Foyer lesen - Foyer

4,00 Euro H12719
15.01.2016 bis 15.03.2016
foyer
Das Kulturjournal
für Bremen und den Nordwesten
113
3 foyer
Editorial
Inhalt
Stadttheater Bremerhaven
erhält Ehrung des Bundes
.................................................
Theater
„Kultur ist nicht Kuchenbacken nach altem Rezept.“ So kommentierte der Intendant des Stadttheaters Bremerhaven, Ulrich Mokrusch, in der „Nordsee-Zeitung“
seinen durchgehend erfolgreichen Theaterstil. Auch wenn die Rezeptur manch‘ ungewohnte Zutaten enthält, der Kuchen scheint
den Bremerhavenern zu schmecken – und
nicht nur ihnen. In der Tat finden seine individuellen Regiekonzepte voller Überraschungen erstaunlichen Anklang und werden von Kritikern wie vom Publikum meist
gleichermaßen mit Lob bedacht.
Mokruschs anfangs erklärtes Ziel, das
Theater zur Stadt zu öffnen, hat er mit
Kafkas „Amerika“ im Auswandererhaus
oder „Nipple Jesus“ im Kunstmuseum beeindruckend umgesetzt. Theaterfestivals
zu speziellen Themen wie Klimawandel
oder Demenz und die Etablierung des
Jugendtheaters JUP brachten die Stadt
in Bewegung. In jeder bisherigen Spielzeit gab es neben Publikumsrennern wie
„West Side Story“ und „Wie im Himmel“
auch mutige zeitgenössische Werke wie
Szokolays „Bluthochzeit“ oder Maxwell
Davies‘ „Kommilitonen“. Hohe Bewertung
fanden auch die aufwendigen 3-SpartenProduktionen von „Peer Gynt“ und „Die
sieben Todsünden von Bremerhaven“.
Chefchoreograph Sergei Vanaev setzte
schließlich mit seinen Neuinterpretationen klassischer Ballettstoffe den i-Punkt
auf den Erfolgsreigen des Stadttheaters.
Dass die Theaterarbeit von Ulrich Mokrusch nun auch kulturpolitische Beachtung gefunden hat und mit dem erstmals
ausgelobten Theaterpreis des Bundes ausgezeichnet wird, ist eine große Ehre. Das
damit verbundene Preisgeld von 80.000
Euro soll dazu ermutigen, die „in die
Stadtgesellschaft wirkende Kulturarbeit“
fortzuführen, so Kulturstaatsministerin
Monika Grütters.
Auch Dr. Ralf Waldschmidt, Intendant der
Städtischen Bühnen Osnabrück, darf sich
auf den Preis freuen. Die Bremer Theaterfamilie erinnert sich noch gerne an seine
Arbeit als Chefdramaturg des Musiktheaters in der Ära Pierwoß.
04 OPERNEREIGNIS „WOZZECK“:
05 – Alban Berg-Fassung am Bremer Goetheplatz
06 – Manfred Gurlitt-Werk im Stadttheater Bremerhaven
07 FAMILIENBANDE Erfolgsstück von Tracy Letts
08 MACBETH in der bremer shakespeare company
09 THEATER SZENE Neues von Bühnen der Region
10 SCHMISSIG „Madame Pompadour“ in Bremerhaven
11 HOTEL HÖLLE Bitterböse: „Der jüngste Tag“
12 MINIMAL MUSIC Oldenburg spielt Philip-Glass-Oper
13 TERROR Schirachs Bühnen-Erstling am Staatstheater
14 OPERNPREMIEREN im Nordwesten
18 SCHAUSPIELPREMIEREN in der Region
19 SCHAUSPIELRÄTSEL
20 MENSCHEN IM FOYER
.................................................
Musik
22 KONZERTE IN DER GLOCKE
24 JAZZTIPPS
25 JAZZ IM BUNTENTOR beim „MIBnight“-Festival
26 BREMER PHILHARMONIKER Grenzgänger
28 KONZERTTIPPS | CD-TIPP
30 EISWELTEN Konzert rund um die Antarktis
31 KIRCHENMUSIK Kultur im Dialog
.................................................
Kunst
32 VITAMINBOMBE in der Kunsthalle Emden
foyer
im Internet lesen
Ganz bequem, wann
immer Sie möchten unter
foyer-kulturjournal.de
34 TAUSENDSASSA Böttcherstraße zeigt Per Kirkeby
36 UNTER NULL Ausstellungsthema „Klimawandel“
37 ENTDECKUNG Fotos im Bremer Wagenfeld-Haus
37 KUNSTRÄTSEL
38 BUNTER MIX Doppel-Ausstellung in Worpswede
40 KUNSTWERKE Neues aus Museen und Galerien
.................................................
Gesellschaft
42 PANORAMA WISSENSCHAFT
44 LITERATUR Buchbesprechungen
46 LITERATUR Sachbuch-Tipp | NordMord
47 LITERATUR Bremer Literaturpreis
48 KINOTIPPS | Neu auf DVD
51 KOLUMNE NACHGEDACHT Dübeleien
52 ROLLENSPIEL
54 KULTURKALENDER Premierendaten
56 OPERNRÄTSEL
62 KULTUR FORUM Notizen aus Galerien und Museen
Herzlichen Glückwunsch!
Marie-Clothilde Kronenberg
64 KULTUR FORUM Nachrichten aus der Region
66 GLOSSE | FOYER-AUTOREN | IMPRESSUM
foyer 4 Theater Bremen / Stadttheater Bremerhaven Wozzeck
Opernereignis „Wozzeck“
Das Drama „Woyzeck“ von Georg Büchner lieferte die Vorlage für zwei Opern, die 1925/26 im Abstand weniger Monate ihre Uraufführung erlebten. Ihre Komponisten – Alban Berg und Manfred Gurlitt – arbeiteten annähernd parallel an ihren Schöpfungen, die sie jeweils „Wozzeck“ nannten. Jetzt werden beide Werke in kurzem zeitlichen Abstand im Bundesland Bremen gespielt:
die Berg-Fassung am Theater Bremen (Premiere 13. Februar), die Gurlitt-Interpretation (Premiere 5. März) am Stadttheater Bremerhaven, wo die Oper überhaupt zum ersten Male inszeniert wird. Musikfreunden bietet sich damit die seltene Möglichkeit
des direkten Vergleichs. Noch bequemer hatten es bislang wohl nur die Darmstädter, die im Oktober 2013 beide Opern an einem
Abend in ihrem Staatstheater verfolgen konnten.
D
en Fall Woyzeck gab es tatsächlich.
1821 ersticht ein Mann in Leipzig
seine Geliebte in einer Mischung
aus „Arbeitslosigkeit, Hunger, Erniedrigung aller Art, Hass und Eifersucht.“ Seine Zurechnungsfähigkeit wird angezweifelt, aber am Ende wird Woyzeck am 27.
August 1824 in Leipzig öffentlich hingerichtet. Das ist die historische Vorgabe.
Georg Büchner griff das Thema auf und
zeigt in seinem Drama einen Gehetzten, dessen Leben geprägt ist von Not, Arbeitsüberlastung, Militärdisziplin, Demütigung. Sein Soldat Woyzeck wird
schikaniert von seinem Hauptmann, Repräsentant eines christlich orientierten
Feudalismus. Sein Arzt, der für das aufstrebende moderne, rationalistisch denkende Bürgertum seht, missbraucht ihn
für medizinische Experimente.
seelische Grenzzustände und Verbrechen
sozialpathologisch zu erfassen versuchte.
In der Welt, die Büchner in seinem Drama
aufzeigt, wird der Mensch reguliert, nummeriert und normiert. Die damalige aufstrebende Naturwissenschaft degradiert ihn
zum Objekt. Der Mensch als „Maschine“, die
Kausalgesetzen unterworfen ist. Woyzeck
blickt da nicht mehr durch. Er will sich anpassen und versucht, allen Anforderungen
zu genügen. Dabei zerreißt es ihn aber. „Aberratio mentalis partialis“, diagnostiziert
sein Arzt. Schizophrenie würde man heute
sagen. Paranoia als sozialer Tatbestand.
Büchner war der erste Dichter, der dies
auf die Bühne bringen wollte. Er leitet mit
seinem „Fatalismus der Geschichte“ den
Abschied von der geordneten Welt des
aristotelischen Dramas ein. Doch sein Dramenfragment war für seine Zeitgenossen
Büchner war promovierter Mediziner, poli- zu modern. So etwas wollte man nicht auf
tisch aktiv und dichterisch überaus schöp- der Bühne sehen, weshalb „Woyzeck“ erst
ferisch. Sein Werk ist nicht zu trennen vom 1879 in einer Ausgabe von Karl Emil Frangeschärften Blick des Arztes, der empirisch zos veröffentlicht wird. Diese Ausgabe war
editorisch mangelhaft und enthielt zahlreiche Fehler, so auch die unterschiedliche
Schreibweise „Woyzeck“ und „Wozzeck“.
Als das Drama dann endlich 1913 in München zur Uraufführung kam, entdeckte
man schnell die Modernität und Aktualität des Textes. Der Wandel vom Spätfeudalismus zum Frühkapitalismus, den Büchner aufzeigt, wies durchaus Parallelen mit
der Zeit nach dem 1. Weltkrieg aus. Die
Komponisten Manfred Gurlitt und Alban
Berg erkannten dies. Beide schufen vor
dem Hintergrund der großen Wirtschaftskrise und des Aufstiegs der Nationalsozialisten zwei völlig unterschiedliche musikdramatische Werke. An Aktualität hat der
Stoff fast nichts verloren.
Übrigens: Wer beide Inszenierungen in
Bremen und Bremerhaven sehen möchte, bekommt bei Vorlage einer Eintrittskarte 20 % Ermäßigung beim Kauf einer
Karte für die Vorstellung im jeweils anderen Theater.
Theater Bremen / Stadttheater Bremerhaven Wozzeck 5 foyer
Ein
epochales
Werk
Die gleichnamigen Werke von Alban Berg und
Manfred Gurlitt nahezu zeitgleich in Bremen
und Bremerhaven
Text: Michael Pitz-Grewenig
„Wozzeck“ von Alban Berg
im Theater Bremen
deckt. Moral, Tugend, Freiheit, wissennelle Dramenform. Der erste Akt umfasst
fünf Szenen, die die Exposition ergeben, in schaftliche Rationalität degenerieren zu
leeren Worthülsen.
der alle Personen vorgestellt werden. Der
A
Lange Zeit fand sich wegen der enormen Schwierigkeiten kein
Opernhaus, das das Wagnis der Aufführung eingehen wollte.
lban Bergs „Wozzeck“ ist eine großartige Synthese von Atonalität, Zwölftontechnik, Dur-Moll-Harmonik,
Sprechgesang, Belcanto usw. Lange Zeit
fand sich wegen der enormen Schwierigkeiten kein Opernhaus, das das Wagnis der
Aufführung eingehen wollte. Die Uraufführung fand dann nach spektakulären 34
Proben unter Erich Kleiber an der Berliner
Staatsoper „Unter den Linden“ am 14. 12.
1925 statt, vier Jahre nach der Fertigstellung.
Die Kritik reichte von Zustimmung („Der
Abend bildete nicht nur die größte Sensation dieser Saison, sondern auch ein Ereignis von Bedeutung für die Geschichte der Musikdramatik überhaupt“) bis hin
zur Ablehnung („Die Musik von Alban Berg
ist wahrhaft entsetzlich. Von dem in Jahrhunderten errichteten Harmoniegebäude ist kein Stein auf dem anderen geblieben. Das Orchester quiekt, wiehert, grunzt
und rülpst“). Aber all das konnte nicht unterschlagen, dass Alban Berg ein epochales Werk geschaffen hatte. 1929 erbrachte
eine exzellente Inszenierung in Oldenburg
den Beweis, dass die Oper auch an mittleren Häusern aufführbar ist.
Im Gegensatz zu Manfred Gurlitt erstellte Berg für seinen „Wozzeck“ ein Libretto in drei Akten, zitiert also die traditio-
zweite Akt, ebenfalls fünf Szenen, entfaltet die dramatischen Entwicklungen, und
der dritte Akt stellt wiederum in fünf Szenen die verschiedenen Aspekte der Katastrophe dar. Die kompositorische Konstruktion entspricht dieser Anlage. Der erste Akt
besteht aus Charakterstücken, der zweite ist eine großangelegte Sinfonie und der
dritte ist eine Abfolge von sechs Inventionen über musikalische Grundbausteine.
„Dass das Schicksal Wozzecks ein schlimmes ist, kann nicht die einzige Idee des
Abends sein. Es wird daher vor allem um
den Aspekt des Systems gehen“, so der leitende Dramaturg Ingo Gerlach. Das zeitlich genau zu verorten würde der RegieKonzeption widersprechen. „Es wird eine
hybride Zeit sein, die in einer nicht fernen
Zukunft angesiedelt ist, aber verschiedene
historische Schichten zitiert.“
In Bremen erklang Alban Bergs „Wozzeck“
zum letzten Mal im Jahre 1971. Die aktuelle Inszenierung liegt in den Händen von
Paul-Georg Dittrich. Er knüpft, so der leitende Dramaturg Ingo Gerlach, mit seiner
Arbeit an einen Aspekt in Büchners Werk
an, den Christa Wolff in ihrer Büchner-Rede aus dem Jahre 1980 so beschrieben hat:
„Vorläufer in der Dichtung sind fast immer
auch Vorempfindungen einer Angst, die
später über viele kommt.“
Bühnenbildnerin Pia Dederichs skizziert
hierzu eine Stadt auf einer Drehscheibe, die
einen geschlossenen Mikrokosmos, eine
Versuchsanordnung, darstellen soll, aus
dem es anscheinend kein Entrinnen gibt.
Das entspricht Alban Bergs struktureller
Vorstellung sowohl hinsichtlich der Gestaltung des Librettos, die die fragmentarische
Form der Vorlage negiert, wie der kompositorischen Struktur.
Emanzipation und keine Unterdrückung,
keine Bevormundung – das konnte Christa Wolff nicht fremd sein. Büchner hat geahnt, dass der Gedanke des Fortschritts
den Keim einer Systemgläubigkeit enthält,
deren Rationalität irrationale Wurzeln ver-
Premiere am 13. Februar, 19.30 Uhr, im
Theater am Goetheplatz. Weitere Vorstellungen: 20., 25. und 28. Februar; 4. und 9.
März. – Mitwirkende (u.a.):
Claudio Otelli (Wozzeck),
Nadine Lehner (Marie), Hyojong Kim
(Andres), Christoph Heinrich (Doktor).
foyer 6 Theater Bremen / Stadttheater Bremerhaven Wozzeck
Die gleichnamigen Werke von Alban Berg und
Manfred Gurlitt nahezu zeitgleich in Bremen
und Bremerhaven
Text: Michael Pitz-Grewenig
Gesellschaft
ohne Utopie
Opernereignis „Wozzeck“
„Wozzeck“
von Manfred Gurlitt
im Stadttheater Bremerhaven
S
eit der Uraufführung des „Wozzeck“
von Manfred Gurlitt im Jahre 1926
in Bremen wird sein Werk mit Alban
Bergs gleichnamiger Oper verglichen, die
vier Monate zuvor ihre spektakuläre Weltpremiere erlebt hatte. Sein „Pech“, zu spät
gekommen zu sein, verdeckt die Tatsache,
dass es sich um grundverschiedene musikdramatische Kompositionen handelt. Das
betont auch Robert Lehmeier, der die Oper
in Bremerhaven inszeniert: „Gurlitt hat
neben Alban Berg eine absolut eigenständige, faszinierende und leicht zugängliche
Version des Büchner-Dramas geschaffen.“
weil er sein Werk aus dem Blickwinkel des
Sprechtheaters heraus komponierte. Dies
ist durchaus vergleichbar mit den Werken
von Hanns Eisler, Kurt Weill und dem epischen Theater von Piscator/Brecht. Gurlitt
betont das Fragmentarische, das Abrupte
des Textes und ist unter diesem Aspekt im
Prinzip fortschrittlicher als Berg, weil er
sich näher am Ursprungstext orientiert.
ter Unterhaltung. Das betrifft heutzutage
ja nicht nur Hartz-IV-Empfänger.“
Lehmeier und sein Ausstatter Mathias
Rümmler wollen „unbedingt vermeiden,
dass sich der Besucher nach dem Öffnen
des Vorhangs zurücklehnt und einer FreakShow beiwohnt, die voyeuristisch Vorurteile über Armut bedient.“
Robert Lehmeiers Interpretationsansatz
Premiere am 5. März, 19.30 Uhr,
ist interessant: „’Wozzeck’ zeigt sowohl in im Großen Haus. Weitere Vorstellungen:
der Titelfigur wie auch in den Charakte11. und 24. März.
ren, die ihn umgeben, eine Gesellschaft
im Zustand der Utopielosigkeit. Eine Gesellschaft, die keine Vision für die Zukunft
mehr entwickeln kann und in der kreisenden Ausweglosigkeit keine Hoffnung mehr
Manfred Gurlitt, der 1890 in
an die nächste Generation – dafür steht
Berlin geboren wurde und 1972 in Todas Kind von Wozzeck und Marie – weiterkio starb, war ein erfolgreicher Dirigeben kann. Das finde ich sehr aktuell.“
gent und Komponist. In Bremen wirkEin rein kompositionstechnischer Verte er von 1914 bis 1927 als Kapellmeister
gleich kann nur zu Ungunsten Gurlitts
Von konkreten Aktualisierungen hält Round als Generalmusikdirektor. Die Naausfallen und ist zudem auch nicht zielbert Lehmeier allerdings wenig: „Wir werzis belegten ihn mit Berufsverbot, da er
führend, denn seine Vorstellungen waren
den aber Menschen begegnen, in denen
ein „jüdischer Mischling zweiter Ordvöllig andere. Das fängt schon mit der Be- ich mich als heutiger Zuschauer wiederernung“ war. Die Versicherung der Mutzeichnung an, denn Gurlitt verwendete be- kennen kann. ‚Wir arme Leut’ – im Libretter, er wäre das Ergebnis eines „Seitenwusst nicht den Begriff ‚Oper’. Im Gegento eine Art Leitspruch – verstehen wir nicht
sprungs“, half nichts, auch nicht sein
satz zu Berg fasste er den Text auch nicht
vordergründig als arme Leute im Sinne eiEintritt in die NSDAP. 1939 flüchtete
in Akte zusammen, sondern schuf aus
ner sozialen Verortung. Die Menschen
Gurlitt ins japanische Exil. Nach dem 2.
Büchners Fragment eine lose Abfolge von
in ‚Wozzeck’ sind arm, weil sie gesellWeltkrieg passte sein hochexpressiver
Szenen, die er als „Tragödie in 18 Bildern
schaftlich für nicht mehr wichtig erachStil nicht mehr so recht in das Konstrukt
und einem Epilog“ bezeichnet.
tet werden, nicht mehr an gesellschaftlider „Stunde Null“ und der damit verchen Prozessen beteiligt werden. Aus ihrer
bundenen Avantgarde.
Gurlitt verzichtet auf strukturelle, harmo- Stumpfheit reißt sie der Mord Wozzecks an
nische und instrumentale Raffinements,
Marie als eine Art Höhepunkt pervertier-
THEATER BREMEN Eine Familie
7 foyer
Alize Zandwijk inszeniert Erfolgsstück von
Tracy Letts für das Theater Bremen
Text: Christian Emigholz
Tracy Letts
Familienbande
D
er Titel sagt nicht viel aus. „Eine
Familie“ – alles Mögliche könnte
sich dahinter verbergen: Komödie,
Tragödie, psychologische Sezierung. Auch
der amerikanische Originaltitel „August:
Osage County“ verrät noch nichts. Von
allem ein wenig steckt wohl in diesem
Theaterstück, das demnächst im Theater
Bremen in der Regie von Alize Zandwijk
Premiere feiern wird.
„Ich finde das Stück überhaupt nicht
typisch amerikanisch. Wenn es so wäre,
hätte ich es nicht ausgewählt.“
Das klingt nach einem typisch amerikanischen Thema, oder? Die Regisseurin Alize
Zandwijk ist etwas irritiert über diese ein
wenig provokant gemeinte Behauptung:
Premiere am 26. Februar, 19.30 Uhr, im
Theater am Goetheplatz. Weitere Vorstellungen: 2. und 11. März.
Alize Zandwijk hat das Stück zuerst gelesen,
dann auf der Bühne und schließlich auch im
Kino gesehen, und sie ist zur Überzeugung
gelangt: „Das ist ein Stück über uns und
unsere Familien. Die Mutter ist zwar stark
drogenabhängig, und man könnte denken, das ist weit weg von uns.“ Aber für die
Der amerikanische Dramatiker Tracy Letts Regisseurin ist es nicht weit weg, schließlich
hat „Eine Familie“ geschrieben. Und es ist gebe es auch bei uns Väter und Mütter, die
sein bisher größter Erfolg, für den er den
Alkoholiker sind, und Kinder, die mit ihren
Pulitzer-Preis und den Tony Award erhielt. Eltern nicht mehr zurechtkommen.
Mittlerweile hat auch Hollywood es verfilmt. „Eine Familie“ erzählt die fortschrei- Daher findet sie sie, dass das genaue Gegentende Zerrüttung einer solchen.
teil zutrifft, „Eine Familie“ ist für sie nicht
typisch amerikanisch, sondern geradezu
Die Hauptperson Violet Weston lebt mit
universell. Und sie erinnert an den däniihrem Mann in Osage County. Ihr Mann
schen Film „Das Fest“, der ein ähnliches
verschwindet, und sie ruft ihre entfernt
Thema behandelt. Für Alize Zandwijk ist es
lebenden Töchter ins Haus. Hier brechen
„eine harte, schwarze Komödie“, in der „die
die bislang tief verborgenen Konflikte aller typischen Verhaltensmuster innerhalb einer
miteinander offen aus, was komische, aber Familie abgebildet werden“. Zwölf Rollen erauch tragische Momente hat. Das Resultat fordert das Stück und die Regisseurin freut
ist ein regelrechtes Schlachtfest der Worte sich darauf besonders: „Ich liebe es, wenn
mit den entsprechenden Reaktionen.
viele Personen auf der Bühne stehen.“
foyer 8
THEATER BREMEN bremer shakespeare company
Bernd Freytag inszeniert „Macbeth“
bei der bremer shakespeare company
Text: Christian Emigholz
„Macbeth“ aus einer früheren Produktion, Foto: Marianne Menke
Männer, Mord und Macht
Ü
ber 20 Rollen weist Shakespeares
Tragödie „Macbeth“ auf, selbst
wenn man das Randpersonal weglässt. Bernd Freytag stehen für seine Inszenierung fünf Männer aus dem Ensemble der bremer shakespeare company zur
Verfügung. Nun ist man es dort gewöhnt,
mehrere Rollen zu spielen, auch Männer
mal Frauen, wie es zu Shakespeares Zeit
ohnehin die Regel war. Dennoch bleibt die
Besetzung schwierig – fünf Männer sind
halt sehr wenige.
Aber das ist das geringere Problem des Regisseurs, denn er ist erst einmal regelrecht erschüttert über die Fülle des Stoffes, die er im „Macbeth“ vorfindet: „Ich bin
ganz schön überheblich an die Sache herangegangen: Ich kannte die Verdi-Fassung
des ‚Macbeth’ und habe gedacht: so ist es.
Doch dann habe ich den Originalstoff dezidiert gelesen und es ist viel, viel mehr, und
es ist gut und sehr differenziert.“ Die Folge:
„Ich muss kürzen, anders geht es gar nicht.“
Die letzte Inszenierung des „Macbeth“
war vor acht Jahren im Theater am Leibnizplatz zu erleben, damals ein blutiges
Schlachten wie aus einem Martial-Arts-
Film. Freytags Interesse gilt jetzt einem
anderen Aspekt: „Mich interessiert, ähnlich wie beim ‚Lear’, der Endpunkt. Am
Schluss geht es im ‚Macbeth’ sofort wieder
zur Krönung, also das Stück bindet sich auf
eine seltsame Art wieder zusammen: Es
könnte alles wieder von vorne anfangen.“
Freytag interessiert dabei das männliche
Muster: „Macbeth“ in der Fortsetzung von
Duncan. „Was liegt darunter für ein männliches Verbrauchs- und Untergangssystem?
Das Muster muss herauskommen, dass der
eine König auf den vorherigen folgt. Genau
dieses männliche Muster interessiert mich.“
Andererseits – gibt es im „Macbeth“ nicht
auch ein weibliches Muster in der Person
der Lady Macbeth, die in fast biblischer
Manier Macbeth zum Naschen am Apfel verführt, oder anders gesagt, ihn zum
Mord an König Duncan erst anstachelt?
Bernd Freytag fragt sich: „Zum Naschen
an was? An der Ewigkeit? Es heißt ungefähr
im Text: ‚Dann sind wir endlich in Ruhe
und können ewig herrschen’. Sie planen
den Mord, der ihren Aufstieg sichern soll,
eigentlich gemeinsam. Es ist ihr Auftrag.
Aber vielleicht handelt Macbeth auch nicht
in ihrem Auftrag, denn eigentlich hat er ja
zuvor schon den Auftrag bekommen. Das
ist nicht ganz klar. Denn Macbeth sagt:
‚Was ist das, was mich zum Mord auffordert?’ und dann erst kommt Lady Macbeth
mit ihrer Idee.“
Überhaupt ist sich der Regisseur nicht sicher, ob sich in der Tragödie überhaupt ein
weiblicher Pol findet, denn Lady Macbeth
sagt: „Ich ‚entweibe’ mich, sie neutralisiert
sich also, wird letztlich männlicher als ein
Mann. Also eigentlich fehlt das weibliche
Element in dem Stück.“ Wenn Lady Macbeth so klar, kalt und männlich ist, warum fällt die dann plötzlich in Wahnsinn?
Bernd Freytag findet das auch „mirakulös“
und sieht die gescheiterte Verdrängung als
Motiv: „Sie ist die gestresst als Königin der
Nacht Handelnde, die im Augenblick der
Erkenntnis ihres eigenen Handelns in sich
zusammenfällt.“
Premiere am 19. Februar, 19.30 Uhr, im
Theater am Leibnizplatz. Weitere Vorstellungen: 20. und 25. Februar. Mitwirkende: Tobias Dürr, Tim Lee, Peter Lüchinger,
Erik Roßbander und Markus Seuß.
THEATER SZENE Neues von den Bühnen der Region
9 foyer
szene
Neues von den Bühnen der Region
Text: Peter Schulz
Landesbühne
zieht ins „TheOs“
Einen bemerkenswerten Rekord verzeichnete das Oldenburgische Staatstheater:
Am 19. Dezember 2015 konnte die 100. Vorstellung der Inszenierung von Wolfgang
Herrndorfs Roman „Tschick“ (Regie: Markolf Naujoks) gefeiert werden. Seit der Premiere am 15. September 2012 haben ca.
11.400 Zuschauer die Produktion gesehen. Generalintendant Christian Firmbach
dankte der jetzigen Besetzung Franziska
Schubert, Rajko Geith und Klaas Schramm,
der alle 100 Aufführungen bestritten hat
(Foto oben). „Tschick“ steht natürlich weiterhin auf dem Spielplan.
..........................
Die Orangerie Herrenhausen, die Bühnen des Niedersächsischen Staatstheaters
und die Hochschule für Musik, Theater
und Medien zählen zu den Schauplätzen
des nächsten Festivals „Tanztheater international“, das vom 1. bis 10. September in
Hannover stattfindet. Angekündigt werden
„viele junge Talente, aber auch bewährte
Kompanien.“
Mit der Produktion „Boxom“ des Choreografen Helge Letonja gastiert das Bremer
„steptext dance project“ am 30. Januar
(19.30 h) im Bremer Goetheplatz-Theater. Die deutsche-senegalesische Compagnie verbinde dabei „Elemente aus den verschiedenen Tanzsprachen, Live-Gesang,
lichte und raue szenische Momente zu
transkultureller Tanzkunst.“
..........................
Das Oldenburgische Staatstheater hat die
Spielzeit 2014/15 mit 204.000 Besuchern
abgeschlossen. Das Bremer Theater meldet
für diesen Zeitraum 175.000, das Stadttheater Bremerhaven 136.000 Besucher.
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Die New Yorker Ballettmeisterin Janet
Wong hat mit der BallettCompagnie Oldenburg die Proben für einen Doppelabend mit der europäischen Erstaufführung von „D-Man in the Waters“ und der
Uraufführung des Stücks „Generation Y“
aufgenommen. Die Premiere ist für den
5. März im Großen Haus vorgesehen.
Tschüss „Studio Rheinstraße 91“, auf ins
„TheOs“! Die Landesbühne Nord kann in
Kürze in Wilhelmshaven neben dem Stadttheater in der Virchowstraße über eine
neue zweite Spielstätte verfügen. Aus dem
seit 2011 geschlossenen, mittlerweile vollständig entkernten und neu ausgebauten
Unterwasserkino „Oceanis“ ist das „Theater im Oceanis“, kurz „TheOs“, geworden.
Eröffnet wird das neue Haus am 13. Februar mit Amerikas meistgespieltem OffBroadwaymusical „The Fantasticks“.
Landesbühnen-Intendant Olaf Strieb inszeniert das Stück und hofft darauf, dass
das „TheOs“ bereits bei der Hauptprobe am 10. Februar voll besetzt ist. An diesem Tag sollen nämlich 99 ehrenamtliche Umzugshelfer die 99 Stühle aus der
Rheinstraße zur neuen Spielstätte am
Bontekai transportieren. Jeder Stuhl
gilt als Eintrittskarte für den Besuch der
„Fantasticks“-Probe. Erlaubt sind alle
Hilfsmittel, die nicht motorisiert sind:
Sack- und Schubkarren, Schlitten, Bollerund Kinderwagen.
Der Umzug war erforderlich geworden,
weil die alte Studiobühne nicht mehr
genutzt werden durfte. Gutachter hatten im Herbst 2013 Probleme hinsichtlich der Statik der früheren Turnhalle in
der Rheinstraße festgestellt. Das Gebäude war 1990 zur Spielstätte des damaligen
Jungen Theaters umfunktioniert worden.
foyer 10
THEATER BREMERHAVEN Madame Pompadour
schmissige melodien
Operette „Madame Pompadour“ von
Leo Fall am Stadttheater Bremerhaven
Text: Karin Hiller
Ansgar Weigner
D
rei Jahre vor seinem Tod konnte Leo Mann, der sich später als ihr Schwager
Fall am 9. September 1922 in Berlin entpuppt. Ungeahnte Verwirrungen sind
mit „Madame Pompadour“ die
die Folge, doch mit Intelligenz, List und
Uraufführung seiner wohl erfolgreichsten einschmeichelnden Melodien löst Madame
Operette erleben. Die Titelpartie sang die Pompadour das Chaos zu ihrem Vorteil
gefeierte Soubrette Fritzi Massary, die
auf.
sich – glaubt man Alfred Polgar – massiv
in die Entstehung der Komposition einge- Weigner belässt die Handlung im 18. Jahrmischt hatte. Die „Berliner Morgenpost“
hundert („Die amourösen Verwicklungsbejubelte
geschichten
das Ereig- ... eine Frau, die ihr Leben selbst bestimmt.
funktionis („Also
nieren nur
– das ist wirklich ein großer Wurf, ein
in dieser Zeit“) und spielt mit den Unterbrausender Erfolg!“), das Premierenpub- schieden zwischen der bürgerlichen Welt
likum soll angesichts der schmissig-leich- des Volkes und dem königlichen Hof. Mit
ten Melodien und der anspielungsreicheiner eigenen Textfassung, die auf dem
anzüglichen Gesangstexte (Libretto:
Original basiert, hebt er die politischen
Rudolph Schanzer und Ernst Welisch)
Aktivitäten der Pompadour stärker heraus:
nahezu aus dem Häuschen gewesen sein. „Leo Fall war nicht so walzerselig. ‚Madame Pompadour’ ist eher eine Spieloper
Auf den Regisseur Ansgar Weigner, der die als eine Operette.“
Operette aktuell am Stadttheater Bremerhaven inszeniert, übt die Geschichte der
Das Bühnenbild funktioniert nach dem –
ebenso schönen wie klugen Pompadour
wie Ausstatter Christian Robert Müller es
besonderen Reiz aus. Denn die Mätresse
nennt – „Spieluhrenprinzip“: Gegenstände
am Hof Ludwigs XV., die großen politiund Kulissenteile werden über die Bühne
schen Einfluss auf den König entwickelte, gezogen, der mechanische Vorgang ist
ist keine erfundene, sondern eine historisichtbar, ein Verfremdungseffekt.
sche Figur; eine Frau, die ihr Leben selbst
bestimmt.
Premiere am 30. Januar, 19.30 Uhr, im
Großen Haus. Weitere Vorstellungen: 6.,
Im Karnevalstreiben geht sie unerkannt
12., 14. und 25. Februar; 14. März. Musiauf die Suche nach amourösen Abenteukalische Leitung: Hartmut Brüsch.
ern und entflammt ausgerechnet für den
STADTTHEATER BREMERHAVEN Der jüngste Tag 11 foyer
Dominique Schnizer inszeniert
„Der jüngste Tag“ in Bremerhaven
Text: Karin Hiller
Dominique Schnizer
Hotel Hölle
der sich hat ablenken
lassen, oder Anna,
die ihn küsste? Trägt
Hudetz’ Frau Verantwortung, die ihren Mann
grausam und lieblos behandelt oder die
uf den ersten Blick scheinen seine
Werke volkstümlich, doch dahinter starre Dorfgemeinschaft, die mit ihren
steckt bitterböse Ironie. Die Figuren Vorurteilen gesellschaftlichen Druck auf
in den Geschichten des Ödön von Horváth die Bewohner ausübt?
entstammen zumeist einem kleinbürgerIm Dorf herrscht eine latente Unzufrielichen Milieu. In diesem Umfeld seziert
er durch einen sozialkritischen Blick auf denheit, die Beziehungen der Menschen
die Menschen eine moralisch festgefahre- zueinander sind unehrlich, eine rein
opportunistische Zweckgemeinschaft. Die
ne Gesellschaft, legt ihre Engstirnigkeit,
öffentliche Meinung passt sich jeder VerIntoleranz und ihre Unfähigkeit miteinänderung der Lage an. Schnizer beschreibt
ander zu kommunizieren offen.
das Dorf als ein „Hotel voller kaputter,
bösartiger Existenzen“.
So auch in seinem 1937 uraufgeführten
dramatischen Schauspiel „Der jüngste
In diesem Vorort zur Hölle wird mit einem
Tag“, das jetzt im Stadttheater BremerhaBlick auf das Fegefeuer Gericht gehalten
ven zu sehen ist. Der Österreicher Doüber die Leute. Alle sind schuldbeladen
minique Schnizer inszeniert das düstere
und auf der Suche nach Erlösung, das
Stück über Verantwortung, Schuld und
Stück nimmt teilweise biblische Züge an.
Sühne. Es beginnt mit einer kleinen
Es gibt keinen wirklichen Sympathieträmenschlichen Schwäche, die eine unger, doch „Horváth schafft Figuren“, so
glaubliche Konsequenz nach sich zieht.
Nur für einen Augenblick lässt sich Bahn- Schnizer, „die bösartig sind, die man aber
annimmt. Man ist ständig hin und her gewärter Hudetz durch einen Kuss der jungen Anna ablenken. Er vergisst, das Signal rissen zwischen annehmen und ablehnen.“
zu setzen, der Zug rast vorbei, Folge ist ein
Verdrängung und Lüge bringen die PersoZugunglück mit 18 Toten.
nen in Bedrängnis. Hudetz leugnet jegliche
Schuld an dem katastrophalen Unglück.
Wer trägt die Schuld an diesem Unglück,
Doch kann er es mit seinem Gewissen
was war der Auslöser? Ist Hudetz Schuld,
A
vereinbaren, sich der Verantwortung zu
entziehen? Die emotionale Ausweglosigkeit
spitzt sich zu, weder Hudetz noch Anna
werden mit ihrer Schuld fertig. Selbstmord,
Mord, Geständnis – gibt es einen erlösenden Weg aus der beklemmenden Situation?
Am Schluss steht eine überraschende Totenszene, die wie ein Fiebertraum von Hudetz erscheint. „Selbst im Tod gibt es keine
Erlösung, man bleibt der, der man ist“,
erklärt der Regisseur, „auch hier bleiben
die Figuren menschlich, auch die Toten.“
Um die Spannung zu erzeugen, die sich im
Laufe des Stücks stetig auf baut, verzichtet
Schnizer weitgehend auf äußere Mittel. Allein die Figurenkonstellation bietet genug
Konfliktpotential, um eine krimiähnliche,
schaurige Atmosphäre zu entfachen.
Ödön von Horváth starb 1938 unter dramatischen Umständen in Paris. An einem
stürmischen Nachmittag wurde er beim
Spazierengehen auf den Champs-Élysées
während eines Gewitters von einem herabstürzenden Ast erschlagen. Er wurde nur
36 Jahre alt.
Premiere am 20. Februar, 19.30 Uhr, im
Großen Haus. Weitere Vorstellungen: 24.
Februar; 6. und 10. März. Ausstattung:
Christin Treunert.
foyer 12
OLDENBURGISCHES STAATSTHEATER Satyaghara
Die Kraft der Wahrheit
Oper von Philip Glass über den gewaltlosen
Widerstand von Mahatma Gandhi
Text: Ute Schalz-Laurenze
A
ls der 1937 geborene Philip Glass
seine Opern „Einstein on the Beach“
(1976) und „Satyagraha“ (1980) zur
Aufführung brachte, löste er mit seinem
komponierten Widerstand gegen unzugängliche Komplexität, Konstruktion und
Dissonanz – was jahrzehntelang für die
Musik der Avantgarde stand – einen regelrechten Erdrutsch aus: „Minimal Music“,
periodische Musik oder auch repetitive
Musik hieß das so harmonisch klingende Heil aus Amerika. Und es dient in der
Oper „Satyagraha“ – „Kraft der Wahrheit“
– der Verherrlichung der Gewaltlosigkeit
und ihres berühmtesten politisch-historischen Verfechters Mahatma Gandhi.
Es geht um Gandhis Aktivitäten zwischen
1893 und 1913 als junger Anwalt in Südafrika. Er tritt ein für die entrechteten Inder,
engagiert sich im Konflikt mit der Kolonialmacht, ist besessen von dem Willen, sich
durch Gewalt nicht zu Gegengewalt provozieren zu lassen. Am Ende singt Gandhi
eine e-phrygische – aus den mittelalterlichen Kirchentonarten – Tonleiter.
Das Libretto stammt von der amerikanischen Schriftstellerin Constance de Jong,
die nicht Handlungen ausführt, sondern
eher Situationen skizziert: die sieben, ahistorisch angeordneten Bilder haben jeweils
Schwerpunktthemen wie Rassendiskriminierung, Polizeiaktionen, Gandhis Gründung einer oppositionellen Zeitung oder
auch dessen legendären Protestmarsch.
Darüber hinaus stehen die drei Akte unter
der „Schirmherrschaft“ von Tolstoi, Tagore und King. „In dem Stück geht es um
Freiheit und um Verzicht zum Wohle der
Menschheit“, sagt Andrea Schwalbach, die
„Satyagraha“ im Oldenburgischen Staatstheater inszeniert. „Das ist so aktuell, das
muss man erzählen!“
In Oldenburg wird die Oper in der Sprache des Sanskrit einstudiert. Glass‘ Musik
ist schillernd, sucht ihren Sinn in einem
gleichklingenden Ablauf. Ständig ändern
sich bei gleichen, endlos wiederholten
Grundmustern Klangfarben, Lautstärken
und Intensitäten nach dem Muster einer
Chaconne über eine einzige harmonische
Sequenz. Schwalbach: „Die Musik von
Glass ist sehr wohl voller Steigerungsmomente. Es gibt Crescendi, die sich über
mehrere Minuten ziehen, bis sie ihre volle
Kraft entwickelt haben, oder die Addition
von immer mehr Stimmen, die zu einer
Stimme anschwellen. Ich empfinde die
Musik als sehr emotional und mitreißend.“
„Satyagraha“ habe teilweise „etwas Beharrliches, so wie Gandhis Umgang mit sich
und den ihm gestellten Problemen: Unabwendbar, alternativlos bis zur Selbstaufgabe.“ Die Musik, so Andrea Schwalbach weiter, habe in ganz vielen Momenten etwas
Gewaltiges: „Durch die Größe des Chores
überrollt einen die Musik regelrecht. So wie
die Menschenwellen, die Gandhi ausgelöst
hat. Manchmal hat sie was Bohrendes, wie
ein steter Tropfen, der den Stein höhlt, den
es zu brechen gilt. Die Musik erzählt mir
auch sehr viel über Emotionen, und so gehe
ich damit auch um, viel weniger abstrakt
als gewohnt, viel menschlicher.“
Premiere am 6. Februar, 19.30 Uhr, im
Großen Haus. Weitere Vorstellungen am
13. und 27. Februar; 17. und 25. März. Musikalische Leitung: Carlos Vasquez; Regie:
Andrea Schwalbach; Bühne und Kostüme:
Anne Neuser. Mitwirkende (u.a.) Timothy Oliver (Gandhi), Valda Wilson (Miss
Schlesen), Melanie Lang (Kasturbai), KS
Paul Brady (Kallenbach).
OLDENBURGISCHES STAATSTHEATER Terror 13 foyer
Ferdinand von Schirachs Bühnen-Erstling
„Terror“ am Oldenburgischen Staatstheater
Text: Michael Pitz-Grewenig
Richter Publikum
D
er Strafverteidiger Ferdinand von
Schirach gehört zu den Juristen, die
ihre Berufserfahrungen literarisch
verarbeiten. Seine Werke sind Bestseller
und wurden mit zahlreichen Preisen bedacht. Die „New York Times“ bezeichnet
ihn als einen „ungewöhnlichen Stilisten“,
der britische „Independent“ vergleicht
ihn sogar mit Kafka und Kleist. „Terror“,
sein erstes Werk für Theater, erlebte Anfang Oktober 2015 in Berlin und Frankfurt eine Doppeluraufführung. 14 Häuser
haben das Stück in dieser Saison ebenfalls
auf ihre Spielpläne gesetzt, darunter auch
das Oldenburgische Staatstheater
Darf man Menschen opfern, um andere zu
retten? Die zentrale Frage in „Terror“ rüttelt am Artikel 1 des Grundgesetzes („Die
Würde des Menschen ist unantastbar“).
Hat Lars Koch, Pilot eines Kampfjets der
Bundeswehr, richtig oder falsch gehandelt,
als er ein von Terroristen gekapertes Passagierflugzeug abschoss? Trägt er die moralische Verantwortung für sein Handeln?
Welche Gründe kann es geben, um ein Unheil durch ein anderes, vermeintlich kleineres abzuwehren?
Es geht in „Terror“ um das Vertrauensverhältnis zwischen Staat und Menschen und
letztendlich darum, ob der Zweck die Mittel heiligt. Eine Fragestellung, die leider
aufgrund vieler Ereignisse der letzten Jahre virulent ist. Dies als Theaterstück zu
verhandeln, ohne gleich „moralines“ Gerede anzustimmen, ist nicht einfach.
Schirach hat für sein Stück eine Form gefunden, die der zuständige Dramaturg Jonas
Hennicke eine „Kombination aus partizipativem Theater und Readymade“ nennt. Der
Gerichtsprozess wird aus seiner ursprünglichen Umgebung genommen und in einen
Kunstkontext – den Theaterraum – gesetzt.
Natürlich kann von Schirach keine Lösung
anbieten. Er lässt das Publikum entscheiden, es kommt also zu einer direkten Interaktion. Theater wird zu einem aktiven Ort
der Kommunikation, so Regisseur Peter
Hailer. Bühnenbildner Dirk Becker kreiert
einen Gerichtssaal der Zukunft, der wenig
zu tun hat mit der pflegeleichten Tristesse
von Behördenräumen. – Bis auf eine einzige Vorstellung gab es bisher übrigens immer einen Freispruch. Wie wird man in Oldenburg entscheiden?
Premiere am 20. Februar, 19.30 Uhr, im
Großen Haus. Weitere Vorstellungen: 26.
Februar; 6., 12. und 15. März.
foyer 14
THEATER IM NORDWESTEN Opernpremieren
Opernpremieren
Aktuelle Inszenierungen
auf Bühnen der Region
„Maria de Buenos Aires“, Foto: Jörg Landsberg
Theater Bremen
„Maria de Buenos Aires“
Nach einem recht schwerfälligen Einstieg
in einem dunklen Raum, in dem tangotanzende Paare herumwuseln, ist es erst
einmal erforderlich, schnell eine Wahrnehmung zu finden, die der „Operita“, der
kleinen Oper „Maria de Buenos Aires“ von
Astor Piazzolla (1968), auch gerecht wird.
Denn leicht ist das nicht: Es gibt einen spanischen literarischen Text, dessen Übersetzung mit häufig über sechs Zeilen nur
mit größter Anstrengung zu lesen ist. Und
hat man es geschafft, hat man auch schon
alles verpasst: Wo und wann befindet sich
die Geschichte gerade?
überflüssig machen: Annemaaike Bakker
als Maria entfaltet eine Lebenslust und Kaputtheit, die ebenso unter die Haut geht wie
die geballten Annäherungsversuche des Baritons Patrick Zielke. Dass sie nicht so gut
singt wie Zielke, dafür kann sie als Schauspielerin nichts, dadurch ergibt sich aber
eine nicht ganz glückliche Schieflage.
Viel bejubelt Benno Iffland, der einst über
viele Jahre dem Bremer Ensemble angehörte, für die Rolle extra spanisch gelernt
hat und die knapp zwei Stunden mit seiner besoffenen Verzweiflung faszinierend
füllt. Das Tango Orchester (Mitglieder der
Dabei passiert wenig: Ein alter betrunkener Bremer Philharmoniker) auf der Bühne
Mann, ein Geist, erinnert sich an seine Lie- unter der Leitung von Rolando Garza Rodbe Maria. Die hat eine drastische Biograriguez mit dem exzellenten Bandoneonphie hinter sich, ist zur Prostituierten hespieler Santiago Cimadevilla fand viele atruntergekommen und wankt nach ihrem
mosphärisch dichte Töne.
frühen Tod als Geist in der Stadt, um neu
geboren zu werden. In ihrem Leben verliebt Dem mit dem Tango nicht erfahrenen Zusich der Payador – der Sänger – ohne Erfolg schauer werden die Zusammenhänge vom
in sie. Vergangenheit, Gegenwart und ZuCharakter des Tanzes, den Kriegenburg
kunft überlagern sich kaum verständlich,
in so vielen Interviews beschworen hatte,
einen dialogischen Inhalt gibt es nicht.
mit der Geschichte kaum deutlich. Trotzdem ein genussvoller Abend. – Die nächsBleiben die fantastischen Bilder, die der Re- ten Vorstellungen: 17., 20. und 24. Januar;
gisseur Andreas Kriegenburg mit drei über- 6. und 12. Februar; 5. März.
ragenden Darstellern erfindet und deren
Ute Schalz-Laurenze
Aktionen jedes Lesen und Kapierenwollen
THEATER IM NORDWESTEN Opernpremieren
„Die lustige Witwe“, Foto: Stephan Walzl
15 foyer
„Hänsel und Gretel“, Foto: Stephan Walzl
Oldenburgisches Staatstheater
„Die lustige Witwe“
Oldenburgisches Staatstheater
„Hänsel und Gretel“
Ein Muss für Familien, die Kinder in die
Welt der Oper einführen möchten, ist die
Neuinszenierung von „Hänsel und Gretel“ im Oldenburgischen Staatstheater.
Aber auch für Liebhaber des romantischen
Klangs, denn Generalmusikdirektor Roger
Epple ließ das Staatsorchester üppig aufspielen. Zudem schienen die Solisten GeSängerisch glänzte vor allem Valda Wilfallen daran zu haben, nicht nur lieblich,
son als Hanna Glawari, die gleich mit ihsondern auch auftrumpfend zu singen.
rer Auftrittsarie für sich einnahm. Und
Yulia Sokolik (Hänsel) und Anna Avakian
wie sie das Vilja-Lied gestaltete, war eine
(als Gretel klanglich sehr präsent) agierKlasse für sich. Nicht ganz auf ihrer Höhe
ten spielfreudig, Daniel Moon und Melawar Paul Brady als Graf Danilo. Aber „Lip- nie Lang gaben dem Elternpaar szenisches
pen schweigen“ intonierte er mit zärtlichs- Gewicht, Alexandra Scherrmann gefiel als
Aber hat Lehárs „Lustige Witwe“ das wirk- tem Ausdruck und gab der Rolle insgesamt Sand- und Taumännchen. Lediglich Nicolich nötig? Lebt sie nicht von Charme,
lebendiges Profil. Uneingeschränkt erla Amodio (Hexe) war mit seinem zu lyriLeichtigkeit und Esprit? Jedenfalls scheint freulich waren Alexandra Scherrmann als schen Tenor ungünstig besetzt worden.
hier das Pulver für ein zündendes Vergnü- quirlige Valencienne und Philipp Kapeller,
gen nass geworden zu sein. Langeweile war der dem Rosillon mit seinem lyrischen Te- Bei ihrem Deutschland-Debüt konnten Michael Moxham (Regie) und Jason Southgafolglich über weite Strecken der überwienor kraftvollen Höhenglanz sicherte.
te (Ausstattung) dank fantasievoller Kosgende Eindruck.
tüme und vieler kindgerechter Einfälle
Vito Cristófaro am Pult des Oldenburgiüberzeugen. Die Bühne gleicht einer spinEs war aber nicht alles misslungen. Der
schen Staatsorchesters sichert dieser „Lusnennetzartigen Höhle und wird mittels at„Weibermarsch“, der hier von einer offentigen Witwe“ die Vitalität und die Feinsinmosphärischer Projektionen und einigem
bar therapeutisch behandelten Männernigkeit, die die Regie ihr schuldig bleibt.
Bühnenzauber bereichert. Insbesondegruppe serviert wird, zündet eigentlich im- Wie singt Danilo im bekanntesten Lied diere die Hexenszene mit dem hereinschwemer. Und wenn die Damen der Gesellschaft ser Operette? „Da geh’ ich zu Maxim“ – viel- benden Lebkuchenhaus als Hänsels Käfig
sich in Grisetten verwandeln, hat das
leicht die bessere Empfehlung. – Die nächs- machte Eindruck. – Die nächsten Vorsteldurchaus Charme. Hier nimmt die Inszeten Vorstellungen: 31. Januar; 4. März.
lungen: 23., 26. und 29. Januar; 14. Februar.
nierung auch endlich etwas an Fahrt auf.
Wolfgang Denker
Markus Wilks
Ist überall auch „lustig“ drin, wo „lustig“
draufsteht? Immerhin trägt Lehárs Operette den Titel „Die lustige Witwe“. Um
die Frage zu beantworten: Nein! Zumindest nicht, wenn sie so uninspiriert daherkommt wie Regisseur Ansgar Weigner sie
präsentiert hat. Es genügt eben nicht, nur
die Auf- und Abtritte zu koordinieren und
in die Dialoge ein paar „Gags“ einzubauen. Vor allem nicht, wenn sie aus der unteren Schublade gekramt werden, etwa wenn
wiederholt von den Melonen der Glawari
statt von den Millionen gesprochen wird.
Angemessen ist das Bühnenbild von Christof Cremer mit wallenden Vorhängen und
dem großen Kronleuchter; gelungen auch
die variablen Lichtstimmungen. Die Kostüme, ebenfalls von Cremer, bewegen sich in
heiterer, farbenfroher Operettentradition.
foyer 16
THEATER IM NORDWESTEN Opernpremieren
Aktuelle Inszenierungen
auf Bühnen der Region
Opernpremieren
„La Bohème“ Foto: Heiko Sandelmann
Stadttheater Bremerhaven
„La Bohème“
In einem dunklen Kellergewölbe, einem kargen Bretterverschlag beginnt Oliver Klöters
Inszenierung von Puccinis „La Bohème“ am
Stadttheater Bremerhaven. Rauchschwaden ziehen über die Bühne. Alles ist hier in
Schwarz und Grautöne getaucht. Ausstatter Darko Petrovic lässt keine Farben zu, Armut und Kälte sind zum Greifen nahe in dieser düsteren Umgebung. Ob hier oder in den
Straßenszenen, immer hat das ausdrucksstarke Bühnenbild großen Anteil an dieser
feinfühligen Inszenierung.
dringlichem Timbre versteht sie es, die zurückhaltende, von Krankheit gezeichnete junge Frau stimmlich und auch schauspielerisch sehr überzeugend zu zeichnen.
Gerade die leisen Stellen gelingen großartig. Die größte Rollenentwicklung durchlebt Regine Sturm als Musetta, die von der
koketten Verführerin zur einfühlsamen
Freundin wird.
Trotz aller Tragik kommt auch der Humor
nicht zu kurz, etwa wenn die vier Freunde
in Erwartung eines unerwarteten Mahls in
Gegen das sichtbare Elend setzt Klöter
ihrer Kellerbehausung einen übermütigen
die Männerfreundschaft der vier KünstFreudentanz hinlegen. Der musikalische
ler, die trotz schwieriger LebenssituatiLeiter der Produktion, Marc Niemann, und
on ihren Optimismus nicht verloren haben das Philharmonische Orchester geben den
und in Freud und Leid zusammenstehen.
Sängern stets genügend Raum, sich stimmKwonsoo Jeon als schüchterner, in Lielich zu entfalten und Puccinis Musik gebe leidender Rodolfo, Filippo Bettoschi als fühlvoll umzusetzen.
bodenständiger Marcello, Manos Kia als
gewitzter Schaunard und der Philosoph
Wie emotional diese Aufführung für alle
Colline, den Bass Leo Yeun-Ku Chu mit so- Beteiligten war, sah man an Katja Bördnorem Volumen ausfüllt, werden dank ge- ner, die noch beim Schlussapplaus in ihrer
sanglicher Harmonie und der natürlichen, Rolle versunken schien. Und auch das Puunbefangenen Personenführung Klöters
blikum brauchte einen Moment der Stille,
zu einer eingeschworenen Gemeinschaft.
bevor der Beifall auf brauste. Eine äußerst
beeindruckende, sehr berührende AuffühKatja Bördner, die bei der Premiere noch
rung! – Die nächsten Vorstellungen: 17. Jakurzfristig ersetzt werden musste, ist als
nuar; 19. Februar.
Mimi zu erleben. Mit weichem, unaufKarin Hiller
THEATER IM NORDWESTEN Opernpremieren
„Platée“ Foto: Heiko Sandelmann
Stadttheater Bremerhaven
„Platée“
Eine Barockoper mit Sängern und Musikern zu präsentieren, für die eine barocke
Spielweise eher nicht zum beruf lichen Alltag gehört, bleibt immer ein Risiko. Das
Stadttheater Bremerhaven geht das Wagnis ein und überrascht positiv auf hohem Niveau. Mit Jean-Philippe Rameaus
„Platée“ in einer Inszenierung von Hinrich Horstkotte ist pralles Barocktheater
zu erleben, ein buntes Spektakel mit Kostümen und Bühnenmaschinerie ganz in
Anlehnung an die Tradition des 18. Jahrhunderts. Vom ersten Ton an hält GMD
Marc Niemann das Tempo hoch und entlockt dem Philharmonischen Orchester einen Klang, der sich bemerkenswert dicht
an Interpretationen in historischer Aufführungspraxis geschulter Barockensembles orientiert.
Horstkotte lässt die Geschichte der hässlichen Sumpfnymphe Platée, die zum
Schein Göttervater Jupiter heiraten soll,
um dessen Gattin Juno von ihrer krankhaften Eifersucht zu kurieren, in einer heruntergekommenen Bar beginnen. Wir sehen Platée als älteren Transvestiten in
schäbigen Frauenkleidern, der abseits des
Kneipentrubels ein einsames Dasein fristet. Dort wird jenes perfide Spiel geplant,
das Horstkotte, der auch die Kostüme
entworfen hat (Bühne: Martin Dolnik),
dann als prächtigen Augenschmaus umsetzt.
Platée lebt in Horstkottes BremerhavenVersion am Wasser hinterm Deich, abseits der Gesellschaft. Mit Feingefühl und
stimmlicher Präsenz bis in die hohen Lagen überzeugt François-Nicolas Geslot als
Platée und lässt spüren, wie sehr sie sich
nach Liebe und Anerkennung sehnt.
In die Hochzeitsvorbereitungen platzt die
Verrücktheit, eine allegorische Figur, die
mit ihrem Gefolge aus Irren und Bettlern
die Gesellschaft aufmischt. Großartig, wie
Regine Sturm diese Außenseiterin zwischen Wahnsinn und Traurigkeit anlegt.
Auch in den weiteren Partien begeistern
die Sänger durch gesangliche Ausdruckskraft und darstellerische Begabung.
Stets präsent fügt sich das Ballett (Choreographie Sergei Vanaev) mit starken Tanzszenen nahtlos in die Handlung ein. Am Ende
ergießt sich ein Schwall Wasser aus dem
Bühnenhimmel über Platée und holt sie, ihres Traumes beraubt, zurück in die Realität.
Viel Beifall für eine rundum gelungene Inszenierung. – Die nächsten Vorstellungen:
21. Januar; 3. 21. und 27. Februar; 12. März.
Karin Hiller
17 foyer
foyer 18
THEATER IM NORDEN Schauspielpremieren
schauspielpremieren
Aktuelle Inszenierungen
auf Bühnen der Region
„Die Comedian Harmonists“, Foto: Heiko Sandelmann
Stadttheater Bremerhaven
„Die Comedian Harmonists“
Alles begann mit einer Anzeige 1927 im
Berliner Lokalanzeiger. Gesucht wurden
„sehr musikalische Berufssänger“ für ein
„einzig dastehendes Ensemble“. Und hier
setzt Tobias Rott in seiner Inszenierung
der „Comedian Harmonists“ an. Auf der
leeren Bühne finden sich sechs junge Männer zusammen, die der legendären A-cappella-Gruppe ihr Gesicht geben. Rott zeigt
den schwierigen und langwierigen Probenprozess, der die Sänger an den Rand ihrer
Kräfte bringt, die ersten Auftritte, die ersten Erfolge.
verbietet, öffentlich aufzutreten, ist das
Ende der Comedian Harmonists abzusehen.
Auf einer nun schräg ansteigenden Bühne entfernen sich die Freunde voneinander. Streit, Vorwürfe und das Berufsverbot
für die drei jüdischen Mitglieder führen zur
endgültigen Trennung der Gruppe. Sie haben sich nach 1935 nie wiedergesehen.
Die politische Situation und die daraus resultierenden Probleme der Harmonists stehen jedoch eher im Hintergrund, oft hat
das Stück (Buch: Gottfried Greiffenhagen)
reinen Konzertcharakter. Optisch markiert
Die Bremerhavener Harmonists AlexandAusstatter Markus Karner zuerst nüchtern
re Pierre, Tobias Graupner, Sascha Stead,
mit grauen Stoffbahnen, später mit blinThomas Burger, Wolfgang Mirlach und Flo- kenden Glitzervorhängen und herausfahrian Appel, der auch musikalischer Leiter
render Showtreppe den stetigen Aufstieg
der Produktion ist, können sich durchaus
der Gruppe.
mit dem Original messen. Beschwingt intonieren sie Lieder wie den „Kleinen grüAm Ende lässt Rott in einem letzten genen Kaktus“ und „Veronika, der Lenz ist
meinsamen Auftritt der Freunde einen
da.“ Alle weiteren Rollen wie Hauswirtin,
kleinen Hoffnungsschimmer aufflackern,
Conférencier, Agent, Obersturmbannfüh- denn „Irgendwo auf der Welt gibt’s ein
rer werden von Steffen Riekers übernomkleines bisschen Glück.“ Standing Ovamen, der mühelos von einem Charakter in tions für mitreißende Gesangsnummern,
den anderen springt.
beste Unterhaltung, aber im Ansatz auch
nachdenkliche Momente. – Die nächsten
Als Hitler 1933 zum Reichskanzler ernannt
Vorstellungen: 15., 23., 24. und 29. Januar;
wird und die Reichsmusikkammer unter
4. und 7. Februar.
Vorsitz von Richard Strauss Nichtariern
Karin Hiller
THEATER IM NORDEN Schauspielpremieren
19 foyer
Schauspielrätsel
(mpg) Einer Binsenweisheit zufolge läuft
im Leben nicht immer alles nach Wunsch.
Davon weiß auch die Hauptperson unseres gesuchten Stückes ein Lied zu singen,
ein Ausrufer und Schiffschaukel-Schleuderer auf dem Rummelplatz. Öliger Aufreißer-Schmäh, gepaart mit Charme und
Brutalität, ist für ein geordnetes Leben
eben zu wenig.
Das gesuchte Stück schildert die tragikomische Geschichte eines Kirmeskerls, der
es mit Gesetz und ehelicher Treue nicht
ernst nimmt. Es ist eine mehr oder minder
vergnüglich-nachdenkliche Handlung, die
zwischen Erdenreich und Jenseits spielt.
Eine Paraderolle für den Hauptdarsteller.
Die Uraufführung im Jahre 1909 war allerdings ein Reinfall. Der Erfolg setzte erst
mit der Aufführung im Jahre 1913 im Theater in der Josefstadt in Wien ein. Seitdem
ist das Stück im Prinzip für (fast) jedes
Theater ein „Kassenfüller“.
„Istanbul“, Foto: Jörg Landsberg
Theater Bremen
„Istanbul“
Schlager sind nicht jedermanns Sache,
ob sie nun in deutscher Sprache von – sagen wir: Helene Fischer oder auf türkisch
von Sezen Aksu gesungen werden. Insofern
kann „Istanbul“ nicht allen gefallen, selbst
wenn die inhaltlich ziemlich schwülstigen
Songs der „türkischen Königin des Pop“
(Programmheft) in der zum Teil jazzigschrägen Interpretation einer kleinen Combo unter Leitung von Torsten Kindermann
weit weniger süßlich klingen als im Original.
Weil es sich nun um einen „Sezen Aksu-Liederabend“ handelt, reiht sich folgerichtig Melodie an Melodie, unterbrochen
durch eine dürftige, von Selen Kara in Szene gesetzte Handlung, die rasch erzählt ist:
Der deutsche (!) Gastarbeiter Klaus (Martin Baum) heuert im Wirtschaftswunderland Türkei an, fremdelt zunächst gehörig,
findet dann aber doch Freunde (Peter Fasching) und eine Geliebte (Gabriele Möller-Lukasz) und wird am Bosporus so richtig heimisch. Deshalb weiß seine Ehefrau
(Susanne Schrader) Jahrzehnte später gar
nicht, wo sie ihren verstorbenen Gatten begraben soll: im Geburtsort Bremen oder
eben in Istanbul.
Das kleine, vor der pittoresken Kulisse eines Basar-Serails agierende Ensemble
greift zwischendurch immer wieder zum
Mikrophon, um Sezen Aksu-Lieder in türkischer Sprache zu singen, was insbesondere Martin Baum mit nahezu inbrünstiger Emphase überraschend gut gelingt.
Das Publikum im weitgehend gesetzteren Alter (besucht wurde die vierte, ausverkaufte Vorstellung) klatscht gern dazu
mit und lässt sich – vielleicht erinnert an
rauschhafte all-inclusive-Abende im Ferienhotel in Antalya – durchaus willig auch
zu einem Tänzchen animieren.
Mit „Istanbul“ vermittelt das sonst so
auf „political correctness“ bedachte Bremer Theater das heiter-harmlose Bild einer Türkei, in der ordentlich Raki gebechert wird und Kopftücher höchstens ein
modisches Accessoire sind. Das stößt angesichts der seit vielen Jahren ausgeübten Repression des Staates gegenüber etwa
Kurden, Kritikern und Christen schon sauer auf. Aber egal: Der aufgekratzte Liederabend nach dem Motto „Lasst uns froh und
munter sein“ sorgt für gute Unterhaltung –
falls man wie gesagt Schlager mag. – Weitere Vorstellungen: 22. und 30. Januar; 5., 6.
und 11. Februar.
Peter Schulz
Charles Boyer, Paul Hörbiger, Curd Jürgens, Josef Meinrad, Harald Juhnke, um
nur einige zu nennen, brillierten in der
männlichen Hauptrolle. So bedeutende
Schauspielerinnen wie Ingrid Bergman,
Hanna Schygulla und Fritzi Haberlandt
waren in der weiblichen Hauptrolle zu sehen. Der große Kritiker Friedrich Luft gestand nach einer Inszenierung, in der
Hans Albers in der Titelrolle seine Louise
röhrend auf die Schaukel lockte: „Ich habe
mich – gebe ich offen zu – amüsiert wie
Bolle, um im Jargon zu bleiben.“
Ein Angebot von Puccini, für die Handlung eine Oper zu komponieren, lehnte der Autor ab. Es entstand allerdings ein
erfolgreiches Musical. Und John Neumeier hat die Handlung mit einer exzellenten
Choreographie in Tanz umgesetzt.
Wie lautet der Titel des Dramas, wie heißt
der Autor?
Bitte schreiben Sie Ihre Antwort bis zum
15. Februar 2016 an foyer, Roland Verlag
GmbH, Schlachte 43, 28195 Bremen. Die
Teilnahme ist auch online möglich: www.
rolandverlag.de (Publikationen/Foyer)
Zu gewinnen sind 5 x 2 Karten für das Bremer Schauspiel.
Die Lösung aus foyer 112 lautet „Judith“
von Friedrich Hebbel.
Gewonnen haben:
Sandra Medina, Stuhr
Christel Otto, Ofen
Herbert Quantz, Ganderkesee
Hildegard Winkelmann, Bremen
Rosemarie Worgull, Delmenhorst
foyer 20
menschen im foyer
Kammermusik zum Advent
Einmal mehr wurde das vorweihnachtliche
Konzert im Bremer Haus der Bauindustrie zu einem herausragenden Ereignis im
Advent. Die Veranstalter – der Verband der
Bauindustrie in Niedersachen-Bremen mit
seinem Geschäftsführer Dr. Wolfgang Beyer
und foyer – konnten erneut zahlreiche Gäste
begrüßen.
Alexia Sieling, Dr. Carsten Sieling, Barbara Wolf-Albert, Prof. Thomas Albert
menschen im foyer
21 foyer
Hildegard Christiansen
Fon 0421 - 25 57 35
Oberneulander Heerstraße 26 - 28
28355 Bremen
Mo. - Fr. 10.00 - 18.30 Uhr
Sa. 10.00 - 13.30 Uhr
foyer 22
musik Glocke
Nina Attal, Foto: VGaly
„Abenteuer Samba!“
Blues à la française
Winterferien-Programm für 10- bis
14-Jährige zum Samba-Karneval
Nina Attal & Band
(CP) Dass es im norddeutschen Flachland
einen „so ganz anderen Karneval“ gibt,
dürfte sich nach nunmehr fast 30 Jahren
rumgesprochen haben! Für ein Wochenende steht Ende Januar die Hansestadt
wieder ganz im Zeichen von Deutschlands
größtem Samba- und Maskenkarneval.
Brasilianische Lebenslust, farbenfrohe
Kostüme und feurige Rhythmen versprühen dann exotisches Flair.
Grund genug, auch den Nachwuchs an die
besondere bremische Form des Karnevals heranzuführen. „Musik im Ohr“, die
Abteilung für Musikvermittlung der Glocke, widmet dieses Jahr ihr Winterferien-Programm ganz dem Bremer Karneval und heizt Teilnehmern von 10 bis 14
Jahren mit pulsierenden Samba-Rhythmen ordentlich ein – und zwar mit allem,
was dazu gehört. Unter der Anleitung von
Schlagzeuger Ingo Müller wird lautstark
getrommelt und gepfiffen. Passend dazu
werden aus Papier und Stoffresten farbenprächtige und fantasievolle Outfits und
Accessoires kreiert. Vorkenntnisse sind
nicht erforderlich, Instrumente werden
gestellt. Zum Abschluss gibt es ein kleines
Konzert für Familie und Freunde, so dass
alle Teilnehmer bestens eingestimmt sind
auf den Samba-Karneval.
28./29. Januar, 9 Uhr, Glocke
(che) Blues aus Frankreich – gibt es den
überhaupt? Wenn man von europäischem
Blues redet, denkt man an England, Skandinavien, die Niederlande, vielleicht auch
an Deutschland, aber nicht an das Geburtsland des Chansons. Nicht dass der
Blues in unserem Nachbarland nicht beliebt wäre, aber man hat ihn eher importiert, indem viele der amerikanischen
Blues-Größen nach Paris gelockt wurden.
Jetzt hat Frankreich aber seinen eigenen
Blues-Star, und der ist erst 23 Jahre alt, also
eigentlich viel zu jung für das gut abgehangene, selbst erlebte Blues-Feeling. Nina Attal heißt die junge Sängerin und Gitarristin, und sie wird im Nachbarland bereits
seit sechs Jahren von Festival zu Festival
gereicht und hat dabei nicht nur die nationale Blues-Szene, sondern auch amerikanische Blues-Musiker mit ihrer quirligen
Art und ihrer beeindruckenden Stimme
begeistert. Seit drei Jahren erobert Nina
Attal nun auch das restliche Europa und
wurde auch hierzulande für ihre Auftritte
schon mit Lob geradezu überschüttet.
Nina Attal wurde 1992 im Großraum Paris
geboren. Sie hat schon früh mit dem Singen begonnen, versuchte sich zunächst
auch am Klavier, wechselte aber bereits
mit 12 Jahren zur Gitarre. In den Pariser
Clubs hörte sie schon als Schülerin den
Blues und entwickelte ein Faible für den
Stil von B. B. King, also einen von Soul und
Funk geprägten elektrischen Blues. Mit gerade einmal 17 Jahren räumte sie sämtliche Preise beim Nachwuchswettbewerb
des Pariser Festivals „Blues sur Seine“ ab.
Seitdem steigt der Stern von Nina Attal
beständig nach oben. Sie ist nicht puristisch auf Blues und Soul festgelegt, integriert in ihre Songs, die sie von Anfang an
gemeinsam mit ihrem Bassisten Philippe
Devin schreibt, recht unkompliziert Funkund Pop-Elemente und setzt dazu auch
auf eine kraftvolle Bläserfraktion.
Nach einer ersten EP-Veröffentlichung im
Jahr 2010 legte sie ein Jahr später mit „Yellow 6/17“ ihr selbstproduziertes Debütalbum vor, das in Frankreich geradezu euphorisch aufgenommen wurde, außerdem Nina Attal und ihrer Band Show-Eröffnungen
bei Stars wie Jamie Cullum, Robben Ford
und Avishai Cohen sowie bei Frankreichs
Popstar Zaz einbrachte. 2014 legte die Sängerin ihre zweite CD „Wha“ vor, die sie selbst
heute als ihr eigentliches Debütalbum bezeichnet. Aufgenommen hat es die junge
Musikerin mit einer Garde von US-StudioAssen in New York, und zwar in den Avatar
Studios, in denen auch schon Stevie Wonder und Paul McCartney produziert haben.
20. Februar, 20 Uhr, Glocke
musik Glocke
glocke
23 foyer
Weitere Veranstaltungen
in der Glocke
Sa 23.01.2016 | 20 Uhr | Großer Saal
Meisterkonzert – Sonderkonzert
Jan Vogler, Violoncello
Martin Stadtfeld, Klavier
Werke von J. S. Bach, L. van Beethoven
und F. Mendelssohn Bartholdy
Simone Kermes, Foto: Sandra Ludewig
So 24.01.2016 | 18 Uhr | Kleiner Saal
Vorabendlesung der Preisträger des 62.
Bremer Literaturpreises
Henning Ahrens, Bremer Literaturpreis
Matthias Nawrat, Förderpreis
Do 28.01.2016 | 20 Uhr | Großer Saal
4. Philharmonisches Kammerkonzert
Cappella Andrea Barca
Sir András Schiff, Klavier und Leitung
Werke von W. A. Mozart und
F. Mendelssohn Bartholdy
Ganz großer Auftritt
Simone Kermes inszeniert
ihr „Love“-Programm
(mw) Alles andere als ein beliebiger Soloauftritt einer großen Sängerin erwartet uns am 4. März in der Glocke, sondern
nicht weniger als die (sogar szenische) Live-Premiere ihrer neuen CD: Zum dritten Mal gastiert Simone Kermes in Bremen
und bringt diesmal das Barockensemble
La Magnifica Comunità sowie zwei Tänzer mit. „Love“ heißt das Soloprogramm
der Sopranistin, das wieder einmal mit einer unkonventionellen Zusammenstellung
überrascht, die ganz zu Simone Kermes
und ihren originellen Aufritten passt.
Auf dem Programm stehen Werke aus der
Zeit zwischen 1580 und 1700, die Kermes wegen der „vollendeten Schönheit im
höchsten Sinne“ schätzt. Hierfür ist sie
vorab auf Entdeckertour gegangen und hat
lange nach passenden Musiken gesucht,
um mit ihnen eine Geschichte zu erzählen. Diese italienischen, spanischen, französischen und italienischen Stücke wurden teilweise neu arrangiert oder komponiert. Es finden sich große Namen wie
Purcell, Dowland, Vivaldi und Monteverdi, aber auch hierzulande eher unbekannte Komponisten wie Antoine Boësset oder
Tarquinio Merula.
Im Einführungstext ihrer im Februar erscheinenden CD schreibt Simone Kermes
über die unermessliche Vielfalt der Liebe:
„Liebe hat viele Facetten, vom ersten ‚Verliebtsein‘ – Herzklopfen, Glücksgefühle,
Liebesrausch – über Leidenschaft – Erotik, Eifersucht, Besitzanspruch, Treue und
Untreue – bis zu Wahnsinn und, nicht zuletzt, dem ‚Liebestod‘“. Das verspricht einen abwechslungsreichen Lieder- und
Arienabend, den die Sopranistin mit ihrer unverwechselbaren Stimme und ihrer starken Bühnenpräsenz auch szenisch
ausdrucksvoll vortragen wird. Zwar trägt
sie nicht mehr die feuerrote Haarpracht
früherer Jahre, doch unauffällig oder dezent wird ihr Auftritt sicherlich auch in
Bremen nicht ausfallen.
Nun ist die frühbarocke Musik nicht gerade für ihre komplexe Kompositionsstruktur bekannt, doch wertet Simone Kermes
das nicht als Nachteil, sondern betont die
Zeitlosigkeit dieser Klänge und vergleicht
sie mit der heutigen Popmusik. Da denkt
man an Kermes‘ Interviews, in denen sie
oft auf ihre Vorbilder aus der modernen
Musik (Rammstein, Led Zeppelin) und ihre Kleiderwahl („Mischung aus Barock und
Punk à la Vivienne Westwood oder Alexander McQueen“) angesprochen wird. Ganz
bestimmt wird sie auch bei ihrem dritten Auftritt im Bremer Konzerthaus wieder
musikalische und optische Akzente setzen.
4. März, 20 Uhr, Glocke
So 31.01.2016 | 10.45 Uhr | Kleiner Saal
GLOCKE Ohrwurm für Familien:
»Seelenverwandtschaften«
Musikalische Konzerteinführung zum
Mitmachen zu Werken von F. Liszt und
R. Wagner (Mindestalter 8 Jahre)
Sa 06.02.2016 | 20 Uhr | Großer Saal
Orchester & Chor der Universität Bremen
Susanne Gläß, Dirigentin
M. Bruch: »Odysseus – Szenen aus der
Odyssee«
So 07.02.2016 | 11 Uhr | Kleiner Saal
GLOCKE Familienkonzert:
»Die Bremer Stadtmusikanten«
Boreas Quartett Bremen
Mark Scheibe, Komposition
Mo 08.02.2016 | 9.30 und 11.30 Uhr |
Kleiner Saal
GLOCKE Sitzkissenkonzert:
»Il Flauto Magico«
Boreas Quartett Bremen
Di 01.03.2016 | 19 Uhr | Großer Saal
Europäischer Klavierwettbewerb Bremen 2016: Finale
Finalisten
Bremer Philharmoniker
Adrian Prabava, Dirigent
Sa 05.03.2016 | 20 Uhr | Kleiner Saal
GLOCKE Jugendkonzert:
»Composer Slam«
organisiert von den »GLOCKE Schülermanagern« der Oberschule Sebaldsbrück
foyer 24
MUSIK Jazztipps
jazztipps
Text: Christian Emigholz
und Wilfried Hippen
Imaginäre Volksmusik
Busch trifft Big Band
Tord Gustavsen geht neue Wege
Jazz-Professor mischt wieder mit
Der norwegische Pianist Tord Gustavsen
ist mit seiner minimalistisch elegischen
Spielweise ein typischer Künstler des ECMLabels von Manfred Eicher, doch nun geht
er in eine andere Richtung. Dabei ist sein
erster Impuls, alte norwegische Hymnen
neu zu interpretieren, noch ziemlich vorhersehbar: ECM-Künstler wie Jan Garbarek, Bobo Stenson und Arild Andersen sind
ähnliche, nordische Wege gegangen.
Nach vielen Jahren als Jazz-Professor in
Berlin lebt der Jazzmusiker Sigi Busch seit
längerem wieder vor den Toren Bremens,
genauer gesagt in Worpswede. Natürlich
hat sich der Kontrabassist – einst Mitbegründer der Musikerinitiative Bremen
MIB – seit seiner Rückkehr auch wieder in
die Bremer Jazzszene eingemischt. Zudem
gründete er folgerichtig ein eigenes Trio
mit dem Pianisten Bernhard Schüler, der
ansonsten durch sein Trio „Triosence“ bekannt ist, und dem Schlagzeuger Christian
Hiltawsky.
Doch Gustavsen hat ein radikaleres
Konzept: Er hat sich mit der afghanischdeutschen Sängerin Simin Tander zusammengetan und gemeinsam mit dem
afghanischen Poeten B. Hamsaaya die
Texte von traditionellen norwegischen religiösen Liedern in die afghanische Sprache
Pashto übertragen. Durch diese kulturelle
Vermischung ähneln die Hymnen nun
Sufi-Gesängen.
Außerdem hat sich Gustavsen von seinem
bisherigen puristisch akustischen Klangideal verabschiedet. Die so entstandenen
Klanglandschaften lässt er live auf der
Bühne von dem Sounddesigner Daniel
Wold abmischen. Der Begriff „Imaginäre
Volksmusik“ wurde in einem anderen Zusammenhang geprägt, scheint aber auch
die Musik von Gustavsen und Tander gut
auf den Punkt zu bringen.
27. Januar, 20 Uhr, Sendesaal Bremen
Aber der emeritierte Hochschullehrer
Busch hat natürlich auch Kontakte zur Bremer Hochschule für Künste und deren Jazzabteilung geknüpft, deren Leiter Martin
Classen er ohnehin seit langem kennt. So
ist der Idee zu einem gemeinsamen Projekt
mit der HfK Big Band entstanden, weshalb es jetzt zu einer Begegnung des Sigi
Busch Trios mit der von Classen geleiteten
Hochschul-Formation kommt.
Auf dem Programm stehen Kompositionen
von Sigi Busch, die dieser im Laufe seiner
langen Musikerkarriere geschrieben hat.
Die Arrangements für die Big Band hat übrigens Joachim Refrath besorgt, ansonsten
Pianist der „Swingin’ Fireballs“.
5. Februar, 21 Uhr, Music Hall Worpswede
MUSIK Jazzfestival „MIBnight“
25 foyer
Die Musikerinitiative Bremen (MIB) lädt
Ende Februar zum „MIBnight“-Festival in
der Schwankhalle
Text: Christian Emigholz
Coax Orchestra
Filippa Gojo Quartett
Jazz im Buntentor
D
ie Musikerinitiative Bremen, kurz
MIB, mit dem Gründungsjahr 1975
ist die älteste deutsche Jazz-Initiative, und folglich hat sie im vorigen Jahr
einigermaßen stolz ihren 40. Geburtstag
gefeiert. Das dem Anlass gebührende Festival mit interessanten Gästen folgt nun
am 26. und 27. Februar in den beiden Sälen der Schwankhalle im Buntentor.
zer vor rund 20 Jahren eigene Räume unter der Städtischen Galerie im Buntentor, doch sie erwiesen sich als nicht groß
genug für publikumsattraktive Veranstaltungen wie das „MIBnight“-Jazzfestival. Ein erster Versuch im Jahr 1997 sollte
gleich der letzte bleiben, die Initiatoren
wichen für mehrere Jahre mit gutem Erfolg ins Lagerhaus im Ostertor aus.
nisten Dirk Balthaus. Aus Frankreich kommen das Trio „Cadillac Palace“ um den Saxofonisten Jean-Baptiste Berger und das
achtköpfige „Coax Orchestra“ des Schlagzeugers Yann Joussein, in dessen Band sich
auch eine elektrische Harfe findet.
Zu hören ist außerdem das klassische Pianotrio von Benny Lackner, in dem ein EBass gezupft wird. Dies gilt auch für „Solea“, das Trio um den Pianisten Markus
Im Gründungsjahr hatte die
Seit 2007 finFür
das
Festival
wurden
MIB mit dem Untertitel „Verdet das MIBnight Horn. Auch bei „S.A.F.T.“ handelt es sich
ein zur Förderung des moder- zehn Bands verpflichtet ... Jazzfestival nun um ein Trio, allerdings dreht sich hier alles
nen Jazz“ ihre Ziele klar umin der Schwank- um die Gitarre des Bremers Julian Fischer.
rissen, aber dazu bedurfte es eines festen
halle am Buntentorsteinweg 112 statt, wo- Ebenfalls ein Trio verbirgt sich hinter
Lentz-Vorfeld-Hammerschmidt, allerdings
Ortes, einer Spielstätte, in der jazz-pädago- bei mit dem Februar offenbar ein guter
ein experimentelles aus Flöte, Perkussion
gische Arbeit geleistet, aber auch geprobt
Veranstaltungstermin gefunden worden
sowie Konzerte veranstaltet werden konnist. In diesem Jahr sind am 26. und 27. Fe- und Kontrabass.
ten. Und genau das war über viele Jahre
bruar jeweils fünf Bands zu erleben. VorMit dabei ist zudem das Bremer Duo
ein großes Problem. Etliche Versuche wurgeschaltet ist der Landeswettbewerb „Ju„Freetual“, das aus der Sängerin Gabriele
den gestartet, die vereinten Jazzmusiker
gend Jazzt“ am 25. Februar ebenfalls in
Hasler und dem Vibraphonisten MatthiBremens zogen von hierhin nach dorthin,
der Schwankhalle.
as Entrup besteht. Auch beim „Filippa Gonutzten diverse Kellerräume und Clubs als
jo Quartett“ steht eine Sängerin im MitSpielstätten.
Für das Festival wurden zehn Bands verpflichtet, zwei aus Frankreich und eine aus telpunkt. Dies gilt auch für das Quintett
Z-Country Paradise des Altsaxofonisten
Nicht viel besser erging es dem Jazzfeden Niederlanden. Dabei handelt es sich
Frank Gratkowski. Hier ist es die Stimme
stival der MIB, das von Bühne zu Bühne
um das gleich mit zwei Bläsern besetzte
wandern musste. Zwar erhielten die JazQuartett „Braskiri“ mit dem deutschen Pia- von Jelena Kuljic.
foyer 26
MUSIK Bremer Philharmoniker
Bremer Philharmoniker widmen ihr
Festival „An die Grenze“ König Ludwig II.
Text: Markus Wilks
Lioba Braun, Foto: Susie Knoll
Gekrönter Grenzgänger
V
om Musical bis zu philosophischen Grübeleien im Geiste Schopenhauers, vom bajuwarischen Immobiliensong bis zum „Selbstmordversuch in Tönen“ (Hans von Bülow): Es ist
der Grenzgänger Ludwig II., dessen königliches Netzwerk Musiker wie Richard
Wagner, Anton Bruckner und Franz
Hummel beeinflusst und deren Wirken
oftmals finanziell erst möglich gemacht
hat. Das diesjährige Festival „An die
Grenze“ der Bremer Philharmoniker (31.
Januar, 1./2. Februar) ist dem „Paradiesvogel“ aus Bayern gewidmet, obwohl von
ihm keine einzige Note erklingt.
Es ist wohl nur in einem dreitägigen Festival möglich, komplexe Themen musikalisch einigermaßen umfassend zu beleuchten und verschiedenen Querbezügen
nachzuspüren. Jetzt also König Ludwig II.,
der nicht nur Schlösser wie Neuschwanstein erbauen ließ, sondern sich auch leidenschaftlich der Realisierung von Musik widmete. Eine Folge waren Werke wie
Wagners „Huldigungsmarsch für Ludwig
II.“ oder Bruckners 7. Sinfonie, die „Seiner
Majestät dem Könige Ludwig II. von Bayern in tiefster Ehrfurcht gewidmet“ ist,
aber eben auch Musik über ihn wie das etwas andere Musical „Ludwig II.“
aler Mensch, hätte aber auch eine Kunstfigur von Walt Disney sein können.“
Als einer der größten Mäzene aller Zeiten,
ohne den insbesondere Richard Wagner
und die Bayreuther Festspiele nicht möglich gewesen wären, war er wie ein „Zentralgestirn, das von vielen Satelliten umgeben war und das sich für Musik begeistern, ja entflammen konnte.“ Das sagt
Bremens Generalmusikdirektor Markus
Poschner, der mit dem Programm von „An
die Grenze“ König Ludwigs Ausstrahlung
in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts
thematisieren wird: „Wir haben lange an
der Auswahl und Kombination der Musikstücke gebastelt und versucht, deren vielschichtige Beziehungen einzufangen.“
Und so steht das Ludwig-Zitat „Ein ewig
Rätsel will ich bleiben“ nicht nur für das
Bremer Festival, sondern ist zugleich das
Motto der Komposition „Ein Ludwig IIEpitaph“ für Englischhorn, Streicher und
Fagott von Enjott Schneider, die am ersten
Tag in der Bremer „Glocke“ erklingen wird
(31. Januar, 11 Uhr). Obwohl das knapp 20
Minuten lange Stück erst 2011 im Schloss
Neuschwanstein uraufgeführt wurde, ist
es keine avantgardistische Komposition,
sondern eine klanglich delikate Auseinandersetzung mit Wagners Musik. Markus
Poschner hat beim Komponisten persönlich studiert und schon vor dem Bremer
Festival Musik von ihm dirigiert.
Man kann es sich richtig vorstellen, wie
das Team um den Bremer GMD, Orchester-Intendant Christian Kötter-Lixfeld,
Orchestermanager Ingo J. Jander und Disponent Florian Baumann Fantasien und
Ideen zu einem großen Ganzen kombiniert hat. Markus Poschner vergleicht das
mit dem „Zuwerfen von Bällen“, mit dem
man die schillernde Gestalt Ludwigs „packen“ wollte und resümiert: „Er war ein re-
Kombiniert wird diese zum Teil poetisch
schöne, aber auch metaphysisch (Todesund Liebessehnsucht als Themen) angehauchte Komposition mit zwei Geschenken
Richard Wagners an seine Frauen: Dem
„Siegfried-Idyll“ für seine Gattin Cosima
und den „Wesendonck-Liedern“ für seine
Seelenverwandte Mathilde Wesendonck.
Das letztere Werk erklingt nicht in der äl-
musik Bremer Philharmoniker 27 foyer
GMD Markus Poschner
6. Philharmonisches Konzert
„AN DIE GRENZE – DAS FESTIVAL“
Tag I
31.1.2016
Wagner – Schneider – Liszt – Henze
Gastsolistin: Lioba Braun
Tag II
teren Mottl-Fassung, sondern in der Bearbeitung durch Hans-Werner Henze, die
Poschner als transparenter und farbiger
empfindet und ihm die Möglichkeit gibt,
ein weiteres Mal Lioba Braun nach Bremen
zu engagieren. Sie sang in der Glocke bereits die Isolde.
Stück noch nicht, freut sich nach dem Partiturstudium aber auf die Ausgrabung.
Über die „Tannhäuser“-Musik schlagen die
Bremer Philharmoniker dann den Bogen
zu „Ludwig II. – Sehnsucht nach dem Paradies“. Das sei kein typisches Broadway-Musical, sondern eine kunstvolle Hommage
Ungewöhnlich kontrastreich ist das Proan Bayern, Ludwig II. und auch an Waggramm des zweiten Tages (1. Februar, 20
ners Musik, berichtet Poschner. Schräge
Uhr). Zunächst gibt es mit von Bülows „Nir- Polkas gibt es in diesem Stück ebenso wie
wana“ den bereits angesprochenen „Selbst- „bayerischen Bierdampf“ und schöne Memordversuch in Tönen“, dann erklingen
lodien. Markus Poschner hat das Stück, das
Ouvertüre und Venusbergmusik aus Wagvon 2000 bis 2003 im Musical Theater in
ners „Tannhäuser“ und schließlich Auszüge Füssen gespielt wurde, mehrfach gesehen
aus Franz Hummels Ludwig-Musical.
und spricht begeistert von einem „ungewöhnlichen Erlebnis“ im Umfeld von NeuHans von Bülow würde man heute als Star- schwanstein.
dirigent und Allroundgenie bewundern. Er
leitete unter anderem die Uraufführungen
Im Sommer hat er den Komponisten Franz
von Wagners „Tristan“ und den „Meistersin- Hummel besucht, der den Bremern eine
gern“, doch neben dem Selbstdarsteller, der Suite für das Festival zusammengestellt
quasi auch noch seine Gattin Cosima über- hat und zur Aufführung eingeladen ist. Mit
nahm, musste von Bülow in die zweite Rei- der großen, immer wieder gerne gehörten
he rutschen und als Komponist verblassen. 7. Sinfonie von Anton Bruckner endet am 2.
Düstere Klänge und Schopenhauers ErlöFebruar (20 Uhr) das Festival, für das sich
sungsphilosophie prägen sein „Nirwana“,
die Bremer Philharmoniker inklusive Prodas wie der „Tristan“ den Tod thematisiert. ben zehn Tage Zeit nehmen, um konzenAuch Poschner kannte bislang das skurrile triert in Ludwigs Umfeld einzutauchen.
1.2.2016
von Bülow – Wagner – Hummel
Gastsolisten: Alexandra Steiner,
Katarina Andersson, Dominik Köninger
Tag III
2.2.2016
Bruckner
Musikalische Leitung: Markus Poschner
7. Philharmonisches Konzert
„BACH PUR“
Tag I
22.2.2016
Werke von Johann Sebastian Bach und
seinen Söhnen Johann Christian,
Wilhelm Friedemann und
Carl Philipp Emanuel
Gastsolistin: Deborah York
TAG II
23.2.2016
Werke von Johann Sebastian Bach und
seinen Söhnen Johann Christian,
Johann Christoph Friedrich und
Wilhelm Friedemann
Gastsolistin: Ranga Schirmer
Musikalische Leitung: Reinhard Goebel
Nähere Informationen:
www.bremerphilharmoniker.de
foyer 28
musik Konzerttipps
tipps
Im Klang vereint
(UM) Er zählt unzweifelhaft zu den bedeutendsten Pianisten der Gegenwart. Und
er ist in Bremen ein gern gesehener Gast,
der uns hier schon in vielfältiger Weise
verzaubert hat. Unvergessen der große,
tiefgehende Kammermusikabend mit Miklós Perényi im Jahr 2009 und jüngst sein
Soloauftritt beim Musikfest Bremen.
Gesprächskonzert
(kh) Zu einem Gesprächskonzert mit dem
Composer in Residence Siegfried Matthus
lädt die Kulturkirche in der Pauluskirche
Bremerhaven ein. Im lockeren Gedankenaustausch mit GMD Marc Niemann spricht
Matthus über die zu hörenden Werke und
ihre Entstehung. Auf dem Programm
stehen drei Tondichtungen des 81-jährigen Matthus, der zu den renommiertesten
Nun ist Sir András Schiff abermals bei den deutschen Komponisten der Gegenwart
Philharmonischen Kammerkonzerten zu
zählt und großen Anteil an der Verbreitung
moderner Musik hat.
erleben und stellt auf ganz andere Weise
seine sensibel ausgelotete Kunst vor: Denn
er kommt diesmal mit seinem eigenen
Die „Visionen“ für Streichorchester und SoKammerorchester, der Capella Andrea Bar- lo-Violine entstanden 1978 für das damals
ca. Namenspatron ist ein heute kaum beneu gegründete Dresdner Kammerorcheskannter toskanischer Komponist und vor
ter, mit dem sich Matthus musikalisch eng
allem Interpret aus dem Umfeld Mozarts,
verbunden fühlt. In „Bachisches“, einem
der sich nach dessen Tod unermüdlich für Stück für Kontrabass, Marimbaphon und
Mozarts Musik einsetzte.
Bass-Klarinette, das 2014 uraufgeführt
wurde, verarbeitet Matthus ausgewählte
Die Capella Andrea Barca hat András
Bach-Themen und führt sie durch die unSchiff 1999 persönlich aus herausragenden gewöhnliche Auswahl der Instrumente zu
Solisten und Kammermusikern zusameinem völlig neuen Klangerlebnis.
mengestellt, um damals in ganz und gar
interpretatorischer Einheitlichkeit in Salz- Die Inspiration zu „Drei Sommerbilder“
(1975) holte sich Matthus, der selbst von
burg sämtliche Klavierkonzerte Mozarts
aufzuführen. Mit diesem außergewöhnli- einem Wald umgeben lebt, in der Natur.
Wiese, Wald und See werden hier zu musichen Ensemble wird Sir András nicht nur
zwei Klavierkonzerte von Mendelssohn
kalischen Klangbildern. Unter der Leitung
und Mozart spielen, sondern auch zwei
von Niemann spielen Mitglieder des PhilSinfonien der Komponisten dirigieren!
harmonischen Orchesters Bremerhaven.
24. Januar, 17 Uhr,
28. Januar, 20 Uhr, Glocke
Pauluskirche Bremerhaven
musik Konzerttipps
29 foyer
CD-Tipp:
Komödiantische Zupfer
Vielseitige Sängerin
(che) Diese Bandidee ist typisch britisch!
Wo, wenn nicht auf der Insel, kommt schon
jemand auf den Gedanken, ein Orchester
zusammenzustellen, das nur aus Ukulelespielern besteht? Der Brite Peter Moss,
der zuvor seine närrischen Einfälle in eine
Satireshow im BBC-Radio einbrachte, hat
sich das ausgedacht. In seiner Freizeit
spielte er mit Freunden Ukulele. Daraus ist
inzwischen „The United Kingdom Ukulele
Orchestra“ geworden, und aus dem Freizeitspaß ein professionelles Bandprojekt.
(hip) Als „Tatort“-Kommissarin ist Meret
Becker umstritten, was weniger an einem
Mangel an Ausstrahlung oder Talent, sondern schlicht an den schlechten Drehbüchern liegt. So wird die Rolle ihrer Karriere
kaum schaden – genauso wenig wie ihr in
Bremen gedrehter Spielfilm „Lügen und
andere Wahrheiten“, den kaum jemand in
den Kinos sehen wollte.
Mutiger Levit
Variationen von Bach bis Rzewski
Ganz ernsthaft lässt sich auf dem nur viersaitigen Gitarrenwinzling nicht spielen,
selbst wenn in dem gewöhnlich siebenköpfigen Orchester alle Stimmen von
Sopran- bis Bass-Ukulele vertreten sind.
Aber anders als bei dem Original Oberkreuzberger Nasenflötenorchester – das
ähnlich schräge Berliner Ensemble sorgte
vor ein paar Jahren für Aufsehen – steht bei
den Briten neben dem Komödiantischen
Perfektion im Vordergrund.
Und so verzupfen und verzapfen sie mit
beeindruckender Geschwindigkeit alles
Mögliche aus Klassik, Jazz und Pop: Von
Nirvanas „Smells like teen spirit“ über
„Anarchy in the UK“ von den Sex Pistols
bis zu Chick Coreas „Spain“, Mozart und
„Spiel mir das Lied vom Tod“.
19. Februar, 21 Uhr, Music Hall Worpswede
Volle Säle gibt es dagegen garantiert bei
ihren Konzerten, denn die Schauspielerin
arbeitet so ehrgeizig mit dem Mikro wie
vor der Kamera. Sie hat schon neben Nina
Hagen, Wolfgang Niedecken, Max Raabe,
den Einstürzenden Neubauten und Sportfreunde Stiller auf der Bühne gestanden
und 2015 ihr inzwischen fünftes Studioalbum „Deins und Done“ veröffentlicht.
Dabei reicht ihre stilistische Bandbreite
von Bluegrass über Country und Blues
bis zu Chansons. Und bei ihren VarietéNummern holt sie gerne die singende Säge
heraus, der sie, wie einst schon Marlene
Dietrich, ein schnittiges Vibrato entlocken kann. Auch sonst ist sie bekannt für
ihre einfallsreichen Instrumentierungen,
zu denen etwa die Melodica, eine Dobro
(Gitarre mit einem Metal-Korpus) und eine
Lochstreifen-Spieluhr gehören.
26. Januar, 20 Uhr, Kulturetage, Oldenburg
Von seiner Wahlheimat Hannover (Abitur
und Wohnort) aus erobert der russische
Pianist Igor Levit derzeit die Klavierwelt
zwischen New York, London und Bremen
(zuletzt im Oktober mit der Deutschen
Kammerphilharmonie). Dabei setzt er
weniger auf die großen Klavierkonzerte,
sondern überrascht vor allem mit seinen
Recitals.
Insbesondere seine jüngste Aufnahme ist
ganz schön mutig, vereint sie mit Bachs
Goldberg-Variationen, Beethovens Diabelli-Variationen und Rzewskis „People United“ doch drei der größten Variationswerke
des gesamten Repertoires. In der Fachwelt
hat sich inzwischen eine Diskussion über
die Interpretation entwickelt, die den
Hype um Levit natürlich noch befördert,
zumal einige Rezensenten die Aufnahme
zur CD des Jahres 2015 gewählt haben.
Und in der Tat ist es das souveräne, nie
beliebig wirkende Spiel, das sich durch
die drei Variationszyklen zieht und den
28-Jährigen in die Spitzenregion der
Pianisten stellt. Intendanten lieben Igor
Levit auch wegen seiner couragierten Art,
weil er in Musik immer auch ihre gesellschaftliche Bedeutung sieht. So spielte er
beispielsweise kostenlos für Flüchtlinge
und twittert rege über das politische Zeitgeschehen. – Sony Classical 88875060962,
3 CDs
Markus Wilks
foyer 30
MUSIK Eiswelten und Sommerträume
Scotts Schicksalssinfonie
Konzert „Eiswelten und Sommerträume“ bringt
die Antarktis ins Stadttheater Bremerhaven
Text: Karin Hiller
D
as Schicksal des Polarforschers
Robert Falcon Scott, der 1912 unter
dramatischen Umständen während einer Antarktisexpedition den Tod
fand, ließ Ralph Vaughan Williams nicht
los. 1947 hatte er die Musik für den Film
„Scott of the Antarctic“ geschrieben, doch
das Thema beschäftigte ihn auch weiterhin, weshalb er seine ursprüngliche
Komposition ausarbeitete. Es entstand die
„Sinfonia Antartica“, ein 1953 uraufgeführtes Werk, das im Mittelpunkt eines
außergewöhnlichen Musikerlebnisses in
Bremerhaven steht.
Die Grundlage dafür liefert eine Kooperation zwischen dem Stadttheater und dem
Alfred-Wegener-Institut für Polar- und
Meeresforschung (AWI). Für das Konzert
„Eiswelten und Sommerträume“ (8./9.
Februar im Großen Haus) inszenieren sie
ein inspirierendes Zusammentreffen von
Wissenschaft und Kunst vor dem Hintergrund der eisigen Welten der Antarktis,
dessen Dramaturgie spannende Informationen mit der bildhaften Vertonung von
Ralph Vaughan Williams verknüpft.
In seiner Komposition ist die Intensität und
Anziehungskraft zu spüren, die der Zauber
der Antarktis, aber auch die Unbeugsamkeit
der Natur auf den Menschen ausübt. Um
die wechselnden Stimmungen einzuleiten,
enthält die Partitur kurze literarische Texte,
die jedem der fünf Sätze vorangestellt sind.
Dirigent des Konzerts ist Hermann Bäumer, GMD am Mainzer Staatstheater, der
Vaughan Williams’ Sinfonie das erste
Mal mit 18 Jahren hörte. Fortan war sein
Interesse für Polarforschung geweckt: „Die
Umsetzung der ‚Sinfonia Antartica’ ist ein
kleiner Jugendtraum von mir.“
Vor dem Konzert hält Dr. Reinhard Krause,
Wissenschaftshistoriker am AWI, einen
Einführungsvortrag, erzählt vom kräfteund nervenaufreibenden Wettlauf zum
Südpol zwischen Scott und Amundsen
und dem tragischen Ende Scotts. Krause
spannt auch den Bogen in die Gegenwart
und berichtet über die Forschungsarbeit
des AWI, das seit 1981 die ganzjährig betriebene Forschungsstation Neumayer in
der Antarktis unterhält.
Während die „Sinfonia Antartica“ erklingt,
sind auf einer Leinwand im Hintergrund
historische Fotos zu sehen, die Scotts
Expedition dokumentieren. Zum letzten
Satz der Sinfonie werden aktuelle Fotos der
Antarktis und der Menschen eingeblendet,
die auf der Neumayer Station arbeiten.
Zwei weitere Werke ergänzen den Konzertabend: Alexander Glasunows „Der Winter“
aus dem Ballett „Die Jahreszeiten“ und das
Konzert für Violine und Orchester „Traum
einer Sommernacht“ des derzeitigen Composers in Residence, Siegfried Matthus.
KIRCHENMUSIK
31 foyer
Kulturen im Dialog
Text: Ulrich Matyl
D
ialog, Austausch und Verstehen
lernen: Es gibt aktuell wohl kaum
ein anderes und wohl auch kein
wirksameres Mittel, um den Verwerfungen zwischen den Religionen und Kulturen unserer Tage nachhaltig begegnen zu
können. Einen Beitrag dazu wünscht sich
die Bremer Dommusik in diesem Jahr zu
leisten, die ihr Jahresprogramm unter die
Überschrift „Dialog der Kulturen“ gestellt
hat, das historische kulturelle Begegnungen beleuchtet und aktuelle schaffen will.
Mit Musik der jüdischen Tradition, aus Persien und Indien, aus dem Mittelmeerraum
und aus Korea, aus der Türkei und dem
Buddhismus, aus Russland, dem Jazz und
vielen anderen Blickwinkeln wird der Dom
in diesem Jahr zu einem Haus, in dem vielen
Kulturen ihren Platz haben werden. Auch
etliche Donnerstagsmotetten laden zum
Eintauchen in eine andere, fremdere exotische Welt ein. So gibt es „Meditative Musik
aus Indien und Persien“ (11. 2.), „Hebräische
und osmanische Psalmen“ erklingen am 18.
2., Gospels (zum Hören und Mitsingen!) am
10. März (jeweils um 19 Uhr).
Von der Begegnung, ja Konfrontation der
Kulturen erzählt auch eine der bekanntesten, vielschichtigsten und vielleicht
auch schönsten Geschichten des Alten
Testaments: Die Erzählung von Joseph,
dem Lieblingssohn des Patriarchen Jakob,
seinen eifernden Brüdern, seiner Versklavung nach Ägypten, seinem tiefen Fall
und seiner wundersamen Erhöhung als
Herrscher in Ägypten.
Die Kirchengemeinde Bremen-Lesum
(Hindenburgstraße 28) will das neue Jahr
mit einer ausführlichen Betrachtung
dieser Erzählung einläuten. Eine Predigtreihe ist geplant, dazu Lesungen natürlich
aus Thomas Manns berühmtem Roman
„Joseph und seine Brüder“. Darüber hinaus
stehen verschiedenste künstlerische Reflexionen der Erzählung auf dem Programm.
and his Brethren“ zählt zu den völlig
unbekannten und vergessenen Werken des
Komponisten. Selbst im 19. Jahrhundert
wurde es kaum noch gespielt.
Nun aber in Lesum, wo „Joseph and his
Brethren“ am 28. Februar (19 Uhr) vermutlich zum allerersten Mal in Bremen erklingen wird! Es wirken mit: Karin Gyllenhammar (Sopran), Anette Richter (Sopran),
Michael Lieb (Altus), Antonio Giovannini
(Altus), Benjamin Kirchner (Tenor), David
Czismar (Bass), die Bremer Ratsmusik und
die Capella St. Martini. Leitung: HansDieter Renken.
1744 in London mit großem Erfolg uraufgeführt, fasziniert auch dieses HändelOratorium durch seinen letztlich zeitlosen
musikalischen Auf bau, den er mit dem
ebenso zeitlosen vielschichtigen Stoff zu
Überraschender Weise fand der Stoff selten verbinden verstand. Denn genau das zählt
Eingang in die Musik. Einer der wenigen
zu den großen Leistungen Händels: durch
prominenten Komponisten, die sich mit
die Loslösung von Oper und deren konkredieser Geschichte auseinandergesetzt
ter Bühne mit der Gattung des Oratoriums
haben, ist Georg Friedrich Händel. Doch
den Stoff in die Phantasie zu verlagern, die
auch sein dreiteiliges Oratorium „Joseph
sich jedem Zeitalter neu anpasst.
foyer 32
KUNST Kunsthalle Emden
Schöne
Früchtchen
Karin Kneffel, Birne, 1994, Aquarell auf Büttenpapier
© VG Bild-Kunst, Bonn 2015
V
itaminbomben – damit assoziieren
wir Orangen, Zitronen, Äpfel und
Birnen, knallbunt und lecker. Die
Kunsthalle Emden gewährt uns vom 13.
Februar bis 29. Mai diesen Genuss. In der
Themenschau „Vitaminbombe. Früchtebilder von Picasso bis Warhol“ geht es um
pralle Früchte, um ihr Reifen und Vergehen. Das Obst im Bild liefert ein privater
Sammler aus Heidelberg.
„Es ist ein Spaziergang durch die Kunstgeschichte, von den späten Impressionisten
bis heute“, sagt Kuratorin Katharina Henkel. Arbeiten von Künstlern wie Emil Nolde,
Rainer Fetting, Georg Baselitz, Jörg Immendorf und Fernando Botero zeigen,
wie unterschiedlich die Interpretation der
Frucht sein kann. Der Schweizer Olaf
Breuning (*1970) beispielsweise hat
seinem „Lemon Pig“ Erdbeeraugen,
Kunsthalle Emden verpasst Besuchern einen
Vitaminschock mit Früchtebildern von Pablo
Picasso bis Karin Kneffel
Text: Sabine Komm
und toxikologische Wirkung von Früchten. Als er später in die väterlichen Rudolf-Wild-Werke in Eppelheim bei Heidelberg einsteigt, einem weltweit agierenden
Fruchthandelsunternehmen, dreht sich
auch dort alles um Früchte. Und irgendwann fängt er an zu sammeln. Seine mehr
als 300 Gemälde, Papierarbeiten, Skulpturen und jüngst auch Videos sind seinen Angaben zufolge die weltweit einzige
Sammlung, die sich dem Motiv der Frucht
verschrieben hat.
120 Werke hat Kuratorin Henkel ausgewählt. Ein zentrales Thema ist – wie sollte
es nach dem Sündenfall von Adam und
Eva anders sein – der Apfel. Elvira Bach
(*1951) inszeniert sich als Power-Eva. Und
die kann beides gleichzeitig: die Schlange bezwingen und einen roten Apfel auf
dem Kopf balancieren. Was von so einem
Apfel übrig
„Es ist ein Spaziergang durch die Kunstgeschichte, bleibt, zeigt
die kleine
von den späten Impressionisten bis heute“
Bronze des
Kirschmund und Champignonbeine verenglischen Künstlers Gavin Turk (*1967).
passt. Eine humoristische Arbeit, während Sein Thema ist – wie bereits bei Claes OlKarin Kneffels hyperreale Birnen auf Bütdenburg – der Apfelstrunk. Abgenagt und
tenpapier den Konsum in Frage stellen.
damit unvollkommen, wird ihm mit „Gala
(eaten apple)“ ein Bronzedenkmal gesetzt.
Und wer sammelt sowas? Prof. Dr. Rainer
Wild. Bereits seine Diplom- und DoktorDer Franzose Bruno Peinado (*1970) lässt
arbeit kreisen um die pharmakologische
auf der glänzenden Oberfläche eines
übergroßen Polyesterapfels Augenhöhlen und Nasenstumpf eines Totenkopfes
sichtbar werden, Kunst, die so verlockend
ist wie glasierte Früchte auf dem Jahrmarkt und gleichzeitig ein Symbol für Vergänglichkeit. Der Bildtitel „Love Long Distance“ bezieht sich auf die ewige Sehnsucht in Fernbeziehungen.
Henkel hat diese Werke nicht chronologisch gehängt, sondern Motivgruppen
wie der Zitrone, Ananas, Banane, Johannisbeere und Orange zugeordnet. In zwei
Räumen sind gemischte Früchte zu sehen.
Darunter Alexej Jawlenskis „Stilleben mit
Obstschale, böhmischem Glas und Empire-Glas“ und Gabriele Münters flächiges
„Stillleben mit Primeln“, eine Hommage
an die Kraft der Farben.
So saftig das klingen mag, immer wieder
geht es dabei auch um die Vergänglichkeit
solcher Vitaminbomben. Lucian Freud hat
– ebenso ungeschönt wie in seinen Porträts – die fauligen Stellen einer Quitte
festgehalten. Auch die Schweizerin Gabriella Gerosa (* 1954) zeigt den Verfall, diesmal von Pfirsichen. In einem anderen Video lässt sie einen Kronleuchter auf ein
opulentes Büffet mit Früchten krachen
und reißt so die Betrachter aus ihrer konzentrierten Ruhe.
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foyer 34
KUNST Paula Modersohn-Becker Museum
Der Tausendsassa
Per Kirkeby: Brett – Felsen, 2000, Öl auf Leinwand, Per Kirkeby: Grün Frühling, 1988, Öl auf Leinwand,
Louisiana Museum of Modern Art,
Louisiana Museum of Modern Art
Schenkung Jytte und Dennis Dresing
Per Kirkeby: Ohne Titel, 1965, Öl auf Masonit,
Louisiana Museum of Modern Art,
erworben mit Mitteln der Augustinus Stiftung
Paula Modersohn-Becker Museum in Bremen
zeigt „Per Kirkeby. Werke aus dem Louisiana
Museum of Modern Art“
Text: Sabine Komm
Z
umindest ein Werk von Per Kirkeby kennt in Bremen fast jeder: den
Verkehrsturm an der Domsheide.
Tag für Tag hasten daran Tausende vorbei
in Richtung Straßenbahn. 1988 hatte der
Däne diese begehbare Backstein-Skulptur
geschaffen. Jetzt sind weitere Kirkebys
nach Bremen gereist. Gleich um die Ecke
vom Turm zeigt das Paula Modersohn-Becker Museum in der Böttcherstraße vom
7. Februar bis 5. Juni Gemälde, Zeichnungen und Skulpturen.
Der Grund: Im Frühjahr 2015 war im Louisiana Museum of Modern Art nahe Kopenhagen eine Retrospektive zu Paula Modersohn-Becker zu sehen, bestückt mit Werken
aus Bremen. Jetzt kommen im Gegenzug
Schlüsselwerke von Kirkeby (*1938) in die
Böttcherstraße. Das passt. Denn der Däne
arbeitet genauso gern mit Backstein wie
schon Bernhard Hoetger (1874-1949), der aus
der Böttcherstraße ein Paradebeispiel für
den Backsteinexpressionismus gemacht hat.
Eine von vielen Parallelen, wie Kuratorin
Verena Borgmann betont: „Beide wechseln
hin und her zwischen den unterschiedlichsten Medien.“ So ist Kirkeby zugleich
Poet, Schriftsteller, Filmkünstler und Bildhauer am Rande der Architektur.
Wolken, Felsabbrüche und ein schwarzes
Die Natur hat ihn dabei nie losgelassen.
Kirkeby ist promovierter Geologe und hat Meer zu erahnen.
bereits bei seinen Grönlandexpeditionen
Immer wieder spielt die Farbe von Wiesen
angefangen zu zeichnen und sein künstund Bäumen eine Rolle. Zum Beispiel in
lerisches Talent entdeckt. Blätter, Äste,
Baumstümpfe, Höhlen und Gesteinsstruk- „Grün Frühling“ von 1988, akzentuiert mit
weißen Pinselstrichen. Und in dem Geturen sind seitdem das Vokabular seiner
mälde „Fram“: Inmitten dieser abstrakten
Gemälde. Die baut der Künstler oftmals
Farb-Welt ist das gleichnamige Polarforhorizontal auf, eine Anspielung auf Gesteinsschichten in der Natur. „Ich male ein schungsschiff auszumachen und Eisschollen wie bei Caspar David Friedrich. Andere
Bild“, sagt der Künstler, „und der Prozess
Kirkeby-Motive spielen in dem
… erinnert in
„Die Aura dieser Bilder Gemälde „Mord in der Scheune
vieler Hinsicht
an Prozesse, die ist nur live zu erleben“ von Finnerup“ eine Rolle: Eine
Hütte, Bäume und Silhouetten von
über einen sehr
Figuren inmitten einer Schneelandschaft
langen Zeitraum die Erde oder die Landgeben Rätsel auf.
schaften geschaffen haben.“
Die dänische Insel Læsø war für viele
Künstlerkollegen Inspirationsquelle, auch
für Kirkeby: Eines seiner Hochformate zeigt
Sonnengelb, Blau und Türkis – Farben, die
charakteristisch sind für dieses Stück Erde.
Gestalten scheinen zwischen Himmel und
Wasser aus dem Wald zu treten.
„Die Aura dieser Bilder ist nur live zu
erleben“, sagt Verena Borgmann. Das
gilt auch für seine großformatige Arbeit
„Brett-Felsen“ (2000). In dem Spiel mit
Brauntönen sind Holzmaserung, Himmel,
Doch es wäre einseitig, Kirkeby ausschließlich auf Malerei zu reduzieren.
Zeichnungen und Kleinmodelle aus Bronze und Ton vervollständigen die Schau. In
Kopenhagen aufgewachsen, haben ihn die
expressionistische Grundtvigskirche der
Stadt und die Backsteingotik im Ostseeraum geprägt. Weitere Inspirationsquelle
ist die Kultur der Maya. Klar, dass in dieser
Werkgruppe für Kuratorin Borgmann vor
allem die kleine Bronzeplastik spannend
ist, die an Kirkebys Turm am Domshof
erinnert.
foyer 36
KUNST Zwei Meter unter Null
Subtiler
Wandel
Morgenlicht
Reynold Reynolds, Standbild aus: Six Apartments, 2007
HD-Video von 16 mm-Film übertragen, Farbe, Ton, 12 min
Im Besitz des Künstlers
„Zwei Meter unter Null“: Ausstellung in der
Kunsthalle Wilhelmshaven zum Klimawandel
Text: Berit Böhme
„D
er Klimawandel ist ein heißes
Thema, das viele Künstler
auf diffizile und subtile Art
beschäftigt“, sagt Dr. Viola Weigel. Die
Leiterin der Kunsthalle Wilhelmshaven
steckt mitten in den Vorbereitungen für
die Ausstellung „Zwei Meter unter Null“,
die vom 31. Januar bis zum 28. März zu
sehen ist.
rikerin. „Wir wollen es ein bisschen subtiler machen, nicht mit dem Zeigefinger auf
die sichtbaren Veränderungen zeigen.“ Die
Ausstellung solle nicht die „konfrontierende Unmittelbarkeit“ haben wie die täglich
über die Medien verbreiteten Bilder. Die
dort geschürten Ängste seien „anders
als das, was wir jeden Tag erleben. Wir
bemerken nicht, dass der Meeresspiegel
schon fast 30 Zentimeter angewachsen ist.“
Im Fokus stehe die Frage: „Was bedeutet
Klimawandel für uns?“ Weigel: „Ich erwarte mir Hinweise und Antworten durch die
Künstler.“
Bildende Künstler aus dem Nordwesten
konnten sich bis Anfang Januar um eine
Ausstellungsteilnahme bewerben. „Alle
Disziplinen, Medien und Formen sind
zugelassen. Das Spektrum ist breit, wir
machen den Künstlern keine Vorschriften, Die Ausstellung hat ein „Schlüsselwerk“:
was sie einzureichen haben“, so Weigel. Es Reynold Reynolds 12-minütiges Video
müssten aber künstlerische Arbeiten sein, „Six Apartments“. Es zeigt im Split-Screen
exzentrische Menkeine Dokumenschen in ihrem
tationen, stellt sie „Im Nordwesten gab es noch
klar. Eine Verbin- keine Ausstellung zu dem Thema“ Wohnalltag, während eine Naturdung zu anderen
katastrophe heraufzieht. Das Video wurde
Disziplinen kann sie sich durchaus vorauf der Berliner Transmediale 2009 mit
stellen. „Das Feld der Kunst ragt ja immer
weiter in andere Bereiche hinein, beispiels- dem „Distinction Award“ ausgezeichnet.
weise in die Naturwissenschaften.“
Viola Weigel leitet das Museum seit 2007.
„In den letzten acht Jahren haben wir
Die Resonanz war groß, die Kunsthalle
hunderte Künstler ausgestellt. Wir kümspricht von rund 300 Einreichungen. „Es
ist noch ein bisschen ein Überraschungsei. mern uns um die lokalen Künstler, sind
50 bis 60 Künstler können gezeigt werden.“ damit die einzigen im Nordwesten.“ Zu
Wer und was am Ende zu sehen sein wird, „Zwei Meter unter Null“ läuft ein üppiges
entscheidet Weigel. „Dieses Mal bin ich die Rahmenprogramm. Unter anderem sind
Vorträge mit Naturwissenschaftlern und
Jury,“ gesteht sie lachend.
einem Deichgrafen geplant.
„Im Nordwesten gab es noch keine Ausstellung zu dem Thema“, sagt die Kunsthisto- www.kunsthalle-wilhelmshaven.de
Kunst Wilhelm Wagenfeld Stiftung 37 foyer
Kunsträtsel
Die Wilhelm Wagenfeld Stiftung bietet „Die
Entdeckung der Dinge: Fotografie und Design“
Text: Sabine Komm
„Letztes Jahr in Marienbad.
Ein Film als Kunstwerk“
Der Film „L’Année dernière à Marienbad“
(„Letztes Jahr in Marienbad“) von Alain
Resnais hat Kunstgeschichte geschrieben
und 1961 einen Goldenen Löwen bei den
Filmfestspielen von Venedig erhalten. Die
avantgardistische Verfilmung des gleichnamigen Romans von Alain Robbe-Grillet
spielt mit einer künstlerischen Sprache, in
der Stil selbst zum Inhalt wird, rückt immer
wieder geometrische Formen, architektonische Fluchten und sich wiederholende
kompositorische Grundprinzipien ins Bild.
Blick in die Ausstellung, Foto: Jens Weyers, Bremen
Alltags-Ästhetik
B
auhausleuchte, Salzsteuer mit
schlanker Taille, Glasschalen, Vasen, Besteck, Teeservice und Tintenfass – wir kennen vieles von Wilhelm Wagenfeld (1900-1990). Und doch nicht alles.
Mehr als 2000 Fotos aus seiner Werkstatt
waren noch nie öffentlich zu sehen, sagt
Julia Bulk, Geschäftsführerin der Wilhelm Wagenfeld Stiftung. Genau diese
Sachfotos sind bis zum 3. April Ausgangspunkt ihrer Ausstellung „Die Entdeckung
der Dinge: Fotografie und Design“ im Wilhelm Wagenfeld Haus in Bremen.
nierungen mit Tischdecke und Wohnzimmerambiente. Auf Vorlegeplatten lagen
nicht mehr Wurst, Käse und Ei. Was zählte,
war die pure Form. Abdampfschalen, Messzylinder, Haushaltsgläser, Kaffee- und Teekannen wurden minutiös ausgeleuchtet und
in Reih und Glied gestellt. Minimalismus,
der die allgemeine Begeisterung für diese
fortschrittlichen Industrieprodukte spiegelt.
Die Bremer Ausstellung spannt den Bogen bis zur heutigen Fotokunst. Jörg Sasse (*1962), Vertreter der Düsseldorfer
Fotoschule, hat bis 1994 in PrivatwohKlar beginnt die Fotoschau mit Wagenfeld,
nungen nach Alltagsgegenständen geSohn eines Bremer Gewerkschafters und be- fahndet. In Wolfenbüttel beispielsweise
sessen von der guten Form, die sich alle leis- hält der Künstler fest, wie sich Tapete und
ten können. Früh ließ dieser Pionier des
Tischtuch, beides wild gemustert, auf das
Industriedesigns seine Entwürfe von nam- Scheußlichste ergänzen.
haften Fotografen wie László Moholy-Nagy und dem Atelier Louis Held fotografieren. Der Brite Martin Parr (*1952) besucht Ende
Wagenfeld wollte sachliche Produktfoder 90-er Jahre Vergnügungscenter und
tos für Warenkataloge und WerbekampagUrlaubsresorts. 230 grell-bunte Fotos, jetzt
nen und lag damit im Trend. Schon im 19.
in Bremen dicht gehängt, zeigen DekolleJahrhundert arbeiteten vor allem Naturwis- tee, Perlenkette, Plastiksandalen, Kruzifix,
senschaftler mit der Fotografie und die Po- Yucca-Palme, Törtchen und Kippen, Sinnlizei nutzte das Medium erstmals für Fahn- bilder für die Absurditäten unserer Kondungsfotos. Anfang des 20. Jahrhunderts
sumkultur. Julia Bulk verdeutlicht damit,
war der objektive Blick Kult.
wie sich die Ästhetik in den vergangenen
90 Jahren verändert hat: „Wagenfeld zeigt
Wer damals gut gestaltetes Geschirr fodie Welt, wie sie sein soll, perfekt. Parr
tografierte, verzichtete auf üppige Inszezeigt die Welt, wie sie ist.“
Radikal wie kein anderer Film zuvor brach
„Marienbad“ mit traditionellen Strukturen von Zeit, Ort und Kausalität. Die
Handlung kreist um die Frage, ob sich ein
Mann und eine Frau letztes Jahr in Marienbad getroffen haben oder nicht. Neben
der barocken, streng durchinszenierten
Kulisse wird die Geschichte jedoch fast
nebensächlich. Das international erfolgreiche Werk von Resnais wirkte prägend
auf Filmregisseure und definierte ein
Kunstverständnis, das sich auf alle künstlerischen Bereiche auswirkte und bis heute aktuell und relevant ist.
Die Gruppenausstellung „Letztes Jahr in
Marienbad. Ein Film als Kunstwerk“ ist
noch bis zum 13. März 2016 in der Kunsthalle Bremen zu sehen, die erstmals zeitgenössische Positionen rund um den Film
sowie dokumentarisches Material zum
Film zusammenbringt. Begleitend zur
Ausstellung präsentiert das Kino City 46
eine Filmreihe, die unter anderem den
Marienbad-Film zeigt.
Frage: Welches Instrument dominiert die
Filmmusik zu „Letztes Jahr in Marienbad“?
Bitte schreiben Sie Ihre Antwort bis zum
15. Februar 2016 an foyer, Roland Verlag
GmbH, Schlachte 43, 28195 Bremen. Die
Teilnahme ist auch online möglich: www.
rolandverlag.de (Publikationen/Foyer).
Zu gewinnen sind 3 x 2 Eintrittskarten für
die Kunsthalle Bremen.
Die Antwort des Kunsträtsels aus der Ausgabe 112 lautet: Karl Lagerfeld (Chanel).
Gewonnen haben:
Reinhard Gilster, Bremen
Margarete Paskos, Bremen
Wolf-Rüdiger Schubert, Oldenburg
foyer 38
kunst Worpsweder Landschaften – Worpsweder Köpfe
Heinrich Vogeler (1872–1942), Sommerabend (Das Konzert),
(Ausschnitt: Martha Vogeler), 1905, Öl auf Leinwand, 175 × 306 cm
Bundesrepublik Deutschland/ Land Niedersachsen/Kulturstiftung Landkreis Osterholz, Foto: © Rüdiger Lubricht/Worpsweder Museumsverbund
Fritz Overbeck (1869–1909), In den Wiesen II, 1904, Öl auf Leinwand, 92 x 116 cm
Kreissparkasse Osterholz, Foto: © Kreissparkasse Osterhol
Bunte Mischung
P
Doppelausstellung im Künstlerdorf Worpswede
blättert 126 Jahre Kunstgeschichte auf
Text: Berit Böhme
orträts und Menschenbilder in der
Großen Kunstschau, Landschaften
in der Kunsthalle: Für die Doppelausstellung „Worpsweder Landschaften
– Worpsweder Köpfe“, die am 5. Juni endet, haben die beiden großen Worpsweder Museen zum ersten Mal „die Bestände
zusammengeschmissen“, sagt die Geschäftsführerin der Kunsthalle, Susanna
Böhme-Netzel.
Gemälde „Sommerabend“ entschlüsselt.
Der Maler arbeitete von 1899 bis 1905 an
der Terrassenszene vor dem Barkenhoff.
„Das Bild hat Vogeler in der Idylle begonnen, dann hat sich das Ganze zerlegt“, sagt
Mitkurator Björn Herrmann. „Die hatten
die Nase voll von Worpswede und gucken
aneinander vorbei“, meint Susanna Böhme-Netzel. Das Gemälde ist von Porträts
der Protagonisten mitsamt deren BiografiIm Vorfeld wurde jedoch nicht nur in den
en umgeben. Darunter sind kürzlich wieeigenen Depots, sondern auch in Privatderentdeckte Raritäten wie das 1902 von
sammlunOscar Zwintscher
gen und
„Eine bunte Mischung aus 126 Jahren geschaffene PorzeitgenösWorpsweder Kunstgeschichte. Von der trät Clara Westsischen
hoffs. Es soll Raiersten Generation bis ins Heute“
Ateliers
ner Maria Rilke
gründlich
missfallen haben.
gestöbert. Ergebnis: „Eine bunte Mischung aus 126 Jahren Worpsweder Kunst- Ein Raum vereint Büsten von Bernhard
geschichte. Von der ersten Generation bis
Hoetger, Waldemar Otto oder Bernd Alins Heute“, berichtet Kuratorin Katharitenstein. Andernorts werden die Arbeiten
na Groth.
vom Koloniegründer Fritz Mackensen und
seiner Malschülerinnen Paula ModersohnZu sehen sind nahezu unbekannte, selten Becker, Ottilie Reylaender und Marie Bock
gezeigte Werke neben allseits bekannten
gegenübergestellt. Auch fast vergessene
„Klassikern“ aus dem Künstlerdorf. Etwa
Expressionisten wie Alfred Kollmar, Geim Lichthof der Großen Kunstschau. Dort
org Tappert, Willy Dammasch und Albert
werden die Brüche auf Heinrich Vogelers
Schiestl-Arding werden gewürdigt.
kunst Worpsweder Landschaften – Worpsweder Köpfe 39 foyer
Peter Zimmermann (1941–2007), Kreis verkehrt, 2003
Öl/Leinwand, 90 x 110 cm
Worpsweder Kunststiftung Friedrich Netzel, © VG Bild-Kunst, Bonn 2015
Foto: © Rüdiger Lubricht/Worpsweder Museumsverbund
Kollmars Porträt eines Geistlichen ist geradezu furchteinflößend. Der Maler war in
der Zeit des Nationalsozialismus verfemt
und nahm sich 1937 das Leben. Die materielle Not spiegelt eine Arbeit Schiestl-Ardings, die auf Sackleinen aus der Worpsweder Mühle gemalt ist. Die Bilder von Uwe
Hässler und David Didebulitze zeugen von
der Qualität der zeitgenössischen Worpsweder Malergeneration.
Wie ein roter Faden ziehen sich Motive wie
der Weyerberg, die Hamme und die faszinierenden Lichtspiele des Himmels durch
die Exposition in der Kunsthalle. Zuerst
stößt der Besucher auf „die ganze Garde der Gründergeneration“. Darunter sind
Fritz Overbecks Blick auf die Hammewiesen von 1904 sowie Studien vor der Natur von Hans am Ende und Otto Modersohn. Zu sehen sind auch Zeichnungen
von Frauke Migge, historische Fotografien
von Hans Saebens und moderne SchwarzWeiß-Bilder von Rüdiger Lubricht. Viktoria Diehn hat eine vielteilige Mooransicht
geschaffen, in der neben Birkenstämmen
achtlos entsorgter Müll eingebaut ist.
www.worpswede-museen.de
MUSIKTHEATER
WOZZECK HOCH ZWEI
im Theater Bremen und
Stadttheater Bremerhaven
Zwei Kompositionen, eine Vorlage: Das Theater Bremen zeigt ab dem 13. Februar die Oper
von Alban Berg, im Stadttheater Bremerhaven
steht die zeitgleich entstandene Komposition
von Manfred Gurlitt ab dem 5. März auf dem
Programm. 20 % Ermäßigung gibt es bei Vorlage
einer Eintrittskarte für die Vorstellung im jeweils
anderen Theater.
Theater Bremen: Tel 0421 . 3653 - 333
Stadttheater Bremerhaven: Tel 0471 . 49 00 1
foyer 40
kunst Ausstellungen
: Kunstwerke
Text: Sabine Komm
Marcks & Mathieu
Natur und Abstraktion
Das Bremer Gerhard-Marcks-Haus wird
umgebaut. Seitdem gehen Werke der
Sammlung auf Reisen. „Für uns ist das
eine super Gelegenheit“, sagt Nicole Giese
vom Syker Vorwerk. Im alten Fachwerkbau
lässt sie Druckgrafik von Gerhard Marcks
(1889-1981) auf Linolschnitte der Gegenwartskünstlerin Maria Mathieu (*1948)
treffen. Der Titel der Doppelausstellung:
„Marcks & Mathieu“.
Was haben zwei zeitgenössische Künstler
mit den alten Overbecks gemeinsam? Viel,
wie jetzt die Doppelausstellung „Natur und
Abstraktion: Mirco Götz und Vera Schöttler“ im Overbeck-Museum Bremen zeigt.
Fritz Overbeck (1869-1909) war Maler und
Naturforscher. Genau wie 100 Jahre später
Mirco Götz (*1976), der die Natur studiert
und in abstrakte Malerei übersetzt.
Das passt: Beide arbeiten figurativ. In Arbeiten wie ihrer pinken „Amazone“ mit
der zum Victory-Zeichen erhobener Hand
schlüpft Maria Mathieu in die Rolle der
mutigen Kriegerin. „So wie aus Gerhard
Marcks’ Holzschnitten eine politische Haltung durchscheint, setze auch ich wichtige, aktuelle Themen, wie Kriege, Religionskriege, Tod, Flucht und Flüchtlinge ins
Bild, wenn auch meist in einer ironischleichten Bildsprache“, sagt Mathieu.
Seine Arbeiten „Auf dem Eis“ und „Am
Zaun“ zeigen Singvögel, die aus ihrem natürlichen Kontext gerissen sind. Bei Götz
tauchen sie in einer abstrakten Farbwelt
auf. Andere Werke kombinieren Landschaft
und abstrakte Farbflächen. „Der Künstler
lotet die Möglichkeit aus, wie Natur heute zeitgemäß sichtbar zu machen ist“, sagt
Museumsleiterin Katja Pourshirazi.
Das gilt auch für Vera Schöttler. Was diese Künstlerin in der Natur sieht, bildet
sie nicht eins zu eins ab, sondern sie erschafft amorphe Formen und experimenMarcks wiederum stellt sich als Promettiert dabei mit kraftvollen Farben. In den
heus dar, den Lichtbringer. Und klar gibt
Augen der Museumsleiterin eine Parallees auch formale Übereinstimmungen.
Wichtig sind für Marcks – neben dem Mo- le zu Hermine Overbeck, die trocknende
tiv – der Hintergrund, die Fläche, das Mus- Wäsche vor einer roten Hauswand und einer leuchtend grünen Wiese gemalt hatte.
ter. Die Darstellung eines Vogels setzt er
vor dichte Schraffuren. Auch Maria Mathi- Im Zusammenspiel mit den Landschaftseu spielt damit in ihren Hell-Dunkel-Kom- gemälden des Malerpaares Overbeck wird
positionen. Bei „Amazone No. 18“ sitzt die deutlich, dass sich alle vier Künstler im
Grenzbereich zwischen Natur und AbsKämpferin in einem Vehikel, im Hintertraktion bewegen.
grund eng gestrichelte Linien.
24. Januar bis 3. April.
24. Januar bis 27. März. Syker Vorwerk –
Overbeck Museum Bremen
Zentrum für zeitgenössische Kunst
Kunst Ausstellungen 41 foyer
Ein Plus an
Leistung.
Der Audi RS6 Avant
performance
Grenzhaeuser-Doppel
Die Kraft der Farbe
(sk/ih) Kränholm zeigt ausgewählte Arbeiten von Bernd Schwarting (*1964). Kuratorin Inga Harenborg hat für das Kunstcafé und die Scheune Ölbilder und übermalte
Radierungen aus unterschiedlichen Schaffensphasen ausgewählt. Titel: „Farbe als
eine die Form hervorbringende Kraft.“
Denn bei Schwarting dreht sich alles um
Farbe. Für den ehemaligen Meisterschüler Walter Stöhrers stellt sie ein sinnlich erfahrbares Gegenüber dar, mit dem er in
eine intensive künstlerische Auseinandersetzung tritt. Farbe ist Fleisch, Frucht, Körper – Materie, die ein eigenes Leben hat. In
großer Geste mit der bloßen Hand auf die
Viele Arbeiten sind dabei größer als Poster. Leinwand aufgebracht zeugt sie von pulThema sind etwa die Lichter der Station in sierender Vitalität, Bewegung und Dynamik; in ihrer Feinstofflichkeit und Zartheit
der Schneelandschaft, darüber die Sonnenfinsternis. Was aussieht wie rein doku- aber auch vom Innehalten, Suchen, Tasten
mentarische Fotografie, ist Kunst. Nathalie und Ahnen.
Grenzhaeuser überarbeitet ihre Fotos und
verdichtet sie, indem sie unterschiedliche In dem Bild „Die Fruchtbringer“ sind BlüZeitpunkte und mehrere Perspektiven neu tenköpfe zu entdecken und Pflanzenstiele,
die an Lavaströme erinnern. In anderen Arzusammensetzt. Inspiriert von Science
beiten weichen diese einem nahezu romanFiction, manipuliert sie die Farben. „Es
geht um Stimmungen, das spezielle Licht, tisch anmutenden Bildgefüge. Mit seiner
die Erfahrung von Finsternis und die Ver- pastos aus dem Bildraum herauswachsenänderung der Landschaft durch den Men- den Malerei schafft Bernd Schwarting Gebilde, die jedoch nur vermeintlich gegenschen“, sagt Galerie-Leiterin Annett Reständlich sind.
ckert.
Arktis und Delmenhorst – wie geht das zusammen? Ganz einfach: Das Hanse-Wissenschaftskolleg in Delmenhorst und das
Alfred-Wegener-Institut in Bremerhaven haben der Künstlerin Nathalie Grenzhaeuser (*1969) einen Aufenthalt in der
deutsch-französischen Forschungsbasis
auf Spitzbergen ermöglicht. Und so ist es
jetzt auch die Städtische Galerie Delmenhorst, die Einblicke in die künstlerische
Ausbeute dieser Reise gewährt. Auf farbigen Wänden sind das Fotomaterial sowie
frühere Serien wie „Die Konstruktion der
stillen Welt“ und „Die Inseln“ inszeniert.
„The Arctic Series. Part I“ ist bis zum 28.
März in der Städtischen Galerie Delmenhorst zu sehen, „The Arctic Series. Part II“
vom 17. April bis 29. Mai im Kunstverein
Bremerhaven.
Vernissage 11. März (18.30 h). Einführung:
Dr. Achim Sommer, Direktor des Max Ernst
Museums Brühl des LVR. Der Künstler ist
anwesend. Info/Begleitprogramm unter
www.kraenholm.de
Das neue RS-Hochleistungsmodell wurde für Fahrer gebaut, die
mehr wollen: Mehr Dynamik, mehr
Leistung, mehr Exklusivität. Um
dies zu erreichen, wurde das 4,0-Liter-V8-TFSI-Aggregat aus dem RS 6
Avant modifiziert. 445 kW sorgen
jetzt für eine Beschleunigung von 0
auf 100 km/h in 3,7 Sekunden. Die
Spitzengeschwindigkeit liegt bei
bis zu 305 km/h. Als besonderes
Highlight bietet das Aggregat eine
Overboost-Funktion, bei der dem
Fahrer kurzzeitig bis zu 750 Nm zur
Verfügung stehen. Schon nach weiteren 8,4 Sekunden durchbricht der RS
6 Avant performance die 200 km/h
Marke. Erhöhter Puls garantiert.
Kraftstoffverbrauch l/100 km:
kombiniert 9,6; CO2-Emission g/km:
kombiniert 223. Angaben zu den
Kraftstoffverbräuchen und CO2-Emissionen sowie Effizienzklassen bei
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foyer 42
panorama Wissenschaft
panorama
Text: Stephan Cartier
Jochen Oltmer
Weniger wäre mehr
Die Bilder jubelnder Politiker, von denen
einige, wie die deutsche Umweltministerin Barbara Hendricks, sogar Tränen der
Freude nicht verbergen konnten, gingen
Ende vergangenen Jahres um die Welt. Die
Klimakonferenz in Paris schien einen globalen Knoten durchgeschlagen und die
Grundlagen für eine Minderung des Kohlendioxid-Ausstoßes gefunden zu haben.
Staat und Migration
Die Hoffnung, dass man aus der Geschichte lernen könne, ist oft enttäuscht worden.
Gehegt wird sie gleichwohl immer wieder und manchmal ist die Kraft der historischen Erkenntnisse so schlagend, dass dies
berechtigt erscheint. So haben Migrationsforscher der Universität Osnabrück unter
der Leitung des Historikers Jochen Oltmer
gerade ein aufwändiges Projekt über „Staat
und Migration in Deutschland seit dem
Nachrichten von der Front der harten Kli17. Jahrhundert“ abgeschlossen und dabei verblüffende Parallelen zur aktuellen
maforschung geben dem diplomatischen
Optimismus jetzt Auftrieb – selbst wenn die Flüchtlingsproblematik aufgezeigt.
Forscher keine Entwarnung geben wollen.
Judith Hauck vom Alfred-Wegener-Institut
„Es fällt auf, dass staatliche Akteure Mig(AWI) in Bremerhaven hat am „Global Carration meist als Ergebnis von Krisen, Katabon Budget“ mitgeschrieben, einer fundier- strophen und Defiziten sehen. Ihre Folgen
ten Bilanz des CO-2 Ausstoßes auf der Erde. gelten gemeinhin als Gefahr für Sicherheit,
Und diese vermeldet für die Jahre 2013 und Wohlstand sowie gesellschaftliche und kul2014 einen verminderten Anstieg und 2015
turelle Homogenität“, so Oltmer. Da sich
sogar eine absehbare Verringerung der Pro- staatliche Stellen immer schneller auf reduktion des schädlichen Gases.
striktive Maßnahmen einigen können als
auf komplexe Förderungen der MigrationsMessungen des AWI mit dem Forschungs- bewegungen, dominierten in Deutschland
schiff „Polarstern“ trugen zum Datenmadie Ressentiments gegenüber Migranten.
terial des Berichtes bei. Die Ozeane haben
2014 danach 10,7 Milliarden Tonnen CO-2 In jedem Fall zeige die Geschichte aber,
dass Integration möglich ist. Details lasabsorbiert, die Landflächen sogar 15 Milsen sich in dem rund 1000 Seiten starliarden. Judith Hauck sieht aber keinen
Grund zur Abkehr von den hohen Zielen
ken „Handbuch Staat und Migration in
der Paris-Konferenz: „Wenn wir so weiter- Deutschland seit dem 17. Jahrhundert“
machen, erreichen wir schnell die Grenze (Verlag De Gruyter/Oldenbourg) finden.
von einer Erderwärmung um zwei Grad.“
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Kultur bereichert das Leben und macht unsere Stadt noch vielfältiger.
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foyer 44
literatur Ein ganz neues Leben / Das bessere Leben
literatur
Text: Inge Zenker-Baltes
Das Leben geht weiter
Vision vom besseren Leben
Jojo Moyes hilft literarisch dabei
Vielschichtiger Roman von Ulrich Peltzer
Häufig hat ein Fortsetzungsroman etwas
Befreiendes: Die Helden und ihre Eigenheiten kennt man schon, und wenn Teil
eins schier unerträglich tragisch endete,
wie das bei Jojo Moyes’ Erfolgsroman „Ein
ganzes halbes Jahr“ war, wird dem zweiten
Teil gierig entgegengefiebert. Folgerichtig
nahm „Ein ganz neues Leben“ wochenlang
Platz eins der Bestsellerlisten ein.
Ulrich Peltzer, Bremer Literaturpreisträger
von 2003, stand mit seinem jüngsten Roman „Das bessere Leben“ nicht von ungefähr als einer der Favoriten auf der Shortlist zum Deutschen Buchpreis. Dass es
anders kam, hat nicht nur ihn enttäuscht.
Auch wenn Jojo Moyes eine schriftstellerische Todsünde begeht und die dramatische Wende mit einem Klingeln an der
Tür einläutet, gestaltet sie doch Louisas
gefühlvolle Geschichte packend bis zum
Schluss. Eine Schmonzette? Mag sein, aber
eine verdammt gut geschriebene und süffig zu konsumierende, die nachdenklich
stimmt, dabei Spaß macht und sich gut für
verregnete Wochenenden oder, begleitet
von einem Glas Wein, für einen einsamen
Abend am Kamin eignet.
Jojo Moyes: Ein ganz neues Leben. Ü: Karolina Fell. Wunderlich, 524 S., 19,95 Euro
Die Werke Peltzers lassen stets nicht nur
den stilistischen Ästheten sondern auch
den politischen Schriftsteller erkennen. In
einem Fernsehinterview bei Denis Scheck
betonte er, es sei die vornehme Aufgabe
von Gegenwartsliteratur, der Erfassung
aktueller wirtschaftlicher wie politischer
Prozesse als Medium zu dienen. Dass man
diese Prämisse auch in großartig erzählte
Handlung betten kann, zeigt Ulrich Peltzer in seinem begeisternd vielschichtigen
Roman.
Ulrich Peltzer: Das bessere Leben.
S. Fischer, 446 S., 22,99 Euro
In mehreren Städten lebt, liebt, kämpft
Peltzers neues Personal, etwa Sylvester
Lee Fleming, ein diabolisch angehauchter
Die Britin, eigentlich gelernte JournalisAmerikaner, und Jochen Brockmann, der
tin, begleitet Ich-Erzählerin Louisa auf ih- biographische Details mit seinem Autor
rem Weg zurück ins Leben, das ihr kurz
teilt, ohne dessen Alter Ego zu sein. Den
nach dem plötzlichen Tod des Geliebten
Auftakt der Ereignisse bildet das Massaker
unerträglich und nutzlos erscheint. Doch
vom 4. Mai 1970, als in Ohio vier Studenten
schon zu Beginn der turbulenten Ereignis- erschossen werden. Peltzer gelingt es hier
se droht Louisa im wahrsten Wortsinn ins wie auch im Verlauf der Handlung, ChaBodenlose zu stürzen, wird aber aufgefan- raktere und Beweggründe der Protagonisgen und sorgsam begleitet bei ihren zöten samt ihren meist verschlungenen Legernden ersten Gehversuchen – ein für den bensläufen zu analysieren und damit ein
gesamten Ablauf symbolischer Akt.
enormes Spannungsfeld zu erzeugen.
literatur Der Eismann / Das geheime Leben der Bäume
Kommissar Kahn ermittelt
Der glückliche Wald
Stimmiger Erstling von Silja Ukena
Bäume und ihr geheimes Leben
Unter Kritikern gilt das ungeschriebene Gesetz, bei Erstlingswerken Behutsamkeit walten zu lassen. Die Journalistin Silja
Ukena bedarf solcher Schonung nicht. Ihre
Kriminalgeschichte „Der Eismann“ präsentiert sich als routiniert geschrieben, die
Handlung zugleich folgerichtig wie überraschend, authentisch das Personal. Zudem beweist die Autorin nicht wenig Mut,
indem sie gleich hier in die Haut eines
männlichen Protagonisten schlüpft.
Eichen in Todesangst, Bäume, die Schmerzen empfinden, ihre Kinder stillen, alte
und kranke Nachbarn liebevoll pflegen, über Duftbotschaften untereinander
Warnrufe austauschen, sogar einen Sonnenbrand oder Falten bekommen können,
ein Gedächtnis und ein in der Wurzel steckendes Gehirn haben. Gibt’s das?
Ebenso rasch hat Silja Ukena ihre Leser fest
im Griff, unterläuft geschickt deren Erwartungshaltung, schmückt das Ermittlungsgeschehen liebevoll aus mit Lokalkolorit
und beglückt durch ein ebenso unerwartetes wie dennoch stimmiges Ende.
Silja Ukena: Der Eismann. Blanvalet,
381 S., 19,99 Euro
Eindringlich bemüht sich Wohlleben, den
Leser für die Wunder des Waldes zu sensibilisieren. Und so liest sich das fesselnde
Buch wie ein sich ständig verdichtender,
manchmal scheu die Grenze zum Esoterischen streifender Krimi, der jeden Naturfreund – und nicht nur ihn – begeistern muss.
Peter Wohlleben: Das geheime Leben der
Bäume. Ludwig Verlag. 224 S., 19,99 Euro
Ja, sagt der Förster Peter Wohlleben, Verfasser zahlreicher Bücher über den Wald,
dessen Bedürfnisse und Geheimnisse. DieHauptkommissar Kahn, 48, kinderloser
se vor allem sucht Wohlleben zu ergrünSingle, einst im Anschluss an das Studium den in seinem jüngsten Werk „Das geheime
in Paris nach Berlin zurückgekehrt, trauert Leben der Bäume“ und landete aus dem
seiner damaligen Liebe nach, löst höchst
Stand auf Platz eins der Sachbuch-Bestseleigenwillig und vorzugsweise allein die
lerlisten. Zunächst gemeinsam mit Waldanliegenden Fälle und fröstelt sich gerade besuchern und dann durch universitäre
durch den vorweihnachtlichen, bitterkalForschungsarbeiten an eben diesem Fasziten Berliner Winter. Zu Kahns Missfallen
nosum entdeckte der von Kind auf naturwird ihm bei zwei aktuellen Todesfällen
interessierte Autor eine bisher „verborgene
die italienische Kollegin Laura Conti zuWelt“, die seine Sichtweise veränderte und
geteilt, die mit ihrem temperamentvollen
ihn nun die „alten Freunde“ mit neuen Auund kommunikativen Wesen den sarkasti- gen betrachten lässt, auch wenn das Mysschen einsamen Wolf mit der sensationel- terium „Baumkommunikation“ noch auf
len Spürnase rasch zu schätzen weiß.
seine Entzauberung wartet.
45 foyer
foyer 46
literatur Sachbuch-Tipp / NordMord
Sachbuch-Tipp
NordMord
Braune Wurzeln
Krimis aus der Region
Die „Süddeutsche“ ist seit Jahrzehnten ein
Schwergewicht im bundesdeutschen Pressewesen, deckt Skandale auf, löst Diskussionen aus, trägt zur Meinungsbildung bei.
Eine Bedeutung, die mit dem Erscheinen
der gerade einmal vier Seiten umfassenden
Erstausgabe am 6. Oktober 1945 nicht absehbar war. Denn unter den Herausgebern,
Redakteuren und Autoren, die im bombenzerstörten München unter primitiv anmutenden Bedingungen an die Arbeit gingen,
befanden sich etliche Nazi-Schergen, die
ihre Rolle im NS-Regime geschickt zu vertuschen suchten.
Olaf ist wieder da. Der zynische Stalker, der sich in „Wenn Ostfriesen sterben“
heimtückisch in das Leben der muttchenhaften Anwältin Marilene eingeschlichen
hatte, setzt sein düsteres Treiben in „Götter für Ostfriesland“ fort. Denn Marilene, so hat er sich geschworen, soll sterben.
Und dafür ist ihm jedes Mittel recht.
Knud von Harbou: Als Deutschland seine
Seele retten wollte. 448 Seiten, dtv,
26,90 Euro
Beate Sommer: Götter für Ostfriesland.
Emons Verlag, 352 Seiten, 10,90 Euro.
Wie schon im Vorläuferband gelingt es der
Autorin Beate Sommer, ein feines Netz zu
spinnen, wobei sie Olafs perfide Manipulationen, etwa eine schmierige Intrige gegenüber der Lehrerin Sophie, und die skrupellosen Machenschaften einer Schieberbande
Knud von Harbou, gebürtiger Bremer und
von antiken Kunstwerken geschickt miteiehemaliger Feuilleton-Redakteur der „Süd- nander verwebt. Dass die eingeschalteten,
deutschen“, hat die frühen Jahre der Zeiaber amourös abgelenkten Kripobeamten
tung gründlich analysiert. Er zeigt klug
erst spät auf Touren kommen, verleiht dem
strukturiert und präzise formuliert auf, wie in Leer spielenden Krimi zusätzlichen Reiz.
ungehindert die „alten Kameraden“, die
keinerlei Interesse an einer Aufarbeitung
Das ist klug konstruiert und durchaus fesder Vergangenheit hatten, Nachrichten ma- selnd erzählt – jedenfalls weitgehend. Denn
nipulieren und ihnen missliebige Themen der Spannungsbogen flacht ab, als Olaf
ausblenden konnten. Fazit: Auch die „Süd- Knall auf Fall aus der Handlung verschwindeutsche“ trug dazu bei, die kritische Aus- det. Und das geschieht leider viel zu früh
einandersetzung mit dem Nationalsozialis- für ein richtig gutes „mörderisches“ Finamus zu verschleppen. Eine Erkenntnis, die le, weshalb der Leser mit einem klebrig anaus heutiger Sicht überraschend ist und das mutenden Happy End („Alles war gut geganBuch so spannend macht.
gen. Alles war gut.“) vorlieb nehmen muss.
Peter Schulz
Peter Schulz
literatur Bremer Literaturpreis
47 foyer
literatur
Text: Inge Zenker-Baltes
Hintergründige Groteske
Opas launige Geschichten
Bremer Literaturpreis für Henning Ahrens
Förderpreis geht an Matthias Nawrat
Wieder haben die Juroren für den Bremer Literaturpreis hart gerungen, um sich dann
mit „Glantz und Gloria“ des 1964 geborenen Henning Ahrens auf einen ebenso beklemmend aktuellen wie sperrigen Roman
zu einigen. „Die Rückkehr in eine fremd gewordene Heimat“ werde hier, so die Rechtfertigung, „zum furiosen Sprachabenteuer.“
wurde und sich in einer sanierten Mühle
niederließ, wo er nun Oldekop und Gloria
beherbergt, sowie der mächtige „Schweinemonopolist“ Kremser. Der will in der Mühle eine Großschlachterei errichten und den
„zugewanderten“ Landauer vertreiben.
Eigentlich kann der Mensch nur einmal
sterben. Opa Jurek scheint da eine Ausnahme zu sein. Schon als junger Mann sei
er, so erzählt er den andächtig lauschenden Enkeln, „bereits tot gewesen, zum ersten Mal in seinem Leben“, als er nämlich
im damals besetzten Warschau nach der
Sperrstunde unterwegs war, zwei Wehrmachtssoldaten begegnete, ihnen in akzentfreiem Deutsch einen guten Abend
samt Hitlergruß entbot und scheinbar
selbstverständlich weiterging, obwohl ihm
„das Herz bis in den Kopf hinauf“ schlug.
Im Mikrokosmos jeglicher Idylle entkleideten deutschen Provinz lässt der Autor den
So präsentiert sich zu Beginn der alpvon Schlachtermeister Kremser und seitraumhaften Spurensuche des Mittvierzinen rechtsgerichteten Anhängern hochgers Rock Oldekop in Glantz, dem Ort seigepeitschten dumpfen Wutstau explodiener frühen Kindheit, ein grandioses Chaos. ren. Poet Ahrens aber versagt sich nicht, die
Nur mühsam vermag man bei der Lektüwährend nächtlicher Aufmärsche gegrölten
1979 wurde Matthias Nawrat im polnire zunächst einen leichten Ärger beiseite
Hasstiraden der „Pummels und Prolls“ in
schen Opole geboren und kam als Zehnzu wischen, zu sehr stülpt sich der Lyriker
Reime zu kleiden: „Hey Landauer, du Superjähriger mit seinen Eltern nach Deutschdem Erzähler über, was nicht selten stilisti- GAU!/ Wo ist deine Frau, du schwule Sau?“
land. Seine launige Geschichte, die sich
schen Mischmasch hervorbringt.
überwiegend in der alten Heimat abspielt,
Ahrens’ Groteske beschwört – trotz ständi- beginnt mit der Beerdigung von Opa Jurek,
Doch nach und nach erschließt sich dem
ger Flucht in poetisierende Passagen – Er- dessen bunt ausgeschmückte Abenteuer
beharrlich Weiterlesenden die Qualität
innerungen an die finstersten Jahre deut- Nawrat launig als einer der fiktiven Enkel
dieses reichhaltigen sarkastischen Gescher Geschichte. Die mit virtuoser Wucht in der Wir-Form wiedergibt und anhand
genwartsromans. Oldekop, von seiner Le- aufgenommene Suche nach Herkunft,
der abgründigen Familiensaga die polnibensgefährtin betrogen und für eine Zeit- nach Identität, nach Lebensgeschichten ist sche Geschichte von der Vorkriegszeit bis
lang nach Kreta entflohen, fährt in seinen zugleich eine düstere, der Vergangenheit
nach dem Fall der Berliner Mauer aufrollt.
Heimatort, um mehr über sich zu erfahnachspürende wie die Gegenwart wertenren, auch herauszufinden, was es mit dem de Tirade. Dabei kann selbst die Mühsal
Matthias Nawrat ist ein brillanter Erzähler,
Brand seines Elternhauses auf sich hatte,
dieser Lektüre nicht eine gewisse Faszina- sein Roman bereitet ein keineswegs oberder einst Mutter und Vater das Leben kos- tion mindern, die Henning Ahrens’ „Trip“ flächliches Vergnügen und schließt Wissenslücken. Trotz des heiteren Plaudertons, den
tete. Gleichzeitig trifft dort die schöne Glo- ausstrahlt.
er zur Schilderung auch des vielen Leids jeria als neue Landärztin ein.
Henning Ahrens, Glantz und Gloria.
ner Epoche wählt, ist die Tragik der EreigS.Fischer, 173 S., 18,99 Euro
nisse in jeder Zeile spürbar.
In Glantz stehen indessen zwei Personen
Matthias Nawrat, Die vielen Tode unseres
im Fokus: Landauer, ein ehemaliger WurstOpas Jurek. Rowohlt, 411 S., 22,95 Euro
hersteller, der zum Tierschutzaktivisten
foyer 48
kino Suffragette
kino
Text: Wilfried Hippen
„Suffragette“
Frauen-Kampf
Packend inszeniert: „Suffragette“
Im kollektiven Bewusstsein sind sie nicht
viel mehr als ein Klischee: Jene Frauen,
die am Anfang des 20. Jahrhunderts vor
allem in Großbritannien für das Wahlrecht und die Gleichstellung der Frauen
gekämpft haben, werden in erzählenden
Werken fast immer als komische Figuren
gezeichnet, als sogenannte Blaustrümpfe.
Dass ihr Kampf ähnlich leidenschaftlich
und verlustreich gefochten wurde wie jener gegen Rassismus oder Kolonialismus,
ist kaum bekannt, weshalb ein Film wie
„Suffragette“ überfällig war.
Maude arbeitet in einer Londoner Wäscherei, versucht, gemeinsam mit ihrem
Ehemann genug zu verdienen, um ihren
Sohn großzuziehen und gerät zufällig in
eine Demonstration von Frauenrechtlerinnen, die von Polizisten mit Gewalt aufgelöst wird. Eine der Aktivistinnen arbeitet im gleichen Betrieb und durch sie lernt
Maude auch andere Frauen kennen, die
den Widerstand organisieren.
Die Drehbuchautorin Abi Morgan hat Szenen entwickelt, in denen für die Zuschauer von heute nachvollziehbar deutlich
wird, wie nach und nach das emanzipatorische Bewusstsein von Maude geweckt
wird. Bald ist sie eine der radikalen Aktivistinnen, und der Preis, den sie dafür
zahlen muss, ist hoch. Sie kommt ins Gefängnis, verliert ihre Arbeit, ihren Mann,
ihren Sohn – und diese Opfer werden
nicht melodramatisch verklärt, sondern
machen deutlich, mit welchen Mitteln
sich das System gegen diese emanzipatorische Bewegung zur Wehr setzte.
Dagegen feiert der Film die Solidarität
unter den Frauen. Geschickt werden reale und fiktive Personen und Vorkommnisse miteinander vermischt. So hat Meryl Streep einen kurzen Auftritt als Emmeline Pankhurst, eine der einflussreichsten
Fürsprecherinnen der Bewegung, und den
dramaturgischen Höhepunkt des Films bilden die historischen Geschehnisse auf dem
Epsom-Derby von 1913, bei dem die Suffragette Emily Davison ums Leben kam.
„Suffragette“ hat nichts museales an sich,
sondern ist statt dessen packend inszeniert. Das Produktionsdesign wirkt von
Ausnahmen abgesehen (bei wenigen Straßenszenen wurden erkennbar mit dem
Computer gearbeitet) authentisch und der
Film ist bis in kleine Nebenrollen hochkarätig besetzt. Carey Mulligan gelingt es
eindrucksvoll, Maudes Entwicklung von
einer sich den Männern in ihrem Leben
unterordnenden zu einer selbstbewusst
für ihre Rechte kämpfenden Frau intensiv und glaubwürdig darzustellen. Helena
Bonham Carter spielt ähnlich inspiriert
eine altgediente Kämpferin.
Kinostart: 4. Februar
kino DVD-Tipp / Demnächst
49 foyer
tipp
„Valley of Love“
„Hail Caesar!“
Neu auf DVD
Demnächst im Kino
„Boulevard“ (Kinostart 21. 1.) von Dito Montiel ist der letzte Film des Schauspielers Robin William, entstanden etwa
ein Jahr vor seinem Suizid. Die Geschichte
von einem älteren Mann, der sich in einen
jungen Stricher verliebt und versucht, ihn
aus dem Milieu zu holen, ist nicht sehr originell. Aber wenn Williams hier einen zutiefst traurigen Mann spielt, der zu sanftmütig ist, um zu erreichen, was er will,
dann hat dies durch das Schicksal von
Williams mehr Gewicht, als auch ein viel
besserer Regisseur als Montiel mit rein filmischen Mitteln hätte erreichen können.
„Valley of Love“ (21. 1.) von Guillaume
Nicloux ist zugleich Kammerspiel und
Roadmovie. Isabelle Huppert und Gérard Depardieu verkörpern zwei bekannte
französische Schauspieler, die zusammen
ein paar Tage im Death Valley in Kalifornien verbringen, weil ihr gemeinsamer
Sohn, der sich vor kurzen umgebracht
hat, es in seinen Abschiedsbriefen von ihnen verlangte. Beide spielen nicht unbedingt sich selbst, aber doch jene Film-Persönlichkeiten, die sie als zwei der besten
Schauspieler ihre Generation über all die
Jahren geworden sind. Das ist bewegend,
spannend und grandios inszeniert. Ein
früher Höhepunkt des Kinojahrs!
In seinem Dokumentarfilm „Dirigenten“
(28. 1.) hat Götz Schauder auf einem internationalen Wettbewerb in Frankfurt ein
„Der Marsianer“
paar junge Maestros begleitet. So ist dies
ein Mischung aus Musik- und Sportfilm geworden, denn es gibt eine Vorrunde, ein
Halbfinale und am Schluss des Films einen Sieger. Dieser Dramaturgie konnte sich
der Filmemacher kaum verweigern, aber er
zeigt auch, wie komplex das Zusammenspiel zwischen Musikern und Dirigenten ist.
Mit „Hail Caesar!“ (18. 2.) haben die CoenBrüder wieder eine historische Tragikomödie über die Filmbranche gedreht. Josh
Brolin spielt einen Büttel, der im Hollywood der 50-er Jahre von den Studios dafür bezahlt wird, dass Stars nicht ungewollt in die Schlagzeilen kommen. Während der Dreharbeiten eines teuren
Sandalenfilms verschwindet einer der
Hauptdarsteller. Er muss wieder zurück
vor die Kamera – um jeden Preis.
„Mustang“ (25. 2.) von Deniz Gamze Egüven erzählt von fünf Schwestern, die wie
Wildpferde wirken, bis sie eingepfercht
werden. Sie leben in einem kleinen türkischen Dorf an der Schwarzmeerküste,
und die Familie versucht alles, um ihren
Willen zu brechen und sie für ein enges
Leben nach überholten Traditionen abzurichten. Doch die jungen Frauen wehren
sich mit Freiheitsliebe und Courage. „Mustang“ ist mit seiner fundierten Kritik daran, wie Frauen heute wieder in der Türkei
behandelt werden, ein immens politischer
Film. Vor allem ist er aber ein mitreißend
erzähltes Drama.
Robinsonade im All
Einerseits ist „Der Marsianer“ Science
Fiction im besten Sinne des Wortes. Die
Erzählung basiert auf der ein paar Jahre weitergedachten, aber grundsätzlich
heutigen Wissenschaft und Technologie.
Und diese wird so realistisch und plausibel präsentiert, dass sie sehr glaubwürdig
wirkt. Kein Wunder: Die literarische Vorlage von Andy Weir war in Deutschland
als das „Wissensbuch des Jahres“ ausgezeichnet worden.
Aber dieser Film ist auch eine typische
Robinsonade: Mark Watley strandet auf
dem Mars, als eine NASA-Mission abgebrochen wird. Er wird für tot gehalten und zurückgelassen. Mit viel wissenschaftlichem Wissen, Einfallsreichtum
und Überlebenswillen gewinnt er chemisch Wasser, zieht Kartoffeln heran und
versucht, zur Erde zurückzukehren.
Matt Damon wirkt in der Titelrolle so intelligent, stoisch und bodenständig, dass
Regisseur Ridley Scott auf jede sonst übliche heroische Überhöhung, etwa durch
eine Filmmusik voller Pathos, verzichten
kann. Stattdessen beeindruckt er mit Bildern, die die unendliche Weite des Weltraums einfangen und den „Marsianer“
wie ein Staubkorn wirken lassen. – Verkauf ab 18. Februar.
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and other countries.
kolumne Nachgedacht 51 foyer
Nachgedacht
Text: Stephan Cartier
D
ie freie Wildbahn des modernen,
also domestizierten Mannes besteht
aus Klickparkett zum Selbstverlegen. Hier kann er Meter um Meter beweisen, dass er der Welt den Boden bereitet.
Auch beim Sägen einer Küchenarbeitsplatte beweist sich der Herr im Haus gegenüber der Natur als Sieger.
Den wahren Kampf ums Überleben führt
der Heimwerker aber kopfüber mit der
Bohrmaschine im Fenstersturz. Halterungen müssen an diesem stahlharten Untergrund befestigt werden. Nur der liebe Gott
weiß, warum er Gardinenstangen erfunden
hat. Vielleicht, um die männliche Affektkontrolle zu testen. Oder einfach als Strafe
für einen schwachen Moment im Paradies.
Dübeleien
Dabei sind es weniger die körperlichen
Einschränkungen, die hier entlarvt werden. Was der Frühmensch mit bloßer Faust
bewerkstelligen musste, erledigt der Homo
sapiens ja mit elektrisch anspruchsvollem
Werkzeug. Man ahnt, warum in den Höhlen der Neandertaler keine Hinweise auf
Gardinen gefunden wurden.
stellt sich nicht mehr. Es herrscht blanker
Hass aufs Dasein.
Den Zuschauerinnen solcher Szenen versagt meist das Verständnis für dieses Verhalten. Man sei ja „außer sich“, lautet der
Vorwurf. Und sofort stellt sich auch ein
schlechtes Gewissen ein, weil es einem
scheinbar akut an Kultur fehlt.
Viel gravierender sind die psychischen Defizite, die sich beim Heimwerken offenba- Vielleicht trifft aber der Vorwurf auch gar
ren, wenn es anstrengend wird. Der Mann nicht zu, und man ist in dieser Ausnahmesimit Baumarkt-Funktions-Overall mag sich tuation nicht außer, sondern gerade in sich.
noch so weit von seinem Vorgänger im Bä- Der Zuchtmeister des Unbewussten, Sigrenfell fortentwickelt haben. Im Kampf mit mund Freud, hat in seiner wunderbaren
dem nackten Material fällt er ab einem be- Schrift über „Das Unbehagen in der Kultur“
stimmten Grad des
1930 so unschuldig
Wer das nicht sehen möchte,
Misslingens rasch
nüchtern über die
um mehrere Stufen kann ja die Gardinen zuziehen. Stabilität der ZiviEs gibt nichts Undankbareres, als in
der Menschwerdung
lisation formuliert:
schwindelnder Höhe auf einer Haushalts- zurück. Der Schlagbohrer wird zur Keule. „Das gern verleugnete Stück Wirklichkeit
leiter ohne festen Halt vier kleine, dicht
Plötzlich zählt nur noch der Sieg. Das Loch hinter all dem ist, dass der Mensch nicht ein
beieinanderliegende Bohrungen im Beton muss in den Beton. Es muss!
sanftes liebebedürftiges Wesen ist, das sich
versenken zu müssen. Hier sind Kraft und
höchstens, wenn angegriffen, auch zu verKonzentration gleichermaßen gefordert,
Tut es aber nicht. Das Bohrloch wird nicht teidigen vermag, sondern dass er zu seinen
Augenmaß und gesunde Härte. Im Gruntiefer, dafür aber breiter. Selbst der Dübel
Triebbegabungen auch einen mächtigen Ande genommen ist es eine philosophische
wackelt, von der Schraube darin gar nicht teil von Aggressionsneigung rechnen darf.“
Übung unweit der Meditation. Denn die
zu reden. Über die gezischten KraftausBegegnung des Individuums mit dem har- drücke und Flüche ist Mann schnell hinDer Mensch zeigt sich in diesen Ausnahten Anderen des Seins (vulgo: Beton) zeigt aus. Danach wird die Wand mit der flachen mesituationen, wie er wirklich ist: menschihm seine Grenzen auf und führt es darauf Hand bearbeitet, später kommt die Faust
lich. Wer das nicht sehen möchte, kann ja
zurück, was es wirklich ist: schwach, hilf- zum Einsatz. Selbst Tritte gegen unschul- die Gardinen zuziehen. Wenn er geschafft
los und deswegen aggressiv.
dig herumstehendes Mobiliar sind möghat, die Halterungen anzubringen.
lich. Die Frage, warum es Gardinen gibt,
foyer 52
rollenspiel
: Rollenspiel
(red) Carmen Emigholz, seit 2007 Kulturstaatsrätin der Freien Hansestadt Bremen,
ist in den Vorstand der Kulturpolitischen
Gesellschaft gewählt worden. Die rund
1400 Mitglieder der vor 40 Jahren gegründeten bundesweiten Vereinigung, die nicht
an Parteien, Kirchen oder Gewerkschaften
gebunden ist, setzen sich für die Entwicklung der Kulturpolitik ein.
(ps) Der Titel weckt die Vorfreude auf laue
Abende: Mit „SommerNacht“ präsentiert
Günther Grollitsch in der Schwankhalle
Bremen ein Tanztheaterstück, das er
gemeinsam mit Tänzern von u.a. von
„tanzbar_bremen“ einstudiert hat. Inspiriert von der Komödie „Ein Sommernachtstraum“ von William Shakespeare
entwickelt der österreichische Tänzer und
Choreograf Szenen um Macht und Mani„Diese Wahl ist eine große Ehre für mich“, pulation, in denen Traum und Realität zu
erklärte die Bremer Staatsrätin, die bunverschwimmen scheinen, wobei er „Liebe,
desweit in verschiedenen kulturpolitischen Triebe, Herz und Schmerz“ mit absurdem
Netzwerken mitwirkt. „Ich freue mich auf Humor à la Monty Python kombiniert
den Austausch mit den anderen Mitglie(Premiere 4. März, 20 Uhr, weitere Vorsteldern, bei dem ich meine Erfahrungen ein- lungen 5., 6. und 8. März).
bringen kann. Sicherlich werde ich auch
interessante Anregungen für Bremen von
Grollitsch, der zu den Mitbegründern des
den Treffen mitbringen können.“
Bremer „ steptext dance project“ gehört,
absolvierte seine Tanzausbildung an der
Die Kulturpolitische Gesellschaft, der
Hochschule der Künste Frankfurt am Main
Akteure aus den Bereichen Kulturarbeit,
und der Rotterdamse Dansacademie,
Kunst, Politik, Wissenschaft oder Publistudierte bei Erick Hawkins, David Howard
zistik angehören, will neue Leitbilder und und Alvin Ailey in New York und gehörte
Zielsetzungen für Kulturpolitik entwickeln. u.a. der Tanzcompagnie des Bremer TheIhre Mitglieder verstehen sich als Arbeits- aters an. Bekannt wurde er auch durch
gemeinschaft, die sich in den alten und
Festivals wie „outnow!“ oder „eigenARTig“.
neuen Bundesländern für eine zeitgemäße Grollitschs Arbeiten waren bereits in den
und demokratische Kulturpolitik engaUSA, Schweden, Israel und Südamerika zu
giert, damit Kunst und Kultur die ihr ansehen. Gegenwärtig läuft seine Choreogragemessene Förderung in der Gesellschaft
fie zum Musical „My Fair Lady“ am Theater
erfahren können.
Osnabrück.
rollenspiel 53 foyer
(red) Johnny Cash, Deep Purple, The Who
– die Bremer Fotografin Jutta Vialon hat sie
und viele andere Musikstars der 60-er und
70-er Jahre fotografiert. Ihre prominenten
Motive fand sie im „Beat-Club“ von Radio
Bremen, jener heute schon legendären TVSendung, der seinerzeit Tausende von Teens
hüben wie drüben entgegenfieberten.
Die gebürtige Berlinerin Jutta Vialon (19172004), die ab Mitte der dreißiger Jahre in
Bremen lebte, stand dabei regelmäßig mit
ihrer Kamera hinter den Kameras und nahm
die von Go-Go-Girls umringten und der
unvergleichlichen Uschi Nerke im SuperMinirock angesagten Musikstars auf. So
entstanden außergewöhnliche Aufnahmen
mit hoher Authentizität, die gut 30 Jahre
lang fast vergessen auf dem Dachboden
ihres früheren Hauses im Bremer Ostertor
lagen, bis der gut sortierte Nachlass dem
Bremer Staatsarchiv übergeben wurde.
Dort wurde anlässlich des 50-jährigen
Jubiläums des „Beat-Clubs“ gemeinsam
Radio Bremen die Idee für eine Ausstellung
entwickelt, die noch bis zum 26. Februar
unter dem Titel: „The Beat Goes On“ zu
sehen ist. Jutta Vialon, die ein eigenes Fotostudio besaß, hatte von 1948 bis 1976 als
Fotografin für Radio Bremen gearbeitet.
foyer 54
kulturkalender
KULTURTERMINE
Premierendaten
...................................................
Stadttheater Bremerhaven
15. Januar bis 15. März 2016
...................................................
Theater Bremen
16. 1. (S) Christiane Renziehausen: Rich Kids. Brauhauskeller
13. 2. (M) Alban Berg: Wozzeck. Theater am Goetheplatz
26. 2. (S) Tracy Letts: Eine Familie (August: Osage County). Theater am Goetheplatz
3. 3. (S) Henrik Ibsen: Nora oder Ein Puppenheim.
Kleines Haus
5. 3. (S) Projekt von kaincollectiv & sputnic: Out of Control. Moks
...................................................
bremer shakespeare company
19. 2. (S) William Shakespeare: Macbeth.
Theater am Leibnizplatz
16. 1. (S) Regine Wroblewski: Arthur in anner Umständen. Kleines Haus
30. 1. (M) Leo Fall: Madame Pompadour. Großes Haus
19. 2. (S) nach Ingmar Bergmann: Szenen einer Ehe.
Kleines Haus
20. 2. (S) Ödön von Horváth: Der jüngste Tag. Großes Haus
5. 3. (M) Manfred Gurlitt: Wozzeck. Großes Haus
...................................................
Staatstheater Oldenburg
24. 1. (S) Rolf Lappert: Pampa Blues. Kleines Haus
6. 2. (M) Philip Glass: Satyagraha. Großes Haus
13. 2. (S) Martin Laberenz (Regie): Ein neues Stück.
Exerzierhalle
20. 2. (S) Ferdinand von Schirach: Terror. Großes Haus
27. 2. (S) nach Homer: Odyssee (UA). Kleines Haus
5. 3. (T) Bill T. Jones/Antoine Jully: D-Man in the Waters/
Generation Y. Großes Haus
(Abkürzungen: M = Musiktheater, S = Schauspiel,
T = Tanztheater) Alle Termine ohne Gewähr!
Abkürzungen:
P = Premiere
WA = Wiederaufnahme
UA = Uraufführung
z.l.M. = zum letzten Mal
w.n.a.a. = wenn nicht anders angegeben
Alle Termine ohne Gewähr! Kein Anspruch auf Vollständigkeit!
Terminschluss: 1. Januar
BREMEN
......................................
Theater Bremen
Theater am Goetheplatz
(Beginn, w.n.a.a.: 19.30 h)
Peter Grimes Jan. 15.; Feb. 4.
Maria de Buenos Aires Jan. 17., 20., 24.
(18 h); Feb. 6., 12.; März 5.
Pünktchen und Anton Jan. 18.+19.+25.
(jew. 10 h); Feb. 7. (11 h), 12.+19.+29.
(jew. 10 h)
Gift. Eine Ehegeschichte Jan. 19. (18 h),
28.; Feb. 21. (18 h)
Kleiner Mann – was nun? Jan. 21., 29.; Feb.
3. (z.l.M.)
Das Schloss Jan. 22.; Feb. 5., 18. (z.l.M.)
Die Zauberflöte Jan. 23. (z.l.M.)
Boxom Jan. 30.
Die zehn Gebote (WA) Jan. 31. (18 h)
Rigoletto Feb. 7. (18 h)
Wozzeck Feb. 13. (P), 20., 25., 28. (15.30 h);
März 4., 9.
Carmen Feb. 19.
Eine Famile (August: Osage County) Feb.
26. (P); März 2., 11.
Eine italienische Nacht Feb. 27.; März 13.
(18 h/z.l.M.)
Der fliegende Holländer (WA) März 6. (18 h)
Carmina Burana März 12. (P)
Kleines Haus
(Beginn, w.n.a.a.: 20 h)
Medea (WA) Jan. 16., 28.; Feb. 10., 20.
Belleville Jan. 17.+31. (jew. 18.30 h), 29.;
Feb. 3., 12., 14. (18.30 h/z.l.M.)
Der Idiot Jan. 18. (19 h/z.l.M.)
Die Schutzbefohlenen Jan. 20.; Feb. 9.
Die Zeit der Kirschen Jan. 21.; Feb. 24.
Istanbul Jan. 22., 30.; Feb. 5., 6., 11.
Pornographie Jan. 23., 27.; Feb. 4., 13., 28.
(18.30 h)
Verbrennungen Jan. 24. (18.30 h)
Nostalgie 2175 Jan. 25.; Feb. 7. (18.30 h), 25.
Buddenbrooks Jan. 26. (19 h/z.l.M.)
The Art of Arriving (WA) Feb. 2.+19.+27.
(jew. 19 h)
Verzehrt (Consumed) Feb. 18.
Jetzt musst Du springen Feb. 21.
Einer flog über das Kuckucksnest Feb. 26.
Nora oder Ein Puppenheim März 3. (P), 12.
kulturkalender
Moks
foyer 55
Urban Priol Jan. 21.
GLOCKE Jugendkonzert „Composer Slam“
Nachtgeknister Jan. 17. (16 h),
Jan Vogler & Martin Stadtfeld Jan. 23.
März 5.
19.+21.+22.+25.+26. (jew. 10.30 h)
Bremer Literaturpreis 2016 Jan. 24. (18 h)
Max Raabe solo März 5.
Traurig und fröhlich ist das Giraffenle-
Giora Feidman & Rastrelli Cello Quartett
Glenn Miller Orchestra directed by Wil
ben Feb. 3.+4.+5.+9.+10.+11.+15.+16. (jew.
Jan. 26.
Salden. März 6. (18 h)
10.30 h), 7.+13. (jew. 16 h)
Der kleine Prinz – Das Musical Jan. 27.
Nigel Kennedy + Russische Kammerphil-
Out of Control März 5. (P)
4. Philharmonisches Kammerkonzert Cap- harmonie St. Petersburg März 10.
pella Andrea Barca + Sir András Schiff
GLOCKE Spielraum „Weitgereist“ März 12.
Brauhauskeller
(Klavier und Leitung). Jan. 28.
(10 h)
(jew. 10.30 h), 7.+13. (jew. 19 h)
GLOCKE Ohrwurm für Familien „Seelen-
musica viva – Operettengala März 13.
Das große Heft Feb. 20.
verwandtschaften“ Jan. 31. (10.45 h)
(15.30+19.30 h)
Julia Fischer Jan. 31. (19 h)
8. Philharmonisches Konzert Bremer Phil-
......................................
bremer shakespeare company
Theater am Leibnizplatz
6. Philharmonisches Konzert Bremer Phil- harmoniker März 14., 15.
Rich Kids Jan. 17.+24.+27.+28.+30. (jew. 19 h) Benefizkonzert Die Deutsche Kammerphilharmonie Bremen Jan. 30.
Hikikomori Feb. 3.+4.+9.+10.+11.+15.+16.
Tel. 04 21 – 50 03 33
(Beginn, w.n.a.a.: 19.30 h)
Der Sturm Jan. 15.
Wie es euch gefällt Jan. 16., 30.; Feb. 12.,
26.
Alvaro Solar: Männerfreundschaft Jan. 22.
König Lear Jan. 23.; Feb. 13.
Doktor Faustus Jan. 24. (18 h); Feb. 5., 27.
Maria Stuart Jan. 28.; Feb. 28. (18 h)
Wassergeräusch Jan. 29.
Romeo und Julia Feb. 4., 11.
Wie es Will gefällt Feb. 6.
Stückwerk Bremen: Machtspiele Feb. 15.
Macbeth Feb. 20. (P), 25.
Prunk und Pleite einer Unternehmerdynastie Feb. 24.
Die Deutsche Kammerphilharmonie Bremen März 12.
harmoniker Jan. 31. (11 h); Feb. 1., 2.
men Feb. 4., 5.
......................................
Musical Theater Bremen
Orchester & Chor der Universität Bremen
Tel.: 0421 – 33 37 555
Feb. 6.
Tickets: www.musicaltheater-bremen.de
musica viva Feb. 7. (15.30+19.30 h)
(Beginn, w.n.a.a.: 20 h)
GLOCKE Familienkonzert „Die Bremer
St. Petersburg Festival Ballet: Dornrös-
Stadtmusikanten“ Feb. 7. (11 h)
chen Jan. 16. (15 h)
Chinesischer Nationalcircus Feb. 8.
St. Petersburg Festival Ballet: Schwanen-
Mnozil Brass Feb. 9.
see Jan. 16. (19.30 h)
Ralf Schmitz Feb. 12.
Musical StarNights Jan. 17. (19 h)
Salut Salon Feb. 13.
Night of the Dance Jan. 22.
Bibi Blocksberg Feb. 14. (14 h)
Russian Circus on Ice Jan. 23.
NDR-Sinfonieorchester Thomas Hengel-
Hans Klok Jan. 29., 30. (15+20 h), 31. (15+19 h)
brock, Dirigent. Feb. 19.
Das Russische Nationalballett aus Moskau:
Die Deutsche Kammerphilharmonie Bre-
GLOCKE Spezial Nina Attal Feb. 20.
Schwanensee Feb. 4.
7. Philharmonisches Konzert Bremer Phil- Celtic Woman Feb. 5.
harmoniker Feb. 22., 23.
Elvis – Das Musical Feb. 7.
Dr. Eckart von Hirschhausen Feb. 24.
Sinatra & Friends Zum 100. Geburtstag
Konstantin Wecker Feb. 25.
von Frank Sinatra. Feb. 10.
Hannes Wader Feb. 26.
Peter Kraus & Band Feb. 18.
Wiener Klassik Feb. 27.
Phantom der Oper Feb. 20. (19 h)
Orchester der Musikfreunde Bremen Feb.
Tel. 04 21 – 33 66 99 | www.glocke.de
Stefan Gwildis Feb. 24.
28. (19 h)
(Beginn, w.n.a.a.: 20 h)
Jürgen von der Lippe Feb. 26., 27.
5. Philharmonisches Kammerkonzert In-
Mozart Superstar – Das Musical Feb. 28.
geborg Danz (Mezzosopran), Leonard El-
(19 h)
Schachnovelle Feb. 29.
......................................
Glocke
Wiener Klassik Jan. 16.
GLOCKE Spielraum „Musik im Spiel“ Jan. schenbroich (Cello), Gerold Huber (Kla16. (10 h)
vier). Feb. 28. (20 h)
GLOCKE backstage Besucherführung Jan. GLOCKE Sonderkonzert Europäischer
16.; Feb. 27. (jew. 14 h)
Klavierwettbewerb 2016 März 1. (19 h)
GLOCKE Spezial Joachim Król + Etta
Scollo & Ensemble Jan. 17.
Jugend forscht März 3. (15-18 h), 4. (12-17 h)
ABBA today – A tribute to ABBA März 5.
Die Prinzen „25 Jahre auf Bewährung.“
März 7.
Marlene Jaschke März 2.
Ballet Revolución März 11., 12. (15+20 h),
GLOCKE Vokal Simone Kermes März 4.
13. (14 h)
foyer 56
kulturkalender
Opernrätsel
(mpg) Vorlage für das Libretto der gesuchten Oper war eine berühmte Tragödie von
William Shakespeare, bei der es um Liebe
und Treue geht. Ein Stoff, der seit jeher die
Künstler inspiriert hat, unter anderem auch
Sergeij Prokofjew, der dazu eine Ballettmusik verfasste. Der Dichter Gottfried Keller
verarbeitete den Stoff zu einer Novelle, verlegte aber die Handlung in die Schweiz.
Der Komponist der Oper war zu Lebzeiten
sehr berühmt und erfolgreich. 1792 wurde
er zum Kapellmeister des Mailänder Doms
ernannt, ab 1804 päpstlicher Kapellmeister.
1812 ging er nach Neapel, wurde dort Direktor der königlichen Musikschule und komponierte fleißig weiter, weshalb ein umfangreiches Oeuvre vorliegt, das jedoch kaum
bekannt ist.
Denn ihn ereilte das bedauerliche Schicksal, dass seine Werke am Ende seines über
80 Jahre währenden Lebens nicht mehr dem
Zeitgeschmack entsprachen. Spätestens mit
dem Auftreten von Giacomo Rossini geriet
sein Schaffen endgültig in Vergessenheit.
Mit ihm starb gewissermaßen einer der letzten Vertreter der neapolitanischen Schule.
Wie heißt der Lehrer von Vincenzo Bellini und Gaetano Donizetti, um nur zwei
seiner Schüler zu nennen? Und wie lautet der Titel der Oper, in der ihr männlicher Hauptdarsteller den Schatten seiner
vermeintlich gestorbenen Geliebten anruft, was E.T.A. Hoffmann von „der unbeschreiblichen Macht der unwiderstehlichsten Wirkung auf jedes empfängliche
Gemüt“ schwärmen ließ?
Bitte schreiben Sie Ihre Antwort bis zum
15. Februar 2016 an foyer, Roland Verlag
GmbH, Schlachte 43, 28195 Bremen. Die
Teilnahme ist auch online möglich: www.
rolandverlag.de (Publikationen/Foyer)
Zu gewinnen sind je 5 x 2 Karten für das Theater Bremen, das Stadttheater Bremerhaven
und das Oldenburgische Staatstheater.
Die Auflösung des Opernrätsels in foyer
112 lautet „Carmen“ von Georges Bizet.
Gewonnen haben:
Detmar Dirks, Großenkneten
Christof Eschenröder, Bremen
Barbara Elisabeth Hahn, Oldenburg
Benji Hund, Delmenhorst
Martina Huntemann, Delmenhorst
Rolf-Peter Köpp, Bremerhaven
Ulrike Mohrmann, Oldenburg
Dagmar Mönchmeyer, Delmenhorst
Hannelore Mühlenbruch, Bremen
Björn Pyka, Bremerhaven
Gisela Rätzer, Bremen
Hanna Reysen, Bremerhaven
Christa Strebe, Loxstedt
Kurt Schmerbach, Stuhr
Firous Shikhzadeh, Berlin
......................................
wildwechsel SCHAUSPIEL
31. Bremer Karneval „Die Reise“: Einheizen im Moments Jan. 29.
Songs & Whispers Circuit 01/2016 Jan. 31.
Schaulust, Im Güterbahnhof, Tor 48
Denis Fischer „Happy Birthday, Herr
Tel. 0421 - 40 889 778
Presley.” Feb. 5.
Der Schlüssel zum Fahrstuhl
Record Release Party mit Van Dyck Inc.
Groteskes Kurzdrama von Agota Kristof.
Feb. 12.
4. + 5. März 20 Uhr
HfK Semester-Abschlusskonzert Feb. 16.
jazzmoments & MIB präsentieren: Dop. . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . pelkonzert Ilja Weigel Trio und Konrad
Ensemble Weser-Renaissance Schwenke Quartett Feb. 17.
„Cello-Loop“ Stephan Schrader CD-ReKonzertreihe 2015/16: Leopold I. (1640lease-Konzert.
Feb. 19.
1705), Kaiser und Komponist. Leitung:
Felix
Elsner
„on
the jazzy side of pop“:
Manfred Cordes
Special
Duo
Nights:
Best of 90’s Feb. 21.
Missa pro defunctis Totenmesse für die
Sparkasse in concert/Nordwestradio präKaiserin. Kulturkirche St. Stephani, Bresentieren: Nels Cline & Julian Lage (USA).
men. März 10. (20 h)
Febr.23.
Il Sagrificio d’Abramo Oratorium. UnWolfgang Schorlau liest: „Die schützende
ser Lieben Frauen Kirche, Bremen. April
Hand – Denglers achter Fall.“ Feb. 24.
21. (20 h)
Songs & Whispers Circuit 02/2016 Feb. 28.
Ed Kröger Quintett Beginn der Frühjahrs......................................
Tournee. März 2.
DKV-Residenz
women in (e)motion-Festival: Holler my
in der Contrescarpe
Dear „Oh, Lonesome me.“ März 5.
Tel. 04 21 – 3 22 90
women in (e)motion-Festival: Ruthie Fo„Klassische Saitensprünge“ mit dem Duo ster (USA) März 7.
Gorbatschow & Freund. Jan. 29. (18 h)
women in (e)motion-Festival: Anna-Lena
„Hamburger Barock“ mit dem Trio
Schnabel-Quartett / Julia Kadel März 8.
Wendler. Feb. 5. (16 h)
Weltklassik am Klavier (jew. 17 h)
......................................
„Funkelnde Preziosen der Romantik“ mit
Sendesaal Bremen
Anna Zassimova. Jan. 31.
Bürgermeister-Spitta-Allee 45
„Die Kreutzsonate“ mit Slawomir Saranok & Júlia Pusker. Feb. 28.
Tickets: Tel. 04 21 – 33 00 57 67
[email protected]
......................................
Club Moments
Vor dem Steintor 65 | Tel. 04 21 - 7 92 66 33
www.club-moments.de
(Beginn, w.n.a.a.: 20 h)
Felix Elsner „on the jazzy side of pop“:
The Music of Björk (Premiere). Jan. 17.
Antonio Andrade Duo Flamenco. Jan. 22.
Moments & MIB präsentieren: Afro-Cuban Jam-Session mit SonLindo Jan. 23.
jazzmoments & MIB präsentieren: Lutz
Büchner/Detlev Beier Duo und
jazzSmells Jan. 27.
www.sendesaal-bremen.de
(Beginn, w.n.n.a.: 20 h)
Auf schwarzen und weißen Tasten III:
Joseph Moog Jan. 16.
musica assoluta: Jewish Life Jan. 17. (18 h)
Musik aus Holland: Batik Jan. 21.
Pablo Held Trio Jan. 22.
saltarello: Blaz Sparovec Jan. 23.
Tord Gustavsen feat. Simin Tander Jan. 27.
IntoNation – Tango! Jan. 30. (19 h)
konzert im dunkeln: Ola Onabule Feb. 5. amaryllis 3X3: Amaryllis Quartett Feb. 7.
(17 h)
kulturkalender
Yuri Honing Acoustic Quartet Feb. 11.
Chloe Charles und Band Feb. 12.
Jan Kobow & Christoph Hammer: Schuberts Winterreise. Feb. 13.
[email protected]: The Berlin Oboe
Quartet Feb. 18.
Europäischer Klavierwettbewerb Bremen:
Eröffnungskonzert: Klavierabend mit
dem Duo Tal & Groethuysen Feb. 20.
ne), Ann-Katrin Eisold (Violoncello), Lydia
Hammerbacher (Klavier). März 18. (20 h)
Orgelführung Eindrücke, Erklärungen und
Klangbeispiele an der gereinigten und neu
intonierten Beckerath-Orgel mit Tim Günther (ca. 80 Minuten). März 20. (15.30 h)
......................................
sch wa nk hal le
Buntentorsteinweg 112
Tel. 04 21 - 520 80 70
Uwaga Frei nach Mozart, Mahler & Co.
www.schwankhalle.de
März 6. (18 h)
Eva Meyer-Keller „Death is certain“ im
Romy Camerun singt Monk und Hersch.
Rahmen von „Explosive“. Jan. 15.+16.
März 11.
(jew. 19 h)
konzert im dunkeln: vision string quartet Kat Válastur „Ah! Oh!“ Jan. 16. (20 h), 17.
März 12. (19.30 h)
(19 h)
Simon Toldam Trio März 13.
Ivo Dimchev „I-On“ Jan. 21.+22. (jew. 20 h)
[email protected]: Elisabeth Kufferath Ivo Dimchev & HfK Bremen „Offus“ Jan.
26. (20 h)
solo März 15.
Sauna am Deich Jan. 29.+30. (jew. ab 17.30 h)
. . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . Ksenia Ravvin & Kristina Veit
„Rockin(son)g“ Jan. 29.+30. (jew. 20 h)
Kulturkirche St. Stephani
Aughterlony, Livingstone, Rowe „Superwww.kulturkirche-bremen.de
natural“ Feb. 12.+13. (jew. 20 h)
Kartenbestellungen Tel. 04 21 – 30 22 42
Klank „The Shape of Jizz to Come“ Feb.
(Beginn, w.n.n.a.: 20 h)
12.+13. (jew. 21 h)
18. Bremer Klezmernacht Die Bremer
Turbo Pascal „Algorithmen“ Feb. 19.+20.
Formation Klezgoyim lädt ein. Zu Gast:
(jew. 20 h)
Ensemble „Kol Kedem“ (Israel). Jan. 15.
MIBnight Jazzfestival Feb 25. bis 27.
„Laut und Luise“ Benefiz-Matinee der
Markus&Markus „Peer Gynt“ März 11.+12.
Bremer Philharmoniker. Kammermusik
(jew. 20 h)
von Leroy Anderson, Fritz Kreisler, Astor
Solodurchgänge: Feb. 21. bis 28. (jew. 10 h)
schwistergruppen/des Vereins „Stimme
......................................
Kunsthalle Bremen
e.V.“ Feb. 7. (11 h)
Am Wall 207 | Tel. 04 21 – 329 08-0
Antonin Dvorak: Requiem Bremer Erst-
Di 10-21 h, Mi-So 10-17 h
aufführung in der Kammermusik-Fas-
Thomas Hirschhorn Bis 17. Jan.
Piazolla u.a. zugunsten der Bremer Ge-
sung. Einrichtung: Joachim Linckelmann; Regisseure des Lichts Bis 14. Feb.
foyer 57
......................................
Gerhard-Marcks-Haus
Tel. 04 21 - 32 72 00 | www.marcks.de
im Atelierhaus Roter Hahn, Gröpelinger
Heerstraße 226, 28237 Bremen
Mo-Fr 9-18 h
Forever young Gertrud Schleising bittet
Gerhard Marcks zum Tanz. Bis 29. Jan.
Der Weg nach Gröpelingen ist lang: Waldemar Otto 7. Feb. bis 29. April
im Haus der Bürgerschaft:
Der Westen zeigt’s Euch! Kinder und Jugendliche aus Gröpelingen zu Gerhard
Marcks. 18. Feb. bis 22. April
......................................
Wilhelm Wagenfeld Haus
Am Wall 209 | Tel. 04 21 – 33 999 33
www.wilhelm-wagenfeld-stiftung.de
„Die Entdeckung der Dinge. Fotografie
und Design“ Bis 3. April
......................................
Museen Böttcherstraße
Paula Modersohn-Becker Museum
Tel. 04 21 – 33 88 222
www.museen-boettcherstrasse.de
Per Kirkeby Werke aus dem Louisiana
Museum of Modern Art. 7. Feb. bis 5. Juni
......................................
Übersee-Museum Bremen
Bahnhofsplatz 13 | Tel. 04 21 – 16 03 80
www.uebersee-museum.de
Faszination Wale Bis 24. April
......................................
Weserburg | Museum
für moderne Kunst
Teerhof 20 | 04 21 – 59 83 9-0
www.weserburg.de
Videokunst Förderpreis Ab 20. Feb.
Kammer Sinfonie Bremen; Dirigent: Tim
Gestatten, ich bin dein Schatten! kek KinÖffentliche Führung Regisseure des
Günther. März 6. (19 h)
dermuseum. Bis 14. Feb.
Lichts. 31. Jan. (15 h)
Missa pro defunctis Totenmesse für die
ter Hell Werke aus der Sammlung BöckKunst und Kleinkind Führung für Eltern
Kaiserin. Ensemble Weser-Renaissance,
mann. Bis 10. April
Leitung: Manfred Cordes. März 10. (20 h) und ihren Nachwuchs. 9. Feb. (10 h)
Junge Sammlungen 03 Sammlung Ivo
Kindersamstag Ausstellungsrundgang und Wessel. Bis 22. Mai
Trio Axis Frühlings-Konzert mit Werken
von Ludwig van Beethoven, Joseph Haydn, Werkstattaktion. 13. Feb. (11.30 bis 13 h)
Leuchte! Designikone im Licht der Kunst.
Ab 12. März
Kunsthalle/Lounge Letztes Jahr in MariErwin Koch-Raphael (Uraufführung) u.
Weitere Ausstellungen: www.weserburg.de
enbad. Kostenfrei. 3. März (18 h)
a. Ausführende: Gabriele Mele (VioliSolisten; Bremer Kantorei St. Stephani;
Letztes Jahr in Marienbad Bis 13. März
foyer 58
kulturkalender
...................................... ...................................... ......................................
Focke-Museum
Overbeck-Museum
HAVEN HÖÖVT Vegesack
Bremer Landesmuseum für Kunst und
Kulturgeschichte
Tel. 04 21 – 699 600-0
www.focke-museum.de
Fußball. Halleluja! Bis 28. März
Gläser des Jugendstils Seit 12. Januar
(Foto oben)
Tel. 04 21 – 66 36 65
Kunstschaufenster
Tägl. 11-18 h (außer Mo)
Tel. 04 21 – 65 14 38 | www.fadein.de
Natur und Abstraktion 24. Jan. bis 3. April Wind, Wasser und Mee(h)r
Arbeiten von
Bärbel Kock mit regelmäßig
wechselnden
. . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . Künstlern. 9.30 – 20 h
Kulturbüro Bremen Nord
Tel. 0421 – 65 48 48
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. . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . (Beginn, w.n.a.a.: 20 h)
Café K
Kito
Rotes Kreuz Krankenhaus
Tel. 04 21 – 55 99-0 | tägl. 7-18.30 h, SaSo+Feiertage 7.15-9.30 h + 14.30-18.30 h
Ans Licht! – Teil 2 Kunst aus dem Magazin der Sammlung Städtische Galerie Bremen. 17. Jan. bis 7. Mai
Vika Goes Wild Jan. 16.
Nils Straatmann Jan. 22.
Senay Duzcu Jan. 23.
Henning Venske Jan. 29.
Annette Kruhl Feb. 5.
Friedemann Weise Feb. 5.
......................................
Die Produzentengalerie
RAUM für Handwerk und Design
Ostertorsteinweg 68/69 | Mo-Fr 12-18.30
h, Sa 11-16 h
Gestalter vor Ort:
Tale Jo König Buchpräsentation: „Almanach besonders charmanter Daseinsformen.“ 6. Feb. (13+15 h)
Caroline Krose: Hämmern, glühen, löten,
beizen – Alltagsobjekte aus Silber. 5. März
(11-16 h)
(Foto oben)
Simone Solga Feb. 13.
Jaimi Falkner & Jack Broadbent Feb. 14.
Am Speicher XI 1 | 28217 Bremen
www.hafenmuseum-speicherelf.de
„Temporary Still lifes“ Fotografie von
Ben Gowert (Münster). 31. Jan. (Eröffnung
11 h) bis 28. März
Eintragungen in den
foyer-Kulturkalender nur
5 Euro pro Zeile zzgl. MWSt
Kontakt
Roland Verlag
Telefon 04 21 - 1 26 63, Fax 04 21 - 1 33 17
[email protected]
......................................
Kunstschau
Trupe 6 | www.kunststiftung-lilienthal.de
Di-Sa 14-18 h, So 10-18 h oder nach Vereinbarung
„Faszination Nordsee“ Das Meer als Lebensader. Verlängert bis 14. Feb. (in modifizierter Form)
„Hanseatische Malerinnen um 1900“
Ab 6. März
Joco Feb. 18.
Joy Flemming Feb. 19.
Idil Baydar Feb. 26.
Stephan Sulke Feb. 27.
Lüder Wohlenberg März 4.
Sebo März 5.
Bürgerhaus Vegesack
FISCHERHUDE
......................................
Otto-Modersohn-Museum
In der Bredenau 95 | Tel. 0 42 93 – 328
tägl. 10-18 h | www.modersohn-museum.de
Fips Asmussen Feb. 20.
De Bluus Bremers März 5.
Kulturbahnhof Vegesack
Lisa Fitz März 11.
......................................
Hafenmuseum Speicher XI
LILIENTHAL
Hieronymus März 12.
......................................
Haus Kränholm
Auf dem Hohen Ufer 35/35a
28759 Bremen | Tel. 04 21 - 69 21 28 10
www.kraenholm.de
jazz lounge „orient okzident“: Jazztrio Uli
Beckerhoff Mit Uli Beckerhoff (Trompete,
Flügelhorn), Mustafa Boztuey (Oriental Percussion) und Joao Luis Nogueira (Gitarre,
WORPSWEDE
......................................
Neuer Worpsweder
Kunstverein NWWK
Galerie im Village, Bergstraße 22
tägl. 10-18 h
„Linie, Rhythmus“ Debora Kim/Cordula
Prieser. 14. Feb. bis 3. April. Vernissage 14.
Feb. (15 h)
......................................
Die Worpsweder Museen
Tel. 0 47 92 - 39 68
www.worpswede-museen.de
Ausstellung: Bernd Schwarting „Farbe als bis 5. Juni: „Worpsweder Landschaften –
Worpsweder Köpfe“ Worpsweder Kunsteine die Form hervorbringende Kraft.“
halle, Große Kunstschau
11. März bis Ende Mai
Vocal). Feb. 19. (19 h) Kränholm-Scheune
kulturkalender
SYKE
Fortlaufend:
„Martha und Heinrich Vogeler. Die Ge......................................
schichte einer Sammlung“ Haus im Schluh
Syker Vorwerk – Zentrum für
„Heinrich Vogeler – Malerei, Grafik,
Architektur, Design von 1892 bis 1942“
zeitgenössische Kunst
Barkenhoff
www.syker-vorwerk.de
Mi 15-19 h, Sa/Neujahr 14-18 h, So/Feiertage 11-18 h
„Marcks & Mathieu“ Druckgrafik von
Gerhard Marcks und Maria Mathieu. 24.
. . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . Jan. bis 28. März
HAGEN
Kultur- und Heimatverein
Burg zu Hagen
Tel. 0 47 46 - 60 43 | www.burg-zu-hagen.de
Veranstaltungen
Neujahrskonzert Jan. 17. (19 h)
Clubkonzert Joco Horizon Tour 2016
Feb. 19. (20 h)
Musiktage 2016 „Stars von Morgen“
Operngala März 4. (20 h)
Celloabend März 6. (19 h)
Familientheater in der Burg
„Theater zwischen den Dörfern“ spielt:
Rico, Oskar und die Tieferschatten
Feb. 28. (16 h)
Ausstellungen
Ursus Wehrli Kunst aufräumen. Bis 14. Feb.
Käthe Kruse „111 Jahre – kaum zu glauben!“ 21. Feb. bis 22. Mai
BREMERVÖRDE
Tourist-Info: Tel. 0 47 61 – 987-142
......................................
Ratssaal,
Rathaus Bremervörde
Horizonte-Festival:
Konzert mit der Band „Pipeline“ Feb. 6.
(20 h)
Konzert mit „The Bad Barry Finnerty
Collective“ Feb. 13. (20 h)
Benjamin Tomkins – der Puppenflüsterer. Feb. 19 (20 h)
Klassik-Konzert: Trio Levin - Drescher –
Dupree Feb. 26. (20 h)
Julia Neigel Duo März 11. (20 h)
Konzert mit Carolin No März 18. (20 h)
LUNSEN
......................................
Ev. Kirche St. Cosmas
und Damian
Bártók: Violakonzert; Hadyn: Sinfonie 103 Sinfonietta Aller-Weser, Leitung:
Karsten Dehning-Busse; Barbara LinkeHolicka (Viola). 28. Feb. (18 h)
foyer 59
DELMENHORST
......................................
Städtische Galerie
Delmenhorst
Fischstr. 30 | Tel. 0 42 21 – 141 32
Di-So 11-17 h, Do 11-20 h
www.staedtische-galerie-delmenhorst.de
Nathalie Grenzhaeuser „The Arctic Series.
Part I.“ 30. Jan. bis 28. März
Clare Langan „Terra Infirma.“ 30. Jan. bis
28. März
foyer 60
kulturkalender
GANDERKESEE
OLDENBURG
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. . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . Verein der Musikfreunde
KulturHaus Müller
Oldenburgisches Staatstheater Oldenburg e. V.
www.musikfreunde-oldenburg.de
Reihe „TonArten“: Swingin‘ Fireballs
(regioVHS Ganderkesee-Hude)
feat. Greetje Kauffeld Feb. 5. (20 h). KulGroßes Haus
www.kulturhaus-mueller.de
turzentrum PFL. Karten bei: Tourist-InOldenburger Opernball Jan. 16.
Es ist ein Lied in allen Dingen... Zeichformation Oldenburg (Schlossplatz 16);
Manon Lescaut Jan. 22.; Feb. 17. (z.l.M.)
nung, Collage und Poesie von Sonja BartTicket-Service Landessparkasse zu OldenHänsel und Gretel Jan. 23., 26., 29.;
scherer. In den Arbeiten von Sonja Bartburg (Schlossplatz 7-8); Abendkasse
Feb. 14. (15 h)
scherer zeigt sich der Sinn fürs Feine,
Reihe „Große Pianisten im Kleinen
Evita Jan. 24. (18 h)
Zarte und Poetische. Bild-Text-Kombina- Dumbarton/Oaks/Artikulation/Marimba/ Haus“: Inon Barnatan spielt Werke von
„Tripped Itch“ Jan. 30.; Feb. 7.+21.
Bach, Schubert, Ligeti und Brahms. März
tionen sowie Fotografie und Objekte er(jew. 18 h)
6. (11.15 h). Oldenburgisches Staatsthegänzen die Ausstellung mit einem poeDie lustige Witwe Jan. 31. (18 h); März 4.
ater, Kleines Haus. Karten: Theaterkasse
tischen Aspekt. Bis 24. Jan.
Xerxes Feb. 5., 12., 28. (18 h)
Tel. 04 41 - 22 25 111
horizontal · vertikal · bergundtal II. Bar- Satyagraha Feb. 6. (P), 13., 27.
bara Habermann, Malerei – Lioba Müller, Terror Feb. 20. (P), 26.; März 6., 12., 15.
......................................
Fotografie Ein künstlerischer Dialog, der D-Man in the Waters/Generation Y
März 5. (P), 10.
oh ton
auf Ähnlichkeiten in Farbgebung, BildLe Nozze di Figaro März 9.
Exerzierhalle Oldenburg
auf bau, Strukturen, Linien- und LichtTel. 0441.2225.111, www.staatstheater.de
führung und Bildstimmung basiert. 29.
Kleines Haus
und www.ohton.de
Jan. bis 3. April
(Beginn, w.n.a.a.: 20 h)
oh ton-ensemble spielt: broken beats
Dracula Jan. 20., 29.; Feb. 4., 12., 28.
im Rahmen der klangpol-Konzertreihe NOIeS! Das oh ton-ensemble präsen. . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . (18.30 h); März 10.
Die Leiden des jungen Werther Jan. 23.,
tiert ein Programm mit Werken von LeSt. Katharinen-Kirche
27.; Feb. 5.
opold Hurt, Alejandro Guarello, Rebecca
Schönemoorer Dorfstraße 10
Gastspiel Was ihr wollt Jan. 24. (18 h)
Saunders, Eckart Beinke und Olga NeuNora Jan. 25.; Feb. 25.; März 5.
Tel. 0 42 22-44 444
wirth sowie zwei Werke des Hamburger
Die Marquise von O. Jan. 28.; Feb. 3., 13., 18. Komponisten Alexander Schubert. Dessen
(regioVHS Ganderkesee-Hude)
Konzert mit dem Uli Beckerhoff Quartett Supergute Tage… Jan. 31. (18.30 h); Feb. 2., »Grinder« für Saxophon, E-Gitarre, Key7. (18.30 h)
board und Drums entstand als KomposiSonntag, 14. Februar 2016, 17 Uhr
Odyssee (UA) Feb. 27. (P); März 6., 12.
tionsauftrag des oh ton-ensemble (geförGefördert durch die Oldenburgische
dert von klangpol) und erlebte im Rahmen
Landschaft und die Volksbank Ganderke- August-Hinrichs-Bühne
der Langen Nacht der Musik 2015 seine
(Beginn, w.n.a.a.: 20 h)
see-Hude
Uraufführung.
Pampa Blues Jan. 24. (18.30 h/P), 26., 30.;
Eintritt: 16.- / 8,- Euro ermäßigt.
Feb. 1., 6., 11., 14. (18.30 h), 21. (15 h);
Karten und Vorverkauf: Theaterkasse
März 2., 7.
Oldenburgisches Staatstheater
Männerhort – Een Platz för Keerls (WA)
Jan. 30 (20h)
Jan. 28., 31.; Feb. 4., 7., 12., 25., 26., 28.
Eine Veranstaltung von oh ton e.V. in Zusammenarbeit mit dem Oldenburgischen
Exerzierhalle
Staatstheater
(Beginn, w.n.a.a.: 20 h)
Magellan (WA) Jan. 15.+19.+21.+26.
Eintragungen in den
......................................
(10.30 h), 18. (11 h), 23., 27. (10.30 h/z.l.M.)
foyer-Kulturkalender nur
Oldenburger Kunstverein
Der kleine Prinz Jan. 20.+23. (11.30 h),
www.oldenburger-kunstverein.de
5 Euro pro Zeile zzgl. MWSt
24. (16 h/z.l.M.)
Di-Fr 14-18 h, Sa+So 11-18 h
Krieg der Welten Jan. 22., 31. (16 h); Feb.
Kontakt
Michael Najjar „outer space“. Bis 17. Jan.
29.; März 2., 3.
Roland Verlag
Amerika Feb. 14. (18 h/P), 17.+20.+27.
Armin Böhm, Lutz Braun, Thomas Grötz
Telefon 04 21 - 1 26 63, Fax 04 21 - 1 33 17
(jew. 19 h)
12. Feb. bis 8. Mai
[email protected]
The Piper of Hamelin Feb. 21. (11+12.30 h)
Ring 24 | Tel. 0 42 22 - 44 444
Tel. 04 41 - 22 25 111
(Beginn, w.n.a.a.: 19.30 h)
kulturkalender
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Landesmuseum für Kunst
Stadtmuseum
Tel. 04 41 – 2 35 28 86 | Di-So 10-18 h
und Kulturgeschichte
Schloss | Tel. 04 41 - 2 20 73 00
www.landesmuseum-oldenburg.niedersachsen.de
Di-So 10-18 h
Demo, Derrick, Discofieber Die siebziger
Jahre in der Bundesrepublik. Oldenburger
Schloss. Bis 20. März
www.stadtmuseum-oldenburg.de
Hugo Boguslawski: Restlicht In Kooperation mit dem Kulturspeicher Oldenburg.
Bis 31. Jan.
Mythos Aeneis. Kupferstiche der Sammlung Ulrich Wilke 14. Feb. bis 17. April
foyer 61
Richter-Armgart, Puck Steinbrecher, Reinhard Zado. Bis 28. Feb.
Frühjahrsausstellung Bilder und Plastiken
u.a. Andreas Durrer, Rudi Weiss. Ab 6. Feb.
RASTEDE
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. . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . Palais Rastede
......................................
Tel. 0 44 02 - 8 15 52 | Mi-Fr + So 11-17 Uhr
Edith-Russ-Haus
www.palais-rastede.de
Landesmuseum
für Medienkunst
Volker Bartsch „Gemeinsam einsam“ –
Natur und Mensch
Tel. 04 41 – 2 35 32 08 | Di-Fr 14-18 h,
Tel. 04 41 - 92 44-300
Di-Fr 9-17 h, Sa + So 10-18 h
www.naturundmensch.de
Bestiarium Construendum Mit Fantasie
zu Fabeltier & Co. Bis 10. April.
Die Tiefe hören Ein Jahrhundert Echolot.
16. Jan. bis 10. April
Sa+So 11-18 h
www.edith-russ-haus.de
Roee Rosen 29. Jan. bis 10. April
BAD ZWISCHENAHN
Skulptur, Malerei, Grafik. 24. Jan. bis 10.
April
DANGAST
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Franz Radziwill Haus
Galerie Moderne
Sielstraße 3 | 26316 Dangast
Horst-Janssen-Museum
Tel. 04 41 – 2 35 28 91 | Di-So 10-18 h
www.horst-janssen-museum.de
Move The Line. Zeichnung und Animation 28. Feb. bis 22. Mai
Am Delf 37 | Tel. 0 44 03 - 54 29
www.galeriemoderne.de
Sonnige Momente Werner Heinze,
Detlev Hummelt, Katharina Lichtenscheidt,
GG036 Anzeige_foyer_1-3quer.indd 5
„Schneeweiß und Nachtschwarz“
Jahresausstellung ab 13. März
Andreas Lutherer, Ralph Petschat, Rose
EMEN
RSEESTADDTSABR
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13 UHR
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www.radziwill.de
Konsul-Smidt-Str. 8 r
28217 Bremen
Tel +49 (0) 421 / 200 99 36
www.goetzguddas.de
16.12.15 18:22
foyer 62
kulturforum
: Kulturforum
Zusammengestellt von Peter Schulz
Mittelpunkt einer Ausstellung, die vom 6.
Folge des nunmehr abgeschlossenen Um-
März bis 30. Oktober zu sehen ist. Gezeigt
baus gewinne das Haus laut Kulturministe-
werden über 120 Gemälde und Skulpturen
rin Gabriele Heinen-Kljajic „eine attraktive
etwa von Lisel Oppel, Ottilie Reylaender
Empfangssituation für seine Gäste und
oder Hedwig Woermann. – „Schneeweiß
eine wesentlich bessere Besucherführung.“
und Nachtschwarz“ lautet der Titel der
nächsten Jahresausstellung im Franz Rad-
Notizen aus
Galerien und Museen
Die Sammlung des in Berlin lebenden Ivo
......................................
ziwil-Haus in Dangast, die ab 13. März bis
zum 8. Januar 2017 läuft. Mehr über beide
Einen nachhaltigen Eindruck hinterlässt
Ausstellungen in der nächsten Ausgabe!
das Bremer Übersee-Museum bei seinen
......................................
Wessel (Foto) vereint konzeptuelle Kunst
Gästen: 97 Prozent der Besucher würden
das Haus weiterempfehlen. Dies ergab eine
Studie, für die 2013/14 fast 1800 Personen
mit bildhafter Erzählung. Sein besonderes
Das Overbeck-Museum blickt auf ein
Davon zeugt schon der Titel der Ausstellung
nen Beständen, die über 7000 Besucher
befragt wurden. 67 Prozent der Befragten
Interesse gilt eigenwilligen Künstlern, deren erfolgreiches Jahr zurück: Das Haus feierte sagten, dass sie in dem Haus „eine schöne
Arbeiten abgründig groteske, aber auch hu- 2015 sein 25-jähriges Bestehen mit einer
Zeit verbracht“ hätten. 62 Prozent gaben an,
morvolle und poetische Formen aufweisen. großen Jubiläumsausstellung aus eigedort etwas „Interessantes gelernt“ zu haben.
anzog. Aber auch Sonderausstellungen
......................................
die Decke tragen“, die bis 22. Mai im Bremer mit zeitgenössischer Kunst kamen gut an.
Museum Weserburg gezeigt wird.
Rund 102.000 Besucher gingen im gleichen Eine neu gestaltete Webseite hat sich das
Zeitraum in die Kunsthalle Bremen. Aus
Landesmuseum für Kunst und Kulturge„Der Raum zwischen den Personen kann
......................................
den acht Sonderausstellungen ragten die
schichte Oldenburg zugelegt. Unter www.
Retrospektive „Emile Bernard – Am Puls
landesmuseum-ol.de finden Besucher klar
Noch bis Ende Januar sind im Foyer des
der Moderne“ sowie „Enlight my Space.
strukturierte und reich bebilderte Informa-
Theaters am Leibnizplatz Bühnen- und
Kunst nach 1900“ heraus.
tionen zu Schloss, Augusteum und Prinzen-
Kostümbilder von Heike Neugebauer ausgestellt. Die Ausstattungsleiterin prägt mit
......................................
ihren Entwürfen seit knapp 25 Jahren das
Erscheinungsbild der bremer shakespeare
Ein neuer Besucherführer informiert über
company.
die Galerie Neue Meister des Landes-
......................................
museums für Kunst und Kulturgeschichte
Oldenburg im Prinzenpalais. Der von
Rainer Stamm und Gloria Köpnick ver-
Der Kabarettist Pago Balke setzt seine
fasste 128-seitige Band „Kunst des 19. und
satirischen Führungen mit dem Titel
20. Jahrhunderts. Galerie Neue Meister“
„RasenHelden – FußballGötter“ durch die
kostet 12,80 Euro.
Sonderausstellung „Fußball Halleluja!“ im
Bremer Focke-Museum fort. Die Termine:
......................................
19. Januar.; 2., und 23. Februar; 8. März
(jew. 19 h) und 28. März (17 h). Anmeldung
Das Landesmuseum Natur und Mensch
unter Tel. 0421 – 699 600-50 erforderlich!
Oldenburg (Foto) kann wieder durch sein
......................................
historisches Portal mit der Freitreppe und
den Sphinx-Skulpturen betreten werden.
Der Haupteingang aus dem 19. Jahrhundert
„Hanseatische Malerinnen um 1900“ rückt war mit der Erweiterung des Museums 1972
die Lilienthaler Kunststiftung in den
in das Nachbargebäude verlegt worden. Als
palais, den Sammlungen, Sonderausstellungen und Veranstaltungen des Museums.
kulturkalender
WILHELMSHAVEN
EMDEN
...................................... ......................................
Landesbühne
Ostfriesisches
Tel. 04421 - 940115
Landesmuseum Emden
Stadttheater
Rathaus am Delft, Brückstraße 1
(Beginn, w.n.a.a.: 20 h)
Der Vorname Jan. 16., 27.; Feb. 2., 12., 21.
(15.30 h)
Im weißen Rössl Jan. 17. (15.30 h);
März 2., 5.
Invasion! Jan. 23. (P); Feb. 3., 17., 29.;
März 15.
Antigone Jan. 26.
Der Kontrabass Jan. 29., 30.
Ein Sommernachtstraum Feb. 27. (P);
März 6. (15.30 h)
Märtyrer März 12. (P)
TheOs
(Beginn, w.n.a.a.: 20 h)
The Fantasticks Feb. 13. (P), 14., 20., 24.,
27.; März 4., 9.
Tel. 0 49 21 – 87 20 58 | Di-So 10-18 h
www.landesmuseum-emden.de
63 foyer
La Sylphide Jan. 31.; Feb. 13., März 4.
Die Comedian Harmonists Jan. 15., 23.,
24. (15 h), 29.; Feb. 4., 7. (15 h)
Der jüngste Tag Feb. 20. (P), 24.; März 6.
(15 h), 10.
Wozzeck März 5. (P), 11.
5. Sinfoniekonzert „Eiswelten und Sommerträume“ Feb. 8. (20 h), 9.
Familienkonzert „Das Land Phantásien“
Sonderausstellung Aus Trümmern sich er- Feb. 14. (11 h)
hoben. Zerstörung und Neuaufbau der
Gastspiel Die Bremerhavener Müllfischer
Stadt Emden Bis 24. April
März 9., 13. (11 h), 15.
Sammlungsausstellung mit den Abteilungen Neue Galerie und Emder Rüst-
Kleines Haus
kammer durchgehend
Männerbeschaffungsmaßnahmen Jan.
Pelzerhäuser11+12, Pelzerstraße 11+12
24.; Feb. 6., 27.
Tel. 0 49 21 – 87 20 58 | Di-So 11-18 h
Novecento Jan. 23., 31.; Feb. 26.
Sonderausstellungen:
Wir sind keine Barbaren Jan. 22., 30.; Feb.
36ste Emder Kunstausstellung Bis 7. Feb.
Spitzenwerke – Ein besonderes Textil 28.
12., 28.; März 4.
NDB Waterkant: Arthur in anner Um-
Feb. bis 1. Mai
ständen Jan. 16. (P), 17., 21., 29.; Feb. 5.,
13., 14., 20., 21. (15 h), März 3., 6., 10., 12.
. . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . Szenen einer Ehe Feb. 19. (P), 25.; März
5., 13.
. . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . Kunsthalle Emden
Tel. 0 49 21 - 97 50 0
Kunsthalle Wilhelmshaven
JUB!
www.kunsthalle-emden.de
Tel. 0 44 21 - 4 14 48
Junges Theater Bremerhaven
Di-Fr 10-17 h (jeder 1. Di 10-21 h). Sa, So,
Di. 14-20 h, Mi-So 11-17 h
www.kunsthalle-wilhelmshaven.de
Zwei Meter unter Null Eine Kunstausstellung zum Klimawandel im Norden. 31.
Jan. bis 28. März
Feiertage 11-17 h
Ein Fest fürs Auge Buchheims Expressionisten. Bis 24. Jan.
Vitaminbombe Früchtebilder von Picasso
bis Warhol. 13. Feb. bis 29. Mai
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Küstenmuseum
BREMERHAVEN
Wilhelmshaven
Weserstr. 58 | Tel. 0 44 21 – 40 09 40
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www.kuestenmuseum.de | Di-So 11-17 h Stadttheater Bremerhaven
Volland Macht Kunst Politplakate, Karikaturen, Fotografien, Zeichnungen und
Buntstiftbilder von Ernst Volland. 1. Feb.
bis 3. April. Winterpause bis 31. Jan.
Tel. 04 71 - 49 00 1
Großes Haus
(Beginn, w.n.a.a.: 19.30 h)
Anything Goes Jan. 16., 22.; Feb. 28. (15 h)
La Bohème Jan. 17. (15 h), Feb. 19.
Madame Pompadour Jan. 30. (P); Feb. 6.,
12., 14., 25.; März 14. (15 h)
Platée (Die Hochzeit der Platäa) Jan. 21.;
Feb. 3., 21. (15 h), 27.; März 12.
Neue Spielstätte: Columbusstr. 2/Elbinger Platz
Tigermilch Feb. 13. (P), 16.+17.+18. (jew.
10.30 h); März 8.+9.+10.+11. (jew. 10.30h)
Die Geschichte vom Löwen... (ab 4 J.) Jan.
24. (16 h), 26. (10.30 h); Feb. 19. (10.30 h),
20. (16 h), 22. (10.30 h); März 4. (10.30 h)
Krieg. Stell dir vor, er wäre hier Jan. 15.;
März 4. (10.30+19.30 h)
Ich will alles von dir sehen Jan.
19.+20.+21. (jew. 10.30 h); Feb. 1.+2.+3.
(jew. 10.30 h)
King A Feb. 26. (10.30 h), 28. (16 h), 29.
(10.30 h); März 1.+2. (jew. 10.30h)
Kulturkirche in der
Pauluskirche
Gesprächskonzert Composer in Residence
mit Siegfried Matthus Jan. 24. (17 h)
foyer 64
kulturforum
: Kulturforum
Zusammengestellt von Peter Schulz
Nachrichten aus
Bremen und der Region
Am 30. Januar (20 h) gibt die Deutsche
Kammerphilharmonie Bremen in der
Glocke ihr jährliches Benefizkonzert
„Gemeinsam für das Glück von morgen.“
Es dirigiert Tung-Chieh Chuang. Der Erlös
ist für die Förderung musikpädagogischer
und kultureller Projekte sowie hochbegabter junger Musiker bestimmt.
Ab 2017 wird neben dem Bremer Filmpreis alle zwei Jahre auch ein Förderpreis
vergeben. Mit dem neuen Konzept wollen
die Kooperationspartner, die „Gut für
Bremen“-Stiftung der Sparkasse in Bremen
und das Kommunalkino Bremen/City 46,
neue Akzente setzen und zusätzlich den
Nachwuchs fördern.
......................................
Das Jugendorchester Bremen-Nord der
Musikschule Bremen hat einen Anerkennungspreis von Jeunesse Musicales für
sein außerordentliches Engagement zur
Völkerverständigung erhalten. Den Anlass
lieferte ein gemeinsames Konzert mit jungen syrischen Musikern.
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Die Literarischen Wochen 2016 vom 22.
Februar bis 6. März gehen in die Stadt: Besondere Lesungsorte sind das Historische
und das Schiffahrtsmuseum in Bremerhaven. Der Schauspieler und Sänger Dominique Horwitz eröffnet die Reihe preisgekrönter Autoren mit seinem Debütroman
„Tod in Weimar“. Ihre neuesten Werke
stellen neben Ulla Hahn und John von
Düffel die beiden Shortlist-Nominierten
des Deutschen Buchpreises Rolf Lappert
und Ulrich Peltzer vor. Weitere Infos: www.
vhs-bremerhaven.de
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An den schmerzlich vermissten, viel zu
früh verstorbenen Schriftsteller Robert
Gernhardt erinnert die Bremer Sopranistin Marie-Luise Werneburg (Foto). Am 12.
Februar (20 h) liest sie in der Villa Sponte
(Osterdeich 59b) Sonette, Balladen und
Parodien des genialen Vordenkers der
„neuen Frankfurter Schule“. Den Abend
unter dem Titel „Sei gut zu dir, die Welt ist
schlecht“ gestaltet sie gemeinsam mit dem
A-cappella-Quartett „Earl Grey“.
In Bremen kennt sich Stefan Gwildis
(Foto) bestens aus: 2007 stand er hier für
einen „Tatort“ von Radio Bremen gemeinsam mit „Kommissarin“ Sabine Postel vor
der Kamera. Und auch das Musical-Theater am Richtweg ist dem Hamburger SoulSänger wohl bekannt. Am 24. Februar (20
Uhr) stellt er hier sein neues Album „Alles
dreht sich“ vor.
Das nächste „jazzahead!-Festival“ findet
vom 7. bis 24. April statt. Partnerland ist
die Schweiz, die sich in Ausstellungen, Filmen, Lesungen, Performances sowie vielen
Konzerten in Bremen präsentieren wird.
Geplant sind Auftritte von „Nik Bärtsch’s
Ronin“ und „Hildegard lernt fliegen“.
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Der Koeraner Jinwook Jung, Musikstudent
an der Hochschule für Künste Bremen,
gehört zu den Preisträgern des Karlsruher
Kompositionswettbewerbs 2015.
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Der zum zweiten Mal ausgeschriebene, mit
6000 Euro dotierte Osnabrücker Dramatikerpreis ist an den 1986 geborenen Stefan
Hornbach vergeben worden. Bei seinem
Text „Über meine Leiche“ handele es sich
laut Jury-Urteil um „eine intime Geschichte“ voller „dramatischer Kraft“. Für die
kommende Spielzeit ist die Uraufführung
am Theater Osnabrück vorgesehen.
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Das niedersächsische Ministerium für
. . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . Wissenschaft und Kultur hat die Konzeptionsförderung für das in Oldenburg an„Paris, so lange du mich liebst“ übersässige „oh ton-ensemble“ erneuert. Dank
schreibt Annette Ziellenbach einen Chan- der vierjährigen Laufzeit (2016-2019) kann
sonabend, den sie am 26. Februar (19 h) im das Kammerorchester für die Kunstmusik
Bremer „Institut français“ (Contrescarpe der Gegenwart langfristig planen.
19) gibt. Begleitet wird sie dabei von Nicolai Thein am Klavier.
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Der „Kissinger Sommer“ hat die Deutsche
Kammerphilharmonie Bremen als Festivalorchester verpflichtet. Das Ensemble
und sein Chefdirigent Paavo Järvi werden
das Festival 2017 am 16. Juni eröffnen. Solistin ist die Geigerin Hilary Hahn. Am 18.
Juni folgt ein Konzert mit Arcadi Volodos
am Klavier.
Die amerikanische Entertainerin Gayle
Tufts gastiert am 23. Mai (19.30 Uhr) mit
ihrem Programm „Some like it Heiß!“ im
Großen Haus des Oldenburgischen Staatstheaters.
Kulturkalender
KAPOVAZ
65 foyer
Bürgermeister-Smidt-Str. 147
...................................... ......................................
Deutsches Auswandererhaus Christuskirche Bremerhaven
Rum und Wodka Jan. 16.+30. (jew. 19.30
www.dah-bremerhaven.de | tägl. 10-17 h
Schillerstraße 1 | Tel. 04 71 – 20 02 90
h); Feb. 6. (19.30 h), 27.; März 5.
(ab 1. März 10-18 h)
Tage alter Musik I. Konzert Dietrich Bux-
Sonderausstellung „Plötzlich da... Deut-
tehude: Solokantaten und Triosonaten.
sche Bittsteller 1709, türkische Nachbarn
Tanya Aspelmeier (Sopran) und das En-
1961“ Bis 31. Mai
semble „La Bergamasca“, Martin Jopp &
Kabinettausstellung „Truly Yours, Mark
Konstanze Winkelmann (Barockviolinen),
Twain“ Wie ein Bremerhavener Auswan-
Silke Strauf (Viola da gamba), Eva Schad
Deutsches Auswandererhaus
Schiffsmusiken Ein Wandelkonzert im
Deutschen Auswandererhaus. Feb. 18.
Theater-Restaurant „Falstaff“
Montagsrunde exklusiv für Mitglieder
des Theater-Fördervereins. Jan. 25.; Feb.
derer Mark Twain von Zahnschmerzen be- (Cembalo). Dionysiuskirche Bremerhafreite
Tage alter Musik II. Konzert: „Alt und
29. (jew. 20 h)
......................................
. . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . Stadthalle Bremerhaven
Tel. 04 71 - 59 17 59
Kunsthalle Bremerhaven
Tel. 04 71 – 4 68 38
Di-Fr 11-18 h, Sa+So 11-17 h
www.kunstverein-bremerhaven.de
Torsten Slama „Komm und sieh. Vorschläge für eine Sprach- und Schulreform“. 17. Jan. bis 28. Feb.
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Deutsches Schiffahrtsmuseum
Leibniz-Institut für deutsche
Schiffahrtsgeschichte
Tel. 04 71 - 48 20 70
www.dsm.museum.de | Di-So 10-18 h
Sonderausstellung: 1975/2015 – Schiffe
erzählen Museumsgeschichte(n)
ven-Lehe, Lange Straße. Feb. 7. (18 h)
Neu“ Choralpartita „Christus, der uns selig macht“ von Hugo Distler. Choräle und
Solokantaten barocker Meister. Rosen-
www.stadthalle-bremerhaven.de
müller-Ensemble, Bremerhavener Kam-
„Eine Nacht in Berlin“: Max Raabe &
merchor, Annegret Schönbeck (Sopran),
Palastorchester März 15. (20 h)
Arno Paduch (Zinck), Annette Sichelschmidt (Violine). März 6. (19.30 h). Ein-
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KulturKirche
in der Pauluskirche
www.kulturkirche-bremerhaven.de
Diskussion und Lesung zum Thema Sterbehilfe. Feb. 23. (19 h)
tritt: Euro 7,- (6,-)
Chorkonzert mit den Kinder- und Jugendchören der Christuskirche Bremerhaven. Werke von Mendelssohn, Rheinberger, Rutter, Grössler, Milliken u.a. März
13. (17 h)
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für Ausstellungs-Freunde
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Eine kleine, sehr exquisite Sammlung von
Jugendstilgläsern aus Deutschland, Frankreich und Amerika präsentiert das Bremer
Haus Riensberg. Sie stammen aus einer
aktuellen Schenkung, zu der unter anderem drei Vasen des legendären Louis C.
Tiffany und eine Vase mit Orchideendekor aus der lothringischen Glasmanufaktur Emile Gallés gehören.
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foyer-Tipp
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Parkett-Paket
Die Ausstattung des kundigen Theaterbesuchers bestand früher aus Lesebrille,
Opernglas und Hustenbonbons. Komplettiert durch ein Reclam-Heftchen mit dem
Text des Stückes war man bestens gerüstet für die aktuelle Vorstellung. Doch die
Zeiten wandeln sich, mit diesem Krempel belasten sich nur mehr ältliche Nostalgiker, die sich noch an deutlich artikulierende Schauspieler und beeindruckende
Bühnenbilder erinnern können.
Heutzutage gehören diverse Schutzartikel
zum Equipment, um den Aufenthalt im
Parkett halbwegs unbeschadet zu überstehen. In erster Linie sind das wirksame
Ohrenstöpsel, weil keine Inszenierung
mehr ohne dröhnende Musik auskommt.
Ganz wichtig auch eine Sonnenbrille mit
Lichtschutzstufe 4 für Hochgebirge und
Schnee, denn Regisseure lieben es, grelle
Scheinwerfer ins Publikum zu richten.
Dagegen können Lesebrille und Textbüchlein (nur Trottel halten sich noch Originaltexte!) zuhause bleiben; im schummrigen
Licht lassen sich die gern rot auf schwarz
gedruckten Beiträge im Programmheft ohnehin nicht lesen. Umso wichtiger sind
Riechfläschchen (falls mal wieder eklige
Gerüche verströmt werden) und ein gut gefüllter Flachmann gegen Frust und akute
Übelkeit (wer je eine Kresnik-Inszenierung
besucht hat, weiß, wovon die Rede ist).
Völlig überflüssig ist das Opernglas geworden. Seit dem kostüm- und maskenbildnerischen Credo zur ausgemachten Hässlichkeit sind nur noch bekennende Masochisten
scharf darauf, der eigentlich reizenden
Soubrette aufs Dekolleté zu glotzen.
Peter Schulz
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Impressum
Herausgeberin
Marie-Clothilde Kronenberg (v.i.S.d.P.) 1
Chefredakteur Peter Schulz 2
Kfm. Leitung Sonja Chrobok 14
Anzeigenverkauf Martina Ch. Radeke 19,
Inge Sasse 21
Autoren dieser Ausgabe
Berit Böhme 16, Dr. Stephan Cartier 12,
Wolfgang Denker 15, Christian Emigholz 3,
Sven Garbade 13, Karin Hiller 4,
Wilfried Hippen 5, Dr. Sabine Komm 6,
Dr. Ulrich Matyl 8, Michael Pitz-Grewenig 7,
Dr. Meike Rotermund 22 , Ute Schalz-Laurenze 9,
Peter Schulz 2, Markus Wilks 17,
Katrin Zempel-Bley 18, Inge Zenker-Baltes 10
Verlag, Vertrieb, Redaktion und
Anzeigenverwaltung Roland Verlag GmbH,
Schlachte 43, 28195 Bremen,
Telefon 04 21 - 1 26 63, Fax 04 21 - 1 33 17
E-mail [email protected]
www.rolandverlag.de
Gestaltung und Satz
Birgit Kirchgessner 20,
designbüro kirchgessner
Telefon 025 32 - 200 709
www.buerokirchgessner.de
Basislayout Haase & Knels, Bremen
Druck ASCO STURM DRUCK Bremen
Vertriebsstruktur Theater- und Vorverkaufsstellen Bremen, Bremerhaven und Oldenburg,
Theater, Museen, Konzerthäuser und -büros,
Ticket-Service-Center, Hotels, Abonnementvertrieb, Fach-Zeitschriften­h andel Bremen,
Bremerhaven und Oldenburg
Bezugspreis Einzelpreis 4,00 Euro
Jahresabonnement 20,00 Euro
Auflage 10.000 Exemplare
Erscheinungsweise zweimonatlich
Nächste Ausgabe 15. März 2016
Redaktionsschluss 15. Februar 2016
ISSN-Nr. 1618-0852
Titelmotiv Oldenburgisches Staatstheater:
Marimba, Foto: Stephan Walzl
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