Hüter 1415
Hermann Steinberg 1457
0
Heinrich Kolk 1461
r 1464
04
Thilo von Trotha 1509
eler 1552
Bartolus Richius 1553
Ernst Bock 1557
Andreas Morch 1561
Simon Scheibe 1565
nes Mayer 1601
Paul Schwoffheim 1509
Andreas Freihube
Georg Masbach 1566
Andreas Freihube 1562
Balthasar Gütler 1566
Burchard Harbart 1602
Wilhelm Schmuck 1606
alenberg 1609
Christoph Meurer 1609
Johannes Leonhard Agricola 1610
55
Sigismund Schilling 1614
Christian Lange 1655
Michaelis 1659
Johannes Ittig 1660
annes Michaelis 1663
amberg 1702
Johann Johann Philippi 1652
Sigismund Finckelthaus
Christoph Walpurger
Johann Hülsemann 1653
Gottfried
Heinrich Andreas Mengering
Johann Adam Schertzer 1664
Nicolaus Creusel 1668
Johannes Olearius 1703
Franz
Johannes Neldel 1610
David Schwertner 1656
Amadeus Eckolt 1664
Friedrich Rappolt 1667
Johannes Cyprian 1702
Andreas Emmenius 1606
Johann Adam Schertzer 1660
Samuel Lange 1663
lias Siegesmund Reinhard 1667
Johannes Curtius 1603
Johannes Curtius 1615
Georg Tobias Schwendendörffer 1656
Caspar
Johann Cramer 1567
Georg Ernst von Schönburg 1618
Johannes Ittig 1652
Johannes
Joachim Camerarius der Ältere 1558
Wolfgang Mayer 1605
Daniel Heinrici 1651
Nikolaus Apel
Franz Kram 1554
Leonhard Wolf 1562
Johannes Leonhard Agricola 1618
Hieronymus Dungersheim
Simon Eissemann 1518
Tincelius 1605
1617
Sixtus Pfeffer 1506
Johannes Meyer 1554
Philipp Julius von Pommern 1602
Sachsen-Altenburg 1612
Thomas
Virgel Wellendorfer
Andreas Propst 1513
Franz Richter 1517
Maximus Geritz 1553
Hieronymus Zynaus 1557
xander Alesius 1561
s 1565
Paul Dhym 1517
Johannes Heroit 1466
Matthaeus Hennigk 1505
Godehard Lüderi 1513
Christoph Thyme
Hieronymus Schwoffheim
Brandan von Schöneich 1501
Heinrich Raleveshusen 1505
Johannes Langer 1516
Nikolaus Gerstmann 1454
Johannes Scheurelin 1458
Dietrich von Schönberg 1465
Sebastian von der Heide 1512
16
Konrad Flurherr 1454
Helmhold Glaedenstedt
Johannes Stublinger 1462
Sebastian Zimmermann 1501
Gregor Breitkopf 1508
Henning Boltenhagen 1412
Lubbertus Starten 1416
Johannes Taymuth 1457
Johannes Meise 1461
Stephan Gert 1504
1512
Thimo Passer 1453
Johannes Hasenfelt 1465
Poehmann 1468
Jakob Rodewitz 1412
Paul Amman 1668
Johann Christoph Schacher 1703
weiter: S. 166
Jahresbericht
2009
2
Jahresbericht 2009
Student und Magister
an der
Universität Leipzig:
Paul Fleming
Vor 400 Jahren geboren, heute noch gelesen
Thomasschüler, Philosoph, Mediziner, Dichter…
Geboren wurde er am 5. Oktober 1609 in Harten­
stein. Das kleine Erzgebirgsstädtchen, wo er nur
sechs Jahre lebte, setzte ihm 1896 auf dem Markt­
platz ein Denkmal und richtete in seinem Geburts­
haus eine Gedenkstätte ein. Im Herbst 1622 fand
Paul Fleming Aufnahme in der Thomasschule in
Leipzig, die er bis 1628 besuchte. In dem Thomas­
kantor und heute noch bekannten Musiker Johann
Hermann Schein fand er einen väterlichen Freund.
Bereits in dieser Zeit übte er sich fleißig in der
Kunst des Dichtens. Er wohnte nahe dem Grimma­
ischen Tor, wo anlässlich seines 400. Geburtstages
eine Gedenktafel angebracht wurde.
Mit 19 Jahren begann Fleming 1628 sein
Studium an der Universität Leipzig und erhielt
für fünf Jahre ein kurfürstliches Stipendium. Er
studierte zunächst Philosophie, später Medizin.
1632 bestand er seine öffentlichen Examina an der
Philosophischen Fakultät und wurde zum Magister
ernannt.
Die Stadt Leipzig litt unter dem Dreißigjährigen
Krieg. 1631 brachte Graf Tilly mit den kaiserlichen
Truppen die Stadt in seine Hand. Danach zogen die
Schweden in die Stadt, um 1632 den Kaiserlichen
wieder Platz zu machen. Fleming verließ 1633 Leip­
zig, ohne sein Medizinstudium abzuschließen. Er
kehrte nie wieder nach Leipzig, wo er mehr als ein
Drittel seines Lebens verbrachte, zurück.
Fast sechs Jahre nahm er an einer Gesandtschafts­
reise für den Herzog von Holstein teil, die ihn
nach Russland und Persien führte. Am 8. Juli 1639
verlobte er sich mit Anna Niehus und reiste nach
Holstein zurück. Er ließ sich an der Universität
Leiden immatrikulieren, wo er am 23. Januar
1640 mit „De lue venerea“ zum Doctor medicinae
promovierte. Auf der Rückreise von Leiden nach
Reval starb Fleming am 2. April 1640 dreißigjährig
in Hamburg.
Heute ist Fleming nur noch als Dichter bekannt.
Mit Andreas Gryphius, Friedrich von Logau und
Martin Opitz zählt er zu den bedeutendsten Dich­
tern des deutschen Barock. Die oft langen barocken
Gedichte stellen für den heutigen Leser meist keine
einfache Lektüre dar. Durch ihre Religiosität,
damals allgemeine Grundlage des Lebensgefühls,
und ihre Verbundenheit mit dem uns heute fernen
Zeitgeschehen erfordern sie eine Anstrengung des
Lesers und bedürfen häufig der Erklärung. Lässt
man sich auf Flemings Sprache ein, lässt Reim
und Rhythmus auf sich wirken und genießt die
poetischen Bilder, so erschließen sich die philo­
sophische Gedankentiefe und die Poesie seiner
Dichtkunst.
Mit zwei seiner einfacheren Gedichte soll der
Dichter hier selbst zu Wort kommen.
Gedanken über der Zeit
Die Entwicklung unserer Universität
Ihr lebt in der Zeit und kennt doch keine Zeit;
ſo wißt, ihr Menſchen, nicht von und in was ihr ſeid.
Dies wißt ihr, daß ihr ſeid in einer Zeit geboren
und daß ihr werdet auch in einer Zeit verloren.
Was aber war die Zeit, die euch in ſich gebracht?
Und was wird dieſe ſein, die euch zu nichts mehr macht?
Die Zeit iſt was und nichts, der Menſch in gleichem Falle,
doch was dasſelbe und was nichts ſei, zweifeln alle.
Die Zeit, die ſtirbt in ſich und zeugt ſich auch aus ſich.
Dies kömmt aus mir und dir, von dem du biſt und ich.
Der Menſch iſt in der Zeit; ſie iſt in ihm ingleichen,
doch aber muß der Menſch, wenn ſie noch bleibet, weichen.­
Die Zeit iſt, was ihr ſeid, und ihr ſeid, was die Zeit,
nur daß ihr wenger noch, als was die Zeit iſt, ſeid.
Ach daß doch jene Zeit, die ohne Zeit iſt, käme
und uns aus dieſer Zeit in ihre Zeiten nähme,
und aus uns ſelbſten uns, daß wir gleich könnten ſein,
wie der itzt jener Zeit, die keine Zeit geht ein!
An ſich
3
Sei dennoch unverzagt, gib dennoch unverloren,
weich keinem Glücke nicht, ſteh höher als der Neid,
vergnüge dich an dir und acht es für kein Leid,
hat ſich gleich wider dich Glück, Ort und Zeit verſchworen.
Was dich betrübt und labt, halt alles für erkoren,
nimm dein Verhängnis an, laß alles unbereut.
Tu, was getan muß ſein, und eh man dir’s gebeut.
Was du noch hoffen kannſt, das wird noch ſtets geboren.
Was klagt, was lobt man doch? Sein Unglück und ſein Glücke
iſt ihm ein jeder ſelbſt. Schau alle Sachen an,
dies alles iſt in dir. Laß deinen eiteln Wahn,
und eh du förder gehſt, ſo geh in dich zurücke.
Wer ſein ſelbſt Meiſter iſt und ſich beherrſchen kann,
dem iſt die weite Welt und alles untertan.
Titelporträt aus „Paul Flemings Teutsche Poemata“ 1666
Paul Fleming blickt auf seine
Geburtsstadt Hartenstein.
5
Inhalt
2
Student und Magister an der Universität Leipzig:
Paul Fleming
6
Vorwort des Rektors
8
10
12
19
21
22
Die Entwicklung unserer Universität
Struktur in Diskussion
Bauvorhaben
Investitionen
Neuer Internetauftritt
Familienfreundliche Universität
24
26
28
29
34
35
41
47
Forschung
Forschung in Diskussion
Das Leipziger Forschungsforum
Profilbildende Forschungsbereiche
Research Academy Leipzig
Fördermittel für exzellente Forschung
Forschung konkret
Wissen für die Wirtschaft
52
54
56
59
60
65
68
69
Studium
Studium in Diskussion
Studienreform
Studierendenzahlen
Studienberatung
Weiterbildung
Studium universale
Internationale Zusammenarbeit
74
Sechs Jahrhunderte Leipziger Universitätsgeschichte
76
Wir feiern unser Jubiläum
122
Chronik
131
Das Rektorat
132
Organigramm
138
Zahlen – Daten – Fakten
162
In memoriam
163
Register
6
Jahresbericht 2009
Vorwort des Rektors
Das zurückliegende Jahr 2009 war für die Universi­
tät Leipzig ein ganz besonderes, seit langem geplant
und sorgfältig vorbereitet: Die Universität Leipzig
erinnerte an ihre Gründung vor 600 Jahren. Deshalb
möchte ich in meinem Vorwort zum Jahresbericht,
der sich erstmals auf das Kalenderjahr und nicht
auf das Studienjahr bezieht, auf dieses Jubiläum an
vorderster Stelle eingehen.
Universitätsjubiläum – Das Festjahr
Auftakt und erster Höhepunkt des vielfältigen und
anspruchsvollen Veranstaltungsprogramms im
Festjahr war das Eröffnungskonzert im Großen Saal
des Gewandhauses zu Leipzig am 9. Mai mit vielen
prominenten Gästen aus dem In- und Ausland.
Eine besondere Freude und Ehre war für uns der
Besuch einer Delegation unserer „Mutteruniversi­
tät“, der Karls-Universität Prag, mit ihrem Rektor,
Magnifizenz Professor Václav Hampl, an der Spitze.
Aus der Vielzahl der Veranstaltungen ragten die
campus-Tage im Juni, die unter dem Motto „Spaß
am Denken“ im Herzen der Stadt stattfanden, und
die fünfmonatige Jubiläumsausstellung im Alten
Rathaus „Erleuchtung der Welt. Sachsen und der
Beginn der modernen Wissenschaften“ heraus.
Weiter seien der außergewöhnliche Staffellauf
Prag – Leipzig, das erste fakultätsübergreifende
Alumni­-Treffen mit mehr als 1000 Alumnae und
Alumni, die vier wissenschaftlichen Leitkongresse
und die Vorlesungsreihe „Politische Wenden“ sowie
der ökumenische Festgottesdienst am Abend des ­
1. Dezember 2009 in der Thomaskirche genannt. Mit
dem Festakt am ­­2. Dezember im Beisein des Bundes­
präsidenten Horst Köhler, des Ministerpräsidenten
Stanislaw Tillich und weiterer hochrangiger Gäste
fand das Festjahr am Gründungstag der Universität
im provisorisch, aber beeindruckend hergerichte­
ten Paulinum am Augustusplatz seinen würdigen
Abschluss.
Parallel zu den zentralen Veranstaltungen
wurden rund 300 Ausstellungen, Tagungen,
Fachkongresse, studentische Projekte der Initiative
„Studierende 2009“ und Konzerte durchgeführt.
Unter den zahlreichen im Jubiläumsjahr erschie­
nenen Publikationen sind besonders die fünfbändige
„Geschichte der Universität Leipzig 1409 – 2009“,
ein bisher einmaliges Großprojekt, von dem mitt­
lerweile drei Bände erschienen sind, die „Leipziger
Rektoratsreden 1871 – 1933“ und die Festschrift der
Juristenfakultät hervorzuheben. Ein umfangreicher
Dokumentationsband über das 600-jährige Jubiläum
der Universität Leipzig erscheint 2010.
Studienreform und
Studienbedingungen­
Lehre und Forschung ruhten im Jubiläumsjahr 2009
jedoch nicht. Diskussionspunkte der Studienreform
waren die Beseitigung der Überlastsituation und
die Reform des Wahlbereiches in den geistes- und
sozial­wissenschaftlichen Studiengängen, die Redu­
zierung der Prüfungslast und die Akkreditierung
neuer Studiengänge.
Die studentischen Proteste am Rande der Hoch­
schulrektorenkonferenz Ende November 2009 in
7
Leipzig bis hin zur Besetzung und Blockade des
Rektoratsgebäudes und die Rede des Bundespräsi­
denten auf dem Festakt zum Jubiläum unserer Uni­
versität haben auf wesentliche Probleme aller Hoch­
schulen in Deutschland nachdrücklich aufmerksam
gemacht. Das Rektorat hat sich ausführlich mit
den Forderungen der Studierenden der Universität
Leipzig, die neben Fragen der Studienstruktur und
-organisation auch im Kontext des neuen Säch­
sischen Hochschulgesetzes Vorstellungen zu Struk­
tur und Kompetenz universitärer Gremien sowie
zu Möglichkeiten des studentischen Engagements
betrafen, auseinandergesetzt und Lösungsvorschlä­
ge unterbreitet. Das Rektorat wird auch weiterhin,
insbesondere im Dialog mit den Studierenden, nach
Problemlösungen suchen.
Mit Beginn des Wintersemesters 2009/10 öffnete
das Career Center in der Burgstraße seine Pforten;
es bietet Studierenden und Absolventen ein umfang­
reiches Angebot von Kursen und Beratungen sowie
Informationen zu spezifischen Fragen der Berufs­
tätigkeit. Im Juli 2009 hat die Universität ein Hoch­
schuldidaktisches Zentrum für alle sächsischen
Hochschulen mit Anschubmitteln des Sächsischen
Staatsministeriums für Wissenschaft und Kunst
eingerichtet. Das neue Zentrum soll Defizite in der
Wissensvermittlung beseitigen helfen und Zertifi­
kate für die Teilnahme an systematischen Weiterbil­
dungen ausstellen.
Erfolge in der Forschung
Wesensmerkmal der wissenschaftlichen Forschung
einschließlich der Förderung des wissenschaftlichen
Nachwuchses der Universität Leipzig sind attraktive
interdisziplinäre, institutionelle und internationale
Grenzüberschreitungen. Sie finden ihren Ausdruck
auch in der weiteren Entwicklung der sechs Profil­
bildenden Forschungsbereiche und der Etablierung
von weiteren Forschungsverbünden wie der kürzlich
bewilligten Fortsetzung des Innovationszentrums
für Computerassistierte Chirurgie (ICCAS), der
Förderempfehlung für das Forschungs- und Behand­
lungszentrum (IFB) „AdipositasErkrankungen“ und
der Einrichtung des Center for Area Studies (CAS).
Die 2006 gegründete Research Academy Leipzig
(RAL) führt über Fakultätsgrenzen hinweg alle
strukturierten Promotionsprogramme der Uni­
versität Leipzig zusammen, darunter die Gradu­
iertenschule „Leipzig School of Natural Sciences
– Building with Molecules and Nano-objects“, drei
Internationale Max Planck Research Schools, drei
Internationale Promotionsprogramme, acht Gradu­
iertenkollegs, zwei binationale Doktorandenkollegs
mit Frankreich und den USA. Mit der RAL gehört
die Universität Leipzig deutschlandweit zu den ers­
ten Universitäten, die solche fakultätsübergreifenden
Einrichtungen zur Doktorandenqualifizierung unter­
halten, und ist Gründungsmitglied des im Mai 2009
ins Leben gerufenen „Universitätsverbandes zur
Qualifizierung des wissenschaftlichen Nachwuchses
in Deutschland“ (UniWiND).
Eine enge Kooperation besteht in dem 2008 von
der Universität Leipzig, anderen Leipziger Hoch­
schulen, außeruniversitären Leipziger Forschungs­
einrichtungen und der Stadt Leipzig gegründeten
Leipziger Forschungsforum. Die bisherige Entwick­
lung der Profilbildenden Forschungsbereiche an der
Universität Leipzig wurde im Sommer 2009 vom
Leipziger Forschungsforum evaluiert. Gegenwärtig
bereitet sich die Universität intensiv auf eine Betei­
ligung in allen drei Förderlinien der 2. Programm­
phase der Exzellenzinitiative des Bundes und der
Länder vor.
Mein herzlicher Dank gilt allen, die mit ihrer
Arbeit und ihrem persönlichen Engagement dazu
beigetragen haben, dass das Jubiläumsjahr 2009
in Lehre und Forschung und auch die Jubiläums­
feierlichkeiten selbst für die Universität Leipzig so
erfolgreich waren.
Professor Dr. iur. Franz Häuser
Rektor der Universität Leipzig
8
Die Entwicklung der Universität Leipzig begann vor 600 Jahren. Das Schwurblatt aus der Matrikel 1409 mit Darstel­
lung des Jüngsten Gerichts: Christus mit Lilie und Schwert, auf einem Regenbogen sitzend, unten Maria und Johannes.
Auf der linken Seite der Schwurtext, über dem Bild die Ermahnung an den Rektor, niemand in die Matrikel ohne ge­
schworenen Eid einzutragen. Akademiker und Angehöriger einer Universität blieb man im Mittelalter sein Leben lang –
eine Exmatrikulation nach Studienzeit kannte man noch nicht. Die Handschrift stammt vermutlich vom ersten Rektor der
Universität Leipzig Otto von Münsterberg.
9
Die
Entwicklung
unserer
Universität
10
Struktur in Diskussion
12
Bauvorhaben
12
Des Bauens kein Ende
16
Vielerorts Baufortschritte
19
Investitionen
21
Neuer Internetauftritt
22
Familienfreundliche Universität
Campus Augustusplatz
Weitere Baumaßnahmen
10
Jahresbericht 2009
Struktur in Diskussion
Auch im Jubiläumsjahr mit seinen vielfältigen Ver­
anstaltungen wurden die Beratungen über eine neue
strukturelle Gliederung unserer Universität fortge­
setzt. Maßgebende Randbedingungen dafür waren
zum einen die Umstellung auf das Bachelor- und
Master-System, zum anderen die Exzellenzinitia­
tiven mit Zunahme der Konkurrenz in der Hoch­
schullandschaft und den wachsenden Unterschieden
in der materiellen Ausstattung der Universitäten.
Am Anfang des Jahres hatten Strukturarbeitsgrup­
pen beim Prorektor für strukturelle Entwicklung
ihre Arbeit abgeschlossen und eine Reihe von Emp­
fehlungen ausgesprochen, darunter
jährliche Bewertungsverfahren als Barometer
für die Entwicklung der Studiengänge und der
Forschung
Institute als inneruniversitäre Funktionseinheiten
mit grundsätzlich mindestens vier, höchstes aber
zehn Hochschullehrern
stärkere Nutzung der Möglichkeiten des Modul­
systems für neue, innovative Lehrangebote
Verbesserung der Datenkonsistenz auf den ver­
schiedenen Ebenen der Verwaltung und Erhöhung
der inneruniversitären Transparenz
kritische Prüfung der Verwaltungsabläufe und
zugehörigen Strukturen der Universität Leipzig
und gegebenenfalls abweichend von tradierten
Strukturen Neuordnung mit dem Ziel von
Effizienz­gewinnen.
Die Entwicklung unserer Universität
Das Rektorat hat diese Empfehlungen erörtert und
sieht insbesondere eine Stärkung der Funktions­
einheiten unterhalb der Fakultätsebene als wich­
tige Weichenstellung für die weitere Entwicklung
unserer Universität an. Ob diese Funktionseinheiten
nach der jeweiligen Fächertradition nun Institute,
Departments oder Seminare heißen, eine solch
stärkere Grundeinheit verbessert die Kapazität, ein
breiteres Themenfeld in der Forschung abzudecken,
ein entsprechendes Studienangebot zu organisie­
ren, erforderliche Korrekturen an Bachelor- und
Master-Angeboten vorzunehmen und in wech­
selnden temporären Forschungsverbünden die für
die Vernetzung notwendigen Koordinations- und
Ko­operationsleistungen zu erbringen. Mitglieder
kleiner und mittlerer Institute sollten sich ermutigt
fühlen, über Kooperationsmöglichkeiten nachzu­
denken und mit potentiellen Kooperationspartnern
Gespräche zu beginnen. Wo es erwünscht ist, wird
das Rektorat solche Gespräche gern unterstützen.
Im Mai 2009 hat der Vorläufige Akademische
Senat eine Arbeitsgruppe zur Weiterführung der
Strukturdiskussion eingesetzt mit dem Auftrag, die
Grundlage für eine Strukturreform an der Universi­
tät Leipzig zu legen. Dazu hat diese Arbeitsgruppe
mit den Dekanen eine Diskussion über die Entwick­
lungsperspektiven der Fakultäten begonnen und im
November 2009 eine internetbasierte Befragung
der Mitglieder und Angehörigen der Universität
durchgeführt. An dieser Befragung haben sich über
4000 Mitglieder und Angehörige beteiligt, rund
2000 Fragebögen wurden vollständig ausgefüllt.
Die Auswertung insbesondere der individuellen
Volltextantworten war bei Redaktionsschluss dieses
Berichts noch nicht abgeschlossen.
Der Bericht zur strukturellen Entwicklung
unserer Universität wäre unvollständig, wenn die
Auswirkungen des Hochschulpaktes zwischen
11
Bund und Ländern unerwähnt blieben. Mit dem
Hochschulpakt soll zunächst die Nachfrage nach
Studienplätzen abgedeckt werden, die sich aus den
doppelten Abiturjahrgängen in der Umstellungspha­
se auf zwölf Schuljahre in den westlichen Bundes­
ländern ergibt. Statt dafür zusätzliche Studienka­
pazität im Westen aufzubauen, soll mit finanzieller
Unterstützung des Bundes die aus demografischen
Gründen vorgesehene Studienplatzreduzierung im
Osten aufgeschoben werden. Die Sächsische Staats­
regierung hat in Aussicht gestellt, den für 2010
geplanten Abbau von 84 Stellen an der Universität
Leipzig auszusetzen, wenn wir die hohen Studien­
anfängerzahlen von 2005 halten. Die Universität
Leipzig hat sich große Mühe gegeben, diesen
Erwartungen gerecht zu werden. Weil die Nachfrage
vor allem ohnehin belastete Fächer betraf, hat eine
Reihe von Fächern deshalb in den letzten zwei Jah­
ren erheblich über die eigene Kapazität hinaus im­
matrikuliert. Das Bestreben, auf diese Weise große
Studienanfängerzahlen zu erreichen, beeinträchtigt
nicht nur die Arbeitsfähigkeit in einigen Bereichen
ganz erheblich, sondern nebenbei auch den Versuch,
begründete Kriterien für die weitere strukturelle
Entwicklung der Universität zu entwickeln. Die
Bewältigung der Überlast in diesen Fächern zur
Erfüllung des Hochschulpaktes stellt nun die ganze
Universität vor große kapazitäre Probleme. In
dieser Situation wird es erforderlich, über die Art
unserer Beteiligung am Hochschulpakt Bilanz zu
ziehen und mit der Staatsregierung über das weitere
­Vorgehen neu zu beraten.
Professor Dr.-Ing. Robert Holländer
Prorektor für strukturelle Entwicklung
12
Jahresbericht 2009
Das Institutsgebäude der Wirtschaftswissenschaftlichen Fakultät
beherbergt im Erdgeschoss eine attraktive Geschäftszone.
Bauvorhaben
Des Bauens kein Ende
Campus Augustusplatz
Mit der Übergabe der Gebäude mit flächen­
deckender WLAN-Versorgung im März 2009
wurden die Studien- und Arbeitsbedingungen für
die Nutzer erheblich verbessert. Das neu errichtete
Institutsgebäude der Wirtschaftswissenschaftlichen Fakultät in der Grimmaischen Straße bietet
170 Mitarbeitern und 2000 Studierenden jetzt alles
unter einem Dach – moderne Seminarräume und
Freiarbeitsbereiche, mehrere Institute mit Büros
und Kommunikationszonen, das Rechenzentrum
der Wirtschaftsinformatik und das Dekanat.
Im rekonstruierten Seminargebäude erhielten
sämtliche Seminarräume und Büros neue Medien­
technik, alle Lehrveranstaltungen werden durch
ein neues Informationssystem auf LCD-Monitoren
angezeigt. Das Fachsprachenzentrum verfügt jetzt
über Fremdsprachen-TV und die Möglichkeit des
Chats mit Muttersprachlern.
Seminargebäude
Mensa
am Park
Leibnizforum
Neues
Augusteum
Paulinum
Hörsaalgebäude
Grimmaische Straße
Institutsgebäude
Universitätsstraße
Augustusplatz
Seminargebäude
86 Seminarräume mit 2600 Sitzplätzen
8 Büroräume
3 Computerpools
1 Pool für sehbehinderte Studierende
Selbstlernzentrum für das Fachsprachen­zentrum
Institutsgebäude
Sitz Wirtschaftswissenschaftliche Fakultät
3 Etagen mit 3100 m2 Büroflächen
22 Seminarräume mit 900 ­Sitzplätzen
Erdgeschoss: 11 Einzelhandelsgeschäfte
Die Entwicklung unserer Universität
13
Gesund und schnell gestärkt – in der neuen Mensa am Park
Am 4. Juni 2009 übergab der Sächsische Staatsminister der Finanzen
Professor Georg ­Unland an Rektor Professor Franz Häuser den Schlüs­
sel für das neue Hörsaalgebäude. Seitdem stehen der Universität und
dem Studentenwerk auf dem Campus 20 Hörsäle, 86 Seminarräume,
eine neue Mensa mit knapp 1000 Plätzen und eine Fahrradgarage zur
Verfügung.
Hörsaalgebäude
Der Sendebetrieb von Uniradio mephisto 97.6 in seinem neuen hoch­
modernen Studio im Hörsaalgebäude begann am 2. November 2009;
zur offiziellen Eröffnung am 7. November sprachen der Leipziger
Oberbürgermeister und der Rektor.
3 900 Essensportionen pro Tag
890 Sitzplätze
78 Sitzplätze in der Cafeteria
Kinderbetreuung im 1. OG
650 Fahrradstellplätze im Keller
mephisto-Redakteurin Tina Kühne als Sendekönigin im neuen Studioreich
2 große, 10 mittlere, 8 kleine Hörsäle
mit insgesamt 2 600 Sitzplätzen
Zweigstelle der Universitätsbibliothek mit
550 Leseplätzen und 300 000 Büchern
Universitätsrechenzentrum
Mensa am Park
14
Jahresbericht 2009
Erleuchtung von oben in der neuen
Campus-Bibliothek
Pünktlich zu Semesterbeginn öffnete am 28. September 2009 die
Campus-Bibliothek im neuen Hörsaalgebäude ihre Türen. 300 000­
Bücher sind auf fünf Etagen untergebracht, 550 Leseplätze mit
WLAN-Anschluss stehen zur Verfügung, 80 % der Bestände sind in
den Freihandbereichen frei zugänglich, und ein 200 m2 großer Lichthof
bringt Tageslicht in die unteren Bereiche der Bibliothek. Der Bestand
wurde komplett mit RFID-Chips ausgestattet, wodurch wesentliche
Dienstleistungen automatisiert werden konnten und erstmals in einer
sächsischen Bibliothek eine Rund-um-die-Uhr-Nutzung möglich wurde.
Kanzler deutscher Universitäten in der
zukünftigen Kathedrale der Bildung an­
lässlich ihrer Tagung im September 2009
in Leipzig (s. auch S. 101)
Das künftige Paulinum lässt schon jetzt
seine Einmaligkeit erahnen.
Die Bauarbeiten am Paulinum und am Neuen Augusteum wurden
2009 vor allem im Fassadenbereich fortgesetzt. Parallel dazu erfolgte
in den Obergeschossen des Neuen Augusteums der raumbildende
Ausbau. Die Arbeiten am Auditorium Maximum insgesamt sowie zur
Innenausgestaltung des Paulinums stagnierten 2009 infolge der Insol­
venz des Rotterdamer Architekturbüros Erick van Egeraat associated
architects. Die Planung des nunmehr beauftragten Leipziger Architek­
turbüros Fischer+Werner sieht die Übergabe des Neuen Augusteums,
die wieder in den Händen von Erick van Egeraat liegt, größtenteils für
2010 vor; die Fertigstellung der Aula und Universitätskirche im Pauli­
num wird sich bis 2012 erstrecken.
Die Entwicklung unserer Universität
Tag der offenen Baustelle
Bereits vor der Fertigstellung von Hörsaal- und Seminargebäude,
Institutsgebäude und Mensa luden Universität und der Staatsbetrieb
Sächsisches Immobilien- und Baumanagement am Dies academicus
2008 am 2. Dezember, dem 599. Gründungstag der Universität, zu
einem Tag der offenen Baustelle ein. Hunderte Besucher nutzten die
Gelegenheit, sich über die Baustelle Campus Augustusplatz führen zu
lassen; ganz Wagemutige genossen aus einem Heißluftballon in 60 m
Höhe einen ungewöhnlichen Ausblick auf das Campusgelände.
Gleich geht’s in die Höhe...
Campus von oben
15
16
Jahresbericht 2009
Tag der Architektur
Am 27. Juni 2009 kamen rund tausend Besucher zum bundesweiten
Tag der Architektur, um den neuen Campus im Herzen der Stadt am
Augustusplatz zu erleben. Bei Führungen und Rundgängen durch die
neue Campus-Bibliothek und die Mensa, das Seminar- und Hörsaal­
gebäude, die Fahrradgarage und das Institutsgebäude an der Grim­
maischen Straße konnten sie sich von den erstklassigen Studienbedin­
gungen überzeugen. Vertiefte Informationen erhielten sie durch eine
Präsentation der Architekten Martin Behet und Roland Bonzio und
durch die kleine Campus-Broschüre, die die wichtigsten Fakten über
die Neubauten auf dem Augustusplatz zusammenfasst.
Mit „Alles sehr schön“ gab eine Besuche­
rin ihrer Begeisterung Ausdruck.
Campus-Rundgänge
Seit Juli 2009 werden an jedem ersten Samstag im Monat kostenfreie
Führungen über den auch als Baustelle sehenswerten Campus ange­
boten. Im Jubiläumsjahr hörten mehr als 3000 Gäste Anekdoten und
Fakten aus Geschichte und Gegenwart des Universitätscampus am
Augustusplatz und erhielten Informationen über die Zukunft der Uni­
versität im Herzen der Stadt.
„So sah die Universität hier früher aus“,
erklärt Maria Grimm den zahlreichen
­Besuchern auf der Campus-Baustelle.
„Mit dem Kubus für die Sonderlabore der Fakultät für Biowissenschaften, Pharmazie und Psychologie
aber wurde jetzt ein markanter Solitär fertiggestellt, der zu den besten
Bauten des nachwendezeitlichen
Leipzig gehört.“
Frankfurter Allgemeine Zeitung,
04.02.2009, S. 32
Vielerorts Baufortschritte
Weitere Baumaßnahmen
Neubau Sonderlabore Biowissenschaften
Der mit 6,5 Millionen Euro errichtete fünfstöckige Neubau Sonder­
labore Biowissenschaften mit hochwertigen Speziallaboren auf
insgesamt 800 m2 für die Institute für Biochemie, Biologie I und II,
Pharmazie und den Bereichen Genetik und Mikrobiologie wurde am
26. Februar 2009 eingeweiht. Er entspricht höchsten technischen und
Sicherheitsanforderungen, wie sie heute an experimentelle Lehr- und
Forschungseinrichtungen gestellt werden. Die neuen Sonderlabore wer­
den den Anschluss an die internationale kompetitive Spitzenforschung
und die interdisziplinäre Zusammenarbeit am Forschungsstandort
Leipzig erheblich befördern. (S. auch Jahresbericht 2007/2008, S. 23.)
Umbau an der Veterinärmedizin
Durch den Umbau eines Kellertraktes für 315.000 Euro entstanden in
der Klinik für Vögel und Reptilien neue Arbeits- und Sanitärräume
sowie ein Laborbereich mit einem Sektionsraum, einem Archiv und
einer Quarantänestation. Auch wenn die fünf Leipziger Uni-Tier­
kliniken teilweise in historischen Bauten residieren, die von 1923
stammen, gehören sie heute wieder zu den modernsten Einrichtungen
in Europa.
Campus von oben
Die Entwicklung unserer Universität
Studienzentrum der Medizinischen Fakultät
Im Studienzentrum Liebigstraße 27 wurden die medientechnische
Infrastruktur des gesamten Forschungsflügels im Herbst 2009 fertig­
gestellt und die Forschungsflächen für den Lehrstuhl Physiologie I­
übergeben. Die Gesamtbaukosten betrugen 3,8 Millionen Euro.
Weitere 1,8 Millionen Euro stehen aus dem Konjunkturprogramm II
des Bundes für die Forschungsflächen der Laboratoriumsmedizin
und eine Probenbank für Biomaterialien zur Verfügung. Hier sollen
im Rahmen des LIFE*-Projektes Blut- und Zellproben von mehr als
35 000 Probanden der Leipziger Bevölkerung und von Patienten mit
häufigen Volkskrankheiten eingelagert werden. Für 300.000 Euro Bauund Investitionsmittel wurden Praktikumsräume für die vorklinische
Ausbildung der Zahnmedizinstudenten modernisiert und mit neuen
Simulationseinheiten ausgestattet.
Umbau des Heizhauses Talstraße/Brüderstraße
Das nicht mehr genutzte Heizhaus Talstraße/Brüderstraße wurde für
die Unterbringung einer 200-Liter-Fermentationsanlage des Instituts
für Biochemie der Fakultät für Biowissenschaften, Pharmazie und
Psychologie umgebaut. Die bauliche Hülle wurde im Oktober 2009
fertiggestellt, der Einbau des Fermenters erfolgte im Dezember.
*LIFE: Leipzig Interdisciplinary Research Cluster of Genetic Factors, Clinical ­­
Phenotypes and Environment (s. Jahresbericht 2007/2008, S. 45f.)
17
Neu: Simulationseinheiten für
die vorklinische Ausbildung der
­Zahnmedizinstudenten
18
Jahresbericht 2009
Gebäudekomplex Philipp-Rosenthal-Straße
2009 wurde der Bereich für die Medizinische Psychologie, die Allge­
meinmedizin und die Humangenetik fertiggestellt. Die Gesamtbaukos­
ten b­ etrugen 4,9 Millionen Euro. Mit dem Ausbau der Büroflächen im
3. Obergeschoss wurde im September 2009 begonnen. Eine Fertigstel­
lung ist für Juli 2010 geplant. Insgesamt stehen 1,6 Millionen Euro aus
dem Konjunkturprogramm II des Bundes zur Verfügung. Hauptnutzer
wird die Professur für Gesundheitsökonomie sein.
Baumaßnahmen am Campus Jahnallee
Auf dem von der Sportwissenschaftlichen Fakultät genutzten Campus
Jahnallee wurde 2009 mit umfangreichen Baumaßnahmen begonnen,
die sich bis zum Dezember 2010 erstrecken werden. Die Sanierungsar­
beiten umfassen mehrere Sporthallen, den großen Hörsaal, ein Testfeld
mit Außenanlagen und das 50-m-Schwimmbecken.
Ausstellungsraum in der Bibliotheca Albertina
In der nach dem sächsischen König Albert (1828 – 1902) benannten
und 1891 bezogenen historischen Universitätsbibliothek Bibliotheca
Albertina befindet sich eine der bedeutendsten Altbestandsbibliotheken
Europas. Der aus dem ehemaligen Magazinraum entstandene und im
November 2009 eröffnete Ausstellungsraum direkt im Eingangsbe­
reich ermöglicht es, ausgewählte Exponate aus den wertvollen Biblio­
theksbeständen in jährlich mehrmals wechselnden Ausstellungen von
jeweils etwa drei Monaten Dauer der Öffentlichkeit auf fast 150 m2­ an
Wänden, in Vitrinen und mit Hörstationen optisch anspruchsvoll zu
präsentieren. Der neue Ausstellungsraum gehört zu den schönsten
Buchausstellungsräumen ganz Deutschlands. Der Umbau wurde mög­
lich durch 435.000 Euro aus Spendenmitteln für den Wiederaufbau der
Universitätsbibliothek Leipzig.
Der Direktor der Universitätsbibliothek
von 1906 bis 1921 und seine Tochter
erhielten 2009 einen neuen Grabstein
im Universitätsquartier auf dem Leipziger
Südfriedhof.
Die Entwicklung unserer Universität
19
Man sieht es ihm nicht an – ultraschnell und exakt: das Hochdurchsatzsequenziergerät NGS
Investitionen
Im Rahmen des DFG-Programms „Großgeräte der
Länder“ (nach Artikel 143c Grundgesetz) wurden
2009 zwei Großgeräte im Wert von 935.884 Euro
für den Hochschulbereich beschafft. Das Institut für
Angewandte Linguistik und Translatologie erhielt
für die studentische Ausbildung einen Computer­
pool. Für das Universitätsrechenzentrum wurde die
erste Stufe der Erweiterung des Campus-Netzwerks
­realisiert, zwei weitere sind für die nächsten Jahre
geplant.
Im DFG Programm „Forschungsgroßgeräte“
(nach Artikel 91b Grundgesetz) erfolgten die An­
zahlungen für die Großgeräte NMR-Spektrometer
mit variablem Magnetfeld, zeitauflösendes Raster­
elektronenmikroskop, höchstauflösendes Photo­
elektronenspektrometer, Isotopenmassenspektro­
meter MAT 253 und Rechner-Cluster BBZ mit
insgesamt 1.073.161 Euro.
Die im vergangenen Jahr anfinanzierten Groß­
geräte Impuls-EPR-Spektrometer, Mask Aligner,
Durchflusscytometer mit Sortiereinrichtung,
SQUID-Magnetometer, MALDI-TOF-Massenspek­
trometer wurden mit 780.223 Euro schlussfinanziert
und in Betrieb genommen. Die Großgeräte AFMRastersondenmikroskop und Fluoreszenz-Imager
wurden mit 458.631 Euro realisiert.
20
Jahresbericht 2009
Der neue Typhoon Fluoreszenz-Imager in den
Sonderlaboren der Fakultät für Biowissenschaften,
Pharmazie und Psychologie ist ein wichtiges Hilfs­
mittel für moderne bioanalytische Testverfahren.
In einem Gerät vereint er die Messung vielfältiger
Farbstoffe mit der Analytik radioaktiver Isotope
durch Autoradiographie. Anwendungsbeispiel:
Informative Fluoreszenz-Bilder liefert der neue
Fluoreszenz-Imager.
Vorn: Bindungstest (Gel Shift Assay) vier unter­
schiedlicher DNA an ein Protein
Hinten: sämtliche Proteine einer Zelle, aufge­
trennt und sichtbar gemacht in einem 2D-Gel
Im Rahmen des Konjunkturprogramms II der Bun­
desregierung konnten vier Großgeräte im Gesamt­
wert von 523.346 Euro beschafft werden.
Das Rektorat bestätigte am 26. Februar 2009
eine von der Gerätekommission der Universität
erarbeitete Liste mit 13 Geräten im Gesamtwert von
4,6 Millionen Euro. Aktuell befinden sich damit zur
Begutachtung bei der DFG Anträge für Großgeräte
mit einem Umfang von insgesamt 9 Millionen Euro.
An der Medizinischen Fakultät wurde im ­
IV. Quartal 2009 ein Hochdurchsatzsequenziergerät
NGS (Next Generation Sequencing) angeschafft.
Nutzer sind das Institut für Laboratoriumsmedi­
zin, die Forschergruppen-Initiative „Lipigenetics“,
die Genomanalytik der Landesexzellenzinitiative
LIFE und das Integrierte Forschungs- und Behand­
lungszentrum (IFB) AdipositasErkrankungen im
Studienzentrum Liebigstraße 27. Das 800.000 Euro ­
teure Gerät bietet für die ultraschnelle und exakte ­
Hochdurchsatz-DNA-Sequenzierung und die
Transkriptomanalysen umfangreicher Populations­
kohorten wesentliche Leistungs-, Genauigkeits- und
Kostenvorteile gegenüber traditionellen Technolo­
gien.
Ebenfalls im Studienzentrum Liebigstraße 27
konnte nach positiver Begutachtung durch die Deut­
sche Forschungsgemeinschaft aus dem Konjunk­
turprogramm II des Bundes für 200.000 Euro ein
Voting (TED) System zur interaktiven Gestaltung
von Vorlesungen in Betrieb genommen werden.
Es ermöglicht den Dozenten, sich auf einen Blick
über den Wissensstand zahlreicher Studierender zu
informieren. Zukünftig soll das System auch für
Prüfungen eingesetzt werden.
Die Entwicklung unserer Universität
21
Frisch geliftet: www.uni-leipzig.de
Homepage der Universität Leipzig am 2. März 2010: Wie am Tag der Freischaltung vor einem Jahr sind auf einen Blick die drei
Themenbereiche Studium, Forschung, Universität & Stadt zu erfassen, mit einem Klick die wichtigsten Unterthemen aufzurufen.
Neuer Internetauftritt
Übersichtlicher, moderner und aktueller gestaltet
sich der Internet-Auftritt der Universität Leipzig.
Seit dem 2. März 2009 präsentiert sie sich mit
mehr als 500 grafisch und inhaltlich überarbei­
teten Seiten weltweit im Netz. Das Leistungs- und
Angebotsspektrum der Universität ist in die drei
Bereiche Studium, Forschung und Uni & Stadt
Leipzig geglie­dert. Die Startseite enthält außerdem
aktuelle Pressemitteilungen, Nachrichten aus der
Universität und den Veranstaltungskalender. Der
Website-Relaunch der zentralen Seiten der Universi­
tät wurde durch das Sachgebiet Öffentlichkeitsarbeit
und externe Partner mit finanzieller Unterstützung
von 50.000 Euro durch das Sächsische Staats­
ministerium für Wissenschaft und Kunst aus der
Studienwerbekampagne „Pack dein Studium – am
besten in Sachsen“ gestaltet. Die Freischaltung des
neuen Intranets, für das die einzelnen Dezernate
und Verwaltungsbereiche insbesondere Formulare,
Vorschriften und Informationen aus der Verwaltung
aktualisiert haben, erfolgte am 21. Dezember 2009.
Als erste Fakultät hat die Wirtschaftswissenschaft­
liche Fakultät ihre Internetpräsentation dem neuen
Web-Design der Universität angepasst.
22
Jahresbericht 2009
Familienfreundliche
Universität
Statt eines Jahresberichts zu diesem Thema ein Blick in die Geschichte und Gegenwart der Universität Leipzig:
Die Uni und ihre Frauen
„Die Vereinbarkeit von Familie und
Beruf spielt nach wie vor eine Rolle.
Die wissenschaftliche Qualifikation
findet meist auf befristeten Stellen
statt, sie erfordert ein hohes Zeitbudget und Flexibilität. Die Hochschulen
sind meist nicht darauf eingerichtet,
das für Mütter so praktikabel zu machen, dass sie es mit der Kindererziehung vereinbaren können. Darüber
hinaus bedarf es mehr Sensibilität in
den Hochschulgremien, darauf zu
achten, dass Frauen nicht benachteiligt werden und sie überhaupt mit auf
die Berufungslisten kommen.“
Sächsische Staatsministerin für Wis­
senschaft und Kunst Dr. Eva-Maria
Stange in der Leipziger Volkszeitung am
22.01.2009, S. 4
Die Initiative Studentische Eltern Leipzig e. V. erhielt am 15. Mai 2009
den Familienpreis der Stadt Leipzig
mit einem Preisgeld von 3.000 Euro.
Diese Initiative war aus einer Arbeitsgemeinschaft des StudentInnenRats
hervorgegangen.
Gleichstellungsbeauftragte ­
Dr. Monika Benedix im Inter­
view mit Angelika Raulien von
der Leipziger Volkszeitung am
21.09.2009:
die Unfähigkeit des weiblichen
Geschlechts „zu Höherem“ zu
belegen.
Doch aufhalten konnte den
Wissensdrang der Damen
niemand. Wer waren nun die
ersten Studentinnen?
Wann taucht in der Geschichte
27 Studentinnen nutzten ihre
der Leipziger Universität das
Chance und ließen sich an der
erste Mal eine Frau auf?
Philosophischen beziehungsweise
Monika Benedix: Die Universität
Medizinischen Fakultät immatriku­
war fast 500 Jahre lang eine ho­
lieren.
mosoziale Männerbastion. 1906
Wie sieht es nun heute an
durften sich in Leipzig erstmals
Leipzigs Uni aus?
Frauen immatrikulieren lassen.
In Sachen Bildungsbeteiligung
Bis dato konnten die Mädels kein
ziemlich gut. Aufgrund sehr guter
Abi machen und ohne ein solches
Abiturnoten verfügen die jungen
eben auch nicht studieren. Nicht
Frauen über beste Zulassungs­
zuletzt ist es auch dem Wirken des
voraussetzungen für ein Studium
Allgemeinen Deutschen Frauen­
ihrer Wahl. Aber: Schon bei der
vereins um Louise Otto Peters zu
Studienfachwahl zeigen sich
verdanken, dass dieser Zugang
Diskrepanzen. Allein sieben von
auch für Mädchen möglich wurde.
zehn Frauen belegen eben lieber
Und die legten dann auch los?
Sozial- und Geistes- als vielleicht
Die Möglichkeit zu studieren be­
Natur- und Wirtschaftswissenschaf­
stand dann prinzipiell, aber gleich­
ten. Also Richtungen, bei denen
zeitig waren sie zunächst offenen
schon vorprogrammiert ist, dass
Diskriminierungen ausgesetzt. Zum
sie Berufe ausüben werden, die mit
Beispiel gab es so Schriften wie
weniger Prestige, mit weniger Ein­
die 1903 vom Leipziger Physio­
kommen verbunden sind. ­Männer
logen Paul Möbius „Über den
studieren von vornherein eher
Physiologischen Schwachsinn des
Fächer, die sie in die freie Wirt­
Weibes“. In hoher Auflage erschie­
schaft führen und Karrierechancen
nen, versuchte sie wissenschaftlich
bieten.
Die Entwicklung unserer Universität
23
Sonne in der Kindertageseinrichtung
miniUNIversum auf dem Campus der
Universitätsmedizin
Also selber schuld und keine
Gibt’s ein Gegenmittel?
Diskriminierung mehr?
Auf Bundes- und Landesebene wur­
Frauen sind nicht weniger risiko­
den und werden Frauenförderungs­
bereit, wie eine aktuelle britische
programme aufgelegt, als letztes
Studie belegt. Vieles in ihrem
etwa eines für Professorinnen.
Rollenverständnis ist aber nach
Voraussetzung für eine erfolg­
wie vor noch anerzogen und nicht
reiche Teilnahme waren hier gute
angeboren. Und Diskriminierungen
Gleichstellungskonzepte. Das sehr
sind heute subtiler und verdeckter.
schlechte Abschneiden unseres
Inwiefern?
Bundeslandes in der ersten Runde
Es gibt gewiss viele Gesetze,
wurde von der Wissenschaftsmi­
die die Gleichberechtigung von
nisterin Eva-Maria Stange mit den
Mann und Frau festschreiben.
hiesigen Hochschulleitungen und
Aber mit der Gleichbehandlung
deren Gleichstellungsbeauftragten
sieht es in der Realität anders aus.
gründlich ausgewertet.
Aktuell haben wir an unserer Uni
Das Ergebnis?
zum Beispiel von rund 28 000
So soll künftig eine Koordinie­
Studierenden 61 Prozent Studen­
rungsstelle für Gleichstellung – zur
tinnen, die Zahl der Absolven­
Verbesserung der Gleichstellungs­
tinnen liegt weit über 50 Prozent.
arbeit in Sachsen mit Sitz an der
Doch mit jeder Karrierestufe höher
Technischen Universität Chemnitz –
gehen uns die Frauen „verloren“.
etabliert werden. Sie soll unter
Bei denen mit einer Promotion
anderem den Draufblick ermögli­
sind es nur noch 46,5 Prozent –
chen, was sich in puncto Frauen­
sprich 234 Frauen von insgesamt
förderung an den Hochschulein­
503 – und habilitiert haben sich
richtungen des Landes tut. Wobei
nur noch elf – sprich knapp 28
ich betonen möchte: Es geht allen
Prozent. Bei den Professuren sieht
Beteiligten nicht um eine Bevor­
es – ohne die Uni-Medizin – so
zugung von Frauen. Es geht um
aus, dass es derzeit 51 Professo­
das Auflösen geschlechterstereo­
rinnen und 279 Professoren gibt.
typischer Strukturen. Zum Beispiel
In der Uni-Medizin stehen sechs
ist es ja immer noch bei Stellen­
Frauen 81 Männern gegenüber.
besetzungen ein Unterschied, ob
Die Führungspositionen in Rektorat
sich eine Frau mit Kind bewirbt
und Dekanat sind vollständig in
oder eine junge, die noch Kinder
männlicher Hand.
bekommen könnte.
In Auswertung des Sachstandberichts
der inneruniversitären Projektgruppe
„Familienfreundliche Universität“
hat das Rektorat am 16. Juli 2009
beschlossen, die Bildung eines
Gleichstellungsrats als Senatskommission vorzubereiten.
Die 21. Mitgliederversammlung der
Bundeskonferenz der Frauenbeauftragten und Gleichstellungsbeauftragten an Hochschulen (BuKoF) fand
vom 21. bis 23. September 2009
in Leipzig statt. Der organisatorische
Teil der Tagung lag maßgeblich in
den Händen der Gleichstellungsbeauftragten der Universität Leipzig.
Die Resonanz der ca. 180 Teilnehmer war ausgesprochen positiv.
Über die Verbesserung der Vereinbarkeit von Familie und Studium
berieten Vertreter mehrerer Universitäten vom 6. bis 8. November
2009 an der Universität Leipzig auf
der Konferenz für studentische Eltern
KIESEL1.
Das Magazin für studentische Eltern
„Familie an der Uni“ erschien in ­
2. Auflage im Dezember 2009.
KIESEL: (K)onferenz für die (I)nteressenund (E)rfahrungsaustausch, veranstaltet
von den (S)tudentischen (E)ltern (L)eipzig
1
24
Jahresbericht 2009
Forschung
Forschung in Diskussion
26
Das Leipziger Forschungsforum
28
Profilbildende Forschungsbereiche
29
Kleinste Welten
29
Zählbare Welt
30
Seltsame Signale
31
Ins Gehirn geblickt
31
Ordnung revisited
32
Neue Zeiten – neue Leiden?
32
Research Academy Leipzig
34
Fördermittel für exzellente Forschung
35
Förderung durch die Deutsche
Forschungs­gemeinschaft
35
Förderung durch die Europäische Union
37
Förderung durch das Bundesministerium
für Bildung und Forschung
38
Stiftungsprofessuren
40
Forschung konkret
41
Eisgas und kalte Geysire
41
Die totale mesometriale Resektion
41
Immer tiefer in die Schuldenfalle?
42
PbF 1: Von Molekülen und Nanoobjekten zu multifunktionalen
Materialien und Prozessen
PbF 2: Mathematik und ihre Anwendungen in den
Naturwissenschaften
PbF 3: Molekulare und zelluläre Kommunikation:­
Biotechnologie, Bioinformatik und Biomedizin
in Therapie und Diagnostik
PbF 4: Gehirn, Kognition und Sprache
PbF 5: Contested Order
PbF 6: Veränderte Umwelt und Krankheit
Ein Ozean auf Enceladus
Durchbruch bei der Behandlung von Gebärmutterhalskrebs
Kommunales Zins- und Schuldenmanagement
25
42 Schwammige Räume
Innovationsforum „Nano­poröse Glasformkörper“
43 43 43 Lebenslängliches Leiden
Politische Haft in der DDR und ihre Folgen
Quod licet macropodidis, non licet hominibus
Konzentrierter Urin durch ein Protein
Industrie – Verkehr – Gesundheit
Umweltassoziierte Gesundheitsrisiken für Kinder
44 Mit einer Pille flink und fit?
Sport und Vitaminpräparate
45 Bewegung, Spiel und Sport
Motorische Leistungsfähigkeit sächsischer Kinder Kinder
45 Wirtschaftskriminalität im Fokus
Wer sind die Täter?
45 „Bad habits“
Umlernen von Bewegungstechniken
47 Wissen für die Wirtschaft
47 47 Forschung für den Markt im Team
Förderprogramm ForMaT
„Blut ist ein ganz besonderer Saft“
Neue Separationstechnologie durch „GO-Bio“
47 „Wirtschaft trifft Wissenschaft“
Innovationswettbewerb
48 48 48 Elf Projekte gefördert
Zentrales Innovationsprogramm Mittelstand
Forschung für die Region
Vereinbarung mit der IHK
Schneller in die Praxis
Verwertungsoffensive des BMWi
49 medibiz, CeSam und mehr
Selbst-Management Initiative LEipzig Lernt Gründen (SMILE)
50 Forschung für die Zukunft
auf der Biotechnica 2009
51 Dienstleister Wissenschaft
CeBIT und EMBEDDED WORLD
26
Jahresbericht 2009
Forschung in
Diskussion
Forschung und wissenschaftliche Nachwuchsförde­
rung an der Universität Leipzig können sich auch im
zurückliegenden Jahr wahrhaftig sehen lassen. Ne­
ben der erfolgreichen Verteidigung und Fortführung
laufender Forschungsverbünde konnten wichtige
neue Vorhaben auf den Weg gebracht werden. In
der Förderung durch die Deutsche Forschungsge­
meinschaft sind dies die klinische Forschergruppe
„Atherobesity“, die beiden Graduiertenkollegs
„Interneuro“ und „Funktion von Aufmerksamkeit
bei kognitiven Prozessen“ sowie das neue Graduier­
tenkolleg „Religiöser Nonkonformismus und kultu­
relle Dynamik“, das als neue Klasse in die Research
Academy Leipzig aufgenommen wurde. Hinzu
kommt der gemeinsame Transregio-Sonderfor­
schungsbereich mit der TU Dresden „Funktionelle
Biomaterialien zur Steuerung von Heilungsprozes­
sen in Knochen- und Hautgewebe – vom Material
zur Klinik“.
Auch in der Förderung durch das Bundesmini­
sterium für Bildung und Forschung waren sowohl
die Geistes- als auch die Naturwissenschaften und
die Medizin sehr erfolgreich. So wurde der Aufbau
eines Center for Area Studies durch die Bewilligung
des Forschungsprogramms „Cultural encounters
and political orders in a global age“ begonnen.
Neben der erfolgreichen Verteidigung des Zentrums
für Computergestützte Chirurgie ICCAS kommt
mit dem Integrierten Forschungs- und Behandlungs­
zentrum „AdipositasErkrankungen“ eine weitere
herausragende Einrichtung zur Verknüpfung von
Forschung und Patientenversorgung nach Leipzig.
Forschung
Nicht zu vergessen sind bei aller Bedeutung inter­
disziplinärer Forschungsverbünde die insbesondere
durch die DFG im sogenannten Normalverfahren
geförderten Einzelvorhaben, die einem strengen Be­
gutachtungsverfahren unterliegen und einen großen
Teil der eingeworbenen Förderung ausmachen. Auf
der DFG-Jahresversammlung, die anlässlich des
Universitätsjubiläums vom 29. Juni bis 1. Juli 2009
in Leipzig stattfand, wurde die Bedeutung dieser
Förderlinie besonders betont.
Im Entwurf des Hochschulentwicklungsplans des
SMWK wurde die Universität Leipzig als herausra­
gender Standort für die Geistes- und Sozialwissen­
schaften im Freistaat hervorgehoben. Allerdings
wurde angemahnt, die Forschung noch mehr in Ver­
bünden zu profilieren und international deutlicher
sichtbar zu machen. Die im Jahr 2009 errungenen
Erfolge sind ein wichtiger Schritt auf diesem Weg
und eine Antwort, die uns zuversichtlich und selbst­
bewusst machen sollte.
Die Auswahl von Forschungsvorhaben im Be­
willigungsprozess erfordert nicht nur qualifizierte
Anträge, sondern auch die aufwendige Arbeit von
Gutachtern, die ihre eigene Zeit und Forschungs­
27
leistung einschränken, um Forschungsvorhaben
ihrer Kolleginnen und Kollegen auszuwählen. ­Ein
oft harter und schmerzlicher Prozess, vor allem,
wenn mehr qualitätsvolle Anträge auf dem Tisch
liegen, als bewilligt werden können. Zahlreiche
Kolleginnen und Kollegen unserer Universität
stellen, insbesondere als Fachkollegiaten der DFG,
ihre Zeit und ihre Fachkompetenz in den Dienst der
Qualitätssicherung der Forschung. Ihnen und allen
Antragstellern möchte ich an dieser Stelle herzlich
danken und viel Kraft und Erfolg für die weitere
Arbeit wünschen.
Professor Dr. rer. nat. Martin Schlegel
Prorektor für Forschung und wissenschaftlichen
Nachwuchs
28
Jahresbericht 2009
Das Leipziger
Forschungsforum
Gute Noten im
Shanghai-Ranking
In der aktuellen Rangliste der tausend
weltbesten Hochschulen, veröffentlich von der Shanghai Jiao Tong
Universität und deshalb auch als
Shanghai-Ranking bekannt, sind die
Universität Leipzig und die MartinLuther-Universität Halle-Wittenberg im
dritten Jahr hintereinander die besten
Universitäten in den neuen Bundesländern und gehören zu den Top 25
in Deutschland. Der Vergleich der
Hochschulen wird anhand der
Qualität von Forschung und Lehre
vorgenommen.
Mit der Gründung des Leipziger Forschungsforums im Jahr 2008
durch die Universität Leipzig, weitere Leipziger Hochschulen, außer­
universitäre Forschungseinrichtungen, die Stadt Leipzig und das
Sächsische Staatsministerium für Wissenschaft und Kunst wurde ein
gemeinsames Beratungsgremium am Standort Leipzig geschaffen.
Es soll langfristige Kooperationen zwischen den Hochschulen und
anderen Forschungseinrichtungen fördern und koordinieren. In seiner
zweiten Sitzung am 21. Juli 2009 evaluierte das Gremium die Profilbil­
denden Forschungsbereiche der Universität und empfahl dem Rektorat
ihre Fortführung. Ein Antrag auf Einrichtung eines weiteren Profilbil­
denden Forschungsbereichs wurde nicht befürwortet.
Forschung
29
Profilbildende
Forschungsbereiche
Die Herausbildung der Profilbildenden Forschungs­
bereiche seit 2004 ist ein vielseitiger und langwie­
riger Prozess, in dem sich getreu dem Leitmotto
der Universität Leipzig „Aus Tradition Grenzen
überschreiten“ der besondere Vorteil der Verknüp­
fung von wissenschaftlicher Schwerpunktsetzung
mit der Fächervielfalt einer Volluniversität zeigt:
flexibles und kurzfristiges Reagieren auf aktuelle
Erfordernisse durch schnelle disziplinübergreifende­
Vernetzung über das gesamte Wissenschaftsspek­
trum hinweg. 2009 konnten für drei der sechs
Profilbildenden Forschungsbereiche Ordnungen
und drei Zielvereinbarungen zwischen den PbF, den
Fakultäten und dem Rektorat verabschiedet werden.
Die Profilbildenden Forschungsbereiche dienen
als Inkubatoren der Bündelung wissenschaftlicher
Aktivitäten im Rahmen interdisziplinärer Verbund­
projekte wie Forschergruppen, Sonderforschungsbe­
reichen, Graduiertenkollegs oder Forschungskollegs.
An der Universität Leipzig bestehen zurzeit sechs
Profilbildende Forschungsbereiche:
Kleinste Welten
PbF 1: Von Molekülen und Nanoobjekten zu
multifunktionalen Materialien und Prozessen
Im Profilbildenden Forschungsbereich 1 wurden
im Jahr 2009 zwei Nachwuchsforschergruppen
eingeworben, die durch die Sächsische Aufbaubank
aus Mitteln des Europäischen Sozialfonds und des
Freistaats Sachsen seit Mai 2009 für drei Jahre
gefördert werden: In der Nachwuchsforschergruppe
„Trägergebundene Katalyse für innovative Bio-,
Nano- und Umwelttechnologie“ an der Fakultät für
Chemie und Mineralogie, der Fakultät für Biowis­
senschaften, Pharmazie und Psychologie und dem
Helmholtz-Zentrum für Umweltforschung (UFZ)
werden interdisziplinäre Themen bearbeitet, die auf
der in Leipzig bestehenden Exzellenz im Bereich
Katalyse basieren. In der Nachwuchsforschergruppe­
„Funktionale multiskalige Strukturen“ an der
Fakultät für Physik und Geowissenschaften wird
an neuartigen Nanostrukturen mit maßgeschnei­
derten optischen und elektronischen Eigenschaften
geforscht. Die Nachwuchsförderung erfolgt unter
anderem im Rahmen der Graduiertenschule Build­
MoNa.
Zwei Doktoranden bestimmen die elektrischen Eigenschaften
eines Zinkoxid-Nanodrahts mittels Elektronenstrahllithografie und
fokussiertem Ionenstrahl.
Nanowelten
30
Jahresbericht 2009
Zählbare Welt
PbF 2: Mathematik und ihre Anwendungen in
den Naturwissenschaften
Im Jahr 2009 hat sich der Profilbildende For­
schungsbereich 2 an mehr als 40 Forschungspro­
jekten, darunter 31 DFG-, 5 EU- und 3 BMBFProjekten, beteiligt. Das DFG-Projekt „Modern and
universal first-principles methods for many-electron
systems in chemistry und physics“ wurde nach
einer sechsjährigen Förderungsperiode erfolgreich
abgeschlossen. Die Förderperiode der in Leipzig
angesiedelten DFG-Forschergruppe „Analysis and
Stochastics in Complex Physical Systems“ wurde
bis 2011 verlängert.
In der Arbeitsgruppe „Graphentheorie und dis­
krete Mathematik“ wurde die Struktur sogenannter
Extrembäume studiert. Mittels eines algebraischen
Zugangs zum Verständnis von Netzwerkstrukturen
wurde gezeigt, dass die Struktur solcher Extrem­
bäume eindeutig bis auf Isomorphismus bestimmt
werden kann. Ferner sind kombinatorische Opti­
mierungsprobleme, die aus der Erforschung der
RNA-RNA Interaktionsstrukturen erwachsen, in
Kooperation mit Christian Reidys, Center of Com­
binatorics, Nankai University, Tianjin, China, einge­
hend erforscht worden. In diesem Zusammenhang
wurden neue Algorithmen entwickelt, die insbeson­
dere im Bereich der Genregulation von Bakterien
praktische Anwendung finden.
Im Rahmen des europäischen Netzwerks „Sys­
tems Biology“, das die Kooperation zwischen dem
Centre National de la Recherche Scientifique und
der Max-Planck-Gesellschaft vertiefen soll, hat im
Februar 2009 ein „Super-Postdoc“ seine Arbeit am
Leipziger Max-Planck-Institut für Mathematik in
den Naturwissenschaften aufgenommen. Die Zu­
sammenarbeit wird durch regelmäßige Aufenthalte
des Super-Postdoc am Heimatinstitut in Frankreich
vertieft. Im November 2009 fand ein gemeinsamer
Workshop zum Thema „Systems Biology“ am Leip­
ziger Max-Planck-Institut für Mathematik in den
Naturwissenschaften statt.
Auch 2009 präsentierten Wissenschaftler des
PbF 2 ihre Forschungsergebnisse auf zahlreichen
wissenschaftlichen Veranstaltungen. An der Vor­
tragsreihe „Leipziger Gespräche zur Mathematik“
beteiligte sich der PbF mit den Themen „Mathema­
tische Experimente“, „Mathematik in Hollywood“,
„Die Faszination der Mathematik“ und „Flatternde
Flieger und fliegende Züge: Mit besserer Mathema­
tik zu höherer Effizienz und mehr Sicherheit“.
Aus Anlass des 65. Geburtstages des langjäh­
rigen Kooperationspartners Professor Yuanlong
Xin von der Fudan University in Shanghai, China,
veranstaltete der PbF im Juli 2009 die internationale
Konferenz „Geometric Analysis and Riemannian
Geometry“ am Max-Planck-Institut für Mathematik
in den Naturwissenschaften.
Für viele geheimnisvoll: die Figuren und Formeln der Höheren
Mathematik
Forschung
Seltsame Signale
PbF 3: Molekulare und zelluläre Kommunikation:­
Biotechnologie, Bioinformatik und Biomedizin in
Therapie und Diagnostik
Am 1. Januar 2009 startete der Sonderforschungs­
bereich 610 „Protein-Zustände mit zellbiologischer
und medizinischer Relevanz“ (gemeinsam mit der
Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg) in seine
dritte und letzte Förderphase bis Dezember 2012 und
warb als zusätzliche Komponente das Integrierte
Graduiertenkolleg „Protein Science“ ein. Ein weiteres
integriertes Graduiertenkolleg „Matrixengineering“
besteht im neu eingerichteten Transregio-Sonderfor­
schungsbereich TRR 67 „Funktionelle Biomateri­
alien in Knochen- und Hautgewebe – vom Material
zur Klinik“ (gemeinsam mit der TU Dresden). Die
Kollegs sind Teil der Research Academy Leipzig und
in die jeweiligen Graduiertenschulen in Halle und
Dresden eingebunden. Damit wurde erstmals die
bisher individuelle Nachwuchsförderung in Richtung
einer strukturierten Doktorandenqualifizierung auf
den Weg gebracht.
Die Kooperation des PbF 3 mit der Vanderbilt
University, Tennessee, USA, wurde 2009 durch die
Unterzeichnung eines Memorandums beider Universi­
täten intensiviert.
Der PbF beteiligte sich intensiv an der Vorberei­
tung und Durchführung des Sächsischen Biotechno­
logietages und des Research Festivals.
Der Abschluss einer Zielvereinbarung des PbF 3
mit dem Rektorat ermöglicht neue Drittmittelprojekte
Proteinzuständen auf der Spur
31
und Kooperationen. Die Aufnahme neuer Mit­
glieder, darunter erstmals Nachwuchswissenschaft­
ler mit eigenen Drittmittelprojekten, stärkte den
Forschungsbereich.
Ins Gehirn geblickt
PbF 4: Gehirn, Kognition und Sprache
Der Profilbildende Forschungsbereich „Gehirn,
Kognition und Sprache“ integriert Forschungs­
aktivitäten so unterschiedlicher wissenschaftlicher
Unergründliches Labyrinth: das menschliche Gehirn
Disziplinen wie Neurologie, Genetik, Neurobiolo­
gie, Neurophysiologie, Neurochirurgie, Psychologie,
Linguistik, Informatik, Mathematik und Physik und
begründet damit ein stringentes Forschungskon­
zept mit dem Ziel, die hirnorganischen Grundlagen
geistiger Leistungen zu entschlüsseln, zu ergründen,
wie Verhalten gesteuert wird, Hirnerkrankungen zu
verstehen und innovative Therapieansätze zu entwi­
ckeln. Im Fokus stehen dabei kognitive Fähigkeiten
wie Aufmerksamkeit, Wahrnehmung, Lernen,
Gedächtnis, Motorik und Sprache.
Die Wissenschaftler des Forschungsbereichs
sind momentan in über 50 drittmittelgeförderte
regionale, überregionale und europäische Projekte
eingebunden.
32
Jahresbericht 2009
Für die Entwicklung des neurowissenschaftlichen
Forschungsstandorts Leipzig ist der Ausbau der
drittmittelgeförderten strukturierten Doktoranden­
ausbildung von besonderer Wichtigkeit. Im Jahr
2009 konnte der PbF erfolgreich zwei DFG-Gra­
duiertenkollegs – das GK 1097 „INTERNEURO­
– Interdisziplinäre Ansätze in den Zellulären
Neurowissenschaften“ und das GK 1182 „Funktion
von Aufmerksamkeit bei kognitiven Prozessen“ –
verteidigen. Beide Graduiertenkollegs werden für
weitere vier Jahre gefördert. 2009 konnten in den
insgesamt sechs Programmen der Doktoranden­
qualifizierung 44 Promotionen und 2 Habilitationen
abgeschlossen werden.
Der PbF stellte 2009 mit über 270 Publikatio­
nen (in Peer-Reviewed Journals und Büchern) und
einem durchschnittlichen Impact Factor von 4,3
seine Leistungsfähigkeit unter Beweis.
Ordnung revisited
PbF 5: Contested Order
2009 war für den PbF 5 ein Jahr des Wandels in
der Kontinuität. Das Schwergewicht liegt zwar
weiter auf gesellschaftlichen Ordnungen, doch sie
werden jetzt aus einer anderen Warte betrachtet:
weil sie „umstritten“ und nicht weil sie „riskant“
sind. Trennscharf lassen sich beide Attribute zwar
nicht unterscheiden, doch liegt auf der Hand, dass
Ordnungen aus anderen Gründen umstritten sein
können als ihrer riskanten Qualität wegen (man
denke etwa an den laufenden Minarett-Streit).
Für diese Umorientierung gibt es mehrere Grün­
de, unter anderem den, dass der wissenschaftliche
„Einzugsbereich“ des modifizierten Profils an dieser
Universität deutlich weiter reicht – was wiederum
insofern von Bedeutung ist, als die Universitätslei­
tung den PbF 5 dazu ausersehen hat, im Rahmen
der anstehenden (zweiten) Exzellenzinitiative des
Bundes einen Cluster-Antrag zu stellen. Die Vorbe­
reitungen dazu sind Mitte 2009 angelaufen.
Des weiteren hat der PbF-Vorstand beschlossen,
die von der Universität zur Verfügung gestellten
Mittel gezielt auch dafür einzusetzen, dass sich im
Umfeld des geplanten Cluster-Antrags – und thema­
tisch mit ihm lose verkoppelt – eine strukturierte
Ordnungshüter
„Forschungslandschaft“ herausbildet. Es sollen
Verbundprojekte initiiert werden, die den Gedanken
des kooperativen Forschens in den Geistes-/Sozial­
wissenschaften stärker verankern und neue Verbin­
dungen zu den „harten“ Wissenschaften herstellen.
Ziel ist es, über Disziplingrenzen hinweg eine funk­
tionierende „Drittmittel-Kultur“ zu schaffen, die das
grundständige Einzelprojekt nicht ablösen, sondern
ergänzen wird. In diesem Zusammenhang ist eine
bessere Integration des „Mittelbaus“ geplant, dessen
Zusammenarbeit, sofern sie außerhalb strukturierter
Doktorandenprogramme stattfindet, immer noch
stark von Zufälligkeiten abhängt.
Was die Außenwirkung des PbF angeht, so hat
sich sein „Exponat“, das E-Journal Behemoth,
inzwischen fest auf dem Markt etabliert. Die ersten
beiden Jahrgänge sind auf beträchtliche Resonanz
gestoßen und haben viel Lob geerntet: Das Journal
ist schnell zu „einem markanten Publikationsorgan
der Sozialwissenschaften geworden“ (Horst Brede­
kamp).
Neue Zeiten – neue Leiden?
PbF 6: Veränderte Umwelt und Krankheit
Der menschliche Organismus ist in der modernen
Arbeits- und Lebenswelt vielfältigen Belastungen
und Risikofaktoren ausgesetzt. Umwelteinflüsse
und Lebensstil, vor allem Fehlernährung, Bewe­
gungsmangel, Rauchen, Alkoholkonsum und Stress
können zu Zivilisationskrankheiten wie HerzKreislauf-, Stoffwechsel- und Tumorerkrankungen
Forschung
führen. Ihr Entstehen ist in hohem Maße vom
persönlichen Bewegungs- und Ernährungsverhal­
ten abhängig und differiert stark nach Geschlecht,
Alter, Region und sozialem Hintergrund. Neben der
Beeinträchtigung der Lebensqualität führen die Zi­
vilisationskrankheiten zu erheblichen Kostenbelas­
tungen im Gesundheitswesen.
Die Bewertung der Zivilisationskrankheiten und
ihrer Ursachen wird durch die hohe Variabilität
der Reaktion des Einzelnen auf die Risikofaktoren
erschwert. Nicht jeder hohe Cholesterinwert führt
zwangsläufig zum Herzinfarkt, erst das Zusammen­
wirken von Verstärkungs- und Resistenzmechanis­
men wie genetischer Disposition, Lebensstil und
Umweltfaktoren führt letztlich zur Erkrankung in
unterschiedlich starker Ausprägung oder auch nicht.
Die Leipziger Wissenschaftler im PbF 6 verfol­
gen mit ihren Untersuchungen deshalb vor allem
folgende Ziele:
teile, Urin, aber auch Zellen von mehr als 30 000­­
Studienteilnehmern unter hochstandardisierten
Bedingungen gelagert. Für spätere Untersuchungen
der hochempfindlichen und für die Entwicklung
neuer Diagnose- und Therapieverfahren wichtigen
Eiweißmoleküle (Proteomanalyse) und Stoffwech­
selprodukte (Metaboliten) ist die sichere Lagerung
der Proben über viele Jahre hinweg notwendig.
Schon jetzt ist sie im universitären Umfeld weltweit
einzigartig, ihr Ausbau auf bis zu zehn Flüssigstick­
stoff-Kühltanks ist vorgesehen. Die LIFE-Biobank
steht unter der fachlichen Leitung des Instituts für
Laboratoriumsmedizin, Klinische Chemie und
Molekulare Diagnostik.
Verständnis der Krankheitsbelastung und Krankheitsdynamik in der Bevölkerung
Aufklärung der genetischen Einflüsse bei
komplexen Zivilisationserkrankungen
Untersuchung der Krankheitsdiversitäten infolge Umwelt- und Lebensstiländerung
Entwicklung und Überprüfung von
Früherkennungs- und Screeningverfahren
Vorbereitung interventioneller Studien zur Prävention und Therapie zivilisationsbedingter Krankheiten.
Unterschiedliche Aspekte der Thematik des PbF
„Veränderte Umwelt und Krankheit“ werden in
einer Vielzahl von geförderten Forschungsprojekten
in Zusammenarbeit mit drittmittelgeförderten
Forschungsverbünden untersucht (s. Jahresbericht
2007/2008, S. 42f.).
Im Rahmen des Interdisziplinären Forschungs­
komplexes zu molekularen Ursachen umwelt- und
lebensstilassoziierter Erkrankungen LIFE wird die
Leipziger LIFE-Biobank der Medizin aufgebaut.
Sie besteht im ersten Abschnitt aus fünf Flüssig­
stickstoff-Kühltanks und einer damit verbundenen
Datenbank, die durch das Institut für Medizinische
Informatik, Statistik und Epidemiologie betreut
wird. In der LIFE-Biobank werden über eine Mil­
lion Proben, hauptsächlich Blut und seine Bestand­
33
Die „Tresore“ der Biobank können 1 Million Einzelproben
sicher lagern.
34
Jahresbericht 2009
Research Academy Leipzig
Die im Jahr 2006 gegründete Research Academy
Leipzig (RAL) ist die Dachstruktur, in der alle
strukturierten Doktorandenprogramme koordiniert
werden. In den 20 Klassen der 3 Graduiertenzentren
arbeiteten 2009 insgesamt 630 Doktorandinnen
und Doktoranden. 245 Promovierende wurden neu
aufgenommen, 64 haben ihre Promotion erfolgreich
abgeschlossen.
Zum ersten Mal wurde im Rahmen der Jahres­
versammlung der RAL am 7. Dezember 2009 der
Katharina-Windscheid-Preis vergeben. Dieser
Promotionsförderpreis wird künftig einmal jährlich
an eine Doktorandin oder einen Doktoranden der
RAL für eine Dissertation als Leistung unter beson­
deren Lebensumständen verliehen. Mit ihm sollen
Geschlechtergleichheit und Familienfreundlichkeit
in der Forschung gefördert werden. Der Preis ist
nach der ersten in Deutschland zum Dr. phil. pro­
movierten Frau, Katharina Windscheid, benannt, die
sich maßgeblich in Leipzig für die Verbesserung der
Hochschulzugangsbedingungen für Frauen einge­
setzt hat.
Bereits zum dritten Mal wurde der RAL-Promotions­
preis für herausragende Dissertationen vergeben.
UniWiND
Im Mai 2009 gehörte die Universität Leipzig zu
den Gründungsmitgliedern des „Universitätsver­
bandes zur Qualifizierung des wissenschaftlichen
Nachwuchses in Deutschland“ (UniWiND), der in
Abstimmung mit der Hochschulrektorenkonferenz
und in Kooperation mit verschiedenen nationalen
und internationalen Wissenschaftsorganisationen
die Interessen der Mitgliedsuniversitäten vertritt.
Leitung
Prorektor für Forschung und wissenschaftlichen Nachwuchs
Direktoren der Graduiertenzentren und Doktorandenvertretung
Graduiertenzentrum
Mathematik/Informatik und
Naturwissenschaften
Graduiertenzentrum
Lebenswissenschaften
Graduiertenzentrum
Geistes- und
Sozialwissenschaften
Klassen
Graduiertenschule
Klassen
Klassen
Internationales Promotions-
programm
Von der Signalverarbeitung zum Verhalten
Internationales Promotions-
programm
Transnationalisierung und
Regionalisierung vom 18. Jahrhundert bis zur Gegenwart
Building with Molecules and Nano-objects (BuildMoNa)
Internationales Promotions-
programm
Forschung in Grenzgebieten der Chemie
International Max Planck Research School
Mathematics in the Sciences
Graduiertenkollegs
Analysis, Geometrie und ihre Verbindung zu den Naturwissenschaften
Diffusion in Porous Materials (Internationales Graduiertenkolleg)
Deutsch-Französisches
Doktorandenkolleg
Komplexe Systeme im Gleichgewicht
und Nichtgleichgewicht
International Max Planck Research Schools
Human Origins
Neuroscience of communication:
Function, Structure, and Plasticity
„NeuroCom“
Graduiertenkollegs
Interdisziplinäre Ansätze in den zellulären Neurowissenschaften „InterNeuro“
Funktion von Aufmerksamkeit bei kognitiven Prozessen „Attention“
Proteinwissenschaften
Matrix Engineering
MD/PhD-Programm
der Medizinischen Fakultät und der Fakultät für Biowissenschaften, Pharmazie und Psychologie
Graduiertenkollegs
Bruchzonen der Globalisierung
Religiöser Nonkonformismus und kulturelle Dynamik
Promotionsprogramme
Kultureller Austausch: Altertumswissen-
schaftliche, historische und ethnologische Perspektiven
Verräumlichung sozialer und kultureller Aktivitäten (Klasse in Gründung)
Deutsch als Fremdsprache/Transcultural German Studies
Säkularität und kulturelle Dynamik
(Klasse in Gründung)
Allgemeines Qualifikationsprogramm
Fakultäten und Forschungseinrichtungen
Forschung
35
Fördermittel für
exzellente Forschung
Förderung durch die Deutsche
Forschungsgemeinschaft
Die Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG) ist
mit einem Anteil von 23 Prozent der wichtigste
Drittmittelgeber der Universität. Im Jahr 2009 un­
terstützte sie 515 Projekte der Grundlagenforschung
mit 21,5 Millionen Euro. Gefördert wurden sowohl
Forschungsverbünde wie Sonderforschungsbereiche,
Forschergruppen und Graduiertenkollegs als auch
Einzelprojekte im Normalverfahren. Diese Förde­
rung ist gerade für die große Fächervielfalt in den
sogenannten Orchideenfächern der Universität von
Bedeutung.
Sonderforschungsbereiche
Die Universität Leipzig unterhält zurzeit gemeinsam
mit anderen Forschungseinrichtungen vier Sonder­
forschungsbereiche (SFB), in denen Wissenschaftler
unterschiedlicher Disziplinen bis zu zwölf Jahren
fächerübergreifend zusammenarbeiten:
SFB 586 – Differenz und Integration. Wechselwirkungen
zwischen nomadischen und sesshaften Lebensformen in
Zivilisationen der Alten Welt
SFB 610 – Protein-Zustände mit zellbiologischer und
medizinischer Relevanz
SFB 762 – Funktionalität oxidischer Grenzflächen
TRR 67 – Funktionelle Biomaterialien zur Steuerung von
Heilungsprozessen in Knochen- und Hautgewebe – vom
Material zur Klinik
Im Transregio-Sonderforschungsbereich TRR 67
„Funktionelle Biomaterialien zur Steuerung von
Heilungsprozessen in Knochen- und Hautgewebe
– vom Material zur Klinik“ werden seit Juli 2009
neuartige funktionelle Biomaterialien auf der Basis
von artifizieller extrazellulärer Matrix gemeinsam
von der Universität Leipzig und der Technischen
Universität Dresden erforscht. Im Wesentlichen
1
KFO: Klinische Forschergruppe
sollen neue Komponenten aus GlykosaminoglykanDerivaten (Polysacchariden) und Kollagenen
(Strukturproteinen), die Wechselwirkungen mit
im Gewebe vorkommenden Mediatoren eingehen
und Heilungsprozesse steuern, entwickelt wer­
den. Die Vision der beteiligten Wissenschaftler
sind neue Materialien, die die Wundheilung nach
Knochen- und Hautverletzungen beschleunigen und
verbessern. Dies wird insbesondere in der Implan­
tations- und Transplantationsmedizin zu schnelleren
Heilungserfolgen führen. Die DFG fördert das
Forschungsvorhaben mit 10 Millionen Euro.
Forschergruppen
Forschergruppen sind enge Arbeitsbündnisse meh­
rerer herausragender Wissenschaftler, die gemein­
sam eine Forschungsaufgabe bearbeiten und neue
Forschungsrichtungen entwickeln. An der Universi­
tät Leipzig arbeiten zurzeit fünf Forschergruppen:
FOR 718 – Analysis and Stochastics in Complex Physical Systems
FOR 742 – Grammatik und Verarbeitung verbaler
Argumente
FOR 748 – Neuronale und gliale P2-Rezeptoren
FOR 877 – From Local Constraints to Macroscopic
Transport
KFO 1521 – Atherobesity: Fett und Gefäß
Die Forschergruppe 522 „Architektur von nanound mikrodimensionalen Strukturelementen“ hat im
Jahr 2009 mit Auslaufen der Förderung ihre Arbeit
erfolgreich abgeschlossen. Die wissenschaftlichen
Ergebnisse werden im Sommer 2010 als Sonderteil
in der Zeitschrift physica status solidi (b) veröffent­
licht.
36
Jahresbericht 2009
Physiker Markus Kraus untersucht am Messplatz für Hochfre­
quenz-Messungen Absorptionseigenschaften von Zeolith.
Physikerin Johanna Lutz vor einer Anlage zur Plasma-ImmersionsIonenimplantation, die die homogene Implantation in beliebige
dreidimensionale Körper erlaubt.
Graduiertenschule BuildMoNa
In der 2007 gegründeten Graduiertenschule „Leip­
zig School of Natural Sciences – Building with
Molecules and Nano-objects – BuildMoNa“ haben
im Sommer 2009 zwei neue vom Europäischen
Sozialfonds und dem Freistaat Sachsen geförderte
Nachwuchsforschergruppen ihre Arbeit aufgenom­
men. Die mit 1,65 Millionen Euro geförderte Nach­
wuchsforschergruppe „Trägergebundene Katalyse
für innovative Bio-, Nano- und Umwelttechnologie“
soll selektive homogene, heterogene und Bio-Kata­
lysatoren gezielt herstellen, umfangreich charakteri­
sieren und hinsichtlich ihrer katalytischen Aktivität,
Selektivität und Stabilität auch unter anwendungs­
relevanten Bedingungen testen. Die mit 1,3 Milli­
onen Euro geförderte Nachwuchsforschergruppe
„Funktionale multiskalige Strukturen“ forscht an
neuartigen Nanostrukturen mit maßgeschneiderten
optischen und elektronischen Eigenschaften.
Nachwuchses im Rahmen koordinierter, von meh­
reren Hochschullehrern getragener Forschungs- und
Studienprogramme.
An der Universität Leipzig arbeiten zurzeit sechs
Graduiertenkollegs (GRK):
Graduiertenkollegs
Graduiertenkollegs sind Einrichtungen der Hoch­
schulen zur Förderung des wissenschaftlichen
1
IGK: Internationales Graduiertenkolleg
GRK 597 – Analysis, Geometrie und ihre Verbindung zu
den Naturwissenschaften
IGK1 1056 – Diffusion in porösen Materialien
(Internationales Graduiertenkolleg)
GRK 1097 – INTERNEURO – Interdisziplinäre Ansätze
in den zellulären Neurowissenschaften
GRK 1182 – Funktion von Aufmerksamkeit bei kognitiven
Prozessen
GRK 1261 – Bruchzonen der Globalisierung
GRK 1553 – Religiöser Nonkonformismus und kulturelle
Dynamik
Das im Jahr 2009 neu eingeworbene Graduierten­
kolleg 1553 „Religiöser Nonkonformismus und
kulturelle Dynamik“ untersucht Wirkungen und
Formen abweichenden religiösen Verhaltens und
Glaubens in verschiedenen Kulturen. Durch ein
breites Zusammenwirken regionalwissenschaftlicher
und historischer Disziplinen kann das Phänomen
Forschung
des religiösen Nonkonformismus in kulturverglei­
chenden und theoretischen Zusammenhängen dis­
kutiert und erstmals aus übergreifender Perspektive
umfassend erforscht werden.
Das GRK 1182 „Funktion von Aufmerksamkeit
bei kognitiven Prozessen“ wird nach erfolgreicher
Zwischenbegutachtung zunächst bis 2014 mit
2 Millionen Euro weiter gefördert. Erforscht wird
die Rolle von Aufmerksamkeit bei elementaren
Gehirnleistungen wie Wahrnehmung, Verarbeitung
emotionaler Reize und Sprache.
Das GRK 1097 „INTERNEURO – Interdis­
ziplinäre Ansätze in den zellulären Neurowissen­
schaften“ verteidigte 2009 sein Programm erfolg­
reich und wird für die nächsten viereinhalb Jahre
von der DFG mit insgesamt 2,3 Millionen Euro
gefördert. In interdisziplinär angelegten Projekten
forschen Stipendiaten unter Tandem-Betreuung,
zum Beispiel durch einen Mediziner und einen
Physiker.
International Max Planck Research Schools
An der Universität Leipzig sind gegenwärtig drei
International Max Planck Research Schools tätig:
Mathematics in the Sciences
The Leipzig School of Human Origins
Neuroscience of Communication: Function,
Structure and Plasticity.
In Max Planck Research Schools als Zentren
wissenschaftlicher Exzellenz für Nachwuchswissen­
schaftlerinnen und Nachwuchswissenschaftler mit
internationaler Ausstrahlung arbeiten Universitäten
und Hochschulen in enger Kooperation mit MaxPlanck-Instituten.
Reinhart-Koselleck-Projekt
Für besonders innovative und risikoreiche For­
schung hat die DFG seit 2008 mit dem ReinhartKoselleck-Programm eine eigenständige Förderlinie
eingerichtet. Einer der ersten geförderten Wissen­
schaftler ist seit Dezember 2008 Professor Erich
Schröger vom Institut für Psychologie I. Mit ­
1,25 Millionen Euro, der höchstmöglichen Förder­
summe, unterstützt die DFG Forschungen auf dem
Gebiet der kognitiven und biologischen Psychologie.
37
Förderung durch die
Europäische Union
Von den 48 Projekten, die von der Europäischen
Union mit 7,9 Millionen Euro gefördert werden,
wurden 12 Projekte im Jahr 2009 begonnen. Im
7. Rahmenprogramm für Forschung, technolo­
gische Entwicklung und Demonstration werden
neue thematische Forschungsschwerpunkte mit
Bottom-Up-Förderung für die Grundlagenforschung
und Drittmittel für die Mobilität von Forschern
unterstützt. In drei Projekten koordinieren Wissen­
schaftler der Universität Leipzig die internationalen
Forscherteams:
GIPIO – Gastro-intestinal Peptides in Obesity
Koordinator: Prof. Dr. Annette G. Beck-Sickinger (Fakultät für Biowissenschaften, Pharmazie und Psychologie, Institut für Biochemie)
OSPI – Optimizing suicide prevention programs and their implementation in Europe
Koordinator: Prof. Dr. Ulrich Hegerl
(Medizinische Fakultät, Klinik und Poliklinik für Psychiatrie)
OntoWiki – Semantic Collaboration for
Enterprise Knowledge Management, E-Learning and E-Tourism
Koordinator: Dr. Sören Auer
(Fakultät für Mathematik und Informatik, Institut für Informatik)
Nachwuchsgruppe „Alzheimer’s disease ImmunProject“
Die Europäische Union und das Land Sachsen
fördern im Rahmen des Europäischen Sozialfonds
(ESF) die Nachwuchsgruppe „Alzheimer’s disease
Immun-Project“ (ADIP) an der Fakultät für Chemie
und Mineralogie und dem Biotechnologisch-Biome­
dizinischen Zentrum (BBZ) der Universität Leipzig.
Das über drei Jahre angelegte interdisziplinäre
Projekt zur Berufsqualifizierung junger Wissen­
schaftler wird mit insgesamt 800.000 Euro finan­
ziert. In Zusammenarbeit mit der Veterinärmedizi­
nischen Fakultät und dem Paul-Flechsig-Institut für
Hirnforschung entwickelten und testeten die sechs
Nachwuchswissenschaftler neue innovative Ansätze
zur Behandlung neurodegenerativer Krankheiten
wie der Alzheimer-Demenz.
38
Jahresbericht 2009
Am Biotechnologisch-Biomedizinischen Zentrum in der Arbeitsgruppe von Professor
Ralf Hoffmann (r.) informieren sich der Sächsische Staatsminister für Wirtschaft, Arbeit
und Verkehr Sven Morlok, Abteilungsleiter im SMWA Joachim Wagner, die stellvertre­
tende Generaldirektorin für Beschäftigung der EU-Kommission Lenia Samuel und der
Generaldirektor für Regionalpolitik der EU-Kommission Dirk Ahner (vlnr) über aktuelle
Forschungsvorhaben.
„Wir wollen die Zusammenarbeit zwischen Unternehmen und
Forschungseinrichtungen stärker
fördern. Mit anwendungsorientierter
Forschung und Entwicklung bleibt es
nicht nur bei innovativen Ideen. Es
entstehen neue Produkte und Dienstleistungen, die Wertschöpfung bleibt
in Sachsen. Das erhält und schafft
zukunftssichere Arbeitsplätze.“
Der Sächsische Staatsminister für Wirt­
schaft, Arbeit und Verkehr Sven Morlok
auf der Tagung zur EU-Strukturfondsför­
derung am 13.11.2009 in Leipzig
Strukturierte Therapie verhilft zur
Idealfigur.
Förderung durch das Bundesministerium für
Bildung und Forschung
Mit einem Förderbetrag von 15,5 Millionen Euro für 166 Projekte ge­
hört das BMBF zu den größten Förderern der universitären Forschung.
Unter den geförderten Projekten ragen fünf interdisziplinäre Verbund­
projekte besonders hervor:
IFB AdipositasErkrankungen
Von einem internationalen Gutachtergremium des BMBF hat die
Universitätsmedizin im November 2009 eine Förderempfehlung für
ein Integriertes Forschungs- und Behandlungszentrum (IFB) Adiposi­
tasErkrankungen erhalten. Leipzig ist damit auf dem Weg, als fünfter
von acht deutschen Universitätsstandorten ein mit bis zu 50 Millionen
Euro innerhalb von zehn Jahren gefördertes IFB aufzubauen. Im IFB
werden mehrere interdisziplinäre Forschungsgruppen zum Thema
Übergewicht und begleitende Krankheiten unter einem Dach zusam­
menarbeiten. Die daraus resultierenden Synergien sollen helfen, For­
schungsergebnisse möglichst schnell für Patienten nutzbar zu machen
und individuelle Behandlungskonzepte zu entwickeln.
Übergewicht, Fettleibigkeit und die damit zusammenhängenden
Erkrankungen gehören zu den größten medizinischen Herausforde­
rungen unserer Zeit. An der Leipziger Universität und am Universi­
tätsklinikum wird seit etwa zehn Jahren auf diesem Gebiet erfolgreich
wissenschaftlich und klinisch gearbeitet; in Leipzig gibt es das einzige
Forschung
DFG-geförderte Verbundprojekt zu diesem Forschungsschwerpunkt.
Die hier praktizierte strukturierte Therapie von adipösen Kindern und
Jugendlichen, die sowohl konservative als auch chirurgische Maßnah­
men einschließt, sowie die klinische und Grundlagenforschung zur
Entwicklung des kindlichen Übergewichts sind deutschlandweit ein­
malig. Das IFB AdipositasErkrankungen soll mit diesem Schwerpunkt
der Leipziger Universitätsmedizin und der damit eng verbundenen
Landesexzellenzinitiative LIFE auf dem Gebiet der Zivilisationser­
krankungen zu einem internationalen Spitzenzentrum der krankheits­
bezogenen Stoffwechselforschung ausgebaut werden.
39
Idealmaße durch Maßhalten
Interdisziplinäres Zentrum für Computergestützte Chirurgie
Das Interdisziplinäre Zentrum für Computergestützte Chirurgie
(ICCAS) wird nach erfolgreicher Evaluation ab 2010 vom BMBF mit
8 Millionen Euro für weitere fünf Jahre im Rahmen der Initiative
Unternehmen Region gefördert. Damit kann es seine erfolgreiche,
international vielbeachtete Arbeit zur Entwicklung chirurgischer Ar­
beitsplätze der Zukunft fortsetzen. In der ersten Förderperiode wurde
ein Konzept für einen neuartigen chirurgischen Arbeitsplatz erarbeitet.
Das nächste Ziel besteht darin, Prototypen zu entwickeln und diese in
den klinisch-chirurgischen Alltag zu überführen.
Translationszentrum für Regenerative Medizin Leipzig
Das im Jahr 2006 gegründete Translationszentrum für Regenerative
Medizin Leipzig (TRM) als eines von vier nationalen Zentren für
Regenerative Medizin in Deutschland bereitet sich auf die Evaluation
in 2010 vor. Es ist das größte wissenschaftliche Einzelprojekt der Uni­
versität und wird mit 40 Millionen Euro von Bund und Land gefördert.
Im TRM werden diagnostische und therapeutische Ansätze erforscht,
die die körpereigene Selbstheilung nutzen und für die regenerative
Medizin von entscheidender Bedeutung sind:
Tissue Engineering und Materialwissenschaften
Zelltherapien für Reparatur und Ersatz
Regulatorische Moleküle und Delivery-Systeme
Bildgebende Verfahren, Modellierung und Überwachung von
Regeneration.
Der Wissenschaftszug „Expedition
Zukunft der Max-Planck-Gesellschaft“
machte Mitte August 2009 für drei Tage
Halt auf dem Leipziger Hauptbahnhof.
Unter den Ausstellern war auch das TRM.
40
Jahresbericht 2009
Jan Liese von der Klinik für Mund-, Kieferund Plastische Gesichtschirurgie besiedelt
unter der Sterilbank das Trägermaterial,
das fehlenden Kieferknochen ersetzen
soll, mit Stammzellen. Gemeinsam mit
dem TRM forscht der Chirurg an der Ent­
wicklung stammzellbesiedelter Knochen­
implantate.
Centre for Area Studies
Die Universität hat erfolgreich BMBF-Mittel im Umfang von 3 Milli­
onen Euro zum Auf- und Ausbau eines Centre for Area Studies (CAS)
eingeworben. Ziel ist die Bildung einer interfakultären Struktur für die
an der Universität vertretenen Regionalwissenschaften durch Profilie­
rung mit dem gemeinsamen Forschungsprogramm zum Thema „Cul­
tural Encounters and Political Order in a Global Age“, durch stärkere
Verknüpfung mit systematischen und historischen Disziplinen, durch
Visibilität auf Tagungen und in Publikationen sowie durch institutio­
nelle Kooperationen und selbstreflexive Methodendiskussion. Erforscht
werden soll, wie Gesellschaften in verschiedenen Weltregionen in Ver­
gangenheit und Gegenwart auf wachsende wirtschaftliche, kulturelle
und politische Vernetzungen reagieren und dabei ihre Eigenständigkeit
zu behaupten suchen.
OntoWiki-Software
Die Forschungsgruppe „Agile Knowledge Engineering und Semantic
Web“ (AKSW) am Institut für Informatik erhielt Anfang 2009 für die
Software OntoWiki, die sie gemeinsam mit drei Leipziger Firmen ent­
wickelt, 425.000 Euro Fördermittel vom BMBF. Das browserbasierte
Werkzeug OntoWiki unterstützt kollaboratives und agiles Wissensma­
nagement nach Art eines Wikis. Die vom OntoWiki verwalteten Wis­
sensbasen lassen sich sowohl in einer Vielzahl von Sichten erkunden
und betrachten als auch mit mehreren intuitiven Methoden bearbeiten.
Ein Anwendungsbeispiel ist der am Institut für Informatik betreute
Professorenkatalog der Universität Leipzig (s. auch Jahresbericht
2007/2008, S. 120f.).
Stiftungsprofessuren
Im Jahr 2009 wurden 13 Stiftungsprofessuren an vier Fakultäten der
Universität Leipzig gefördert – s. S. 148.
Forschung
41
Forschung konkret
Eisgas und kalte Geysire
Ein Ozean auf Enceladus
Mit einem Durchmesser von ­
etwa 500 Kilometern ist Ence­
ladus der sechstgrößte Mond
des Saturns, bedeckt von einer
dicken Eisschicht. Er wird schon
seit einiger Zeit als Kandidat
mit günstigen Bedingungen für
­primitives Leben im Sonnen­
system gehandelt. Lange wurde
vermutet, dass sich unter der
Oberfläche des Eismondes ein gi­
gantisches unterirdisches Wasser­
reservoir befindet, das die Quelle
der kalten Gas- und Eis­partikelnJets (kalte „Geysire“) am Südpol
des Saturnmondes sein könnte.
Bisher war allerdings der Ur­
sprung der Eispartikeln unklar
und die Annahme einer flüssigen
Quelle oder eines Ozeans unter
Jets von Gas und Eispartikeln an der
Oberfläche des Eismondes Enceladus im
Gegenlicht der Sonne
der Oberfläche des Mondes reine
Spekulation. Es ist entscheidend,
ob die Eispartikeln aus einer
flüssigen Quelle entstehen, das
Innere des Enceladus zunächst
als flüssiges Wasser verlassen
und erst in der Kälte des Welt­
alls gefrieren oder ob der Ozean
selbst längst zu Eis geworden ist.
Wissenschaftlern des WilhelmOstwald-Instituts für Physika­
lische und Theoretische Chemie
der Universität Leipzig gelang es
innerhalb eines internationalen
Forscherteams, die Vorgänge
auf dem Saturnmond Enceladus
im Labor zu imitieren und zu
interpretieren. Sie verglichen ihre
Messwerte mit Daten der Raum­
sonde Cassini, die sich dem Sa­
turn und seinem Mond Enceladus
bis auf einige hundert Kilometer
genähert hatte. Die Zusammen­
setzung der natriumreichen Eis­
partikeln aus den kalten Geysiren
des Enceladus konnte eindeutig
aus den Laborexperimenten und
-­spektren bestimmt werden – was
auf das Vorhandensein eines flüs­
sigen Ozeans unter der Oberflä­
che des Saturnmondes Enceladus
hinweist. Der Nachweis von
Natrium- und Carbonat-Verbin­
dungen sowie ein leicht basischer
pH-Wert schließen das Vorhan­
densein primitiver Lebensformen
zumindest nicht aus.
Nature, 459, 1098 (2009)
Die totale mesometriale
Resektion
Durchbruch bei der Behand­
lung von Gebärmutterhals­
krebs
Die an der Leipziger Univer­
sitätsfrauenklinik entwickelte
neue Operationsmethode, die
totale mesometriale Resektion,
ermöglicht eine sichere und
schonende Behandlung des
Gebärmutterhalskrebses, des
sogenannten Zervixkarzinoms.
Bisher ging man davon aus, dass
ein bösartiger Tumor radikal
entfernt und häufig eine Nachbe­
strahlung durchgeführt werden
muss. Dieses Behandlungskon­
zept verhindert Rückfälle nicht
sicher und kann zu erheblichen
unerwünschten Folgen führen.
Die neue operative Therapie des
Gebärmutterhalskrebses erzielt
ohne zusätzliche Strahlenthera­
pie sichere Erfolge. Grundlage
dafür ist die Berücksichtigung
des embryonalen Ursprungs der
Gewebe, in denen sich der Tumor
entwickelt.
Eine aus der Embryonalent­
wicklung abgeleitete „onko­
logische Anatomie“ als Basis
der operativen Behandlung von
Krebserkrankungen verspricht
gute Heilungschancen auch bei
anderen bösartigen Tumoren.
The Lancet Oncology, Vol 10
July 2009, 683
42
Jahresbericht 2009
Immer tiefer in die
Schuldenfalle?
Kommunales Zins- und
Schuldenmanagement
In einer bundesweit durchge­
führten Studie hat das Institut
für Öffentliche Finanzen und
Public Management der Uni­
versität Leipzig gemeinsam mit
der Kommunalen Finanzplatt­
form Deutschlands (KFPD) die
zentralen Herausforderungen für
Kommunen im Rahmen ihres
Zins-, Schulden- und Liquiditäts­
managements untersucht. Für die
deutschen Kommunen rückt ein
nachhaltiges Zins- und Schul­
denmanagement stärker in den
Fokus des kommunalen Wirt­
schaftens. Sinkende Steuerein­
nahmen, ein nach wie vor hoher
Schuldenstand und eine wach­
sende Kreditaufnahme mit hohen
Zinsen zwingen die Kommunen
zu handeln.
Alle deutschen Kommunen
mit über 20 000 Einwohnern
wurden schriftlich befragt, mit
welchen Herausforderungen
sie sich in ihrem Schuldenma­
nagement konfrontiert sehen.
Von den 699 angeschriebenen
Kommunen beteiligten sich 227
an der Studie. Die Ergebnisse der
bislang größten Umfrage unter
deutschen Kämmereien zum
Kommunalen Zins- und Schul­
denmanagement können dazu
beitragen, die Kommunen für
Maßnahmen des Schuldenma­
nagements stärker zu sensibilisie­
ren, die strategische Planung der
Kreditaufnahme zu optimieren
und durch Einbeziehung aller
kommunalen Wirtschaftsbereiche
in eine Gesamtbetrachtung des
Wirtschaftsportfolios eine solide
Ein- und Ausgabenpolitik zu
gewährleisten.
Lenk, Thomas; Rottmann,
Oliver: Kommunales Zins- und
Schuldenmanagement, Zinsen
steuern, Verschuldung optimieren, KFPD Frankfurt/M. 2009
Schwammige Räume
Innovationsforum „Nano­
poröse Glasformkörper“
Ergebnisse der Erforschung und
Anwendung von nanoporösem
Glas stellten Wissenschaftler des
Instituts für Technische Chemie
am 26. und 27. November 2009
auf dem Innovationsforum „Na­
noporöse Glasformkörper“ vor.
Nanoporöse Glasformkörper sind
als Extraktionsprodukte pha­
sengetrennter AlkaliborosilikatGläser anzusehen und zeichnen
sich durch eine Reihe vorteil­
hafter Eigenschaften gegenüber
anderen porösen Materialien
aus. Charakteristisch ist ihre
hohe mechanische, thermische
und chemische Stabilität. Als
Monolithe (Glasformkörper) mit
schwammartiger Hohlraumstruk­
tur können sie in gleichbleibend
hoher Qualität rissfrei hergestellt
und zu dünnen flachen Membra­
nen, Stäben, Ringen und Rohren
verarbeitet werden. Derzeit ist
kein anderes nanoporöses Mate­
rial mit dieser Eigenschaftskom­
bination bekannt. Die Wissen­
schaftler versprechen sich von
den nanoporösen Gläsern innova­
tive Anwendungen in Forschung
und Wirtschaft, zum Beispiel bei
Katalyse und Gastrennung, in der
Informationsspeicherung und in
der Chemo- und Biosensorik.
Colloids and Surfaces A: Physicochemical and Engineering
Aspects, June 2007, vol./is. 300/1
– 2 SPEC. ISS. (21 – 29)
Hohlraumstruktur eines nanoporösen
Glasformkörpers
Forschung
Lebenslängliches Leiden
Politische Haft in der DDR und
ihre Folgen
Mehr als 200 000 Menschen
wurden in der sowjetischen
Besatzungszone und in der DDR
politisch verfolgt und inhaftiert.
Aus diesem Personenkreis wur­
den in einer Studie der Abteilung
Medizinische Psychologie und
Medizinische Soziologie der
Universität Leipzig sowie der
Fachhochschule MittweidaRosswein zu 1 288 Betroffenen
sekundäranalytisch Daten ausge­
wertet und anschließend hiervon
156 detailliert befragt. Die Studie
wurde von der Bundesstiftung
zur Aufarbeitung der SED-Dikta­
tur gefördert.
Diese Studie ergab, dass die
ehemaligen politischen Gefange­
nen noch heute unter den Folgen
der Haft leiden. Viele fühlen sich
auch Jahre nach der Inhaftierung
in besonderem Maße psychoso­
zial und gesundheitlich belastet.
Ihre Lebensqualität schätzen sie
im Vergleich zur Allgemeinbe­
völkerung als deutlich niedriger
ein; sie beschreiben sich selbst
als ängstlicher und depressiver.
Die erlittenen Repressionen
waren körperlich und seelisch
traumatisierend und wirken sich
als posttraumatische Belastungs­
störung auf die persönliche und
familiäre Entwicklung bis heute
aus. Die Betroffenen leiden zum
Teil unter anhaltenden Verun­
sicherungen und allgemeinen
Störungen des Alltagslebens.
Horch und Guck, Zeitschrift zur
kritischen Aufarbeitung der SEDDiktatur, 65 (2009), 56 – 59
1
Quod licet macropodidis,­
non licet hominibus1
Konzentrierter Urin durch ein
Protein
Wissenschaftler vom Institut für
Biochemie der Medizinischen
Fakultät haben den Mechanismus
entdeckt, der es Roten Riesen­
kängurus (macropus rufus)
ermöglicht, munter durch das
trockene Outback Australiens
zu hüpfen, ohne zu verdursten.
Sie scheiden extrem wenig hoch
konzentrierten Urin aus und
minimieren dadurch ihren Flüs­
sigkeitsverlust. Diese spezielle
Fähigkeit der Nieren bei einigen
Beuteltieren resultiert aus der
Funktionsänderung eines ein­
zigen Proteins, dem Rezeptor für
das Hormon Vasopressin. Über
dieses Hormon wird die Rückgewinnung von Wasser aus dem
Urin reguliert. Interessanterweise
ist die gleiche Funktionsände­
rung im Vasopressin-Rezeptor
auch beim Menschen bekannt.
Hier führt sie jedoch zu einer
seltenen Form des sogenannten
nephrotischen Syndroms – einem
schweren Krankheitsbild mit
Nierenversagen und Störungen
des Elektrolythaushalts. Dieses
Beispiel zeigt eindrucksvoll, dass
eine identische Funktionsände­
rung in einem einzigen Protein in
Abhängigkeit von den Umwelt­
Für Nichtlateiner: Was den Kängurus erlaubt ist, ist den Menschen noch lange nicht erlaubt.
43
bedingungen beim Menschen
Krankheitsrelevanz, für Kän­
gurus in den trockenen Wüsten
Australiens einen Überlebensvor­
teil haben kann.
PLoS ONE. 2009; 4(5): e5573.
Emissionen können krank machen.
Industrie – Verkehr –
Gesundheit
Umweltassoziierte Gesund­
heitsrisiken für Kinder
Im Rahmen einer internatio­nalen Studie wurde der Einfluss
bestimmter Luftverunreini­
gungen auf das Auftreten von
Atemwegs­erkrankungen und
Allergien bei 1400 sechs- bis
zwölfjährigen Kindern in
La Plata, Argentinien, untersucht.­
Die Leitung lag auf der argenti­
nischen Seite beim Zentrum für
Umweltforschung der Univer­
sität La Plata, auf deutscher
Seite beim Leipziger Institut für
Umweltmedizin und Hygiene.
Maßgeblich beteiligt waren
weiterhin eine Kinderklinik in
La Plata und das Department
Expositions­forschung und
Epidemiologie des HelmholtzZentrums für Umweltforschung.
44
Jahresbericht 2009
Die Luft zum Atmen – sie ist
unverzichtbar. Man kann sich
Luft nicht wählen, so wie man
dieses oder jenes Lebensmittel
auswählen kann, sondern „muss
nehmen, was vorhanden ist“.
Aus primärpräventiven, hygienischen Erwägungen heraus ist es
daher wichtig zu wissen, welche
vom Menschen eingebrachten
Bestandteile möglicherweise Ein­
fluss auf die Gesundheit haben
können. Dies gilt im besonderen
Maße für Kinder als sensible
Gruppe. Neben einem von den
Eltern ausgefüllten Fragebogen
wurden auch klinische Untersu­
chungen durchgeführt. Anthro­
pogen eingebrachte Bestandteile
der Innen- und Außenluft wie
flüchtige organische Kohlenwasserstoffe, inhalierbare Stäube
und Bioaerosole (Schimmelpilze)
wurden gemessen und mögliche
immun-modulatorische Effekte
an Zellen im Labor (in vitro)
getestet.
Kinder, die in von der petro­
chemischen Industrie beeinfluss­
ten Arealen wohnen, zeigten
eine höhere Asthma-Prävalenz,
eine größere Häufigkeit respi­
ratorischer Symptome, ihre
Lungenfunktion war beeinträch­
tigt. Diese epidemiologischen
Befunde wurden durch die in
vitro durchgeführten Zellexperi­
mente bestätigt. Die Studie zeigte
darüber hinaus, dass Emissionen
der petrochemischen Industrie
stärker als die aus dem Verkehr
mit respiratorischen Effekten bei
Kindern assoziiert sind. Diese
Ergebnisse sind Grundlage für
präventives Handeln und einer
Prioritätensetzung zur Risiko­
minderung. Die Hauptergebnisse
der Studie wurden im Dezember
2009 auf der World Allergy
Conference in Buenos Aires
vorgestellt.
Herbarth O, Busi LE, Dietz A,
Franck U, Massolo L, Mueller
A, Porta A, Rehwagen M, Ronco
A, Schink U, Wichmann G,
Wichmann FA. Petrochemicalexposure associated immunmodulatory effects and resulting
consequences on asthmatic
disorders in exposed children.
WAC 2009. p. 853
Mit einer Pille flink und
fit?
Sport und Vitaminpräparate
Viel Bewegung ist gesund. Und
wer seinem Körper daneben noch
mehr Gutes tun will, versorgt ihn
zusätzlich mit Vitaminpräpara­
ten. Das stärkt die Abwehrkräfte
und erhöht die Lebenserwartung,
so die weit verbreitete Meinung.
Gemeinsam mit Wissenschaftlern
der Friedrich-Schiller-Universität
Jena und der Harvard University
in Boston ist eine Arbeitsgruppe
der Medizinischen Klinik III der
Frage nachgegangen, ob sich die
gesundheitsfördernde Wirkung
von Sport durch die Einnahme
von Antioxidantien in Form von
Vitamin C und E steigern lässt.
39 junge Männer nahmen vier
Wochen lang an einem inten­
siven Sportprogramm teil. Die
eine Gruppe bekam begleitend
Vitamin C und E in Form von
Vitaminpräparaten, die andere
Placebo. Im Ergebnis der Studie
zeigten sich überraschenderweise­
die positiven Wirkungen des
Sports auf Blutzuckerspiegel,
Entzündungswerte und Insu­
linempfindlichkeit nur in der
Gruppe, die keine Antioxidantien
erhalten hatten. Deshalb schluss­
folgern die Autoren, dass die
eigentlich als schädlich angese­
henen freien Radikale wichtig
für die günstigen Anpassungsvorgänge in der Muskulatur nach
körperlichem Training sind.
Durch die zusätzliche Einnahme
von Vitaminpräparaten wird
dieser Mechanismus vermutlich
blockiert, der Verbesserungsreiz
bleibt aus. Wie sich beim Sport
die kontinuierliche Einnahme
von Vitaminpräparaten langfris­
tig auswirkt, kann derzeit noch
nicht abgeschätzt werden.
Proceedings of the National Academy of Sciences (PNAS), 2009
May 26; 106 (21): 8665 – 70
Forschung
programm für Erzieherinnen
mit Handlungsempfehlungen
erarbeitet. Im Jahr 2009 führten
ausgebildete Multiplikatoren 47
Fortbildungsveranstaltungen in
ganz Sachsen durch. Das Pro­
gramm wird 2010 fortgesetzt und
2011 durch eine Studie erneut
auf seine Wirksamkeit überprüft.
MoKiS ist eine Auftragsstudie
des Sächsischen Staatsministeri­
ums für Soziales.
www.mokis-studie.de
Bewegung, Spiel und
Sport
Motorische Leistungsfähigkeit
sächsischer Kinder
Bewegung spielt in der Kind­
heit eine so bedeutende Rolle
wie in keiner anderen Lebens­
phase. Deutschlandweite
Untersuchungen weisen auf
eine Abnahme der motorischen
Leistungsfähigkeit von Kindern
hin; die Folgen werden von
Wissenschaftlern als sehr kritisch
für die kindliche Gesundheit
eingeschätzt. Diese rückläufige
Entwicklung trifft auch auf die
motorischen Fähigkeiten von
Kindern in Sachsen zu und lässt
auf Übungsdefizite schließen.
Zu diesem Ergebnis kommt eine
Studie des Instituts für Grund­
schulpädagogik der Erziehungs­
wissenschaftlichen Fakultät zur
motorischen Leistungsfähigkeit
von Kindern in Sachsen –
MoKiS (Motorik von Kindern in
Sachsen). Untersucht wurden
1 338 Kinder aus 50 sächsischen
Kindertages­stätten. Aufbauend
auf einer differenzierten Ana­
lyse wurde ein Fortbildungs­
Wirtschaftskriminalität
im Fokus
Wer sind die Täter?
Wie Unternehmen sich vor zu­
nehmenden Wirtschaftsstraftaten
schützen können, steht im Fokus
einer Studie zur Wirtschafts­
kriminalität, die die Juristen­
fakultät der Universität Leipzig
gemeinsam mit RölfsPartner,
einer der größten unabhän­
gigen Prüfungsgesellschaften
Deutschlands, durchgeführt hat.
Erstmals konnte eine Tätertypo­
logie erstellt werden, aus der sich
Empfehlungen für Prävention
und Aufdeckung ableiten lassen.
Auf der situativen Ebene sind die
Täter, die eine günstige Gelegen­
heit ergreifen, weil sie sich gera­
45
de bietet (Gelegenheitsergreifer)
und diejenigen, die sie zielstrebig
suchen (Gelegenheitssucher) zu
unterscheiden.
Hinsichtlich der Täterpersön­
lichkeit konnten vier Idealtypen
herausgearbeitet werden: Der am
häufigsten auftretende Krisentä­
ter wird durch ein besonderes
berufliches oder privates Ereignis
zum Täter. Beim Täter mit
wirtschaftskriminologischem
Belastungssyndrom handelt es
sich häufig um einen beruflichen
Quereinsteiger, der in der Midlife
Crisis einen ausschweifenden
Lebensstil pflegt und in arbeits­
platzbezogene Subkulturen ver­
strickt ist. Abhängige bezahlen
mit ihrer kriminellen Tat einen
Gefallen oder handeln aus Furcht
vor Repressionen. Bei den Un­
auffälligen besteht ein deutlicher
Zusammenhang zwischen Tat
und günstiger Gelegenheit.
Schneider, Hendrik: Der
Wirtschaftsstraftäter in seinen sozialen Bezügen. In: Der
Wirtschaftsstraftäter in seinen
sozialen Bezügen, RölfsPartner/
Universität Leipzig 2009
„Bad habits“
Umlernen von Bewegungs­
techniken
Bewegungswissenschaftler des
Instituts für Allgemeine Bewe­
gungs- und Trainingswissen­
schaft der Universität Leipzig
untersuchten zusammen mit
Kollegen von der Texas A&M
University das Umlernen von
sportlichen Bewegungstechniken.
Das Umlernen einer bereits be­
herrschten Bewegungstechnik ist
46
Jahresbericht 2009
Messung der Muskelaktivität während des
Umlernens
mit Eingewöhnungsphasen und
unerwünschten Nebeneffekten
wie Leistungsstagnation verbun­
den. Die unerwünschten Neben­
effekte entstehen dadurch, dass
im motorischen Gedächtnis die
„alte“ Bewegung und die umge­
lernte „neue“ Bewegung parallel
abgespeichert werden, so dass es
immer wieder zu Vertauschungen
kommt. Dieses Phänomen kennt
jeder, der einmal seinen Besteck­
kasten im Küchenschrank um­
geräumt hat: Obwohl man genau
weiß, dass das Besteck an einem
neuen Platz liegt, greift man im­
mer wieder in das falsche Fach.
Dass die einmal gelernten alten
Bewegungsmuster während des
Umlernprozesses dominieren und
nicht wie „Bad Habits“ einfach
abgelegt werden können, konnte
durch Messungen von Muskelak­
tivitäten bestätigt werden. Die
Erkenntnisse finden bei neuen
Sportgeräten Anwendung, die
minimale Änderungen in der Be­
wegungstechnik verlangen. Ziel
ist es, neue Bewegungen in einem
neuen Kontext zu erlernen, um
Vertauschungen im motorischen
Gedächtnis zu vermeiden. Das
umfangreiche Projekt wurde von
der Deutschen Forschungsge­
meinschaft gefördert.
Journal of Sport & Exercise Psychology (2010) – in Druck
Human Movement Science, 2008
27 (6), 873 – 887
2 000. Stammzellentransplantation
1980 wurde in Leipzig mit dieser Blutkrebstherapie begonnen. Heute finden im Jahr
fast 200 Transplantationen am Universitätsklinikum statt. Im Januar 2009 wurde
an einem 49-jährigen Ingenieur die 2000. Stammzellentransplantation erfolgreich
durchgeführt. Es gibt nur wenige Transplantationszentren in Europa, die auf eine
Expertise von 2000 Transplantationen zurückgreifen können.
Leipziger Psychologie europaweit vorn
Die Psychologischen Institute I und II der Universität Leipzig wurden Ende 2009
vom Centrum für Hochschulentwicklung in Gütersloh als sehr gut eingestuft. Die
Forschungs- und Studienbedingungen in Leipzig seien mit Eliteuniversitäten wie Cambridge und Oxford vergleichbar. Bewertet wurden unter anderem die Forschungsmöglichkeiten und die Anzahl der Publikationen.
Paper of the Year 2008
Die von der Leipziger Klinik und Poliklinik für Neurologie zusammen mit anderen
europäischen Einrichtungen verfasste wissenschaftliche Arbeit über die Erweiterung
des Behandlungszeitfensters für die Thrombolyse beim Schlaganfall, veröffentlicht im
international hoch angesehenen „New England Journal of Medicine“, ist im März
2009 von der renommierten Fachzeitschrift „The Lancet“ zum „Paper of the Year
2008“ gekürt worden. Die Schlaganfall-Spezialisten beschreiben in ihrer Arbeit, wie
das Zeitfenster erweitert werden kann, das für die Behandlung akuter Schlaganfälle
zur Verfügung steht.
Forschung
47
Wissen für
die Wirtschaft
Die Universität als Stätte freier Wissenschaft und
Kultur fühlt sich getreu ihrem Leitbild der Grund­
lagenforschung ebenso verpflichtet wie der Förde­
rung verantwortlicher Anwendung von Forschungs­
ergebnissen. Im Rahmen vertraglich ­vereinbarter
Forschung mit Forschungseinrichtungen und Wirt­
schaftsunternehmen erwirtschaftete die Universität
2009 mit 510 Aufträgen 12 Millionen Euro. Die
nachfolgenden Beispiele verdeutlichen das Anliegen
der Universität, den Austausch zwischen Wissen­
schaft und Wirtschaft mit neuen Ideen effizienter zu
gestalten.
Forschung für den Markt im Team
Förderprogramm ForMaT
Mit dem Förderprogramm ForMaT „Forschung für
den Markt im Team“ will das BMBF Ergebnisse aus
der öffentlichen Forschung besser und schneller für
die Wirtschaft nutzbar machen und die Trennung
zwischen marktgetriebener industrieller Forschung
und erkenntnisgetriebener öffentlicher Forschung
überwinden. Von den im Jahr 2009 bearbeiteten
sechs Projekten sei das Projekt „Topic Maps Lab“
hervorgehoben.
Topic Maps Lab, ein Projekt des Instituts für In­
formatik der Universität Leipzig in Kooperation mit
der Handelshochschule Leipzig, entwickelt in den
nächsten zwei Jahren mit Mitteln von 1,1 Millionen
Euro innovative semantische Technologien, die die
Informationsverarbeitung durch Berücksichtigung
des Bedeutungskontextes verbessern. Topic Maps
ermöglichen auch eine verbesserte Darstellung von
Informationen in stark vernetzten themenzentrierten
Internetportalen. Genutzt werden Topic Maps aber
auch, um unterschiedliche betriebliche Datenquellen
flexibel miteinander zu verbinden. Diese Forschung
richtet sich speziell an den Bedürfnissen klein- und
mittelständischer Unternehmen aus.
„Blut ist ein ganz besonderer Saft“
Neue Separationstechnologie durch „GO-Bio“
Der BMBF-Wettbewerb „GO-Bio“ gibt Nachwuchs­
wissenschaftlern aus dem In- und Ausland, die
bereits Erfahrungen in Forschung und Entwick­
lung gesammelt haben, die Chance, innovative
Forschungsthemen aus dem Gebiet der Biowissen­
schaften mit einer eigenen Arbeitsgruppe weiterzu­
entwickeln und wirtschaftlich zu verwerten. An der
Universität Leipzig wird das Projekt „Modulated
Enrichment by Cascade Siebing“ bearbeitet. Mit
einer neuartigen Separationstechnologie soll es
gelingen, bei minimalem technischem, finanziellem
und zeitlichem Aufwand die Bestandteile des Blutes
im Labor schnell zu trennen. Die Technologie ist
ein innovativer, konkurrenzloser Beitrag für die
Tumor-, Rheuma-, Arteriosklerose- und Allergiefor­
schung und soll 2010 in eine Unternehmensgrün­
dung münden.
„Wirtschaft trifft Wissenschaft“
Innovationswettbewerb
Neue Ansätze für einen verbesserten Transfer
wissenschaftlicher und technischer Innovationen in
wirtschaftliche Anwendungen zu identifizieren und
zu fördern, ist das Anliegen des Innovationswett­
bewerbs des Bundesministeriums für Verkehr, Bau
und Stadtentwicklung „Wirtschaft trifft Wissen­
schaft“ als Bestandteil der High-Tech-Strategie der
Bundesregierung. Im Projekt „Sys-Inno – Systema­
tische Erschließung von Bottom-up-Innovationen“
werden neue Kommunikations- und Kooperations­
formen für Innovationsprozesse untersucht und
erprobt. Als Beispiel sei die Unterstützung des
Instituts für Informatik für die Cajon Direkt Instru­
mentenmanufaktur Halle bei der Entwicklung eines
Marketingkonzepts und dem Ausbau eines Internet­
vertriebskanals genannt.
48
Jahresbericht 2009
Elf Projekte gefördert
Zentrales Innovationsprogramm Mittelstand
Das Förderprogramm Zentrales Innovationspro­
gramm Mittelstand (ZIM) ist das Basisprogramm
des Bundesministeriums für Wirtschaft und Tech­
nologie für die marktorientierte Technologieförde­
rung der innovativen mittelständischen Wirtschaft
in Deutschland. Es soll die Innovationskraft kleiner
und mittlerer Unternehmen nachhaltig unterstützen
und deren Wachstum und Wettbewerbsfähigkeit
befördern. Mit elf geförderten Projekten ist be­
sonders die Kooperationsprojektförderung für die
Universität Leipzig von Interesse. Darunter befin­
det sich das Projekt „Analyse und Entwicklung
von Büffelmolkegetränken“, das gemeinsam vom
Institut für Lebensmittelhygiene der Veterinärmedi­
zinischen Fakultät mit der STL Büffelfarm GmbH
Penig bearbeitet wird. Aus der bei der Herstellung
von Büffelmilchkäse anfallenden Molke, immerhin
70 % des Milchvolumens, konnten durch unterschiedliche Zusätze wie Aromen und probiotische
Kulturen neue Getränke entwickelt werden. Die Ar­
beiten wurden Ende 2009 mit zum Patent angemel­
deten Rezepturen für neuartige Mischgetränke und
den erforderlichen Technologien zur Herstellung
erfolgreich abgeschlossen.
Forschung für die Region
Vereinbarung mit der IHK
Die regionale Zusammenarbeit wird seit 2003
durch eine Kooperationsvereinbarung zur Förde­
rung ausgewählter Projekte der Universität und
regionaler Unternehmen und die gemeinsam von
Industrie- und Handelskammer (IHK) zu Leipzig
und Leipziger Hochschulen durchgeführte jährliche
Veranstaltung „Wirtschaft trifft Wissenschaft“
befördert. Sie ist darauf gerichtet, Impulse für eine
stärkere Kooperation von Hochschulen und regio­
nalen Unternehmen zu geben, um so den Transfer
von Forschungsergebnissen in die Wirtschaft zu
unterstützen. Darüber hinaus ist es Ziel, weitere
Projektmittel aus der Bundes- und Landesförderung
einzuwerben und Kenntnisse sowie Erfahrungen
aus der unternehmerischen Praxis für die Hoch­
schulen zu erschließen. Aus zwölf gemeinsam von
Wissenschaftlern der Universität und Unternehmen
eingereichten Projektvorschlägen wurden 2009
drei Anträge durch die IHK zu Leipzig mit dem
Ziel finanziell unterstützt, Aufgabenstellungen der
regionalen Unternehmen mit universitärer Hilfe zu
lösen. Die nächste Veranstaltung am 27. Januar 2010
wurde erstmals gemeinsam von der IHK zu Leipzig
und SMILE als Träger des Leipziger Ideenwett­
bewerbs für Existenzgründer durchgeführt.
Schneller in die Praxis
Verwertungsoffensive des BMWi
Diese Fördermaßnahme des Bundesministeriums
für Wirtschaft und Technologie zielt auf den wei­
teren Ausbau der Partnerschaften zwischen Hoch­
schulen und außeruniversitären, öffentlich finan­
zierten Forschungseinrichtungen auf der einen und
professionellen Patent- und Verwertungsagenturen
auf der anderen Seite. Im Projekt „SachsenPatent –
Identifikation von Erfindungen, deren schutzrecht­
liche Sicherung und Vermarktung aus Hochschulen
und außeruniversitärer Forschungseinrichtungen im
Freistaat Sachsen“ beteiligt sich die Universität mit
29 Verwertungsvorhaben. Drei davon stehen kurz
vor dem Vertragsabschluss mit je einem Unterneh­
men:
neuartige antibiotische Peptide zur Verwendung
in der Medizin zum Abtöten von Mikroorganis­
men – Institut für Bioanalytische Chemie und
Biotechnologisch-Biomedizinisches Zentrum
neue Therapieansätze, basierend auf einem neu
definierten Konzept der molekularen Zellbiologie – ­­
Institut für Biochemie an der Medizinischen
Fakultät
ein neues Herstellungsverfahren für ferromagne­
tische und ferroelektrische Oxide zur Verwendung
für Schreib- und Leseköpfe, in Festplatten und
anderen elektronischen Bauteilen – Institut für
Experimentelle Physik II
Forschung
49
medibiz, CeSam und mehr
Selbst-Management Initiative LEipzig Lernt Gründen (SMILE)
Die Selbst-Management Initiative LEipzig SMILE ist eine Koopera­
tion der Universität Leipzig, der Handelshochschule Leipzig und der
Hochschule für Technik, Wirtschaft und Kultur Leipzig, die 2006 mit
finanzieller Unterstützung des Europäischen Sozialfond (ESF), des
SMWK und des SMWA ins Leben gerufen wurde. Seit Oktober 2008
verfügt SMILE darüber hinaus mit dem Projekt SMILE.medibiz, in
das auch das Helmholtz-Zentrum für Umweltforschung Leipzig (UFZ)
eingebunden ist, über ein speziell ausgerichtetes Programm für Grün­
der aus den Branchen Biotech, Medizintechnik sowie für medizinische
und sonstige Dienstleistungen für den Gesundheitsmarkt.
Der Erfolg des SMILE-Projekts wird durch über 900 Teilnehmer
aus der Universität pro Semester, mehr als 70 Gründer und Gründungs­
teams und 12 betreute Vorhaben bei SMILE.medibiz deutlich. 24 Pro­
jekte wurden für den futureSAX Businessplanwettbewerb nominiert,
davon erreichten 6 das Finale und 4 erhielten einen Preis. Als Beispiele
seien das Softwareprojekt DataVirtualizer, die Diagnostikplattform
„MAZER“ für Infektionsdiagnostik der Magna Diagnostics GmbH
und die BuchkinderVerlagsbuchhandlung genannt. MAZER belegte in
Phase III von futureSAX in der überregionalen Wertung den 3. Platz
und wurde als beste Leipziger Geschäftsidee 2009 ausgezeichnet.
Für den von SMILE organisierten Leipziger Ideenwettbewerb für
Existenzgründer (LIFE) am 21. Januar 2009 wurden insgesamt 64
Projekte, doppelt so viele wie im Jahr 2007, eingereicht. Der erste
Preis von insgesamt fünf ging an das Leipziger Center for Studies and
Assess­ment of Medical Systems CeSAM, das Medizintechnikherstel­
ler bei der Entwicklung von Geräten begleitet. Der Erfolg des Ideen­
wettbewerbs veranlasst SMILE, ihn auch 2010 durchzuführen.
SMILE war Mitveranstalter der 13. Interdisziplinären Jahreskon­
ferenz zur Gründungsforschung (G-Forum) vom 29. bis 30. Oktober
2009, die anlässlich der 600-Jahrfeier der Universität Leipzig unter
dem Thema „Ethik und Entrepreneurship“ mit über 300 Wissenschaft­
lern aus ganz Europa in Leipzig stattfand. Im Rahmen des G-Forums
verlieh SMILE erstmalig die Auszeichnung „10 years after“ an ein
Unternehmen, das mindestens zehn Jahre erfolgreich besteht. Preis­
träger war James Parsons, Gründer des Leipziger ICC-Sprachinstituts,
das Englischkurse für Privat- und Firmenkunden anbietet. Am Forum
nahm auch der Träger des alternativen Nobelpreises Professor Ibrahim
Abouleish teil, die Laudatio auf James Parsons hielt Oberbürgermeister
Burkhard Jung.
SMILE organisierte gemeinsam mit dem Fraunhofer-Institut für
Immunologie und Zelltherapie Leipzig eine Session im Rahmen des
Weltkongresses für Regenerative Medizin, der vom 29. bis 31. Oktober
2009 in Leipzig stattfand. Namhafte Wissenschaftler und Vertreter öf­
fentlicher Fördergeber, unter anderem Dr. Charles Kessler vom Health
„Die Belebung unserer Unternehmenskultur mit einem aktiven
Gründungsgeschehen ist für den
Standort Leipzig in einem wachsenden Europa unverzichtbar.“
Aus dem Grußwort von Bürgermeister
Uwe Albrecht zur LIFE-Prämierung am
21.01.2009
Leipziger Amtsblatt, 31.01.2009
Das Sächsische Staatsministerium für
Wirtschaft und Arbeit verwies in seiner
Pressemitteilung vom 02.04.2009 auf
die Erfolge der sächsischen Gründer­
initiativen:
„Die daraus bereits entstandenen
Hochschulgründerinitiativen Dresden
exists, saxeed in Chemnitz, SMILE in
Leipzig und die Gründerakademie in
Zittau tragen maßgeblich zur Verbesserung des Gründungsklimas bei.“
50
Jahresbericht 2009
Directorate bei der EU Kommission, zeigten Wege
zur Finanzierung von Vorhaben im Bereich der
Regenerativen Medizin auf.
Auf einer Pressekonferenz am 16. Juni 2009
stellte sich SMILE Journalisten aus ganz Deutsch­
land vor. Von SMILE betreute Gründerteams,
unter anderem PHACON, VIVE LA Dame und
media:port, präsentierten ihre Geschäftsideen.
Forschung für die Zukunft
auf der Biotechnica 2009
Als Teil des Gemeinschaftsstandes „Forschung für
die Zukunft“ präsentierte das BiotechnologischBiomedizinische Zentrum (BBZ) auf der Biotechni­
ca 2009 vom 6. bis 8. Oktober in Hannover Zellen
ohne mitochondriale DNA für die Forschung: Mit
einer neuen Technologie lassen sich eukaryontische
Zellen von ihrem endogenen mitochondrialen Ge­
nom schonend befreien. Dabei entstehen sogenannte
Rho-Zero-Zellen. Die erzeugten primären Zellen
oder permanenten Zelllinien können anschlie­
ßend durch ein präparatives Cell Sorting (FACS)
gereinigt­werden. Diese Zellen sind unbegrenzt
lebensfähig und in weiterführenden Experimenten
einsetzbar, unter anderem für die Entschlüsselung
genetisch bedingter Erkrankungen, für das Studium
von Alterungsphänomenen und für die Charakteri­
sierung apoptotischer Vorgänge. Insgesamt betei­
ligten sich 659 Aussteller aus 28 Ländern an der
Messe mit über 11 000 Fachbesuchern.
Die Universität Leipzig war gleich dreifach auf
der Biotechnica vertreten: Neben dem BBZ stellten
sich das Translationszentrum für Regenerative
Medizin und das Institut für Biochemie der Fakultät
für Biowissenschaften, Pharmazie und Psychologie
auf dem Gemeinschaftsstand „Forschung für die
Zukunft“ vor.
„Forschung für die Zukunft“ war das Motto des Gemeinschafts­
standes, an dem auch die Universität Leipzig beteiligt war.
Forschung
51
Am 26. Mai 2009 wurde das BBZ im Rahmen der Initiative „Deutschland – Land
der Ideen“ für die Entwicklung des 3D-Biochips als „Ausgewählter Ort 2009“
ausgezeichnet (s. auch Jahresbericht 2007/2008 S. 60f.).
Dienstleister Wissenschaft
CeBIT und EMBEDDED WORLD
Auf der CeBIT in Hannover und der EMBEDDED
WORLD in Nürnberg stieß das Exponat „IMAS –
Innovationslabor Moving Ambient Services“ aus
dem Institut für Wirtschaftsinformatik auf großes
Interesse. Das Innovationslabor hat zum Ziel,
die drei Technologiebereiche Mobile Endgeräte,
Ortungstechnologien und Internetdienste sinnvoll
zu kombinieren. Auf den Messen wurden vier
Szenarien­als Exponat vorgestellt:
SmartRunner stellt Joggern und Walkern
bereits während des Trainings Messwerte wie
Geschwindigkeit, Kalorienverbrauch, zurückge­
legte Strecke und Laufzeit auf ihrem Mobiltelefon
bereit. Nach dem Laufen kann man die Daten am
Computer auswerten und sich auf einer speziellen
Community-Internetseite mit anderen Sportlern
austauschen. SmartRunner wurde bereits vor dem
Projekt IMAS gestartet, ist anfänglich vom Leip­
ziger Institut für Industrielle Software-Techniken
unterstützt worden und seit Oktober 2009 eine
eigene GmbH.
Shoomp. Der Shoppingassistent Shoomp bietet
die Möglichkeit, beim Einkaufen auf dem
­Mobiltelefon nach bestimmten Produkten zu
­suchen, und navigiert den Nutzer zum gewünsch­
ten Artikel.­
LoBuFleet ist ein Flottenmanagement für kleinund mittelständische Logistikunternehmen, das
sich mit sehr geringen Kosten für GPS-Mobilte­
lefon, Datentarif und Webseite umsetzen lässt.
Es ist auch von Interesse für kleine Unternehmen
aus anderen Branchen wie Hauswirtschafts- und
Handwerksbetriebe.
IggmiBucket ist ein Szenario für sogenannte
­Arcade-Spiele. Dabei wird die Richtungsände­
rung der Figur im Spiel, die normalerweise mit
einem Joystick bestimmt wird, mittels ortungs­
basierter Steuerung durch die Bewegung des
eigenen Körpers auf ein mobiles Spielgerät
übertragen. Als Exponat wurde ein Spiel vorge­
stellt, bei dem ein Eimer vom Himmel fallende
Tropfen auffängt. Der Eimer wird dabei vom
Spieler durch die Bewegung des eigenen Körpers
gesteuert.
Moving Ambient Services lassen wegen der vielfäl­
tigen Anwendungsmöglichkeiten weitere interes­
sante Marktpotenziale erwarten.
52
60
6
Studium
Studium in Diskussion
54
Studiengänge an der Universität Leipzig
56
Fächervielfalt
57
Studienreform
58
Ausbildung für Ausbilder
58
Studierendenzahlen
59
Studienberatung
Pack Dein Studium.
60
Lehramtsstudiengänge
Hochschuldidaktisches Zentrum Sachsen
JoHANN
JoHA
60
600
60
Am besten in Sachsen
Abenteuer FernOst
61
Leipziger Freiheit erleben
62 JoHANN WoLFGANG
Vieles unter einem Dach
Studenten Service Zentrum
Wie geht Studium?
62
Tag der offenen Tür
Fragen rund ums Studium
63
Studieninformationstag
Herzlich willkommen „Erstis“!
63
Einführungswoche für Neuimmatrikulierte
Eingangstor für Studierende
JoHANN Wo
vOn GoETHE
vom
ERFOLG
FRIEDRICH NIETZSCHE
64
Zentrale Studienberatung
E
ERICH KÄSTNER
...
Weiterbildung
65
„Bildung – Begegnung – Begleitung“
65
Der älteste Aufbaustudiengang:
67
30 Jahre Seniorenkolleg
Toxikologie und Umweltschutz
vom
vom
un
ERFO
RICHARD WAGNER
Dieses Poster entstand im Rahmen einer Studienarbeit im Fachb
AN
ANGELA MERKEL
...
vomgeküsst
ERFOLG
ERFOLG
...
DU? ... D
Dieses Poster entstand im Rahmen einer Studienarbeit im
und
und
Dieses Poster entstand im Rahmen einer Studienarbeit im Fachbereich K
Dieses Poster entstand im Rahmen einer Studienarbeit im Fachbereich Kommunikations- und Medienwissenschaften
53
600
600
Studium universale
68
N WoLFGANG
vOn
GoETHE
68
„Kopf oder Zahl“
Hauptsponsoren:
Ringvorlesung im Wintersemester 2008/2009
68
„FaltenReich“ – Vom Älterwerden in der Welt
Ringvorlesung im Sommersemester 2009
0„Wissenschaft – Woher?Hauptsponsoren:
Wohin? Wozu?“
69 6 0
www.sechshundert.de
„Theoria cum Praxi“
69
Türen zur Arbeitswelt
70
Mit „JOIMAN“ zu „Joint degrees“
6
70
6
0
6
6
6 00
320 ERASMUS-Partneruniversitäten
Internationaler Studierendenaustausch
Global und interkulturell
www.sechshundert.de
0
71
Eine Jurte für Leipzig
72
Aus Fernost in Leipzig
Internationale Studiengänge
6
0
OLG geküsst
DU?
bereich Kommunikations- und Medienwissenschaften
und
m Fachbereich Kommunikations- und Medienwissenschaften
6
6 0 0
Hohe Ehre:
Fulbright-Kommission in Leipzig
72 Uni Leipzig in Prager Botschaft
73 0
0
0
Präsentation des Freistaates Sachsen in Prag
6
nd
72 Alumni aus Vietnam zu Gast
6
6
G geküsst
DU?
6
71 Alumni aus der Mongolei
ANGELA MERKEL
6
Gemeinsame Studienabschlüsse
6
RICHARD WAGNER
6
ERASMUS-Studienpraktika
6 6
ANGELA MERKEL
Austauschkoordinatoren in Leipzig
6
RICHARD WAGNER
FRIEDRICH NIETZSCHE
0
0
69 6
ERICH KÄSTNER
Internationale Zusammenarbeit
6
FRIEDRICH NIETZSCHE
Ringvorlesung im Wintersemester 2009/2010
6
68
KÄSTNER vOn GoETHE
ANNERICH
WoLFGANG
6
Hebrew University und Vanderbilt University
Neue Partneruniversitäten
0
6 0
54
Jahresbericht 2009
Studium in Diskussion
ABC-Schützen
Wer A, Ausbildung, sagt muss auch B, Bologna,
sagen und darf von C, Chaos, nicht schweigen. Nach
einem halben Jahrzehnt hat sich die Frage der Lehre
immer noch nicht von den Verstrickungen des Re­
formprozesses befreien können. Das ist in Leipzig
so, davon kann (fast) jede andere Hochschule­ein
Lied singen (wie man den Studierendenstreiks
des Jahres 2009 ablesen kann). Freilich hat jedes
Reformdebakel seinen „Eigensinn“: Alle Univer­
sitäten leiden zwar, doch Leipzig leidet anders als
Konstanz oder Hamburg.
Das „Leipziger Leiden“ ist – darin unterscheidet
es sich zunächst einmal nicht – eine „selektive“
Krankheit: Zahlreiche Studiengänge, vor allem
die sogenannten Lebenswissenschaften, aber auch
Ökonomie und Jurisprudenz, haben ihr Angebot
zwar modularisiert (oder auch nicht), doch spielt der
BA-Abschluss dabei keine Rolle, weil er unter kei­
nen (derzeit) denkbaren Umständen „berufsqualifi­
zierend“ ist (man denke nur an den sprichwörtlichen
BA-Chirurgen im Operationssaal). Ähnlich gelagert
sind jene Fälle, die ein Studium „auf Lehramt“
ermöglichen – dass der Grundschul-Bachelor auf
absehbare Zeit nicht wird unterrichten können,
weiß man. Hier wie auch bei den Theologen, deren
BA-Zöglinge kaum je auf Kanzeln gesichtet werden
dürften, stellt sich höchstens die Frage, ob alter­
native Jobs ins Blickfeld rücken – man trifft derlei
Hybrid-Existenzen ja in vielerlei Berufen durchaus an.
Leipzigs Malaise (oder was dafür gehalten wird)
betrifft eigentlich „nur“ das – an dieser Universität
freilich zentrale – Segment der Geistes-, Kultur- und
Sozialwissenschaften: Disziplinen also, die sich mit
einem Berufsbild von jeher schwer tun oder gar,
wenigstens außerhalb des Wissenschaftsbetriebs,
noch nie ein exklusives hatten (Politologen, Soziolo­
gen, Philosophen...). Ihnen ist es selbst mit fortge­
schrittenen (Magister-)Abschlüssen nicht gelungen,
sich aus dem Arbeitsmarktkuchen ein appetitliches
Stück herauszuschneiden – was soll dann für den
„durchlauferhitzten“ BA übrig bleiben?
Leipzig hat darauf eine Antwort gefunden, die
bei Experten auf einhellige Zustimmung stößt, von
den Akteuren aber nicht verstanden und nicht ge­
liebt wird: Lehrende attackieren das Projekt nicht,
weil sie begriffen haben, was ihnen gegebenenfalls
abverlangt würde; Studierende sind dagegen, weil
sie nicht begreifen (wollen), welche Vorteile mit
ihm verbunden wären. Aber der Reihe nach.
Keine Maus beißt einen Faden daran ab, dass
die übergroße Zahl der Studierenden, gleichgül­
tig was und wie und wie lange sie studieren, im
Hochschulbereich kein Auskommen finden wird/
will. Diese (Un-)Glücklichen müssen/wollen „raus“.
Eine in sich selbst vernarrte Universität hat sie dabei
vollkommen im Stich gelassen. Verdeckt wurde
dieses Manko im alten System (vor dem Bachelor)
dadurch, dass hohe Abbruchquoten die Zahl der
­Arbeitslosen mit akademischem Abschluss drastisch
Studium
55
Fülle des Lebens – „voller“ Erfolg
abgesenkt haben. Eine Humboldt-Persiflage, mehr
nicht. Bologna macht Schluss mit dem eskapis­
tischen Spiel. Employability, also die Fähigkeit, auf
dem Arbeitsmarkt zu reüssieren, steht jetzt an obers­
ter Stelle des Katalogs eingeforderter Qualitäten.
Diese Wende ist radikal. Sie muss radikal ausfallen,
soll der BA-Abschluss mehr sein als eine defizitäre
Schmalausgabe von etwas Besserem. Gefordert
sind: analytische Kompetenz, thematische Flexi­
bilität, Problemorientierung. Oder anders gesagt:
Die Verwissenschaftlichung des bis dato auf reine
(Grund-)Wissensakkumulation programmierten
„Grundstudiums“ steht ins Haus. Ihre Kernele­
mente: Konzentration auf ein Fach (egal welches),
Konfrontation mit einem sachlich begrenzten Spek­
trum weiterer Disziplinen (in Leipzig­der „Wahl­
bereich“) sowie problemorientiertes Lernen (case
studies) als didaktisches Modell.
Gefühltes Chaos
Unter diesen und nur unter diesen Voraussetzungen
können Bachelor-Absolventen eine attraktive
„Zielgruppe“ für viele Unternehmen werden – nicht
als Experten einer genau umgrenzten Disziplin, son­
dern ihrer besonderen Disposition wegen: Sie sind
intelligente, selbstständige Problemlöser, zugleich
funktional und souverän. Leipzig leidet, wenn man
so will, besonders anspruchsvoll, weil hier (richtige)
Theorie und (falsche) Praxis sichtbar auseinander­
fallen, während anderswo die Theorie unbemerkt in
der Praxis untergeht. Von diesem Befund bis zu den
populären Chaos-Diagnosen ist freilich ein weiter
Weg. Wie kommt es zu dem verbreiteten Nieder­
gangs-Lamento?
Zunächst einmal gibt es ein gefühltes Chaos,
eine Stimmungslage also, die völlig unabhängig
davon existiert, wie gut oder schlecht Bologna funk­
tioniert. Dieses Gefühl speist sich aus zwei Quellen:
Nostalgie und Illusion. Nostalgisch ist jenes profes­
sorale Gezetere, das in Erinnerungen an „damals“
schwelgt, als alles noch besser war und vor allem
die eigene Welt noch in Ordnung. Illusionär mutet
der studentische Protest an, wenn er dem Ideal des
„selbstbestimmten“ Studierens huldigt – und dabei
unterstellt, dass man, damit einmal fertig geworden,
massenhaft auf zahlungskräftige Resonanz stößt.
Neben diesen oder weiteren Unangepasstheiten ähn­
lichen Zuschnitts gibt es (wen wundert’s?) durchaus
real-chaotische Phänomene. Einige davon sind
hausgemacht – so treten monströse Prüfungslasten
vor allem dort auf, wo Prüfer ihre eigene Bedeu­
tung inszenieren; die Stofffülle ist besonders dann
überwältigend, wenn interkollegiale Konkurrenz
dazu führt, dass niemand etwas „abgeben“ will; und
manches ist zeitlich nicht studierbar, weil Dozenten
glauben, zu voller Lehr-Form erst am frühen Abend
aufzulaufen. Andere Defekte sind struktureller
Natur. „Die Politik“ ist nun einmal opportunistisch
und gibt Direktiven aus, so wie es ihr und nicht den
Universitäten passt. Oder: Man hätte zwar mit den
Zuschüssen für eine einzige marode Bank ganz
leicht hundert marode Hochschulen sanieren kön­
nen, doch: Was zählen hundert Hochschulen gegen
eine Bank?
Dessen ungeachtet bleibt wieder einmal fest­
zuhalten: Wer in Leipzig studiert, trifft es nicht
schlechter als anderswo. Glaubt man den Umfragen,
haben sich viele Studierende mit den Umständen
­arrangiert und herausgefunden, was sie selbst daraus
machen können. Die Universität trägt ihren Teil
dazu nach Kräften bei: Studenten Service Center,
Career Center, Hochschuldidaktisches Zentrum,
E-Learning-Plattform sind eingerichtet, haben Fahrt
aufgenommen und werden nachgefragt. Das alles
klingt nicht nur fortschrittlich, sondern ist es auch.
Professor Dr. rer. soc. Wolfgang Fach
Prorektor für Lehre und Studium
56
Jahresbericht 2009
Studiengänge an der Universität Leipzig
Stand: 01.10.2009
Bachelor of Arts (30) of Arts (30)
Afrikastudien
Ägyptologie
Altorientalistik/Hebraistik
Amerikastudien
Anglistik
Arabistik
Archäologie der Alten Welt
Deutsch als Fremdsprache
Ethnologie
Germanistik
Geschichte
Geschichte und Theologie des Christentums
Griechisch-Lateinische Philologie
Indologie, Tibetologie und Mongolistik
Japanologie
Kommunikations- und Medienwissenschaft
Kunstgeschichte
Kunstpädagogik
Linguistik
Literarisches Schreiben
Musikwissenschaft
Ostslawistik
Romanische Studien
Sinologie
Sorabistik
Sozialwissenschaften und Philosophie
Sportwissenschaft
Theaterwissenschaft
Translation
Westslawistik
Master of Arts (50)
Afrikastudien/African Studies
Ägyptologie
Allgemeine und Vergleichende Literatur­
wissenschaft
Altorientalistik
Amerikastudien
Anglistik
Arabistik
Archäologie der Alten Welt
Begabungsforschung und Kompetenz­
entwicklung/Studies in Abilities and
Development of Competences
Communication Management
Deutsch als Fremdsprache
Deutsch als Fremdsprache: Estudios
contrastivos de lengua, literatura y cultura
alemanas
Deutsch als Fremdsprache: Estudios
interculturais des lingua e cultura alemas
(Brasilien)
Deutsch als Fremdsprache im arabischdeutschen Kontext
Ethnologie
European Studies
Frankreich- und Frankophoniestudien
Germanistik
Geschichte und Theologie des
Christentums
Global Studies
Hörfunk
Indologie, Tibetologie und Mongolistik
Japanologie
Journalistik
Klassische Antike. Geschichte und
Literatur
Kommunikations- und Medienwissenschaft
Konferenzdolmetschen
Konferenzdolmetschen Arabisch
Kulturwissenschaften
Kunstgeschichte
Kunstpädagogik
Lateinamerikastudien
Linguistik
Literarisches Schreiben
Logik
Mittlere und Neuere Geschichte
Musikwissenschaft
Namenkunde/Onomastik
Ostslawistik
Philosophie
Politikwissenschaft
Religionswissenschaft
Sinologie
Slawistik
Sorabistik
Soziologie
Spanien- und Portugalstudien
Theaterwissenschaft
Translatologie
Westslawistik
Master of Law (2)
Europäischer Privatrechtsverkehr
Recht der europäischen Integration
Bachelor of Science (13)
Biochemie
Biologie
Chemie
Geographie
Informatik
Meteorologie
Physik
Physik (International Physics Studies
Program IPSP)
Psychologie
Sportmanagement
Wirtschaftsinformatik
Wirtschaftspädagogik
Wirtschaftswissenschaften
Master of Science (22)
Advanced Spectroscopy in Chemistry
(Europäischer Masterstudiengang)
Betriebswirtschaftslehre (Management
Science)
Biochemie
Biologie
Chemie
European Economic Integration/Central
and Eastern Europe
Geowissenschaften: Umweltdynamik und
Georisiken
Informatik
Meteorologie
Mineralogie und Materialwissenschaft
Physik
neue Studiengänge im WS 2009/2010
Physik (International Physics Studies
Program IPSP)
Physische Geographie/Geoökologie mit
dem Schwerpunkt Geosystemanalyse, Methodik und Management
Sportmanagement
Sportwissenschaft – Diagnostik und
Intervention
Sportwissenschaft – Prävention/
Rehabilitation
Structural Chemistry and Spectroscopy
Volkswirtschaftslehre (Economics)
Wirtschaftsinformatik (Business
Information Systems)
Wirtschaftspädagogik (Business
Education and Management Training)
Wirtschafts- und Sozialgeographie mit
den Schwerpunkten Städtische Räume
und Mittel- und Osteuropa
Wirtschaftswissenschaften/Sciences
Èconomiques
Polyvalenter Bachelor-Studiengang
Lehramt (1)
Master Lehramt (4)
Schulformspezifischer Masterstudiengang
für das Lehramt an Grundschulen
Schulformspezifischer Masterstudiengang
für das Lehramt an Förderschulen
Schulformspezifischer Masterstudiengang
für das Lehramt an Mittelschulen
Schulformspezifischer Masterstudiengang
für das Höhere Lehramt an Gymnasien
Studiengänge mit Staatsprüfung (5)
Medizin
Pharmazie
Rechtswissenschaft
Veterinärmedizin
Zahnmedizin
Diplomstudiengänge (3)
Evangelische Theologie
Mathematik
Wirtschaftsmathematik
Weiterbildende Master- und
­Aufbaustudiengänge (10)
Analytik und Spektroskopie
Content and Media Engineering
Corporate Publishing
International Energy Economics and
Business Administration
New Media Journalism
Small Enterprise Promotion and Training
Sustainable Development
Toxikologie und Umweltschutz
Urban Management
Versicherungsmanagement (Master of
Business Administration MBA)
Insgesamt: 140 Studiengänge
57
Fächervielfalt
Lehramtsstudiengänge
Sorabistik
Die Universität Leipzig bietet als einzige Universität weltweit das Studienfach Sorabistik an. Die Sorben sind
ein westslawisches Volk und eine
anerkannte nationale Minderheit
in Deutschland. Sie legen großen
Wert auf die Pflege ihrer Sprachen
Obersorbisch und Niedersorbisch,
die in Deutschland von 20 000 bis
40 000 Menschen gesprochen
werden. Ein prominenter Sorbe ist
der Sächsische Ministerpräsident
Stanislaw Tillich.
Leipziger Medizinstudenten
im „Hammerexamen“ die
besten
Beim deutschlandweiten Prüfungsvergleich im Herbst 2009 lag die
Medizinische Fakultät der Universität
Leipzig mit Abstand auf Platz 1:
98,2 Prozent der Studierenden
bestanden in Leipzig das schriftliche
Staatsexamen, die meisten davon in
der Regelstudienzeit. Im Gegensatz
dazu gibt es eine Reihe anderer
Medizinischer Fakultäten, an denen
fast jeder Fünfte durchfiel. Der Erfolg
der Leipziger Studierenden zeugt
von der hervorragenden Arbeit der
Lehrenden an der Fakultät und ist
nicht zuletzt Folge einer langfristigen
Fakultätsstrategie. In einer deutschlandweiten Umfrage des Internetportals Medi-Learn gaben die Leipziger
Medizinstudenten ihrer Uni Bestnoten: 81 % würden ihren Studienort
auch anderen empfehlen.
Mit der Einführung des lehramtsbezogenen polyvalenten Bachelor­
studiengangs wurden im Wintersemester 2006/2007 mit Hilfe eines
Zeitfenstermodells die Veranstaltungsplanungen aller Einrichtungen
abgestimmt, die an der Ausbildung in Lehramtsstudiengängen beteiligt
sind. Dies betrifft inzwischen 195 Fächerkombinationen an elf Fakul­
täten. Zum Wintersemester 2009/2010 starteten an der Universität
Leipzig neben zahlreichen disziplinären Masterprogrammen auch die
schulformspezifischen Masterstudiengänge des Lehramts mit weiteren
über 200 Fächerkombinationen. Die für die Bachelorstudiengänge be­
währten Zeitfenster werden seit dem Wintersemester 2009/2010 auch
auf die neuen Masterstudiengänge angewendet.
Sprachprofis aus Leipzig
mit Zukunft
Anerkennung für
Veterinärmedizin
Auf Initiative der EU-Kommission
haben sich 34 Hochschulen
Europas, Anbieter des Masterstudiengangs „Übersetzen“, zu einem
Netzwerk „European Master
Translation“ (EMT) zusammengeschlossen. Aus Deutschland
sind die Universität Leipzig und
die Fachhochschule Köln dabei.
Übersetzen ist ein Beruf mit Zu­­kunft. 2500 Mitarbeiter in Brüssel
sind schon jetzt damit beschäftigt,
für die EU-Kommission jährlich ­
1,5 Millionen Seiten in 2
­ 3 Amts­
sprachen zu übersetzen. Das
EMT-Netzwerk ist ein Qualitätssiegel für Übersetzungsstudiengänge
auf Master-Niveau, das für eine
hochwertige Ausbildung bürgt.
Die Veterinärmedizinische Fakultät
wurde im Jahr 2009 offiziell in die
Liste der Europäischen Vereinigung
der Tierärztlichen Ausbildungsstätten
als anerkannte Einrichtung aufgenommen. Nach dem Urteil einer sechsköpfigen Gruppe von Wissenschaftlern und Praktikern, die im Auftrag
der Europäischen Kommission die
Evaluierung durchführten, übertrifft
die Fakultät in allen Aspekten die
Anforderungen der EU-Richtlinie.
58
Jahresbericht 2009
Studienreform
„Wer im Bund und vor allem in den Ländern geglaubt
hat, man könnte das Hochschulwesen kostenneutral
umbauen, ja vielleicht sogar durch die Einführung der
Bachelorstudiengänge Geld sparen, der sei daran
erinnert: Deutschlands Aufwendungen für den Hochschulbereich sind seit Jahren unterdurchschnittlich, die
chronische Unterfinanzierung wird in schlechten Betreuungsquoten, maroden Gebäuden und mangelnder
Infrastruktur für Forschung und Lehre sichtbar. Das ist
eine Botschaft auch an die Studierenden, und es ist
die falsche Botschaft. Wenn die Hochschulen mehr
jungen Menschen offenstehen sollen, auch solchen,
die nicht auf dem klassischen Weg über das Abitur
kommen, wenn die Betreuung in den Hochschulen
insgesamt wirklich besser werden soll, dann brauchen
wir mehr engagiert Lehrende. Es muss doch zu denken geben, dass die Zahl der Professoren keinesfalls
im gleichen Verhältnis wie die der Studierenden
gewachsen ist. Eine gute Betreuung und eine aktive
Teilhabe der Studierenden an der Forschung sind so
nicht möglich. Und ich finde, das ist ein wichtiges
Ziel. Wir müssen endlich mehr tun für die Qualität
der Lehre. Es gibt schon erfreulich viele Ansätze im
Kleinen. Aber das Grundsatzproblem, dass gute Forschung sich auszahlt, gute Lehre aber kaum, ist nach
wie vor ungelöst. Wir brauchen endlich, wie ich finde, eine Exzellenzinitiative für die Lehre. Ich wünsche
mir, dass künftig über die Exzellenz von Hochschulen
auch anhand der Qualität ihrer Lehre geurteilt wird.
Ich wünsche mir Hochschulen, für deren Selbstbild exzellente Studienbedingungen denselben Rang haben
wie exzellente Forschungsergebnisse. Erst wer beides
zusammen erreicht, kann wirklich Vorbild sein.
Bund und Länder haben sich darauf verständigt,
10 Prozent des Bruttoinlandprodukts für Bildung und
Forschung zu investieren. Gut. Wenn nun aber so
lange gerechnet wird, bis das Ziel nominal erreicht
scheint, ohne wirklich mehr Geld, also mehr Ressourcen in die Hand zu nehmen, dann lässt sich daran
zweifeln, ob den Worten wirklich Taten folgen. Und
ich bin überzeugt, unsere Hochschulen, unser Bildungssystem insgesamt braucht mehr reale Ressourcen
und wir brauchen die Kraft, dafür die Prioritäten in
unserem Land zu setzen.“
Bundespräsident Horst Köhler auf dem Festakt zum 600-jäh­
rigen Jubiläum der Universität Leipzig am 2. Dezember 2009
Die im Wintersemester 2005/2006 begonnene Um­
stellung der Studiengänge auf die neuen Abschlüsse
Bachelor und Master wurde bis zum Wintersemester
2009/2010 fortgesetzt. Die Universität Leipzig ver­
fügt jetzt über 140 Studiengänge. Von den insge­
samt 78 Masterstudiengängen werden 42 erstmals
angeboten.
Ausbildung für Ausbilder
Hochschuldidaktisches Zentrum Sachsen
Hochschuldidaktisches
Zentrum
Sachsen
+
Die feierliche Eröffnung des Hochschuldidaktischen
Zentrums (HDS) fand am 8. Juli 2009 an der
Universität Leipzig im Beisein von Vertretern aller
sächsischen Hochschulen, der Staatsministerin für
Wissenschaft und Kunst Dr. Eva Maria Stange und
Rektor Professor Franz Häuser statt.
Das Hochschuldidaktische Zentrum entwickelt
ein umfassendes fach- und zielgruppenspezifisches
Qualifizierungsprogramm, das die didaktische
Weiterbildung der Lehrenden sicherstellen soll.
Ein sächsisches Hochschuldidaktik-Zertifikat soll
entwickelt werden, Formen des kollegialen Erfah­
rungsaustauschs, zum Beispiel „Micro-Teaching“
oder „peer-reviewed teaching practice videos“, und
E-Learning-/E-Teaching sollen angeboten werden.
Das Qualifizierungsprogramm wird im Spätsommer
2010 im Rahmen einer Pilotphase anlaufen. Bereits
seit Oktober 2009 ist unter www.hds.uni-leipzig.de
das Online-Portal zur sächsischen Hochschuldidak­
tik öffentlich zugänglich. Die Einrichtung des Por­
tals als Service-Plattform mit Selbsthilfeangeboten,
Hochschuldidaktik-Materialien und Video-Tutorials
ist bundesweit einmalig.
Bis einschließlich 2010 erfährt das Hochschuldi­
daktische Zentrum eine Anschubfinanzierung durch
das SMWK; die Aufnahme des Regelbetriebs ist für
2011 vorgesehen.
Studium
59
Studierendenzahlen
Im Sommer 2007 haben sich die Länder mit dem Hochschulpakt 2020
verpflichtet, die Studienanfängerzahlen auf dem Stand von 2005 zu
halten bzw. in den alten Bundesländern zu erhöhen. Für die Universität
Leipzig bedeutet dies konkret, zunächst bis 2010 jährlich mindestens
4 796 Studienanfänger im 1. Hochschulsemester zu immatrikulieren.
Gelingt dies nicht, droht der Abbau von bis zu 84 Stellen. Ein wich­
tiges Ziel des Paktes ist dabei, die in den westlichen Bundesländern
in den nächsten Jahren erwartete steigende Zahl an Abiturienten mit
ausreichend Studienplätzen zu versorgen.
Die Universität Leipzig hat in den vergangenen Jahren zahlreiche
Anstrengungen unternommen, um die Studienanfängerzahl zu
erhöhen. Insbesondere durch folgende Maßnahmen ist es gelungen,
die Zahl der Neuimmatrikulierten deutlich zu steigern: Für stark
nachgefragte zulassungsbeschränkte Studiengänge wurden ab dem
Wintersemester 2007/2008 zusätzlich zur ursprünglich festgesetzten
Aufnahmekapazität jährlich weitere 500 Studienanfänger aufge­
nommen. Außerdem wurden schrittweise für insgesamt 25 weitere
Studiengänge die universitären Zulassungsbeschränkungen (NCU)
aufgehoben. Gleichzeitig sind im polyvalenten Bachelorstudiengang
Lehramt in zehn Kernfächern die Zulassungsbeschränkungen ent­
fallen. Damit r­ eduzierte sich im Studienjahr 2009/2010 die Zahl der
Studiengänge mit einem NCU inklusive des Bachelors im Lehramt auf
22. Gleich­zeitig wurde die Zahl der verfügbaren Studienplätze durch
die Anhebung der Gruppengrößen in den Seminaren und Übungen von
30 auf 40 Teilnehmer deutlich erhöht.
Durch diese Maßnahmen wurden an der Universität Leipzig
­folgende Studienanfängerzahlen im 1. Hochschulsemester1 erreicht:
2007: 4 648
2008: 4 555
Der Ansturm auf die Universität
Leipzig setzte sich im Wintersemes­
ter 2009/2010 fort: Mit 6 763
Studienanfängern (1. Fachsemester)
haben fast tausend Studentinnen und
Studenten mehr als ein Jahr zuvor
an der Alma mater Lipsiensis ein Studium aufgenommen. Auch die Zahl
der Studieninteressenten schnellte
empor: 6 000 Interessenten mehr als
im Vorjahr bewarben sich um einen
Studienplatz, insgesamt waren das
zum Semesterbeginn 2009/2010
mehr als 26 000 Bewerber. Die
Zahl der Neustudenten aus den alten
Bundesländern stieg auf 702, ein
Jahr zuvor hatten sich nur 428 neu
an der Universität Leipzig eingeschrieben.
600
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r
de Grün
2009: 4 959
Die mit dem Land Sachsen vereinbarte Zielzahl von jährlich 4 796
Studienanfängern wurde damit in den Jahren 2007 und 2008 und im
Durchschnitt der drei Jahre knapp verfehlt. Unter Berücksichtigung
der demographischen Entwicklung im Freistaat Sachsen wurde im
Sommer 2009 für die 2. Programmphase des Hochschulpaktes ab 2011
zwischen dem Bund und den Ländern eine leicht reduzierte Studien­
anfängerzahl vereinbart.
1
Studierende im 1. Hochschulsemester sind das erste Mal an einer deutschen Hochschule
immatrikuliert. Fachsemester hingegen sind alle Semester, die zur Ablegung der Hoch­
schulprüfung in einem bestimmten Studiengang absolviert werden.
6
9
5
.
28
60
Jahresbericht 2009
Studienberatung
Auch 2009 beteiligte sich die Universität Leipzig an der Kommuni­
kationskampagne „Pack Dein Studium. Am besten in Sachsen“ des
Sächsischen Staatsministeriums für Wissenschaft und Kunst. In der
von der Hochschulinitiative „Neue Bundesländer“ durchgeführten
Kommunikationskampagne „Studieren in Fernost“ belegte sie mit dem
Marketingkonzept „Abenteuer FernOst: Leipziger Freiheit erleben“
den 1. Platz unter 44 ostdeutschen Hochschulen.
„Leipzig studieren“: Uni-Werbung in der
Stadt und auf der Autobahn
Im Jubiläumsjahr wurden auch UniKleintransporter und PKW genutzt,
um nicht nur auf die Jubiläumsausstellung, sondern auch auf den Studien­
informationstag und den Tag der
offenen Tür aufmerksam zu machen.
Die neue Werbe-Aktion von Studien­
beratung und Öffentlichkeitsarbeit
fand bereits Nachahmer im Freistaat
– und „Leipzig studieren“-Fahrzeuge
werden auch in den nächsten Jahren
zu Studienmessen und Schulbesuchen rollen.
Pack Dein Studium.
Am besten in Sachsen
Das Sächsische Staatsministerium für Wissenschaft und Kunst führt
in den Jahren 2008 bis 2012 eine Kommunikationskampagne für den
Hochschulstandort Sachsen mit dem Ziel durch, die sächsischen Hoch­
schulen vor allem bei Abiturienten und Eltern bekannt zu machen, das
Interesse für ein Studium in Sachsen zu erhöhen und Vorurteile abzu­
bauen. An dieser Kampagne beteiligt sich die Universität Leipzig mit
zahlreichen Aktivitäten. So wurde bei einer einwöchigen Roadshow
im Mai 2009 in Nordrhein-Westfalen Gymnasiastinnen und Gymna­
siasten erklärt, warum es sich lohnt, seine Koffer zu packen und zum
Studium nach Sachsen, speziell nach Leipzig zu kommen. Auch die
neu strukturierte Website der Universität Leipzig soll Studieninteres­
senten gezielter auf die Angebote und positiven Rahmenbedingungen
am Studienstandort Leipzig aufmerksam machen. Der Relaunch des
Internetauftritts der Universität Leipzig wurde mit 50.000 Euro aus
„Pack-dein-Studium“-Kampagne-Mitteln gefördert (s. auch S. 21).
NRW-Roadshow mit
Info-Truck vom 11. bis
15. Mai 2009 von Düs­
seldorf über Duisburg,
Bochum und Köln nach
Aachen
Studium
61
Abenteuer FernOst –
Leipziger Freiheit erleben
Die länderübergreifende Kommunikationskampagne „Studieren in
Fernost“, initiiert von der Hochschulinitiative Neue Bundesländer und
finanziert vom Bundesministerium für Bildung und Forschung, wirbt
seit Anfang 2009 für ein Studium an den ostdeutschen Hochschulen.
Im Rahmen dieser Kampagne beteiligte sich die Universität Leipzig
am Wettbewerb „Schneller ins Studium“ mit dem Marketingkonzept
„Abenteuer FernOst – Leipziger Freiheit erleben“, das von Studieren­
den der Kommunikations- und Medienwissenschaft gemeinsam mit
der Zentralen Studienberatung und der Öffentlichkeitsarbeit entwickelt
wurde. Mit diesem Konzept konnte die Konkurrenz aller Hochschulen
in den neuen Bundesländern hinter sich gelassen werden, die Projekt­
gruppe erhielt im Wettbewerb „Schneller ins Studium“ im Mai 2009
ein Preisgeld von 100.000 Euro für den 1. Platz. Die Fördersumme
wird noch bis Ende 2010 verwendet, um noch mehr Studieninteres­
senten aus den alten Bundesländern für ein Studium an der traditions­
reichen Alma mater Lipsiensis zu gewinnen und angehenden Studen­
tinnen und Studenten in Leipzig umfangreiche praktische Hilfestellung
zum Studienbeginn zu geben. Im August erlebten rund 300 Abituri­
enten aus den alten Bundesländern während einer „Abenteuerreise“,
was Universität und Stadt Leipzig zu bieten haben. Fast 90 Prozent der
Reiseteilnehmer haben sich im Anschluss für ein Studium an der Uni­
versität Leipzig entschieden. Die aktuellen Zahlen der Studienanfänger
aus den alten Bundesländern geben der Kampagne Recht: Statt der 350
bis 400 Studienanfänger in den letzten Jahren haben sich zum Winter­
semester 2009/2010, wenige Monate nach Kampagnenstart, über 700
Studienanfänger aus den alten Bundesländern für ein Studium an der
Universität Leipzig entschieden.
Mit „Leipzig studieren!“ und zwei Trabis
wird für ein Studium in Leipzig geworben.
Tim Vollmer hat diese Reise überzeugt: „Ich kannte Leipzig nur
flüchtig durch die Games Convention“, erzählt er. Eine interessante
Probevorlesung in Mathematik, das
Mensa-Essen, das schmeckte, der
Kneipenbummel sowie eine entspannende Paddeltour auf den Kanälen
der Stadt: Leipzig muss sowohl zum
Studieren als auch zum Leben ein
prima Platz sein, fand der junge
Mann. Zudem gibt es Mathematik
dort noch als Diplomstudiengang,
was eine Rarität sei... Jetzt freut sich
der 20-jährige aus Ruchheim bei
Ludwigshafen auf das Studium der
Mathematik in Leipzig.
Rheinische Post, 01.10.2009
Das alles hatte sich Julia Schwenkenbecher irgendwie anders
vorgestellt. Grauer, das auf jeden
Fall, maroder auch. Jedenfalls nicht
so, wie hier oben auf dem Dach
des City-Hochhauses, wohin die
Uni Leipzig sie zusammen mit den
anderen angehenden Studenten
geführt hat. Mit einem Sekt in der
Hand und Wind in den Haaren stellt
sich die blonde Bremerin zum ersten
Mal ernsthaft die Frage: Rüber zum
Studieren, weg aus ihrer backsteinbeschaulichen Heimat? Warum
eigentlich nicht? Von hier oben, im
Licht des Sommers, sieht der Osten
nämlich prächtig aus: Gründerzeitdächer, Wälder, in der Ferne das
Völkerschlachtdenkmal, unter ihr Europas größter Kopfbahnhof.
Der Tagesspiegel, 18.10.2009
62
Jahresbericht 2009
Die große Fensterfront des Studenten
Service Zentrums in der Goethestraße
zieht die Blicke auf sich.
Vieles unter einem Dach
Studenten Service Zentrum
Ein Leitsystem führt die Besucher zu den
einzelnen Bereichen und Arbeitsplätzen.
Das Studenten Service Zentrum (SSZ) der Universität Leipzig und
des Studentenwerks Leipzig wurde am 4. November 2008 als zentrale
Anlaufstelle für Studieninteressenten und Studierende in der Goethe­
straße 6 eröffnet. In offener und farblich frischer Atmosphäre mit
Lounge und Kaffeebar kann täglich ein umfassendes Beratungs- und
Serviceangebot genutzt werden. Neben einer umfangreichen Infothek
mit sechs Computerinformationsplätzen zur Selbstnutzung für die Stu­
dierenden gibt es an der zentralen Servicetheke sechs Arbeitsplätze zur
Erledigung aller studentischen Angelegenheiten. Großer Wert wurde
auf Familienfreundlichkeit gelegt: Die Warteecke für junge Familien
hält ausreichend Spielzeug bereit, auch ein Wickeltisch ist vorhanden.
Räume für eine individuelle Studienberatung ohne Voranmeldung
stehen ebenso zur Verfügung wie zwei Seminarräume für Veranstal­
tungen mit Schulklassen, Lehrern und Studierenden.
Wie geht Studium?
Tag der offenen Tür
Schnuppern war an unserer Universität wieder sehr begehrt. Am ­
8. Januar 2009 kamen mehrere tausend Schülerinnen und Schüler
aus Sachsen, aus benachbarten Bundesländern und von weit her, um
das Angebot der Fakultäten und Institute mit 300 Veranstaltungen zu
nutzen.
Studium
63
Fragen rund ums Studium
Studieninformationstag
Unter dem Motto „Studieren für morgen“ fand am 9. Mai 2009 auf
dem Campus Jahnallee der jährliche Studieninformationstag statt.
Reichlich 3 500 Besucher nutzten die Informations- und Beratungs­
angebote der Zentralen Studienberatung, des Studentensekretariats,
des Akademischen Auslandsamtes, der Fakultäten und des StudentIn­
nenRats zu Fragen rund ums Studium. Großer Beliebtheit erfreute sich
auch das bunte Rahmenprogramm.
Herzlich willkommen „Erstis“!
Einführungswoche für Neuimmatrikulierte
Die neu immatrikulierten Studierenden wurden am 5. Oktober 2009
an der Universität mit einem zentralen Einführungstag auf dem neuen
Campus am Augustusplatz begrüßt. An der Informationsstraße standen
die Zentrale Studienberatung, das Studentensekretariat, das Akade­
mische Auslandsamt, der StudentInnenRat, das Studentenwerk, die
Universitätsbibliothek, das Universitätsrechenzentrum und viele andere
Einrichtungen der Universität sowie die Leipziger Verkehrsbetriebe
und das Bürgeramt der Stadt für Auskünfte zur Verfügung und hielten
Informationsmaterial bereit. Einführungsvorträge zu den Studiengän­
gen mit den Abschlüssen Bachelor of Arts und Bachelor of Science,
zum Polyvalenten Bachelorstudiengang Lehramt und zu Masterstu­
diengängen wurden angeboten. Erstmals informierten Vorträge der
Universitätsbibliothek und des Universitätsrechenzentrums über beide
Einrichtungen, über ihre Service-Angebote und Online-Dienste für
Studierende. Nach den umfangreichen Einführungsveranstaltungen
der Fakultäten erfolgten die Einschreibung in die Module und die
Modulvergabe, so dass die Lehrveranstaltungen in der darauffolgenden
Woche starten konnten. Das neue Angebot von „Abenteuer FernOst –
Leipziger Freiheit erleben“ stimmte auf humorvoll-unkonventionelle
Weise auf den Uni-Alltag ein und brachte die „Erstis“ ihrem Studien­
ort näher. „Kochen wie bei Muttern“ mit dem Mensakoch, ein An­
fängerkurs Sächsisch, Stadtführungen und Veranstaltungen der freien
Kulturszene fanden großen Anklang. Spezielle Beratungsangebote des
Studenten Service Zentrums, Führungen über den neuen Campus am
Augustusplatz und durch die Universitätsbibliothek bereicherten die
Einführungswoche.
In einer Umfrage des Onlineportals
„Studieren in Fernost“ auf schülerVZ
wünschten sich von 22 000 Teilnehmern 2 953 in Leipzig zu studieren,
2 491 würden Rostock bevorzugen.
Diese beiden Universitäten belegten
unter 44 ostdeutschen Hochschulen
die ersten Plätze.
„In Leipzig bekommt jeder, der
will, einen Wohnheimplatz. Das
Betreuungsverhältnis ist oft besser
als im Westen. Und Leipzig ist auch
wirklich eine schöne Stadt und hat
den größten europäischen Studentenkeller. Das müssen wir unter die Leute
bringen.“
Rektor Franz Häuser in Die Welt,
15.10.2009, S. 7
64
Jahresbericht 2009
AbenteuerReise nach FernOst lässt gute
Laune steigen.
Eingangstor für Studierende
Zentrale Studienberatung
Im Studienjahr 2008/2009 wurden durch die Zentrale Studienberatung
43 260 Studieninteressenten und Studierende informiert und beraten,
davon am Tag der offenen Tür, am Studieninformationstag und auf
externen Veranstaltungen etwa 19 140.
Zentrale Studienberatung im Jahr 2009
Beratungsstatistik insgesamt
Beratungen gesamt: 24 116
5343
479
8689
Kurzinformation
Persönliche Beratung
Postalische Beratung
E-Mail-Beratung
Telefonische Beratung
Auskünfte im Internet-Forum
6339
1257
2009
Sonderveranstaltungen
Beratungen gesamt: 19 140
Tag der offenen Tür
Studieninformationstag
Zentraler Einführungstag
Berufsinformationszentren
Messen
Gymnasien
Sonstiges
2380
490
3000
3530
7060
680
2000
Studium
65
Weiterbildung
„Bildung – Begegnung – Begleitung“
30 Jahre Seniorenkolleg
Das Seniorenkolleg der Universität Leipzig wurde
– damals noch unter dem Namen „Veteranen­kolleg“ – im Jahr 1979 von dem Alternsforscher
Professor Werner Ries gegründet. Unter dem ein­
gängigen Leitspruch „Bildung – Begegnung –
Begleitung“ hat sich das Seniorenkolleg als ein Ort
der Vermittlung von Wissen, der zwischenmensch­
lichen Begegnung und des Austauschs von Mei­
nungen auch im Jubiläumsjahr 2009 bewährt.
Im Jubiläumsjahr war der Ansturm auf das Se­
niorenkolleg unvermindert groß, viele Interessenten
mussten abgelehnt werden. Den 1100 angemeldeten
Glücklichen wurden in zwei parallel laufenden
Kursen erneut jeweils zwölf Vorlesungen aus ver­
schiedenen Wissenschaftsdisziplinen angeboten.
Zusätzlich hielten Wissenschaftler des Instituts für
Psychologie II im Wintersemester 2009/2010 drei
Vorträge in einer thematischen Ringvorlesung.
Die nationalen und internationalen Kontakte des
Seniorenkollegs wurden 2009 fortgesetzt. Im Sep­
tember 2009 besuchten Leipziger Seniorinnen und
Senioren die Universität des dritten Lebensalters in
Utrecht und nahmen an Vorlesungen und Führungen
zur Geschichte der Niederlande und der Städte
Utrecht und Amsterdam teil. Mit der Akademie
für politische und soziale Bildung in Heppenheim
wurde vom 8. bis 12. November 2009 in Berlin
ein politisches Seminar mit Senioren aus Ost und
West durchgeführt. Die Teilnehmer reflektierten
auf wissenschaftlicher und persönlicher Ebene den
Fall der Berliner Mauer und die deutsche Wieder­
vereinigung in Vorträgen, Diskussionen und bei
Besichtigungen historischer Orte. Die internationale
Zusammenarbeit mit der Universität des dritten Le­
bensalters in Brno begann mit einem Antrittsbesuch
von Vertretern der Universität Leipzig im November
2009 an der Masaryk-Universität in Brno.
Die Arbeitskreise Erzählcafé und Schreibwerk­
statt wurden 2009 weitergeführt. Pünktlich zur
festlichen Eröffnung des Studienjahrs 2009/2010
veröffentlichte die Schreibwerkstatt erstmals eine
Broschüre­mit Gedichten und Erzählungen der
Teilnehmerinnen und Teilnehmer.
Im 30. Jahr seines Bestehens gab das Senioren­
kolleg eine Festschrift heraus, die einen Überblick
über seine Entstehungs- und Wirkungsgeschichte
bietet und einen Blick auf geplante künftige Aktivi­
täten wirft.
Altkanzler Dr. Peter Gutjahr-Löser, Rektor Professor Franz Häuser
und Prorektor Professor Wolfgang Fach (vlnr) auf der Eröffnungs­
veranstaltung des Seniorenkollegs am 16. Oktober 2009 im
Gewandhaus zu Leipzig
66
Jahresbericht 2009
Unter den 1100 Teilnehmerinnen und Teilnehmern des Seniorenkollegs 2008/2009 wurde im Mai 2009 eine
schriftliche Erhebung durchgeführt. Das Durchschnittsalter der daran beteiligten 216 Kollegiatinnen und
107 Kollegiaten lag bei 69 Jahren; der jüngste Teilnehmer war 55, der älteste 90 Jahre alt.
Altersverteilung im ­Seniorenkolleg 2008/2009
Vom Senior ohne Schulabschluss bis
zum Professor reichten die Bildungs­
voraussetzungen, die meisten
verfügten über einen Fach- oder
Hochschulabschluss.
Universität/Hochschule – Prof.
Universität/Hochschule – Dr.
Universität/Hochschule – Staatsexamen
Universität/Hochschule – Dr. habil.
Universität/Hochschule – Diplom
Fachschule/Ingenieurschule
Meister
Facharbeiter
Abitur/EOS
Mittlere Reife/POS 10. Klasse
Volks- und Hauptschulabschluss
Schule ohne Abschluss
0%
10%
20%
30%
40%
50%
60%
Bildungsvoraussetzungen der Teilnehmer des Seniorenkollegs 2008/2009
Besonders aufschlussreich sind die
Ergebnisse der Befragung zu den
beliebtesten Themenbereichen.
Den beliebtesten Themenbereichen
Naturwissenschaften, Medizin sowie
Stadt und Region soll in Zukunft mehr
Gewichtung gegeben werden.
Religion
Pädagogik
Medien
Philosophie
Technik
Politik
Psychologie
Recht
Literatur
Länder/Völkerkunde
Kunst/Musikgeschichte
Geschichte
Stadt und Region
Medizin
Naturwissenschaften
0%
10%
20%
30%
Interessenspektrum der Befragten 2008/2009
40%
50%
60%
70%
80% 90%
Studium
67
Der älteste Aufbaustudiengang:
Toxikologie und Umweltschutz
Der weiterbildende Studiengang Toxikologie und Umweltschutz,
der einzige universitäre Aufbaustudiengang dieses Fachgebietes in
Deutschland, findet seit 20 Jahren erfolgreich an der Universität Leip­
zig statt. Die Teilnehmer verfügen über einen naturwissenschaftlichen
oder medizinischen Hochschulabschluss und arbeiten auf den ver­
schiedensten Fachgebieten in ganz Deutschland. Die Zahl der zwei­
jährlich Immatrikulierten ist stetig gestiegen. Vor 20 Jahren erforderte
der Studiengang noch die Präsenz aller Teilnehmer in den Kursen,
heute hingegen wird zunehmend das E-Learning genutzt.
Katja Lerche war von 2004
bis 2009 Teilnehmerin des
Aufbaustudiengangs „Toxiko­
logie und Umweltschutz“. Jetzt
ist sie Mitarbeiterin am Projekt
des Europäischen Sozialfonds
„Erstellung von elektronischen
Lernmodulen für die Toxiko­
logie“. Die Koordinatorin des
Aufbaustudiengangs Adelgunde
Graefe sprach mit ihr über die
neuen elektronischen Lern­
module:
Welche Perspektiven
werden durch die „elektronischen Lernmodule
für die Toxikologie“­
geboten?
Die Weiterbildung kann
flexibel in den Arbeitsalltag
eingebunden oder von Wis­
senschaftlerinnen in Elternzeit
genutzt werden. Die Fahrtkos­
ten für Präsenzzeiten werden
vermindert. Für angehende
Toxikologen aus unterschied­
lichen Berufsgruppen wird
ein individuelles Erreichen
der gleichen Lernergebnisse
ermöglicht.
Sehen Sie auch Nachteile
im E-Learning?
Die Teilnehmer müssen Compu­
ter- und lnternetzugang haben.
Die Didaktik ist wichtiger als
im Präsenzstudium. Das Lernen
am Bildschirm kann als belas­
tend empfunden werden. So­
ziale Kontakte und Erfahrungs­
austausch mit Kommilitonen
fehlen, der eigene Lernerfolg
kann schlechter eingeschätzt
werden.
Und die eigene Selbstdisziplin?
Das ist das größte Problem; am
Ende wollen wir ja nicht nur
eingeschriebene Studierende,
sondern auch fertige Absol­
ventinnen und Absolventen
vorweisen.
Welche Ratschläge können Sie geben?
Sich selbst inhaltliche Eckpfei­
ler, Fristen und Termine setzen,
das Studium nicht aus den
Augen verlieren.
Noch eine persönliche
Frage: Was sind die
Gründe für Ihre Mitarbeit?
Es ist ein spannendes und
erfolgversprechendes Projekt,
an dem mich Kreativität und
Kommunikation­reizen.
68
Jahresbericht 2009
Ausschnitt aus der Eulerschen Zahl, die
von HAEL YXXS am Wilhelm-OstwaldInstitut installiert wurde
Studium universale
„Kopf oder Zahl“
Ringvorlesung im Wintersemester 2008/2009
Die im Jahr der Mathematik begonnene Vortragsreihe beleuchtete
Dimensionen der Zahl in Kultur und Natur vom mathematischen Spiel
bis hin zur Tora, von der Geometrie bis hin zum Märchen. Auch der
Künstler HAEL YXXS sprach über den Umgang mit Zahlen in seinen
Installationen (s. Abb.).
„FaltenReich“ – Vom Älterwerden in der Welt
Ringvorlesung im Sommersemester 2009
Das Studium universale begleitete die Ausstellung „FaltenReich“ im
GRASSI Museum für Völkerkunde zu Leipzig über ein halbes Jahr.
Insgesamt 19 Vorträge behandelten die unterschiedlichen Aspekte des
Alters in der menschlichen Gesellschaft. Vom kulturellen Wandel des
Altersbildes in Literatur, Philosophie und Gesellschaft über prak­
tische Probleme – Gesundheit, Wohnen, Sexualität – in unserer älter
werdenden Gesellschaft bis hin zum Umgang mit dem Alter in fernen
Ländern reichte der spannende Themenbogen. Eine Publikation zu
dieser Reihe ist in Vorbereitung.
„Wissenschaft – Woher? Wohin? Wozu?“
Ringvorlesung im Wintersemester 2009/2010
Philosophen und Wissenschaftshistoriker, Mediziner und Theologen
gaben ihre Antworten auf Fragen zur Wissenschaft selbst wie „Woher
kommt sie, wohin geht sie, wozu betreiben wir sie?“ oder „Welches
Wissen wollen wir?“. Wissenschaftler unterschiedlicher Fachgebiete
versuchten eine Standortbestimmung jeweils aus ihrer Sicht über den
Sinn einer Universität und der an ihr betriebenen Wissenschaften. Die
Zahl der Teilnehmer an den Vorträgen lag zwischen 100 und 150.
Studium
69
Internationale
Zusammenarbeit
„Theoria cum Praxi“
Austauschkoordinatoren in Leipzig
Im April 2009 tagte das Utrecht Network, dem die
Universität Leipzig seit 1991 angehört, erstmalig in
Leipzig. Über dieses Netzwerk können 80 Studie­
rende einen Auslandsaufenthalt an einer der teilneh­
menden 31 europäischen Universitäten absolvieren,
ca. 60 kommen jedes Jahr von einer Netzwerkuni­
versität nach Leipzig.
Nachdem das europäische Austauschprogramm
ERASMUS seit vorigem Jahr auch administrativem
und technischem Personal offensteht, konnten sich
14 Austauschkoordinatoren von Partnerhochschu­
len vom 1. bis 10. Mai 2009 in Leipzig ein Bild
davon machen, was ihren Studierenden hier geboten
wird. Getreu dem Motto „Theoria cum Praxi“
wurden theoretische Kenntnisse in einem speziell
zugeschnittenen Kurs bei interDaF e. V. vermittelt,
Amtskollegen an ihren Arbeitsplätzen besucht und
das neue Wissen in der Praxis bei Stadtbesichtigung
und im Studentenkeller Moritzbastei umgesetzt.
Türen zur Arbeitswelt
ERASMUS-Studienpraktika
Seit 2007 fördert ERASMUS neben Studienaufent­
halten auch Praktika im Europäischen Ausland.
Seither können Studierende der Universität Leipzig
mit einem monatlichen Zuschuss von 300 Euro für
ihre Praktika im Ausland rechnen. Die Förderung
erfolgt zusätzlich zu einer eventuell vorausge­
gangenen oder späteren Unterstützung durch das
ERASMUS-Studienprogramm. Voraussetzung
ist, dass die Praxisaufenthalte mindestens drei,
Das Utrecht Network einmal anders
70
Jahresbericht 2009
„Bei meinem Praktikum bei ­[email protected]
dioNantes wurde die Redaktion zum
Mini-Europa: mit Lachanfällen, Missverständnissen, Vorurteilen, Konflikten
und Versöhnungen... kurz gesagt: es
war das Leben pur!“
Ina Lebedjew (studiert Kommunikationsund Medienwissenschaft, Praktikum in
Nantes, Frankreich)
„Alles in allem waren es für mich
drei tolle Monate... Es macht einen
irgendwie stolz, zu wissen, dass
man sich im Ausland organisieren
kann. Es sieht nicht nur im Lebenslauf
gut aus, sondern bringt einen auch
unheimlich weiter.“
Frauke Herrmann (studiert Kommunika­
tions- und Medienwissenschaft, Praktikum
in Edinburgh, Schottland)
„Nach einem Jahr Madrid fällt es
nicht leicht, sich von dieser Stadt
zu verabschieden. Meine beste
Erfahrung war, dieses Praktikum zu
machen. Ich habe dadurch sehr viel
mitgenommen.“
Luisa Grass (studiert Kulturwissenschaften,
Praktikum in Madrid, Spanien)
„Zusammenfassend kann ich jedem
einen Aufenthalt im Ausland empfehlen. Ein Auslandspraktikum bringt
nicht nur Vorteile für die Sprache,
sondern bringt auch für die persönliche Entwicklung viel. Ich habe
die Zeit sehr genossen. Nach einer
Woche habe ich mich bereits wie zu
Hause gefühlt.“
Katrin Polenz (studiert Anglistik, Praktikum
in Manchester, England)
maximal jedoch zwölf Monate umfassen, einen klaren Studienbezug
aufweisen und selbstorganisiert sind.
ERASMUS-Praktika sollen Türen öffnen, Türen zur Arbeitswelt
und Türen in den eigenen Vorstellungen zur Frage: Studium – und
dann? Das Programm hat seit dem ersten Tag zahlreiche Studierende
begeistert, Tendenz steigend. Im laufenden Studienjahr 2009/2010
haben bereits 59 Studierende eine ERASMUS-Praktika-Förderung
erhalten, weitere 10 neue Bewerbungen liegen vor und mit weiteren
20 kann gerechnet werden.
Mit „JOIMAN“ zu „Joint degrees“
Gemeinsame Studienabschlüsse
Die Universität Leipzig vergibt seit vielen Jahren mit Programmen
wie „Global Studies“ und „Advanced Spectroscopy in Chemistry“
erfolgreich gemeinsame Abschlüsse mit ausländischen Hochschulen
(joint degrees). Um die von mehreren Universitäten gemeinsam ange­
botenen Abschlüsse stärker zu strukturieren und besser aufeinander
abzustimmen, trafen sich 32 Vertreter europäischer Hochschulen vom
24. bis zum 27. Juni 2009 in Leipzig. Vorbereitet wurde das internatio­
nale Treffen durch eine Befragung von Hochschulen in ganz Europa,
es fand im November 2009 seine Fortsetzung in Rom. Den Rahmen
bildet das von der Europäischen Union für zwei Jahre aufgelegte
Programm „Joint Degree Management and Administration Network“
(JOIMAN).
320 ERASMUS-Partneruniversitäten
Internationaler Studierendenaustausch
Zur zweimal jährlich stattfindenden Regionaltagung der Koordinatoren
des EU-Programms „Lebenslanges Lernen/ERASMUS“ aus deutschen
Hochschulen hatte der Deutsche Akademische Austauschdienst zum
19. und 20. Oktober 2009 an die Universität Leipzig eingeladen. Hier
engagieren sich rund 100 Fachkoordinatoren, um die „outgoings“ und
„incomings“ der 320 Partneruniversitäten im ERASMUS-Rahmen zu
betreuen. 300 ausländische Studierende haben sich zum Wintersemes­
ter 2009/2010 an der Universität Leipzig eingeschrieben. 550 Studie­
rende der Universität Leipzig machten sich auf den Weg quer durch
Europa an eine ausländische Universität, um Auslandserfahrungen zu
sammeln und fächerbezogene Praktika zu absolvieren. Die Universität
Leipzig belegt damit deutschlandweit den 3. Platz im Entsenden von
Studierenden an ausländische Universitäten. Auch die Dozenten Leip­
zigs sind aktiv und belegen in der DAAD-Mobilitäts­studie deutsch­
landweit den 5. Platz.
Studium
Global und interkulturell
Internationale Studiengänge
Erasmus Mundus II
Im Exzellenzprogramm der Europäischen Union
Erasmus Mundus wurden in den Jahren 2004 bis
2008 elf durch deutsche Hochschulen koordinierte
Erasmus-Mundus-Studiengänge gefördert. Die Uni­
versität Leipzig war daran mit dem Masterstudien­
gang „Global Studies – A European Perspective“
erfolgreich beteiligt. Der Leipziger Erasmus-Mun­
dus-Koordinator Professor Matthias Middell erhielt
dafür die ausdrückliche Anerkennung des DAAD.
Für die zweite Programmphase von Erasmus Mun­
dus in den Jahren 2009 bis 2013 hat sich der beste­
hende Masterstudiengang erfolgreich beworben und
erhält eine Förderung für weitere fünf Jahre. Dem
Hochschulkonsortium gehören neben der Univer­
sität Leipzig die London School of Economics and
Political Sciences, die Universität Wien und die
Universität Wrocław an.
Westslawistik interkulturell
Mit dem Wintersemester 2009/2010 hat am Institut
für Slavistik im Rahmen des DAAD-Programms
„Bachelor Plus“ ein erweiterter achtsemestriger
B. A. Studiengang „Westslawistik interkulturell“
begonnen. Die besten Studierenden im Kernfach
„Westslawistik“ können nach dem vierten Semester
ein integriertes Auslandsjahr absolvieren: Mit finan­
zieller Unterstützung des DAAD studieren sie ein
Semester an der Karls-Universität Prag und ein wei­
teres an der Universität Wrocław. Neben Stipendien
stehen zusätzlich Förderungen für die am Projekt
beteiligten Gastwissenschaftler zur Verfügung.
Integrierte Internationale Studiengänge mit
Doppelabschluss
Zwei Studiengänge an der Universität Leipzig
wurden nach der Vorbereitungsphase erfolgreich für
eine bis zu vier Jahre währende DAAD-Förderung
als Integrierte Internationale Studiengänge in der
Erprobungsphase ausgewählt. Zum einen bietet das
Herder-Institut Leipzig gemeinsam mit der Univer­
sität Salamanca den Master „Deutsch als Fremd­
sprache: Estudios contrastivos de lengua, literatura
y cultura alemanas“ an, zum anderen ist das Institut
71
für Infrastruktur und Ressourcenmanagement der
Wirtschaftswissenschaftlichen Fakultät Partner
in dem Hochschulkonsortium mit Utrecht, Graz
und Venedig, das den Master „Sustainable Deve­
lopment“ anbietet. In beiden Programmen stehen
Stipendienmittel für Studierende sowie Fördermittel
für Gastlehraufenthalte zur Verfügung.
Eine Jurte für Leipzig
Alumni aus der Mongolei
Vom 21. bis 27. Juni 2009 bekam Leipzig Besuch
aus der Mongolei. Von den 15 Besuchern hatten
die meisten in den achtziger Jahren in Leipzig
studiert. Die Gäste machten dem Institut für In­
dologie und Zentralasienwissenschaften mit einer
Mongolische Gastfreundschaft: Gleich geht es in die Jurte.
landestypischen Jurte ein besonderes Geschenk.
Das traditionelle Nomadenzelt wurde im Vorgarten
des Gästehauses Villa Tillmanns aufgebaut und
war dort für eine Woche zu bewundern. Außerdem
schenkten sie der Universitätsbibliothek drei mongo­
lische Wörterbücher. Die mongolischen Alumni ge­
stalteten einen vom Rektor und dem Mongolischen
Botschafter eröffneten Abend in der Moritzbastei
mit landestypischer Musik und Tänzen sowie kuli­
narischen Spezialitäten. Einen besonderen Beitrag
boten die in Leipzig geborenen Zwillinge Temujin
und Temulin mit ihrem Pferdekopfgeigenspiel. Eine
Fotoausstellung in den Räumen der Deutschen Bank
mit dem Titel „Magic Mongolia“ wurde anlässlich
des Besuchs eröffnet.
72
Jahresbericht 2009
Was Alumnus Professor Hoang Xuan Phu
hier sagt, wissen wir zwar nicht, ...
... auf jeden Fall aber gab es viel zu lachen.
Aus Fernost in Leipzig
Alumni aus Vietnam zu Gast
Im September 2009 empfing das Akademische Auslandsamt Mit­
glieder der Gesellschaft Vietnamesischer Absolventen der Universität
Leipzig, die zu unterschiedlichen Zeiten zwischen 1959 und 2008 hier
studiert hatten. Erfreut und überrascht nahmen die vietnamesischen
Alumni nach der Begrüßung durch Rektor Professor Häuser Kopien
ihrer einstigen Anträge für ein Studium an der Universität Leipzig aus
dem Universitätsarchiv entgegen. Bewegend war auch das Treffen der
Gäste mit ihren damaligen Professoren und Betreuern.
“The day spent in Leipzig was one
of the trip highlights for me! It was
such a well organized and informative day.”
Shelley McFarlan, Vanderbilt University
“Leipzig was really a highlight and
should be retained.”
Dr. Kenneth Curtis, California State
University Long Beach
“I found Leipzig to be a fascinating
city and university.”
Dr. Emily Moerer, University of Pennsyl­
vania
Hohe Ehre:
Fulbright-Kommission in Leipzig
Hohe Ehre für die Universität Leipzig: Erstmals besuchten alle 24 Mit­
glieder des „Fulbright Seminar for U. S. Administrators in Internatio­
nal Education“ die zweitälteste Universität Deutschlands. Sie wurden
am 22. Oktober 2009 vom US-Konsul James W. Seward und dem
Rektor der Universität Leipzig Professor Franz Häuser begrüßt. Die
Fulbright-Kommission hat in den letzten zwanzig Jahren die Ameri­
kanistik an der Universität Leipzig gestärkt und vielen Studierenden
und Lehrenden einen Blick über den Atlantik ermöglicht. Die beiden
Jubiläen – 600 Jahre Universität Leipzig und 20 Jahre Friedliche Re­
volution in Deutschland – waren Anlass genug, dem transatlantischen
Dialog neue Impulse zu geben. Die Teilnehmer trafen Mitarbeiter und
Studierende des Instituts für Amerikanistik und besuchten die Jubilä­
umsausstellung „Erleuchtung der Welt“.
Uni Leipzig in Prager Botschaft
Präsentation des Freistaates Sachsen in Prag
Am 30. September 2009 beteiligte sich die Universität Leipzig unter
Leitung von Rektor Professor Franz Häuser an einer Präsentation
des Freistaates Sachsen in Prag. Anlass dieser Präsentation, die ihren
Höhepunkt in einem Empfang in der Deutschen Botschaft fand, war
ein 20-jähriges Jubiläum: Am 30. September 1989 hatte der dama­
lige Bundesaußenminister Hans-Dietrich Genscher vom Balkon der
Deutschen Botschaft in Prag den dort ausharrenden DDR-Bürgern die
Genehmigung zur Ausreise verkündet. In einer gemeinsamen Ver­
anstaltung mit der Karls-Universität wurden jeweils ein Projekt der
Slawistik und der Sportwissenschaften vorgestellt: Eine Studentin der
Philologischen Fakultät der Universität Leipzig stellte die internatio­
Studium
73
nale Studentenkonferenz „interFaces“ vor, die in diesem Jahr „Kul­
turelle Translationen“ zum Thema hatte, Vertreter der Sportwissen­
schaftlichen Fakultät zeigten einen Filmbeitrag über den Jubiläumslauf
Prag – Leipzig (s. S. 91).
Hebrew University und Vanderbilt University
Neue Partneruniversitäten
Seit Juli 2009 zählt die renommierte israelische Hebrew University zu
den Partneruniversitäten der Universität Leipzig. Zunächst sind Ko­
operationsprojekte mit der Philologischen Fakultät, der Theologischen
Fakultät und der Fakultät für Sozialwissenschaften und Philosophie
geplant.
“Staff at Jena and Leipzig also
provided excellent overviews of their
programs.”
Denise Ward, Macalester College
Seit Ende November 2009 ist die Vanderbilt University, Massachusetts,
USA, vertraglich mit der Universität verbunden. Die Fakultät für Bio­
wissenschaften, Pharmazie und Psychologie, die Fakultät für Chemie
und Mineralogie und die Medizinische Fakultät kooperieren schwer­
punktmäßig im Bereich der Forschung.
An der Fakultät für
Chemie und Mineralogie der Universität Leipzig konnte im Oktober
2009 das TEMPUS-Projekt „Reforms
and Upgrade of Chemistry Undergraduate Studies in Macedonia“
erfolgreich abgeschlossen werden.
Ziel des seit September 2007 von
der Europäischen Union geförderten
Projekts war es, in Mazedonien die
Ausbildung bis zum Bachelor of
Science einheitlich zu strukturieren
und sie an die Anforderungen der
Bologna-Deklaration anzupassen.
Dabei wurden die Chemiestudiengänge für Bachelorstudierende an
den mazedonischen Universitäten
reformiert und neue Lehrpläne und
Kurse für die Bachelorstudiengänge
entwickelt. TEMPUS ist ein Programm
der Europäischen Union zur Hochschulentwicklung in Ländern, die
nicht Mitgliedstaaten der EU sind.
bietet in Zusammenarbeit mit der
Universität Leipzig und der Renmin Universität Peking chinesische
Sprach- und Kulturkurse an. Im
Dezember 2009 hat das Studienvorbereitungsprogramm für chinesische
Studienbewerber PANDA sein
10-jähriges Jubiläum im KonfuziusInstitut gefeiert.
Weltweit gibt es 282 KonfuziusInstitute in 88 Ländern, in den ­
neuen Bundesländern nur das in
Leipzig. 2009 gehörte es zu den ­
20 Konfuzius-Instituten, die auf der ­
4. Internationalen Konferenz der
­Konfuzius-Institute am 15. Dezember
in Peking als „Institut des Jahres
2009“ geehrt wurden. Das Institut
74
Jahresbericht 2009
Sechs Jahrhunderte
Leipziger Universitätsgeschichte
Unter den vielen traditionsreichen Universitäten in
Mitteleuropa gibt es nur wenige, deren Geschichte
bis ins Mittelalter zurückreicht. Im Jahr 2009 feierte
die Universität Leipzig ihr sechshundertjähriges
Bestehen. Am 2. Dezember 1409 wurde die Univer­
sität Leipzig im Refektorium des Augustiner-Chor­
herren-Stifts St. Thomas gegründet und Johann Otto
von Münsterberg zum ersten Rektor gewählt. Die
Gründung der Universität kam infolge des Auszugs
Prager Magister und Scholaren mit landesherrlicher
und städtischer Unterstützung sowie der Zustim­
mung von Papst Alexander V. zustande. Wie andere
alte europäische Universitäten blieb auch die Leip­
ziger Hohe Schule ohne den Namen eines Gründers.
Die Universität Leipzig erlangte unter den bereits
bestehenden und in den nächsten Jahrzehnten
gegründeten Bildungseinrichtungen Mitteldeutsch­
lands schon bald eine führende Position. Diese
konnte sie in den folgenden Jahrhunderten behaup­
ten und ausbauen. Ihre wissenschaftliche Ausstrah­
lung blieb über allen gesellschaftlichen und poli­
tischen Wandel und auch über die beiden Diktaturen
des 20. Jahrhunderts hinweg ungebrochen. Heute ist
die Universität Leipzig die zweitälteste Universität
in Deutschland, an der ohne größere Unterbre­
chungen Forschung und Lehre betrieben wurde.
Den Höhepunkt ihrer Entwicklung erreichte die
Alma mater Lipsiensis im Übergang vom ­19. in das
20. Jahrhundert. Seit der Reform der Universität
Leipzig und des sächsischen Staates in den Jahren
1830 und 1831 unternahm die sächsische Regierung
verstärkte Anstrengungen, die wissenschaftliche
Leistungsfähigkeit und das wissenschaftliche
Renommee der Landesuniversität zu erhöhen. Dies
gelang in beeindruckender Weise. In der zweiten
Hälfte des 19. Jahrhunderts konnten zahlreiche
bedeutende Wissenschaftler wie der Theologe und
Kirchenhistoriker Albert Hauck, der His­toriker Karl
Lamprecht, der Chemiker und spätere Nobelpreis­
träger Wilhelm Ostwald, der Psychologe Wilhelm
Wundt, die Juristen Rudolph Sohm und Bernhard
Windscheid sowie die Mediziner Karl Thiersch und
Friedrich Trendelenburg an die Universität Leipzig
berufen werden.
Nach dem Ersten Weltkrieg erreichte an der Uni­
versität Leipzig die Entwicklung der Naturwissen­
schaften einen Höhepunkt. Die wissenschaftlichen
Arbeiten der Physiker Werner Heisenberg und Peter
Debye wurden mit Nobelpreisen gewürdigt.
Unter den zahlreichen Publikationen anlässlich
des Jubiläumsjahres 2009 stellt die „Geschichte
der Universität Leipzig 1409 – 2009“ einen he­
rausragenden wissenschaftlichen Beitrag dar. Die
Kommission zur Erforschung der Leipziger Univer­
sitäts- und Wissenschaftsgeschichte erarbeitete im
Auftrag des Rektors erstmals eine umfassende Ge­
samtgeschichte der Universität. Mit dem fünfbän­
digen Werk wird ein fundierter, auf Quellen­studien
Wir feiern unser Jubiläum
und zahlreichen wissenschaftlichen Vorarbeiten
beruhender Überblick über die Geschichte der
Leipziger Alma mater vorliegen. Die beiden ersten
Bände widmen sich der Universität im Kontext der
alteuropäischen Geschichte sowie der klassischen
Universität des 19. Jahrhunderts. Im 3. Band­wird
der Entwicklung der Universität während der
beiden Diktaturen des 20. Jahrhunderts besondere
Aufmerksamkeit geschenkt. Die Aufarbeitung der
Geschichte und Entwicklung aller an der Univer­
sität vertretenen Fächer, Institute, Fakultäten und
traditionellen Zentralen Einrichtungen im 4. Band
stellt durchaus eine Besonderheit in der modernen
deutschen Universitätsgeschichtsschreibung dar.
In Band 5 wird aus kunsthistorischer Perspektive
die Geschichte der Universitätsbauten im urbanen
Kontext der Stadt Leipzig vom Mittelalter bis in die
Gegenwart beschrieben. Die ersten beiden Bände
4.1. und 4.2 erschienen im Oktober 2009, Band 5
erschien im Dezember, die anderen Bände werden
im Jahr 2010 vorliegen.
Die als wissenschaftliche „Festschrift“ prä­
sentierte fünfbändige Gesamtgeschichte ruft die
vergangenen Ereignisse in das kollektive Gedächt­
nis der Universität. Die kritische Auseinanderset­
zung mit der eigenen institutionellen Geschichte
spiegelt gleichsam die gegenwärtige Entwicklung
der Alma mater. Diese befand sich stets in einem
Wechsel von Kontinuitäten und Diskontinuitäten.
Die Universität ist als Gesamtinstitution Ausdruck
von Beständigkeit und war zugleich stets tiefgrei­
fenden Wandlungen unterworfen. Die vielfältigen
universitätsgeschichtlichen Veranstaltungen, die be­
eindruckende Jubiläumsausstellung und die Bände
der Universitätsgeschichte selbst präsentierten die
75
großen Umbruchphasen im europäischen Renais­
sance-Humanismus, in der Aufklärung, zur Zeit
des Neuhumanismus Anfang des 19. Jahrhunderts
und nicht zuletzt in der Glanzzeit der klassischen
deutschen Universität um 1900. Die politisch-ideo­
logisch motivierten Umbrüche des 20. Jahrhunderts
sind ebenso Ausdruck dieser stetigen Umwälzungen.
Auch die Gegenwart der Alma mater Lipsiensis
spiegelt gleichsam diese longue durée wider. So
sind wir im Jahr 2009 Zeuge einer gleichzeitigen
Rückschau auf sechshundert Jahre akademische
Forschung und Lehre in Leipzig sowie eines zu­
kunftsweisenden Campusneubaus am Augustusplatz
geworden, mit dem die Universität auch äußerlich
ihr Gesicht grundlegend verändert.
Das Zepterpaar von
1476 (mit späteren
Zutaten) symbolisierte
die auf die Universität
übertragenen landes­
herrlichen Machtbe­
fugnisse.
76
Jahresbericht 2009
Wir feiern
unser
Jubiläum
Jubiläumsbeirat
78
Höhepunkte des Jubiläumsjahres 2009
79
Vor dem Auftakt
80
Erster Höhepunkt: das Eröffnungskonzert
84
Vier internationale Leitkongresse
86
„Wissen und Ordnung. Riskante Ordnungen –
fremde Erfahrungen – ferne Hoffnungen“
86
„Wissen und Geist – Universitätskulturen“
88
„Wissen und Bildung. Herausforderungen
für Bildung und Erziehung im 21. Jahrhundert“
89
„Wissen und Effizienz. Ökonomisierung der
Wissensgesellschaft“
90
Lauf Prag – Leipzig
91
campus 2009
92
Erstes zentrales Alumni-Treffen
93
Das Jahrgericht zu Hohenheida
96
Jahresversammlung der DFG
97
Gedenkmünze und Sonderbriefmarke
zum Jubiläum
98
Jubiläumsausstellung
„Erleuchtung der Welt. Sachsen und der
Beginn der modernen Wissenschaften“
100
600 Jahre in einem Zug
101
Kanzlertagung 2009
101
20. Jahrestag der Friedlichen Revolution Kongress „1989 in a Global Perspective“
102
104
77
104
Hochschulrektorenkonferenz in Leipzig
106
Der Festakt im Paulinum
110
Veranstaltungen an Fakultäten und
Einrichtungen
110
Fachwelten zu Gast in Leipzig
Internationale Kongresse
111
112
112
112
114
115
116
Ein Jubiläumsjahr voller Musik
Leipziger Universitätsmusik
Museumsnacht „Halzig & Leiple“
im Ägyptologischen Institut/Ägyptischen Museum –
Georg Steindorff
„Studiosi, Magistri und die Musik“
Musikalische Geschichten im Museum für Musikinstrumente
Schatzkammer des Wissens
Universitätsbibliothek
Vom Naturalienkabinett zur Materialwissenschaft
200 Jahre Mineralogisch-petrographische Sammlung
Krisenzeiten
DAS SONNTAGSGESPRÄCH
KUNI stillt Neugierde
Die Kinderuniversität Leipzig
117
Studentische Projekte im Jubiläumsjahr
117
„Science – who cares?“
117
Vom Erfolg geküsst
117
Internationales Fußballturnier
118
Campusfest Leipzig 2009
118
„Humboldt reloaded“
118
600 x Blut
118
20 Jahre StuRa
118
Die große Studentenparty
118
Berichte aus 600 Jahren Studium
119
Städtische Beiträge zum Jubiläum
121
Rückblick und Ausblick
78
Jahresbericht 2009
Jubiläumsbeirat
Die Universität dankt den Mitgliedern des Jubiläumsbeirats für ihre engagierte Unterstützung:
Stanislaw Tillich, Ministerpräsident des Freistaates Sachsen (3.v.l.)
vlnr:
Bernd Hilder, Chefredakteur der Leipziger Volkszeitung
Burkhard Jung, Oberbürgermeister der Stadt Leipzig
Professor Franz Häuser, Rektor der Universität Leipzig
Dr. Arend Oetker, Geschäftsführender Gesellschafter der Dr. Arend Oetker Holding GmbH
Professor Monika Harms, Generalbundesanwältin beim Bundesgerichtshof
Professor Günther Nonnenmacher, Mitherausgeber der Frankfurter Allgemeinen Zeitung
Professor Udo Reiter, Intendant des Mitteldeutschen Rundfunks
Wolf-Dietrich Freiherr Speck von Sternburg, Stiftungspräsident und Kunstmäzen
Nicht auf dem Foto:
Dr. Michelle Bachelet, Präsidentin Chiles 2006 – 2010
Professor Georg Milbradt, Ministerpräsident des Freistaates Sachsen 2004 – 2008
Dr. Hans-Dietrich Genscher, Bundesaußenminister a. D.
Dr. Wendelin Wiedeking, Vorsitzender der Porsche AG bis Juli 2009
Professor Christoph Wolff, Direktor des Bach-Archivs Leipzig
Wir feiern unser Jubiläum
Höhepunkte des Jubiläumsjahres 2009
79
Seite
09.05.2009
Eröffnungskonzert des Jubiläumsjahres im Gewandhaus
84
Vier internationale Leitkongresse:
20.01. – 19.10.2009
„Wissen und Ordnung. Riskante Ordnungen –
fremde Erfahrungen – ferne Hoffnungen“
86
„Wissen und Geist – Universitätskulturen“
88
18. – 20.06.2009
„Wissen und Bildung. Herausforderungen für Bildung und
Erziehung im 21. Jahrhundert“
89
„Wissen und Effizienz. Ökonomisierung der Wissensgesellschaft“
90
03. – 07.06.2009
Lauf Prag – Leipzig
91
05. – 07.06.2009
Zentrales Alumni-Treffen
93
06./07.06.2009
campus 2009
92
08.07.2009
Übergabe der Jubiläums-Gedenkmünze und einer Sonderbriefmarke
98
08.07. – 06.12.2009
Jubiläumsausstellung „Erleuchtung der Welt. Sachsen und der
Beginn der modernen Wissenschaften“
100
02.12.2009
Festakt im Paulinum
106
11. – 13.05.2009
03. – 05.12.2009
600 Jahre ununterbrochener Lehrbetrieb: Außer der
Universität Heidelberg kann das in Deutschland nur
die Alma mater Lipsiensis vorweisen. 600 Jahre
Wissenschaftsgeschichte, geprägt durch Gelehrte und
Studierende von Weltruf, waren im Jahr 2009 für die
Leipziger Universität und die Stadtgesellschaft ein
Grund zum Feiern. Mit dem festlichen Eröffnungs­
konzert am 9. Mai im Leipziger Gewandhaus began­
nen die glanzvollen Feierlichkeiten der Wissenschaft,
die einer bemerkenswerten Historie von Wissenschaft
und Kultur huldigten, vor allem aber eine klare
Zukunfts­botschaft beinhalteten: Die Universität Leipzig
schickt sich an, wieder in die Elite der nationalen und
internationalen Wissensgesellschaft aufzurücken, dort,
wo sie über die Jahrhunderte ihren festen Platz hatte.
Das Jubiläumsprogramm war mehr als reichhal­
tig, auch wenn am Ende der Bauverzug am Pauli­
num die Universitätsmusiktage und die geplanten
Gottesdienste stoppte. Rund 300 wissenschaftliche,
kulturelle und musikalische Veranstaltungen prägten
das Jubiläumsjahr bis zu seinem Schlussakkord, dem
Festakt im Paulinum mit der Würdigung der 600
Jahre zuvor erfolgten Universitätsgründung am ­
2. Dezember 1409.
Ein kurzgefasster Überblick über „600 Jahre Universität
Leipzig“ von Jörg Aberger, Tobias D. Höhn und Thomas Seidler
erschien 2009 im Leipziger Medien Service.
80
Jahresbericht 2009
Vor dem Auftakt
„600 years of Universität Leipzig“:
Eine essayistische Liebeserklärung an
Leipzig von Claudius Nießen erschien als
Moleskine Notebook, wie es schon Ernest
Hemingway, Bruce Chatwin und Vincent
van Gogh verwendet haben. Klein und
schwarz, mit Stadtplan und Informationen
zur Universitätsgeschichte und viel Platz
für Notizen – damit wird die MoleskineCity-Notebook-Sonderedition zu einem
feinen speziellen Stadtführer, der zum
Erleben und Aufschreiben einlädt.
0
0
6
6
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6
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6
DI., 7. APrIl 2009, 19 UHr
PEtErSkIrcHE zU lEIPzIg
0
JOHANNES6
PASSION
0
6
Johann Sebastian Bach | BWV 245
06
6
Marie Friederike Schröder – Sopran
David Erler – Altus
Martin Petzold – Tenor
Marek Rzepka – Bass (Arien)
Tobias Berndt – Bass (Christus)
Leipziger Universitätschor
Pauliner Barockensemble auf historischen Instrumenten
0
Leitung: David Timm
Karten zu 13 EUR / ermäßigt 8 EUR bei allen bekannten Vorverkaufsstellen
und an der Abendkasse zu 15 EUR / ermäßigt 10 EUR.
Für Studenten Restkarten an der Abendkasse zu 5 EUR
0
0
6
Sponsoren:
0
Förderkreis Leipziger Universitätschor e.V.
www.sechshundert.de/musik
Schon vor dem 9. Mai, dem eigentlichen Beginn der Jubiläumsfeierlich­
keiten, hatten Institute, Fakultäten und Einrichtungen der Universität
zahlreiche Projekte platziert, die dem Geburtstag der Universität ge­
widmet waren. Aus der großen Anzahl dieser Projekte und Veranstal­
tungen können im Folgenden nur einige ausgewählte angeführt werden,
die gleichwohl für die große Vielfalt universitärer Aktivitäten stehen.
Den Anfang machte die Kustodie mit der Eröffnung der Ausstel­
lung „600 Jahre Kunst der Universität Leipzig“ am 5. Januar in der
Studiensammlung. Gezeigt wurden wertvolle Insignien aus der Grün­
dungszeit der Universität, Bildwerke und Stadtansichten aus verschie­
denen Jahrhunderten, kostbare Porträts berühmter Persönlichkeiten und
bedeutender Wissenschaftler vom Mittelalter bis zur Gegenwart.
Das Musikjahr des Leipziger Universitätsorchesters begann mit
einem Sinfoniekonzert am 10. Januar zum Semesterabschluss im Ge­
wandhaus mit Werken von Webern, Ravel und Sibelius. Anlässlich des
200. Geburtstages Felix Mendelssohn Bartholdys erklang am 7. Februar
das Oratorium „Paulus“ in der Thomaskirche, gefördert und aufge­
zeichnet vom Deutschlandfunk für die Benefizreihe „Grundton D“.­­
1837 hatte Mendelssohn selbst die Leipziger Erstaufführung in der
Universitätskirche St. Pauli dirigiert. Das „Leipziger Concert“ im März
im Museum für Musikinstrumente stellte auf historischen Instrumenten
und mit vier Vokalsolisten sonst nur selten zu hörende Werke von
früheren Universitätsmusikdirektoren, von Studenten und Lehrenden
der Universität vor. Die glanzvolle Aufführung der Johannespassion
von Johann Sebastian Bach mit hundert Sängerinnen und Sängern des
Universitätschors in der vollbesetzten Peterskirche am 7. April war ein
weiterer musikalischer Höhepunkt. Wenige Tage später gedachte der
Chor mit einem Gedenkkonzert zum 5. Todestag des Universitätsmu­
sikdirektors Wolfgang Unger in der Thomaskirche.
Die Folgen der Klimaerwärmung des Planeten Erde für Mensch und
Natur waren vom 2. bis 4. März Thema des Kongresses „Risiko Erde“
an der Fakultät für Physik und Geowissenschaften. Im „International
Year of Planet Earth“ der UNO 2009 befasste sich diese interdiszipli­
näre Konferenz in Leipzig mit einem der wichtigsten Themen unserer
Zeit, mit wetterbedingten Katastrophen. Thematisiert wurden hydro­
meteorologische Katastrophen in Afrika und in Amerika wie Dürren,
Überschwemmungen und Hurrikane. Es wurde deutlich, dass sich die
dramatischen Folgen des Klimawandels auf der ganzen Welt auswir­
ken und dass sowohl auf globaler als auch auf lokaler Ebene reagiert
werden muss.
Wir feiern unser Jubiläum
Wichtiger „Vorbote“ des Universitätsjubiläums war vom 11. bis ­
15. März die 10. Leipziger Buchmesse-Akademie, auf der 200 neue
Publikationen der Universität Leipzig gezeigt wurden und das Vor­
tragsprogramm ganz im Zeichen des 600. Geburtstages der Univer­
sität stand. Das Themenspektrum reichte vom Beginn der modernen
Wissenschaften über Stammzellenforschung, Halbleitertechnologien,
psychische Erkrankungen bis hin zu OP-Techniken der Zukunft. Die
Buchmesse-Akademie ist nicht nur das Wissenschaftszentrum der
Leipziger Buchmesse, sondern auch eine Schnittstelle zwischen Uni­
versität und Öffentlichkeit.
81
Auf der Buchmesse-Akademie 2009:
Rektor Professor Franz Häuser im Ge­
spräch mit Staatsministerin für Wissen­
schaft und Kunst Dr. Eva-Maria Stange
0
600
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NEUERSCHEINUNGEN
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BUCHMESSE
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2009
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12.– 15. MÄRZ 2009 | H A L L E 3 , S T A N D G 2 0 1/H200
0
Neue Bücher aus der Universität Leipzig. Mehr als 4800 wissenschaftliche Publikationen wurden im vergangenen Jahr von Autoren der Universität Leipzig vorgelegt. Darunter befinden sich circa
200 Bücher, die auf der Leipziger Buchmesse 2009 vom 12. bis 15. März gezeigt werden. Die Präsentation steht in diesem Jahr im Zeichen des 600-jährigen Universitätsjubiläums.
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6
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www.uni-leipzig.de
Aus dem Schoße der Medizin entwickelte
sich die Chemie im 19. Jh. zu einer
selbstständigen Naturwissenschaft und
erlangte in Leipzig Weltgeltung. Beson­
ders ausführlich schildern die 22 Autoren
die Entwicklung und Spezialisierung der
chemischen Teildisziplinen nach dem
Zweiten Weltkrieg.
82
Jahresbericht 2009
Ein kleiner Dank an Freunde der Uni­
versität: eine Nachbildung des Großen
Universitätssiegels in Meissener Porzellan
Auf der 19. Jahrestagung der Gesellschaft für Virologie, einem der
wichtigsten Treffen der Virologen Europas, vom 18. bis 21. März 2009
in Leipzig lag der Schwerpunkt auf den Forschungen im Bereich der
Immunologie viraler Infektionen, der Neurovirologie sowie Virusin­
fektionen, die zwischen Tier und Mensch übertragbar sind.
Unter dem Titel „Ein Kosmos des Wissens. Weltschrifterbe
in Leipzig“ eröffnete die Universitätsbibliothek am 27. März 2009
eine bemerkenswerte Ausstellung, die die Einmaligkeit der Leipziger
Sammlung herausstellte. Gezeigt wurden 50 wertvolle Handschriften,
darunter der größte Papyrus der Welt, heilige Bücher des Juden­
tums und des Islam, alte Karten, ein Brief Albert Einsteins und eine
Studentenkarikatur aus dem Jahr 1498. Nach acht Wochen Laufzeit
schloss der „Kosmos“ mit drei kleinen Rekorden: 4000 Besucher,
400 verkaufte­Kataloge und 40 Gruppenführungen. (S. auch S. 113.)
Am 31. März 2009 empfing der Rektor im Alten Senatssaal sechzig
Förderer und Sponsoren des Universitätsjubiläums, um ihnen den
Dank der Universität für ihre Unterstützung auszusprechen. Zuvor
hatten­die Teilnehmer gemeinsam den Campusneubau am Augustus­
platz besichtigt. Der Rektor dankte den Unterstützern des Jubiläums
mit der Überreichung von Nachbildungen historischer Universitätsdo­
kumente.
Bernd Gorzel nimmt als Dank von der Universität an die Ströer Deutsche Städte Medien
GmbH einen Nachdruck der Bulle Papst Alexanders V., ausgestellt am 19.12.1409 in
Pistoja, in Empfang.
Wir feiern unser Jubiläum
83
Mit dem 1. April startete eines der interessantesten studentischen Pro­
jekte unter dem Titel „600 Bäume zum 600. Jubiläum der Universität Leipzig“. Als Schirmherren für das Projekt konnten Bundesum­
weltminister Sigmar Gabriel, Bundesumweltminister a. D. Klaus
Töpfer und das Mitglied des Sächsischen Landtags Johannes Lichdi
gewonnen werden. Bis Ende 2009 kamen 26.995 Euro von 484 Spen­
derinnen und Spendern zusammen. Davon wurden 10 650 Setzlinge in
Großzössen und 16 Starkbäume im Oberholz gepflanzt sowie 72 Stark­
bäume in Leipzig in Baumpatenschaft übernommen. In Großzössen
wurde damit der Grundstein für ein 2,5 ha großes Schutzwaldsystem
aus standortgerechten Baumarten wie Traubeneiche, Hainbuche, Win­
terlinde oder Vogelkirsche gelegt. Die Baumpatenschaften in Leipzig
sollen auf weitere 28 Starkbäume ausgedehnt werden. Zur Abschluss­
veranstaltung des Projekts am Internationalen Tag des Baumes am ­
25. April 2010 waren alle Baumpaten eingeladen.
Seit April 2009 fuhr ein Niederflur-Gelenkwagen mit einem Zeitstrahl der Universitäts­
geschichte auf unterschiedlichen Linien durch Leipzig und warb auf unkonventionelle
Weise für das Universitätsjubiläum.
Rektor Franz Häuser (2.v.l.) pflanzt zum
Tag des Baumes am 23. April 2009 den
ersten Baum, eine Robinie, für das Projekt
„600 Bäume zum 600. Universitäts­
geburtstag“. Links Projektleiter Thomas
Seifert, ganz rechts Bürgermeister Heiko
Rosenthal. Im Hintergrund das Rektorats­
gebäude.
84
Jahresbericht 2009
Der 979. Rektor der Universität Leipzig Professor Franz Häuser und Altmagnifizenz
Professor Cornelius Weiss begrüßen im Gewandhaus die Ehrengäste von der Prager
Karls-Universität.
Erster Höhepunkt:
das Eröffnungskonzert
„Leipzig ist ein besonderer Partner,
schon allein durch die Geschichte...
Leipzig ist insofern sehr interessant,
weil die Uni sich nach dem Zusammenbruch des sozialistischen Sys­
tems, nach dem Ende der Isolation
neu orientieren musste – wie wir. Es
ist für uns eine gute Uni, um sich zu
vergleichen.“
Professor Václav Hampl, Rektor der
Prager Karls-Universität
Leipziger Volkszeitung, 05.05.2009, S. 17
Zum Eröffnungskonzert des Jubiläumsjahres am 9. Mai 2009 hatte
die Universität ins Gewandhaus eingeladen. Rektor Professor Franz
Häuser begrüßte zahlreiche Gäste aus dem In- und Ausland, darun­
ter den Rektor der Prager Karls-Universität Professor Václav Hampl,
den Ministerpräsidenten des Freistaates Sachsen Stanislaw Tillich,
Landtagspräsident Erich Iltgen und den Leipziger Oberbürgermeister
Burkhard Jung. Sponsoren, die sich nachhaltig für die Universität und
das Jubiläum engagieren wie die Sparkasse Leipzig, das BMW Werk
Leipzig und die Ströer Deutsche Städte Medien GmbH waren vertreten.
Nach dem Erklingen der „Fanfare aus Böhmen“ schlug Rektor
Franz Häuser mit bildhafter Unterstützung den Bogen vom Auszug
aus Prag im Mai 1409 bis zum Beginn der Jubelfeier im Mai 2009.
„Suchte man aufzuzählen, was Europa in den Schatz der Weltkultur
Wir feiern unser Jubiläum
85
Der Universitätschor, das Universitätsorchester und die Unibigband führen das
„Halleluja“ von Georg Friedrich Händel in der Bearbeitung von David Timm auf.
eingebracht hat, was zu den unverzichtbaren Elementen einer moder­
nen Gesellschaft gehört, was den Stolz einer Stadt und eines Landes
ausmacht – die Universität würde mit Sicherheit genannt“, zitierte er
den ehemaligen Sächsischen Wissenschaftsminister Hans Joachim
Meyer. Unter der Leitung von Universitätsmusikdirektor David Timm
boten Universitätschor, Universitätsorchester, Unibigband, Capella
Fidicinia und das Pauliner Barockensemble musikalische Genüsse aus
sechs Jahrhunderten, gipfelnd im abschließenden gemeinsamen „Hal­
leluja“, in das die Festgemeinschaft kraftvoll einstimmte.
Zuvor hatten Ministerpräsident Stanislaw Tillich und der Leipziger
Oberbürgermeister die Verdienste der Alma mater gewürdigt. Mit
Blick auf die Zukunft wünschte sich Oberbürgermeister Jung eine Uni­
versität, die sich mit ihren Lehrenden und Studierenden ins städtische
Leben einbringt und internationale Aufmerksamkeit erringt. Aber
auch kritische Töne waren zu vernehmen, vornehmlich von Vertretern
der Studierenden. StuRa-Sprecher Thomas Dudzak sprach Probleme
des Studiums unter „Bologna-Bedingungen“ an, ein Studierender
brachte mit einem offenen Brief und dem Ausruf „Zu feiern gibt es
nichts!“ seinen Protest zum Ausdruck. Der Rektor der Prager KarlsUniversität Václav Hampl fand mit seiner Festrede und dem Credo
„Jede Gesellschaft braucht gute Schlosser und Maler, benötigt aber
auch ein exzellentes Umfeld und außerordentliche Persönlichkeiten,
die in der Lage sind, in der Weite des globalen Horizonts zu denken,
und zwar mit einem Zeitvorsprung von mehreren Jahren“ ungeteilte
Aufmerksamkeit. Mit Johann Sebastian Bachs „Vereinigte Zwietracht
der wechselnden Saiten“ wurden musikalisch die Wogen wieder
geglättet.
Wer hat die schönere Kette? Rektor Hampl
aus Prag oder Oberbürgermeister Jung?
Ministerpräsident Stanislaw Tillich
versicherte in seiner Ansprache:
„Gute Bildung und exzellente Fachkräfte sind unsere Zukunft. Deshalb
stehen wir zu unserem Versprechen,
keine Studiengebühren bis zum
Masterabschluss.“
Aus der Grußadresse der Kanzlerin
Angela Merkel:
„Zu ihrem großen Jubiläum gratuliere
ich der Universität Leipzig und wünsche ihr, dass in den kommenden
Jahren und Jahrzehnten ebenso viele
Impulse von ihr ausgehen werden
wie in den vielen Sternstunden ihrer
Vergangenheit.“
86
Jahresbericht 2009
Aus der Jubiläumsbeilage der Leipziger Volkszeitung „600 Jahre Universität Leipzig“ vom 20.05.2009, S. 58
Vier internationale
Leitkongresse
Vier internationale Leitkongresse griffen Themen
auf, die Universitäten und Gesellschaften weltweit
herausfordern und in den kommenden Jahren an
Brisanz gewinnen werden. Die Kongresse ver­
netzten Öffentlichkeit und Wissenschaft, stellten
das Jubiläum unter ein inhaltliches Dach des „Wis­
sens“ und zielten mit Handlungsempfehlungen auf
eine nationale und internationale Öffentlichkeit:
„Wissen und Ordnung. Riskante Ordnungen – fremde Erfahrungen – ferne
Hoffnungen“
Ein Treffen der geistigen Elite aus aller Welt
Veranstaltungsreihe vom 20. Januar bis
19. Oktober
Innerhalb des als Veranstaltungsreihe konzipierten
Leitkongresses „Riskante Ordnungen“ wurden auf
zehn Veranstaltungen die Phänomene sich wan­
delnder Ordnungen von Staaten betrachtet. Haupt­
sächlich ging es in den Vorträgen international
bekannter Philosophen, Soziologen, Theologen und
Rechtswissenschaftler um Freiheitsverständnis,
87
Wir feiern unser Jubiläum
schützenswerte Grundwerte und die Bewahrung
demokratischer Verhältnisse in Zeiten, in denen
Demokratien zunehmend herausgefordert sind.
Fremde Erfahrungen wie Ereignisse in Pariser
Vororten oder lateinamerikanischen Megacities
weisen gleichsam auf künftige Risiken und Chan­
cen hin. Diese fremden Erfahrungen werden als
ferne Hoffnungen zu Visionen von lebenswerten
und lebensfähigen Ordnungen. Die Leitung der
Veranstaltungsreihe lag beim Prorektor für Lehre
und Studium Professor Wolfgang Fach. Unterstützt
wurde die Veranstaltungsreihe durch den Stifterver­
band für die deutsche Wissenschaft.
Der Veranstaltungskomplex umfasste zum einen
Anniversary Lectures – öffentliche Vorträge, die
Risiken und Chancen gesellschaftlicher Ordnungs­
garantien im weltweiten Rahmen thematisierten –,
zum anderen Special Lectures, die die nationale
Wissenschaftsdebatte stimulieren sollten.
Den eröffnenden Vortrag hielt am 20. Januar
2009 Horst Bredekamp von der Humboldt-Univer­
sität Berlin zum Thema „Behemot als Gegenspieler
des Leviathan. Zur Ikonographie eines politischen
Untieres“. Am 2. März sprach Peter Beyer von der
University of Ottawa im Vortragssaal der Albertina
zum Thema „The Religious Factor in Contemporary
World Order – Religion and Globalization”. Die
weltbekannte Philosophin Martha Nussbaum von
der University of Chicago begeisterte am 15. März
in der Alten Handelsbörse ihre Gäste mit dem Vor­
trag „Liberty of Conscience: The Attack on Equal
Respect“. Quentin Skinner von der University of
Cambridge setzte den Reigen der Veranstaltungen
am 26. April mit dem Vortrag „The Genealogy of
Liberty“ fort.
Mit weiteren Vorträgen traten auf:
29.06.2009 Horst Dreier von der Universität Würzburg:
„Der freiheitliche Verfassungsstaat als
riskante Ordnung“
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6
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14.6.
22.6.
29.6.
13.7.
20.7.
9.8.
14.9.
600
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Volker Gerhardt lehrt Rechts- und Sozialphilosophie an der Humboldt-Universität zu Berlin. Sein wissenschaftliches Interesse gilt der Frage, wie Individualität mit Gesellschaft und mit Politik vereinbar ist. Wie also
kann man Individuum und zugleich Teil einer Gemeinschaft sein? Und gibt es so etwas wie ein überindividuelles Bewusst-sein der Politik? Seine Überlegungen finden auch praktische Anwendung: Mit Beiträgen
zu Bioethik und Biopolitik ist Gerhardt zu einem einflussreichen – wenn auch nicht unumstrittenen – VordenJüngste Publikationen von Volker Gerhardt:
ker der Gentechnologie-Debatte in der Bundesrepublik geworden.
Die angeborene Würde des Menschen (1999)
2001 wurde er zum Mitglied des Nationalen Ethikrats berufen.
und Partizipation. Das Prinzip der Politik (2007).
18. 5.
0
6
Anniversary Lecture
10. Mai, 11 Uhr
Alte Handelsbörse
6
19.10.
6
22.06.2009 Kwe Anthony Appiah von der Princeton
University, USA: „The Life of Honor“
Über den Zusammenhang von Politik und Person
Volker Gerhardt (Humboldt-Universität zu Berlin)
6
14.06.2009 Pat O’ Malley von der University of Sidney,
Australien: „Uncertainty makes us free.
Liberalism, Risk and Individual Security“
6
18.05.2009 Volker Gerhardt von der HumboldtUniversität Berlin: „Politische Öffentlichkeit
und individuelles Bewusstsein. Über den
Zusammenhang von Politik und Person“
P O l It I Sc h E Ö f fE N t lI c h kE I t U N D
I N D Iv I D U El lE S BE W U S St S E I N. 0
ProfiLbiLdender forscHUngsbereicH
Riskante Ordnungen
0
13.07.2009 20.07.2009 09.08.2009
14.09.2009 19.10.2009 6
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0
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0 6
10.05.2009
Martin Riesebrodt von der University
of Chicago: „Heilsversprechen. Vom
Säkularisierungsglauben zur Rückkehr der
Religionen“
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WISSEN UND ORDNUNG
0 60
27.04.2009
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www.behemoth - journal.de
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Aktuelle Informationen zu den Veranstaltungen finden Sie
auf unserer Internetseite: www.uni-leipzig.de/~order
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www.sechshundert.de
Peter Schalk von der Uppsala University:
„Selbstvernichtung als göttliche Askese bei
den Befreiungstigern in Sri Lanka“
Engseng Ho von der Duke University in
Durham: „Ballots for Bombs – War beyond
Sovereignty, Peace beyond Representation“
Ayelet Shachar von der University of
Toronto: „Beyond the State Order? The
Interface of Religion and Human Rights“
Ian Hacking von der University of Toronto:
„The Announced Abolition of Man“
Veit Bader von der Universiteit van
Amsterdam: „Economic, political and legal
Informalization. Risk and Promises“
Barbara Stollberg-Rilinger von der
Berlin-Brandenburgischen Akademie der
Wissenschaften: „Organisierte Heuchelei?
Ordnung und Unordnung des römischdeutschen Reiches im 18. Jahrhundert“
88
Jahresbericht 2009
„Wissen und Geist – Universitätskulturen“
Zusammenkunft der Rektoren der alten Universitäten Europas
Leitkongress vom 11. bis 13. Mai
Unmittelbar an die Eröffnung der Jubiläumsfeiern
schloss sich der erste Leitkongress unter dem Titel
„Wissen und Geist – Universitätskulturen“ an. Als
einer der Höhepunkte thematisierte das interdiszi­
plinäre inter­nationale Symposium die Geschichte
einer einzigartigen gesellschaftlichen Institution­
und entwarf eine Vision für die Universität der
Zukunft. Führende Köpfe aus Wissenschaft, Wirt­
schaft und Politik schlugen unter den Schlaglich­
tern Gründungskulturen, Gegenwartskulturen und
Zukunftskulturen an drei Tagen eine Brücke von
der alteuropäischen Universität des Mittelalters über
die gegenwärtige Situation bis hin zur Universität
der Zukunft. Ziel der Veranstaltung war es, Kon­
zepte und Visionen für die Rolle der Universität der
Zukunft zu entwickeln.
Die Eröffnung des Kongresses nahm der
Staatssekretär im Sächsischen Staatsministerium
für Wissenschaft und Kunst Knut Nevermann
gemeinsam mit dem Rektor der Universität und dem
Leipziger Oberbürgermeister vor. Die Leitung des
Kongresses lag beim Prorektor für Forschung und
wissenschaftlichen Nachwuchs Professor Martin
Schlegel. Unterstützt wurde der Kongress großzügig
durch die Porsche AG.
Der erste Tag des Symposiums war der Ge­
schichte der Universität Leipzig im späten Mittel­
alter, während der Reformation und in der Aufklä­
rungszeit gewidmet. Im Eröffnungsvortrag wurde
ein Überblick über die großen Entwicklungslinien
der neuzeitlichen Universitätsgeschichte im deut­
schen und internationalen Vergleich gegeben. Der
zweite Tag thematisierte universitäre Gegenwarts­
kulturen im Zeitalter der Globalisierung. Dazu hatte
eine internationale Arbeitsgruppe unter der Mo­
deration von Professor Ulrich Johannes Schneider,­
Direktor der Leipziger Universitäts­bibliothek,
in Vorbereitung des Kongresses Ziele für eine
Universität der Zukunft formuliert. Diese wurden
gemeinsam mit den Rektoren alter europäischer
WISSEN UND GEIST
U N I V E R S I TÄT S K U LT U R E N
Symposium
11. bis 13. Mai 2009
Alte Börse zu Leipzig
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Infos unter:
www.uni-leipzig.de/unikulturen
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Wir danken der Porsche AG für die
großzügige Unterstützung des Symposiums.
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Universitäten diskutiert. Am dritten Tag befasste
sich eine Podiumsdiskussion mit der Zukunft des
Humboldtschen Bildungsideals.
Nach Abschluss des Symposiums wurden die
Ergebnisse in der Landesvertretung des Freistaates
Sachsen in Berlin vor einer breiten Medienöffent­
lichkeit präsentiert und im Tagungsband „Leipziger
Diskurs“ veröffentlicht.
89
Wir feiern unser Jubiläum
„Wissen und Bildung.
Herausforderungen für Bildung und Erziehung im 21. Jahrhundert“
Beratung der europäischen Bildungselite
Leitkongress vom 18. bis 20. Juni
Herausforderungen für Bildung und Erziehung
im 21. Jahrhundert
WISSEN UND BILDUNG
GEGENWart GESta Lt EN Um
ZUk UNft ZU BILDEN
Symposium
18. bis 20. Juni 2009
Universität Leipzig, Hörsaalgebäude
Infos unter:
www.erzwiss.uni-leipzig.de/2009/
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In Kooperation mit
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Sponsor
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www.sechshundert.de
Jugendamt der Stadt Leipzig
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Das dreitägige Symposium „Wissen und Bildung“
thematisierte Bildung und Erziehung als Schlüs­
selthemen des 21. Jahrhunderts vor dem Hinter­
grund sich stetig wandelnder gesellschaftlicher
Rahmenbedingungen. Eröffnet wurde die Veran­
staltung durch Rektor Professor Franz Häuser und
Kulturbürgermeister Michael Faber. Die Leitung
des Kongresses lag beim Dekan der Erziehungs­
wissenschaftlichen Fakultät Professor Harald Marx
und beim Leiter des städtischen Jugendamtes ­
Dr. Siegfried Haller. Unterstützt wurde das Sympo­
sium großzügig durch die Industrie- und Handels­
kammer zu Leipzig.
Drei Grundsatzreferate renommierter Bildungs­
forscher und Erziehungswissenschaftler bestimm­
ten den ersten Tag: Professor Martin Baethge vom
Soziologischen Forschungsinstitut der Universität
Göttingen umriss in seinem Vortrag die Problem­
zonen der deutschen Bildungssysteme und die
Herausforderungen, vor denen sie in einer globali­
sierten Welt stehen. Zwingend erforderlich, um das
deutsche „Bildungsschisma“ zu überwinden, seien
Ganztagsschulen, langsamer arbeitende Übergangs­
systeme für jene, die dem Tempo nicht gewachsen
sind, ein Berufsabitur, um mehr Menschen in ein
Hochschulstudium zu bringen, und der mittlere
Schulabschluss als Mindestniveau für Schulab­
gänger. Professor Hans Bertram von der HumboldtUniversität Berlin verwies darauf, dass Schulen die
störenden Ungleichheiten in Bildungsbiographien
weder allein verursachten noch auszugleichen in
der Lage seien, weil sie weder auf die sozialen
Risiken im Lebensalltag noch auf falsch gesetzte
Transferleistungen des Wohlfahrtsstaates Einfluss
nehmen können. Professor Philipp Gonon von der
Universität Zürich schließlich erörterte mögliche
Bildungspotenziale von morgen.
Der zweite Tag widmete sich in drei Fachforen
den Grundlagen, Systemen und Strukturen von
Bildung und Erziehung. Dabei wurden Themen
wie Begabungsförderung für alle, Gestaltung von
IHK zu Leipzig
Übergängen sowie lebenslanges Lernen, Bildung
und Wirtschaft, Integration und Partizipation und
interkulturelle Bildung behandelt.
Mit den „Leipziger Thesen für Bildung und
Erziehung im 21. Jahrhundert“ wurden am dritten
Tag die Erkenntnisse und Fragen des Symposiums
gebündelt und in einer abschließenden Podiumsdis­
kussion mit Vertretern aus Wissenschaft, Wirtschaft
und Politik unter Leitung des Chefredakteurs der
Leipziger Volkszeitung Bernd Hilder hinterfragt.
Neben den drei Grundsatzreferenten beteiligten
sich am Podiumsgespräch die Staatsministerin für
Wissenschaft und Kunst Dr. Eva-Maria Stange und
der Präsident des Stifterverbandes für die Deutsche
Wissenschaft Dr. Arend Oetker.
90
Jahresbericht 2009
„Wissen und Effizienz. Ökonomisierung der Wissensgesellschaft“
Im Spannungsbogen zwischen Wissenschaft und Wirtschaft
Leitkongress vom 3. bis 5. Dezember
Zum Abschluss der universitären Festwoche be­
trachtete der Leitkongress „Wissen und Effizienz.
Ökonomisierung der Wissensgesellschaft“ das
Verhältnis von Ökonomie und Wissenschaft und
leitete Handlungsempfehlungen für Universitäten
und Gesellschaft ab.
Die Eröffnung des Kongresses nahmen Rektor
Professor Franz Häuser, die Sächsische Staatsminis­
terin für Wissenschaft und Kunst Professor Sabine
von Schorlemer und Oberbürgermeister Burkhard
Jung vor. Freifrau von Schorlemer bekräftigte in
ihrer Begrüßungsrede, dass in Sachsen zur Finan­
zierung der Universitäten nicht auf Studiengebühren
zurückgegriffen werden wird. Im Gegenteil, die
Auflage weiterer Stipendienprogramme sei geplant,
um die wirtschaftlichen Rahmenbedingungen
für Studierende zu verbessern. Wissenschaft und
Forschung ließen sich nicht auf ökonomische Werte
zurückstutzen. Neben wirtschaftlichen Erfolgen der
Forschung sei auch weiterhin die freie Reflexion­
Wissen und effizienz
Ökonomisierung der
Wissensgesellschaft
Wie viel Ökonomie braucht und wie viel
Ökonomie verträgt die Wissensgesellschaft?
Interdisziplinärer Kongress
3. bis 5. dezember 2009 Leipzig
infos unter:
www.uni-leipzig.de/Wissensgesellschaft2009
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Gefördert von:
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www.sechshundert.de
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über Werte und Weltanschauungen unverzichtbar.
Auch kleine, exotische und scheinbar nicht effektive
Lehrstühle und Fächer seien weiter zu unterhalten.
Unter den Referenten des Kongresses befanden
sich namhafte Wissenschaftler und Experten wie der
Schweizer Wirtschaftswissenschaftler Bruno Frey,
Bundestagspräsident Norbert Lammert, der finnische
Bildungsexperte Matti Meri, der Wissenschaftstheo­
retiker Jürgen Mittelstraß und der Erziehungswissen­
schaftler Klaus-Jürgen Tillmann.
Am ersten Kongresstag führte Professor Jürgen
Mittelstraß von der Universität Konstanz mit der
Fragestellung „Wie viel Ökonomie braucht und wie
viel Ökonomie verträgt die Wissensgesellschaft?“ ­in
die Thematik ein. Nach Vorträgen zur Forschungs­
finanzierung, zu Möglichkeiten und Grenzen
industrie­gesponserter Forschung in der Medizin, zur
Forschungsevaluation, zu Lehre, Bildung sowie zu
Kultur und Sinngebung hielt Altmagnifizenz Profes­
sor Cornelius Weiss ein Grundsatzreferat zum Thema
„Ökonomisierung der Wissensgesellschaft – eine ­
Kette von Missverständnissen“.
Den Auftakt des zweiten Tages bildeten zwei
Positionsvorträge pro und contra Ökonomisierung
der Wissensgesellschaft mit anschließender Podiums­
diskussion. Der Nachmittag wurde mit fünf Tracks
ausgefüllt, die sich den Bereichen Universitäten und
Forschungsinstitute, Schulen, Bibliotheken, Medien
­sowie Normen, Regeln und Instrumenten widmeten.
Die abschließende Podiumsdiskussion unter Mode­
ration von Professor Günther Nonnenmacher von
der Frankfurter Allgemeinen stellte nochmals die
Grundfrage „Wie viel Ökonomie braucht und wie viel
Ökonomie verträgt die Wissensgesellschaft?“
Am dritten Tag referierte Bundestagspräsident
Professor Norbert Lammert in einem grundsätzlichen
Positionsvortrag zum Thema „Ökonomie und Gesell­
schaft“. Den Abschluss des Kongresses bildete eine
Podiumsdiskussion unter dem Titel „Spitzensport
zwischen Ökonomie und Moral“.
Die Leitung des Kongresses lag bei Professor Ralf
Diedrich und Professor Ullrich Heilemann von der
Wirtschaftswissenschaftlichen Fakultät. Unterstützt
wurde der Kongress großzügig durch den Hauptspon­
sor BMW, Werk Leipzig.
Wir feiern unser Jubiläum
91
Der Startschuss in Prag ist erfolgt (im Hintergrund die Türme des Veits-Doms auf dem Hradschin).
Lauf Prag –
Leipzig
Die Idee zum Lauf Prag – Leipzig wurde im Jahr 2003 in der „Rekto­
ratskommission 2009“ geboren und durch die Sportwissenschaftliche
Fakultät in die Tat umgesetzt. Der Weg, den 600 Jahre zuvor Profes­
soren und Studenten aus Protest gegen die willkürliche Stimmrechts­
änderung an der Prager Karls-Universität mühsam über den Kamm
des Erzgebirges Richtung Leipzig nahmen, sollte noch einmal vollzo­
gen werden – nun allerdings im Laufschritt in fünf Tagen. Tatkräftige
Unterstützung kam vom Generalkonsulat der tschechischen Republik
in Dresden. Am 3. Juni fiel in Prag der Startschuss für den Staffellauf,
an dem sich 22 deutsche und 10 tschechische Läuferinnen und Läufer
beteiligten. Über Kladno, Most, Freiberg und Bad Lausick führte die
300 km lange Strecke bis auf den Leipziger Augustusplatz, wo am ­
7. Juni die Läufergruppe von Tausenden Besuchern des campus 2009
herzlich begrüßt wurde. Auf dem letzten Teilstück zwischen Völker­
schlachtdenkmal und Augustusplatz hatten sich etliche Freizeitsport­
ler zu den Läufern gesellt, unter ihnen der Leipziger Oberbürgermeister.
Drei Tage später war die Leipziger
Universitätsmedizin mit 29 Teams
beim 2. Firmenlauf Leipzig am
10. Juni 2009 unschlagbar und
machte das Rennen als Leipzigs
sportlichste Firma.
Bei den Deutschen Meisterschaften
im 100-km-Lauf am 3. Oktober
2009 in Bad Neuenahr-Ahrweiler
erreichte Antje Müller, Mitarbeiterin
am Institut für Laboratoriumsmedizin,
Klinische Chemie und Molekulare
Diagnostik, als einzige Leipziger
Teilnehmerin in persönlicher Bestzeit
von 9:02:48 Stunden den 6. Platz.
92
Jahresbericht 2009
campus 2009
Vielleicht studiert sie ja später Medizin?
Rektor Franz Häuser mit dem Ersten
Bürgermeister Andreas Müller bei der
Eröffnung des campus 2009
Großer Andrang in den Zelten der
Fakultäten
Die Verknüpfung des Wissenschaftsfestes campus 2009 mit dem
Leipziger Stadtfest verschaffte sowohl dem traditionellen Fest in
der Leipziger City als auch dem Universitätsjubiläum eine erhöhte
Aufmerksamkeit und etwa 300 000 Besucher. Durch die Ankunft der
Läuferinnen und Läufer aus Prag am Nachmittag des 7. Juni und das
erste große Alumni-Treffen erfuhr der campus 2009 eine deutliche
Aufwertung. Die Zeltstadt auf dem Augustusplatz wurde trotz zeitwei­
liger Regenattacken zu einem Anziehungspunkt für Groß und Klein,
Jung und Alt. Alle 14 Fakultäten präsentierten sich mit attraktiven
Einblicken in ihre wissenschaftliche Arbeit. Am Stand der Geschäfts­
stelle 2009 konnten sich Besucher über das Veranstaltungsangebot
informieren und Merchandising-Artikel erwerben. Die campus-Bühne
war vom 5. bis zum 7. Juni ein Ort der Gespräche, Experimente und
kultureller Aktionen. Simulierte Gerichtsverhandlungen der Juristenfa­
kultät fanden ebenso wie die Experimente der Fakultät für Chemie und
Mineralogie zahlreiche Besucher. Künstlerische Unterhaltung boten
der afrikanische Chor Engenga, Sportstudenten mit einer Performance
und die Klinikjazzband Jazzpirin. Am Abend des 6. Juni präsentierte
MDR Jump die Gruppen Ohrbooten, Bosse, Sorgente und Jennifer
Rostock. Nie zuvor zog das Wissenschaftsfest unter dem Motto „Spaß
am Denken“ so viele Besucher in seinen Bann wie im Jubiläumsjahr.
Wir feiern unser Jubiläum
93
Schirmherr Dr. Hans-Dietrich Genscher
besichtigt den Campus Augustusplatz.
Erstes zentrales
Alumni-Treffen
Eingebettet in das Stadtfest und campus 2009 eröffneten am 6. Juni
auf der campus-Bühne Bundesaußenminister a. D. Dr. Hans-Dietrich
Genscher und Rektor Professor Franz Häuser das erste zentrale fach­
übergreifende Alumni-Treffen der Leipziger Alma mater unter dem
Motto „Erinnern – Wiedersehen – Entdecken“. Bei dieser Gelegenheit
wurde Dr. Hans-Dietrich Genscher, Alumnus der Juristenfakultät, die
Ehrenmitgliedschaft von „Alumni Facultatis Iuristarum Lipsiensis
e. V.“ verliehen. Genscher erinnerte mit persönlichen Worten an seine
Studienzeit in Leipzig von 1948 bis 1949: Fast auf den Tag genau vor
60 Jahren habe er für sein mündliches Examen gebüffelt. Er forderte
alle Ehemaligen auf, Botschafter für die Stadt Leipzig und ihre Univer­
sität zu sein.
Annähernd 1300 Ehemalige hatten sich an diesem Wochenende an­
lässlich des 600. Universitätsgeburtstages eingefunden, darunter auch
150 internationale Alumni, vor allem aus Europa, aber auch ehemalige
Studierende aus Äthiopien, Syrien, Vietnam, Indonesien, den USA
und Australien. Viele von ihnen waren bereits am Abend des 5. Juni
zu Gast in der Moritzbastei bei buntem Programm und reichhaltigem
Büffet.
„Keine andere deutsche Hochschule
hatte eine ebenso wechselvolle wie
bewegende Geschichte zu überstehen wie die Universität Leipzig. Sie
überlebte Kriege, politische Wirren
und Regime, sie entwickelte sich
über Jahrhunderte zu einer der renommiertesten Lehr- und Forschungseinrichtungen.“
Aus der Grußadresse von Ehrenalumnus
der Juristenfakultät Dr. Hans-Dietrich
Genscher
94
Jahresbericht 2009
Gästebucheinträge Alumni-Treffen
Dr. Abdelkader Zourgui aus
Hünxe, Studium der Veterinärmedi­
zin in Leipzig 1967 bis 1976
Dr. Annegret Kriegel aus Bonn,
Studium der Humanmedizin in
Leipzig 1959 bis 1964
Wir feiern unser Jubiläum
Das Motto des ersten fachübergreifenden Alumni-Treffens „Erinnern
– Wiedersehen – Entdecken“ war zugleich Programm. Bei zahlreichen
Führungen über den neuen Campus im Herzen der Innenstadt, durch
die Bibliotheca Albertina, das Universitätsarchiv und die Museen der
Universität konnten sich die Alumni im weiteren Verlauf des Wochen­
endes auf die Spuren der 600-jährigen Geschichte der Universität Leip­
zig begeben. Führungen durch Studentenwohnheime sowie Kabarettvorstellungen ehemaliger Mitglieder der Studentenbühne waren sehr
gut besucht. Für geladene Gäste war das Abendessen am Sonnabend in
der neuen „Mensa am Park“ ein besonderer Höhepunkt. Am darauf­
folgenden Sonntag nahmen die Alumni zahlreich am campus 2009 teil
und begrüßten die Läuferinnen und Läufer aus Prag. Auf den letzten
3,5 Kilometern vom Völkerschlachtdenkmal bis zum Augustusplatz
hatten auch einige Alumni die Sportschuhe geschnürt, um die Läufer
zu begleiten.
Viele Fakultäten, Institute und Alumni-Initiativen boten über das
gesamte Wochenende eigene Beiträge für ihre Ehemaligen. Das Ange­
bot reichte von Podiumsdiskussionen, Rundgängen durch die Institute
und Labore, einer Lesung zur auswärtigen Politik, einem Vortrag über
Osteoporose bis zu einer Vorlesung der Kinderuniversität KUNI zum
Thema „Von Studenten im Schlafrock und Professoren mit Perücken –
Die Uni Leipzig früher und heute“.
„In welcher Familie sind die meisten Ehemaligen der Alma mater Lipsiensis zu finden?“
Mit diesem Aufruf startete die Universität Leipzig im Winter 2009 eine Suchaktion. Viele
Familien beteiligten sich – zwei Familien haben gewonnen, eine davon ist Familie ­
Dres. Sorger-Kulka. Um einen Kern von zehn Medizinern gruppieren sich ehemalige
­Leipziger Absolventen der Studienfächer Theologie, Journalistik, Informatik oder
­Biochemie. Ein Kurzfilm zur Gewinner-Familie kann auf der Videoplattform „vierzehn09“
eingesehen werden: www.uni-leipzig.de/~vierzehn/?p=158.
95
An der Universität Leipzig wird ein
fachübergreifendes, kostenfreies
Alumni-Netzwerk aufgebaut. Ziel ist
es, die Ehemaligen unterein­an­­der
und mit der Universität zu vernetzen.
Dafür wurde im April 2008 auf der
Homepage der Universität Leipzig
ein Alumni-Portal als Kontaktstelle
eingerichtet. Das Netzwerk umfasst
mittlerweile Tausende Ehemalige
aus aller Welt und ermöglicht,
miteinander in Verbindung zu treten.
Weitere Informationen unter
www.alumni.uni-leipzig.de
96
Jahresbericht 2009
Das Hohe Gericht der Universität wird von
den Dorfrichtern ehrenvoll empfangen.
Das Jahrgericht zu
Hohenheida
Hohenheida gehörte wie Merkwitz und Gottscheina zu den ehemaligen
Universitätsdörfern, die im Jahr 1438 von den Kurfürsten Friedrich
und Wilhelm von Sachsen der Universität als Lehen übertragen
worden waren. Bis in die Mitte des 19. Jahrhunderts übte die Uni­
versität hier die niedere wie auch obere Gerichtsbarkeit aus. Auf den
sogenannten Jahrgerichten wurden in Anwesenheit des Großpropstes
und „der anderen beigeordneten Herren von der Universität“ sowie des
Dorfrichters und der ihm zugeordneten Schöppen vornehmlich Ba­
gatellfälle wie Beleidigungen und Schlägereien, aber auch schwerere
Verfehlungen wie Körperverletzung und Totschlag verhandelt. Der
Großpropst, ein Professor der Juristenfakultät, nahm zu der jeweiligen
Strafsache eine „Besichtigung“ vor und fällte dann unter Mitwirkung
des Dorfrichters und der Schöppen das Urteil. Die Herren der Univer­
sität ließen sich in Kutschen zum Jahrgericht in die Universitätsdörfer
fahren, was die Bauern zu bezahlen hatten. Auch für das sich anschlie­
ßende Festessen mussten die Bauern aufkommen.
Im Rahmen des 600-jährigen Jubiläums der Universität Leipzig
und der 610-Jahrfeier von Hohenheida wurde am 21. Juni ein solches
Wir feiern unser Jubiläum
Jahrgericht auf dem Dorfanger von Hohenheida nachgestellt. Der
Tradition folgend fuhren Vertreter der Universität in einer Kutsche
in Hohenheida vor, um unter Beteiligung des Dorfrichters und seiner
Schöppen zu Gericht zu sitzen. An das Gerichtsverfahren schloss sich
ein gemütliches Ess- und Trinkgelage nach historischem Vorbild an.
Insgesamt drei Gerichtsfälle wurden von Laienschauspielern aus den
Bürgervereinen Hohenheida und Merkwitz und der Juristenfakultät
nachgespielt. Mehrere hundert Besucher verfolgten das Jahrgericht mit
größtem Vergnügen.
Jahresversammlung
der DFG
Als Referenz an den 600. Geburtstag der Alma mater Lipsiensis tagte
vom 29. Juni bis 1. Juli die Deutsche Forschungsgemeinschaft in
Leipzig. Zum Abschluss der Konferenz fand am 1. Juli ein Festakt im
Mendelssohnsaal des Gewandhauses statt, an dem auch Bundesfor­
schungsministerin Professor Annette Schavan und der Präsident der
Kultusministerkonferenz und Bildungsminister Mecklenburg-Vorpom­
merns Henry Tesch teilnahmen. Den Festvortrag hielt Professor Udo
Peil von der Universität Braunschweig. Der wiedergewählte Präsident
Professor Matthias Kleiner sagte in seiner Ansprache, die von Bund
und Ländern mit einem Jahresetat von mehr als zwei Milliarden Euro
ausgestattete Selbstverwaltungsorganisation der Wissenschaft müsse
bei der Bewilligung von Projekten auch die Offenheit im wissenschaft­
lichen Prozess sichern. Es gelte, beim vielbeschworenen Wettbewerb
um die besten Köpfe jenen mehr Wertschätzung und Freiräume
zukommen zu lassen, die nicht dem Mainstream folgen, „sondern das
Risiko und den Mut des Sich-Irrens“ auf sich nehmen.
Zeiten der Krise sind „immer auch Zeichen der Erneuerung“ e­r­­­­
klärte Bundesforschungsministerin Annette Schavan in ihrem Gruß­
wort an die DFG-Festversammlung. Die beschlossenen Pakte für die
Hochschulen und für Forschung und Innovation sowie die Fortführung
der Exzellenzinitiative bezeichnete sie als „starke Signale für die Ver­
lässlichkeit im Verhältnis von Politik und Wissenschaft“. Ministerprä­
sident Stanislaw Tillich verwies beim abschließenden Empfang auf die
reiche Wissenschaftslandschaft im Freistaat Sachsen, zu der auch die
DFG als „Teil dieser sächsischen Erfolgsgeschichte“ gehört.
97
98
Jahresbericht 2009
Staatssekretär Karl Diller und Rektor Franz Häuser stellen Gedenkmünze und
Sonderbriefmarke im Alten Rathaus zu Leipzig vor.
Gedenkmünze und
Sonderbriefmarke
zum Jubiläum
Designerin Nadine Nill aus
Mössingen hat als Motiv für die
Sonderbriefmarke den Leipziger
Augustusplatz um 1845 mit der
­Universitätskirche St. Pauli nach
einem Bild von Maximilian Knäbig
gewählt: „Die Uni Leipzig ist im
ständigen Wandel, die Gebäude
wurden über die Jahre oftmals neu
erstellt, mit der Briefmarke wollte ich
an alte Zeiten erinnern.“
Schwäbisches Tageblatt, 28.07.2009
Anlässlich ihres 600-jährigen Jubiläums wurde der Universität Leipzig
eine besondere Ehre zuteil: Durch das Bundesministerium der Finan­
zen wurden eine 10-Euro-Gedenkmünze und eine Sonderbriefmarke
herausgegeben. Nur wenige Universitäten in der Bundesrepublik wur­
den bisher in dieser Weise geehrt.
In der Vergangenheit waren Leipziger Universitätsjubiläen immer
wieder numismatisch gewürdigt worden: Zu den Jubiläen 1709, 1809
und 1909 wurden mehrere Medaillen geprägt; auch zur 550-Jahr-Feier
1959 kam eine Gedenkmedaille heraus, mit dem Porträt von Karl
Marx. Münzen hingegen wurden selten und in geringer Auflage ­
geprägt, erst anlässlich der 500-Jahr-Feier der Alma mater 1909
wurden ein Zwei- und ein Fünfmarkstück in größerer Auflage in Silber
herausgegeben.
Am 8. Juli erfolgte im Festsaal des Alten Rathauses in Anwesenheit
zahlreicher Ehrengäste durch den parlamentarischen Staatssekretär
Wir feiern unser Jubiläum
beim Bundesfinanzminister Karl Diller symbolisch die feierliche
Übergabe an Rektor Professor Franz Häuser. Der Rektor hob in seiner
Ansprache die besondere Ehrung für die Universität hervor. Seit 1986
war keine deutsche Universität mehr mit einer Gedenkmünze geehrt
worden. Die Bedeutung der Prägung wird besonders deutlich, wenn
man bedenkt, dass das Bundesfinanzministerium lediglich fünf Son­
derprägungen pro Jahr zustimmt. Herzliche Grußworte übermittelten
Oberbürgermeister Burkhard Jung und die Bundestagsabgeordneten
Rainer Fornahl und Manfred Kolbe. Mehreren Ehrengästen wurden
Alben mit einer Gedenkmünze, einem Sonderbriefmarkenblock und
einem Numisblatt überreicht. Der Rektor begrüßte auch die Schöpfer
der beiden Kunstwerke Nadine Nill und Hans Dietrich Dorfstecher.
Musikalisch wurde die Veranstaltung durch die Capella Fidicinia
umrahmt.
Die Sonderbriefmarke zum 600. Geburtstag der Universität Leipzig
mit einer Rekordauflage von 309 Millionen Exemplaren hatte ihren
Ersterscheinungstag bereits am 2. Juli 2009. An diesem Tag hatte die
Deutsche Post im Hörsaalgebäude ein Sonderpostamt „Erlebnis Brief­
marke“ eingerichtet. Mehrere hundert Leipziger ließen sich ihre neuen
Sonderbriefmarken mit dem Ersttagsstempel versehen.
Traditionell gab es zum 600. Gründungsjubiläum der Universität
Leipzig auch eine Gedenkmedaille. Diese wurde im Auftrag der Säch­
sischen Numismatischen Gesellschaft vom Dresdner Künstler Peter
Götz Güttler entworfen und in Gold, Silber und Zinn geprägt.
99
Die neue 10-Euro-Münze erzählt
Leipziger Wissenschaftsgeschichte,
abgebildet sind unter anderen der
Heilige Laurentius und der Universalgelehrte Gottfried Wilhelm Leibniz
mit seinem Leitsatz „Theoria cum
Praxi“. Sie wurde von Münzdesigner­
Dietrich Dorfstecher aus Berlin
entworfen.
Das erste Exemplar der Gedenkmedaille
wurde am 19. November 2009 vom Präsi­
denten der Sächsischen Numismatischen
Gesellschaft Dr. Rudolph Reimann (l.) an
Rektor Professor Franz Häuser übergeben.
Die Bildseite der Medaille zeigt Geschichte und Zukunft der Universität: das Thomaskloster
als Gründungsstätte mit einem Doppelporträt der Gründer, das Hauptgebäude und die
Universitätskirche St. Pauli zum 500. Jubiläum 1909, das Universitätshochhaus zu DDRZeiten sowie das künftige Augusteum und Paulinum. Das alte Siegel der Universität und das
Leipziger Stadtwappen stehen für die Kontinuität der Universitätsentwicklung.
100
Jahresbericht 2009
Jubiläumsausstellung
„Erleuchtung der Welt. Sachsen und der Beginn der modernen Wissenschaften“
Der Kupferstich eines unbekannten Leip­
ziger Künstlers aus dem 17. Jahrhundert
symbolisiert die Wahrnehmung der Welt,
die Vorstellung von der Welt und die
geistige Welt.
Staatsministerin Dr. Eva-Maria Stange,
Rektor Professor Franz Häuser, Mäzen
Wolf-Dietrich Freiherr Speck von Stern­
burg und Professor Frank Zöllner bei der
Eröffnung der Jubiläumsausstellung
Am Abend des 8. Juli eröffnete Rektor Professor Franz Häuser die
Jubiläumsausstellung „Erleuchtung der Welt. Sachsen und der Beginn
der modernen Wissenschaften“. Die Ausstellung erinnere daran, dass
wesentliche Impulse zur Herausbildung der europäischen Bildungs­
landschaft in Leipzig und im umgebenden mitteldeutschen Raum ihren
Ursprung hatten.
Wir feiern unser Jubiläum
Nach Begrüßungsworten des Leipziger Oberbürger­
meisters Burkhard Jung würdigte Staatsministerin
Eva-Maria Stange die Jubiläumsausstellung als
einen der Höhepunkte im Jubiläumsjahr. Mit dieser
Ausstellung präsentiere sich die Leipziger Univer­
sität 600 Jahre nach ihrer Gründung eindrucksvoll
im Chor der Wissenschaften. Gestützt auf die lange
Tradition erinnere die Universität daran, dass die
Aufklärung in Deutschland in Sachsen begann und
Leipzig Motor dieser Entwicklung war. Anschlie­
ßend führte der Kustos der Universität und Kurator
der Jubiläumsausstellung Dr. Rudolf Hiller von
Gaertringen die Jubiläumsgäste in die Ausstellung
ein. Unter den 700 Exponaten mit 250 Leihgaben
aus aller Welt befanden sich der Nachbau einer
Rechenmaschine von Gottfried Wilhelm Leibniz,
ein Vollkreisinstrument zur Beobachtung der Sterne
und die Leupoldsche Vakuumpumpe. Außerdem
war in der Ausstellung die älteste Tageszeitung der
Welt zu sehen, die „Einkommenden Zeitungen“,
ab 1. Juli 1650 in Leipzig gedruckt. Das Exemplar
wurde aus Stockholm herbeigeschafft, da in Leipzig
keines mehr aufzufinden war. Musikalisch umrahmt
wurde die Ausstellungseröffnung durch das Pauliner
Barockensemble auf historischen Instrumenten
unter Leitung von Universitätsmusikdirektor David
Timm.
Vom 9. Juli bis zum 6. Dezember besuchten
25 000 Interessenten die Ausstellung, die gemein­
sam von Universität, Stadt und der Sächsischen
Akademie der Wissenschaften zu Leipzig organi­
siert worden war. Die Ausstellung wurde durch die
Vortragsreihe „Erleuchtende Stunden“ begleitet.
Im Rahmen der Jubiläumsausstellung befasste sich
die dreiteilige Veranstaltungsreihe „Politische Wenden“ kritisch mit der Geschichte der Universität in
den Zeiten von Nationalsozialismus und Sozialismus.
Professor Ulrich von Hehl referierte am 15. Sep­tember
zum Thema „Die Universität Leipzig im Nationalso­
zialismus“, Professor Günther Heydemann am ­
20. Oktober zum Thema „Die Universität Leip­
zig im Sozialismus: politischer Widerstand und
religiöse Verfolgung“. Eine Podiumsdiskussion
unter Leitung von Staatsminister a.D. Hans Joachim
Meyer fand am 29. September mit Zeitzeugen aus
der Universität zum Thema „Meine Erinnerungen
an den Herbst 89“ im Festsaal des Alten Rathauses
statt.
600 Jahre
in einem Zug
Vom 9. bis 18. Juli präsentierte sich die zweitälteste­
Universität Deutschlands mit durchgehendem
Lehrbetrieb unter dem Motto „600 Jahre in einem
Zug“ und dem Veranstaltungsprogramm „600 Jahre
Vielfalt“ im flächenmäßig größten Kopfbahnhof
Europas, dem Leipziger Hauptbahnhof.
Kanzlertagung 2009
Die Jahrestagung der Kanzlerinnen und Kanzler der
Universitäten der Bundesrepublik Deutschland fand
aus Anlass des 600-jährigen Bestehens der Univer­
sität Leipzig vom 24. bis 26. September in Leipzig
statt. Im Zentrum der Tagung stand die Informati­
onstechnologie für Hochschulen unter der Über­
schrift „Computer Integrated University? – Perspek­
tiven universitären Informationsmanagements“.
101
Eine Bühne für die Universität in den
PROMENADEN Hauptbahnhof Leipzig
102
Jahresbericht 2009
Die Disputanten Tom Lodge, Günther
Heydemann, Hans-Dietrich Genscher und
Gerhard Drekonja (vlnr)
20. Jahrestag der
Friedlichen Revolution
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9. Oktober 2009, 14.30 Uhr
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REVOLUTION OHNE GEWALT?
Rückblicke auf ein unwahrscheinliches Ereignis
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Dr. Hans-Dietrich Genscher
Podiumsdiskussion mit internationalen Experten
zum 20. Jahrestag der FRIEDLICHEN REVOLUTION
Campus Augustusplatz, Hörsaalgebäude - Hörsaal 3
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www.sechshundert.de
Zwanzig Jahre nach den Ereignissen des Herbstes
1989 erinnerten Universität und Stadt gemeinsam
an die größte Montagsdemonstration am 9. Okto­
ber in Leipzig. Die Feiern am 9. Oktober begannen
um 10 Uhr mit der Weihe der Freiheitsglocke auf
dem Augustusplatz. Um 11 Uhr schloss sich der
Festakt des Freistaates Sachsen, des Sächsischen
Landtags und der Stadt Leipzig zum Jubiläum der
Friedlichen Revolution im Gewandhaus an.
Zu einer besonderen Veranstaltung lud die Uni­
versität Leipzig für den Nachmittag des 9. Oktober
ein. Bundesaußenminister a. D. Dr. Hans-Dietrich
Genscher diskutierte im Hörsaal 3 zum Thema
„Revolution ohne Gewalt? – Rückblicke auf ein
unwahrscheinliches Ereignis“ mit den Professoren
Tom Lodge von der Universität Limerick in Irland
und Gerhard Drekonja von der Universität Wien.
Professor Günther Heydemann von der Universi­
tät Leipzig und dem Hannah-Arendt-Institut für
Totalitarismusforschung in Dresden moderierte die
Podiumsdiskussion. Der Hörsaal platzte aus allen
Nähten, als Hans-Dietrich Genscher detailliert über
die Verhandlungen zur Vereinigung beider deut­
scher Staaten mit den USA, England, Frankreich
und der Sowjetunion berichtete.
Nach der Podiumsdiskussion nahm Hans-Dietrich ­
Genscher am traditionellen Friedensgebet in der
überfüllten Nikolaikirche teil. Anschließend ver­
sammelten sich auf dem Vorplatz der Oper Zehntau­
sende Leipziger gemeinsam mit Ministerpräsident
Stanislaw Tillich, Oberbürgermeister Burkhard Jung
und OBM a. D. Wolfgang Tiefensee. Kurz nach ­
19 Uhr richteten der Leipziger Oberbürgermeister
und der frühere Gewandhauskapellmeister Kurt
Masur Grußworte an die Versammelten. Danach
bewegte sich der Zug der Hunderttausend auf
den Innenstadtring, der an diesem Abend festlich
illuminiert und von verschiedenen nationalen und
internationalen Künstlern gestaltet worden war. Der
ereignisreiche Tag fand seinen würdigen Abschluss
im Gewandhaus mit Werken von Felix Mendelssohn
Bartholdy, Johann Sebastian Bach und einer Urauf­
führung von Steffen Schleiermacher.
Wir feiern unser Jubiläum
103
20 Jahre Mauerfall – Universitätsangehörige erinnern sich
aus der Leipziger Volkszeitung vom 09.11.2009, S. 24
104
Jahresbericht 2009
Kongress „1989 in a Global Perspective“
Die Ereignisse vom Herbst 1989 in Leipzig leiteten
für Ost und West eine Epochenwende ein. Zwanzig
Jahre später erinnerte daran erstmals ein Fachkon­
gress. Er behandelte die enormen Veränderungen
aus globaler Sicht. Die Experten konzentrierten sich
auf Themen wie die Überwindung der europäischen
Teilung nach 1989, die Veränderungen in Asien
und Afrika zu Beginn der 1990er Jahre sowie das
Verhältnis Süd- und Nordamerikas nach dem Fall
des Eisernen Vorhangs.
Der Kongress wurde am 15. Oktober durch
Rektor Professor Franz Häuser, Oberbürgermeister
Burkhard Jung und den Direktor des Zeitgeschicht­
lichen Forums Professor Rainer Eckert eröffnet.
Bereits am Vortag hatte Bundesaußenminister
a. D.­Hans-Dietrich Genscher zum Thema: „Auf
dem Wege zum und im Epochenjahr 1989“ gespro­
chen. An der Veranstaltung im Zeitgeschichtlichen
Forum nahmen Wissenschaftler aus aller Welt teil,
unter ihnen Konrad H. Jarausch aus Chapel Hill,
Alexander Shubin aus Moskau, Oldrich Tuma aus
Prag, Michael Geyer aus Chicago, László Borhi aus
Buda­pest, Chris Saunders aus Cape Town, Doug
Bond aus Cambridge/Massachusetts, Klaus Mühl­
hahn aus Bloomington, John French aus Durham,
Mark Juergensmeyer aus Santa Barbara, Scarlett
Cornelissen­aus Stellenbosch, Jie-Hyun Lim aus
Seoul und Mihai Manea aus Bukarest. Die Einfüh­
rung in das Kongressthema „Global structures and
the events of 1989“ erfolgte durch die Leipziger
Professoren Ulf Engel, Frank Hadler und Matthias
Middell. Unterstützt wurde die Veranstaltung durch
die Bundesstiftung zur Aufarbeitung der SEDDiktatur.
Hochschulrektorenkonferenz in Leipzig
Die 7. Mitgliederversammlung der Hochschulrektorenkonferenz fand
aus Anlass des Universitätsjubiläums am 23. und 24. November in
Leipzig statt. Am ersten Tag hielten das Präsidium und die Mitglieder­
gruppen Universitäten/Hochschulen und Fachhochschulen getrennt
ihre Sitzungen ab. Am Abend wurde im Neuen Rathaus durch die
HRK-Präsidentin Professor Margret Wintermantel der von der RobertBosch-Stiftung gestiftete Preis für Hochschulkommunikation 2009 für
das beste Studierendenmarketing an die Universität Duisburg-Essen
verliehen. Die allgemeine Mitgliederversammlung am 24. November
eröffneten Rektor Professor Franz Häuser und Oberbürgermeister
­Burkhard Jung mit Grußworten. Mit einer abschließenden Presse­
konferenz ging die Hochschulrektorenkonferenz am 24. November ­
zu Ende.
Wir feiern unser Jubiläum
105
Die Welt, 25.11.2009, S. 6
Bereits Wochen zuvor hatten Studierende mehrerer Universitäten Pro­
teste angemeldet. Im Umfeld der Hochschulrektorenkonferenz hatte
die Konferenz sächsischer Studierendenschaften zu einer studentischen
Demonstration für eine demokratische Bildungspolitik, gegen Studien­
gebühren und Zulassungsbeschränkungen aufgerufen. 4000 Studieren­
de zogen am 24. November vom Hauptbahnhof über den Innenstadt­
ring zu einer abschließenden Kundgebung in die Universitätsstraße.
Sie forderten Änderungen im Bachelor-Master-System. Vom 23. bis
26. November hielten an die hundert Studierende das Rektoratsgebäude
besetzt.
„Auf vielen Ebenen muss mehr dafür
getan werden, unser Hochschulwesen auf die Höhe der Zeit zu
bringen. Das sind wir den jungen
Leuten schuldig, und das sind wir
eben auch unserem eigenen Land
schuldig. Denn Deutschlands Zukunft
wird wesentlich von denjenigen
geprägt, die heute und morgen in
unseren Hochschulen sind. Wir alle
haben ein Interesse daran, dass sich
möglichst viele junge Menschen in
der Universität fundiert bilden können. Dazu gehört auch die Freiheit
und die Zeit, im Studium nicht nur
Fakten und Methoden wissenschaftlichen Arbeitens zu erlernen, das ist
wichtig und hier wird nicht nachgelassen, aber es gehört auch dazu,
über das Wozu nachzudenken und
die Studenten in die Lage zu versetzen, über das Wozu des Ganzen
nachzudenken, über Sein und Sollen
der Wissenschaft.
Bundespräsident Horst Köhler auf dem
Festakt zum Jubiläum der Universität
Leipzig am 2. Dezember 2009
Protestierende Studierende haben das
Rektorat besetzt.
106
Jahresbericht 2009
Festakt im provisorisch, aber festlich hergerichteten Paulinum
Der Festakt im
Paulinum
Der Festakt fand am 2. Dezember, dem Gründungstag der
Alma mater Lipsiensis, im noch nicht fertiggestellten Paulinum
statt. Die Baustelle­Paulinum war für diesen Tag in ein festliches
Gewand gekleidet worden. Die 700 geladenen Gäste zeigten
sich von der künftigen Aula der Universität, die auch für kirch­
liche Veranstaltungen zur Verfügung steht, sehr beeindruckt.
Wir feiern unser Jubiläum
107
Der Bundespräsident vor dem Festakt im
Gespräch mit Studierenden
Eine besondere Ehre erfuhr die Universität durch die Teilnahme des
Bundespräsidenten Professor Horst Köhler und seiner Gattin an der
festlichen Zeremonie im Paulinum, an der auch der Ministerpräsident
des Freistaates Sachsen und der Leipziger Oberbürgermeister teilnah­
men. Zahlreiche deutsche und ausländische Universitäten von Prag
bis Athens/Ohio waren durch Rektoren, Präsidenten und Prorektoren
vertreten.
Am Vorabend des Dies academicus am 1. Dezember hatte der
Rektor zu einem Dinner in Auerbachs Keller geladen. Mehr als
150 Ehrengäste, darunter zahlreiche ausländische Universitäts- und
Hochschulvertreter, waren der Einladung gefolgt. Vertreter der Prager
Karls-Universität, der Ohio University Athens, der Sächsischen Aka­
demie der Wissenschaften zu Leipzig, der Akademie gemeinnütziger
Wissenschaften zu Erfurt und der Bürger­initiative „Pro Universität“
überbrachten Grußnoten.
Rektor-Dinner am 1. Dezember in
Auerbachs Keller
108
Jahresbericht 2009
Einzug des Akademischen Senats mit den Ehrengästen
Nach dem feierlichen Einzug des Bundespräsidenten und des Akade­
mischen Senats der Universität war als Uraufführung „Memoriam –
Tempo e tempi“ von Bernd Franke zu hören. In dem zwanzigminütigen
Auftragswerk der Universität für Chor und Orchester sind ein Text aus
Shakespeares „Hamlet“ und ein Gedicht von Hans-Ulrich Treichel ver­
tont. Letzteres beschäftigt sich mit Fragen von Glauben und Geschich­
te, von Bildung und Zeit, von Verantwortung und Kunst.
Nach der Begrüßung der Festgäste durch den Rektor ergriff der
Bundespräsident das Wort. Er beglückwünschte die Universität Leipzig
herzlich zu ihrem 600. Geburtstag, schlug aber auch kritische Töne
an. Deutschlands Aufwendungen für den Hochschulbereich seien seit
Jahren unterdurchschnittlich, die chronische Unterfinanzierung sei in
schlechten Betreuungsquoten, maroden Gebäuden und mangelnder
Infrastruktur für Forschung und Lehre sichtbar. Daran hätten auch
gerade erst wieder die berechtigten Studierendenproteste erinnert.
Es müsse endlich mehr getan werden für die Qualität der Lehre. Das
Hochschulwesen müsse auf die Höhe der Zeit gebracht werden, das sei
man den jungen Leuten schuldig. Wir alle, so Köhler, haben ein Inte­
resse daran, dass sich möglichst viele junge Menschen in der Univer­
sität fundiert bilden können. Abschließend sagte der Bundespräsident:
„Wer baut, glaubt an die Zukunft. Hier im Paulinum wie in unserem
Hochschulwesen insgesamt muss noch einiges auf- und umgebaut wer­
den, aber ich bin zuversichtlich, dass wir einen Geist und eine Struktur
schaffen können, die in die Zukunft tragen.“
Ministerpräsident Tillich betonte in seinem Grußwort, dass mit
dem sächsischen Koalitionsvertrag eine gute Lösung für die Zukunft
der Hochschulen im Freistaat gefunden sei. Studiengebühren werde es
auch in Zukunft in Sachsen nicht geben, wiederholte er noch einmal
seine beim Eröffnungskonzert des Jubiläums im Mai gegebene Beteu­
erung. Oberbürgermeister Jung hob hervor, wie wichtig die Universität
für die Stadt Leipzig sei. Man brauche sie als Ideenspender, als Inno­
vationsherd und als kritischen Begleiter der riskanten Ordnungen des
21. Jahrhunderts. StuRa-Sprecher Simon Schultz von Dratzig ging auf
Wir feiern unser Jubiläum
109
Der Bundespräsident bei seiner Ansprache im Paulinum
Defizite ein, die in der jüngeren Geschichte der Universität dringender
Aufklärung bedürften: Zu wenig sei im Zusammenhang mit der
Jubiläumsfeier die Aufarbeitung der Geschichte zur Zeit des National­
sozialismus und des DDR-Sozialismus betrieben worden.
Rektor Franz Häuser hob in seiner Festrede den kontinuierlichen
und ununterbrochenen Lehrbetrieb der Alma mater Lipsiensis über
die Jahrhunderte hervor. Gleichwohl habe sich die Universität neuen
Lehrinhalten in den ersten Jahrhunderten nur zögerlich geöffnet. Erst
1830 änderte man den Namen von universitas scholastica in universitas
litterarum. Seit 200 Jahren jedoch sieht sich auch die Universität Leip­
zig der neuhumanistischen Humboldtschen Universitäts- und Wissen­
schaftsidee verpflichtet. Zum Abschluss erinnerte der Rektor an das
alte Wort „universitas semper reformanda“. Unsere Universität altere
selbst nach 600 Jahren nicht. Es möge ihr vergönnt sein, mit Selbst­
vertrauen wie ihre Gründer und mit Pioniergeist die genannten und
die noch unbekannten Herausforderungen heute und in der Zukunft zu
bewältigen.
Mit dem „Lobgesang“ von Felix Mendelssohn Bartholdy, dargebo­
ten vom Leipziger Universitätschor, dem Chor der Oper Leipzig und
dem Mendelssohnorchester unter Leitung von Universitätsmusikdirek­
tor David Timm endete der Festakt der Alma mater Lipsiensis.
Die Universität tanzt trotzdem
Für den Abend des 2. Dezember hatte der Rektor zu einem Univer­
sitätsfest in die neue Mensa am Park eingeladen. Dieses Dankeschön
war an die Stelle des ursprünglich geplanten Universitätsballs getreten.
Zur gleichen Zeit wurde im Paulinum von den Musikern der musi­
kalische Teil des Festakts wiederholt und ein Jazzkonzert gegeben.
Rhythmische Klänge in der Mensa lockten manche Mitarbeiterin und
manchen Mitarbeiter und natürlich auch Studierende auf die Tanzflä­
che und ließen den Tag beschwingt ausklingen.
„Wie heißt es in Thomas Manns
Buddenbrooks doch so treffend: ‚Die
Vergangenheit zu feiern ist hübsch,
wenn man, was Gegenwart und
Zukunft betrifft, guter Dinge ist.‘“
Bundespräsident Horst Köhler in seinem
Grußwort im Paulinum
Außerdem zitierte er Ernst Bloch:
„Nur jenes Erinnern ist fruchtbar,
das zugleich erinnert, was noch ­
zu tun ist.“
110
Jahresbericht 2009
Veranstaltungen
an Fakultäten und
Einrichtungen
Fachwelten zu Gast in Leipzig
Internationale Kongresse
Rund 300 Veranstaltungen bereicherten das Jubiläumsjahr. Dieser Bericht vermag
es nicht, sie alle gebührend zu würdigen. Neben den eingangs angeführten Leitkon­
gressen des Jubiläumsjahres fanden anlässlich des 600. Universitätsgeburtstages
zahlreiche international besetzte Kongresse in Leipzig statt:
9. – 12. Mai 2009
56. Jahrestagung der Deutschen Gesellschaft für Anästhesiologie und Intensivmedizin
14. – 16. Mai 2009
125 Jahre akademische Zahnheilkunde in Leipzig – Aus Tradition für Innovation
20. – 23. Mai 2009
44. Jahrestagung der Deutschen Diabetes-Gesellschaft
21. – 24. Mai 2009
3. Internationales Symposium zum Corpus Judaeo-Hellenisticum
4. – 7. Juni 2009
3. European Conference on African Studies
12. – 17. Juli 2009
11. International Congress of the European Association of Veterinary Pharmacology
and Toxicology
6. – 11. September 2009
Botanikertagung 2009 unter dem Motto „Plants for the future“
10. – 13. September 2009
26. Jahrestagung der Deutschen Gesellschaft für Phoniatrie und Pädaudiologie
24. – 27. September 2009
107. Kongress der Deutschen Ophthalmologischen Gesellschaft
30. September – 2. Oktober 2009
Tagung „Metaphysik der Hoffnung. Ernst Bloch als Denker des Humanen“
7. – 10. Oktober 2009
6. Jahrestagung der Deutschen Vereinten Gesellschaft für Klinische Chemie und
Laboratoriumsmedizin
29. – 31. Oktober 2009
World Conference on Regenerative Medicine
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Wir feiern unser Jubiläum
In der Michaeliskirche führt die Universitätsmusik zum Bachfest zwei Festmusiken auf, die
Johann Sebastian Bach für die Universität Leipzig komponiert hat.
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SamStag 11. 7. 2009 20 Uhr
PeterSkirche zU LeiPzig 6
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gemeinSchaftSkonzert
Studentenchor der Universität Jena
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Leitung: Christoph Westphal
Ariel Ramirz, „Misa criolla“ (für Chor, Solo-Sopran,
Percussion, Gitarre und Klavier) u. a.
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Universitätschor Halle „Johann Friedrich Reichardt“
Leitung: UMD Jens Lorenz, Jens Arndt
Europäische Chormusik u. a.
Leipziger Universitätschor
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Die Leipziger Universitätsmusik gestaltete nach den Aufführungen
von Januar bis Anfang Mai (s. S. 80) zahlreiche weitere ausgezeichne­
te und vielbesuchte Konzertveranstaltungen. Am 24. Mai feierte das
Universitätsorchester die fünfjährige Patenschaft mit dem MDR-Sin­
fonieorchester mit einem Benefizkonzert für die Epitaphien der 1968
gesprengten Universitätskirche St. Pauli. Im Rahmen des Bachfestes
bot die Univer­sitätsmusik am 14. Juni in der Michaelis­kirche ein
Festmusiken­konzert unter Beteiligung des Universitätschors und des
Pauliner ­Barockensembles. Am 11. Juli gaben die mitteldeutschen Uni­
versitätschöre aus Halle, Jena und Leipzig ein prachtvolles Chorkon­
zert in der Leipziger Peterskirche. Die Unibigband trat am 14. August
im Rahmen der „Classic Open“ auf dem Leipziger Marktplatz auf. Am
3. Oktober musizierten studentische Bands bei den Leipziger Markt­
tagen und am 22. November führte der Leipziger Universitäts­chor
gemeinsam mit dem Coro de la Universidad de Sevilla in der Leip­
ziger Thomaskirche Giuseppe Verdis „Messa da Requiem“ auf. Nach
dem Festakt der Universität am 2. Dezember im Paulinum (s. S. 106)
beschlossen zwei weitere Konzerte den Jubiläumstag: In einem aus­
verkauften Festkonzert wurde der musikalische Teil des Festakts vom
Vormittag wiederholt und im Paulinum klang der Jubiläumstag mit
einem Jazzkonzert der LeipzigBigBand und des Pauliner Kammer­
orchesters aus.
Das Weihnachtskonzert der Unibigband und die Aufführung der
Kantaten IV bis VI des Weihnachtsoratoriums von Johann Sebastian
Bach mit dem Universitätschor am 15. Dezember in der Peterskirche
waren die letzten großen Konzerte der Leipziger Universitätsmusik in
diesem ereignisreichen Jahr der Universität.
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Ein Jubiläumsjahr voller Musik
Leipziger Universitätsmusik
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Leitung: UMD David Timm
Werke von Brahms, Mendelssohn Bartholdy, Timm u. a.
Karten zu 10 € / ermäßigt 5 € bei allen bekannten
Vorverkaufsstellen und an der Abendkasse zu 12 € /
ermäßigt 6 €
Sponsoren:
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Förderkreis Leipziger Universitätschor e.V.
www.sechshundert.de/musik
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Jahresbericht 2009
Aquarellierte Originalzeichnungen für
den Atlas der Anatomie des Menschen
zeigte das Institut für Anatomie vom
5. Februar 2009 bis zum Jahresende.
Die drei Bände erschienen mit farbigen
Reproduktionen in 1. Auflage von 1978
bis 1982.
Museumsnacht „Halzig & Leiple“
im Ägyptologischen Institut/Ägyptischen Museum –
Georg Steindorff
Katharina Stegbauer öffnet die Tür zum
Ägyptischen Museum für die Besucher der
Museumsnacht „Halzig & Leiple“ 2009.
Den Museen der Leipziger Universität bescherte die 10. Museumsnacht
2009, die am 25. April in Leipzig und Halle unter dem Motto „Ge­
mischtes Doppel“ stattfand, zahlreiche Besucher, allein dem Ägyp­
tischen Museum im Interim in der Burgstraße 1 600. Dort erfreuten
sie sich nicht nur an den Exponaten, sondern vergnügten sich auch mit
Such- und Brettspielen und Tanzeinlagen.
Die barrierefreie Wanderausstellung „Das Alte Ägypten (Be)Grei­
fen. Vierzig Berührungspunkte für Sehende und Blinde“ fand in allen
Ausstellungsorten so großen Anklang, dass dieses Konzept in die Neu­
aufstellung des Ägyptischen Museums im Frühjahr 2010 im Kroch­
haus integriert werden soll. Dort werden sich sowohl für die Magazine
als auch für die Ausstellungsräume die Bedingungen auf dann 500 m2
Ausstellungsfläche deutlich verbessern.
„Studiosi, Magistri und die Musik“
Musikalische Geschichten im Museum für Musikinstrumente
Die Sonderschau des Museums für Musikinstrumente „Studiosi,
Magistri und die Musik – Musikalische Geschichten“ (31.08.2009 –
31.07.2010) wirft kuriose Streiflichter auf das studentische Musizieren,
beleuchtet Alltag und Festtag von Musikern an der Universität von
ihrer Gründung bis heute und zeigt zukunftsträchtige Begegnungen
zwischen Wissenschaft und Kunst. Zur Ausstellung liegt eine Publika­
tion „600 Jahre Musik an der Universität Leipzig“ vor.
Johann George Tromlitz (1725 – 1805)
präsentiert stolz die von ihm erfundene
Vorstufe der heutigen Querflöte.
Schatzkammer des Wissens
Universitätsbibliothek
„Musik + Wissenschaft = Hugo Riemann“
Mit der Ausstellung „Musik + Wissenschaft = Hugo Riemann“ vom
13. November 2008 bis 14. Februar 2009 erinnerte die Universitäts­
bibliothek Leipzig an Hugo Riemann (1849 – 1919), „den größten euro­
päischen Musikforscher seiner Generation“. Sein Name ist untrennbar
Wir feiern unser Jubiläum
113
verbunden mit der Gründung des Musikwissenschaftlichen Seminars
der Universität als Collegium Musicum und seinem 1882 erschienenen
Musiklexikon, einem der bedeutendsten Musiklexika des 19. und 20.
Jahrhunderts. Zur Ausstellung erschien ein farbig gedruckter Katalog.
Codex Sinaiticus im Netz vereint
Seit Anfang Juli 2009 sind die verstreuten Blätter des Codex Sinaiti­
cus, der ältesten Bibelhandschrift der Welt mit einem vollständig erhal­
tenen Neuen Testament, als digitalisierte Dokumente wieder vereint.
Die Edition der Handschrift im Internet mit mehr als 800 Seiten als in­
ternationales Kooperationsprojekt der vier besitzenden Einrichtungen
genügt höchsten Ansprüchen. Bereits in der ersten Woche nach ihrer
Freischaltung verzeichnete die Internetseite www.codex-sinaiticus.net
weit über 100 Millionen Zugriffe. Zum Abschluss des Projekts fand
vom 6. bis 8. Juli 2009 in London eine Tagung mit den beteiligten
Einrichtungen Universitätsbibliothek Leipzig, British Library London,
Katharinenkloster auf dem Sinai und Russische Nationalbibliothek
­St. Petersburg statt. (S. auch Jahresbericht 2007/2008, S. 123f.)
„In Pursuit of Knowledge”
In New York City waren im renommierten Grolier Club vom 10. Sep­
tember bis 21. November 2009 unter dem Ausstellungstitel „In Pursuit
of Knowledge. 600 Years of Leipzig University“ die kostbarsten Hand­
schriften der Universitätsbibliothek zu sehen: Teile des Papyrus Ebers
(1600 v. Chr.), Teile des Codex Sinaiticus (4. Jh. n. Chr.) und der zweite
Band des zweibändigen Machsor Lipsiae (um 1320). Die Ausstellung
lehnte sich thematisch an die in Leipzig gezeigte Exposition „Kosmos
des Wissens“ an (s. S. 82), der reich bebilderte Katalog war von vorn­
herein in Deutsch und Englisch verfasst.
In Houston – der Partnerstadt Leipzigs – informierte vom 17. No­
vem­ber 2009 bis 8. Januar 2010 eine unterhaltsame Multi-Media-Show
über die 600-jährige Geschichte der Leipziger Universität. In der
Porträt Hugo Riemann
Leipziger,
Eure Bücher!
Zwölf Kapitel zur Bestandsgeschichte der Leipziger Stadtbibliothek
„Leipziger – Eure Bücher!“
„Leipziger – Eure Bücher!“ vom 19. Juni bis 20. November 2009
machte Leipziger Geschichte erlebbar. Von einer der ältesten und
bedeutendsten städtischen Büchersammlungen Deutschlands, der
ehemaligen Ratsbibliothek Leipzig, überstanden nur die wertvollsten
Stücke den Zweiten Weltkrieg. Die Ausstellung präsentierte beson­
ders kostbare und alte Stücke der Sammlung, die sich seit 1962 in
der Universitätsbibliothek befinden, angefangen von mittelalterlichen
Handschriften über Zeugnisse der Reformationszeit und der höfischen
Kultur Sachsens bis hin zum umfangreichem Schriftwechsel von
Künstlerpersönlichkeiten des 19. Jahrhunderts wie Richard Wagner und
Max Klinger. Zur Ausstellung erschien ein reich bebildeter Katalog.
Postkarte VS.indd 1
Ausstellung
19. Juni bis 28. November 2009
in der Bibliotheca Albertina
12.06.2009 14:43:08 Uhr
114
Jahresbericht 2009
Der Grolier Club gilt in der amerikanischen Metropole als die feinste Adresse für Bibliophile.
„Das wird eine Schau der Superlative, wir präsentieren 30 unserer
spektakulärsten Stücke. Und wir tragen so das 600. Universitäts­jubiläum
in die USA.“
Professor UIrich Johannes Schneider,
Direktor der Universitätsbibliothek
„Megan Smith, Grolier’s exhibitions
coordinator, calls these manuscripts‚
truly remarkable documents of cultural significance… Students can see
how little college students have really
changed over the centuries.‘“
Columbia Spectator, 30. Oktober 2009
Die Universitätsbibliothek erhält für
die Jahre 2009 und 2010 insgesamt
350.000 Euro von der Carl Friedrich
von Siemens Stiftung. Sie wurde damit in das Stiftungsprogramm zur Förderung von Universitätsbibliotheken
aufgenommen, das insbesondere die
Beschaffung der von Studierenden
benötigten Spezialliteratur fördern
will.­
Houston Public Library wurde ein ungewöhnlicher Ausstellungsraum
konzipiert: Zweieinhalb Meter hohe Stellwände waren im Lesebereich
der Bibliothek so arrangiert, dass sie die Buchstabenfolge LEIPZIG
ergaben. Informative Folienplots und eigens angefertigte Faksimiles
wertvoller und schöner Manuskripte aus der Leipziger Universitäts­
bibliothek waren zu besichtigen. Die Ausstellungseröffnung fand im
Beisein von Leipzigs Oberbürgermeister Burkhard Jung statt.
Ergänzt wurden beide Schauen durch eine Videoinstallation und
eine Videofilmreihe „sprechender Köpfe“, die die Faszination alter
Texte vermittelten.
Vom Naturalienkabinett zur Materialwissenschaft
200 Jahre Mineralogisch-petrographische Sammlung
Die Mineralogisch-petrographische Sammlung der Universität feierte
ihren 200. Geburtstag mit einem Vortrag von Professor Gert Klöß,
Leiter des Instituts für Mineralogie, Kristallographie und Material­
wissenschaft, am 21. November 2009 im Naturkundemuseum Leipzig.
Das Festkolloquium „200 Jahre Mineralogie” wird aufgrund umfang­
reicher Baumaßnahmen am Institut erst Ende 2010 stattfinden.
Naumannit, Zirkelit, Rinneit, Niggliit und Pauflerit: Fünf Mine­
ralien, die ihre Namen Professoren der Universität Leipzig verdanken
und Kennzeichen der großen Tradition der Mineralogie und Kristallo­
graphie an der Universität sind. Zum 400. Universitätsjubiläum im Jahr
1809 wurden von Universitätsangehörigen zwei Privatsammlungen mit
Mineralien und Edelsteinen gestiftet – der Grundstein für die heutige
Sammlung, die mittlerweile zu den ältesten ihrer Art an deutschen
Universitäten gehört. Die Sammlung umfasst heute 11 000 Minerale
aus aller Welt, 1 000 lagerstättenkundliche Belege aus Deutschland,
eine petrographische Sammlung mit 3 500 Stücken und eine Samm­
lung technischer Produkte.
Wir feiern unser Jubiläum
115
ÖFFENTLICH
Krisenzeiten
DAS SONNTAGSGESPRÄCH
Die Veranstaltungsreihe „Das Sonntagsgespräch“
wurde im Wintersemester 2008/2009 mit dem
Thema „1968“ fortgesetzt. Zu Beginn las der Leip­
ziger Sozialhistoriker Hartmut Zwahr aus seinen
Leipziger Tagebüchern der Jahre von 1968 bis 1970,
die bundesweit Furore gemacht haben. Eindringlich
machte er deutlich, welch hoffnungsvolles Ereig­
nis der Prager Frühling für die Bürger der DDR
beendete nicht nur
war. Die Okkupation der
den Versuch eines Sozialismus mit menschlichem
Antlitz, sie war der Anfang vom Ende des Staats­
kommunismus.
Der Hamburger Politologe Bernd Greiner be­
schäftigte sich mit dem Thema Krieg in Vietnam.
In seinem auf der Basis erst jüngst einsehbarer
amerikanischer Quellen veröffentlichten Standard­
werk „Krieg ohne Fronten“ analysiert er Akte einer
entgrenzten Gewalt, die abseits des militärischen
Kampfgeschehens im vollen Wissen um die zivile
Identität der Opfer geschahen. Sein beunruhi­
gendes Fazit: Der aus der Erinnerung weitgehend
verschwundene Vietnamkrieg war nicht nur der
gewalttätigste Krieg nach 1945, er kann auch als
ein Präludium der asymmetrischen Auseinander­
setzungen gelesen werden, in die wir nach dem
Ende der Blockkonfrontation eingetreten sind.
Der deutsche Philosoph und Soziologe Alex
Demirović sprach über den Wandel der Figur des
Intellektuellen von Adorno bis Foucault. Er zeigte
zum einen, dass der sogenannte Linksintellektuelle
gerade in Deutschland nicht die Regel, sondern die
Ausnahme darstellt, zum anderen, dass die Prä­
senz des Intellektuellen 1968 als ein Denkereignis
besonderer Art erscheinen lässt. Niemals wurde so
viel vor-, mit- und nachgedacht wie in dieser Zeit
der großen Unruhe.
Im Sommer des Jubiläumsjahres standen die
Sonntagsgespräche unter dem Schwerpunktthema
„Krisenzeiten“. Der Dortmunder Diskurstheoreti­
ker Jürgen Link stellte in seinem Vortrag über die
„Krise der Normalität“ die Fragen: Was ist „nor­
mal“? Wie wird Normalität produziert? Wo liegen
die Grenzen von Normalität? Wann ist Zeit für
Anormalität? In einer Welt der Daten und Werte,
der Evaluationen und Erhebungen herrscht eine
massive Nachfrage nach statistischer Normalität.
Gleichzeitig aber greift ein Unbehagen um sich. Die
bisherigen Normalitäten sind in eine Krise gera­
ten. Denormalisierung steht auf der Tagesordnung,
mit unabsehbaren politischen Folgen. Jürgen Link
beschäftigt sich schon länger mit diesen Fragen,
bereits 1996 erschien seine Studie „Versuch über
den Normalismus“.
Berthold Vogel vom renommierten Hamburger
Institut für Sozialforschung sprach über die „Krise
der Mitte“. Er konstatierte einen dramatischen Wan­
del im Sozial- und Selbstverhältnis der sogenannten
„Mitte“. Bis gestern war für diese die Welt noch in
Ordnung: Leistung lohnte sich, sozialer Aufstieg
war machbar, berufliche Sicherheit garantiert. Bis
gestern war in den Mittelschichten die Angst vor
dem Absturz fast unbekannt. Heute ist dies anders.
Das Spiel, in dem der Tüchtige gewinnt, hat seine
Regeln geändert. Arbeitslosigkeit und Prekarisie­
rung, Altersarmut und Zukunftsangst ergreifen auch
die grundsoliden Bereiche der bürgerlichen Gesell­
schaft. Heute kann es jeden treffen. Aber wer ist die
„Mitte“? Wer verliert wirklich? Was zersetzt sich
vor unseren Augen? Wohin geht die politische Reise
dieser Mitte? In seinem Vortrag stellte Berthold
Vogel die Ergebnisse seiner hoch gelobten Studie
„Wohlstandskonflikte. Soziale Fragen, die aus der
Mitte kommen“ zur Diskussion. Ein besonderes
Augenmerk widmete er der kommunalen Verwal­
tung, dem politischen Zentrum von Gemeinwohl
und Daseinsfürsorge.
Die Reihe „Das Sonntagsgespräch“, die eine
kritische Stadtöffentlichkeit mit bekannten Wis­
senschaftlern und Publizisten ins Gespräch bringt,
wird gemeinsam von Universität und Stadt unter der
Leitung von Professor Ulrich Brieler fortgesetzt.
116
Jahresbericht 2009
Inspiriert von Inspirata: KUNI auf dem Hauptbahnhof
KUNI stillt Neugierde
Die Kinderuniversität Leipzig
Die Kinderuniversität Leipzig würdigte das Universitätsjubiläum mit
der Sonderveranstaltung „Von Artistenfakultäten, Saurierknochen
und Nobelpreisträgern: Die Universität früher und heute“ am 6. Juni
2009 und mit vier Vorlesungen bei „KUNI auf dem Hauptbahnhof“.
Prominenz hatte sich zur Sonderveranstaltung im Rahmen des
Weltverkehrsforums 2009 „Ist das Auto mobil?“ am 27. Mai 2009
angesagt: ITF-Generalsekretär Jack Short, Bundesverkehrsminister
Wolfgang Tiefensee, der Vorsteher des Eidgenössischen Departements
für Umwelt, Verkehr, Energie und Kommunikation und ehemaliger
Bundespräsident der Schweiz Moritz Leuenberger sowie Professor
Axel Ahrens von der Technischen Universität Dresden. Die Neugier
der Kinder weckten und stillten auch die weiteren fünf Veranstal­
tungen vom richtigen Lernen über optische Täuschungen, Cowboys
und Indianer bis zur Nützlichkeit von Impfungen und Kuhpupsen.
„Wir wollten die Nachricht vom 600-jährigen
Bestehen der Leipziger Universität in die Welt
tragen.“
Aus Anlass des Jubiläums der Universität
Leipzig beantragten Leipziger Amateurfunker
ein Sonderfunkzeichen. Unter dem besonders
langen Funkzeichen DR600UL wurden von
Anfang August bis Ende Dezember 2009 ­
ca. 11 000 Verbindungen gezählt. Die
Bestätigungskarten enthalten außer den ­
Daten der Funkkontakte auch Informationen
über das Jubiläum.
Wir feiern unser Jubiläum
117
Studentische Projekte
im Jubiläumsjahr
Neben dem bereits erwähnten Projekt „600 Bäume zum 600. Uni­
versitätsgeburtstag“ (s. S. 83) sind weitere studentische Projekte im
Jubiläumsjahr hervorzuheben:
„Science – who cares?“
Welchen Wert hat Wissenschaft für die Gesellschaft, in der wir leben?
Mit dieser Frage setzten sich etwa 50 Studierende im ersten studen­
tischen Projekt des Jubiläumsjahres vom 17. April bis 28. November in
mehreren Kollegs in der Moritzbastei auseinander.
Vom Erfolg geküsst
Mit diesem Motto entwarfen Studierende des Instituts für Kommuni­
kations- und Medienwissenschaft ein Plakat, das an 150 Standorten in
ganz Leipzig zu sehen war und in emotionaler Weise auf das Jubiläum
der Universität aufmerksam machte.
Internationales Fußballturnier
Unter dem Motto „Spielen 2009 – Internationales Fußballturnier im
Jubiläumsjahr 2009“ beteiligten sich Universitätsmannschaften aus
ganz Deutschland sowie ein Team aus Utrecht an einem studentischen
Fußballturnier, das am 31. Mai mit dem Sieg einer Leipziger Mann­
schaft und einer großen Sommerparty auf dem Campus Jahnallee
ausklang.
118
Jahresbericht 2009
Campusfest Leipzig 2009
Die traditionelle Veranstaltung des StudentInnenRats führte am ­
17. und 18. Juni Studierende aller Fakultäten auf dem Campus Jahn­
allee zu Spiel und Spaß zusammen.
„Humboldt reloaded“
Mit dem Untertitel „Perspektiven im gegenwärtigen Verhältnis von
Studium, Arbeit und Leben“ fand vom 17. bis 20. September im Hör­
saal- und Seminargebäude die vom StudentInnenRat und von „Studie­
rende 2009“ organisierte Tagung statt.
600 x Blut
Das vom StudentInnenRat Medizin organisierte Blutspendeprojekt
wurde am 6. Juni zum campus 2009 begonnen und in den Dienst eines
regionalen medizinischen Kinderhilfsprojekts gestellt. Am 5. Dezem­
ber 2009 konnte das Institut für Transfusionsmedizin die 600. Spende
abnehmen, womit das gesteckte Ziel vorfristig erreicht war. Insgesamt
wurden bis zum Jahresende 661 Konserven à 500 ml Blut gespendet.
„600 x Blut“ dankt dem 600. Spender.
20 Jahre StuRa
„20 Jahre StuRa“ begingen der StudentInnenRat und „Studierende
2009“ am 14. November auf einer Zusammenkunft mit anschließender
Campusführung und Abendparty. Die an diesem Tag eröffnete Foto­
ausstellung war bis Ende Januar 2010 im Hörsaalgebäude zu sehen.
Die große Studentenparty
feierte am 1. Dezember in der Moritzbastei und in der neuen Mensa
am Park in den Dies academicus hinein.
Berichte aus 600 Jahren Studium
lasen Studierende öffentlich in der Lesenacht am 29. November in der
Bibliotheca Albertina.
Wir feiern unser Jubiläum
119
Städtische Beiträge
zum Jubiläum
Universität und Stadt hatten in Vorbereitung des Festjahres Arbeits­
gruppen gebildet, die Ideen und Projekte für ein gelungenes Jubiläum
entwickelten:
Die AG Wirtschaft und Finanzen mit Brigitte Brück vom Amt für
Wirtschaftsförderung initiierte mehrere Treffen von Vertretern aus Politik
und Wirtschaft und das große Sponsorentreffen am 19. Februar 2008 in der
Moritzbastei.
Die AG Feste und Veranstaltungen mit Amtsleiter Herbert Unglaub
vom Marktamt der Stadt begleitete und beförderte zahlreiche Aktionen
zum Jubiläum in der Leipziger Innenstadt.
Weihnachtsmarktstand der Universität
Leipzig im Dezember 2009
Die AG Internationales mit der Referatsleiterin für europäische
und internationale Zusammenarbeit Dr. Gabriele Goldfuß und dem
Ausländerbeauftragten der Stadt Stojan Gugutschkow unterstützte die
internationalen Jubiläumsveranstaltungen, unter anderem auch den
Jubiläums-Staffellauf Prag – Leipzig.
Die AG Junges Leipzig mit Amtsleiter Dr. Siegfried Haller vom
Jugendamt beförderte den Leitkongress „Wissen und Bildung“ und
unterstützte mehrere studentische Projekte.
Die AG Bürger und Vereine unter Leitung von Abteilungsleiter
Dr. Günter Roski gestaltete mit der Juristenfakultät das historische
Jahrgericht im Dorf Hohenheida am 21. Juni.
120
Jahresbericht 2009
Die AG Kultur und Musik unter Leitung von
Kulturbürgermeister Dr. Georg Girardet hatte
seitens der Stadt den größten Anteil am Gelingen
des Jubiläums. Kulturelle Institutionen der Stadt
präsentierten Beiträge zum Jubiläum:
Oper Leipzig – Die Oper widmete dem Universi­
tätsjubiläum drei Aufführungen und eine Diskus­
sionsrunde: am 9. Mai das Musiktheaterprojekt
„Clara S.“ und die Kirchenkantate „Ich habe genug“
von Johann Sebastian Bach, am 17. Mai „Moderne
Menschen – eine Schönberg-Trilogie“, am 8. Okto­
ber die Premiere „Al gran sole carico d’ amore“ von
Luigi Nono und am 17. Mai eine Sonderveranstal­
tung in der Reihe „Oper – Leipzig – Talk“.
Bach-Archiv Leipzig – Das Bach-Archiv richtete
im Rahmen des Bachfestes am 12., 14. und 20. Juni
drei Konzerte von Mendelssohn-Bartholdy, Bach
und Reger in der Alten Handelsbörse und in der
Thomaskirche aus.
Gewandhaus – Am 16. Oktober 2009 war das
Große Concert dem Kongress „1989 in a Global
Perspective“ gewidmet. Gewandhausdirektor Pro­
fessor Andreas Schulz gab für die internationalen
Gäste eine Einführung und einen Sektempfang.
Hochschule für Musik und Theater – Am 4. No­­
v­­ember widmete die Hochschule für Musik und
Theater dem Universitätsjubiläum ein Konzert im
Gewandhaus.
Stadtbibliothek – Eine gemeinsame Ausstellung
von Universitäts- und Stadtbibliothek unter dem
Titel „Leipziger – Eure Bücher!“ wurde am 19. Juni
in der Bibliotheca Albertina eröffnet (s. S. 113).
Naturkundemuseum – Ab dem 25. Juni präsen­
tierte das Naturkundemuseum die Ausstellung
„Tiefsee – die erste deutsche Expedition ‚Valdivia‘“.
Diese Expedition wurde 1898 vom Professor der
Universität Leipzig Carl Chun geleitet.
Museum der bildenden Künste – Ab dem 27. Au­
gust zeigte die Grafische Sammlung des Museums
der bildenden Künste aus Anlass des Universitäts­
jubiläums „Die Sammlung Gottfried Winckler“.
Die Stadt Leipzig unterstützte außerdem die Jubi­
läumsausstellung „Erleuchtung der Welt“ im Alten
Rathaus und die Sonntagsgespräche zum Schwer­
punktthema „Krisenzeiten“ (s. S. 100 u. 115). Sie
finanzierte die Tätigkeit eines Mitarbeiters über den
Zeitraum von drei Jahren zugunsten der Vorberei­
tung des Jubiläums in der Geschäftsstelle 2009.
Der weltgrößte Adventskalender in Leipzig stand 2009 unter dem Motto „Unsere Universität hat JUBELäum“.
Wir feiern unser Jubiläum
121
Rückblick und Ausblick
Rektor Franz Häuser im Interview im Uni-Journal im Dezember 2009
Magnifizenz, was war für
Sie das Glanzlicht in dem an
Höhe­punkten gewiss nicht
armen Jubiläumsjahr 2009?
Natürlich der Festakt im dafür
Wenn das Jubjlaeum uns wolte Kräfft
in Beutel bringen, ey wie schöne wolten
wir dreyfach Jubjlate singen.“
eigens hergerichteten Paulinum mit
vielen illustren Gästen aus dem
In- und Ausland und vor allem mit
Text einer Spottmedaille zum Jubiläum der Universität Leipzig 1709. Die darin
ausgedrückten Erwartungen haben sich auch 300 Jahre später nicht erfüllt.
dem Bundespräsidenten als dem
Repräsentanten unseres Staates.
Attraktiv war das Eröffnungskon­
Der im Vordergrund stehende
zert am 9. Mai zum Auftakt des
Das Jahr 2009 diente meis­
Jubiläums, zu dem uns der Prager
tens dem Rückblick, es wurde
Bologna-Prozess lässt sich mit den
Rektor die Ehre gab. Ich möchte
aber natürlich auch vorausge-
Ressourcen für die alten Studien­
auch den Lauf Prag – Leipzig nen­
schaut. Wo steht die Uni zum
gänge nicht qualitätsvoll umsetzen;
nen. Hier hat mich das Zusammen­
Jubiläum 2059? Wie muss
erst recht dann nicht, wenn man
wirken mit der Karls-Universität,
sich die Universität weiter-
von der Universität verlangt, die
das Engagement der Beteiligten
entwickeln, um international
Immatrikulationszahlen des Jahres
auf beiden Seiten und die hohe
konkurrenzfähig zu bleiben?
2005, also vor Einführung der
Emotionalität angesprochen.
Wäre ich Hellseher, würde mir
Bachelorstudiengänge im Winter­
Spannend waren unsere zentralen
die Antwort leichter fallen. Die
semester 2006/2007, zu gewähr­
Kongresse mit renommierten Fach­
Universität kann sich nur aus dem
leisten. Hier ist vor allem die Politik
vertretern auch aus dem Ausland.
heraus weiterentwickeln, was ge­
gefragt.
genwärtig geschaffen worden ist,
Hat das Jubiläum außer der
das heißt in der Forschung aus den
Es ist nur wenigen Rektoren
Festigung der Beziehungen
Profilbildenden Bereichen, in der
vergönnt, ein solches Jubiläum
zur Mutteruniversität in Prag
Nachwuchsförderung vor allem
miterleben und mitgestalten
für weitere Kontakte gesorgt,
aus der Research Academy und in
zu können. Verraten Sie uns
die nun ausgebaut werden
der Lehre durch eine Optimierung
bitte Ihren persönlichsten
können?
des Bologna-Prozesses.
Moment im Universitäts-­
Ich denke schon, dass unsere
Jubiläums-Jahr 2009?
Wissen­schaftler die Chance genutzt
Wie beurteilen Sie die aktu-
Es mag vielleicht überraschen,
haben, mit den von ihnen eingela­
ellen Rahmenbedingungen
aber ich war persönlich ungemein
denen ausländischen Kollegen ver­
durch die Hochschulpolitik?
erleichtert, als das Eröffnungskon­
tieft ins Gespräch zu kommen, um
Können Sie die Studierenden
zert am 9. Mai begann; denn mit
die Beziehungen zu intensivieren.­
verstehen, die auch an der
einem Mal wurde nicht mehr nur
Ohne solche unmittelbaren
Universität Leipzig protestiert
geplant und vorbereitet, sondern
Kontakte entsteht keine Zusammen­
haben?
das Jubiläum nahm tatsächlich
arbeit auf Universitätsebene.
seinen Anfang.
122
Jahresbericht 2009
123
Chronik 2009
Auma Obama, Halbschwester des US-Präsidenten, am 4. August 2009
zu Gast an der Universität Leipzig
124
Jahresbericht 2009
Chronik ausgewählter
Ereignisse 2009
05.01. – 31.03.2009
08.01.2009
10.01.2009
12.01.2009
14.01.2009
15./16.01.2009
21.01.2009
22.01.2009
22.02.2009
25.02.2009
02. – 04.03.2009
02.03. – 19.10.2009
11.03.2009
12. – 15.03.2009
13.03.2009
15.03.2009
Das Jubiläumsjahr 2009 der Universität Leipzig wird mit der Sonderausstellung der
Kustodie „600 Jahre Kunst der Universität Leipzig“ eingeleitet.
Tag der offenen Tür mit 260 Veranstaltungen der Fakultäten
Start der Festkonzert-Reihe des Universitätsorchesters im Jubiläumsjahr im Gewandhaus
zu Leipzig mit Stücken von Anton Webern, Maurice Ravel und Jean Sibelius
Internationaler Workshop zur Stammzellbiologie am Institut für Medizinische Informa­
tik, Statistik und Epidemiologie
Internationaler Workshop zu Virusinfektionen bei Tieren an der Veterinärmedizinischen
und Medizinischen Fakultät
Vom Institut für Germanistik und dem Simon-Dubnow-Institut für jüdische Geschichte
und Kultur organisierte internationale Konferenz „Textgelehrte“
Das Institut für Angewandte Informatik e. V. an der Universität Leipzig erhält die Aner­
kennungsurkunde als An-Institut.
Internationaler Trainingskurs am chirurgischen Cockpit an der Medizinischen Fakultät
Eröffnung des neu gegründeten Ernst-Jaeger-Instituts für Unternehmenssanierung und
Insolvenzrecht an der Juristenfakultät
Das Sächsische Staatsministerium der Finanzen übergibt der Fakultät für Biowissen­
schaften, Pharmazie und Psychologie das neue Sonderlaborgebäude.
Internationaler Kongress „Risiko Erde“ in Kooperation mit dem Deutschen Komitee für
Katastrophenvorsorge an der Fakultät für Physik und Geowissenschaften
Erster internationaler wissenschaftlicher Leitkongress des Jubiläumsjahres „Wissen und
Ordnung. Riskante Ordnungen – fremde Erfahrungen – ferne Hoffnungen“ mit insge­
samt 14 Veranstaltungen
Internationaler Operationskurs zu Erkrankungen des Kehlkopfes an der Universitäts­
klinik für Hals-, Nasen-, Ohrenheilkunde
10. Buchmesse-Akademie der Universität Leipzig und der Leipziger Messe im Zeichen
des 600-jährigen Universitätsjubiläums
Als erster Band der fünfbändigen „Geschichte der Universität Leipzig 1409 – 2009“
wird Band 4 auf der Buchmesse-Akademie vorgestellt.
Die amerikanische Philosophin Martha C. Nussbaum spricht in einer Sonntagsvorlesung
zum Thema „Liberty of Conscience: the Attack on Equal Respect“.
Chronik
18. – 21.03.2009
18.03. – 27.06.2009
25. – 28.03.2009
26.03. – 31.05.2009
01.04.2009
01.04. – 25.04.2010
15.04.2009
18. – 22.04.2009
22. – 26.04.2009
09.05.2009
10.05.2009
11. – 13.05.2009
14.05.2009
14. – 16.05.2009
15.05.2009
19.05.2009
21./22.05.2009
125
19. Internationale Jahrestagung der Gesellschaft für Virologie am Institut für Virologie
Wanderausstellung „Historischer Streifzug durch das chemische Labor“ des Carl-BoschMuseums Heidelberg an der Fakultät für Chemie und Mineralogie
Internationale Tagung „Gewalt im Frieden“ am Institut für Politikwissenschaft
Ausstellung „Ein Kosmos des Wissens. Weltschrifterbe in Leipzig“ in der Bibliotheca
Albertina
Gründung des Instituts für öffentliche Finanzen und Public Management an der Wirt­
schaftswissenschaftlichen Fakultät
Studierende pflanzen 600 Bäume zum 600. Jubiläum der Universität im Leipziger Stadt­
gebiet.
OBM Burkhard Jung, LVB-Geschäftsführer Wilhelm Georg Hanss und Rektor Professor
Franz Häuser übergeben eine Sondertram mit Daten, Bildern und Texten aus 600 Jahren
Universitätsgeschichte in den Liniendienst der Stadt Leipzig.
Internationale Tagung des „Club 33“ zum Thema Internationalisierung von Hochschulen
an der Universität Leipzig
Im Rahmen des Utrecht Network treffen sich Vertreter von 31 Universitäten aus 28 ver­
schiedenen Ländern an der Universität Leipzig.
Eröffnungskonzert zum 600-jährigen Jubiläum der Universität Leipzig im Gewandhaus
mit den Ensembles der Leipziger Universitätsmusik unter Teilnahme von Ministerpräsi­
dent Stanislaw Tillich, dem Rektor der Karls-Universität Prag Professor Václav Hampl
und OBM Burkhard Jung
Studieninformationstag auf dem Campus Jahnallee
Präsentation der Sonderedition der Leipziger Blätter zum 600. Jubiläum der Universität
Leipzig im Neuen Senatssaal
Zweiter internationaler wissenschaftlicher Leitkongress des Jubiläumsjahres
„Wissen und Geist: Universitätskulturen“ in der Alten Börse zu Leipzig
Eröffnung des neu gegründeten Global and European Studies Institute an der Fakultät
für Sozialwissenschaften und Philosophie
Festveranstaltung am Zentrum für Zahn-, Mund- und Kieferheilkunde anlässlich der
Gründung des ersten deutschen Zahnärztlichen Instituts vor 125 Jahren in Leipzig, Um­
benennung in „Friedrich-Louis-Hesse-Zentrum für Zahn-, Mund- und Kieferheilkunde
und orale Medizin“
Mit Festvorträgen und der Enthüllung einer Gedenktafel wird das ehemalige Laborato­
rium für Angewandte Chemie in das Programm „Historische Stätten der Chemie“ der
Gesellschaft Deutscher Chemiker aufgenommen.
Die Konrad-Adenauer-Stiftung veranstaltet gemeinsam mit der Universität im Alten
Senatssaal die Tagung „Belter-Dialoge – Impulse zu Zivilcourage und Widerstand“ zum
studentischen Widerstand in der DDR.
Deutsche Hochschulmeisterschaften im Orientierungslauf an der Sportwissenschaft­
lichen Fakultät
126
Jahresbericht 2009
21. – 23.05.2009
21. – 24.05.2009
22. – 24.05.2009
29.05.2009
Internationale Tagung „Aktive, Zuschauer, Schiedsrichter – wie erleben sie den Sport?“
an der Sportwissenschaftlichen Fakultät
3. Internationales Symposium zum Neuen Testament und zur hellenistisch-jüdischen
Alltagskultur in der Villa Tillmanns
35. Internationale Tagung zur Generativen Grammatik des Südens an der Universität
Leipzig
Die Universität Leipzig gewinnt mit ihrem Marketingkonzept „Abenteuer FernOst –
Leipziger Freiheit erleben“ eine Fördersumme von 100.000 Euro im Wettbewerb der
Hochschul­initiative Neue Bundesländer „Schneller ins Studium“.
30.05./01.06.2009
Die Initiative Studierende 2009 veranstaltet ein internationales Fußballturnier.
03.06.2009
Start des neuen Graduiertenkollegs „Religiöser Nonkonformismus und kulturelle Dynamik“
03. – 07.06.2009
04.06.2009
04. – 06.06.2009
05.06.2009
Mannschaftsstaffellauf über 300 Kilometer von Prag nach Leipzig in Erinnerung an die
Gründung der Universität Leipzig im Jahr 1409
Feierliche Übergabe des neuen Institutsgebäudes in der Grimmaischen Straße an die Wirt­
schaftswissenschaftliche Fakultät. Der ehemalige Wirtschaftsweise und Gründungsdekan
Bert Rürup hält einen Vortrag zum Thema „Nach dem Tsunami auf den Finanzmärkten –
wie geht es weiter?“.
Europäische Konferenz zu Politik, Ökonomie, Kultur und Geschichte der Länder Afrikas
am Institut für Afrikanistik
Verleihung der Ehrensenatorwürde der Universität Leipzig an Christoph Oswald, alleiniger
Vorstand der Wüstenrot Holding AG Ludwigsburg, für seine Verdienste um die Wirt­
schaftswissenschaftliche Fakultät und die Unterstützung des Universitätsjubiläums
05. – 07.06.2009
campus 2009 „Spaß am Denken“ auf dem Leipziger Augustusplatz
Erstes zentrales Alumni-Treffen an der Universität Leipzig
08.06.2009
10. – 14.06.2009
11./12.06.2009
11. – 13.06.2009
18. – 20.06.2009
19.06. – 29.11.2009
20. – 27.06.2009
Das Graduiertenkolleg „Interneuro – Interdisziplinäre Ansätze in den zellulären Neuro­
wissenschaften“ an der Universität Leipzig wird für weitere viereinhalb Jahre von der
Deutschen Forschungsgemeinschaft mit 2,3 Mio. Euro gefördert.
5. Internationales Kolloquium zu Tschadischen Sprachen in der Villa Tillmanns
Festsymposium der Medizinischen Fakultät zum Thema „Zukunft der Universitätsmedizin
Leipzig – 20 Jahre nach der friedlichen Revolution“ anlässlich des 70. Ordentlichen Medi­
zinischen Fakultätentages der Bundesrepublik Deutschland in Leipzig
Internationale Konferenz „Morphology of the World‘s Languages – Morphologie der Spra­
chen der Welt“ an der Universität Leipzig
Dritter internationaler wissenschaftlicher Leitkongress des Jubiläumsjahres „Wissen und
Bildung – Gegenwart gestalten, um Zukunft zu bilden. Herausforderungen für Bildung und
Erziehung im 21. Jahrhundert“ im Hörsaalgebäude
Ausstellung „Leipziger – Eure Bücher!“ in der Bibliotheca Albertina
15. Internationale Studentische Woche unter dem Motto „WissenSCHAFFT Gemeinschaft“
mit 35 Veranstaltungen zu kulturellen, politischen und wissenschaftlichen Themen
Chronik
22.06.2009
24. – 27.06.2009
25.06.2009
27.06.2009
29.06. – 01.07.2009
01.07.2009
08. – 10.07.2009
08.07. – 06.12.2009
09. – 18.07.2009
10. – 12.07.2009
11. – 14.07.2009
12. – 16.07.2009
27. – 31.07.2009
04.08.2009
13. – 15.08.2009
127
Die Universität Leipzig richtet ein Hochschuldidaktisches Zentrum für alle sächsischen
Hochschulen ein.
Internationale interdisziplinäre Tagung „Politische Wechsel – sprachliche Umbrüche“ des
Instituts für Germanistik im Zeitgeschichtlichen Forum
Bundesfinanzminister Peer Steinbrück spricht in einer Kooperationsveranstaltung der
Wirtschaftswissenschaftlichen Fakultät mit der Handelshochschule Leipzig zum Thema
„Business as usual oder historische Zäsur?“ im Hörsaalgebäude.
Erste Werner-Ihmels-Gedenkvorlesung der Theologischen Fakultät zum 60. Todestag des
Studenten Werner Ihmels im Festsaal des Neuen Rathauses
Zum Tag der Architektur stellen die Universität, das Studentenwerk und der Staatsbetrieb
Sächsisches Immobilien- und Baumanagement die fertiggestellten Gebäude am Augustus­
platz vor: Hörsäle, Seminarräume, Mensa am Park, Campus-Bibliothek, Institutsgebäude
der Wirtschaftswissenschaftlichen Fakultät.
Die Deutsche Forschungsgemeinschaft hält ihre Jahresversammlung 2009 zu Ehren des
600-jährigen Bestehens der Universität in Leipzig ab.
Start des Transregio-Sonderforschungsbereichs TRR 67 der Universität Leipzig und der
Technischen Universität Dresden zur Erforschung und Entwicklung von funktionellen
Biomaterialien zur Steuerung von Heilungsprozessen in Knochen- und Hautgewebe
Internationale Jahrestagung des Geisteswissenschaftlichen Zentrums Geschichte und Kul­
tur Ostmitteleuropas unter dem Thema „In, mit und über Ostmitteleuropa 1989 bis 2009“
Die Sächsische Staatsministerin für Wissenschaft und Kunst Dr. Eva-Maria Stange eröff­
net am 8. Juli die Jubiläumsausstellung „Erleuchtung der Welt. Sachsen und der Beginn
der modernen Wissenschaften“ im Alten Rathaus, die bis zur Schließung am 6. Dezember
25 000 Besucher zählt.
Feierliche Präsentation einer Sonderbriefmarke und Gedenkmünze anlässlich des
600-jährigen Bestehens der Universität Leipzig im Alten Rathaus
Die Universität Leipzig präsentiert sich unter dem Motto „600 Jahre in einem Zug“ in den
PROMENADEN Hauptbahnhof.
450 Stipendiaten des Deutschen Akademischen Austauschdienstes treffen sich an der
Universität Leipzig zum Erfahrungsaustausch.
Internationales Treffen der Europäischen Gesellschaft für Neurochemie im Paul-FlechsigInstitut für Hirnforschung
Die Veterinärmedizinische Fakultät veranstaltet den 11. Internationalen Kongress der
Europäischen Vereinigung für Veterinär-Pharmakologie und Veterinär-Toxikologie im
Congress Center Leipzig.
Europäische Sommeruniversität „Kulturen und Technologien“ im Geisteswissenschaft­
lichen Zentrum
Rektor Professor Franz Häuser empfängt Auma Obama, die Halbschwester von US-Präsi­
dent Barack Obama, zu einem Informationsbesuch.
Die Universität Leipzig beteiligt sich mit einem Bioreaktor am Wissenschaftszug der
Max-Planck-Gesellschaft im Leipziger Hauptbahnhof.
128
Jahresbericht 2009
16. – 21.08.2009
06.09.2009
06. – 11.09.2009
07. – 17.09.2009
10.09. – 21.11.2009
16. – 20.09.2009
19.09.2010
21. – 23.09.2009
24. – 26.09.2009
30.09. – 02.10.2009
06.10.2009
06. – 08.10.2009
05. – 14.10.2009
07. – 09.10.2009
09.10.2009
10.10.2009 – 24.01.2010
Im Rahmen der Kampagne „Abenteuer FernOst – Leipziger Freiheit erleben“ lädt die
Universität künftige Studierende zur „AbenteuerReise“ nach Leipzig ein.
Im Universitätsgottesdienst in der Nikolaikirche wird Daniel Beilschmidt als neuer Or­
ganist der Universität Leipzig in sein Amt eingeführt. Der bisherige Universitätsorganist
Professor Christoph Krummacher wird verabschiedet.
Internationale wissenschaftliche Tagung „Pflanzen für die Zukunft“ im Hörsaalgebäude
Französische Sommeruniversität „Frankreich und die visuellen Künste“ am Frankreich­
zentrum
Unter dem Ausstellungstitel „In Pursuit of Knowledge. 600 Years of Leipzig University“
zeigt die Universitätsbibliothek im renommierten Grolier Club in New York 30 ihrer kost­
barsten Handschriften.
Die Stiftung „Erinnerung, Verantwortung und Zukunft“ und das Global and European
Studies Institute der Universität Leipzig richten ein Internationales Forum „1939 – Hitler,
Stalin und das östliche Europa“ in Wrocław aus.
Mitglieder des Rektorats und Vertreter aller 14 Fakultäten legen im Rahmen des Baum­
patenschaftsprojekts „600 Bäume zum 600. Jubiläum der Universität Leipzig“ im Ober­
holz in Großpösna eine Lindenallee an.
21. Bundeskonferenz der Frauenbeauftragten und Gleichstellungsbeauftragten an Hoch­
schulen an der Universität Leipzig
Jahrestagung der Kanzlerinnen und Kanzler der Universitäten der Bundesrepublik
Deutschland an der Universität Leipzig
Öffentliche Tagung zum Erbe des bedeutenden Philosophen des 20. Jahrhunderts Ernst
Bloch: „Metaphysik der Hoffnung. Ernst Bloch als Denker des Humanen“
80 Rotarier aus Houston besuchen die Universität Leipzig.
Die Universität Leipzig ist auf der Biotechnica in Hannover mit dem BiotechnologischBiomedizinischen Zentrum, dem Translationszentrum für Regenerative Medizin und der
Fakultät für Biowissenschaften, Pharmazie und Psychologie vertreten.
Mit dem Projekt „Abenteuer FernOst – Leipziger Freiheit erleben“ bietet die Universität
Leipzig allen Erstsemesterstudenten die Möglichkeit, die Universität und Leipzig als Stu­
dentenstadt auf unkonventionelle Weise kennenzulernen. Der Erstsemester-Einführungs­
tag findet auf dem neuen Campus Augustusplatz statt.
Die Konferenz des European College of Veterinary Public Health findet in diesem Jahr in
Leipzig statt.
Bundesaußenminister a. D. Dr. Hans-Dietrich Genscher spricht auf einer Podiumsdis­
kussion im Hörsaal 3 zum Thema „Revolution ohne Gewalt? Rückblicke auf ein unwahr­
scheinliches Ereignis“.
Sonderausstellung „AUREA AETAS“ im Antikenmuseum
Chronik
14.10.2009
14.10.2009
16.10.2009
22.10.2009
23.10.2009
26. – 29.10.2009
29./30.10.2009
05.11.2009
07.11.2009
11.11.2009
14.11.2009
17.11.2009 – 18.01.2010
19.11.2009
20./21.11.2009
21.11.2009
22.11.2009
129
Feierliche Immatrikulation im Gewandhaus:
6 389 Studienanfänger schreiben sich an der Universität Leipzig ein.
Vergabe des Wolfgang-Natonek-Preises an Student Walid Abd El Gawad, des TheodorLitt-Preises an Professor Thomas Lenk und des DAAD-Preises an die Studenten Gerald
Eisenblätter und Thomas Seifert
Bundesaußenminister a. D. Dr. Hans-Dietrich Genscher hält eine Gastvorlesung zum
Thema „Auf dem Wege zum und im Epochenjahr 1989“.
Festveranstaltung zum 30-jährigen Bestehen des Seniorenkollegs
Erstmals besuchen alle 24 Mitglieder des „Fulbright Seminar for U. S. Administrators in
International Education“ die Universität Leipzig; sie werden von Rektor Professor Franz
Häuser und Konsul James W. Seward begrüßt.
Feierliche Eröffnung der neuen Campus-Bibliothek im Hörsaalgebäude
„Theologische Tage“ der Theologischen Fakultäten Prag und Leipzig zum Thema „Staat
und Kirche in Tschechien und Deutschland“
Die 13. Interdisziplinäre Jahreskonferenz des Förderkreises Gründungs-Forschung zur
Gründungsforschung an deutschen Hochschulen (G-Forum 2009) findet anlässlich des
Jubiläumsjahres in Leipzig statt.
„World Conference on Regenerative Medicine” im Congress Center Leipzig
Ministerpräsident Stanislaw Tillich besucht die Fakultät für Physik und Geowissen­
schaften, die Fakultät für Chemie und Mineralogie und die Jubiläumsausstellung
­„Erleuchtung der Welt. Sachsen und der Beginn der modernen Wissenschaften“.
Einweihung eines neuen repräsentativen Ausstellungsraums in der Bibliotheca Albertina
Feierliche Eröffnung des neuen Studios von Uniradio mephisto 97.6 im neuen Campus im
Beisein von Oberbürgermeister Burkhard Jung
Feierliche Übergabe der Festschrift der Juristenfakultät zum 600-jährigen Jubiläum der
Universität Leipzig
Feier anlässlich 20 Jahre StudentInnenRat im Hörsaalgebäude und Eröffnung einer Aus­
stellung über die Geschichte des StuRa. Die erste demokratisch legitimierte Studierenden­
vertretung in der DDR wurde am 9. November 1989 an der Universität Leipzig gegründet.
Multi-Media-Show über die 600-jährige Geschichte der Universität Leipzig in der Public
Library in Houston, USA
Der Präsident der Sächsischen Numismatischen Gesellschaft Dr. Rudolf Reimann über­
reicht Rektor Professor Franz Häuser eine Gedenkmedaille, die für das Jubiläum vom
Dresdner Medaillenkünstler Peter Götz Güttler entworfen wurde.
Internationaler Workshop anlässlich 130 Jahre Psychologische Institute in Leipzig in der
Villa Tillmanns
Die Mineralogisch-petrographische Sammlung der Universität Leipzig feiert ihren ­
200. Geburtstag.
Die Universitätschöre von Leipzig und Sevilla führen in der Leipziger Thomaskirche
gemeinsam das Messa da Requiem von Guiseppe Verdi auf.
130
Jahresbericht 2009
23./24.11.2009
28. – 29.11.2009
01.12.2009
02.12.2009
02. – 04.12.2009
03. – 05.12.2009
09.12.2009
15.12.2009
16. – 18.12.2009
17.12.2009
Anlässlich des Universitätsjubiläums findet die Jahrestagung der Hochschulrektoren­
konferenz in Leipzig statt.
6th International Conference on Equine Reproductive Medicine and 5th Leipzig Expert­
workshop on Equine Reproductive Medicine
Zum Rektor-Dinner in Auerbachs Keller empfängt Rektor Professor Franz Häuser am
Vorabend des 600. Gründungstages der Universität Vertreter ausländischer Partneruni­
versitäten, Vertreter aus Politik, Wirtschaft und Kultur und Sponsoren des Jubiläums.
Mit dem Festakt zum 600. Gründungstag der Universität Leipzig im Paulinum erreicht
das Jubiläum mit 700 Gästen aus Wissenschaft, Politik, Wirtschaft und Kultur seinen
glanzvollen Höhepunkt. Bundespräsident Horst Köhler hält eine Ansprache, Grußworte
sprechen Ministerpräsident Stanislaw Tillich und Oberbürgermeister Burkhard Jung.
Rektor Franz Häuser hat den Leitspruch der Universität „Aus Tradition Grenzen über­
schreiten“ seiner Rede überschrieben.
Am Abend feiern 1 100 Gäste in der Mensa am Park und im Hörsaalgebäude das Jubilä­
um mit einem Universitätsfest. Im Paulinum erklingen ein Fest- und ein Jazzkonzert.
6. Internationale Tagung zur Soziolinguistik urbaner Räume in der Villa Tillmanns
Vierter internationaler wissenschaftlicher Leitkongress des Jubiläumsjahres „Wissen und
Effizienz. Ökonomisierung der Wissensgesellschaft. Wie viel Ökonomie braucht und wie
viel Ökonomie verträgt die Wissensgesellschaft?“
Der fünfte Band der Geschichte der Universität Leipzig wird vorgestellt.
Auszeichnung der erfolgreichsten Sportlerinnen und Sportler der Universität Leipzig
durch Rektor Professor Franz Häuser im Marriott Hotel
Die Präsidentin des Bundesverwaltungsgerichts Marion Eckertz-Höfer gibt zwei seit der
Sprengung des Alten Augusteums 1968 verloren geglaubte Skulpturen des Bildhauers
Ernst Rietschel – die Regententugenden Weisheit und Gerechtigkeit – an Rektor Profes­
sor Franz Häuser zurück.
Internationale Tagung „Leipziger Judentümer – Universität, Stadt und Hof als Produ­
zenten, Speicher und Vermittler von Wissen über Juden und Judentum in der Frühen
Neuzeit“ an der Universitätsbibliothek
Das Studienvorbereitungsprogramm für chinesische Studienbewerber PANDA feiert sein
10-jähriges Jubiläum im Konfuzius-Institut.
Chronik
vlnr: Dr. Frank Nolden, Prof. Dr. Robert Holländer, Prof. Dr. Martin Schlegel, Prof. Dr. Franz Häuser, Prof. Dr. Wolfgang Fach
Das Rektorat
Professor Dr. iur. Franz Häuser
geb. 14. August 1945 in Limburg a. d. Lahn
Der Jurist ist Rektor der Universität Leipzig seit 2003.
Professor Dr. rer. pol. Wolfgang Fach
geb. 6. November 1944 in Neuenbürg/Krs. Calw
Der Politikwissenschaftler ist Prorektor für Lehre und Studium seit 2006.
Professor Dr. rer. nat. Wolfgang Schlegel
geb. 31. August 1952 in Reutlingen
Der Zoologe ist Prorektor für Forschung und wissenschaftlichen Nachwuchs seit 2003.
Professor Dr.-Ing. Robert Holländer
geb. 15. August 1953 in Hamburg
Der Bauingenieur und Hydrologe ist Prorektor für strukturelle Entwicklung seit 2006.
Dr. jur. Frank Nolden
geb. 27. Juli 1963 in Heide/Holstein
Der Jurist ist Kanzler der Universität Leipzig seit 2005.
131
132
Jahresbericht 2009
Organigramm
der Universität Leipzig
Rektorat
Rektor
Prorektor für Lehre und Studium
Prorektor für Forschung und wisssenschaftlichen Nachwuchs
Prorektor für strukturelle Entwicklung
Kanzler
Zentrale Einrichtungen
Fakultäten
Biotechnologisch-Biomedizinisches Zentrum (BBZ)
Theologische Fakultät
Career Center (CC)
Juristenfakultät
Deutsches Literaturinstitut Leipzig (DLL)
Fakultät für Geschichte, Kunst- und Orientwissenschaften
Hochschuldidaktisches Zentrum (HDS)
Philologische Fakultät
Kustodie
Erziehungswissenschaftliche Fakultät
Leipziger Universitätsmusik
Fakultät für Sozialwissenschaften und Philosophie
Research Academy Leipzig (RAL)/
Forschungsakademie Leipzig
Sprachenzentrum
Studienkolleg Sachsen
Translationszentrum für Regenerative Medizin (TRM) Leipzig
Universitätsarchiv
Universitätsbibliothek (UB)
Universitätsrechenzentrum (URZ)
Zentrum für Hochschulsport (ZfH)
Zentrum für Höhere Studien (ZHS)
Zentrum für Lehrerbildung und Schulforschung (ZLS)
Zentrum für Medien und Kommunikation (ZMK)
Wirtschaftswissenschaftliche Fakultät
Sportwissenschaftliche Fakultät
Medizinische Fakultät
Fakultät für Mathematik und Informatik
Fakultät für Biowissenschaften, Pharmazie und Psychologie
Fakultät für Physik und Geowissenschaften
Fakultät für Chemie und Mineralogie
Veterinärmedizinische Fakultät
Zahlen – Daten – Fakten
133
Vorläufiger Senat
Beauftragte
Zentralverwaltung
Antikorruptionsbeauftragter
Dezernat Haushalts- und Wirtschaftsangelegenheiten
Ausländerbeauftragte
Dezernat Akademische Verwaltung
Beauftragter für Studenten mit Behinderung
Personaldezernat
Datenschutzbeauftragter
Dezernat Planung und Technik
Gleichstellungsbeauftragte
Dezernat Öffentlichkeitsarbeit und Forschungsförderung
Tierschutzbeauftragte
Büro für Umweltschutz und Arbeitssicherheit
Umweltschutzbeauftragte
Innenrevision
Justiziariat
Senatskommissionen
Bibliothekskommission
Graduiertenkommission
Kommission zur Erforschung der Leipziger Universitäts- und Wissenschaftsgeschichte
Ständige Kommission zur Untersuchung von Vorwürfen wissenschaftlichen Fehlverhaltens
Rektoratskommissionen
Forschungskommission
Gerätekommission
Haushaltskommission
Kommission Lehre, Studium, Prüfungen
Bauausschuss „Universitätscampus Augustusplatz“
Kommission für Informations- und Kommunikations­-
technologien
Stand: 31.12.2009
134
Seit 1409:
Jahresbericht 2009
0
0
6
6
SPASS AM DE
135
NKEN
Zahlen
Daten
Fakten
136
Studium
142
Forschung
144
Zwischen
Personalia
151
154
Mai und Dezember 2
vielfältiges Jubiläumsprogramm
Ehrungen
über 300 Veranstaltungen, z. B.
Organe und Gremien
campus
2009
158
Haushalt
159
Baumaßnahmen und Investitionen
162
In memoriam
163
Register
6. und 7. Juni 2009,
Wissenschaft zum Anfassen im
Rahmen des Stadtfestes Leipzig
6
6
www.sech
0
136
Jahresbericht 2009
Studium
Studierende WS 2005/06 – WS 2009/10
WS
2005/06
WS
2006/07
WS
2007/08
WS
2008/09
WS
2009/10
31 173
29 668
29 021
28 098
28 596
Gesamtzahl der Studierenden
wbl./ml.
18 736
davon Ausländer
12 437
17 785
2 636
wbl./ml.
1 489
Direkt­studierende
1 147
16 987
davon Ausländer
1 547
11 414
858
1 145
16 012
1 529
911
17 025
10 772
1 133
15 892
1 484
926
17 375
10 455
1 050
15 421
10 000
1 675
1 158
25 819
15 721
910
10 098
1 616
1 490
633
11 221
2 833
25 421
1 559
669
11 073
2 534
26 347
1 580
697
11 554
2 662
26 784
1 555
wbl./ml.
17 467
2 692
28 401
wbl./ml.
11 883
580
1 004
612
Studierende aus ausgewählten Ländern WS 2005/06 – WS 2009/10
2005/06
2006/07
2007/08
2008/09
2009/10
China
406
447
481
439
439
Russische Föderation
201
200
184
188
195
Vietnam
131
134
155
115
193
Ukraine
117
98
98
96
117
Polen
120
105
99
117
115
Frankreich
91
99
92
74
80
Spanien
87
90
73
87
80
Bulgarien
110
103
88
72
72
Zahlen – Daten – Fakten
137
Studierende nach Fakultäten
Fakultät
WS
2005/06
WS
2006/07
WS
2007/08
WS
2008/09
WS
2009/10
ges.
ges.
ges.
ges.
ges.
Theologische Fakultät
wbl.
wbl.
wbl.
wbl.
wbl.
425
221
446
220
498
242
492
229
503
239
Juristenfakultät
1 641
909
1 590
884
1 834
1 071
1 823
1 070
1 980
1 158
Fakultät für Geschichte, Kunst- und Orientwissen­schaften
3 822
2 322
3 649
2 207
3 668
2 252
3 637
2 227
3 800
2 333
Philologische Fakultät
5 645
4 488
5 267
4 147
4 948
3 922
4 802
3 772
4 879
3 833
Erziehungswissenschaftliche Fakultät
1 698
1 442
1 527
1 283
1 259
1 037
1 180
974
1 030
849
Fakultät für Sozialwissenschaften und Philosophie
3 608
2 054
3 477
1 995
3 576
2 083
3 362
1 996
3 388
2 049
Wirtschaftswissenschaftliche Fakultät
2 639
1 131
2 394
1 047
2 100
921
1 988
888
2 096
956
Sportwissenschaftliche Fakultät
1 213
479
1 132
417
1 164
452
1 205
466
1 240
492
Medizinische Fakultät
3 361
2 033
3 392
2 087
3 302
2 060
3 168
2 025
3 180
2 049
Fakultät für Mathematik und Informatik
1 721
426
1 696
448
1 634
441
1 491
431
1 516
455
Fakultät für Biowissenschaften, Pharmazie und Psychologie
1 837
1 402
1 804
1 356
1 786
1 321
1 695
1 259
1 670
1 248
Fakultät für Physik und Geowissenschaften
1 495
488
1 332
411
1 290
403
1 256
381
1 235
379
711
291
639
259
684
273
743
323
799
332
1 053
883
1 042
873
1 006
850
1 023
870
993
849
Fakultät für Chemie und Mineralogie
Veterinärmedizinische Fakultät
Deutsches Literaturinstitut Leipzig
Studienkolleg Sachsen
Gesamt
90
54
88
50
93
53
79
42
72
35
214
113
193
101
179
86
154
72
215
119
31 173 18 736
29 668 17 785
28 098 17 025 28 596 17 375
29 021 17 467
6 000
WS
WS
WS
WS
WS
5 000
4 000
2005/06
2006/07
2007/08
2008/09
2009/10
3 000
2 000
se
ch
st
Sa
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Ju
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t
w
.
1 000
138
Jahresbericht 2009
Studienanfänger nach Fakultäten (1. Fachsemester)
WS
2005/06
Fakultät
Theologische Fakultät
WS
2006/07
WS
2007/08
WS
2008/09
WS
2009/10
ges.
wbl.
ges.
wbl.
ges.
wbl.
ges.
wbl.
ges.
wbl.
98
55
93
46
99
49
87
35
101
51
Juristenfakultät
374
230
273
166
561
355
412
247
488
282
Fakultät für Geschichte, Kunst- und Orientwissen­schaften
639
393
490
295
655
436
747
447
976
604
1 171
913
607
468
806
640
821
643
1 142
900
Erziehungswissenschaftliche Fakultät
306
258
67
52
95
80
241
200
186
149
Fakultät für Sozialwissenschaften und Philosophie
594
348
447
269
732
446
560
369
714
467
Wirtschaftswissenschaftliche Fakultät
365
170
282
125
278
115
404
179
680
303
Sportwissenschaftliche Fakultät
219
79
181
49
242
102
295
114
345
140
Medizinische Fakultät
566
378
585
371
447
300
437
300
471
321
Fakultät für Mathematik und Informatik
327
104
282
99
323
86
273
103
386
139
Fakultät für Biowissenschaften, Pharmazie und Psychologie
298
203
297
203
303
210
333
233
388
302
Fakultät für Physik und Geowissenschaften
336
106
171
48
244
80
267
80
319
105
Fakultät für Chemie und Mineralogie
228
109
156
67
242
95
282
125
268
109
Veterinärmedizinische Fakultät
154
133
159
138
146
125
156
141
150
129
Deutsches Literaturinstitut Leipzig
19
14
19
9
21
9
9
4
12
4
Studienkolleg Sachsen
99
59
122
62
103
45
81
42
137
84
5 793
3 552
4 231
2 467
5 297
3 173
5 405
3 262
6 763
4 089
Philologische Fakultät
Gesamt
1 800
WS
WS
WS
WS
WS
1 600
1 400
1 200
2005/06
2006/07
2007/08
2008/09
2009/10
1 000
800
600
400
ur
n
Sa
in
ch
st
se
it u
t
t
tä
ul
g
le
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M
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ku
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Ju
G
Th
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he
Fa
ak
ku
ul
ltä
tä
t
t
200
139
Zahlen – Daten – Fakten
Absolventen des Direktstudiums nach Fakultäten
WS 2004/05 WS 2005/06 WS 2006/07 WS 2007/08 WS 2008/09
SS 2005
SS 2006
SS 2007
SS 2008
SS 2009
Fakultät
ges.
wbl.
ges.
wbl.
ges.
wbl.
ges.
wbl.
ges.
wbl.
30
11
29
14
26
10
30
12
35
20
Theologische Fakultät
Juristenfakultät
131
75
134
77
132
79
137
73
131
72
Fakultät für Geschichte, Kunst- und Orientwissen­schaften
212
161
258
176
291
213
313
212
466
301
Philologische Fakultät
314
265
330
284
384
331
426
353
676
563
Erziehungswissenschaftliche Fakultät
177
155
206
185
205
188
247
204
280
235
Fakultät für Sozialwissenschaften und Philosophie
309
202
350
226
432
261
410
268
517
327
Wirtschaftswissenschaftliche Fakultät
305
111
304
131
345
145
362
168
418
178
Sportwissenschaftliche Fakultät
123
53
126
61
123
58
135
56
186
81
Medizinische Fakultät
370
203
394
223
417
243
370
210
354
221
77
15
95
18
143
29
167
33
190
55
Fakultät für Biowissenschaften, Pharmazie und Psychologie
258
199
292
229
230
186
334
256
322
253
Fakultät für Physik und Geowissenschaften
117
50
142
46
135
56
160
58
220
71
76
38
88
36
97
34
107
50
103
41
112
95
149
122
132
104
140
121
134
113
5
2
14
8
9
3
14
8
14
6
2 616
1 635
2 911
1 836
3 101
1 940
3 352
2 082
4 046
2 538
Fakultät für Mathematik und Informatik
Fakultät für Chemie und Mineralogie
Veterinärmedizinische Fakultät
Deutsches Literaturinstitut Leipzig
Gesamt
WS
WS
WS
WS
WS
600
500
2004/05
2005/06
2006/07
2007/08
2008/09
400
300
200
it u
st
in
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Th
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Fa
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ku
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t
100
140
Jahresbericht 2009
Wissenschaftler- und Studierendenmobilität
Wissenschaftler
aus dem Ausland
06/07
07/08
Studierende
ins Ausland
08/09
06/07
aus dem Ausland
ins Ausland
07/08
08/09
06/07
07/08
08/09
06/07
07/08
08/09
Mobilität im Rahmen von Austauschvereinbarungen
LLP1 ERASMUS
75
76
77
96
90
108
432
382
358
575
648
532
Universitätspartnerschaften
79
100
92
60
43
95
73
96
91
82
81
109
154
176
169
156
133
203
505
478
449
657
729
641
Sonderprogramme (inkl. Praktika
innerhalb von LLP)2
27
24
21
70
23
37
42
25
18
49
70
104
Individualstipendien
28
29
23
0
0
0
106
110
105
138
97
84
Gruppenprogramme (kurze Dauer)
81
36
47
6
10
2
103
106
80
42
83
15
Individuelle Mobilität gesamt
136
89
91
76
33
39
251
241
203
229
250
203
Gesamt
290
265
260
232
166
242
756
719
652
886
979
844
Austauschmobilität gesamt
Individuelle Mobilität
Teilnehmer an wissenschaftlicher Weiterbildung und Fernstudium
Studienform
WS
2005/06
WS
2006/07
WS
2007/08
WS
2008/09
WS
2009/10
Fernstudium
65
65
63
61
54
1 287
1 282
1 502
1 618
1 910
Berufsbegleitende Lehrerweiterbildung
280
273
129
230
233
Aufbaustudiengänge in Präsenzform
379
342
231
124
74
9
21
83
129
133
104
138
132
186
147
Kontaktstudium
54
52
50
61
63
Gasthörerstudium
41
77
71
80
116
6
17
21
28
40
Seniorenstudium
514
481
519
495
509
Seniorenkolleg
958
1 038
1 056
1 100
1 107
3 691
3 769
3 836
4 084
4 346
Fernstudium an der Universität Leipzig
Fernstudium in Kooperation mit der Fernuniversität Hagen
Weiterbildung
Berufsbegleitende weiterbildende Masterstudiengänge
Berufsbegleitende Aufbaustudiengänge
davon Verbund Halle-Jena-Leipzig
Gesamt
1
2
LLP – EU-Programm für lebenslanges Lernen „Lifelong Learning Program“ 2007 – 2013
seit 2007/08 auch EU-Förderung von Praktika möglich
Zahlen – Daten – Fakten
141
Universitätspartnerschaften
Europäische Länder
Bulgarien
Sofiski Universitet Sw. Kliment Ochridski
Finnland
Tampereen yliopisto
Frankreich
Université Rennes 2 – Haute Bretagne
Griechenland
Aristoteleio Pavepistemio Thessalonikes
Großbritannien
University of Leeds
Norwegen
Norges teknisk-naturvitenskapelige universitet (Trondheim)
Österreich
Karl-Franzens-Universität Graz
Polen
Uniwersytet Wrocławski
Rumänien
Universitatea Babes-Bolyai, Cluj-Napoca
Russland
Moskowski Gosudarstwenny Uniwersitet im. M. W. Lomonossowa
Uniwersitet Kazanski Gosurdarstwenny Uniwersitet
Slowenien
Univerza v Ljubljani
Spanien
Universidad de Salamanca
Tschechische Republik
Univerzita Karlova v Praze
Ukraine
Kiewski Nazionalny Uniwersitet im. Tarasa Schewtschenko
Weißrussland
Beloruski Gosudarstwenny Uniwersitet
Université Lumière Lyon 2
Uniwersytet Jagiellonski w Krakowie
Sankt-Peterburgski Gosudarstwenny
Außereuropäische Länder
Äthiopien
Addis Ababa University
Argentinien
Universidad Nacional de Cuyo, Mendoza
Brasilien
Universidade Federal de Pernambuco
Universidade do Estado do Rio de Janeiro
Pontificia Universidad Católica
Universidad de los Andes
Chile
Universidad de Chile
VR China
Renmin University of China
Indonesien
Gadjah Mada University
Israel
Ben Gurion University of the Negev
Japan
Waseda University
Chiba University
Kanada
Carleton University
University of Alberta
Kuba
Universidad de La Habana
Mexiko
Colegio de México, Mexico
Peru
Universidad Nacional Mayor de San Marcos, Lima
Südafrika
Universiteit Stellenbosch
Syrien
Damascus University
Tansania
University of Dar es Salaam
Vereinigte Staaten von Amerika
University of Alabama at Birmingham, Alabama Binghamton University, State University of New York
Kent State University, Ohio Ohio University, Athens, Ohio Mount Holyoke College, South Hadley,
Masachusetts University of Houston, Texas Rice University, Houston, Texas University of Arizona,
Tucson Vanderbilt University, Nashville, Tennessee
The Hebrew University of Jerusalem
142
Jahresbericht 2009
Forschung
Geförderte Drittmittelprojekte, eingeworbene Drittmittel und
Zahl der drittmittelfinanzierten Personen nach Fakultäten
Fakultät
Projekte
Drittmittel in T�
2008
2009
2008
2009
Theologische Fakultät
11
8
81,8
Juristenfakultät
10
14
Fakultät für Geschichte, Kunst- und Orientwissenschaften
96
Philologische Fakultät
66
Erziehungswissenschaftliche Fakultät
Personen
2008
2009
126,8
3
3
49,6
96,4
4
3
92
3.107,3
4.289,5
49
63
82
927,0
1.486,1
31
55
21
25
884,6
672,3
16
9
Fakultät für Sozialwissenschaften und Philosophie
70
71
2.706,4
3.301,9
43
49
Wirtschaftswissenschaftliche Fakultät
76
79
3.121,4
2.773,7
93
104
Sportwissenschaftliche Fakultät
32
34
1.530,2
1.802,2
28
36
723
777
28.058,1
38.799,1
529
619
71
94
3.419,0
3.565,9
98
148
Fakultät für Biowissenschaften, Pharmazie und Psychologie
101
121
5.043,5
7.291,1
101
150
Fakultät für Physik und Geowissenschaften
168
167
5.922,4
5.319,9
152
155
Fakultät für Chemie und Mineralogie
114
107
5.139,2
5.396,3
82
152
95
87
1.872,7
1.955,4
70
83
294
252
9.573,6
15.853,9
178
243
1 948
2 010
71.436,8
92.730,5
1 477
1 872
Medizinische Fakultät
Fakultät für Mathematik und Informatik
Veterinärmedizinische Fakultät
Einrichtungen, die nicht zu Fakultäten gehören
Gesamt
Zahlen – Daten – Fakten
143
Geförderte Drittmittelprojekte, eingeworbene Drittmittel und
Zahl der drittmittelfinanzierten Personen nach Drittmittelgebern
Projekte
Drittmittelgeber
Personen
Drittmittel in T�
2008
2009
2008
2009
2008
2009
Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG)
503
515
18.521,4
21.528,2
450
523
Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF)
171
166
16.578,5
15.523,7
455
599
Andere Bundesministerien
104
121
4.526,3
5.074,2
18
7
Sächsisches Staatsministerium für Wissenschaft und Kunst (SMWK)
61
76
2.540,4
15.065,9
5
12
Andere Landesministerien
24
30
1.706,5
1.257,3
15
35
Europäische Union
42
50
5.510,5
8.892,8
69
88
518
510
11.729,9
12.006,5
227
215
Wirtschaft
Stiftungen
126
155
4.940,0
5.479,9
109
105
Sonstige
399
387
5.383,3
7.902,0
129
288
1 948
2 010
71.436,8
92.730,5
1 477
1 872
Gesamt
Promotionen und Habilitationen
Promotionen
Fakultät
2007
2008
Habilitationen
2009
2007
2008
2009
ges.
wbl.
ges.
wbl.
ges.
wbl.
ges.
wbl.
ges.
wbl.
ges.
wbl.
2
1
2
1
6
1
2
0
3
0
2
0
Juristenfakultät
29
10
34
11
39
19
1
0
1
1
0
0
Fakultät für Geschichte, Kunst- u. Orientwissenschaften
16
9
19
10
21
9
1
0
2
0
4
2
Philologische Fakultät
7
5
12
7
11
7
2
1
5
3
5
2
Erziehungswissenschaftliche Fakultät
4
3
7
6
8
5
2
1
0
0
1
1
Fakultät für Sozialwissenschaften und Philosophie
21
8
15
6
21
7
1
0
2
1
0
0
Wirtschaftswissenschaftliche Fakultät
15
4
25
3
18
6
1
0
0
0
1
0
3
2
2
1
6
1
2
1
0
0
0
0
Theologische Fakultät
Sportwissenschaftliche Fakultät
Medizinische Fakultät
231
125
204
104
278
159
16
4
17
6
17
4
Fakultät für Mathematik und Informatik
21
6
25
2
25
5
3
0
2
0
1
0
Fakultät für Biowissenschaften, Pharmazie u. Psychologie
74
38
72
36
67
45
4
0
2
0
1
1
Fakultät für Physik und Geowissenschaften
20
6
25
9
28
5
4
0
3
0
1
1
Fakultät für Chemie und Mineralogie
32
10
23
4
30
7
1
0
1
0
1
0
Veterinärmedizinische Fakultät
51
39
40
35
63
45
4
0
2
0
5
2
526
266
505
235
621
321
44
7
40
11
39
13
Gesamt
144
Jahresbericht 2009
Personalia
Stellenplan 2009 – Hochschulbereich nach Struktureinheiten1
Haushaltsstellen ohne Stiftungen und gemeinsame Berufungen
Struktureinheiten
Hochschullehrer2
JP3/W1
Mittelbau
Nichtwiss.
Personal
Gesamt
Theologische Fakultät
11,00
0,00
15,50
6,00
32,50
Juristenfakultät
19,00
1,00
30,00
13,00
63,00
Fakultät für Geschichte, Kunst- und Orientwissenschaften
42,00
10,00
50,00
29,50
131,50
Philologische Fakultät
47,00
13,00
77,00
28,75
165,75
Erziehungswissenschaftliche Fakultät
18,00
4,00
20,50
10,00
52,50
Fakultät für Sozialwissenschaften und Philosophie
28,00
5,00
36,00
18,75
87,75
Wirtschaftswissenschaftliche Fakultät
24,00
4,00
39,50
17,25
84,75
Sportwissenschaftliche Fakultät
12,00
4,00
28,00
21,25
65,25
Fakultät für Mathematik und Informatik
30,00
10,00
48,00
17,50
105,50
Fakultät für Biowissenschaften, Pharmazie und Psychologie
33,00
6,00
52,50
72,75
164,25
Fakultät für Physik und Geowissenschaften
28,00
6,00
48,25
61,75
144,00
Fakultät für Chemie und Mineralogie
21,00
2,00
45,00
53,25
121,25
Veterinärmedizinische Fakultät
29,00
9,00
65,00
118,50
221,50
Studienkolleg Sachsen
0,00
0,00
16,75
4,00
20,75
Zentrale Einrichtungen
4,00
1,00
31,25
211,00
247,25
Zentralverwaltung
1,00
0,00
0,00
322,50
323,50
347,00
75,00
603,25
1 005,75
2 031,00
Gesamt
Stellenbesetzung 2009 – Medizinische Fakultät4
Hochschullehrer2
JP3/W1
Mittelbau
Nichtwiss.
Personal
Gesamt
Vollzeitkräfte
84
6
316
223
629
Personen
92
6
369
259
726
Medizinische Fakultät
Stand: 01.11.2009, Angaben in Vollzeitäquivalenten (VZÄ)
ohne Juniorprofessuren
3
JP: Juniorprofessur
4
Stand: 31.12.2009
1
2
Zahlen – Daten – Fakten
145
Stellenplan Hochschulbereich 2004 – 2009
Haushaltsstellen ohne Stiftungen, gemeinsame Berufungen und sonstige befristet zugewiesene Stellen
Beschäftigtengruppen
2004
2005
2006
2007
2008
20091
Hochschullehrer
C4/W3
201
202
203
217
217
216
C3/W2
150
149
149
134
134
131
C2/W1
49
46
45
76
76
75
685
672
658
620
619
603
Angestellte/Beamte
896
878
873
866
853
1 006
Arbeiter4
169
166
165
160
155
0
2 150
2 113
2 093
2 073
2 054
2 031
Akademischer Mittelbau
Angestellte/Beamte
Nichtwissenschaftliches Personal
Gesamt
Stellenplan/Stellenbesetzung Medizinische Fakultät 2004 – 20092
Haushaltsstellen sowie Stiftungs- und Ergänzungsprofessuren und gemeinsame Berufungen
Beschäftigtengruppen
Beamte3
2004
2005
2006
2007
245
245
245
182
111
99
C4/W3
53
53
53
61
43
46
C3/W2
83
83
83
75
55
46
C2/W1
39
39
39
5
7
2
C1
29
29
29
0
6
4
Angestellte
858
811
811
826
704
627
Wissenschaftliches Personal
683
616
616
671
598
467
Nichtwissenschaftliches Personal
175
195
195
155
217
259
24
27
27
26
0
0
1 127
1 083
1 083
1 034
815
726
Arbeiter
Gesamt
Stand: 01.11.2009, Angaben in Vollzeitäquivalenten (VZÄ)
bis 2007 Stellenplan, ab 2008 Ist-Besetzung ausgewiesen
3
einschließlich Professoren mit Dienstvertrag mit dem Universitätsklinikum Leipzig AöR
4
im Tarifvertrag Länder TV-L ab 2009 keine Unterscheidung mehr zum nichtwissenschaftlichen Personal
2
2009
darunter
4
1
2008
146
Jahresbericht 2009
Frauenanteil
Anteil von Frauen an der Zahl der Beschäftigten (ohne Auszubildende)
einschließlich Drittmittel, ABM, EFRE, ESF usw.
31.12.2005
Beschäftigte
ges.
wbl.
absolut
%
31.12.2006
ges.
wbl.
absolut
%
31.12.2007
ges.
31.12.2008
wbl.
absolut
ges.
%
wbl.
absolut
%
31.12.2009
ges.
wbl.
absolut
%
Hochschullehrer
365
62
17,0
351
58
16,5
362
65
18,0
359
60
16,7
352
62
17,6
C4/W3
201
23
11,4
195
23
11,8
199
31
15,6
198
29
14,6
196
32
16,3
C3/W2
146
34
23,3
140
30
21,4
139
28
20,1
139
25
18,0
143
24
16,8
18
5
27,8
16
5
31.3
11
3
27,3
9
3
33,3
5
3
60,0
13
3
23,1
13
3
23,1
8
3
37,5
43,1
1 385
592
42,7
1 558
698
44,8
C2/W1 (HS-Doz.)
W1 (JP )
1
Akademischer
1 309
Mittelbau
537
41,0
1 353
584
43,2
1 367
589
befristet
940
384
40,9
1 005
441
43,9
1 022
438
42,9
1 044
443
42,4
1 224
547
44,7
unbefristet
369
153
41,5
348
143
41,1
345
151
43,8
341
149
43,7
334
151
45,2
Nichtwiss.
Personal
1 325
914
69,0
1 327
905
68,2
1 361
927
68,1
1 370
932
68,0
1 383
956
69,1
Beschäftigte u.
Beamte
1 102
839
76,1
1 117
838
75,0
1 149
859
74,8
1 162
865
74,4
1 383
956
69,1
223
75
33,6
210
67
31,9
212
68
32,1
208
67
32,2
0
0
0
2 999
1 513
50,5
3 031
1 547
51,0
3 090
1 581
51,2
3 114
1 584
50,9 3 293 1 716
52,1
Arbeiter2
Gesamt
Schwerbehinderte
Anteil der Schwerbehinderten und Gleichgestellten an der Zahl der Beschäftigten in %
1
2
3
Gesetzliches
Soll
2004
2005
2006
2007
2008
20093
5,0
4,2
4,1
3,7
3,7
3,6
3,6
JP: Juniorprofessur
im Tarifvertrag Länder TV-L ab 2009 keine Unterscheidung mehr zum nichtwissenschaftlichen Personal
Stand: 31.12.2009
Zahlen – Daten – Fakten
147
Berufungen
An die Universität Leipzig wurden vom 01.10.2008 bis 31.12.2009 berufen:
Prof. Dr. Gert Pickel
Religions- und Kirchensoziologie
Prof. Dr. Armin Kohnle
Kirchengeschichte mit Schwerpunkt Spätmittelalter und Reformationsgeschichte
Juristenfakultät
Prof. Dr. Kurt Fassbender
Öffentliches Recht, insbesondere Umwelt- und Planungsrecht
Fakultät für Geschichte, Kunstund Orientwissenschaften
Prof. Dr. Christoph Kleine
Religionsgeschichte
Prof. Dr. Stefan Kramer
Gesellschaft Chinas
Philologische Fakultät
Prof. Dr. Sabine Bastian
Translatologie (frankophone Kulturen)
Wirtschaftswissenschaftliche Fakultät
Prof. Dr. Erik Gawel
Volkswirtschaftslehre, insbesondere institutionenökonomische Umweltforschung
Prof. Dr. Harald Jansen
Betriebswirtschaftslehre, insbesondere betriebswirtschaftliche Steuerlehre und
Unternehmensrechnung
Prof. Dr. Dubravko Radic’
Betriebswirtschaftslehre, insbesondere Dienstleistungsmanagement
Prof. Dr. Michael Thomas
Präventive und Rehabilitative Sportmedizin
Prof. Dr. Petra Wagner
Gesundheits- und Rehabilitationssport
Prof. Dr. Maren Witt
Sportbiomechanik
Prof. Dr. Ingo Bechmann
Anatomie
Prof. Dr. Thomas Claudepierre
Biomechanische Grundlagen der Netzhautchirurgie (Stiftungsprofessur)
Prof. Dr. Holger Christiansen
Pädiatrische Hämatologie, Onkologie und Hämostaseologie
Prof. Dr. Joseph Claßen
Neurologie
Prof. Dr. Jan Dreßler
Rechtsmedizin
Prof. Dr. Christoph Heyde
Orthopädie mit Schwerpunkt Wirbelsäulenchirurgie
Prof. Dr. Hubertus Himmerich
Neurobiologie affektiver Störungen (Stiftungsprofessur)
Prof. Dr. Karl-Titus Hoffmann
Diagnostische und interventionelle Radiologie mit Schwerpunkt Neuroradiologie
Prof. Dr. Daniel Huster
Medizinische Biophysik
Prof. Dr. Axel H.-P. Linke
Präventive/Regenerative Kardiologie (Stiftungsprofessur)
Prof. Dr. Ulrich Thome
Allgemeine Pädiatrie/Neonatologie
Prof. Dr. Arno Villringer
Kognitive Neurologie
Fakultät für Mathematik und Informatik
Prof. Dr. Andreas Thom
Theoretische Mathematik
Fakultät für Biowissenschaften,
Pharmazie und Psychologie
Prof. Dr. Carolin Retzlaff-Fürst
Biologie-Didaktik
Prof. Dr. Christian Wirth
Spezielle Botanik und funktionelle Biodiversität
Fakultät für Physik und
Geowissenschaften
Prof. Dr. Thomas Brachert
Geologie
Prof. Dr. Stefan Mayr
Experimentelle Physik: Wechselwirkung von Oberflächen mit biologischen Zellen und
Geweben
Prof. Dr. Manfred Wendisch
Meteorologie: Mesoskalige Prozesse und Numerische Wettervorhersage
Prof. Dr. Thorsten Berg
Organische Chemie /Chemische Biologie
Prof. Dr. Dirk Enke
Technische Chemie mit Schwerpunkt Chemische Reaktionstechnik
Prof. Dr. Martin Pfeffer
Epidemiologie
Theologische Fakultät
Sportwissenschaftliche Fakultät
Medizinische Fakultät
Fakultät für Chemie und Mineralogie
Veterinärmedizinische Fakultät
148
Jahresbericht 2009
Gemeinsame Berufung (01.10.2008)
Prof. Dr. Erik Gawel (Volkswirtschaftslehre, insbesondere Institutionenökonomische Umweltforschung,
Wirtschaftswissenschaftliche Fakultät)
Berufung gemeinsam mit dem Helmholtz-Zentrum für Umweltforschung – UFZ
Bestehende Stiftungsprofessuren
Philologische Fakultät
Prof. Dr. phil. Foteini Kolovou (Byzantinische und neugriechische Philologie) –
Stiftung durch Ministerium für Erziehung und Religionen und Außenministerium Griechenlands
Fakultät für Sozialwissenschaften
und Philosophie
Prof. Dr. rer. pol. Ansgar Zerfaß (Kommunikationsmanagement in Politik und Wirtschaft) –
Stiftung durch Stifterverband für die Deutsche Wissenschaft, Stiftung zur Förderung der PR-Wissenschaft an der
Universität Leipzig, Stadtwerke Leipzig, Vattenfall Europe AG
Wirtschaftswissenschaftliche Fakultät
Prof. Dr. rer. nat. Thomas Bruckner (Energiemanagement und Nachhaltigkeit) –
Stiftung durch Vattenfall Europe AG und Stifterverband für die Deutsche Wissenschaft
Prof. Dr. techn. Karl-Heinz Bruhnke (Technisches und infrastrukturelles Management baulicher Anlagen) –
Stiftung durch Verein der Freunde des Bauingenieur- und Wirtschaftsingenieurwesens an der Universität Leipzig e. V.
Prof. Dr. rer. pol. Manfred Röber (Verwaltungsmanagement/New Public Management) –
Stiftung durch Wüstenrot Stiftung
Medizinische Fakultät
Prof. Dr. Hartmuth Bittner (Experimentelle und klinische thorakale Organtransplantation im Bereich Herzchirurgie) –
Stiftung durch den Stifterverband für die Deutsche Wissenschaft
Prof. Dr. Thomas Claudepierre (Biomechanische Grundlagen der Netzhautchirurgie) –
Stiftung durch den Stifterverband für die Deutsche Wissenschaft (Fritz und Hildegard Berg-Stiftung)
Prof. Dr. Torsten Doenst (Herzstoffwechsel in der Herzchirurgie, Heisenberg-Professur) –
Stiftung durch die DFG (Heisenberg-Programm)
Prof. Dr. Matthias Gutberlet (Kardiologische Bildgebung im Bereich Diagnostische Radiologie) –
Stiftung durch die Herzzentrum Leipzig GmbH
Prof. Dr. Hubertus Himmerich (Neurobiologie affektiver Störungen) – Stiftung durch die Claussen-Simon-Stiftung
Prof. Dr. Horst Hummelsheim (Neurologische Rehabilitation motorischer Störungen) –
Stiftung durch die Michels-Kliniken Bennewitz
Prof. Dr. Martin Kostelka (Kinderherzchirurgie) – Stiftung durch die Herzzentrum Leipzig GmbH
Prof. Dr. Axel H.-P. Linke (Präventive/Regenerative Kardiologie) – Stiftung durch die Herzzentrum Leipzig GmbH
Honorarprofessuren (01.10.2008 – 31.12.2009)
Zu Honorarprofessoren an der Universität Leipzig wurden bestellt:
Juristenfakultät
Fakultät für Sozialwissenschaften und Philosophie
Wirtschaftswissenschaftliche Fakultät
Dr. Cord Meyer
Dr. Wolfgang Kenntemich
Dr. Günther Nonnenmacher
Dr. Engelbert Lütke Daltrup
Dipl.-Ing. Michael Cesarz
Dr. Sigrun Kabisch
Fakultät für Physik und Geowissenschaften
Dr. Helmut Meusinger
Dr. Robert Turner
Fakultät für Chemie und Mineralogie
Dr. Frank Dehn
Dr. Joachim Mittendorf
Zahlen – Daten – Fakten
149
Außerplanmäßige Professuren (01.10.2008 – 31.12.2009)
Das Recht zur Führung der Bezeichnung „Außerplanmäßiger Professor“ wurde an folgende Personen verliehen:
apl. Prof. Dr. Andreas Bollmann
Medizinische Fakultät
apl. Prof. Dr. Michael A. Borger
apl. Prof. Dr. Nicolas Doll
apl. Prof. Dr. Michael Fuchs
apl. Prof. Dr. Wolfgang Härtig
apl. Prof. Dr. Stefan Hammerschmidt
apl. Prof. Dr. Wolfgang Harth
apl. Prof. Dr. Wieland Hermann
apl. Prof. Dr. Rüdiger Lessig
apl. Prof. Dr. Ina Nitschke
apl. Professor Dr. Steffen Roßner
apl. Professor Dr. Henrik Rüffert
apl. Professor Dr. Holger Thiele
apl. Prof. Dr. Dirk Uhlmann
apl. Prof. Dr. Claudia Wickenhauser
apl. Prof. Dr. Wolfram Eichler
Fakultät für Biowissenschaften, Pharmazie und Psychologie
apl. Prof. Dr. Uwe Fritz
apl. Prof. Dr. Reimund Goss
apl. Prof. Dr. Thomas Jacobsen
apl. Prof. Dr. Paul A. Stevenson
Fakultät für Physik und Geowissenschaften
apl. Prof. Dr. Thomas Höche
Veterinärmedizinische Fakultät
apl. Prof. Dr. Michaele Alef
Gastprofessuren (01.10.2008 – 31.12.2009)
Zu Gastprofessoren an der Universität Leipzig wurden bestellt:
Philologische Fakultät
Martina Hefter (Deutsches Literaturinstitut)
Alexander Osang (Deutsches Literaturinstitut)
Monika Rinck (Deutsches Literaturinstitut)
Moritz Rinke (Deutsches Literaturinstitut)
Valeri Scherstjanoi (Deutsches Literaturinstitut)
Roland Schimmelpfennig (Deutsches Literaturinstitut)
Dr. Sabine Scholl (Deutsches Literaturinstitut)
Ulf Stolterfoht (Deutsches Literaturinstitut)
Ilija Trojanow (Deutsches Literaturinstitut)
Michael Wildenhain (Deutsches Literaturinstitut)
Dr. Dmitri Yurchenko (DAAD-Professur am Institut für Angewandte Linguistik und Translatologie)
Prof. Dr. Khalid Zekri (DAAD-Professur am Institut für Romanistik)
Prof. Dr. Thomas Walther (Universitätsfrauenklinik)
Medizinische Fakultät
Prof. Dr. Heinz U. Lemke (Verlängerung) (ICCAS)
Assistenzprof. Dr. Evangelos Liatsikos (Klinik für Urologie)
Fakultät für Mathematik und Informatik
Prof. Benjamin Steinberg (DFG-Mercator Gastprofessur am Institut für Informatik)
150
Jahresbericht 2009
Leibniz-Professur (01.10.2008 – 31.12.2009)
Die Leibniz-Professur war im WS 2008/09 mit Prof. Dr. Nicolas García García (CSIC, Madrid), im SS 2009
mit Prof. Randall Snurr (Northwestern University, Illinois, USA) und im WS 2009/10 mit Prof. John B. Boles
(Rice University, Houston, Texas) besetzt.
Picador-Professur (01.10.2008 – 31.12.2009)
Die Picador-Professur am Institut für Amerikanistik war im WS 2008/09 mit der US-amerikanischen ScienceFiction-Schriftstellerin Nancy Kress, im SS 2009 mit der US-amerikanischen Schriftstellerin Catherine
Chung und im WS 2009/10 mit dem US-amerikanischen Schriftsteller Olen Steinhauer besetzt.
Versetzung an die Universität Leipzig (01.10.2008)
Professor Dr. Jochen Rozek, Juristenfakultät, Professur für Öffentliches Recht unter besonderer Berücksichti­
gung von Verwaltungsrecht (von der Technischen Universität Dresden)
Berufungen nach auswärts (01.10.2008 – 31.12.2009)
Prof. Dr. Ulrich Bröckling, Fakultät für Sozialwissenschaften und Philosophie, an die MLU Halle-Wittenberg
Prof. Dr. Michael Buchmeiser, Fakultät für Chemie und Mineralogie, an die Universität Stuttgart
Prof. Dr. Boris Egloff, Fakultät für Biowissenschaften, Pharmazie und Psychologie, an die Universität Mainz
Prof. Dr. Manfred Heckmann, Medizinische Fakultät, an die Universität Würzburg
Prof. Dr. Frank Kalter, Fakultät für Sozialwissenschaften und Philosophie, an die Universität Mannheim
Prof. Dr. Wolfgang König, Fakultät für Mathematik und Informatik, an die TU Berlin
Prof. Dr. Weyma Lübbe, Fakultät für Sozialwissenschaften und Philosophie, an die Universität Regensburg
Prof. Dr. Jens Schröter, Theologische Fakultät, an die Humboldt-Universität zu Berlin
Prof. Dr. Falk Volkmar, Medizinische Fakultät, an die Universität Zürich
Eintritt von Professoren in den Ruhestand zum 1. April 2009
Prof. Dr. Peter Borneleit (Fakultät für Mathematik und Informatik)
Prof. Dr. Rainer von Franz (Fakultät für Geschichte, Kunst- und Orientwissenschaften)
Prof. Dr. Walter Gläßer (Fakultät für Physik und Geowissenschaften)
Prof. Dr. Sunna Hauschildt (Fakultät für Biowissenschaften, Pharmazie und Psychologie)
Prof. Dr. Jost Heintzenberg (Fakultät für Physik und Geowissenschaften)
Prof. Dr. Jörg Kärger (Fakultät für Physik und Geowissenschaften)
Prof. Dr. Günther Rautenberg (Wirtschaftswissenschaftliche Fakultät)
Prof. Dr. Katharina Spanel-Borowski (Medizinische Fakultät)
Prof. Dr. Franz-Viktor Salomon vom Stein (Veterinärmedizinische Fakultät)
Prof. Dr. Armin Wagner (Medizinische Fakultät)
Eintritt von Professoren in den Ruhestand zum 1. Oktober 2009
Prof. Dr. Lothar Engelmann (Medizinische Fakultät)
Prof. Dr. Christine Ettrich (Medizinische Fakultät)
Prof. Dr. Jürgen Krug (Sportwissenschaftliche Fakultät)1
Prof. Dr. Georg Meggle (Fakultät für Sozialwissenschaften und Philosophie)
Prof. Dr. Bernhard Meier (Philologische Fakultät)
Prof. Dr. Sabine Rieckhoff-Hesse (Fakultät für Geschichte, Kunst- und Orientwissenschaften)
Prof. Dr. Heinz Sass (Fakultät für Biowissenschaften, Pharmazie und Psychologie)
Prof. Dr. Ekkehard Wolff (Fakultät für Geschichte, Kunst- und Orientwissenschaften)
Prof. Dr. Christian von Wolffersdorff-Ehlert (Erziehungswissenschaftliche Fakultät) –
vorzeitiger Ruhestand 31.10.2009
1
Professor Krug erhielt im Anschluss einen Vertretungsvertrag und ist weiterhin Dekan der Sportwissenschaftlichen Fakultät.
Zahlen – Daten – Fakten
151
Ehrungen
Ehrensenator
Die Ehrensenatorwürde der Universität Leipzig für Verdienste um die Wirtschaftswissenschaftliche Fakultät
und die Unterstützung des 600-jährigen Universitätsjubiläums wurde verliehen an:
Christoph Oswald alleiniger Vorstand der Wüstenrot Holding AG Ludwigsburg 04.06.2009
Ehrenpromotionen
Durch die Fakultäten der Universität Leipzig wurden im Jahr 2009 folgende Ehrenpromotionen verliehen:
Theologische Fakultät
Prof. Dr. theol. h. c. Heinz-Werner Zimmermann 15.06.2009
Prof. Dr. theol. Dr. theol. h. c. Peter Cornehl 28.10.2009
Philologische Fakultät
Prof. Dr. Dr. h. c. Dr. phil. h. c. Gerhard Schulz
Veterinärmedizinische Fakultät
30.06.2009
Prof. Dr. med. vet. habil Dr. med. vet. h.c. Hans Schleiter 03.07.2009
Prof. em. Dr. med. vet. Dr. med. vet. h. c. Erhard Franz Kaleta 04.12.2009
Leipziger Universitätsmedaille
Die Leipziger Universitätsmedaille wurde verliehen an:
Dr. Volker Messtorff-Lebius ehemaliger Ministerialrat im Sächsischen Staatsministerium für Wissen­
schaft und Kunst 02.12.2008
Prof. Dr. Gerhardt Wolff ehemaliger Vorsitzender des Vorstandes der Vereinigung von Förderern und
Freunden der Universität Leipzig 02.12.2008
Ehrungen für Mitglieder und Angehörige der Universität Leipzig
DAAD-Preis für hervorragende Leistungen ausländischer Studierender
verliehen durch den Deutschen Akademischen Austauschdienst
John Njenga Karugia
Walid Abd el Gawad
Fakultät für Geschichte, Kunst- und Orientwissenschaften
Fakultät für Geschichte, Kunst- und Orientwissenschaften
15.10.2008
14.10.2009
Wolfgang-Natonek-Preis
verliehen durch die Vereinigung von Förderern und Freunden der Universität Leipzig e. V.
Karola Kunkel Studierende an der Erziehungswissenschaftlichen Fakultät 15.10.2008
Gunther Hempel Studierender an der Medizinischen Fakultät 15.10.2008
Gerald Eisenblätter Studierender an der Fakultät für Chemie und Mineralogie 14.10.2009
Thomas Seifert Studierender an der Fakultät für Geschichte, Kunst- und Orientwissenschaften
14.10.2009
Theodor-Litt-Preis
verliehen durch die Vereinigung von Förderern und Freunden der Universität Leipzig e. V.
Prof. Dr. Boris Egloff Fakultät für Biowissenschaften, Pharmazie und Psychologie
Prof. Dr. Markus Kotzur, LL.M. Juristenfakultät 15.10.2008
Prof. Dr. Thomas Lenk Wirtschaftswissenschaftliche Fakultät 14.10.2009
15.10.2008
152
Jahresbericht 2009
Meinel-Preis 2008
verliehen durch die Sportwissenschaftliche Fakultät
Karen Hoffmann
Sportwissenschaftliche Fakultät
02.12.2008
Arthur Hantzsch-Preis
verliehen durch den Förderkreis der Fakultät für Chemie und Mineralogie
Sarah Wallrodt, Michael von Domaros, Pascal Fricke
Chemie und Mineralogie 02.12.2008
Studierende an der Fakultät für
Ernst-Beckmann-Preis
verliehen durch den Förderkreis der Fakultät für Chemie und Mineralogie
Angelika Stenzel, Alexander Roth
Studierende an der Fakultät für Chemie und Mineralogie
02.12.2008
Hermann-Kolbe-Preis
verliehen durch den Förderkreis der Fakultät für Chemie und Mineralogie
René Frank
Studierender an der Fakultät für Chemie und Mineralogie
02.12.2008
Lilly Quality of Life Award 2008
verliehen durch die Lilly Deutschland GmbH
Dr. Susanne Singer
Medizinische Fakultät
11.12.2008
Günter-Thiele-Preis
verliehen durch die Stiftung zur Förderung der PR-Wissenschaft an der Universität Leipzig
Annekathrin Buhl, Matthias Bartmann
­Philosophie 15.01.2009
Studierende an der Fakultät für Sozialwissenschaften und
Hufeland-Preis 2008
verliehen durch die Deutsche Ärzteversicherung AG
Dr. Claudia Walther, PD Dr. Volker Adams
Herzzentrum Leipzig GmbH/ Universitätsklinik
04.03.2009
Leipziger Wissenschaftspreis 2009
verliehen durch die Stadt Leipzig, die Universität Leipzig und die Sächsische Akademie der Wissenschaften zu Leipzig
Prof. Dr. Frank Zöllner
Fakultät für Geschichte, Kunst und Orientwissenschaften
17.04.2009
Friedrich-Weller-Preis 2009
verliehen durch die Sächsische Akademie der Wissenschaften zu Leipzig und die Universität Leipzig
Dr. Olaf Czaja
Fakultät für Geschichte, Kunst- und Orientwissenschaften
17.04.2009
Theodor-Frings-Preis 2009
verliehen durch die Sächsische Akademie der Wissenschaften zu Leipzig und die Universität Leipzig
Dr. Brigitte Bulitta Sächsische Akademie der Wissenschaften zu Leipzig, Arbeitsstellenleiterin
Altdeutsches Wörterbuch 17.04.2009
Paul-Martini-Preis
verliehen durch die Deutsche Gesellschaft für Innere Medizin
Dr. Christoph Engel
Medizinische Fakultät
20.04.2009
Zahlen – Daten – Fakten
153
John G. Diefenbaker-Preis 2009
verliehen durch Canada Council for the Arts
PD Dr. Silke Horstkotte
Philologische Fakultät
06.05.2009
Heinz Maier-Leibnitz-Preis
verliehen durch die Deutsche Forschungsgemeinschaft
Dr. André Bornemann
Fakultät für Physik und Geowissenschaften
04.06.2009
Special Commendation-Preis
verliehen durch die RIAS Berlin-Kommission
Radio mephisto 97.6 vertreten durch Prof. Dr. Rüdiger Steinmetz und Dr. Christoph Peters,
Fakultät für Sozialwissenschaften und Philosophie 07.06.2009
Orden al Mérito Docente y Cultural Gabriela Mistral
verliehen durch das Chilenische Ministerium für Bildung
Prof. Dr. Alfonso de Toro
Philologische Fakultät
15.06.2009
Ackerknecht-Preis
verliehen durch die Veterinärmedizinische Fakultät
Dr. Anke Hoffmann
Veterinärmedizinische Fakultät
03.07.2009
Literaturpreis des Fonds der Chemischen Industrie
verliehen durch den Verband der Chemischen Industrie (VCI)
Prof. Dr. Stefan Berger, Prof. Dr. Dieter Sicker
Fakultät für Chemie und Mineralogie
25.09.2009
Max-Bergmann-Medaille
verliehen durch den Max-Bergmann-Kreis
Prof. Dr. Annette G. Beck-Sickinger
06.10.2009
Fakultät für Biowissenschaften, Pharmazie und Psychologie
Förderpreis der Akademie für Tiergesundheit
verliehen durch die Akademie für Tiergesundheit
PD Dr. Johannes Kauffold
Veterinärmedizinische Fakultät
23.10.2009
Chevalier des Arts et des Lettres de la République française
verliehen durch das französische Kultusministerium
Prof. Dr. Ulrich Johannes Schneider
Universitätsbibliothek/Frankreich-Zentrum
29.10.2009
Darwin-Plakette
verliehen durch die Deutsche Akademie der Naturforscher Leopoldina –
Nationale Akademie der Wissenschaften
Prof. Dr. Svante Pääbo Honorarprofessor an der Fakultät für Biowissenschaften, Pharmazie und
Psychologie Direktor am Max-Planck-Institut für evolutionäre Anthropologie 25.11.2009
154
Jahresbericht 2009
Organe und Gremien
Konzil1
Das Konzil bestand im Zeitraum 01.10. – 31.12.2008 aus 221 Mitgliedern (114 Hochschullehrer,
43 akademische Mitarbeiter, 38 Studierende, 26 sonstige hauptberufliche Mitarbeiter).
Mit Inkrafttreten des Sächsischen Hochschulgesetzes am 01.01.2009 wurde das Konzil
lt. § 114 Abs. 4 aufgelöst.
Kuratorium1
Dem Kuratorium gehörten folgende Mitglieder an:
Vorsitzender
Prof. Dr. Franz Hofmann
Technische Universität München
Direktor des Instituts für Pharmakologie und Toxikologie
Dr. Bernd W. Voss
Prof. Dr. Hartmut Zwahr
Mitglied des Aufsichtsrats der Dresdner Bank AG
ehemals Universität Leipzig, Historisches Seminar
Peter Claussen
Dr. Klaus-Ewald Holst
Prof. Dr. Anne-Barbara Ischinger
Burkhard Jung
Prof. Dr. Dr. Alfons Labisch
Ulrich Frank-Planitz
Moritz Müller-Wirth
Werkleiter BMW AG, Werk Leipzig
Vorstandsvorsitzender der Verbundnetz Gas AG
Director for Education der OECD
Oberbürgermeister der Stadt Leipzig
Rektor der Heinrich-Heine-Universität Düsseldorf
Kurator der DVA-Stiftung
Geschäftsführender Redakteur der Wochenzeitung „Die Zeit“
Prof. em. Dr. Dr. h. c. Kurt Kochsiek
Bayerische Julius-Maximilian-Universität Würzburg,
Medizinische Universitätsklinik
Stellvertretende Vorsitzende
Mitglieder
Ständiger Gast
Mit Inkrafttreten des Sächsischen Hochschulgesetzes am 01.01.2009 wurde das Kuratorium lt. § 114 Abs. 4
aufgelöst.
1
bis 31.12.2008
Zahlen – Daten – Fakten
155
Senat
Von Oktober 2008 bis März 2009 setzte sich der Akademische Senat aus folgenden Mitgliedern zusammen:
Rektor
Prof. Dr. Franz Häuser
Prorektoren1
Prof. Dr. Wolfgang Fach
Prof. Dr. Martin Schlegel
Prof. Dr. Robert Holländer
Kanzler1
Prorektor für Lehre und Studium
Prorektor für Forschung und wissenschaftlichen Nachwuchs
Prorektor für strukturelle Entwicklung
Dr. Frank Nolden
Dekane
Prof. Dr. Jens Herzer
Prof. Dr. Christian Berger
Prof. Adam Jones, PhD
Prof. Dr. Wolfgang Lörscher
Prof. Dr. Harald Marx
Prof. Dr. Hans-Jörg Stiehler
Prof. Dipl.-Ing. Johannes Ringel
Prof. Dr. Jürgen Krug
Prof. Dr. Joachim Thiery
Prof. Dr. Wolfgang König
Prof. Dr. Matthias Müller
Prof. Dr. Jürgen Haase
Prof. Dr. Harald Krautscheid
Prof. Dr. Arwid Daugschies
Theologische Fakultät
Juristenfakultät
Fakultät für Geschichte, Kunst- und Orientwissenschaften
Philologische Fakultät
Erziehungswissenschaftliche Fakultät
Fakultät für Sozialwissenschaften und Philosophie
Wirtschaftswissenschaftliche Fakultät
Sportwissenschaftliche Fakultät
Medizinische Fakultät
Fakultät für Mathematik und Informatik
Fakultät für Biowissenschaften, Pharmazie und Psychologie
Fakultät für Physik und Geowissenschaften
Fakultät für Chemie und Mineralogie
Veterinärmedizinische Fakultät
Prof. Dr. Elmar Brähler
Prof. Dr. Josef Alfons Käs
Prof. Dr. Harald Morgner
Medizinische Fakultät
Fakultät für Physik und Geowissenschaften
Fakultät für Chemie und Mineralogie
Dr. Martina Emsel
Dr. Alexandra Franz
PD Dr. Marlis Grunow
PD Dr. Thomas Kater
Dr. Roxana Kath
Prof. Dr. Nikolaos Psarros
Till Sachadae
Philologische Fakultät
Fakultät für Chemie und Mineralogie
Fakultät für Biowissenschaften, Pharmazie und Psychologie
Fakultät für Sozialwissenschaften und Philosophie
Fakultät für Geschichte, Kunst- und Orientwissenschaften
Fakultät für Sozialwissenschaften und Philosophie
Juristenfakultät
Gerald Eisenblätter
Daniel Fochtmann
Christian Häntschel
Karoline Kley
Tobias Schoel
Georg Teichert
Marcel Wodniock
Fakultät für Chemie und Mineralogie
Fakultät für Sozialwissenschaften und Philosophie
Juristenfakultät
Medizinische Fakultät
Fakultät für Mathematik und Informatik
Fakultät für Geschichte, Kunst- und Orientwissenschaften
Juristenfakultät
Hochschullehrer
Akademische Mitarbeiter
Studierende
1
kein Stimmrecht
156
Jahresbericht 2009
Sonstige hauptberufliche Mitarbeiter
Charlotte Bauer
Anke Hartmann
Dr. Olaf Hirschfeld
Gleichstellungsbeauftragte1
Universitätsbibliothek
Veterinärmedizinische Fakultät
Innenrevision
Dr. Monika Benedix
Ständiger Gast
Tobias D. Höhn
Leiter der Pressestelle
Vorläufiger Senat
Nach § 114 Abs. 5 SächsHSG ist ein Vorläufiger Senat gebildet worden, der die nachfolgenden Mitglieder
hat. Die Nachwahl der Vertreter der Gruppe der Hochschullehrer hat am 17./18. März 2009 stattgefunden.
Der bisherige Senat wurde mit der Konstituierung des Vorläufigen Senats am 7. April 2009 aufgelöst.
Stimmberechtigte Mitglieder
Hochschullehrer
Prof. Dr. Christian Berger
Prof. Dr. Elmar Brähler
Prof. Dr. Arwid Daugschies
Prof. Dr. Jürgen Haase
Prof. Dr. Gerhard Heyer
Prof. Adam Jones, PhD
Prof. Dr. Josef Alfons Käs
Prof. Dr. Wieland Kiess
Prof. Dr. Wolfgang König (bis 06.10.09)
Prof. Dr. Harald Krautscheid
Prof. Dr. Wolfgang Lörscher
Prof. Dr. Harald Marx (ab 07.10.09)
Prof. Dr. Harald Morgner
Prof. Dr. Matthias Müller
Prof. Dipl.-Ing. Johannes Ringel
Prof. Dr. Charlotte Schubert
Prof. Dr. Pirmin Stekeler-Weithofer
Prof. Dr. Hans-Jörg Stiehler
Prof. Dr. Joachim Thiery
Dekan der Juristenfakultät
Medizinische Fakultät
Dekan der Veterinärmedizinischen Fakultät
Dekan der Fakultät für Physik und Geowissenschaften
Fakultät für Mathematik und Informatik
Dekan der Fakultät für Geschichte, Kunst- und Orientwiss.
Fakultät für Physik und Geowissenschaften
Medizinische Fakultät
Dekan der Fakultät für Mathematik und Informatik
Dekan der Fakultät für Chemie und Mineralogie
Dekan der Philologischen Fakultät
Dekan der Erziehungswissenschaftlichen Fakultät
Fakultät für Chemie und Mineralogie
Dekan der Fakultät für Biowiss., Pharmazie und Psychologie
Dekan der Wirtschaftswissenschaftlichen Fakultät
Fakultät für Geschichte, Kunst- und Orientwissenschaften
Fakultät für Sozialwissenschaften und Philosophie
Dekan der Fakultät für Sozialwissenschaften und Philosophie
Dekan der Medizinischen Fakultät
Dr. Martina Emsel
Dr. Alexandra Franz
PD Dr. Marlis Grunow
PD Dr. Thomas Kater
Dr. Roxana Kath
Prof. Dr. Nikolaos Psarros (bis 31.10.09)
Dr. Gisa Bauer (ab 01.11.09)
Till Sachadae
Philologische Fakultät
Fakultät für Chemie und Mineralogie
Fakultät für Biowissenschaften, Pharmazie und Psychologie
Fakultät für Sozialwissenschaften und Philosophie
Fakultät für Geschichte, Kunst- und Orientwissenschaften
Fakultät für Sozialwissenschaften und Philosophie
Theologische Fakultät
Juristenfakultät
Akademische Mitarbeiter
1
kein Stimmrecht
Zahlen – Daten – Fakten
Studierende
157
Gerald Eisenblätter
Daniel Fochtmann
Christian Häntschel
Karoline Kley
Tobias Schoel (bis 30.06.09)
Stefanie Thomas (ab 01.07.09)
Georg Teichert
Marcel Wodniock
Fakultät für Chemie und Mineralogie
Fakultät für Sozialwissenschaften und Philosophie
Juristenfakultät
Medizinische Fakultät
Fakultät für Mathematik und Informatik
Fakultät für Biowissenschaften, Pharmazie und Psychologie
Fakultät für Geschichte, Kunst- und Orientwissenschaften
Juristenfakultät
Charlotte Bauer
Anke Hartmann
Dr. Olaf Hirschfeld
Universitätsbibliothek
Veterinärmedizinische Fakultät
Innenrevision
Sonstige hauptberufliche Mitarbeiter
Beratende Mitglieder
Rektorat
Prof. Dr. Franz Häuser
Prof. Dr. Wolfgang Fach
Prof. Dr. Martin Schlegel
Prof. Dr. Robert Holländer
Dr. Frank Nolden
Rektor
Prorektor für Lehre und Studium
Prorektor für Forschung und wissenschaftlichen Nachwuchs
Prorektor für strukturelle Entwicklung
Kanzler
Prof. Dr. Jens Herzer
Prof. Dr. Harald Marx (bis 06.10.09)
Prof. Dr. Jürgen Krug
Prof. Dr. Gerik Scheuermann (ab 26.10.09)
Theologische Fakultät
Erziehungswissenschaftliche Fakultät
Sportwissenschaftliche Fakultät
Fakultät für Mathematik und Informatik
Dekane
Gleichstellungsbeauftragte
Dr. Monika Benedix
Ständiger Gast
Tobias D. Höhn (bis 13.12.09)
Dr. Manuela Rutsatz (ab 14.12.09)
Leiter der Pressestelle
Leiterin der Pressestelle
158
Jahresbericht 2009
Haushalt
Haushalt Hochschulbereich
Ausgewählte Positionen aus den Haushalten der Jahre 2008 (Ist) und 2009 (Soll)
Ausgaben/Einnahmen
Ist 2008
in T�
Anteil am
Gesamthaushalt in %
Soll 2009
in T�
Anteil am
Gesamthaushalt in %
Personalausgaben
111.020,0
75,76
114.999,0
81,35
Sachausgaben
29.500,8
20,13
22.610,6
15,99
455,5
0,31
10,0
0,01
Sonstige Sachinvestitionen
5.562,6
3,80
3.743,1
2,65
Gesamtausgaben
146.538,9
100,00
141.362,7
100,0
-1.146,1
0,78
-679,3
0,48
145.392,8
99,22
140.683,4
99,52
Zuweisungen und Zuschüsse (ohne Investitionen)
abzüglich Einnahmen (ohne Drittmittel)
Landeszuschuss (konsumtiv)
Haushalt Medizinische Fakultät
Ausgewählte Positionen aus den Haushalten der Jahre 2008 (Ist) und 2009 (Soll)
Ausgaben/Einnahmen
Ist 20081
in T�
Anteil am
Gesamthaushalt in %
Soll 20091
in T�
Anteil am
Gesamthaushalt in %
Personalausgaben
37.978
63,83
39.244
68,98
Sachausgaben2
21.521
36,17
17.645
31,02
Gesamtausgaben (ohne Drittmittel)
59.499
100,00
56.889
100,00
abzüglich Einnahmen (ohne Drittmittel)
-6.230
10,47
-4.222
7,42
Landeszuschuss (konsumtiv)
48.338
81,24
47.669
83,79
Anteil vom Landeszuschuss Universitätsklinikum
5.000
8,40
5.000
8,79
Investitionszuschuss vom Land
2.910
–
2.910
–
1
2
Stand: 31.05.2009
ohne Abschreibungen
Zahlen – Daten – Fakten
159
Baumaßnahmen und
Investitionen
Baumaßnahmen 2009
Gesamtbaukosten in T�
Campus Augustusplatz
1. Bauabschnitt Neubau Zentralmensa
34.000
2. Bauabschnitt Umbau und Modernisierung Hörsaalgebäude mit Teilbibliothek Augustusplatz
51.000
3. Bauabschnitt Neubau Institutsgebäude Wirtschaftswissenschaftliche Fakultät
16.200
4. Bauabschnitt Ersatzneubau Hauptgebäude, Großer Hörsaal und Paulineraula
55.000
5. Bauabschnitt Grundsanierung und Modernisierung Seminargebäude
19.000
175.200
Gesamt
Gesamtbaukosten in T�
Weitere Großbaumaßnahmen
Fakultät für Biowissenschaften, Pharmazie und Psychologie, Neubau Sonderlabore, Stephanstraße 15
6.500
Umbau und Modernisierung Krochhaus, Goethestraße 2
4.912
Umbau und Sanierung Technikum Analytikum, Linnéstraße 3
17.002
28.414
Gesamt
Laufende Großbaumaßnahmen Medizinische Fakultät
Umbau des Gebäudes der ehemaligen Hautklinik Stephanstraße 11 zum Zentralen Forschungsgebäude der Medizinischen Fakultät
Sanierung und Umbau des A-Flügels der ehem. Frauenklinik
Unterbringung des Lehrstuhls Gesundheitsökonomie im A-Flügel der ehem. Frauenklinik (aus KJP II )
Umbau und Modernisierung des Institutsgebäudes Liebigstraße 27 zum Studienzentrum der Medizinischen Fakultät
davon im Jahr 2009: 3.816 Mio. � für Unterbringung Lehrstuhl Physiologie I und 0,3 Mio. � Modernisierung Praktikumsräume der Zahnmedizin
Aufbau der Probenbank für Biomaterialien als Bestandteil der Landesexzellenzinitiative LIFE (aus KJP II)
1
Konjunkturprogramm II der Bundesregierung
56.778
4.905
1
Gesamt
Gesamtbaukosten in T�
1.600
26.770
1.800
91.853
160
Jahresbericht 2009
Großgerätebeschaffung Hochschulbereich 2009
Einrichtung
Gerät
Kosten in �
Großgeräte im Rahmen des Programms „Großgeräte der Länder“ (nach Artikel 143 c Grundgesetz)
Philologische Fakultät
CIP1-Pool
151.885
Universitätsrechenzentrum
Ausbau der Kommunikationsinfrastruktur 1. Stufe
783.999
Zwischensumme
935.884
Großgeräte im Rahmen des DFG-Programms „Forschungsgroßgeräte“ (nach Artikel 91 b Grundgesetz)
Fakultät für Biowissenschaften, Pharmazie und Psychologie
Durchflusscytometer mit Sortiereinrichtung (Kosten: 398.650 �)
Fluoreszenzimager
Fakultät für Physik und Geowissenschaften
202.460
Impuls-EPR 2-Spektrometer (Kosten: 358.762 �)
Schlusszahlung: 179.381
Mask Aligner (Kosten: 260.979 �)
Schlusszahlung: 130.489
AFM3-Rastersondenmikroskop
Fakultät für Chemie und Mineralogie
Schlusszahlung: 196.350
256.171
NMR4-Spektrometer mit variablem Magnetfeld
Anzahlung: 238.133
Isotopenmassenspektrometer MAT 253
Anzahlung: 229.968
SQUID5-Magnetometer (Kosten: 343.434 �)
Schlusszahlung: 171.717
Zeitauflösendes Rasterelektronenmikroskop
Anzahlung: 104.839
Höchstauflösendes Photoelektronenspektrometer
Veterinärmedizinische Fakultät
MALDI-TOF6-Massenspektrometer
Biotechnologisch-Biomedizinisches Zentrum
Rechnercluster
Zwischensumme
Anzahlung: 4.231
Schlusszahlung: 102.286
Anzahlung: 495.989
2.312.014
Großgeräte im Rahmen des Konjunkturprogramms II der Bundesregierung
Institut für Informatik
Universitätsbibliothek
CIP-Pool Techn. Informatik
120.000
CIP-Pool Upgrade
137.348
WAP (Vernetzte Arbeitsplatzrechner für Wissenschaftler)
175.000
WAP (Vernetzte Arbeitsplatzrechner für Wissenschaftler)
90.998
Zwischensumme
Gesamt
1
2
3
4
5
6
CIP: Computer-Investitions-Programm
EPR: Elektronen Paramagnetische Resonanz
AFM: Atomic Force Microscope
NRM: Nuclear Magnetic Resonance
SQUID: Superconducting Quantum Interference Device
MALDI-TOF: Matrix-Assisted-Laser-Desorption/Ionization – Time-Of-Flight-Mass-Spectrometry
523.346
3.771.244
Zahlen – Daten – Fakten
161
Großgerätebeschaffung Medizinische Fakultät 2009
Einrichtung
Gerät
Kosten in �
Großgeräte im Rahmen des Konjunkturprogramms II der Bundesregierung
Medizinische Fakultät
Gesamt
1
NGS: Next Generation Sequencing
Hochdurchsatzsequenziergerät NGS1 für DNA-Sequenzierung
und Transkriptomanalysen
800.000
Einsatz von Kommunikations- und Medientechnik in der Lehre –
E-Learning
200.000
1.000.000
162
Jahresbericht 2009
In memoriam
Die Universität Leipzig trauert um ihre verstorbenen Mitglieder:
Dr. Beate Biehl
geb. 27.04.1957 gest. 21.09.2009
Philologische Fakultät
Dekanat
Prof. Dr. Otto Dobslaff
geb. 14.06.1945 gest. 01.08.2009
Erziehungswissenschaftliche
Fakultät
Institut für Förderpädagogik
Dr. Karlheinz Haubold
geb. 12.04.1947 gest. 14.02.2009
Fakultät für Mathematik und
Informatik
Mathematisches Institut
seit 1993 Geschäftsführer der
Vereinigung von Förderern und
Freunden der Universität
Leipzig e. V.
Synöve Hausmann
geb. 09.03.1950 gest. 12.06.2009
Dezernat Akademische
Verwaltung
Dr. Jens-Peer Kuska
geb. 11.09.1963 gest. 01.07.2009
Medizinische Fakultät
Interdisziplinäres Zentrum für
Bioinformatik
Prof. Dr. Fritz Rupert Ungemach
geb. 06.02.1947 gest. 20.12.2009
Veterinärmedizinische Fakultät
Institut für Pharmakologie,
Pharmazie und Toxikologie
Prof. Dr. Wolfgang Mutzeck
geb. 25.06.1946 gest. 01.01.2009
Erziehungswissenschaftliche
Fakultät
Institut für Förderpädagogik
Dr. Olaf Zschörnig
geb. 10.12.1958 gest. 26.02.2009
Medizinische Fakultät
Institut für Medizinische Physik
und Biophysik
Falk Otto
geb. 06.03.1982 gest. 31.03.2009
Studiengang Medizin
Timm-Christian Riese
geb. 01.09.1977 gest. 05.08.2009
Promotionsstudent Namenkunde
Prof. Dr. Reinhold Schwarz
geb. 10.05.1946 gest. 20.11.2008
Medizinische Fakultät
Selbstständige Abteilung
Sozialmedizin
Mit Bestürzung erfuhr die Universi­
tät vom tödlichen Arbeitsunfall des
30-jährigen Bauarbeiters Markus
Geidel am 4. Februar 2009 auf
der Baustelle Campus Augustus­
platz und drückte der Familie ihre
tiefe Anteilnahme aus.
Die Ehrenbürgerin der Universität Leipzig
Professor Dr. Renate Drucker (geb. 11.07.1917)
ist am 23. Oktober 2009 nach kurzer schwerer Krankheit verstorben.
Frau Professor Renate Drucker hat sich in herausragender Weise um die Anliegen
der Universität verdient gemacht. Von 1959 bis 1977 leitete sie ­das Universitäts­
archiv und entwickelte es zu einem modernen Zentralarchiv. Ihre wissenschaft­
lichen Verdienste auf dem Gebiet der lateinischen Sprache und der Historischen
Hilfswissenschaften spiegeln sich in zahlreichen Ehrungen und Auszeichnungen.
Sie war Gründungsvorsitzende und bis zuletzt aktives Vorstandsmitglied der
Ephraim Carlebach Stiftung. Die Universität ist dem Wirken ihrer Ehrenbürgerin
zutiefst verpflichtet.
Zahlen – Daten –Register
Fakten
Register
Abenteuer FernOst 61
Absolventen 139
Ägyptisches Museum/Ägyptologisches Institut 112
Alumni 93ff.
Alumni international 71f.
Alumni-Treffen 93ff.
Auditorium Maximum 14
Aufbaustudiengang Toxikologie und Umweltschutz 67
Augusteum, Neues 12,14
Ausländische Studierende 136
Außerplanmäßige Professuren 149
Bachelorstudiengänge 57
Baumaßnahmen 16f., 159
Baumprojekt 83
Bauvorhaben 12
Berufungen 147ff.
Berufungen nach auswärts 150
Bewegungstechniken 45
Bibliotheca Albertina, Ausstellungsraum 18
Biotechnica 2009 50
Bologna-Prozess 54f.
Boysen, Karl 18
Buchmesse-Akademie 81
BuildMona 36
Bundesministerium für Bildung
und Forschung BMBF 38ff.
campus 2009 92
Campus Augustusplatz 12ff.
Campus Jahnallee 18
Campus-Bibliothek 14
Campus-Rundgänge 16
CeBIT 51
Centre for Area Studies 40
CeSam 49
Chronik 2009 123ff.
Codex Sinaiticus 113
DAAD-Preis 129, 151
Deutsche Forschungsgemeinschaft DFG 35ff.
DFG, Jahresversammlung 97
Dies academicus 15, 107
Drittmittel 142f.
Ehrenpromotionen 151
Ehrensenator 151
Ehrungen 151ff.
Einführungswoche für Neuimmatrikulierte 63
EMBEDDED WORLD 51
Enceladus 41
Entwicklung Universität 9ff.
ERASMUS 69ff.
ERASMUS MUNDUS 71
Eröffnungskonzert 84f.
Exzellenzinitiative des Bundes und der Länder 7, 10
Familienfreundliche Universität 22f.
Fernstudium 140
Festakt im Paulinum 106ff.
Festkonzert-Reihe 124
Fleming, Paul 2f.
Förderer und Sponsoren 82
Fördermittel 35ff.
ForMAT 47
Forschergruppen 35
Forschung 24ff., 142f.
Forschung in Diskussion 26f.
Forschung konkret 41ff.
Forschungsförderung 35ff.
Forschungsförderung durch das BMBF 38ff.
Forschungsförderung durch die DFG 35ff.
Forschungsförderung durch die EU 37
Frauenanteil 146
Friedliche Revolution, 20. Jahrestag 102ff.
Fulbright-Kommission 72
Gastprofessuren 149
Gebärmutterhalskrebs 41
Gebäudekomplex Philipp-Rosenthal-Straße 18
Gedenkmedaille 99
Gedenkmünze 98
GO-Bio 47
Graduiertenkollegs 26, 34, 36f.
Graduiertenschule BuildMoNa 36
Gremien 154ff.
Großgeräte 19, 160f.
Habilitationen 143
Haushalt 158
Hochschuldidaktisches Zentrum Sachsen 58
Hochschulrektorenkonferenz 104f.
Honorarprofessuren 148
Hörsaalgebäude 12ff.
IggmiBucket 51
Industrie- und Handelskammer zu Leipzig IHK 48
In memoriam 162
Institut für Anatomie 112
Institutsgebäude Grimmaische Straße 12
Integriertes Forschungs- und Behandlungszentrum IFB
AdipositasErkrankungen 38f.
Interdisziplinäres Zentrum für
Computergestützte Chirurgie ICCAS 39
Internationale Studentische Woche 126
Internationale Zusammenarbeit 69ff.
Internetauftritt Universität Leipzig 21
Investitionen 19, 159ff.
Jahrgericht zu Hohenheida 96
Jubiläumsausstellung „Erleuchtung der Welt“ 100f.
Jubiläumsbeirat 78
163
164
Jahresbericht 2009
Kängurus in Australien 43
Kanzlertagung 2009 101
Kinderuniversität KUNI 116
Klinik für Vögel und Reptilien 16
Konfuzius-Institut 73
Konzil 154
Kuratorium 154
Kustodie 80
Lauf Prag – Leipzig 91
Lehramtsstudiengänge 57
Leibniz-Professur 150
Leipziger Forschungsforum 28
Leipziger Universitätsmedaille 151
Leipziger Universitätsmusik 111
Leitkongresse 86ff.
LIFE-Biobank 33
LoBuFleet 51
Masterstudiengänge 57
medibiz 49
Mensa am Park 12f.
Mineralogisch-petrographische Sammlung 114
Mokis-Studie 45
Moleskine Notebook 80
Mongolei, Alumni 71
Museum für Musikinstrumente 112
Nanoporöse Glasformkörper 42
Neubau Sonderlabore Biowissenschaften 16
Neues Augusteum 12, 14
Obama, Auma 123
OntoWiki 40
Organe und Gremien 154ff.
Organigramm Universität Leipzig 132f.
Pack Dein Studium 60f.
PANDA 73
Paulinum 12ff., 106ff.
Personalia 144ff.
Picador-Professur 150
Politische Haft in der DDR 43
Prager Botschaft 72
Profilbildende Forschungsbereiche 29ff.
Promotionen 143
Psychologie, Leipziger 46
Rektorat 131
Rektor-Dinner 107
Research Academy Leipzig (RAL) 34
Riemann, Hugo 112
Ringvorlesungen 68
Ruhestand, Eintritt 150
Schwerbehinderte 146
Selbst-Management Initiative
LEipzig Lernt Gründen (SMILE) 49f.
Seminargebäude 12
Senat 155ff.
Seniorenkolleg 65f.
Shanghai-Ranking 28
Shoomp 51
SmartRunner 51
SMILE 49f.
Sonderbriefmarke 98
Sonderforschungsbereiche 35
Sonntagsgespräch 115
Sorabistik 58
Städtische Beiträge zum Jubiläum 119
Stammzellentransplantation 46
Statistik 135ff.
Stellenpläne 144f.
Stiftungsprofessuren 40, 148
Straßenbahn, Jubiläums- 83
Struktur in Diskussion 10
Studenten Service Zentrum (SSZ) 62
Studentische Projekte zum Jubiläum 117f.
Studienanfänger 59, 138
Studienberatung 60ff.
Studiengänge 56
Studiengänge, internationale 71
Studieninformationstag 63
Studienreform 6, 58
Studienzentrum Medizinische Fakultät 17
Studierende 59, 136ff.
Studierendenmobilität 140
Studierendenzahlen 59, 136ff.
Studium 52ff., 136ff.
Studium in Diskussion 54f.
Studium universale 68
Tag der Architektur 16
Tag der offenen Baustelle 15
Tag der offenen Tür 62
Theodor-Litt-Preis 151
Thrombolyse beim Schlaganfall 46
Translationszentrum für Regenerative Medizin (TRM) 39
Übergewicht 38f.
Umweltassoziierte Gesundheitsrisiken 43f.
Uniradio mephisto 97.6 13
Universitätsbibliothek 112ff.
Universitätschor 80, 85f., 111
Universitätsfest 109
Universitätsgeschichte 74f.
Universitätsjubiläum 2009 6, 76ff.
Universitätsmedaille, Leipziger 151
Universitätsorchester 85, 111
Universitätspartnerschaften 73, 141
Veranstaltungen an Fakultäten und Einrichtungen 110ff.
Versetzung an die Universität Leipzig 150
Verwertungsoffensive des BMWi 48
Vietnam, Alumni 72
Vitaminpräparate 44
Weiterbildung 65ff., 140
Wirtschaft 47ff.
Wirtschaftskriminalität 45
Wissenschaftlermobilität 140
Wolfgang-Natonek-Preis 151
Zahlen – Daten – Fakten 135ff.
Zentrale Studienberatung 64
Zentrales Innovationsprogramm Mittelstand (ZIM) 48
Zins- und Schuldenmanagement 42
Zahlen – Daten – Fakten
165
Bildnachweis
Autor/Bildquelle
Seite
Bigl, Benjamin
36
Eisele, Jörg Florian
6, 10, 12, 13 oben, 14 oben, 15 unten
Flad, Stephan
16 Marginalfoto unten, 93, 107 unten, 116 oben
Floss, Stephan (im Auftrag des SMWK)
60 unten
fotolia
28, 29 unten, 31, 38 unten, 39 oben, 43 rechts, 44
Franke, Ehrhard (Paul-Fleming-Verein Hartenstein e. V.)
3
Glück, Anne
119
Grubitzsch, Waltraud
55
Heinz, Volkmar
106, 109
Jaros, Sven
83 Marginalfotos rechts
Jungnickel, Anja
92 Marginalfotos links
Kononova, Mila
102 oben
Kühne, Armin
65
Langer, Pavla
95
Möllenkamp, Andreas
81 Marginalfoto rechts oben
Mothes, Gert
111 oben
Rau, Ulrike
96
Schulze, Tom
84, 85, 98, 100 Marginalfoto links
Töpfer, Susanne; Pochert, Martin
112 links oben
Tröschel, Kornelia
15 oben u. Marginalfoto rechts
Wendt, Andreas
91 oben
Woitas, Jan
107 oben, 108, 122/123
Zeyen, Wolfgang
13 unten
Alle anderen Fotos wurden freundlicherweise von Einrichtungen der Universität Leipzig, dem Universitätsklinikum und Privatpersonen zur
Verfügung gestellt. Die Universität dankt allen, die privates Fotomaterial freigegeben haben.
Impressum
Herausgeber
Der Rektor der Universität Leipzig
Redaktion
Dr. Ulrike Pondorf, Dezernat für Öffentlichkeitsarbeit und Forschungsförderung
Berichtszeitraum
01.10.2008 – 31.12.2009
Redaktionsschluss
30.04.2010
Gestaltung und Satz wpunktw kommunikation + werbung GmbH, leipzig
www.uni-leipzig.de
ISBN: 978-3-941152-13-7
Christoph Pfautz 1704
Johann Schmid 1704
Johann Burckhardt Mencke 1707
Lüder Mencke 1711
Schmid 1714
Johann Burckhardt Mencke 1715
Johann Friedrich May 1752
Crusius 1755
Ludovici 1765
Adolph Caesar 1807
Carl Wieland 1810
Johann August Heinrich Tittmann 1814
Pfordten 1845
1864
Karl von Gerber 1865
1873
Gustav Adolf Ludwig Baur 1874
1895
Emil Friedberg 1896
1904
Gerhard Wolfgang Seeliger 1905
Otto Mayer 1913
Hans Held 1922
Helmut Berve 1940
Georg Müller 1964
Ernst Karl Wieland 1814
Ernst Werner 1968
Christian Daniel Bec
Friedrich Bülau 1849
Rudolf Leu
Wilhelm Kirchner 1899
Carl Chun 1907
Karl Bind
Wilhelm Stieda 1916
Rudolf Ki
Hermann Baum 1930
Bernhard Schweitzer 1945
Gerhard Winkler 1969
Friedrich Z
Carl Thiersch 1876
Heinrich Curschmann 1906
Adolf von Strümpell 1915
Friedric
Wilhelm Gottlieb Hankel 186
Albert Hauck 1898
Georg Steindorff 1923
Friedrich A
Benno Brückner 1868
Johannes Overbeck 1875
C
Johann A
Georg Benedict Winer 1841
Wilhelm Roscher 1860
Wolfgang Wilmanns 1943
Johann
Christian Daniel B
Heinrich Gottlieb Tzschirner 1811
Curt Wachsmuth 1897
Jo
Johann Heinrich Winckler 1
Christian Friedrich Ludwig 1801
Wilhelm Gottlieb Hankel 1867
Albert Köster 1914
Richard Heinze 1921
Karl Ferdinand Hommel 1763
Otto Linné Erdmann 1848
Karl Georg von Wächter 1858
Johann Fri
Johann August Heinrich Tittmann 1808
Christian Ernst Weisse 1817
Gustav Hartenstein 1847
Anton Wilhelm Plaz
Gottfried August Arndt 1804
Christian Gottlieb Haubold 1811
Johann Erha
Johann Gottlob Böhme 1760
Johann Friedrich Bahrdt 1766
Christian Friedrich Ludwig 1807
Christian Daniel Beck 1817
1937
Johann Christoph Gottsched 1756
Friedrich August Wilhelm Wenck 1804
Ulrich Junius 171
Johann Gottlieb Siegel 1753
Christian Daniel Beck 1801
Jo
Polycarp Gottlieb Schacher 1719
Johann Heinrich Winckler 1763
Karl Andreas Bel 1766
Johann Gottlieb
Johannes Cyprian 1712
Gottlob Friedrich Jenichen 1715
Karl Friedrich Hundertmark 1759
Gottfried August Arndt 1800
Tuch 1856
Ulrich Junius 1712
Anton Wilhelm Plaz 1753
Christian Gottlieb Ludwig 1762
Gottfried Nikolaus Ittig 1
Johannes Cyprian 1708
Johann Burckhardt Mencke 1719
Johann Friedrich Christ 1756
Heinrich Winckler 1759
Kühn 1813
Christoph Pfautz 1708
Johann Georg Abicht 1711
Christian Friedrich Börner 1718
Keil 1803
Johannes Olearius 1705
Theodor Litt
Hans-Georg G
Lothar Rathmann 1975
Horst H
1705
Johann Christian Schamberg 1706
b Hardt 1709
Johann Heinrich Winckler 1751
ard Kapp 1754
Karl Gottlieb Kühn 1805
Adolph Schilling 1842
Otto Linné Erdmann 1862
arncke 1869
Paul Zweifel 1900
ding 1908
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1931
Eduard Sievers 1901
Eduard Hölder 1909
Otto Hölder 1918
Hans Achelis 1932
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Hennig 1987
Christian Daniel Erhard 1806
Wilhelm Traugott Krug 1813
Otto Linné Erdmann 1854
Christian Georg Theodor Ruete 1863
Otto Johann Ernst Stobbe 1778
Karl August Gottlieb
Rudolf Kittel 1918
Arthur Golf 1933
Karl Friedrich August Kahnis
Karl Bücher 1903
Georg Heinrici 1911
Erich Brandenburg 1919
Felix Krueger 1935
Erwin Jacobi 1947
Johannes Friedrich 1948
Gerald Leutert 1990
Cornelius Weiss 1991
Karl Gottlob
Ludwig von der
Adolph Schmidt
Christian Konrad Ludwig Lange 1879
Karl Lamprecht 1910
Ernst
Johann Christian Friedrich
Hermann Brockhaus 1872
Adolf Wach 1902
Karl
Ernst Carl Wieland 1816
Carl Friedrich Günther 1844
Carl Reinhold August Wunderlich 1871
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Christian Gottlieb Ludwig 1768
Johann Christian Rosenmüller 1816
Gustav Hänel 1853
Carl Günther
Johann August Heinrich Tittmann 1810
Ernst Heinrich Weber 1843
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Anton Wilhelm Plaz 1765
Johann Georg Eck 1806
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Karl Andreas Bel 1762
Karl Adolph Caesar 1803
Ernst Carl Wieland 1812
Christian Ernst Weisse 1815
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Johann Friedrich May 1758
Johann Gottlob Böhme 1768
Karl Gottlob Kühn 1809
August Heinrich Tittmann 1812
Johann Friedrich Christ 1752
Johann August Ernesti 1761
Johann Friedrich Burscher 1802
Christian Daniel Beck 1809
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Karl Andreas Bel 1758
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Karl Otto Rechenberg 1717
Johann Heinrich Winckler 1755
Johann Christoph Pohl 1764
Christian August Crusius 1767
Georg Eck 1802
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Johann Christian Hebenstreit 1751
Anton Wilhelm Plaz 1761
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Christian Friedrich Börner 1714
Johann Burckhardt Mencke 1717
August Friedrich Müller 1757
Beck 1805
Johann Schmid 1710
Christian Gottlieb Ludwig 1754
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1767
Christian Friedrich Börner 1710
Gottlieb Gerhard Titius 1713
Johann Christian Lehmann 1716
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Lüder Mencke 1707
August Quirinus Rivinus 1709
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Gottlob Friedrich Seligmann 1706
Ernst Windisch
Georg Rietschel
Heinrich Bruns 1912
Richard Schmidt 1920
Arthur Golf 1936
Arthur Knick
Julius Lips 1949
Georg Mayer 1950
Volker Bigl 1997
Franz Häuser 2003
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