Informationsblatt Übelkeit und Erbrechen

DEUTSCHES
KREBSFORSCHUNGSZENTRUM
KREBSINFORMATIONSDIENST
ÜBELKEIT UND ERBRECHEN BEI DER KREBSBEHANDLUNG
Vorbeugung und Therapie
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Übelkeit und Erbrechen sind gefürchtete Nebenwirkungen einer Krebstherapie. Sie lassen sich jedoch
wirkungsvoll behandeln.
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Längst nicht jeder Krebspatient muss mit Übelkeit und
Erbrechen rechnen. Die Wahrscheinlichkeit hängt von
der Behandlungsform ab und lässt sich gut abschätzen.
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Sind bei einer Krebsbehandlung Übelkeit und Erbrechen wahrscheinlich, erhalten Patienten vorbeugend
Medikamente, sogenannte Antiemetika. Diese sind
fester Bestandteil der Behandlung.
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Auch ist die Reaktion auf eine Krebsbehandlung von
Mensch zu Mensch unterschiedlich.
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Weitere Maßnahmen wie Akupunktur können die medikamentöse Behandlung unterstützen.
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AUFTRETEN VON ÜBELKEIT UND ERBRECHEN
ÎÎ Wie kommt es zu Übelkeit und Erbrechen?
Übelkeit und Erbrechen werden durch einen sehr komplexen Reflexvorgang ausgelöst. Dabei spielen bestimmte Gehirnregionen und Nerven mit ihren Endungen im
Magen-Darm-Trakt eine wichtige Rolle. Für die Reizweiterleitung sind verschiedene körpereigene Botenstoffe
verantwortlich. Da der Reflexvorgang über das vegetative
Nervensystem abläuft, kann er nicht willkürlich kontrolliert werden. Erbrechen und Übelkeit lassen sich also nicht
durch Willensanstrengung unterdrücken.
ÎÎ Schweregrade von Übelkeit und Erbrechen
Einzelne Krebsmedikamente oder auch Kombinationen
davon können danach eingeteilt werden, wie häufig ohne
unterstützende Behandlung Erbrechen und Übelkeit als
Nebenwirkung auftreten. Diese Einteilung wird auch bei
der Strahlentherapie verwendet. Experten sprechen von
der „emetogenen Potenz“ einer Tumorbehandlung. Daran
orientiert sich die Wahl der Medikamente, die Patienten vorbeugend und begleitend zur Therapie erhalten. Man unterscheidet vier Risikogruppen:
RISIKO
ÜBELKEIT UND ERBRECHEN
hoch
fast alle,
bei mehr als 90 von 100 Patienten
moderat
sehr oft,
bei 30 bis 90 von 100 Patienten
niedrig
eher selten,
bei 10 bis 30 von 100 Patienten
minimal
selten,
bei weniger als 10 von 100 Patienten
ÎÎ Was beeinflusst die Stärke von Übelkeit und
Erbrechen?
Folgende Faktoren beeinflussen, wie ausgeprägt Übelkeit und
Erbrechen als Nebenwirkung einer Krebsbehandlung sind:
yy Art und Zusammenstellung der Krebsmedikamente
(Zytostatika)
yy Verabreichungsform der Chemotherapie (als Injektion
bzw. Infusion in die Vene oder in Tablettenform)
yy Strahlentherapie: bestrahlte Körperregion, Größe des
bestrahlten Gebiets, Strahlendosis
yy Individuelle Unterschiede von Mensch zu Mensch (Art
der Krebserkrankung, Allgemeinzustand, Geschlecht,
Alter, Erwartungshaltung und vor allem Angst)
ÎÎ Unterschiede im zeitlichen Auftreten von Übelkeit
und Erbrechen
Abhängig vom zeitlichen Auftreten der Beschwerden lassen sich verschiedene Arten von Übelkeit und Erbrechen
unterscheiden:
yy Bei manchen Therapien treten Nebenwirkungen rasch
innerhalb der ersten 24 Stunden nach Krebsbehandlung
auf. Man spricht von einer akuten Reaktion.
yy Bei anderen Behandlungen ist es möglich, dass Übelkeit
und Erbrechen verzögert erst nach mehr als 24 Stunden
auftreten.
yy Manchen Patienten wird schon vor der Behandlung
schlecht – in Erwartung der Nebenwirkung. Man spricht
auch von erlerntem oder antizipatorischem Erbrechen.
Oft tritt dies auf, wenn Patienten bereits schlechte Erfahrungen gemacht haben. Umso wichtiger ist es, Übelkeit und Erbrechen vorzubeugen. Das kann verhindern,
dass eine solche Reaktion vom Körper erlernt wird.
Fragen zu Krebs? Wir vom KID sind für Sie da! 0800 - 420 30 40 kostenlos, täglich von 8 bis 20 Uhr
VORBEUGUNG UND BEHANDLUNG
ÎÎ Information über Nebenwirkungen
Ein aufklärendes Gespräch mit dem Arzt im Vorfeld der Behandlung ist sehr wichtig. Hier können die zu erwartenden
Nebenwirkungen der Krebsbehandlung und Möglichkeiten
der Vorbeugung und Therapie besprochen werden. So sind
die Patienten vorbereitet und können besser mit den Begleiterscheinungen umgehen. Und besonders wichtig: Unbegründete Ängste können abgebaut werden.
ÎÎ Vorbeugender Einsatz
Erwartungsangst kann die Beschwerden verstärken. Auch
aus diesem Grund ist eine Vorbeugung besonders wichtig.
Je höher die Übelkeit erzeugende Wirkung einer Krebsbehandlung ist, umso intensiver muss die vorbeugende
Behandlung mit Antiemetika sein. Kommt es trotz Vorbeugung zu Übelkeit oder Erbrechen, kann der Arzt die antiemetische Therapie anpassen.
ALTERNATIVE UND KOMPLEMENTÄRE KREBSMEDIZIN
ÎÎ Medikamentöse Unterstützung
Verschiedene Expertengremien erarbeiten Empfehlungen
und Leitlinien zur Vorbeugung und Behandlung von Übelkeit und Erbrechen bei Tumorpatienten und passen diese
regelmäßig den neuesten Erkenntnissen an.
Es stehen zahlreiche hochwirksame Medikamente mit
unterschiedlichen Wirkmechanismen zur Verfügung, sogenannte Antiemetika. Sie werden abhängig von der zu
erwartenden Stärke und dem zeitlichen Verlauf der Nebenwirkungen eingesetzt. In der Regel ist eine antiemetische
Behandlung fester Bestandteil einer Chemo- bzw. Strahlentherapie und in den Behandlungsprotokollen festgeschrieben.
ÎÎ Unterstützende Maßnahmen
Entspannungstechniken oder Verhaltenstherapie sind Beispiele für nicht medikamentöse Maßnahmen. Sie können
besonders dann hilfreich sein, wenn eine ängstliche Erwartungshaltung die Übelkeit verstärkt. Auch angstlösende
Medikamente unterstützen in diesen Situationen die Wirkung der Antiemetika.
Als ergänzende Behandlung kann Akupunktur möglicherweise Erbrechen und Übelkeit während einer Chemotherapie lindern. Hausmittel wie etwa Tees oder das Kauen von
Ingwer gegen Übelkeit können die Behandlung unterstützen, nicht aber ersetzen. Wer solche Maßnahmen nutzen
möchte, sollte sie aber auf jeden Fall mit den behandelnden Ärzten absprechen.
GESPRÄCH MIT DEM ARZT
Damit Patienten ihre persönliche Situation einschätzen können, ist ein Gespräch mit dem Arzt besonders wichtig. Die folgende
Auflistung von Fragen kann als Anregung für die Vorbereitung eines solchen Gesprächs dienen:
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Wie wahrscheinlich ist es, dass mir durch die geplante Chemotherapie bzw. Bestrahlung übel wird oder dass ich erbrechen muss?
Wie lange kann die Übelkeit anhalten?
Bekomme ich bei meiner Krebsbehandlung vorbeugende Medikamente gegen Übelkeit und Erbrechen? Wenn ja, welche?
Entspricht die Wahl der Medikamente den anerkannten Empfehlungen in ärztlichen Leitlinien?
Können die Medikamente gegen Übelkeit selbst Nebenwirkungen haben?
Wie soll ich mich verhalten, wenn ich trotz der Medikamente unter Übelkeit und Erbrechen leide?
Können andere Maßnahmen gegen Übelkeit und Erbrechen hilfreich sein?
Muss ich etwas beim Essen oder Trinken beachten?
überreicht durch:
Dieses Informationsblatt dient als Grundlage für Ihre weitere Informationssuche.
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© Krebsinformationsdienst KID 15.01.2016 (Quellen beim KID)