Orale oder parenterale Behandlung des Eisenmangels

Medienmitteilung – Zürich, November 2015
«Orale oder parenterale Behandlung des Eisenmangels»: Fragestellung präzisiert
Zum Bericht «Orale oder parenterale Behandlung des Eisenmangels» sind im Rahmen
der Post-Publication-Review insbesondere Stellungnahmen zur Klarheit der
Fragestellung eingegangen. Das Swiss Medical Board hat deshalb für den im Oktober
2014 veröffentlichten Bericht die Fragestellung klarer formuliert.
Nach Veröffentlichung des Berichts «Orale oder parenterale Behandlung des Eisenmangels» lud
die Trägerschaft des Swiss Medical Board alle interessierten Stellen zu Stellungnahmen im
Rahmen einer Post-Publication-Review ein. Die Mehrzahl der eingegangenen Reaktionen hat
darauf hingewiesen, dass aus dem Bericht die zugrundeliegende Diagnose bzw. die betroffene
Patientengruppe nicht klar hervorgehe. Zudem wurde moniert, dass der Begriff
«symptomatischer, schwerer Eisenmangel» zu ungenau definiert sei.
Der Bericht analysiert die Behandlung des symptomatischen, schweren Eisenmangels, dessen
Symptome hauptsächlich markante Müdigkeit und Abgeschlagenheit einschliessen. Dabei geht
es um die Frage, ob die parenterale (intravenöse) Therapie gegenüber einer oralen Therapie für
den Patienten hinsichtlich Wirksamkeit und Lebensqualität Vorteile bringt.
Die Behandlung des Eisenmangels ohne Symptome ist nicht Gegenstand des Berichts. Auch auf
eine präzise Definition des «schweren Eisenmangels» verzichtet der Fachbericht, weil die
Definition nicht an allgemeingültigen Laborwerten festgemacht werden kann. Der Fachbericht
geht jedoch davon aus, dass ein schwerer Eisenmangel die Stadien II «Eisenmangel mit
beginnender Beeinträchtigung der Blutbildung (Hb normal, MCV und MCH erniedrigt)» und III
«Eisenmangelanämie (Hb erniedrigt)» umfasst. Weiter beschränkt sich der Bericht auf die Form
der Therapie – günstigere, einfache orale oder teurere intravenöse Verabreichung –, wenn die
Indikation zur Substitution unbestritten ist. Die Indikation zur Behandlung des Eisenmangels
wird nicht untersucht.
Schlussfolgerungen bleiben unverändert
Die Rückmeldungen aus der Ärzteschaft haben die Expertengruppe dazu veranlasst, den Bericht
in Bezug auf die angesprochenen Punkte zu revidieren. Der Fokus auf «symptomatischen,
schweren Eisenmangel» geht neu bereits aus dem Titel hervor. Die Schlussfolgerungen und
Empfehlungen im Bericht bleiben jedoch unverändert:
• Bei Patienten mit einem symptomatischen, schweren Eisenmangel oder einer Eisenmangelanämie ist nach sorgfältiger Abklärung eine parenterale Substitutionstherapie
sinnvoll. Bei der Durchführung sind eine entsprechende Überwachung und Interventionsbereitschaft in Hinsicht auf eventuelle Nebenwirkungen sicherzustellen.
• Gleichzeitig ist eine geeignete Behandlung der Ursache(n) des Eisenmangels einzuleiten.
• Darüber hinaus sollte immer geprüft werden, ob Patienten im Zusammenhang mit einer
chirurgischen Intervention von einer parenteralen Eisensubstitutionstherapie profitieren
können.
Der Bericht zur Post-Publication-Review und der revidierte Fachbericht sind auf der Webseite
des SMB veröffentlicht. http://www.medical-board.ch/fileadmin/docs/public/
mb/fachberichte/ppr/2015-06-30_eisenmangel_postpubrev_report_final_kl.pdf
Kontakt für Fragen
Susanna Marti Calmell, Sekretariat Trägerschaft Swiss Medical Board
Telefon +41 43 259 52 11, [email protected],
Allgemeine Informationen zum Swiss Medical Board: www.swissmedicalboard.ch.
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