Leseprobe zum Titel: Hamburger Abendblatt (14.03

Gut strampeln Radfahrer
testen Strecken in die City
Abstrampeln Warum sich die
Grünen mit Scholz schwertun
>> >> Seite 2 und 7 Was Reporter auf ihrer Sternfahrt erlebten
>> >> Seite 6 So regiert der Bürgermeister die Koalitionsgespräche
SONNABEND/SONNTAG, 14./15. MÄRZ 2015 / NR. 62 / 11. WOCHE / 67. JAHRGANG / 1,90 EURO
Freistrampeln Wie
die „Notfallmama“ hilft
>> >> Seite 34 Hamburgerin vermittelt Profi­Betreuerinnen
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Start der neuen Serie:
Wie Hamburger ihr
Zuhause sicher machen
können. Seite 10
GEW­PROT EST I N H A M B U RG
Montag streiken auch Lehrer
:: Gefordert werden 5,5
Prozent mehr Gehalt: Für Montag hat
die Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW) die angestellten Lehrer in Hamburg zum Warnstreik aufgerufen. Betroffen sind vor allem die 237
Vorschulen und 16 Sonderschulen.
Carina Crenshaw/sugah.de
HAMBUR G
Duell um Olympia:
Auf acht Stimmen
kommt es an
:: Hamburg oder Berlin?
Montag will der Deutsche Olympische
Sportbund (DOSB) bekannt geben, mit
welcher Stadt er ins Rennen um Olympia 2024 gehen will. Trotz der höheren
Zustimmungsquote in Hamburg gilt
das Votum der acht DOSB-Präsiden als
offen. Grund: Mehrere Sportverbände
favorisieren offenbar Berlin.
HAMBUR G
>> >> Seite 11 Bei Buchmachern liegt Hamburg vorn
Zeichnung: Martens
Aufgetaucht
:: Dass eine Frau, die an und hinter
den Kulissen wirkt, nach einer Premiere fast so gefeiert wird wie Darsteller
und Regisseur, ist ungewöhnlich. „Über
den Beifall habe ich mich sehr gefreut“,
sagt Eva Humburg. Wochenlang hat die
Bühnen- und Kostümbildnerin fürs
Ernst Deutsch Theater „Das Boot“ konzipiert, hat täuschend echte Torpedos
aus Holz und Abflussrohren ge- und
mehr als eine Tonne Material verbaut.
Wichtiger als Zahlen sind der gebürtigen Essenerin, dass ein Bühnenbild trägt. Dafür ist sie seit 20 Jahren in
Hamburg berühmt – außer am Ernst
Deutsch arbeitet die 53-Jährige am St.
Pauli Theater, in den Kammerspielen
und im Theater Kontraste. 2009 wurde
sie für das Stück „Leas Tag“ mit dem
Rolf-Mares-Preis ausgezeichnet.
Fast immer hat die Künstlerin freiberuflich gearbeitet und sich zudem im
Bereich Videoanimation weitergebildet. All das mit einer Partnerschaft zu
vereinbaren bleibt schwierig, ebenso
mit ihrem Hobby, dem bekannten DamenLikörChor. Zu einem Workshop
mit ihren Mitsängerinnen wird sie Ende März verspätet anreisen. Schon seit
Freitag ist Eva Humburg nämlich in
Hildesheim gefragt – als Ausstatterin
des 1200. Stadtjubiläums. (str)
>> >> Seite 25 Drama mit Tiefgang
DÄNEMARK 21,00DKR / C3390A
4 190339 001901
Redaktion 040­347 22261
Aber eine große Mehrheit sieht keine Probleme mit den Muslimen in der Stadt. Das Abendblatt zeigt die Gesichter des Islam
JAN HA AR M E Y E R
:: Im Zusammenleben
mit Muslimen ist Hamburg eine der liberalsten Großstädte Deutschlands.
Mit 71,9 Prozent vertritt eine deutliche
Mehrheit die Meinung, dass die in
Deutschland lebenden Muslime keine
Belastung für das soziale Netz sind.
65,5 Prozent stimmen der Aussage zu,
dass man den Muslimen „mehr Anerkennung entgegenbringen sollte“.
Und 58,7 Prozent sind der Meinung,
dass die muslimische Kultur Deutschland bereichert. Das sind die zentralen
Ergebnisse der Studie „Hamburg postmigrantisch“, die an der Berliner Humboldt-Universität erstellt und in der
erstmals umfassend die Einstellung der
Hamburger zu Muslimen in Deutschland abgefragt worden ist.
Die Anzahl der Muslime in Hamburg beläuft sich nach Schätzungen auf
rund 130.000. Das sind etwa acht ProHAMBUR G
MENSCHLICH
GESEHEN
60011
In Hamburg gibt es mehr
Moscheen als katholische Kirchen
zent der Bevölkerung. Dazu kommen
rund 50.000 Aleviten. Zum Vergleich:
In der Hansestadt leben etwa 570.000
Protestanten und rund 185.000 Katholiken. Interessant: Die Zahl der Moscheen übersteigt mit 50 inzwischen
die Anzahl der 42 katholischen Kirchen
in Hamburg. Außerdem gibt es 162
evangelische Kirchen, eine Synagoge,
sechs buddhistische und zwei hinduistische Tempel sowie zwei Cem-Häuser
als Treffpunkt der Aleviten.
Im November 2012 hatte Hamburg
einen Staatsvertrag mit den muslimischen und alevitischen Verbänden
unterzeichnet. Bürgermeister Olaf
Scholz (SPD) zog jetzt ein erstes Fazit:
„Die Vereinbarungen sind eigentlich
etwas Selbstverständliches. Sie fördern
den Zusammenhalt in unserer Stadt
und sind zugleich ein Ausdruck des
Friedens. Gerade in jüngerer Zeit, nach
den Anschlägen in Paris, haben wir erlebt, welch unschätzbarer Gewinn das
Bundesverfassungsgericht kippt Kopftuchverbot
Muslimische Lehrerinnen
dürfen grundsätzlich
ein Kopftuch tragen,
wenn nicht der Schulfrieden akut gefährdet
ist. Das entschied das
Bundesverfassungsgericht. Ein pauschales
Verbot wie in Nordrhein-Westfalen verstoße gegen die Glaubensfreiheit. Hamburg sieht
sich in seiner Linie bestätigt. „Kluges Handeln“ sei wichtiger als
Verbote, sagte Schulsenator Ties Rabe (SPD).
Seite 2, 3 Presseschau, Bericht
ist.“ Der Vertrag regelt Fragen der
praktischen Religionsausübung, religiöse Feiertage oder den Bau von Gebetsstätten.
Ein weiterer Punkt ist der gemeinsame Religionsunterricht. In einem Pilotprojekt an zwei Hamburger Schulen
unterrichten zwei muslimische Lehrkräfte die Schüler über sämtliche Weltreligionen. Schulsenator Ties Rabe
(SPD): „Es ist besser, Schüler gemeinsam zu unterrichten, als sie nach Religionszugehörigkeit zu trennen. Mit
diesem ambitionierten Vorhaben betreten Hamburgs Religionsgemeinschaften Neuland. Dafür brauchen wir
Zeit und Behutsamkeit.“
Knapp 60 Prozent der Hamburger
schätzen laut Studie das eigene Wissen
über Muslime als „gering“ ein. Im Magazin stellt das Abendblatt heute Muslime in Hamburg vor.
>> >> Seite 3 Berichte Seite 20/21 Gesichter des Islam
>> >> Seite 8 Großkundgebung auf dem Gänsemarkt
BUNDEST RA INER VERLÄNGERT
Löws neue WM­Mission
:: Er will das brasilianische „Weltmeister-Gefühl“ noch
einmal erleben: Bundestrainer Joachim Löw hat seinen Vertrag vorzeitig
bis zur nächsten Weltmeisterschaft
2018 in Russland verlängert.
F R A N K F U RT
>> >> Seite 35 Bierhoff bleibt sogar bis 2020 Getty
HSV I N HO F F E N H E I M
Was viele Fans nicht wissen
:: In welcher Reihenfolge
laufen die Spieler aufs Feld? Gibt es
eine Sitzordnung auf der Bank? Zum
heutigen HSV-Spiel in Hoffenheim beantworten wir ungewöhnliche Fragen.
HAMBUR G
>> >> Seite 35 Müssen auch Schiris zur Dopingprobe?
KÖNIG DER LÖWEN? LANGWEILIG!
Was Tiere im Kino mögen
:: Ein guter Löwe, der
um sein Königreich kämpft – da können Schimpansen nur gähnen. Forscher haben untersucht, welche Filme
Tiere gerne sehen: Der „König der Löwen“ fällt durch, Action ist gefragt.
HAMBUR G
>> >> Seite 40 Sexfilme für Wachtelweibchen pa
Der Mond im Sütterlin
Schriften kommen und gehen wie der Frühling. Wie Geheimwissen im Alltag und in der Liebe helfen kann
HELLMUTH KARASEK
:: Zurzeit erfasst die Digitalisierung
mit ihrer radikalen Kraft die Schreibschrift in der Schule und geht mit der
Abrissbirne gegen sie vor. Kinder sollen keine Schreibschrift mehr lernen,
sie sollen auch schreiben wie gedruckt.
Jetzt, da es Frühling wird, erwachen
bei mir mit frühlingshaften Gefühlen
die Erinnerungen an meine erste
Schul-Schreibschrift. Sie hieß Sütterlin
und wurde 1911 vom preußischen Kulturminister zur Schreibvereinfachung
mit Feder und Tinte als Schulschrift
eingeführt statt der sogenannten lateinischen Schrift. In meinem Schulbuch,
das damals noch unbedingt „Fibel“
hieß, las ich und schrieb ich auf Sütterlin: „So, so sause Suse los.“
Da kamen zwei verschiedene S vor,
ein langbeiniges, das wie ein Spinnenbein aussah und zwei Fliegenbeine als
Zacken oben und unten hatte, dann das
Schluss-S, das sich wie ein Schweineschwänzchen ringelte, in Schwaben
auch „Ringeles-S“ genannt. Es fehlt das
Eszett, das aus einem langen Bein und
einem angehängten Dreier bestand: ß.
1939, als ich in Wien im Heim-insReich-geholten Österreich als Erstklässler auf der Schiefertafel schrieb,
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KARASEK
schreibt jeden Sonnabend
im Hamburger Abendblatt
war Sütterlin nicht nur eine deutsche,
sondern eine großdeutsche Schrift.
Doch jetzt zum Frühling. Bei den
zurzeit hohen Temperaturschwankungen bin ich froh, dass ich Sütterlin
gelernt habe. Wenn ich nämlich in der
Nacht plötzlich friere oder mir plötzlich warm wird, stürze ich zu meinem
Heizkörper und drehe, ohne Licht
anmachen zu müssen, entweder zu
oder auf. Auf wie das Sütterlin-A und
zu wie das Sütterlin-Z, also einen linken Halbmond und eine rechte Drei.
Konkav und konvex. Eine praktische
Eselsbrücke heißt: „Ist das Mädchen
brav, so ist der Bauch konkav / Hatte
sie jedoch Sex, so wird der Bauch konvex.“ Ich kann also dank Sütterlin
schlafwandlerisch sicher Warm auf
Kalt drehen und umgekehrt, je nachdem. Schulbildung hilft.
Später kam mir das Wissen im
„Spiegel“ zugute. Herausgeber Rudolf
Augstein machte an die Manuskripte
der Redakteure seine Anmerkungen in
Sütterlin, und jüngere Kollegen kamen
zu mir und ließen sie sich entschlüsseln. Herrschaftswissen! „Was heißt
das?“, fragte ein Kollege. Ich antwortete: „Das heißt ‚Quatsch‘.“
In der Pubertät war mir, zwischen
Fibel und „Spiegel“, zum Frühling die
Liebe eingefallen, das Zu-zweit-Seufzen im Mondenschein. Als SütterlinVersteher konnte ich sofort erklären,
ob der Mond abnimmt oder zunimmt,
A und Z. Und ich rezitierte zum Angeben vor der mondbeschienenen Schönen das Gedicht des großen Sprachtraumtänzers Christian Morgenstern:
Dem wäre nichts hinzuzufügen,
wenn inzwischen nicht die Amis auf
dem Mond gelandet wären.
Mehrheit der Deutschen
fordert: Griechen sollen
Euro-Zone verlassen
:: Die verbalen
Ausfälle der neuen griechischen Regierung gegenüber den Geldgebern und
speziell Deutschland zeigen Wirkung:
Zum ersten Mal gibt es laut ZDF-Politbarometer unter den Bundesbürgern
eine Mehrheit für einen Euro-Austritt
Griechenlands. 52 Prozent sind dafür,
40 Prozent wollen die Griechen in der
Euro-Zone halten. Im Februar waren
die Werte noch genau umgekehrt.
Ungewöhnlich scharf ermahnte
Euro-Gruppen-Chef Jeroen Dijsselbloem am Freitag die Athener Regierung,
ihren Ton gegenüber Deutschland zu
mäßigen. Griechenland suche zu sehr
die Schuld für seine Probleme bei anderen: „Jetzt scheint Deutschland das
Lieblingsopfer zu sein.“
Unterdessen versuchte Premier
Alexis Tsipras in Brüssel, die Partner
zu neuen Geldspritzen zu bewegen.
Unklar ist, wie dramatisch die Finanzlage tatsächlich ist. Bundesfinanzminister Wolfgang Schäuble (CDU)
schloss erstmals einen „Graccident“,
einen Euro-Austritt Griechenlands als
„Unfall“, nicht mehr aus. Er betonte
zugleich, Deutschland wolle die Griechen in der Euro-Zone halten.
BERLIN/BRÜSSEL
>> >> Seite 3 Ins Abseits manövriert
V I E L E WO L K E N U N D R EG E N
Schlechtwetter­Einbruch
:: Ausgerechnet zum Wochen-
ende lässt sich die Sonne kaum
blicken. Viele Wolken, etwas
Regen, 6 bis 8 Grad.
Das ausführliche Wetter auf
>> >> Seite 47
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57 – 62
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