Lebenssituationen und Lebensverläufe nach

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Veranstaltung der Sektion Alter(n) und Gesellschaft auf dem DGS-Kongress in Bamberg (26.-30.09.2016)
Migrationserfahrung und Alter(n) – Lebenssituationen und Lebensverläufe nach Migration
Organisation: Claudia Vogel & Simone Scherger
Kontakt: [email protected]
Immer mehr Menschen machen im Laufe ihres Lebenslaufs Migrationserfahrungen, die nationalstaatliche
Grenzen überschreiten, von der Suche nach Schutz und Asyl, Studien-, Ausbildungs- oder zeitweiligen Arbeitsaufenthalten und Pendelmigration bis zu dauerhafter (Heirats- oder Arbeits-)Migration in ein anderes
Land. Ebenso verlegen auch ältere Menschen immer häufiger ihren Wohnsitz dauerhaft in ein anderes
Land, etwa um dort ihren Ruhestand unter günstigeren finanziellen oder klimatischen Bedingungen oder in
besserer gesundheitlicher Versorgung zu verbringen. Insbesondere langfristige und dauerhafte grenzüberschreitende Wanderungsbewegungen haben dabei prägende Wirkungen auf individuelle(s) Alter(n) und die
Lebenssituation im Alter, die noch kaum hinreichend thematisiert worden sind.
Beispielsweise ist die Altersabsicherung grenzüberschreitender Erwerbsverläufe komplexen Regelungen
unterworfen und hat ebenso komplexe Auswirkungen auf die individuelle Lebenssituation, etwa wenn ausländische Versicherungszeiten innerhalb der EU oder mittels zwischenstaatlicher Abkommen anerkannt
werden, oder wenn Rentenzahlungen im Ausland geleistet werden. Familiale Netzwerke und Unterstützungsleistungen verändern sich infolge langfristiger Wanderungsbewegungen vor oder in der Altersphase;
unter bestimmten Umständen entstehen transnationale (Familien-)Netzwerke, die in regelmäßiger Pendelmigration gepflegt werden. Partizipation und Engagement im Alter hängen bei Personen mit Migrationshintergrund ebenso wie späte Erwerbstätigkeit eng mit Integrationsprozessen bzw. Prozessen sozialer
Schließung zusammen. Und schließlich sind auch die subjektive Erfahrung und Deutung der Altersphase und
von Alternsprozessen sowie die Vorstellungen von ‚gutem‘ Altern durch Migrationserfahrungen und kulturelle Identität(en) beeinflusst.
Die Veranstaltung der Sektion Alter(n) und Gesellschaft auf dem DGS-Kongress zielt darauf, die skizzierten
Beziehungen zwischen Migrationserfahrung und Alter(n) näher zu beleuchten und zu diskutieren. Willkommen sind theoretische oder empirisch fundierte Beiträge beispielsweise zu folgenden Fragen:
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In welcher Weise werden Migrationsentscheidungen im Übergang zur Altersphase getroffen? Welche Rolle spielen Regelungen zur Alterssicherung und Gesundheitsversorgung? Sind diese Entscheidungen dauerhaft oder unter welchen Umständen erfolgen Rückwanderungen?
Wie wirken sich durch Migration gekennzeichnete Erwerbsbiographien auf Alterseinkommen, soziale Ungleichheit in weiteren Dimensionen (etwa Gesundheit und Lebenserwartung) und die sonstige Lebenssituation Älterer aus?
In welcher Form werden transnationale Familienbeziehungen und -netzwerke organisiert und wie
erfolgen entsprechende familiale Unterstützungsleistungen? Unter welchen Umständen kommt es
zur Re-Migration ins Ursprungsland oder aber zum dauerhaften Zuzug weiterer Familienmitglieder?
Wie ist soziale Teilhabe im Alter ausgestaltet und welche Unterschiede zeigen sich im sozialen, politischen und kulturellen Engagement älterer Menschen mit und ohne Migrationshintergrund?
Unterscheiden sich die Erfahrungen von Alter und Altern und die normativen Erwartungen an die
Alternsphase zwischen Personen mit und ohne Migrationserfahrung?
Abstracts mit einer Länge von maximal 2400 Zeichen (exkl. Leerzeichen) bitte bis zum 29.02.2016 an
[email protected]