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Sehr geehrte Pädagoginnen und Pädagogen, liebe Eltern und
Interessierte,
haben Sie sich schon einmal vorgestellt Sie wären ganz klein? So klein,
dass jeder Mensch Sie übersieht. So klein, dass ein Wassertropfen zur
Lebensbedrohung wird. So klein, dass man Gefahr läuft, jeden Moment
zertreten zu werden.
Ein solches Leben im Mikrokosmos Garten steckt voller Bedrängnisse
und ist schon aufregend genug, doch die Geschichte, die uns Wanze
Muldoon erzählt, ist ein ganzer Blumenstrauß der spannenden
Abenteuer. Eine Kriminalgeschichte im Reich der Insekten voller
Geheimnisse, Intrigen, Verfolgungsjagden, kleinen und großen Helden.
Auch bei den Krabblern menschelt es gewaltig.
Neben den Fragen, die sich Detektiv Muldoon zum Fall stellt, tauchen
noch ganz andere Fragen auf.
Wie viel Gehorsam ist gut, um der Gemeinschaft zu dienen? Ist das
Unverwechselbare des Einzelnen vielleicht sogar nützlicher für das Wohl
aller?
In diesem Material haben wir Wissenswertes zur Inszenierung
zusammengestellt und geben Ihnen Anregungen, wie Sie
den Theaterbesuch mit Ihren Schülern nach- bzw. vorbereiten können.
Auf Ihre Reaktionen und Meinungen freuen sich
Sophie Pompe und Carsten Kochan
JUST – Junges Staatstheater Wiesbaden
JUST – Junges Staatstheater
Wiesbaden
Christian-Zais-Straße 3
Tel. +49 (0) 611.132 272
[email protected]
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Inhalt
1.
Zum Stück (S.4)
2.
Zum Autor (S.5)
3.
Zu den Beteiligten (S.7)
4.
Hintergrundinformationen (Kleine Insektenkunde mit
wahren Fakten) (S.8)
5.
Anregungen zur Vor- und Nachbereitung (S.12)
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1. Das Stück
Inhalt
Es ist was faul im Mikrokosmos Garten.
Wanze Muldoon ist Privatdetektivin, kein Mensch und eigentlich auch keine Wanze
sondern ein Käfer, aber das ist eine andere Geschichte.
Wanze Muldoon bearbeitet gerade den Fall eines vermissten Ohrwurms, als sie sich
plötzlich von einer Ameisentruppe umstellt sieht, die sie dazu auffordert, ihr zu
folgen. Im Ameisennest erfährt Muldoon scheinbar Ungeheuerliches: Die
Geschlossenheit des Ameisenstaates wird von einer Gruppe abtrünniger Ameisen
bedroht, die das Recht auf Individualität einklagt. Wanze Muldoon erhält den
Auftrag, den ›Club der Unverwechselbaren‹ ausfindig zu machen. Ein Auftrag, der
sich als nicht ganz ungefährlich erweisen wird.
Eine krabbelige, spannende und witzige Detektivgeschichte aus dem Insektenreich.
Ein Spaß für alle kleinen und großen Krimifans.
Das Stück ist empfohlen für Kinder ab 8 Jahren. (ideal Klasse 3-5)
Motive und Themen des Stückes:
Freundschaft, Selbstfindung, Mut, Individualität, Einstehen für eigene Wünsche und
Ideen
Möglicher Fachbezug:
Deutsch, Kunst: Theater als Kunstform, Verwandlung des Schauspieler(körpers)
Sachkunde: Insekten, Tiere im Garten oder sozialer Raum Großstadt
Ethik: Selbststärkung, Ich-Wahrnehmung, soziales Miteinander, Selbstdarstellung
und Selbstinszenierung
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2. Die Autoren
Die Wanze - Ein Insektenkrimi
Original: Bug Muldoon and the garden of fear.
Fischer TB
ISBN 3-596-14782-4
Teil 2:
Heiße Spur in Dixies Bar - Ein neuer Fall für die Wanze
Original: Bug Muldoon and the killer in the rain
Nagel & Kimche gebunden
ISBN 3-312-00913-8
Paul Shipton, geboren am 15. Juni 1963 in Manchester, aufgewachsen in Manchester,
hat mehrere Jahre als Englischlehrer und Lektor für Schulbücher gearbeitet. Heute
lebt er in den USA.
Karin Eppler, in Heidelberg geboren, studierte von 1990 bis 1995 an der Universität
Gießen Angewandte Theaterwissenschaften und schloss dieses Studium mit einem
Diplom ab. Karin Eppler ist heute freie Regisseurin, vorrangig im Kinder- und
Jugendtheater.
Gerd Ritter, Jahrgang 1966, absolvierte seine Ausbildung zum Schauspieler an der
Spielstatt Ulm (1989 bis 1993). Auch er spielt vor allem für Kinder und Jugendliche.
Daniela Merz, geboren 1975, hat Germanistik und Anglistik an der Universität
Mannheim studiert. Nach einem einjährigen Studienaufenthalt in den USA wechselte
sie an die Universität Tübingen, wo sie 2002 ihr erstes Staatsexamen machte. 2000
absolvierte sie eine Regieassistenz am Landestheater Tübingen Hohenzollern.
In Zusammenarbeit mit Gerd Ritter und Karin Eppler entstand in Tübingen die
dramatisierte Fassung von Paul Shiptons Die Wanze.
Über „Die Wanze“ schreibt Paul Shipton: „Es gab da die Idee, mal eine Geschichte
über Tiere zu schreiben, die aber nicht knuddelig und süß sein sollte. Als ich anfing,
über eine Geschichte nachzudenken, war da zuerst der Name: Wanze Muldoon. Ich
habe schon immer gerne die knallharten, die ‚schwarzen‘ Detektivgeschichten von
Autoren wie Raymond Chandler gelesen, und als ich an Muldoon dachte, musste ich
an diese Art Detektive denken. Und nun musste ich nur noch die beiden zusammenbringen.“
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Aus einem Interview mit dem Autor Paul Shipton
Was war Ihre erste nähere Begegnung mit einem Insekt?
„Ich meine mich zu erinnern, dass ich ein schreckliches Kind war, eines von denen,
die Ameisennester mit Wasserpistolen angreifen und ähnliche Nettigkeiten (allerdings muss ich zu meiner Ehrenrettung sagen, dass ich niemals irgendjemandem ein
Bein ausgerissen habe!). Ich gebe das an dieser Stelle zu, weil ich glaube, dass für
viele Kinder der Kontakt mit Insekten die erste Begegnung mit Leben und Tod ist.
Die Idee, eine Geschichte über Käfer zu schreiben, kam mir – wen wundert’s – als ich
eines Tages faul in meinem Garten lag und zwei Insekten dabei beobachtete, wie sie
sich bis aufs Messer bekämpften. [...]“
Als Sie beschlossen, ein Buch über einen „tierischen“ Privatdetektiv zu schreiben, warum
haben Sie sich für einen Käfer entschieden, statt z.B. einen Fuchs zu wählen (der gilt
zumindest in Deutschland als Schlaumeier)?
„Ich wollte nicht über die Gattung Tier schreiben, die normalerweise in Kinderbüchern auftaucht - ich wollte eine Figur, die NICHT süß und pelzig ist und außerdem ein bisschen aus dem Rahmen des ‚Normalen’ fällt (wir sprechen über eine Zeit,
bevor Filme wie „A BUG'S LIFE“ und „ANTZ“ Geschichten über Insekten populärer
machten). Und es gibt wohl nichts, das weniger süß und pelzig ist als ein Käfer,
oder? [...] Abgesehen davon schien es mir, als würden Käfer genau zu der Art Krimi
passen, die ich persönlich am meisten mag - die Schule des Hard-boiled, wie sie
Raymond Chandler beherrschte. In solchen Geschichten wird die Stadt oft als
,urbaner Dschungel’ bezeichnet. In derselben Weise beschreiben Bücher über
Insekten den Garten oft als eine Art geheimer Dschungel, in dem jeden Tag
Schlachten, die über Leben und Tod entscheiden, stattfinden. Man sieht also, dass die
beiden einfach zusammenkommen MUSSTEN!“
Als Sie anfingen, die „Wanze "- Geschichten zu schreiben - welche Leser haben Sie sich da
vorgestellt?
„Als ich mit meinen Insektenkrimis anfing, arbeitete ich als GrundschulbuchHerausgeber in England. Die in diesen Büchern verwendete Sprache ist relativ
einfach gehalten, als es also um meine eigenen Romane ging, nahm ich mir vor, mich
von solchen Einschränkungen nicht behindern zu lassen. Wahrscheinlich schrieb ich
den Text genau so, wie ich ihn selbst gerne lesen würde. Ein paar Leute haben sich
beschwert, man könne doch keine Kinderbücher schreiben, die sich lesen, als hätten
Sie auch eine erwachsene Zielgruppe im Auge. Ich sehe da keine Probleme - wenn
ich Bugs Bunny mit meinen eigenen Kindern ansehe, dann finde ich da eine Menge
witziger Sprüche, die ich sehr gut verstehe, die beiden aber nicht (und mit Sicherheit
ist das auch umgekehrt der Fall) - aber wir lachen alle darüber. [...]“
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3. Besetzung
Mit
Sophie Pompe
Inszenierung Irina Ries
Bühne Susanne Füller
Kostüm Fey Sunshine
Regieassistenz Anna Stecking
Inspizienz Elke Opitz
Bühnen- und Beleuchtungseinrichtung Kristina Link Toneinrichtung Hannes
Bittersohl Technische Gesamtleitung Dominik Maria Scheiermann Technischer
Inspektor Christoph Lettow Leitung der Dekorationswerkstätten Sven Hansen
Technische Produktionsleitung Karin Bodenbach Chefmaskenbildnerin Katja Illy Maske
Matthias Knaack Leiterin der Requisite Simone Eck Requisiteneinrichtung Rebekka
Klaucke, Jenny Frühmesser, Nina Lewalter Leiter der Kostümabteilung Jürgen Rauth
Gewandmeisterinnen Damen Claudia Dirkmann, Jutta Ehrenberg, Nina Schramm
Gewandmeister/Innen Herren Claudia Christophel, Eva Zimmermann, Johanna Bendels
Putzmacherei Viviane Reichelmann Schuhmacherei Theoharis Simeonidis Rüstmeister
Michael Hertling, Joachim Kutzer Herstellung der Dekorationen und Kostüme
Werkstätten des Hessischen Staatstheaters Wiesbaden
Aufführungsdauer 1 Stunde, 15 Minuten, keine Pause
Aufführungsrechte S. Fischer Verlag
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4. Hintergrundinformationen
Kleine Insektenkunde mit wahren Fakten
Wanzen sind Insekten. Von den weltweit etwa 40.000 bekannten Arten leben in
Europa circa 2945. Wanzen sind hinsichtlich ihrer Form, ihrer Lebensweise und
Lebensräume sehr vielgestaltig. So gibt es Pflanzensauger, eine Reihe von räuberisch
lebenden Arten, aber auch Ektoparasiten wie die Bettwanze. Sie finden sich in den
verschiedensten Biotopen, zum Beispiel auf Wiesen, an Waldrändern, im Wald und
in menschlichen Wohnungen.
Grüne Stinkwanze
Gemeine Feuerwanze
Wanze Muldoon beschreibt im Stück drei beneidenswerten Käferarten. So
erstaunlich sich diese auch anhören mögen, es gibt sie tatsächlich. Auch wenn die
Körpergröße des Goliathkäfers mit angesagten 16 cm übertrieben ist.
Bombardierkäfer
Goliathkäfer (bis 10 cm ! groß)
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Gemeiner Teichschwimmer
Die Spinnentiere
Im Unterschied zu dem dreigliedrigen Körper der Insekten (u.a. Käfer), ist der
Körper der Spinnentiere grob in zwei Teile gegliedert.
Markantestes Merkmal sind ihre vier Paar Laufbeine, was sie ebenfalls von den
Insekten unterscheidet, die lediglich über drei verfügen.
Weitere Extremitäten sind zu Werkzeugen wie Giftklauen, Scheren, Tastern oder
Mundwerkzeugen umgebildet.
Zu den Spinnentieren gehören die Webspinnen, aber auch Weberknechte, Skorpione,
Pseudoskorpione und Milben (inklusive Zecken).
Weberknecht
Eine Gartenkreuzspinne umwickelt
die Beute mit einem Sekretband
aus ihren Spinndrüsen
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Aufklärung von Missverständnissen
„Das Problem ist, sie waren mal ein und derselbe Wurm, bis sie von einem Spaten
in zwei Teile zerhackt wurden…“
Das weit verbreitete Gerücht, dass zwei lebende Regenwürmer entstünden, wenn
man einen Wurm in der Mitte durchtrennt, trifft nicht zu. Gerade in der Körpermitte
ist das Regenerationsvermögen des Regenwurms am geringsten. Jedes
Körpersegment besitzt die genetische Anlage, den After wieder auszubilden, nicht
aber den Kopf. Das Vorderende kann nur überleben, wenn die Teilung des
Regenwurms hinter dem 40. Segment erfolgt. Die Würmer sind auch in der Lage,
sich in bestimmten Gefahrensituationen selbst zu verstümmeln, z. B. wenn sie ein
Fressfeind gepackt hat.
„In einem Ameisenbau gibt es immer nur eine Königin.“
Im Gegensatz zu anderen staatenbildenden Hautflüglern sind bei Ameisen die
Arbeiter grundsätzlich flügellos. Nur die geschlechtsreifen Weibchen und Männchen
besitzen Flügel. Nach der Paarung sterben die Männchen, während die Weibchen die
Flügel abwerfen (oder abbeißen) bzw. verlieren und neue, eigene Kolonien gründen
oder in den elterlichen Bau zurückkehren, in dem dann mehrere Königinnen
koexistieren.
(Auch da wusste Wanze Muldoon nicht so genau Bescheid.)
„Wespen sind gemeingefährlich. Sie stechen erst und fragen dann.“
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Wespen sind ebenso friedlich wie ihre Verwandten die Bienen oder auch die viel
gescholtene aber ebenfalls scheue Hornisse. Alle drei Arten stechen prinzipiell nur,
wenn sie sich bedroht fühlen, ihre Königin oder ihr Nest angegriffen wird.
Wespen können zwar mehrmals stechen, aber ihr Gift ist deutlich schwächer als das
der Bienen. Allerdings sind Wespen Aasfresser und können deshalb bei einem Stich
Keime übertragen.
Wespen sind überaus nützlich für die Natur. Sie jagen Insekten wie Mücken, Fliegen,
Forstschädlinge und Raupen und bestäuben im Frühjahr, genau wie Bienen, Blüten.
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5. Anregungen zur Vor- und Nachbereitung
I Gespräch über Theater allgemein
Die Schüler werden gewisse Erwartungen an den Theaterbesuch haben. Sprechen Sie
mit Ihnen darüber!
Fragen Sie die Schüler welche Theatererfahrungen sie bereits gemacht haben: Waren
die Schüler schon einmal im Theater? Was für ein Theater war das? War es
Puppentheater, Musical, Ballett oder Schauspiel? Was hat ihnen im Theater
besonders gut bzw. gar nicht gefallen? Was ist der Unterschied zwischen Theater und
Kino? Gibt es gewisse Regeln oder Verabredungen, die im Theater gelten? Welche
Fragen und Unsicherheiten gibt es bei den Schülern?
Im Unterschied zum Kino stehen im Theater die Schauspieler als reale Personen vor
den Zuschauern. Jede Aufführung ist einzigartig und Publikum und Schauspieler
beeinflussen sich. Gegenseitiger Respekt ist deshalb sehr wichtig. Das heißt nicht,
dass die Schüler mucksmäuschenstill auf ihren Plätzen sitzen müssen. Das
Theaterstück ist für sie gedacht und sie sollen lachen, weinen auch mal kurz
aufschreien oder sich aufregen und es natürlich auch doof finden dürfen. Aber es
gibt auch gewisse Regeln die man beachten sollte:

Man darf nicht unaufgefordert auf die Bühne gehen und sollte nicht
hereinrufen, wenn es nichts mit dem Stück zu tun hat oder man nicht gefragt
wurde.

Das gleiche gilt für das Herumlaufen im Zuschauerraum.

Außerdem herrscht im Theater „Popcornverbot“, es darf dort nicht gegessen
und selten getrunken werden. Das ist wichtig, damit man nicht abgelenkt
wird und alles genau mitbekommt.

Theater kann man sehen und hören, aber auch fühlen und riechen, manchmal
sogar schmecken. Deshalb sollte man vorher essen und trinken und am Besten
auch noch mal zur Toilette gehen, damit die Aufmerksamkeit ganz der Bühne
gewidmet werden kann und man das Stück mit allen Sinnen erlebt.

Handys und alle anderen Geräuschquellen werden im Theater nicht nur
lautlos, sondern komplett ausgestellt, schon aus Respekt gegenüber den
Schauspielern und den anderen Zuschauern, aber auch um die technische
Übertragung nicht zu stören.

Das Unterhalten mit den Sitznachbarinnen und Sitznachbarn sollte
unterbleiben. Das stört die anderen und auch die Schauspieler. Die Zuschauer
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und Schauspieler befinden sich während der Vorstellung in einem
gemeinsamen Raum. Genauso wie die Zuschauer die Spieler hören, können
die Schauspieler die Gespräche im Zuschauerraum hören.

Auch das Fotografieren während einer Vorstellung ist leider nicht erlaubt.
Auf Nachfrage kann man aber einen "Fototermin" im Anschluss an die
Vorstellung mit den Darstellern auf der Bühne vereinbaren, sofern es
technisch und organisatorisch machbar ist.
Trotz aller Regeln ist der Theaterbesuch ein kulturelles Erlebnis. Es ist erlaubt zu
lachen, wenn man etwas lustig findet, zu weinen, wenn man berührt ist und zu
klatschen, wenn es einem am Ende gefallen hat. Denn es geht beim Theater nicht um
richtig oder falsch, sondern vor allem um ein Erlebnis, das man gemeinsam teilen
kann.
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II Gespräch über das Stück
Vor dem Theaterbesuch
Vom Wort zum Bild
Das Plakat ist noch nicht bekannt. Ein Schüler bekommt das zusammengerollte
Theaterplakat und darf es sich alleine anschauen, ohne dass die Mitschüler es sehen.
Er beschreibt seinen Mitschülern nun das Plakat genau. Auf Grundlage dieser
Beschreibung malen oder zeichnen nun die anderen ein eigenes Plakat. Sie
übersetzen so das Gehörte in eigene Bilder. Zum Schluss wird das Plakat allen
gezeigt und über die Bilder gesprochen.
Vom Bild zum Wort
Befestigen Sie das Plakat (oder das Deckblatt der Materialiemappe) an der Tafel. Was
ist darauf zu sehen?
Welche Hinweise finden wir darauf zum Stück? Sammeln Sie mit den Schülern
Ideen, worum es in dem Stück gehen könnte. Es geht hierbei nicht um das richtige
Erraten der Geschichte, sondern darum die Phantasie spielen zu lassen und Neugier
zu wecken. Welche Figuren spielen mit, an welchem Ort spielt das Stück, welche
Geschichte wird erzählt?
Theaterdetektive
Die Schüler sind Theaterdetektive und sollen bei dem bevorstehenden Theaterbesuch
eine ganz bestimmte Sache ganz genau unter die Lupe nehmen. Teilen Sie die
Schüler in Gruppen auf. Jede Detektiv-Gruppe bekommt einen Auftrag, auf was sie
besonders achten soll:
- Auf die Herzklopfmomente
Variante:
- Auf die Gänsehautmomente
- Was fällt ihnen beim Bühnenbild auf?
- Auf die leisen Moment
- Was fällt ihnen beim Kostüm auf?
- Auf die lauten Momente
- Was fällt ihnen bei der Musik auf?
- Auf die traurigen Momente
- Licht und andere Effekte
- Auf die lustigen Momente
Nach dem Theaterbesuch
präsentiert jeder den anderen als Experte, was er beobachtet hat. Alle waren in der
gleichen Vorstellung und haben doch etwas anderes gesehen.
Es kann spannend sein, beide Varianten miteinander zu kombinieren: Wie
war z.B. bei dem „Gänsehautmoment“ die Musik oder das Licht?
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Wanze (k)ein Käfer?
Natürlich ist eine Wanze ein Käfer. Warum Muldoon immer wieder betont, dass sie
ein Käfer und keine Wanze sei, ist ihr Geheimnis.
Lassen Sie die Schüler einen kurzen Text darüber schreiben, wie Wanze Muldoon zu
ihrem Namen gekommen sein könnte. (Wer Teil zwei kennt, erinnert sich vielleicht
an die Sicht des Autoren.)
Übrigens: Im Englischen gibt es einige Zusatzmöglichkeiten für die Deutung des
Spitznamen.
a bug

in der Insektenkunde ein Käfer, eine Wanze, ein kleines Insekt

in der Informatik ein Fehler, Defekt

in der Elektrotechnik eine Wanze (Abhörgerät)
to bug
nerven, stören, verwanzen
to bug somebody
jmd. beunruhigen, auf die Nerven gehen
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Gruppenübung zum Club der Unverwechselbaren
Im Stück gehört die Ameise Clarissa zu einer Gruppe von Ameisen, die sich vom
großen Ameisenstaat lossagen, Ameisen, die nicht mehr nur leben wollen, um dem
Nest zu dienen, im ewig gleichen Trott eingereiht in die große Struktur des
Ameisenbaus, ohne eigene Ideen, eigenen Willen, ein eigenes Leben...
Es sind Ameisen, die einzigartig und unverwechselbar sein wollen und nicht nur
eine Nummer im großen, grauen Getriebe des Ameisennests.
„Tatsächlich war eine Ameise auf der Terrasse aufgetaucht. Eine weitere folgte ihr,
dann noch eine und noch eine bis etwa dreißig von ihnen um das Abflussrohr
versammelt waren. Gemeinsam begannen sie einen Sprechgesang:
"Selbst statt Andere.
Einer statt Viele.
Freiheit statt Regeln.
Spaß statt Pflicht.
Wir sind der Club der Unverwechselbaren!"
Dann stellten sie sich im Kreis auf. Jede Ameise nannte ihren Namen und führte
dann etwas vor, das allen zeigen sollte, wie einzigartig und unverwechselbar sie
war.“
Die Gruppe bildet einen großen Kreis. Der Reihe nach tritt jeder Teilnehmer in die
Mitte, dreht sich langsam einmal herum, wobei mit jedem im Kreis ein kurzer
Blickkontakt hergestellt wird. Anschließend sagt er laut und deutlich seinen Namen
und spielt pantomimisch kurz eine Handlung vor, die er besonders gut kann, oder
die ihm besonders Spaß macht (Fußball, Breakdance, Basteln, Meerschweinchen
bürsten....).
Nach der kurzen Pantomime begrüßen alle im Kreis den oder die „Unverwechselbare“ mit seinem/ihrem Namen und spenden einen tosenden Applaus. Der nächste
„Unverwechselbare“ tritt in die Kreismitte, während der Vorige wieder seinen Platz
einnimmt.
Auf der letzten Seite noch ein kleines Rätsel zum Ankreuzen. Viel Spaß!
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Wie heißt die Ameise mit dem weißen Fleck auf dem Kopf, die Wanze finden soll?
Clara
Sabrina
Clarissa
Was passiert mit Muldoon, wenn sie den Auftrag der Ameisenkönigin nicht
annimmt?
Sie landet im Spinnennetz.
Sie wird Futter für die Larven.
Sie bekommt Freigetränke in Dixies Bar.
Welche Tiere sind Dex und Dax?
Regenwürmer
Ohrwürmer
Tausendfüßer
Was ist Wanze Muldoons Lieblingscocktail?
Rosentau mit Ligusterblatt
Nektar mit Ligusterblatt
Nektar mit Löwenzahnblatt
Zu welcher Insektenart gehört Jake?
Hornisse
Hummel
Stubenfliege
Wie lautet die einfache Regel in Dixies Bar?
Wer nicht zahlt, wird gefressen.
Was nicht auf der Speisekarte steht, wird auch nicht gefressen.
Wer sich nicht benehmen kann, fliegt raus.
Wie viele Augen haben Wespen?
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2
100
Wie viele Beine haben Insekten?
8
6
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