(PDF, 6,74 MB)

G e schä f t sb er icht 201 4
Mobil ität f ü r morgen
Qua lität
Technolog ie
Innovation
U2
Wesentliche Eckdaten 2014
Nr. 001
in Mio. EUR
2014
2013
12.124
11.205
8,2
2.172
1.660
30,8
%
17,9
14,8
3,1
%-Pkt.
1.523
1.008
51,1
%
Veränderung
Gewinn- und Verlustrechnung
Umsatzerlöse
EBITDA
•
in % vom Umsatz
EBIT
%
in % vom Umsatz
12,6
9,0
3,6
%-Pkt.
Konzernergebnis 1)
654
127
527
Mio. EUR
31.12.2014
31.12.2013
•
in Mio. EUR
Veränderung
Bilanz
Bilanzsumme
11.617
8.387
38,5
%
Eigenkapital 2)
258
-1.966
2.224
Mio. EUR
2,2
-23,4
25,6
%-Pkt.
5.778
5.447
6,1
%
2,7
3,3
2014
2013
Cash Flow aus laufender Geschäftstätigkeit
900
1.027
-127
Mio. EUR
Investitionsauszahlungen (Capex)
857
572
285
Mio. EUR
7,1
5,1
2,0
%-Pkt.
48
473
-425
Mio. EUR
82.294
78.258
5,2
%
•
in % der Bilanzsumme
Netto-Finanzschulden
•
Verhältnis Netto-Finanzschulden zu EBITDA
in Mio. EUR
Veränderung
Kapitalflussrechnung
•
3)
in % vom Umsatz (Capex-Quote)
Free Cash Flow
4)
Mitarbeiter
Anzahl der Mitarbeiter
Die Schaeffler AG (vormals INA Beteiligungsgesellschaft mit beschränkter Haftung) veröffentlicht zum 31. Dezember 2014 erstmals einen
Konzernabschluss und Konzernlagebericht. Diese knüpfen formal nicht an die letztjährige Berichterstattung der Schaeffler AG (nunmehr Schaeffler
Verwaltung Zwei GmbH) zum 31. Dezember 2013 an und ist daher nur mit bestimmten Einschränkungen mit deren Vorjahresberichterstattung
vergleichbar.
1)
Den Gesellschaftern des Mutterunternehmens zuzurechnen.
2)
Inkl. nicht beherrschender Anteile.
3)
Auszahlungen für immaterielle Vermögenswerte und Sachanlagen.
4)
Enthält im Geschäftsjahr 2014 eine Einmalbelastung für die EU-Kartellstrafe in Höhe von 371 Mio. EUR.
Automotive
2014
2013
Umsatzerlöse
8.983
8.164
10,0
%
EBIT
1.234
683
80,7
%
13,7
8,4
5,3
%-Pkt.
in Mio. EUR
2014
2013
Umsatzerlöse
3.141
3.041
3,3
%
289
325
-11,1
%
9,2
10,7
-1,5
%-Pkt.
in Mio. EUR
•
in % vom Umsatz
Veränderung
Vorjahreswerte gemäß der 2014 ausgewiesenen Segmentstruktur.
Industrie
EBIT
•
in % vom Umsatz
Vorjahreswerte gemäß der 2014 ausgewiesenen Segmentstruktur.
Veränderung
U3
201 4 i n Z a h len
Entwicklung Umsatzerlöse
12.124
in Mio. EUR
11.205
11.125
10.694
9.495
2010 1)
2011
2012
2013
2014
+29,4 %
+12,6 %
+4,0 %
+0,7 %
+8,2 %
1)
Umsatzwachstum
ggü. dem Vorjahr
Werte aus dem Konzernabschluss der Schaeffler Verwaltung Zwei GmbH (vormals Schaeffler AG) 2010.
Entwicklung Ergebnis vor Finanz-, Beteiligungsergebnis und Ertragsteuern (EBIT)
in Mio. EUR
1.736
1.509
1.523
1.469
1.008
2010 1)
15,9 %
1)
2011
2012
16,2 %
13,2 %
2013 2)
9,0 %
2014
12,6 %
Werte aus dem Konzernabschluss der Schaeffler Verwaltung Zwei GmbH (vormals Schaeffler AG) 2010.
Einmalbelastung für EU-Kartellstrafe in Höhe von 380 Mio. EUR.
2) Enthält
Umsatzerlöse nach Regionen
Mitarbeiter nach Regionen
in Prozent nach Marktsicht
Stichtagszahlen in Prozent
Asien/Pazifik
3,3
Asien/Pazifik
Greater China
9,9
Greater China
57,0 Europa
Americas
11,8
12,7
20,4
Americas 14,9
70,0 Europa
EBIT-Marge
vom Umsatz
U4
Schaeffler Gruppe auf einen Blick
Highlights Geschäftsjahr 2014
Wachstumskurs fortgesetzt:
Umsatz steigt auf 12,1 Mrd. EUR; Wachstum währungsbereinigt plus 9,0 %
Ergebnisqualität auf hohem Niveau:
EBIT-Marge bei 12,6 %
Free Cash Flow positiv:
Free Cash Flow von 48 Mio. EUR enthält Einmalbelastung von 371 Mio. EUR
Investitionen gestiegen:
Investitionsauszahlungen bei 857 Mio. EUR (Vj.: 572 Mio. EUR);
Capex-Quote bei 7,1 % vom Umsatz (Vj.: 5,1 % )
Unternehmensprofil
Die Schaeffler Gruppe ist ein weltweit führender integrierter Automobil- und Industriezulieferer. Das Unternehmen steht
für höchste Qualität, herausragende Technologie und ausgeprägte Innovationskraft. Mit Präzisionskomponenten und
Systemen in Motor, Getriebe und Fahrwerk sowie Wälz- und Gleitlagerlösungen für eine Vielzahl von Industrieanwendungen leistet die Schaeffler Gruppe einen entscheidenden Beitrag für die „Mobilität für morgen“.
Die Schaeffler Gruppe steuert ihr Geschäft über eine mehrdimensionale Matrix, die zwei Sparten, diverse Funktionen und
vier Regionen umfasst.
Schaeffler Gruppe
Sparten
Automotive
Funktionen
Industrie
CEOFunktionen
Weitere Informationen finden Sie unter: www.schaeffler-gruppe.de
Technologie
Produktion,
Logistik,
Einkauf
Finanzen Personal
Regionen
Europa
Americas
Greater
China
Asien/
Pazifik
5
G e s c h ä f t sb e r ic ht 2 01 4
S c h ae f f le r AG
6
Vorwort | Mobilität für morgen | Zusammengefasster Lagebericht | Konzernabschluss | Konzernanhang | Weitere Angaben
Qualität – S. 20
P rä z i se u nd
z uverlä ssig
Te c h n o l o g i e – S . 2 6
E r folg reich u nd
weg wei send
Innovation – S. 32
For t sch r it t l ich
u nd z u k u n f t sor ient ier t
7
Inhalt
I n ha lt
Konzernabschluss
U2
Wesentliche Eckdaten
08
Wichtige Ereignisse 2014
10
Grußwort der Gesellschafter
132
12
16
Vorwort des Vorstandsvorsitzenden
Executive Board
133Konzern-Gesamtergebnisrechnung
Konzern-Gewinn- und Verlustrechnung
134Konzern-Bilanz
135Konzern-Kapitalflussrechnung
Mobilität für morgen
136Konzern-Eigenkapitalveränderungsrechnung
137Konzern-Segmentberichterstattung
20Qualität
26Technologie
Konzernanhang
32Innovation
140
Allgemeine Erläuterungen
Grundlagen der Konsolidierung
38
Schaeffler am Kapitalmarkt
155
Zusammengefasster Lagebericht
156Erläuterungen zur Konzern-Gewinn- und
Verlustrechnung
42
Grundlagen des Konzerns
42
Schaeffler Gruppe im Überblick
44Geschäftstätigkeit
62Konzernstruktur
65
Konzernstrategie und -steuerung
71Mitarbeiter
75Nachhaltigkeit und gesellschaftliche
Verantwortung
80Wirtschaftsbericht
80Gesamtwirtschaftliche und branchenbezogene
Rahmenbedingungen
83Geschäftsverlauf
86Ertragslage
95
Finanz- und Vermögenslage
106
Gesamtbewertung des Geschäftsjahres 2014
108Vermögens-, Finanz- und Ertragslage der
Muttergesellschaft Schaeffler AG
114Nachtragsbericht
115
Chancen- und Risikobericht
127Prognosebericht
161
Erläuterungen zur Konzern-Bilanz
203
Sonstige Angaben
218
Mitglieder des Aufsichtsrats
219
Mitglieder des Vorstands
220
Bestätigungsvermerk des Abschlussprüfers
222
Bericht des Aufsichtsrats
Weitere Angaben
228Finanzglossar
232
Allgemeines Glossar
235Tabellenverzeichnis
238Stichwortverzeichnis
240Impressum
242Quartalsübersicht
243Mehrjahresübersicht
244
Finanzkalender 2015
245Kontaktdaten
8
Vorwort | Mobilität für morgen | Zusammengefasster Lagebericht | Konzernabschluss | Konzernanhang | Weitere Angaben
Wicht ige E reig n isse 201 4
Q1
Q2
Februar – Herzogenaurach, Deutschland
April – Wooster, USA
/ Schaef f ler sta r tet m it Rekord sieger Porsche
i n L e M a n s: Eine Legende kehrt zurück – und
Schaeffler ist dabei. Erstmals seit 1998 startet
Porsche am 14./15. Juni 2014 in der Top-Kategorie
des Langstrecken-Klassikers. Porsche tritt bei der
FIA-Langstrecken-Weltmeisterschaft WEC mit
ihrem Saisonhöhepunkt in Le Mans mit dem neu
entwickelten LMP1-Sportwagen 919 Hybrid an.
Porsche und Schaeffler arbeiten bereits seit Jahrzehnten zusammen – sowohl im Motorsport als
auch in der Serienproduktion.
/ PAC E Awa rd f ü r I n novat ion von Schaef f ler:
Schaeffler wird von Automotive News zum Gewinner des 2014 PACE Award (Premier Automotive
Suppliers’ Contribution to Excellence) in der
­
­K ategorie »Produkte« ernannt. Gewonnen hat das
Unternehmen mit dem benzinsparenden und vibrationsreduzierenden Drehmomentwandler mit Fliehkraftpendel (FKP) für Hinterradantrieb.
/ Schaef f ler u nd Cont i nenta l zeigen u m fa ng­
reiche E i n spa r poten z ia le au f: Schaeffler und
Continental haben in enger Zusammenarbeit ein
Demonstrationsfahrzeug aufgebaut, das eine neue
Dimension in der Hybridisierung von Pkw mit hubraumreduziertem Benzinmotor repräsentiert. Das
Gemeinschaftsprojekt »Gasoline Technology Car«
(GTC) beweist, welche Ergebnisse die Zusammen­
arbeit erzielen kann.
Mai – Herzogenaurach, Deutschland
/ Schaeff ler refinanziert Finanzverbindlichkeiten in Höhe von rund 3,5 Mrd. EUR: Schaeffler
schließt die Refinanzierung von bestehenden
Finanzverbindlichkeiten in Höhe von 3,5 Mrd. EUR
erfolgreich ab. Im Rahmen der Transaktion werden
vier neue Anleihen mit einem Gesamtvolumen
von rund 2,0 Mrd. EUR begeben und institutionelle
Kredite mit einem Gesamtvolumen von 1,5 Mrd. EUR
durch neue Kredittranchen mit günstigeren Kreditkonditionen abgelöst. Alle Tranchen sind signifi­
kant überzeichnet.
März – Schweinfurt, Deutschland
Juni – Herzogenaurach, Deutschland
/ Neue Schaeff ler Technology Center – PremiumKompetenz welt weit: Mit vier neuen, zertifizierten Schaeffler Technology Centern (STC) stärkt
Schaeffler die Kompetenz in den Regionen und
betreut Kunden vor Ort technisch noch umfassender. Neu sind die Standorte Santiago (Chile), Seoul
(Südkorea), Sutton Coldfield (England) und BraineL’Alleud (Belgien). Weltweit stellen 25 Schaeffler
Technology Center das umfangreiche PremiumWissen lokal und in unmittelbarer Nähe des Kunden zur Verfügung.
/ Veränderung im Vorstand der Schaeff ler AG:
Der Aufsichtsrat der Schaeffler AG entscheidet,
dass Klaus Rosenfeld für weitere fünf Jahre zum
Vorstandsvorsitzenden der Schaeffler AG bestellt
wird. Gleichzeitig wird der Vertrag mit Prof. Dr.-Ing.
Peter Gutzmer, Vorstand Technologie der
Schaeffler AG, um weitere fünf Jahre verlängert.
Prof. Dr.-Ing. Gutzmer wird zudem zum
­stellvertretenden Vorsitzenden des Vorstands der
Schaeffler AG berufen.
9
Wichtige Ereignisse 2014
Q3
Q4
August – Schweinfurt, Deutschland
Oktober – Uljanowsk, Russland
/ I m me r u nd üb e r a l l i m opt i m a le n G a ng:
Schaeffler stellt auf der EUROBIKE 2014 eine Innovation für Fahrräder vor: die automatische Fahrradschaltung FAG-VELOMATIC. Ob mit einem konventionellen Rad oder einem E-Bike – die Schaltung
berechnet auf Basis von Trittfrequenz, Kraft, Radgeschwindigkeit und Neigung den optimalen Gang
und Schaltzeitpunkt. Das garantiert exzellenten
Fahrkomfort bei maximaler Flexibilität. Dank offener Standards ist die Schaltung mit annähernd
jedem Fahrradtyp und jedem Antrieb kompatibel.
/ Feierliche Einweihung des ersten Schaeff lerWerk s i n Russla nd: Schaeffler weiht seine erste
Produktionsstätte in Russland ein. Aus dem neuen
Produktionswerk in Uljanowsk liefert die Schaeffler
Gruppe Qualitätsprodukte an in- und ausländische
Autohersteller sowie die Bahnindustrie.
August – Herzogenaurach, Deutschland
/ Schaef f ler besch leu n ig t E nt w ick lu ng i n der
F I A For mu la E: Schaeffler geht als exklusiver
Technologiepartner des Teams ABT Sportsline in
der neuen FIA Formula E an den Start und wirbt auf
den Autos von Daniel Abt und Lucas di Grassi. Die
Serie wird mit rein elektrisch angetriebenen Rennautos ausgetragen. Auftakt war am 13. September 2014 in Peking (China).
Oktober – Herzogenaurach, Deutschland
/ S chaef f ler eh r t sei ne b e sten L iefera nten:
Hervorragende Qualität, Zuverlässigkeit, wett­
bewerbsfähige Kostenstrukturen, Service, Innovationen und eine globale Präsenz – das erwartet
Schaeffler von seinen Lieferanten. Die 14 besten
werden in einem Festakt mit dem Schaeffler-­
Lieferantenpreis für ihre Leistungen im Jahr 2013
ausgezeichnet.
September – Berlin, Deutschland
November – Schweinfurt, Deutschland
/ S chae f f le r au f de r I n noTra n s 2 01 4: Unter
dem Motto »Lifecycle Management« steht für
Schaeffler auf der InnoTrans 2014 die Betrachtung
von Lebenszykluskosten im Fokus: Produkte, die
über die gesamte Lebensdauer wirtschaftlich
betrieben werden können. Schaeffler bietet dies
z. B. über verbesserte Dichtungen, intelligente Nachschmiereinheiten oder innovative mechatronische
Systeme an. Basis bildet das Know-how zu mecha­
nischen Komponenten.
/ Integ r ier te Lager technolog ie in der Medizin­
tech n i k: Schaeffler zeigt im Rahmen der Compamed 2014 innovative und bewährte Lösungen, die
sowohl die hohen Qualitäts- und Sicherheitsanforderungen im Bereich Medizintechnik erfüllen als
auch ein Mehr an Zuverlässigkeit und Flexibilität
bieten und das Einsatzspektrum der medizintechnischen Geräte erweitern.
10
Vorwort | Mobilität für morgen | Zusammengefasster Lagebericht | Konzernabschluss | Konzernanhang | Weitere Angaben
Gr u ßwor t der
G esel lscha f ter
Georg F. W. Schaeffler | Maria-Elisabeth Schaeffler-Thumann
11
Grußwort der Gesellschafter
2014 war ein erfolgreiches Jahr für die Schaeffler Gruppe. Erstmals haben wir über 12 Mrd. EUR Umsatz erzielt.
Alle unsere Regionen trugen zu dieser positiven Umsatzentwicklung bei. Dank der hervorragenden globalen
­Aufstellung und der erfolgreichen Produkte ist unser Automobilbereich erneut stärker als die globale Automobil­
produktion gewachsen. Unsere Industriesparte hat sich ebenfalls positiv entwickelt, auch wenn die nach wie
vor große weltweite Investitionszurückhaltung und Währungsumrechnungseffekte eine noch stärkere Erholung
verhinderten. Mit einem operativen Ergebnis von 1,5 Mrd. EUR haben wir im Vergleich zu unseren ­internationalen
Wettbewerbern einen Spitzenwert erreicht. Zugleich haben wir unsere Finanzierungskosten und ­-konditionen durch
die erfolgreiche Refinanzierung von bestehenden Finanzverbindlichkeiten weiter optimiert.
Auch für das kommende Jahr sehen wir die Schaeffler Gruppe gut aufgestellt. Dies bezieht sich außer auf die
strate­g ische Ausrichtung auch auf die Führung des Konzerns. Im Interesse einer kontinuierlichen Entwicklung des
Unternehmens wurde Klaus Rosenfeld für weitere fünf Jahre zum Vorstandsvorsitzenden der Schaeffler AG bestellt.
Gleichzeitig wurde der Vertrag mit Prof. Dr.-Ing. Peter Gutzmer, Vorstand Technologie, für weitere fünf Jahre ver­
längert. Er wurde zudem zum stellvertretenden Vorsitzenden des Vorstands berufen. Wir haben vollstes Vertrauen
in unsere Führungskräfte, dass es uns auch in den nächsten Jahren gelingen wird, den Konzern global noch stärker
zu positionieren.
Doch aller Globalisierung zum Trotz: Die verschiedenen Länder und Märkte werden auch in Zukunft ihre Indivi­
dualität behalten. Zusammen sind wir angetreten, die »Mobilität für morgen« zu gestalten. Vieles haben wir bereits
auf den Weg gebracht, noch viel mehr gilt es jedoch zu tun. Auch in der Mobilität wird es regionale Besonderheiten
geben, auf die wir als enger Partner unserer Kunden mit maßgeschneiderten Angeboten eingehen müssen, um uns
auf diesen Märkten zu behaupten. Die Schaeffler Gruppe tut dies seit Jahrzehnten sehr erfolgreich. Wir sind überall
vor Ort, wo unsere Kunden sind – mit dem richtigen Produkt für den richtigen Markt. Rund um den Globus betreiben
wir Entwicklungszentren, Fertigungsanlagen sowie Vertriebs- und Serviceniederlassungen. Eine unserer entscheidenden Stärken ist dabei, dass überall auf der Welt ein hoher Qualitätsstandard gilt. Unsere Kunden fordern diesen auch
ein – weltweit. Egal ob in einem sogenannten Schwellenland oder einer klassischen Industrienation.
Unser hervorragender Qualitätsstandard, unsere Technologieführerschaft und unsere hohe Innovationskraft wollen
wir auch in den nächsten Jahren erhalten und weiter ausbauen. Dafür setzen wir auf das hohe Engagement aller
Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter weltweit. Für Ihren großen Einsatz und Ihre konstruktiven persönlichen Beiträge
zum Erfolg des Unternehmens bedanken wir uns herzlichst.
Ihre
Maria-Elisabeth Schaeffler-Thumann
Georg F. W. Schaeffler
12
Vorwort | Mobilität für morgen | Zusammengefasster Lagebericht | Konzernabschluss | Konzernanhang | Weitere Angaben
Vor wor t des
Vorsta nd svorsit zenden
»Als Familienunternehmen denken wir langfristig. Das,
wofür wir als Schaeffler Gruppe seit vielen Jahren stehen,
bewahren wir nicht nur, sondern wir entwickeln es stetig
weiter: Qualität, Technologie und Innovation.«
Klaus Rosenfeld
die Schaeffler Gruppe hat ihren Erfolgskurs im Geschäftsjahr 2014 eindrucksvoll fortgesetzt. Gemeinsam können
wir auf ein Jahr zurückblicken, in dem wir nicht nur überdurchschnittlich stark, sondern auch weiter profitabel
gewachsen sind. Erstmals haben wir einen Gesamtumsatz von mehr als 12,1 Mrd. EUR erzielt. Dies entspricht einem
währungsbereinigten Wachstum von 9 % gegenüber dem Vorjahr. Zugleich hat sich unser operatives Ergebnis
auf 1.523 Mio. EUR verbessert. Dabei konnten wir die Ergebnisqualität mit einer EBIT-Marge von 12,6 % auf dem hohen
Niveau der Vorjahre halten. Schon diese beiden Größen – 9 % währungsbereinigtes Umsatzwachstum bei einer
Ergebnismarge von 12,6 % – verdeutlichen die außergewöhnliche Leistungskraft der Schaeffler Gruppe als global
aufgestellter, integrierter Automobil- und Industriezulieferer mit ihren mehr als 82.000 Mitarbeiterinnen und
Mitarbeitern weltweit.
Die positive Umsatz- und Ergebnisentwicklung des Jahres 2014 ist umso erfreulicher und bemerkenswerter, als wir
im Laufe des Jahres 2014 erhebliche Veränderungen eingeleitet und umgesetzt haben. Dazu gehören nicht nur die
Implementierung unseres neuen Strategiekonzepts »Mobilität für morgen« und die Umsetzung unserer globalen
Zukunftsprogramme »ONE Schaeffler« und »MOVE«, sondern auch die Neuausrichtung unserer Organisations- und
Führungsstruktur sowie der Kulturwandel unter dem Motto » Transparenz, Vertrauen und Teamarbeit«.
Warum waren wir trotz dieser Veränderungen, die naturgemäß erhebliche interne Ressourcen gebunden haben,
erfolgreich? Weil wir bei allen Veränderungen vorausschauend und mit Augenmaß agieren. Weil für uns trotz aller
Veränderungen der Kunde im Mittelpunkt steht. Und weil wir als Familienunternehmen langfristig denken und
das, wofür wir als Schaeffler Gruppe seit vielen Jahren stehen, nicht nur bewahren, sondern auch stetig weiterent­
wickeln: Qualität, Technologie und Innovation.
Vorwort des Vorstandsvorsitzenden
Die Tatsache, dass wir 2014 erneut mehr als 2.000 neue Patente angemeldet und mehr als 50 Quality Awards
verliehen bekommen haben, zeigt die Bedeutung dieser drei Erfolgsfaktoren. Wir wollen das liefern, was wir ver­
sprechen. Diesem Anspruch, den wir ganz bewusst zum Motto dieses Geschäftsberichts gemacht haben, wollen
wir auch in Zukunft gerecht werden.
Lassen Sie mich die wichtigsten Aspekte und Merkmale des Geschäftsjahres 2014 zusammenfassen:
1. »Mobilität für morgen« – Unser Strategiekonzept
Der Vorstand der Schaeffler AG hatte sich im vierten Quartal 2013 darauf verständigt, die strategische Ausrichtung
der Schaeffler Gruppe zu überprüfen und dort, wo erforderlich, neu auszurichten. Daraus ist das Strategiekonzept
»Mobilität für morgen« entstanden, das vier Fokusfelder umfasst: (1) Umweltfreundliche Antriebe, (2) Urbane
Mobi­lität, (3) Interurbane Mobilität und (4) Energiekette. Ausgehend von diesem strategischen Rahmen haben wir
im Laufe des Jahres 2014 daran gearbeitet, das Konzept »Mobilität für morgen« weiter auszugestalten und mit
strate­gischen Initiativen zu unterlegen, die in der Roadmap »Schaeffler 2020« operationalisiert werden. Dabei ver­folgen
wir bewusst einen integrierten Ansatz, der unsere Kompetenzen sparten- und regionenübergreifend bündelt. Die
Tat­sache, dass unser Strategiekonzept sowohl von unseren Kunden und Geschäftspartnern als auch von unseren
Führungs­k räften und Mitarbeitern weltweit sehr gut angenommen wird, bestärkt uns darin, dass wir mit »Mobilität
für morgen« auf einem vielversprechenden Weg sind.
13
14
Vorwort | Mobilität für morgen | Zusammengefasster Lagebericht | Konzernabschluss | Konzernanhang | Weitere Angaben
2. »Ein integrierter Automobil- und Industriezulieferer« – Unsere Organisations- und Führungsstruktur
Wenn wir mit unserem Strategiekonzept erfolgreich sein wollen, müssen wir unsere Organisations- und Führungsstruktur so gestalten, dass sie die Umsetzung der Strategie schlüssig unterstützt. Oder anders gesagt: Wer als global
aufgestellter, integrierter Automobil- und Industriezulieferer langfristig erfolgreich sein will, benötigt eine Struktur,
die eine durchgängige sparten-, funktions- und regionenübergreifende Zusammenarbeit fordert und fördert. Mit diesem
Verständnis hatten wir Ende des Jahres 2013 beschlossen, konzernweit ein dreidimensionales Matrixmodell einzuführen, das zwei Sparten mit sechs Unternehmensbereichen, diverse Funktionen und vier Regionen umfasst. Im Laufe
des Jahres 2014 haben wir dieses Modell weiter umgesetzt und ausgestaltet. Die beiden ersten Führungsebenen stehen.
Dabei setzen wir bewusst auf möglichst einheitliche, globale Strukturen, schnellere Entscheidungswege sowie mehr
Delegation und dezentrale Verantwortung innerhalb klar definierter Leitplanken. Dies setzt zugleich ein stärker
partizipatives und leistungsorientiertes Führungsverständnis voraus. Mehr Offenheit, mehr Interaktion und mehr
Raum für neue, kreative Ideen. Die Basis dafür ist gelegt. Wir werden diesen Weg auch 2015 konsequent weitergehen.
3. »ONE Schaeffler« und »MOVE« – Unsere Zukunftsprogramme
Um die Umsetzung unseres integrierten Geschäftsmodells zu fördern, interne Prozesse und Strukturen zu harmo­
nisieren und so zusätzliche Effizienzpotenziale zu realisieren, hatten wir im vierten Quartal 2013 das Programm
»ONE Schaeffler« initiiert. Wie der Name des Programms sagt, wollen wir dadurch unsere Kräfte bündeln und über
Ressort- und Ländergrenzen hinweg stärker zusammenrücken. Das Programm, das 21 eindeutig definierte Initiativen
mit klaren Verantwortlichkeiten umfasst, folgt damit nicht nur einer überzeugenden Logik, sondern es wird zugleich
mithilfe eines eigens entwickelten Projektmanagementansatzes sehr diszipliniert umgesetzt. Alle 21 Initiativen haben
im Laufe des Jahres 2014 die Implementierungsphase erreicht. Eine Initiative wurde bereits abgeschlossen. Insgesamt liegt der Fertigstellungsgrad für das Gesamtprogramm bei aktuell rund 50 %. Damit liegen wir bei der Umsetzung besser, als wir erwartet hatten.
Während das Programm »ONE Schaeffler« mit einem Enddatum versehen ist und bis Ende des Jahres 2015 abgeschlossen werden soll, setzen wir mit »MOVE« auf ein seit vielen Jahren bewährtes Programm der Schaeffler Gruppe.
»MOVE« steht für »Mehr ohne Verschwendung«. Es basiert auf dem Prinzip der kontinuierlichen Verbesserung.
Wie können wir schlanker werden? Wie können wir Prozesse effizienter machen? Wo verschwenden wir Zeit und
Ressourcen für nicht wertschaffende Aktivitäten? Diese Fragen stellen sich in allen Bereichen des Unternehmens.
Nicht nur in der Produktion oder im Vertrieb, sondern natürlich auch in den Bereichen Forschung und Entwicklung,
Einkauf und Verwaltung. Und immer wieder neu. Seit vielen Jahren arbeiten wir mit Unterstützung unserer weltweit
aufgestellten MOVE-Organisation daran, die genannten Ziele zu erreichen und so unsere Profitabilität abzusichern und
zu verbessern. Nachdem im Laufe des Jahres 2014 das Programm »ONE Schaeffler« natur­gemäß im Vordergrund stand,
werden wir im laufenden Geschäftsjahr unserem MOVE-Programm und damit unserem kontinuierlichen Verbesserungsansatz in bewährter Art und Weise wieder mehr Aufmerksamkeit widmen. Dazu haben wir uns im Laufe des
Jahres 2014 auf eine MOVE-Roadmap mit sechs Prioritäten verständigt, die wir in den nächsten Jahren umsetzen
werden.
4. »Solide Finanzen« – Unsere Kapitalstruktur
Im Laufe des Jahres 2014 haben wir auf Ebene der Schaeffler AG unsere Kapitalstruktur weiter verbessert. Dazu haben
wir im ersten und im zweiten Halbjahr jeweils eine größere Refinanzierungstransaktion umgesetzt. Beide Transak­
tionen haben dazu beigetragen, unsere Zinskosten weiter zu reduzieren, das Fälligkeitenprofil zu verlängern und die
Flexibilität für zukünftige Maßnahmen zu erhöhen. Auf dieser Basis sind wir solide finanziert. In den nächsten Jahren
werden wir uns darauf konzentrieren, die noch verbliebenen Schulden schrittweise und nachhaltig abzubauen und
den Verschuldungsgrad, also das Verhältnis von Netto-Verschuldung zu EBITDA, zu reduzieren.
Vorwort des Vorstandsvorsitzenden
Neben den genannten Refinanzierungstransaktionen haben wir im Laufe des Jahres 2014 die Konzernstruktur der
Schaeffler Gruppe weiter optimiert. Ausgehend von den in den letzten Jahren eingeleiteten Strukturmaßnahmen
haben wir gegen Ende des Jahres verschiedene Umwandlungsschritte durchgeführt und in diesem Zusammenhang
den Konsolidierungskreis der Schaeffler Gruppe neu ausgerichtet. Dies hat dazu geführt, dass die Beteiligung an
der Continental AG in Höhe von bisher 34 % seit Ende des Jahres 2014 nicht mehr von der Schaeffler AG konsolidiert
wird. Die Schaeffler AG, die somit nicht mehr an der Continental AG beteiligt ist, und die Continental AG stehen damit
zukünftig gleichberechtigt nebeneinander. Wir sind davon überzeugt, dass uns diese neue Struktur hilft, nicht nur
unsere Kapitalstruktur weiter zu optimieren, sondern auch die Kooperation mit der Continental AG weiter zu befördern. Oder anders gesagt: Wir wollen und können zukünftig wie unter fremden Dritten zusammenarbeiten, ohne dass
der eine am anderen beteiligt ist. Diese neue Struktur sollte uns auch für andere denkbare Kooperationsmöglichkeiten
zugutekommen.
5. »Transparenz, Vertrauen und Teamarbeit« – Unser Führungsverständnis
Alle genannten Maßnahmen hätten so nicht stattgefunden, wenn wir nicht gut als Team zusammenarbeiten würden.
Diese Teamarbeit beginnt im Executive Board und setzt sich über die erste Führungsebene fort. Grundlage ist das
gemeinsame Verständnis, dass echte Teamarbeit nur dort möglich ist, wo man sich gegenseitig vertraut, und dass Ver­
trauen nur dort entstehen kann, wo wir transparent, offen und fair miteinander umgehen. Wir sind im Laufe des Jahres
2014 auf diesem Weg ein großes Stück vorangekommen. Uns ist aber auch bewusst, dass wir noch nicht am Ziel sind
und dass der Ende des Jahres 2013 eingeleitete Kulturwandel fortwährende Aufgabe und Verpflichtung zugleich ist.
Mit diesem Geschäftsbericht blicken wir auf ein arbeitsintensives und zugleich erfolgreiches Jahr 2014 zurück. Ein
Jahr, in dem wir viel bewegt und vorangebracht haben. Gemeinsam mit meinen Vorstandskollegen bin ich überzeugt,
dass wir die richtigen Weichen gestellt haben, damit wir auch 2015 unseren Erfolgskurs fortsetzen werden. Wir haben
uns dazu anspruchsvolle Ziele gesetzt. Dabei sind wir uns bewusst, dass wir auch 2015 in einem ambitionierten welt­
wirtschaftlichen Umfeld agieren. Wir wollen weiter profitabel wachsen. Dazu werden wir 2015 noch stärker als bisher
unsere Kunden in den Vordergrund stellen. Wir wollen besser und noch effizienter werden. Dazu werden wir unsere
Zukunftsprogramme »ONE Schaeffler« und »MOVE« konsequent umsetzen. Mit unserem Strategiekonzept wollen wir
für unsere Kunden und mit ihnen die »Mobilität für morgen« mitgestalten. Dabei setzen wir auf das, wofür wir seit
Jahren stehen: Qualität, Technologie und Innovation.
Sehr geehrte Damen und Herren, liebe Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter,
nach meinem ersten Geschäftsjahr als Vorsitzender des Vorstands der Schaeffler AG möchte ich diesen Geschäftsbericht zum Anlass nehmen, mich bei unseren Gesellschaftern, den Mitgliedern des Aufsichtsrats, meinen Vorstandskollegen und bei Ihnen allen für den großen Einsatz, die Unterstützung und das Vertrauen im Laufe des Jahres 2014
zu bedanken. Gegenseitiges Vertrauen lebt davon, dass es immer wieder neu verdient werden muss. In diesem Sinne
freue ich mich auf die weitere Zusammenarbeit mit Ihnen im Laufe des Jahres 2015 und in allen weiteren Jahren, die
vor uns liegen.
Mit besten Grüßen
Ihr
Klaus Rosenfeld
Vorsitzender des Vorstands
15
16
Vorwort | Mobilität für morgen | Zusammengefasster Lagebericht | Konzernabschluss | Konzernanhang | Weitere Angaben
E xecut ive Boa rd
Dietmar Heinrich
CEO Europa
Bruce Warmbold
CEO Americas
Oliver Jung
Vorstand Produktion,
Logistik und Einkauf
Norbert Indlekofer
Vorstand Automotive
Klaus Rosenfeld
Vorsitzender des Vorstands
und Vorstand Finanzen
17
Executive Board
Robert Schullan
Vorstand Industrie
Dr. Yilin Zhang
CEO Greater China
Prof. Dr. Peter Pleus
Vorstand Automotive
Prof. Dr.-Ing. Peter Gutzmer
Stellvertretender Vorsitzender
des Vorstands und Vorstand Technologie
Kurt Mirlach
Vorstand Personal
und Arbeitsdirektor
Andreas Schick
CEO Asien/Pazifik
18
Vorwort | Mobilität für morgen | Zusammengefasster Lagebericht | Konzernabschluss | Konzernanhang | Weitere Angaben
Mobilität für morgen
/ Wie wird sich die Menschheit in Zukunft fortbewegen,
wie Waren transportieren? Welche und wie viele Ressourcen
werden wir dabei nutzen?
Die Schaeffler Gruppe gestaltet die rasanten Entwicklungen für
die »Mobilität für morgen« aktiv mit. Wir entwickeln Produkte
für Verbrennungsmotoren, die so sauber und effizient sind wie
nie zuvor. Und treiben neue Technologien voran, die Hybrid­
fahrzeuge und alternative Antriebe in neue Dimen­sionen führen.
Unser Angebotsspektrum reicht von Komponenten und Systemen
für den Antriebsstrang im Automobil bis hin zu Produkten
für Hochgeschwindigkeitszüge, von Wälzlagern für Sonnen­­­­
energie­a nlagen bis hin zu innovativen Lösungen für die
Luft- und Raumfahrt. Herzlich willkommen in der Welt der
Schaeffler Gruppe!
19
Wof ü r w i r stehen:
Qua l ität, Tech nolog ie
u nd I n novat ion
In der Physik ist Bewegung eindeutig definiert: als Änderung eines Objektes im Raum und
mit der Zeit. Aber Bewegung ist mehr. Bewegung erhöht die Fitness, verringert das Risiko von
Krankheiten. Bewegung ist zudem das Rückgrat unserer Wirtschaft, unserer Gesellschaft –
sie markiert den Unterschied zwischen Stopp und Start.
Bewegung, Mobilität per se, gehört zur Natur des Menschen. Die Schaeffler Gruppe gestaltet
diese Mobilität. Das Unternehmen entwickelt und produziert Präzisionsprodukte, die die Welt
bewegen – im Antriebsstrang von Autos, in Flugzeugturbinen, in Windkraftanlagen, in Inline­­
skates. Um als zuverlässiger Engineeringpartner weltweit erfolgreich zu sein, muss man allerdings auch selbst beweglich sein.
Im Selbstverständnis der Schaeffler Gruppe sind drei Haltungen entscheidend: der Wille zu
Qualität, Technologie und Innovation. Es sind drei Grundein­stellungen, die einander bedingen: Wer Neues erschaffen will, muss dies in höchster Qualität tun. Wer Qualität garantiert,
muss sich beständig Fragen stellen, hinzulernen, optimieren. Nur so ist es möglich, ein
führender Tech­nologiekonzern zu werden, zu sein und zu bleiben – gerade in einem herausfordernden wirtschaftlichen Umfeld.
Seit mehr als 120 Jahren liefert die Schaeffler Gruppe Qualität, weil sie sich beständig selbst
erneuert und immer wieder neue Problemlösungen anbietet. Die Prinzipien des Weiter­
denkens, Umdenkens, Neudenkens sind im Unternehmen verankert. Nur so ist es möglich,
alternative und effiziente Antriebsformen zu entwickeln oder die Nutzung regenerativer
­E nergiequellen auszubauen, um auch die »Mobilität für morgen« zu sichern. Denn Mobilität,
davon sind wir überzeugt, bedeutet Fortschritt.
Auf den nächsten Seiten präsentieren wir Ihnen, liebe Leserinnen und Leser, einen kleinen
Ausschnitt dessen, was die Schaeffler Gruppe im Jahr 2014 im Bereich der Mobilität neu
gemacht hat. Oder besser gemacht hat. Oder beides zugleich.
20
Qualität
Präzise und
zuverlässig
/ Versch iedene M ä rkte – ei n Ziel
Bücher. Telefone. Fahrräder. Drei Beispiele von vielen. Drei Beispiele,
die zeigen, wie sich Märkte in den letzten Jahren in die unterschiedlichsten
Richtungen entwickelt haben. Es ist noch nicht so lange her, da waren
die meisten Menschen mit einem Taschenbuch, einem Mobiltelefon ohne
Internetverbindung oder einem Fahrrad mit Dreigangschaltung zufrieden.
Im Zeitalter der E-Books wächst das Bedürfnis nach edlem Papier, nach
biblio­philer Gestaltung, nach Schönheit wie Gewicht. Mobiltelefone, die
nicht »smart« sind, werden kaum noch genutzt. Und das Fahrrad mutiert
in den ent­w ickelten Volkswirtschaften gerade vom Fortbewegungsmittel
zum Statussymbol.
Gründe für diese Entwicklung gibt es viele. Mit steigendem Wohlstand steigen die Ansprüche – und differenzieren sich. Die Globalisierung ermöglicht
es, verschiedene Länder und ihre regionalen Vorzüge leichter kennenzu­
lernen und Produkte aus aller Welt schnell und bequem über das Internet
zu ordern. Der Maßstab der Schaeffler Gruppe ist es, höchste Produktsicher­
heit konsequent und durchgängig über alle Anwendungsfelder zu gewährleisten, um die Mobilität für morgen zu ermöglichen: in den Städten wie im
Fernverkehr, emissionsarm und energieeffizient. Der hohe Qualitäts­
anspruch sorgt dafür, dass Fehler erst gar nicht entstehen. »Null Fehler« – so
lautet unser erklärter Anspruch. Ob beim Produzieren von Prototypen, bei
der Schulung von Mitarbeitern oder bei der Auswahl des besten Materials.
Dass wir auch 2014 wieder vielfach für die Umsetzung unseres Qualitäts­
anspruchs ausgezeichnet wurden, ehrt uns, noch mehr aber spornt es uns an.
Z a h l e n u n d Fa k t e n
Weltweit gültige Zertifikate für das Qualitätsmanagement
an nahezu allen Schaeffler-Standorten:
/ ISO/TS 16949:2009
/ DIN-EN ISO 9001:2008
/ Qualitätsauszeichnungen im Jahr 2014: 54
/ Zahl gültiger Umweltzertifikate, weltweit: 222
Schaeffler Academy:
/ rund 5.000 Weiterbildungsveranstaltungen in Deutschland
/ rund 2.900 Auszubildende weltweit
w w w. s c h a e f f l e r. c o m
20
21
22
Qualität
Da m it der Ku nde z u r ück­
kom mt, n icht da s P rodu kt
Wer auf dem Weltmarkt langfristig bestehen will, muss sich gegenüber seinen Wettbewerbern maßgeblich über die
Qualität seiner Produkte unterscheiden. Seit über 120 Jahren behauptet sich die Schaeffler Gruppe als ein führendes
Technologieunternehmen auf den Weltmärkten. Dieser Erfolg ist Bestätigung für die Güte und Wertigkeit der Produkte
von Schaeffler und zugleich enorme Verpflichtung. Schließlich gilt es, die »Mobilität für morgen« so zu sichern,
dass immer mehr Menschen sie nutzen können, wie sie es wünschen – ohne dabei dem Planeten Erde und seinen
Bewohnern Schaden zuzufügen. Daher lautet der Anspruch der Schaeffler Gruppe: nicht nur gut sein, sondern
stets ausgezeichnet.
➜ E i ne s der komple xe sten
B autei le i m mo der nen Automobi l
Die Doppelkupplung
Sie b e ste ht au s me h r a l s 50 0 E i n z el­
te i len. M it t le r we i le i st d ie Z a h l de r
Automobi l herstel ler u nd i h rer Ku nden,
d ie von den Vorz ügen der i n novat ionsst a rke n Te ch nolog ie üb e r z eug t si nd ,
sta rk gest iegen. H ierbei ha ndelt es sich
u m ei ne t ro cke ne D opp e l k upplu ng
m it hyd rau l i s c he m Kupplu ng s a k tor.
➜ S e h r k lei ner P rotot y p
Lagerlösungen für Inlineskates
C ron ite c t-Hybr id-L age r geb e n
de n e nt s c he ide nde n K ic k f ü r no ch
me h r D y na m i k , L e icht lau f u nd
Sp a ß a m Sk ate n . Fü r de n Unte rs c h ie d z u he rköm m l ic he n L age r n
sorge n Ho c h le i st u ng s-Ke ra m i kKuge l n, Ku n st stof f-L age rk ä f ige
u nd versch lei ßfeste, ha r te
C ron itect-L au f b a h ne n.
Alles auf Anfang
/ Innovationen, die die Schaeffler Gruppe auf den Markt bringt, haben
vorher einen aufwändigen Prozess durchlaufen. An 26 Standorten weltweit werden zuerst seriennahe und funktionsfähige Proto­t ypen gefertigt.
Dabei kommen auch eigens entwickelte Werkzeuge zum Einsatz, deren
Rationalisierung dem Unternehmen in den letzten vier Jahren mehr als
100 Mio. EUR an Verschleiß-Werkzeugkosten eingespart hat.
➜ P rotot y p en pro Ja h r
10.000+
➜ M it a r b eiter i n d ie s em B ereic h
Rund 3.300
23
Der X-Faktor
Die Basis alles Besten
/ Dass ein Unternehmen nur so gut ist wie seine Mit­a rbeiter,
ist eine Binsenweisheit. Deshalb ist es aber nicht weniger
wichtig. Die Schaeffler Gruppe investiert in den Nachwuchs
– rund 2.900 Auszubildende weltweit – sowie in die beruf­l iche
Weiter­bildung und beteiligt sich an praxis­orientierten Studiengängen in Kooperation mit zahl­reichen Hochschulen. Sie ehrt
aber auch – wie im April 2014 – ihre Jubilare. Bei einem Festakt
in Herzogenaurach standen z. B. 253 Mitarbeiter auf der Bühne,
die es zusammen auf 6.835 Arbeitsjahre an Erfahrung, Fach­
wissen und Loyalität brachten.
Jubiläum eines Gütesiegels: Seit zehn
Jahren sorgt X-Life für längere Lebensdauer, höhere Belastbarkeit und bessere
Bauraumnutzung in drei Variationen.
L ä ng e r e L eb e n s d aue r
Gleiche B ela st u ng u nd u nver­
ä nde r te r B au r au m f ü h re n z u
einer deutlich höheren Gebrauchsdauer, d ie Maschinenlaufzeiten
verlä nger t und Insta ndha ltungs­
kosten s en k t .
Höhe r e B e l a s t b a rke it
Ble ib e n B au rau m u nd L eb e n sdauer stabi l, erhöht sich du rch
X-Life d ie Bela stba rkeit. So hat
sich die Tragzahl verschiedener
Lager deutlich erhöht, teilweise
au f d a s D re i f ache.
B e s s e r e B au r au m nut z u ng
Wie de r u m f ü h re n kon st a nte
L eb en sd auer u nd B ela stba r­
keit zu reduzier tem Platzbedarf
u nd G ew icht, erlaub en a l so
de n E i n s at z k le i ne r e r u nd
leichterer M a s ch i nen.
Kampf allen Piraten!
/ Plagiate in der Kunst sind einfallslos, in der Mode ärgerlich,
im Maschinenbau aber lebens­
gefährlich.
Deshalb geht die Schaeffler Gruppe
konsequent gegen Produktfälschungen vor. Wie etwa in den USA, wo
im Sommer 2014 in Zusammen­a rbeit
mit der heimischen Zollbehörde
mehrfach Razzien stattfanden und
gefälschte, mit der Schaeffler-Marke
FAG gebrandete Wälzlager im Wert
von mehr als 500.000 US-Dollar
sichergestellt wurden.
24
Qualität
Lange Liste
Au f merk sa m keit
bis i ns Deta i l
»Schaeffler ist mit seinen Produkt­
marken INA, LuK und FAG ein renommierter Zulieferer der Automobilindustrie für Präzisionskomponenten und
Systeme in Motor, Getriebe und Fahrwerk sowie ein weltweit führender
Anbieter von Wälz- und Gleitlagerlösungen, Linear- und Direktantriebstech­
nologie.« So stellt sich die Schaeffler
Gruppe in ihren öffentlichen Verlaut­
barungen vor.
Ein richtiger und kompakter Satz. Aber
wer den Unterschied zwischen Wälz- und
Gleitlager nicht aus dem Stand definieren kann, stellt sich mög­l icherweise die
Frage: »Und was macht die Schaeffler
Gruppe eigentlich genau?«
Für alles, was sich bewegt
Die Antwort fällt leicht: Die Schaeffler
Gruppe entwickelt und fertigt Produkte
für alles, was sich bewegt. Zunächst
wäre hier das Kraftfahrzeug zu nennen.
Erhebungen zufolge befinden sich in
jedem Kraftfahrzeug auf der Welt durchschnittlich 60 Teile der Schaeffler Gruppe.
Dazu zählt das Zweimassenschwungrad.
Schon Anfang der 1980er Jahre ersetzte
Schaeffler das starre Schwungrad durch
eines mit zwei Massen, damit war das
Zweimassenschwungrad (ZMS) geboren.
Beide entkoppelten Massen sind über
ein Feder-Dämpfungssystem mit­
einander verbunden, Vibrationen des
Motors werden sicher gedämpft. Das
ZMS ermöglicht zudem ein Fahren in
verbrauchsgünstigen Betriebspunkten
und trägt somit zur CO2-Reduktion bei.
Dieses und Produkte für zahlreiche
andere Verkehrsträger – z. B. für Turbinen in Flugzeugen, für Antriebe in
Schiffen, für Radlager in geräuscharmen
Zügen – ermöglichen die Mobilität von
heute und morgen.
Darüber hinaus gibt es eine beinahe
endlose Reihe an Produkten, die im täglichen Leben zwar essenziell sind, aber
nicht offensichtlich. Mög­
l icherweise,
weil sie so klein sind, dass man sie kaum
sieht: Gerade einige Millimeter sind die
kleinsten Produkte der Schaeffler Gruppe
groß – sie garantieren, dass z. B. Inline­
skates gleichmäßig laufen. Oder mög­
licherweise, weil sie so groß sind, dass
man sie kaum überschauen kann: So
­sorgen zwei Großgelenklager in Sonderbauform für den sicheren Stand des
­derzeit viertgrößten Riesen­rades der Welt,
des London Eye – sie gleichen vom Wind
verursachte Mikrobewegungen aus.
Was wäre, wenn …?
Zwischen den Zwergen und den Riesen
unter den Produkten liegen zahllose
Bauteile, die in Wind- oder Wasser­
kraftanlagen zu finden sind, in Werk­
zeugmaschinen, in Druckanlagen, in
Tunnelvortriebssystemen, in Textil-,
Nahrungs- und Verpackungsmaschinen,
in der Praxis eines Radiologen. Und
natürlich kommen diverse Dienstleistungen dazu: Montage, Schmierung,
Ausrichten und Zustandsüberwachung
etwa, Ersatzteillogistik, Schulungen,
aber auch moderne Berechnungstools,
die die Auswahl der Lager unterstützen
und dokumentieren.
Würden all diese Services und Produkte – tausende serienmäßig gefertigte
Katalog­a rtikel, zu denen noch zahllose
kundenspezifische Lösungen kommen –
Wo finden sich eigentlich überall
Produkte der Schaeffler Gruppe?
Und was würde passieren,
wenn sie nicht so qualitativ
hoch­wertig wären, wie sie sind?
Eine Auswahl.
nicht funktionieren, würde sich die Welt
entschieden langsamer drehen. Das Versagen technischer Bauteile hätte weit­
reichende Folgen: Die Energie­­erzeu­g ung,
ob konven­t ionell oder regenerativ, wäre
nur noch eingeschränkt möglich. Der
inter­na­t ionale Transport, ob von Waren
oder Menschen, liefe un­r und. Der Bau
von Häusern oder Straßen wäre ebenso
beeinträchtigt wie das Abpumpen von
Flüssig­keiten oder das Bedrucken von
Papier. Von den leeren Regalen im Einzelhandel ganz abgesehen. Die Zahl dieser Beispiele ließe sich beliebig erhöhen
– schließlich versorgt die Schaeffler
Gruppe mehr als 60 verschiedene Branchen.
Null Fehler
Damit es gar nicht dazu kommt, ist »Null
Fehler« der erklärte Anspruch der
Schaeffler Gruppe. Ein weltweit einheitliches Qualitätsmanagement gewährleistet die Einhaltung hoher Standards.
Wir wollen das Niveau unserer Produkte
stetig verbessern – durch modernste
Fertigungstechnik, durch hochqualitativen Stahl, durch Maschinen, die eine
deutlich feinere Oberflächengüte erzeugen, durch Ingenieure, die forschen, entwickeln und davon überzeugt sind, dass
sich jedes Produkt stets verbessern lässt.
Dazu gehört auch, dieses Niveau durch
regelmäßige und unabhängige Audits
prüfen und überwachen zu lassen.
Die Aufmerksamkeit richtet sich eben
bis auf das letzte Detail. Aus einem einzigen Grund: Das, was sich heute bewegt,
soll sich auch morgen noch bewegen.
Problemlos und in höchster Qualität.
25
➜ E r folg spro du k t
I m D ez e mb e r 2 01 4 l ie f d a s
i n sge s a mt 10 0 -m i l l ion ste
Zwei ma s s en s chw u ng rad
a m S chaef f ler-St a ndor t
Bü h l vom B a nd .
26
Te c h n o l o g i e
Erfolgreich und
weg weisend
/ Von »ei n fachen« Komponenten z u komplet ten System lösu ngen
Schon immer haben die Produkte von Schaeffler Mobilität ermöglicht und
gefördert: Sie haben die Entwicklung beim Fahrrad, dann bei der Eisenbahn, ein wenig später beim Automobil, zuletzt beim Flugzeug über die
Jahrzehnte begleitet und kontinuierlich zu deren Verbesserung beigetragen.
Dabei haben sie sich von »einfachen« Komponenten zu kompletten
System­lösungen weiterentwickelt.
Als ein Beispiel von vielen sei das Zweimassenschwungrad (ZMS) als eine
der herausragenden Innovationen in 50 Jahren Unternehmensgeschichte
ge­nannt. Hier hat Schaeffler seit den frühen 1980er Jahren maßgeblich
mitgestaltet. Im Dezember 2014 lief dann das insgesamt 100-millionste
Zweimassenschwungrad in Bühl vom Band. Was am Anfang niemand so
wirklich haben wollte, hat sich letztlich zu einem wegweisenden Produkt
für die Auto­mobilindustrie entwickelt und wird seit 1985 stetig den steigenden Anforderungen angepasst. Bedeutend für die Schwingungsdämpfung
war die bauraumneutrale Integration eines Fliehkraftpendels. Das sichert
seit dem Jahr 2008 den Fahrkomfort für die in den folgenden Jahren auf
dem Markt eingeführten drehmomentstarken Motor-Generationen der
Automobilhersteller.
Ob bei der Weiterentwicklung des ZMS oder anderer Systemlösungen –
heute liegt das Hauptaugenmerk darauf, verantwortungsvoll mit unseren
ver­bleibenden Ressourcen umzugehen. So fragt man sich in der Automobil­
branche: »Diesel, Benzin, Gas, Hybridantrieb oder Elektromobil – welches
Antriebs­konzept wird in Zukunft dominieren?« Auch wenn Hybrid- und
Elektroauto als Alternativen zum konventionellen Fahrzeug gelten, hat
der Verbrennungs­motor noch lange nicht ausgedient. Hier sind viele kleine
Spritsparinnovationen der Schlüssel zum Erfolg, die in Summe zu einer
nennenswerten Kraftstoffersparnis führen und damit den CO2-Ausstoß
deutlich verringern.
Ein einheitlicher Weg, der für alle Marken, Fahrzeugklassen und Regionen
passt, ist zudem nicht in Sicht. Daher arbeitet die Schaeffler Gruppe an
verschiedenen Technologien. Die sogenannten Konzeptfahrzeuge zeigen
die ganze Systemkompetenz. Jüngste Innovation auf diesem Gebiet ist das
Konzeptfahrzeug System 48 Volt, in dem durch die Elektrifizierung des
Antriebsstrangs die prinzipbedingten Schwächen des Verbrennungsmotors
kompensiert und zusätzliche Effizienzpotenziale ausgeschöpft werden.
Z a h l e n u n d Fa k t e n
Unternehmensgeschichte:
/ 1946
D ie Brüder Dr. Wilhelm Schaeffler und
Dr. Ing. E. h. Georg Schaeffler gründen INA in Herzogenaurach
/ 1965
Gründung der LuK Lamellen und Kupplungsbau GmbH in Bühl
(mit INA-Beteiligung)
/ 1999Mit der kompletten Übernahme der LuK GmbH erweitert
die Schaeffler Gruppe ihre Kompetenz als Systemlieferant
der Automobilindustrie
Ü bernahme der FAG Kugelfischer Georg Schäfer AG, Schweinfurt
/ 2001
/ 2008
D ie Schaeffler Gruppe erwirbt eine strategische Beteiligung
an der Continental AG
w w w. s c h a e f f l e r. c o m
26
27
28
Te c h n o l o g i e
Fü r jeden M a rkt d ie
r icht ige Tech n i k
Die mobile Welt verändert sich – allerdings in der Stadt anders als auf dem Land, in Industrieländern anders
als in Schwellenregionen. Zugleich vollzieht sich der Übergang vom Verbrennungs- zum Elektromotor stufenweise:
in Form von Hybridfahrzeugen. Die Schaeffler Gruppe trägt diesen unterschiedlichen Anforderungen Rechnung
und hat verschiedene Konzeptfahrzeuge für unterschiedliche Märkte entwickelt. Zur regionalspezifischen Flotte
gehören derzeit u. a. Automobile für die USA, China und Indien. Das von Schaeffler entwickelte Konzeptfahrzeug
System 48 Volt zeigt, welche Möglichkeiten das intelligente Zusammenspiel von Mechanik und Elektronik bietet.
Eu rop a 4 8/9
USA
➜ E i nwoh ner (M io.)
319
A mer ic a s 1 4 /4
➜ P k w-D ic hte pro
1 .0 0 0 E i nwoh ner
786
➜ H aupt t hem a
Meh r
E f f i z ien z
Werke/
F& E-Z ent ren
Konzeptfahrzeug Efficient Future Mobility North America/
Auf Basis eines Midsize-SUV kommen u. a. eine Allradantrieb-Trennkupplung, Motor-Start-Stopp-Technik
und Thermomanagement zum Einsatz. Das Ergebnis: 14 bis 15 % weniger Kraftstoffverbrauch.
29
Eu r op a
➜ E i nwoh ner (M io.)
743
➜ P k w-D ic hte pro
1 .0 0 0 E i nwoh ner
483
➜ H aupt t hem a
CO2-
Re du k t ion
Konzeptfahrzeug Efficient Future Mobility China/
Vor dem Hintergrund ehrgeiziger Umweltziele in China hat Schaeffler im November 2014 das Konzept­
fahrzeug für diesen Markt vorgestellt. Es verkörpert Schaefflers Vision von vollhybriden Antriebssträngen
in der nahen Zukunft und kombiniert ein modulares Hybrid-System mit einer effizienten Doppelkupplung.
China
➜ E i nwoh ner (M io.)
1.367
➜ P k w-D ic hte pro
1 .0 0 0 E i nwoh ner
100
➜ H aupt t hem a
Gre ater C h i n a 7/1
Schut z der
Umwelt
A sien/P a z i f i k 5/2
I nd ie n
➜ E i nwoh ner (M io.)
1.260
➜ P k w-D ic hte pro
1 .0 0 0 E i nwoh ner
12
➜ H aupt t hem a
K lei n, sch nel l,
robu st
Konzeptfahrzeug Efficient Future Mobility India/
Auf Basis eines dort weit verbreiteten, kostengünstigen und manuell geschalteten Kleinwagens
kommen ein elektronisches Kupplungsmanagement (EKM), eine variable Nockenwellenverstellung
und ein Thermomanagement-Modul zum Einsatz.
30
Te c h n o l o g i e
Viel fa lt stat t E i n fa lt
Es ist heute wichtiger denn je, in die
Zukunft zu schauen und für das Morgen
zu arbeiten sowie global Trends zu setzen, etwa durch das Erschließen neuer
Möglichkeiten in der Kombination von
Mechanik und Elektronik. Denn einerseits nimmt die Zahl der Menschen auf
diesem Planeten zu – gerade auch die
Zahl jener Menschen, die Mobilität als
Selbstverständlichkeit begreifen. Andererseits bleibt diese Selbstverständlichkeit nicht ohne Folgen – die Klimaerwärmung, der Verkehrsinfarkt und die
Endlichkeit fossiler Brennstoffe sind nur
drei der Auswirkungen.
Beweglichkeit und Wendigkeit
gewährleisten
Als internationaler Mobilitätszulieferer
konzentriert sich Schaeffler spartenund regionenübergreifend auf die Her­
ausforderung, die Beweglichkeit und
Wendigkeit der Menschheit auch in
Zukunft zu gewährleisten, die Menschen und ihre Umwelt dabei aber
zugleich zu schonen. Die Komponenten
von Schaeffler verstecken sich in Auto
und Motorrad. Klug kombiniert, leisten
sie Erstaunliches.
Die Vielfalt energieeffizienter Kraftfahrzeugprototypen liegt in der Verschiedenheit der einzelnen Märkte begründet.
Zum Beispiel leben in Manhattan und
Mecklenburg-Vorpommern zwar etwa
gleich viele Einwohner, die jeweiligen
Rahmenbedingungen aber sind extrem
unterschiedlich: Altersdurchschnitt,
Verkehrsdichte, Arbeitsweg, Kaufkraft
und vieles mehr differieren stark. Entsprechend individuell sehen daher die
von der Schaeffler Gruppe entwickelten Konzeptfahrzeuge aus, die an die
­spezifischen Kundenbedürfnisse und
-wünsche vor Ort angepasst sind.
Der Gegenwart einen Schritt voraus
Das im April 2014 auf dem SchaefflerKolloquium in Baden-Baden vorgestellte
Konzeptfahrzeug System 48 Volt zielt über
die regionale Spezifizierung bis­heriger
Konzeptfahrzeuge hinaus. NiedervoltHybridsysteme schaffen den kostengünstigen Einstieg in die effiziente Welt
der Hybridfahrzeuge.
Schaeffler hat für den 48-Volt-Hybrid
drei Antriebsvarianten entwickelt. Eine
davon ist die E-Achse, der Achsantrieb
mit integriertem E-Motor. Der 12 kW
(16,3 PS) starke E-Motor lässt sich ohne
Änderungen an Karosserie oder Fahrwerk in das Differenzial einbauen. Ein
integriertes Ein- oder Zweiganggetriebe
sorgt für ein hohes Anfahrmoment
(bis 1.500 Nm) und ermöglicht rein elektrisches Fahren bis 20 km/h. Mit einem
zusätzlichen Planetenradsatz ausge ­
rüstet, verteilt die elektrische Achse
das Drehmoment gezielt auf die Räder
(»Torque Vectoring«) und erhöht so die
Fahrzeugagilität deutlich.
Aber was ist bei Handschaltern, die
gerade in kleinen Fahrzeugklassen noch
überwiegen? Für sie hat Schaeffler das
erste Hybridmodul für Fahrzeuge mit
manuellem Schaltgetriebe entwickelt.
Die Integration des 48-Volt-E-Motors
erfolgt in achsparalleler Bauweise, angetrieben über einen Riemen, zwischen
Verbrennungsmotor und Getriebe. Durch
einen überbrückbaren Freilauf zwischen
Verbrennungsmotor und E-Motor kann
der Verbrennungsmotor abgekoppelt
und damit das Fahrzeug rein elektrisch
verzögert oder auf konstanter Geschwindigkeit gehalten werden. Um für den
Fahrer einen optimalen Komfort in den
verschiedenen Betriebszuständen zu
gewährleisten, wird die konventionelle
Anfahrkupplung zwischen E-Motor und
Getriebe automatisiert. Dadurch kann
auch das Wiederstartverhalten bei Start/
Stopp deutlich verbessert werden.
Die dritte von Schaeffler entwickelte
Möglichkeit eines 48-Volt-Hybrid­
antriebs: Leistungsstarke E-Motoren
werden über einen Riemen mit der
­Kurbelwelle, dem sogenannten riemengetriebenen Startergenerator, verbunden. So lässt sich der Verbrenner starten
und beim Beschleunigen elektrisch
unterstützen. Die im Riementrieb auf­
tretenden Schwingungen werden durch
den von Schaeffler entwickelten Riemen­
scheibenentkoppler eliminiert. Wird
­d ieser um einen elektromagnetischen
Steller ergänzt, kann der Starter-Generator auch bei stehendem Motor den Klimakompressor antreiben.
Vielfalt mit gemeinsamem Nenner
Bei aller Unterschiedlichkeit der bisher
vorgestellten Konzeptfahrzeuge: Es gibt
natürlich auch einen gemeinsamen
­Nenner. Ziel des geballten Experten­
wissens, das bei allen Prototypen zum
Einsatz kam, ist es, dass die Fahrzeuge
einen signifikant niedrigeren Kraft­
stoffverbrauch und damit einen ebenso
deutlich geringeren Ausstoß an Emis­
sionen aufweisen können. Oft sind es
gesetz­l iche Vorgaben, die die Fahrzeug­
her­
steller in naher Zukunft erfüllen
müssen. Anders formuliert: Überall auf
der Welt geht es um den effizienten
Umgang mit Energie – und überall auf
der Welt arbeitet Schaeffler daran, dieses Ziel so schnell und effizient wie nur
möglich zu erreichen.
31
Essay
»Mobilität für morgen« – so
lautet das strategische Konzept
der Schaeffler Gruppe. 2014
haben wir damit unsere Wachstumsstrategie geschärft und
seither konsequent verfolgt.
Ein Update.
Der 48-Volt-Hybrid
Wichtigste Daten im Überblick
/ 48-Volt-Mildhybridisierung ermöglicht
einen kosten­g ünstigen Einstieg in die
effiziente Welt der Hybridfahrzeuge
/ r und 15 % Kraftstoffeinsparung durch
Rekuperation (Energie­r ückgewinnung
beim Verzögern)
/ Platzierung des Elektromotors
an der Hinterachse oder am Motor
32
Innovation
Fortschrittlich und
zukunftsorientiert
/ Da s R ad neu verbesser n
Das Rad neu verbessern. Es gibt Begriffe, die werden so oft sinnentfremdet
benutzt, dass ihr Inhalt nahezu leer erscheint. »Revolutionär« wäre ein
Beispiel, seit dieses Adjektiv gleichermaßen für Chip-Gehäuse wie auf
T-Shirts verwendet wird. »Genial« schlägt in eine vergleichbare Kerbe.
Und wie schaut es mit »innovativ« aus?
Das Wort an sich stammt vom lateinischen Verb »innovare« ab, zu Deutsch:
erneuern. Wenn man es schlicht mit »neu« übersetzt, dann ist jedes Produkt
automatisch innovativ, sofern es ein älteres ersetzt.
Die Schaeffler Gruppe verwendet den Begriff allerdings für eine Idee, die
praktisch umgesetzt werden kann und für ein bestehendes Problem einen
neuen Lösungsweg vorschlägt. In einer Innovation verbinden sich somit
Erfindergeist und Erfolgswille zu einem Produkt, einer Methode, einem
System oder einer Dienstleistung.
Weltbewegendes gelingt nicht an jedem Tag. Aber jeden Tag arbeitet die
Schaeffler Gruppe an der systematischen Verbesserung des Bestehenden.
Der Fortschritt liegt dabei oft im Detail. In dem Wissen, dass aus vielen
kleinen Teilen einmal etwas Großes wird.
Der elektrische Radnabenantrieb (E-Wheel Drive) macht die Innovationskraft von Schaeffler deutlich. Die kompakte Bündelung der Antriebsmodule
in der Felge schafft mehr Platz im Inneren des Fahrzeugs und vergrößert die
Fahrzeugwendigkeit. Bei Elektrofahrzeugen, die in Großstädten zukünftig
obligatorisch werden könnten, steht der Radnabenantrieb für eine bisher
ungekannte Raumökonomie.
Z a h l e n u n d Fa k t e n
/ Zahl der Forschungs- und Entwicklungszentren: 16
/ Zahl der dortigen Mitarbeiter: rund 6.400
/ Zahl der Erfindungsmeldungen 2014: rund 2.800
w w w. s c h a e f f l e r. c o m
32
33
34
Innovation
Ein Gespräch
Dirk Spindler (l.) studierte Maschinenbau und ist Leiter Forschung
und Entwicklung in der Schaeffler
Sparte Industrie. Uwe Wagner (r.)
schloss ebenfalls ein Maschinen­
baustudium ab und ist sein
­Pendant in der Sparte Automotive.
»W eiterden ken,
querden ken,
u mden ken – u m
vorz uden ken«
35
➜ Herr Spindler, Herr Wagner, in
Ihren Verant wortungsbereichen
haben Sie beide schon zahlreiche
Innovationen auf den Weg gebracht.
Wenn Sie auf die Geschichte der
Menschheit zurückblicken: Welche
Erfindung stufen Sie am höchsten ein?
Dirk Spindler und Uwe Wag ner (unisono)
➜ Schaeffler gilt als eines der innovativsten Unternehmen der Welt …
Spindler … mit rund 2.800 internen Erfindungsmeldungen weltweit …
Wagner … Erfreulicherweise verzeichnen
wir einen beständig steigenden Anteil
der Schaeffler-Erfindungsmeldungen
außerhalb Deutschlands.
Das Rad.
➜ Damit musste man rechnen. Und
im abgelaufenen Geschäftsjahr 2014
bei der Schaeffler Gruppe?
Spindler Das waren so viele. Das neu­
artige Schichtsystem Triondur CH, das
thermisch robuste Zylinderrollenlager
TR … Wenn ich wirklich eine Erfindung
heraus­g reifen muss, würde ich jene Turbinen nennen, die sich metertief unter
der Wasseroberfläche befinden, dank
der mediengeschmierten Wälzlager aber
robust, rost- und praktisch wartungsfrei
sind und dort Meeresströmungen zur
Energiegewinnung nutzen. Auf den
­E insatz von Öl und Fett kann also vollständig verzichtet werden. Das Wasser
selbst – ein bedeutender ökologischer
Vorteil – übernimmt die Schmierung des
Lagers.
Wagner Ich mache es mir einfach: der
Schaeffler E-Wheel Drive. Dabei handelt
es sich um hochintegrierte Radnaben­
antriebe, bei denen sämtliche für
Antrieb, Verzögerung und Fahrsicherheit notwendigen Bauelemente – wie
Elektromotor, Leistungselektronik und
Controller, Bremse sowie Kühlung –
Platz innerhalb der Felge finden.
➜ Inwiefern machen Sie es sich da­m it einfach?
Wagner Weil das Automobil-Fachmagazin
»Auto Test« das genauso sah und den
E-Wheel Drive mit dem Award »Inno­
vation des Jahres« auszeichnete.
➜ Worauf beruht dieser Erfolg Ihrer
Ansicht nach?
Wagner Da gibt es eine Vielzahl von Faktoren. Das Unternehmen besitzt ja eine
lange Historie. Pioniergeist ist seit jeher
tief bei Schaeffler verankert. Innova­
tionskraft ist daher ein zentraler Punkt
im Selbstverständnis von Schaeffler.
Spindler Und mit diesem Selbstverständnis arbeiten weltweit mehr als 6.000 Mitarbeiter in 16 Forschungs- und Entwicklungszentren in enger Abstimmung mit
den Kunden an neuen, technologisch
und wirtschaftlich überzeugenden
Lösungen.
Wagner Innovationen verlangen aber
nicht nur kreative Menschen, sondern
auch eine Kultur, die es ihnen ermöglicht, bestehendes Potenzial zu wecken
und effizient zu nutzen. Weiterdenken,
querdenken, umdenken, um vordenken
zu können – das ist unser Alltag.
Spindler So pflegen wir beispielsweise
langjährige Partnerschaften mit vielen
Universitäten, Instituten und Forschungs­
einrichtungen und organisieren Veranstaltungen wie die »Innovation Days«,
das »Schaeffler-Kolloquium« und das
»Forum of Inspiration«.
Wagner Wichtige Impulsgeber sind dabei
unsere Kunden. Sie wissen natürlich am
besten, was sie brauchen – wir versuchen dann, ihre Ideen und Bedürfnisse
mit interdisziplinären Expertenteams
umzusetzen und zu erfüllen. Durch
diese Kollaboration werden Lösungs­
ansätze entwickelt, die über den Wissenshorizont der einzelnen Teilnehmer
schon mal hinausgehen.
➜ Derzeit ist die Generation Y medial
sehr im Gespräch, gut ausgebildet,
technologieaffin, aber auch auf der
Suche nach mehr Freiräumen. Machen
Sie sich Sorgen um den Nachwuchs,
um einen Innovationsstau?
Spindler Überhaupt nicht. Schaeffler verfügt über ein vielfältiges Kunden- und
Produktspektrum in beiden Sparten,
bietet damit also vielfältige Aufgabenfelder. Die Mitarbeiter können sich aktiv
einbringen, mit gestalten, Ideen ent­
wickeln und umsetzen – und dies in
16 F&E-Zentren weltweit. Dort kann man
andere Kulturen und Denkweisen ken­
nen­lernen, auch das erweitert den Horizont. Natürlich ist dafür Eigeninitiative
Voraussetzung. Aber wenn ich ein junger
Ingenieur wäre, ich würde zu Schaeffler
gehen.
Wagner Hast du ja auch gemacht.
➜ Und wenn Sie sich eine Erfindung
wünschen könnten?
Spindler Das ist schwer zu sagen. Beeindruckend sind Schaefflers zukunftsweisende Schritte in Richtung Industrie 4.0.
Hier wird die Komponente Wälzlager mit
zahlreichen integrierten Funktionen
wie Sensoren, die der Generierung
von Daten über Betriebszustände von
Maschinen und Anlagen und deren Auswertung dienen, immer weiter zum
mechatronischen System, mit dem die
Betriebsdauer von Anlagen deutlich
erhöht und Wartungsintervalle verlängert werden können.
Wagner Ich würde mir wünschen, dass
wir es weiter schaffen, Themen wie
Reduzierung des Spritverbrauchs, Effizienzsteigerung und fortschreitende Elektrifizierung des Antriebsstrangs voranzutreiben und gleichzeitig für Komfort
und Spaß beim Autofahren zu sorgen.
Dabei sind wir auf einem guten Weg.
➜ Vielen Dank für das Gespräch.
LL
E
N
➜ D a s i st ja
SC
RO
HIC
ZY LINDER
HTUNG
Innovation
LA
au sg ez eic h net
BE
36
GE
TE
R M
I T DURO
CT
B
E i n Au sz ug
/ PAC E Aw a r d
Automot ive New s f ü r
den b en z i n sp a renden,
v ibra­t ion sre du z ie re nde n
D re h mome nt w a nd le r
m it F l ie h k ra f t p e nde l
➜ Wi nd k r a f t
Wi nd k ra f t a n lage n we rde n
z u ne h me nd g röß e r u nd
le i st u ng s st ä rke r, b ea n­
spr uche n ab e r d adu rch
auch i h re e i n z e l nen Komp one nte n st ä rke r. Zu r
B e st a nd s au f na h me b e i
Wi ndp a rk s, f ü r I n sp e k t io ne n o de r z u r B e ob acht u ng
b e schäd ig te r A n lage n hat
d ie S chae f f le r Gr upp e d a s
FAG Wi P roM e nt w icke lt ,
e i n mobi l e i n set zb a re s
A na ly sege rät , d a s Unte r­
suchu nge n vor O r t spü rb a r
e rle ichte r t .
/ Suppl ie r Q u a l it y
E xce l le nce Aw a r d 2 013
G enera l Motor s f ü r
2 4 S chaef f ler-Werke
/ E xce l le nt Q u a l it y Aw a r d
Mu ra k a m i S e i k i f ü r
S chaef f ler I ndu st r ie
Greate r C h i na
/ M ate r i a l ic a D e sig n +
Te c h nolog y Aw a r d 2 01 4
i n Si lb e r
Fü r d a s S ch icht s y stem
Tr iondu r C H
Neues,
da s sta nd hä lt
/ In unserer schnelllebigen Zeit ist Innovationskraft –
die Fähigkeit, aus Innovationen erstklassige Produkte
zu realisieren – mehr denn je entscheidender Faktor
für den Unternehmenserfolg. Innovationskraft ist daher
ein zentraler Punkt im Selbstverständnis von Schaeffler.
Erfinder­geist und Erfolgswille, zwei grundlegende Eigenschaften der Unternehmensgründer, bestimmen bis heute
unser Handeln als zukunftsorientiertes Unternehmen.
Diese Eigenschaften schaffen die Voraussetzungen dafür,
dass unsere Inno­vationen seit jeher das Morgen etwas
­besser machen als das Heute.
/ I n nov at ion de s Ja h r e s
Auto Te st f ü r d a s
E-W he e l D r ive
/ Eu r obi ke Aw a r d 2 01 4
Fü r d ie automat i s che
Fa h r rad s cha lt u ng
FAG -V E L OM AT IC
➜ Lu f t f a h r t
A l le P rog nos en gehen d avon
au s, d a s s de r Lu f t ve rke h r we ite r
z u neh men w i rd – z ug leich s ol l
d ie Net to - CO 2 -E m i s sion bi s 2 050
u m 50 % gege nüb e r 2 0 05 si n ke n.
D a s b e de ute t , d a s s j e de ne ue
F lug z e ug g e ne r at io n e t w a 2 0 %
we n ige r K r a f t s tof f verbrauchen
sol l. D er B ereich Aerosp ace der
S chaef f le r Gr upp e a rb e itet a n
E nt w ick lu nge n, d ie de m Re chnu ng t rage n, z . B .:
➜ reibungsoptimierte Lagerung
Die Schaeffler Gruppe treibt den technologischen Fortschritt kontinuierlich voran – und setzt dabei immer
­w ieder neue Maßstäbe.
➜ g ewichtsoptimierte Lager-
systeme durch Bauteil- und
Funktionsintegration
➜ h öhere Drehzahleignung und
verbesserte Lagerkühlung
➜ l eistungsfähigere Lagerwerkstoffe
zur Erhöhung von Gebrauchsdauer
und Zuverlässigkeit
➜ Sensorik zur Lagerüberwachung
➜ mechatronische Lagerbaueinheiten
37
➜ Me h r
St reupr ä z i sion
/ Die Landmaschinenindustrie wird durch globale
Megatrends zu langfristigem Wachstum angetrieben.
Gleichzeitig sind die Anbauflächen begrenzt, sodass
die Branche intensiv an Lösungen zur Steigerung des
Ertrags pro Hektar und eingesetztem Kapital arbeitet.
Als Komponenten- und Modullieferant kann Schaeffler
einen entscheidenden Beitrag zur Effizienzsteigerung
in der Landtechnik leisten.
E i n i n nov at ive s D re hmome nt me s s mo du l i m
A nt r ieb s­s t r a ng m i s st
u nd rege lt den D ü nge rdu rch f lu s s automat i s ch.
S o we rde n Fe h ldo s ie r u ngen der wer t vol len
D ü ngem it tel verh i nder t .
D
R
EH
L
Langfristiges Wachstum
MO
MENTMESSM
O
D
U
➜ I n nov at ion T r ac tor
I m R a h me n e i ne s Ko op e rat ion s­
projekt s a rbeitet Schaef f ler gemei ns a m m it Joh n D e e re, e i ne m de r
f ü h rende n L a nd ma sch i ne n he rste lle r, a n L ö su nge n f ü r z u k ü n f t ige
Tra k torge ne rat ione n. Dab e i ste he n
i n sb e s onde re E nt w ick lu nge n z u r
Re du k t ion von E ne rg ie ve rlu ste n
u nd E m i s sione n sow ie z u r S e n sor isie r u ng u nd Rege lu ng von A rb e it sproz e s se n i m Vorde rg r u nd .
Kampf um die besten Ideen
/ Zum siebten Mal fand in der Zentrale der Schaeffler
Gruppe in Herzogenaurach das »Forum of Inspiration«
statt – diesmal mit eigener Arena.
Hier präsentierten Mitarbeiter über Abteilungsgrenzen hin­
weg an Ständen neuartige Ideen, die sie mit den Besuchern
dis­kutierten, weiterentwickelten und spezifizierten. Beim Verlassen der Arena gaben die Besucher dann ihre Stimme für
jene Idee ab, deren Zukunfts­potenzial sie für umsetzbar hielten.
Gewonnen hat übrigens eine neue Kupplung für Motorräder.
38
Vorwort | Mobilität für morgen | Zusammengefasster Lagebericht | Konzernabschluss | Konzernanhang | Weitere Angaben
Schaeffler am Kapitalmarkt
Die Schaeffler Gruppe hat im Laufe des Geschäftsjahres 2014 erneut verschiedene Refinanzierungstransaktionen erfolgreich umgesetzt. Am 08. Mai 2014 wurde eine Refinanzierung von
bestehenden Finanzverbindlichkeiten in Höhe von 3,5 Mrd. EUR mit Erfolg abgeschlossen.
Mit der Refinanzierung gelang der Schaeffler Gruppe eine weitere Diversifizierung der
Finanzierungsquellen, eine weitere Optimierung des Fälligkeitenprofils der Verschuldung und
eine weitere Reduktion der Fremdkapitalkosten. Im Rahmen der Transaktion wurden u. a. drei
im Jahr 2012 begebene Anleihen vorzeitig abgelöst. Dabei handelte es sich um eine Anleihe mit
einem Kupon von 6,75 % und einer Laufzeit bis 2017 (ISIN: XS0801261156), um eine Anleihe
mit einem Kupon von 8,75 % und einer Laufzeit bis 2019 (ISIN: XS0741939788) und um eine
Anleihe mit einem Kupon von 8,5 % und einer Laufzeit bis 2019 (ISIN: USN77608AA00). Darüber
hinaus wurden vier neue Anleihen mit einem Gesamtvolumen von rund 2,0 Mrd. EUR begeben.
Neben drei besicherten Anleihen hat Schaeffler zum ersten Mal auch eine unbesicherte Anleihe
begeben. Die Anleihen weisen folgende Konditionen auf:
• Volumen 500 Mio. EUR: 5 Jahre Laufzeit; 2,75 % Kupon; besichert
• Volumen 500 Mio. EUR: 5 Jahre Laufzeit; 3,25 % Kupon; unbesichert
• Volumen 500 Mio. EUR: 8 Jahre Laufzeit; 3,50 % Kupon; besichert
• Volumen 700 Mio. USD: 7 Jahre Laufzeit; 4,25 % Kupon; besichert
Die Anleihen wurden von der Schaeffler Finance B.V. emittiert und notieren am Euro MTF
Marktsegment der Börse in Luxemburg.
Entwicklung Schaeffler-Anleihen
Zum 31. Dezember 2014 setzten sich die Anleihen der Schaeffler Gruppe wie folgt zusammen:
Nr. 002
ISIN
Währung
Nominalwert in Mio.
Kupon
Fälligkeit
Emissionspreis in %
Kurs in % 1)
31.12.2014
XS0741938624
EUR
800
7,75 %
15.02.2017
98,981
112,50
US806261AC75
USD
600
7,75 %
15.02.2017
98,981
109,56
XS0923613060
EUR
600
4,25 %
15.05.2018
100,000
103,03
XS1067864881
EUR
500
3,25 %
15.05.2019
99,429
101,26
XS1067862919
EUR
500
2,75 %
15.05.2019
99,421
100,42
US806261AJ29
USD
700
4,25 %
15.05.2021
99,253
98,81
US806261AE32
USD
850
4,75 %
15.05.2021
100,000
100,94
XS1067864022
EUR
500
3,50 %
15.05.2022
100,000
102,11
1)
Quelle: Bloomberg.
Der Markt für Unternehmensanleihen war im Jahr 2014 von einem anhaltend hohen Emissions­
volumen gekennzeichnet. Auch im vierten Quartal 2014 setzte sich der positive Trend bei den
Unternehmensanleihen weiter fort. An deutschen Märkten emittierten Unternehmen laut
einer PwC-Studie im vierten Quartal 2014 Anleihen im Wert von insgesamt 142 Mrd. EUR. Im
Gesamtjahr 2014 stieg das Anleihenvolumen um 609 Mrd. EUR – im Vergleich zum Vorjahr eine
deutliche Belebung. Dabei sank der durchschnittliche Zinskupon der Fremdkapitalemissionen
auf 3,27 % im vierten Quartal 2014 nach 3,88 % im vierten Quartal 2013.
39
Schaeffler am Kapitalmarkt
Die Anleihen der Schaeffler Gruppe konnten sich in diesem Umfeld ausgesprochen gut
entwickeln. Die im Rahmen der Refinanzierung bestehender Finanzverbindlichkeiten am
08. Mai 2014 begebene und mit 3,5 % verzinste EUR-Anleihe (ISIN: XS1067864022) stieg im
Vergleich zum Emissionspreis um 2,1 %-Punkte auf 102,11 %. Die ebenfalls am 08. Mai 2014
begebene und mit 3,25 % verzinste unbesicherte EUR-Anleihe (ISIN: XS1067864881) stieg um
1,8 %-Punkte auf einen Kurs von 101,26 %.
Kursentwicklung seit dem 4. Quartal 2013
Quelle: Bloomberg.
Kursentwicklung seit dem 4. Quartal 2013
Quelle: Bloomberg.
in %
in %
118
116
114
112
110
108
106
104
102
100
98
96
94
118
116
7,75
20172017
7,75%-EUR-Anleihe
%-EUR-Anleihe
114
112
110
108
106
104
102
100
98
96
94
7,75 %-USD-Anleihe 2017
7,75 %-USD-Anleihe 2017
4,75 %-USD-Anleihe 2021
4,75 %-USD-Anleihe 2021
4,25 %-EUR-Anleihe 2018
4,25%-EUR-Anleihe
%-EUR-Anleihe
3,50
20222018
(ab 14. Mai 2014)
3,50%-EUR-Anleihe
%-EUR-Anleihe
(ab
14.
Mai 20
3,25
20192022
(ab 14.
Mai
2014)
2,75
20192019
(ab 14.
Mai
2014)
3,25%-EUR-Anleihe
%-EUR-Anleihe
(ab
14.
Mai 20
4,25
20212019
(ab 14.
Mai
2014)
2,75%-USD-Anleihe
%-EUR-Anleihe
(ab
14.
Mai 20
4,25 %-USD-Anleihe 2021 (ab 14. Mai 20
4. Quartal
2013
4. Quartal
2013
1. Quartal
2014
1. Quartal
2014
2. Quartal
2014
2. Quartal
2014
3. Quartal
2014
3. Quartal
2014
4. Quartal
2014
4. Quartal
2014
Schaeffler-Rating
Die Bonitätseinstufung der Schaeffler Gruppe durch die Ratingagenturen Moody‘s und
­Standard & Poor‘s hat sich im Vergleich zum Vorjahr nicht verändert. Moody‘s hat das Unternehmensrating für die Schaeffler Gruppe am 06. Oktober 2014 von der Schaeffler Verwaltung
Zwei GmbH (zuvor Schaeffler AG) auf die Schaeffler AG (zuvor INA Beteiligungsgesellschaft
mit beschränkter Haftung) übertragen und auf dieser Basis das Rating von „Ba3“ mit stabilem
Ausblick bestätigt. Standard & Poor‘s beurteilt das Unternehmensrating der Schaeffler Gruppe
nach wie vor ausgehend von der Schaeffler Verwaltung Zwei GmbH mit „BB-“ und ebenfalls
stabilem Ausblick. Das Rating der Anleihen der Schaeffler Finance B.V. variiert je nach
Grad der Besicherung. Die besicherten Anleihen wurden von Moody‘s mit „Ba2“ und von
­Standard & Poor‘s mit „BB-“ bewertet. Die im Geschäftsjahr 2014 begebene unbesicherte
Anleihe erhielt von Moody‘s das Rating „B1“ und von Standard & Poor‘s das Rating „B“.
Die folgende Tabelle zeigt die aktuellen Ratings durch die beiden Ratingagenturen Moody‘s und
Standard & Poor‘s:
Nr. 003
31.12.2014
Ratingagentur
Rating
Unternehmen
Anleihen besichert
Anleihe unbesichert
Ausblick
Rating
Rating
Moody's
Ba3
stabil
Ba2
B1
Standard & Poor's
BB-
stabil
BB-
B
40
Vorwort | Mobilität für morgen | Zusammengefasster Lagebericht | Konzernabschluss | Konzernanhang | Weitere Angaben
Zusammengefasster Lagebericht i. S. d. § 315 Abs. 3 HGB
Im nachfolgenden Lagebericht wurde das Wahlrecht genutzt, den Lagebericht der Schaeffler AG
in den Lagebericht der Schaeffler Gruppe zusammen zu fassen.
41
Zusammengefasster Lagebericht
Vorbehalt bei zukunftsgerichteten Aussagen
Dieser Lagebericht enthält zukunftsgerichtete Aussagen, die auf aktuellen Einschätzungen des Vorstands zum
Zeitpunkt der Erstellung dieses Lageberichts beruhen. Solche Aussagen beziehen sich auf Zeiträume in der
Zukunft oder sind durch Begriffe wie „erwarten“, „vorhersagen“, „beabsichtigen“, „prognostizieren“, „planen“,
„schätzen“ oder „rechnen mit“ gekennzeichnet. Zukunftsgerichtete Aussagen sind mit Risiken und Unsicherheiten
verbunden. Eine Vielzahl dieser Risiken und Unsicherheiten wird von Faktoren bestimmt, die nicht dem Einfluss
der Schaeffler Gruppe unterliegen. Die tatsächlichen Ergebnisse können daher erheblich von den beschriebenen
abweichen.
Währungsumrechnungseffekte
Währungsbereinigte Umsatz- und Ergebniszahlen werden berechnet, indem Umsatz und Ergebnis der aktuellen
Berichtsperiode sowie der Vorjahres- bzw. Vergleichsperiode mit einem einheitlichen Wechselkurs umgerechnet
werden.
Vorjahreszahlen
Die Schaeffler AG (vormals INA Beteiligungsgesellschaft mit beschränkter Haftung) veröffentlicht zum
31. Dezember 2014 erstmals einen Konzernabschluss und Konzernlagebericht. Diese knüpfen formal nicht
an die letztjährige Berichterstattung der Schaeffler AG (nunmehr Schaeffler Verwaltung Zwei GmbH) zum
31. Dezember 2013 an und sind daher nur mit bestimmten Einschränkungen mit deren Vorjahresberichterstattung
vergleichbar.
Die im Rahmen der vorliegenden Berichterstattung verwendeten Finanzinformationen (mit Ausnahme der
Konzern-Bilanz) des Geschäftsjahres 2013 wurden im Rahmen eines sog. Carve-Out erstellt (vgl. Konzernanhang 1.2),
der die Geschäftstätigkeit der Schaeffler Gruppe rückwirkend so darstellt, als habe die aktuelle Konzernstruktur
bereits vor dem 31. Dezember 2013 bestanden.
Konzernabschluss
Konzernanhang
42
42
44
62
65
71
75
80
80
83
86
95
106
108
114
115
127
Weitere Angaben
1. Grundlagen des Konzerns
1.1 Schaeffler Gruppe im Überblick
1.2 Geschäftstätigkeit
1.3 Konzernstruktur
1.4 Konzernstrategie und -steuerung
1.5 Mitarbeiter
1.6 Nachhaltigkeit und gesellschaftliche Verantwortung
2. Wirtschaftsbericht
2.1 Gesamtwirtschaftliche und branchenbezogene Rahmenbedingungen
2.2 Geschäftsverlauf
2.3 Ertragslage
2.4 Finanz- und Vermögenslage
2.5 Gesamtbewertung des Geschäftsjahres 2014
2.6 Vermögens-, Finanz- und Ertragslage der Muttergesellschaft Schaeffler AG
3. Nachtragsbericht
4. Chancen- und Risikobericht
5. Prognosebericht
Zusammengefasster
Lagebericht
Zusammengefasster
Lagebericht
42
Vorwort | Mobilität für morgen | Zusammengefasster Lagebericht | Konzernabschluss | Konzernanhang | Weitere Angaben
1. Grundlagen des Konzerns
1.1 Schaeffler Gruppe im Überblick
Die Schaeffler Gruppe (im Folgenden auch als „Schaeffler“ bezeichnet) ist ein weltweit
führender integrierter Automobil- und Industriezulieferer. Das Unternehmen steht für höchste
Qualität, herausragende Technologie und ausgeprägte Innovationskraft. Mit Präzisionskomponenten und Systemen in Motor, Getriebe und Fahrwerk sowie Wälz- und Gleitlagerlösungen für
eine Vielzahl von Industrieanwendungen leistet die Schaeffler Gruppe einen entscheidenden
Beitrag für die „Mobilität für morgen“.
Mit rund 82.000 Mitarbeitern ist Schaeffler eines der weltweit größten Technologieunternehmen
in Familienbesitz und verfügt mit rund 170 Standorten in 50 Ländern über ein weltweites Netz
aus Produktionsstandorten, Forschungs- und Entwicklungseinrichtungen und Vertriebsgesellschaften. Die operative Basis der Gruppe bilden 74 Werke.
Die Schaeffler Gruppe verfolgt seit Jahren eine Wachstumsstrategie mit dem Ziel, profitabel über
dem Markt zu wachsen. Kern dieser Wachstumsstrategie sind höchste Ansprüche an Qualität,
Technologie und Innovation sowohl im Kundengeschäft als auch bei den internen Prozessen.
Ausgehend von den großen Megatrends, die das Geschäft von Schaeffler bestimmen, hat
Schaeffler Ende 2013 das Strategiekonzept „Mobilität für morgen“ entwickelt. Im Rahmen dieses
Konzepts konzentriert sich die Schaeffler Gruppe auf die vier Fokusfelder „Umweltfreundliche
Antriebe“, „Urbane Mobilität“, „Interurbane Mobilität“ sowie „Energiekette“.
Die Schaeffler Gruppe hat im vierten Quartal 2013 ihre Organisations- und Führungsstruktur
neu ausgerichtet und eine mehrdimensionale Matrixorganisation aufgebaut, die auf zwei
Sparten, fünf Funktionen und vier Regionen basiert.
Das Geschäft der Schaeffler Gruppe wird primär nach den Sparten Automotive und Industrie
gesteuert, die sich jeweils in mehrere Unternehmens- und Geschäftsbereiche gliedern. Dabei
umfassen die Sparten sowohl das Erstausrüstungsgeschäft (OEM-Geschäft) als auch das
Aftermarket-Geschäft. Zum Organisationsmodell der Schaeffler Gruppe gehören die fünf
Funktionen: CEO-Funktionen – Technologie – Produktion, Logistik und Einkauf – Finanzen
sowie Personal. Der Vertrieb ist direkt den Sparten Automotive und Industrie zugeordnet. Die
dritte Dimension bilden die vier Regionen Europa, Americas, Greater China und Asien/Pazifik,
die jeweils von einem regionalen CEO geführt werden.
43
1. Grundlagen des Konzerns
Zusammengefasster
Lagebericht
Die Schaeffler Gruppe wird durch den Vorstand der Schaeffler AG geführt. Dem Vorstand
gehören neben dem Vorsitzenden die Vorstände der Sparten und der Funktionen an. Der
Vorstand leitet das Unternehmen in eigener Verantwortung, legt die Ziele und die strategische
Ausrichtung fest und steuert die Umsetzung der Wachstumsstrategie. Der Aufsichtsrat der
Schaeffler AG bestellt, berät und überwacht den Vorstand. Der Vorstand bildet gemeinsam mit
den regionalen CEOs das Executive Board der Schaeffler Gruppe. Die Führungsstruktur spiegelt
somit die Organisationsstruktur der Schaeffler Gruppe wider.
Konzernabschluss
Führungsstruktur der Schaeffler Gruppe
Chief Executive Officer
Chief Technology Officer
CEO Industrial
Chief Financial Officer
Chief Operating Officer
Vorstand Personal
CEO Europe
CEO Americas
CEO Greater China
CEO Asia/Pacific
Zur Schaeffler Gruppe gehören zum 31. Dezember 2014 neben der als Führungsgesellschaft
fungierenden Schaeffler AG (vormals INA Beteiligungsgesellschaft mit beschränkter Haftung)
– eine Aktiengesellschaft deutschen Rechts mit Sitz in Herzogenaurach – 155 Tochterunternehmen im In- und Ausland.
Die Konzernstruktur wurde im abgelaufenen Geschäftsjahr neu ausgerichtet. Infolgedessen
bezieht sich die vorliegende Berichterstattung der Schaeffler AG auf einen – gegenüber der
Berichterstattung des Vorjahres – modifizierten Konsolidierungskreis (Kreis der einzubeziehenden Gesellschaften). Als unmittelbare Folge der Neuausrichtung besteht auf Ebene der
Schaeffler Gruppe keine direkte oder indirekte Beteiligung an der Continental AG. 1)
1) Zu
den Details der Veränderungen in der Konzernstruktur vgl. Tz. 1.3.
Executive
Board
Konzernanhang
Regionale
CEOs
CEOs Automotive
Weitere Angaben
Vorstand
44
Vorwort | Mobilität für morgen | Zusammengefasster Lagebericht | Konzernabschluss | Konzernanhang | Weitere Angaben
1.2Geschäftstätigkeit
Schaeffler entwickelt und fertigt Präzisionsprodukte für rund 60 Branchen weltweit. Die
technologisch hochentwickelten Komponenten und Systeme kommen in Maschinen, Anlagen,
Fahrzeugen oder in der Luft- und Raumfahrt zur Anwendung. Der Konzern vertreibt seine
Produkte und Leistungen an eine Vielzahl von Automobilherstellern und Industriekunden.
Umsatzerlöse
Umsatzerlöse
2014
2014
nach
nach
Sparten
Sparten
Umsatzerlöse
Umsatzerlöse
2014
2014
nach
nach
Regionen
Regionen
in Prozent
in Prozent
in Prozent
in Prozent
nach
nach
Marktsicht
Marktsicht
Asien/Pazifik
Asien/Pazifik
9,9 9,9
Greater
Greater
China
China12,712,7
Automotive
Automotive74,074,0
57,057,0
Europa
Europa
Americas
Americas20,420,4
26,026,0Industrie
Industrie
Sparten
Die Schaeffler Gruppe umfasst die beiden Sparten Automotive und Industrie. Die Sparten
gliedern sich in mehrere Unternehmensbereiche, die wiederum diverse Geschäftsbereiche
umfassen.
Sparten und Unternehmensbereiche der Schaeffler Gruppe
Schaeffler Gruppe
Automotive
Motorsysteme
Getriebesysteme
Fahrwerksysteme
Industrie
Automotive
Aftermarket
Industrieanwendungen
Industrial
Aftermarket
Ve r e i n fa c h t e D a r s t e l l u n g z u I l l u s t ra t i o n s z w e c k e n .
Die Sparte Industrie liefert Produkte wie z. B. Wälz- und Gleitlager, Lineartechnik, Instandhaltungsprodukte, Monitoringsysteme und Direktantriebstechnik an namhafte Kunden aus etwa
60 verschiedenen Industriebranchen und eine Vielzahl von Industrial Aftermarket Kunden.
Das Produktportfolio reicht von Hochdrehzahl- und Hochpräzisionslagern mit sehr geringen
Durchmessern bis hin zu Großlagern mit einem Durchmesser von über drei Metern. Die von
dieser Sparte hergestellten Lager und damit verwandten Produkte kommen u. a. im Bereich
Antriebstechnik, in Produktionsmaschinen und Windkraftanlagen sowie in der Schwerindustrie zum Einsatz. Im Bereich Luft- und Raumfahrt ist die Schaeffler Gruppe ein führender
Hersteller von Hochpräzisionslagern für Triebwerke von Flugzeugen und Hubschraubern sowie
für Raumfahrtanwendungen.
Der Industrial Aftermarket der Schaeffler Gruppe verantwortet das Ersatzteil- und Servicegeschäft mit Endkunden und Vertriebspartnern in allen wichtigen Industriesektoren. Im Fokus
steht die Sicherstellung der Versorgung der Kunden mit qualitativ hochwertigen Produkten,
Anwendungslösungen und Serviceleistungen. Schaeffler bietet darüber hinaus Systeme zur
Zustandsüberwachung von Anlagen beim Kunden.
Im Geschäftsjahr 2014 wurden rund 23 % (Vj.: 24 %) des Gesamtumsatzes der Gruppe im
Aftermarket-Geschäft der beiden Sparten erzielt.
Zusammengefasster
Lagebericht
Konzernabschluss
Die Sparte Automotive vervollständigt ihr Geschäft mit einem umfassenden AftermarketAngebot. Das Aftermarket-Geschäft verantwortet das weltweite Ersatzteilgeschäft. Die Produktpalette deckt die Einsatzbereiche Kupplungs- und Ausrücksysteme, Motoren- und Getriebeanwendungen sowie Fahrwerkanwendungen ab. Darüber hinaus bietet Schaeffler Automotive
Aftermarket umfassende Serviceleistungen an. So enthält das Angebot u. a. unterschiedliche
Ansätze der Wissensvermittlung, wie die Durchführung von praxisorientierten Trainings, die
Beratung durch die Schaeffler-Reparatur-Hotline oder über das Online-Werkstattportal sowie
die Entwicklung von Spezialwerkzeugen.
Konzernanhang
Die Sparte Automotive beliefert alle namhaften Automobilhersteller weltweit sowie eine
Vielzahl von Automobilzulieferern (Tier I) und Automotive Aftermarket Kunden. Schaeffler
entwickelt und fertigt zukunftsweisende Produkte in den Bereichen Motor-, Getriebe- und
Fahrwerkssysteme. Als Partner der Automobilindustrie ist Schaeffler führend in der
Entwicklung und Produktion von unterschiedlichsten Anwendungen im Automotive-Bereich.
Die operative Exzellenz des Konzerns erstreckt sich auf Komponenten und Systemlösungen
sowohl für Fahrzeuge mit verbrennungsmotorischem Antriebsstrang als auch für Hybrid- und
Elektrofahrzeuge. Zu den wesentlichen Produkten zählen Kupplungssysteme, Getriebekomponenten, Torsionsdämpfer, Ventiltriebsysteme, Nockenwellenversteller und Elektroantriebe. Die
Schaeffler-Präzisionsprodukte tragen entscheidend dazu bei, dass Motoren weniger Kraftstoff
verbrauchen und immer strengere Emissionsvorgaben eingehalten werden. Gleichzeitig
erhöhen sie Fahrkomfort und -dynamik und verlängern die Lebensdauer von Motoren und
Getrieben. Als einer der führenden Automobilzulieferer weltweit bietet die Schaeffler Gruppe
eine ausgeprägte Fachkompetenz für den kompletten Antriebsstrang.
45
Weitere Angaben
1. Grundlagen des Konzerns
46
Vorwort | Mobilität für morgen | Zusammengefasster Lagebericht | Konzernabschluss | Konzernanhang | Weitere Angaben
Funktionen
Die Struktur der Schaeffler Gruppe beinhaltet fünf Funktionen: CEO-Funktionen – Technologie
– Produktion, Logistik und Einkauf – Finanzen und Personal.
Funktionen der Schaeffler Gruppe
Schaeffler Gruppe
CEO-Funktionen
– Q ualität
– MOVE
– Kommunikation,
Marketing &
Investor Relations
– Recht
– I nterne Revision
– Konzernentwicklung & Strategie
– Compliance &
Unternehmenssicherheit
– Corporate Real
Estate
Technologie
– F&E Strategie,
Prozesse &
Ressourcen
– Corporate
Innovation
– F&E Service
– G ewerblicher
Rechtsschutz
– Oberflächentechnologie
– I nformationstechnologie
Produktion, Logistik
& Einkauf
– Operations Strategie & Prozesse
– P roduktionstechnologie
– Sondermaschinenbau
– Werkzeugbau &
Prototypenbau
– I ndustrial
Engineering
– B earing &
Components
Technologies
– L ogistik
– E inkauf
Finanzen
– Fin. Strategie,
Prozesse &
Infrastruktur
– Corporate
Accounting
– Corporate
Controlling
– Corporate
Treasury
– Corporate Taxes
– Corporate
Insurance
Personal
– Pers. Strategie,
Prozesse &
Infrastruktur
– Grundsatzfragen
& Entgeltpolitik
– Administration
& Abrechnung
– Personal Zentralfunktionen I
– Personal Zentralfunktionen II
– Personal­
entwicklung
– Umwelt,
Arbeitssicherheit
& -medizin
Ve r e i n fa c h t e D a r s t e l l u n g z u I l l u s t ra t i o n s z w e c k e n .
St r uk t ur ohne ex pli z ite Nennung der Sparten.
Für Schaeffler, als einen der führenden Automobilzulieferer und Industriepartner, sind die
beiden Funktionen Technologie (insbesondere der Bereich Forschung und Entwicklung) und
Produktion, Logistik und Einkauf von besonderer Bedeutung. Sie tragen maßgeblich zur
Sicherstellung der langfristigen Wettbewerbsfähigkeit und Innovationskraft der Gruppe bei. Im
Folgenden werden diese beiden Funktionen sowie der Bereich Compliance näher erläutert.
47
1. Grundlagen des Konzerns
Zur weiteren Stärkung der Innovationskraft des Unternehmens dient das 2014 etablierte
Technology Board. Es ist ein Steuerungsgremium der Schaeffler Gruppe, das den Innovationsprozess von der Ideengenerierung über die Evaluation der Innovationsvorhaben bis hin zum
Vorentwicklungsprozess begleitet, steuert und überwacht.
Erfindungsmeldungen
Anzahl
2.584
2013
2.772
2014
Konzernanhang
Technologieanalyse
Kundenanforderungen
Trendanalyse
Konzernabschluss
Im Geschäftsjahr 2014 konnte die Schaeffler Gruppe im Rahmen des Strategiekonzepts
„Mobilität für morgen“ die Aktivitäten im Bereich Forschung und Entwicklung und damit die
Grundlage für einen nachhaltigen Geschäftserfolg weiter ausbauen. Investitionen in Forschung
und Entwicklung sind für die Schaeffler Gruppe von zentraler Bedeutung um neue Produkte
und Prozesse zu erarbeiten. Schaeffler beschäftigte im Berichtsjahr 6.387 F&E-Mitarbeiter
(Vj.: 6.039) in 16 F&E-Zentren (Vj.: 16) und weiteren F&E Standorten in elf Ländern. 2.772 interne
Erfindungsmeldungen im Jahr 2014 (Vj.: 2.584) unterstreichen die Bedeutung der strategischen
Sicherung des geistigen Eigentums und die Innovationskraft des Konzerns. Schaeffler erwartet
damit für 2014 wiederholt eine Position unter den Top 5 der innovativsten Unternehmen
Deutschlands.
Zusammengefasster
Lagebericht
Forschung und Entwicklung
Innovation/
Forschung
Vorentwicklung
01
02
03
04
05
Produkt
Tec h nolog y B oa rd
Weitere Angaben
Produktentwicklung
48
Vorwort | Mobilität für morgen | Zusammengefasster Lagebericht | Konzernabschluss | Konzernanhang | Weitere Angaben
Die Optimierung der F&E-Organisation der Schaeffler Gruppe wurde seit Jahresbeginn mit
jeweils einem Entwicklungsverantwortlichen für die Sparten Automotive und Industrie
weiter vorangetrieben. Die gestärkte Systemkompetenz wird u. a. durch neue Fahrzeug- und
Mobilitätskonzepte verdeutlicht und führt zu einem Ausbau der Technologieführerschaft des
Unternehmens. In diesem Zusammenhang fördert Schaeffler gezielt z. B. die Weiterentwicklung
aktueller Konzeptfahrzeuge und überträgt vergleichbare Konzepte auf den Industriebereich.
Das Unternehmen verfolgt konsequent das Ziel, den Kunden weltweit Systemlösungen anbieten
zu können, und stellt damit die Weichen für ein langfristiges und profitables Wachstum.
Ein weiterer wichtiger Aspekt liegt auf der Optimierung des internen und externen Netzwerkes,
da ein kontinuierlicher Wissensaustausch Basis für den weltweiten Erfolg der F&E-Aktivitäten
der Schaeffler Gruppe ist. Die wesentlichen Ziele der Kooperation mit externen Partnern liegen
sowohl in der Nutzung des Potenzials für gemeinsame Entwicklungsprojekte als auch in der
Rekrutierung von Nachwuchskräften.
F&E-Arbeit ist für Schaeffler Voraussetzung für ein innovatives und wettbewerbsfähiges Produktportfolio, das ein langfristiges und profitables Wachstum sichert. Daher stärkt Schaeffler
nicht nur bestehende Geschäftsfelder, sondern treibt insbesondere die Erschließung neuer
Felder voran. Im Zuge dessen fand 2014 zum siebten Mal das interne „Forum of Inspiration“
in Herzogenaurach statt, das die Möglichkeit bot, innovative Ideen vorzustellen. An rund
50 Marktständen konnten sich Mitarbeiter über aktuelle Projekte und Entwicklungen, an denen
die Schaeffler Gruppe arbeitet, informieren und austauschen. Im Rahmen dieser Veranstaltung
fand der Innovationswettbewerb „Arena of Inspiration“ statt, bei dem verschiedene Vorhaben
vorgestellt und bewertet wurden. Zur besten Idee wählten die Mitarbeiter eine neue, selbstverstärkende Kupplung für Motorräder, die mit dem „Inspiration Award“ für herausragende
Innovationen ausgezeichnet wurde. Die Siegeridee aus dem Jahr 2013 – eine akustische
Qualitätskontrolle – fand bereits erste Interessenten im Produktionsbereich und soll bei der
Kontrolle für Sicherungselemente in der Fertigungslinie am Standort Sheffield, Großbritannien,
eingesetzt werden.
Auszeichnung
Kategorie
Sparte
Drehmomentwandler
mit Fliehkraftpendel
PACE Award
Produkte
Automotive
E-Wheel Drive
Innovation des Jahres
-
-
FAG-VELOMATIC
Eurobike Award
Komponenten
Industrie
Triondur CH
Materialica Design +
Technology Award Silber
Surface & Technology
Automotive
Forschung und Entwicklung in der Sparte Automotive
Weltweite Gesetzesvorgaben fordern eine deutliche Reduzierung der CO2-Emissionen von
Kraftfahrzeugen. Demnach gilt ab 2021 innerhalb der Europäischen Union ein Emissionsgrenzwert von 95 g CO2/km. Der steigende Mobilitätsbedarf muss also mit einem geringeren
Ressourceneinsatz und vor allem niedrigeren CO2-Emissionen bewältigt werden. Obwohl der
Verbrennungsmotor noch lange dominieren wird, steigt der Anteil an elektrifizierten Antrieben,
insbesondere Hybride, stetig. Schaeffler bietet Lösungen für alle zukünftigen Mobilitätskonzepte und setzt dabei auf eine Fächerstrategie. Dabei positioniert sich Schaeffler auf dem Markt
für die Optimierung des klassischen Verbrennungsmotors über Hybridlösungen bis hin zur
Elektromobilität.
Mit unterschiedlichen Konzeptfahrzeugen zeigt Schaeffler das breit gefächerte Spektrum
moderner Automobilität und gibt einen Blick auf Teile des breiten Produktportfolios der
„Mobilität für morgen“. Die Konzeptfahrzeuge der Schaeffler Gruppe sind in folgender Grafik
abgebildet:
Konzernabschluss
Produkt
Konzernanhang
Nr. 004
Weitere Angaben
Im Geschäftsjahr 2014 wurden erneut Innovationen aus allen Sparten der Schaeffler Gruppe mit
Auszeichnungen prämiert:
Zusammengefasster
Lagebericht
49
1. Grundlagen des Konzerns
50
Kon z ept fa h rz euge der Schaef f ler Gr upp e
E f f ic ie nt F ut u r e Mobi l it y
I nd i a
Te c h n i s c he Fe at u r e s:
➜ P a s s i v e s S e g e l n ( Ve r b r e n n u n g s m o t o r a u s)
➜ E l e k t r o n i s c h e s K u p p l u n g s m a n a g e m e n t
➜ W ä h l b a r e r M o t o r s t a r t v i a R i e m e n -
➜ S c h a l t a b s i c h t s e r k e n n u n g a m W ä h l h e b e l
S t a r t e r- G e n e r a t o r o d e r R i t z e l s t a r t e r
➜ Schaltdom mit Gangerkennung
➜ E r w e i t e r t e s S t a r t - S t o p p - S y s t e m
➜ 1 2 -V- R i e m e n - S t a r t e r- G e n e r a t o r m i t
➜ K r i e c h e n
Entkopplungsspanner R SE M P
➜ O p t i m i e r t e r Ve r b r e n n u n g s m o t o r
➜ O p t i s c h e u n d a k u s t i s c h e
S c h a lt e mp f e h lu ng
( z . B . B e s c h i c h t e t e Ta s s e n )
Kundenvor teile:
Fa h rzeug f un k t iona lität:
➜ E f f i z i e n z s t e i g e r u n g
➜ A u t o m a t i s i e r t e s K u p p e l n i n Ve r b i n d u n g
➜ V e r b e s s e r u n g v o n F a h r b a r k e i t u n d
mit einem Handschaltgetriebe (Entfall
d e s K u p p l u n g s p e d a l s)
Komfort
➜ D a r s t e l l u n g i n n o v a t i v e r F u n k t i o n e n
E f f ic ie nt F ut u r e Mobi l it y
Nor t h A me r ic a
Te c h n i s c he Fe at u r e s:
➜ Boost
➜ 4 8 -V- M o t o r a l s p a r a l l e l e r H y b r i d
➜ S e g e l n ( Ve r b r e n n u n g s m o t o r i m L e e r l a u f
➜ Permanent eingespurter Startermotor
➜ Niveaureg ulierung
➜ Abkoppelbarer A llradantrieb
➜ O p t i m i e r t e r Ve r b r e n n u n g s m o t o r
( b e s c h i c h t e t e Ve n t i l t r i e b s k o m p o n e n t e n ,
w ä l z g e l a g e r t e A u s g l e i c h s w e l l e)
o d e r Ve r b r e n n u n g s m o t o r a u s)
➜ W e c h s e l z w i s c h e n A l l r a d a n t r i e b u n d
F r o n t a n t r i e b (a u t o m a t i s c h o d e r m a n u e l l )
➜ E r weiter te St a r t-Stopp -Fu n k t ion
➜ E l e k t r i f i z i e r u n g d e r N e b e n a g g r e g a t e m i t
nur einem Elektromotor
➜ T he r moma nage me nt-Mo du l
Kundenvor teile:
Fa h rzeug f un k t iona lität:
➜ Ve r b e s s e r t e E f f i z i e n z
➜ R e k u p e r a t i o n
➜ Ve r b e s s e r t e F a h r l e i s t u n g
➜ Lastpunkt verschiebung
E f f ic ie nt F ut u r e Mobi l it y
China
Te c h n i s c he Fe at u r e s:
➜ B o o s t
➜ P l u g - I n - A n t r i e b s k o n z e p t b e s t e h e n d a u s
➜ E l e k t r i s c h e s F a h r e n
einem P2 Hybrid Modul in Kombination
➜ L a s t p u n k t v e r s c h i e b u n g
m it e i ne m „dow nge si z e de n“ mo de r ne n
➜ R e k u p e r a t i o n
­Ve r b r e n n u n g s m o t o r
➜ S t a r t - S t o p p - S y s t e m
➜ T r o c k e n e D o p p e l k u p p l u n g , E l e k t r o ­
m e c h a n i s c h e K up p l u n g s - u n d S c h a l t a k t o r i k
➜ H y b r i d s t r a t e g i e
Kundenvor teile:
➜ Deutliches K raf tstoffeinsparpotenzial
➜ E l e k t r i s c h e s F a h r e r l e b n i s
Fa h rzeug f un k t iona lität:
➜ Komfortsteiger ung
➜ A k t i v e s S e g e l n
➜ V e r b e s s e r u n g d e r F a h r l e i s t u n g
51
G a s ol i ne Te c h nolo g y C a r (GT C)
Te c h n i s c he Fe at u r e s:
➜ 4 8 -V- R i e m e n s t a r t e r- G e n e r a t o r m i t
Entkopplungsspanner
➜ E l e k t r o n i s c h e s K u p p l u n g s m a n a g e m e n t
( C l u t c h - b y - w i r e)
➜ E x t e r n e , g e k ü h l t e A b g a s r ü c k f ü h r u n g
➜ H a n d s c h a l t u n g m i t a u t o m a t i s i e r t e r
Kupplung
➜ L a s t p u n k t v e r s c h i e b u n g
➜ R e k u p e r a t i o n
➜ S e g e l n ( Ve r b r e n n u n g s m o t o r a u s)
➜ E r w e i t e r t e s S t a r t - S t o p p - S y s t e m
➜ H o c h d r u c k- B e n z i n e i n s p r i t z u n g
➜ S c h a l t d o m m i t G a n g s e n s o r
Kundenvor teile:
➜ T h e r m o m a n a g e m e n t - M o d u l
➜ C O 2 E i n s p a r u n g v o n > 1 5 %
Fa h rzeug f un k t iona lität:
➜ E r f ü l l u n g E u r o 6 c
➜ B o o s t
➜ V e r b e s s e r t e r ( S c h a l t -) K o m f o r t
95 g CO2/ k m
S y s te m 4 8 V
Te c h n i s c he Fe at u r e s:
➜ F a h r m o d i E C O u n d S P O R T
➜ 4 8 V e l e k t r i s c h e A c h s e m i t z w e i
➜ F r o n t - / A l l r a d a n t r i e b
G ä n g e n u n d To r q u e Ve c t o r i n g
➜ 4 8 -V- R i e m e n s t a r t e r- G e n e r a t o r m i t
Entkopplungsspanner
➜ 4 8 -V- B a t t e r i e
➜ Plug-In-Funkt ion
➜ L a s t p u n k t v e r s c h i e b u n g
➜ R e k u p e r a t i o n
➜ S t a r t - S t o p p - S y s t e m
➜ A k t i v e M o m e n t v e r t e i l u n g
( To r q u e Ve c t o r i n g ) a n d e r H i n t e r a c h s e
➜ Hybridstrategie
➜ R iemenscheibenentkoppler
Kundenvor teile:
➜ E l e k t r i s c h e s F a h r e r l e b n i s
Fa h rzeug f un k t iona lität:
➜ K o m f o r t s t e i g e r u n g
➜ Aktives Segeln
➜ K r a f t s t o f f e i n s p a r p o t e n z i a l
➜ Boost
➜ V e r b e s s e r u n g d e r F a h r d y n a m i k
➜ E l e k t r i s c h e s F a h r e n
AC T I Ve DR I V E
Te c h n i s c he Fe at u r e s:
➜ V o r d e r a c h s e : 1 . G e n e r a t i o n e - A c h s e
( T r a k t i o n u n d To r q u e Ve c t o r i n g )
➜ H i n t e r a c h s e : 3 . G e n e r a t i o n e - A c h s e
(2- Ga ng- G et r iebe, hohe L eist u ngsd ichte,
B a s i s a p p l i k a t i o n e n ( n e u t r a l , u n t e r­
steuernd, übersteuernd)
➜ S c h a l t b a r e 2 - G a n g - e - A c h s e m i t a p p l i -
zierter Zugk raf tkompensation durch
Frontantrieb
automot iv ge re c hte Um r ic hte r, Tr a k t ion
u n d To r q u e Ve c t o r i n g )
Kundenvor teile:
➜ R e i n e l e k t r i s c h e s F a h r e r l e b n i s
Fa h rzeug f un k t iona lität:
➜ E l e k t r i s c h e r A l l r a d a n t r i e b
➜ E r h ö h t e F a h r z e u g a g i l i t ä t ( To r q u e
Ve c t o r i n g )
➜ T o r q u e -Ve c t o r i n g - F u n k t i o n e n f ü r Vo r d e r-
und Hinterachse sow ie unterschiedliche
F ie s t a eW he e l D r i ve
Te c h n i s c he Fe at u r e s:
Kundenvor teile:
➜ P e r m a n e n t m a g n e t e r r e g t e S y n c h r o n ­
➜ K o m p l e t t e r A n t r i e b s s t r a n g i m R a d e r m ö g -
maschine
➜ F l ü s s i g k e i t s k ü h l u n g f ü r E - M a s c h i n e
und Leistungselek rtonik
➜ R e i b u n g s b r e m s e
l icht neue R au m kon zepte u nd Fa h rzeugstrukturen
➜ E r h ö h t e W e n d i g k e i t d u r c h u n a b h ä n i g
ansteuerbare A ntriebsräder
➜ M e h r A g i l i t ä t d u r c h d y n a m i s c h e D r e h ­
Fa h rzeug f un k t iona lität:
➜ T o r q u e Ve c t o r i n g
➜ E l e k t r o n i s c h e S c h l u p f r e g e l u n g ( A S R )
➜ E lek t r i sches Fa h ren
m o m e n t v e r t e i l u n g ( To r q u e Ve c t o r i n g )
➜ S i c h e r h e i t s g e w i n n d u r c h a k t i v e B e t e i l i -
g u ng a n der Fa h rstabi l ität sregelu ng
52
Vorwort | Mobilität für morgen | Zusammengefasster Lagebericht | Konzernabschluss | Konzernanhang | Weitere Angaben
Forschung und Entwicklung in der Sparte Industrie
Moderne E-Bikes spielen durch die wachsende Urbanisierung eine wichtige Rolle bei der
Fortbewegung. Mit Innovationen im Bereich Sensor-Tretlager und bei der automatischen
Schaltung „FAG-VELOMATIC“, die mit dem Eurobike Award 2014 ausgezeichnet wurde, trägt
Schaeffler einen Teil dazu bei, dass sich das E-Bike als Fortbewegungsmittel der Zukunft
etabliert. Das Unternehmen stellte die „FAG-VELOMATIC“ im September 2014 auf der Messe
Eurobike in Friedrichshafen, Deutschland, vor. Diese Schaltung ermittelt auf Basis von
Trittfrequenz, Kraft, Radgeschwindigkeit und Neigung immer den optimalen Gang und den
perfekten Schaltzeitpunkt. Sie ist dank offener Standards kompatibel mit nahezu allen Fahrradund Antriebstypen. Mit der dazugehörigen Smartphone-App „VELODAPTIC“ kann der Fahrer
selbst maßgeschneiderte Schaltprogramme erstellen und sich so immer im optimalen Gang
bewegen ohne selbst schalten zu müssen. Dies führt bei einem E-Bike dazu, dass der Antrieb
stets im effizientesten Betriebspunkt arbeitet, damit weniger Energie benötigt und eine größere
Akku-Reichweite gegenüber herkömmlichen, mechanischen Schaltungen aufweist.
Die Anforderungen in den Bereichen Fernverkehr und Logistik sind hoch. Es bedarf schneller
Transportmittel, die flexible Nutzungsmöglichkeiten zulassen und zugleich die Umwelt
schonen. Als interurbaner Mobilitätszulieferer strebt Schaeffler eine Vorreiterrolle an und
hat sich in den vergangenen Jahren als zentraler Partner bei der Entwicklung von Wälzlagerlösungen für den Güter- und Passagierverkehr für Hochgeschwindigkeitszüge sowie für
Flugzeuge etabliert.
Auf der EWEA 2014 (Europe’s Premier Wind Energy Event) stellte Schaeffler mit dem neuen
„Wind Power Standard“ (WPOS) eine passende Lösung für jede Lagerstelle und ein ganzheitliches Konzept zur Anlagensicherheit vor. Dieser Standard für Produkte und Prozesse sichert
höchste Qualität und Zuverlässigkeit über die gesamte Prozesskette hinweg. Schaeffler bietet
damit Qualitätsmaßstäbe für Windkraft, wie sie bereits in der Automobilindustrie und der
Luft- und Raumfahrt erfolgreich umgesetzt werden. Ein Phänomen, das die Zuverlässigkeit von
Lagern, auch außerhalb der Windindustrie, negativ beeinflusst sind die sog. „White Etching
Cracks“ (WEC). Dies sind Gefügeveränderungen im Werkstoff, die durch systembedingte Zusatzbeanspruchungen aus dem Betrieb der Anlage resultieren und unter spezifischer Belastung zu
Rissen führen. Innovative Technologien von Schaeffler helfen dabei, die Widerstandsfähigkeit
von Lagern gegenüber WEC zu steigern und frühzeitige Ausfälle zu verhindern. Durch den
Einsatz des hochchromhaltigen Spezialstahls Cronidur lässt sich die Entstehung von WEC
vollständig ausschließen.
Die Komponente Wälzlager erweitert sich mit zahlreichen integrierten Funktionen sukzessive
zu einem mechatronischen System. Dies bietet u. a. die Möglichkeit, die Funktionalität,
Wirtschaftlichkeit und Zuverlässigkeit von Schienenfahrzeugen zu steigern. Mit dem Radsatzgenerator stellt Schaeffler eine unabhängige Energieversorgung für Güterwaggons im Bauraum
eines konventionellen Radlagers zur Verfügung und ermöglicht damit in Zukunft deren
Überwachung.
Durch die Partnerschaft in der [email protected] Alliance“ geht die Schaeffler AG einen wichtigen
Schritt in Richtung Industrie 4.0. Der kompakte Schwingungssensor „FAG SmartCheck“ hat
sich seit seiner Produkteinführung 2011 bewährt und wurde kontinuierlich weiterentwickelt.
Inzwischen ist das Produkt eines der wenigen auf dem Markt, das sich sowohl als einzelnes
Überwachungsgerät als auch für integrierte Konzepte, wie bspw. Rundum-Überwachung,
eignet.
1. Grundlagen des Konzerns
53
Zu den größten Werken außerhalb Deutschlands zählt das seit zehn Jahren bestehende Werk
in Brasov, Rumänien mit rund 3.800 Beschäftigten. Der Produktionsstandort gehörte 2014 zu
den Gewinnern des „Supplier Quality Awards“ von General Motors. Darüber hinaus hat das
Werk im Geschäftsjahr erfolgreich die Erstzertifizierung des „International Railway Industry
Standard“ (IRIS-Zertifikat) durchlaufen und ist nun neben den deutschen Werken in Wuppertal,
Steinhagen und Schweinfurt der vierte derart zertifizierte Schaeffler-Standort weltweit. Der
Produktionsstandort Debrecen, Ungarn, feierte im Geschäftsjahr sein Gründungsjubiläum.
Das Werk produziert seit nunmehr 15 Jahren Wälzlager und Wälzlagerkomponenten für die
Schaeffler Gruppe. In Debrecen sind rund 1.300 Mitarbeiter tätig.
Der Ausbau der Produktionskapazität in den bestehenden mittel- und osteuropäischen
Produktionsstandorten wurde auch 2014 fortgesetzt. In allen Werken wurde intensiv mit dem
Schaeffler-Produktionssystem an Produktivität, Qualität und Kostenoptimierung gearbeitet.
In der Schaeffler-Region Americas ist das Unternehmen mit insgesamt 14 Werken vertreten. Die
Gruppe unterhält acht Werke in den USA (South Carolina (5), Ohio, Connecticut und Missouri)
und jeweils zwei weitere Standorte in Kanada und Mexiko. Darüber hinaus hat Schaeffler zwei
Werke in Brasilien. In Irapuato, Mexiko, betreibt die Schaeffler Gruppe ein Werk mit rund 800
Mitarbeitern. Das Werk produziert hauptsächlich Wälzlager für die Sparten Automotive und
Industrie.
In der Schaeffler-Region Greater China sind sieben Werke angesiedelt. Das hohe Wachstum
erfordert eine fortwährende Ausweitung der Kapazitäten vor Ort. Im Geschäftsjahr 2014 wurde
der Produktionsstandort Nanjing, China, planmäßig in Betrieb genommen. Das Produktionsspektrum in diesem Werk konzentriert sich hauptsächlich auf die Sparte Industrie; eine
Ausweitung der Produktion auf Automotive-Produkte ist vorgesehen.
Taicang, China, ist mit rund 6.000 Mitarbeitern der größte Standort der Schaeffler Gruppe
weltweit. Er bietet ausreichend Fläche für das erwartete Wachstum der kommenden Jahre in
China. Im Geschäftsjahr 2014 eröffnete das Unternehmen dort eine weitere Produktionshalle.
Mit dieser Kapazitätserweiterung geht ein deutlicher Ausbau der Angebotspalette im Bereich
Antriebsstrang für Automatikgetriebe einher. Die neue Produktionsanlage wird hauptsächlich
Doppelkupplungen und hydraulische Drehmomentwandler produzieren.
In der Schaeffler-Region Asien/Pazifik liegen derzeit fünf Werke. Der größte Standort in der
Schaeffler-Region Asien/Pazifik ist das Werk in Changwon, Korea. Rund 1.300 Beschäftigte
produzieren hier im Wesentlichen Wälzlager für Automobilhersteller und Industriekunden.
Konzernabschluss
In der Schaeffler-Region Europa unterhält der Konzern neben Fertigungsstätten in
Deutschland, Frankreich, Italien und Spanien weitere bedeutende Produktionsstandorte in
Mittel- und Ost­europa. Insgesamt ist Schaeffler mit 48 Werken in dieser Region präsent. In
Russland – Bestandteil der Schaeffler-Region Europa – wurde die erste Produktionsstätte
im Oktober 2014 eingeweiht. Das Werk in Uljanowsk liefert hauptsächlich Schaeffler-Qualitätsprodukte an in- und ausländische Automobilhersteller und an die Bahnindustrie.
Konzernanhang
Zum 31. Dezember 2014 war die Schaeffler Gruppe mit 74 Werken weltweit vertreten. Das
Produktionsvolumen im Geschäftsjahr 2014 konnte im Vergleich zum Vorjahr aufgrund des
starken Automotive-Geschäfts um 10,6 % gesteigert werden.
Weitere Angaben
Produktion
Zusammengefasster
Lagebericht
Produktion, Logistik und Einkauf
54
Vorwort | Mobilität für morgen | Zusammengefasster Lagebericht | Konzernabschluss | Konzernanhang | Weitere Angaben
Logistik
Der Bereich Logistik wurde 2014 neu strukturiert. Auf die Implementierung einer funktionalen
Logistikorganisation auf Corporate-Ebene (Corporate Logistics) und in der Region Europa folgt
in weiteren Schritten eine entsprechende Umsetzung in den Schaeffler-Regionen Greater China,
Americas und Asien/Pazifik. Ziel der funktionalen Organisationsstruktur ist es primär, weltweit
standardisierte, robuste und effiziente Logistikaktivitäten sicherzustellen. Corporate Logistics
verantwortet insbesondere den Aufbau und die Überwachung der Umsetzung entsprechender
Strukturen und Prozesse in den Schaeffler-Regionen.
Die 2014 erfolgreich implementierte Referenzorganisation ist die Basis für eine zielgerichtete,
globale Zusammenarbeit und für eine hohe Transparenz in der Wertschöpfungskette innerhalb
der Schaeffler Gruppe. Im Kern leistet die Schaeffler-Logistik mit der strategischen Ausrichtung
einen wesentlichen Beitrag zur Erhöhung der Kundenzufriedenheit, u. a. durch die Sicherstellung einer hohen Verfügbarkeit der Produkte sowie durch die Unterstützung einer effizienten,
flexiblen und robusten Supply Chain.
Ausgangspunkt der Belieferung der Schaeffler-Kunden aus dem weltweiten SchaefflerProduktionsverbund sind ca. 250 Lager mit einer Stellfläche von über 350.000 Quadratmetern.
Das Frachtvolumen zwischen den wichtigsten Destinationen betrug 2014 ca. 255.000 Tonnen und
lag damit rund 15 % über dem Vorjahresniveau. Dabei konzentrierten sich die Logistikaktivitäten
zu rund 67 % auf die Schaeffler-Region Europa. Auf die Schaeffler-Regionen Americas, Greater
China und Asien/Pazifik entfielen rund 14 %, 13 % bzw. 6 %.
In Verbindung mit modernen Produktionskonzepten wie der „Durchgängigen Planung“, sowie
der ganzheitlichen und flussorientierten Gestaltung der Prozesse entlang der Wertschöpfungsund Lieferkette der Schaeffler Gruppe trägt die Logistik zu einer maximalen Liefertreue bei
kürzesten Durchlaufzeiten, optimalen Beständen und geringstmöglichem Kapitaleinsatz bei.
Mit dem Projekt „Europäisches Distributionszentrum“ (EDZ) wird in den kommenden Jahren für
die Sparte Industrie ein leistungsfähiges logistisches Netzwerk auf Basis von vier Standorten
in der Schaeffler-Region Europa etabliert. Im Geschäftsjahr 2014 wurde bereits mit dem Bau
des EDZ Nord (Arlandastad, Schweden) sowie mit der Ausführungsplanung für das EDZ Süd
(Carisio, Italien) begonnen. Weiterhin wurde die Detail- und Standortplanung für das EDZ Mitte
(Kitzingen, Deutschland) erstellt. Ziel des Projekts ist es, eine verbesserte Marktversorgung
und eine optimierte Lieferperformance zu erreichen und damit einen wesentlichen Beitrag zur
Wettbewerbsfähigkeit der Schaeffler Gruppe zu leisten. Die damit einhergehende Optimierung
im Transportbereich und des Durchsatzes in den Distributionszentren führen nicht nur zu
Kosteneinsparungen, sondern auch zu Verbesserungen im Hinblick auf Nachhaltigkeitsaspekte.
Im Fokus steht auch die Integration der Lieferanten in den Fertigungsprozess. Durch die aktive
Nutzung von E-Business-Plattformen werden weitere Synergie- und Optimierungspotenziale
generiert. Ein Beispiel hierfür ist die Abwicklung der Inbound-Logistik über „SupplyOn“,
die Supply-Chain-Kollaborationsplattform global agierender Zulieferer. SupplyOn bildet alle
relevanten Prozesse im Supply Chain Management, im Supplier Risk and Performance Management, in der strategischen und operativen Beschaffung sowie im Transportmanagement ab. Die
zentrale Online-Plattform dient der strukturierten, transparenten und sicheren Abwicklung der
Geschäftsprozesse der Schaeffler Gruppe. Diese Kollaborationsplattform steht exemplarisch für
die verstärkte kooperative Planung, Steuerung und Kontrolle logistischer Wertschöpfungsaktivitäten im gesamten Unternehmen.
1. Grundlagen des Konzerns
55
Im Berichtsjahr bezog Schaeffler Waren und Dienstleistungen von rund 30.000 Lieferanten aus
rund 80 Ländern. Das Einkaufsvolumen konzentrierte sich im Wesentlichen auf die SchaefflerRegionen Europa (66,6 %) und Americas (16,7 %). Regional ist eine Verschiebung zu Gunsten
der asiatischen Märkte zu beobachten, in denen weiterhin „Best Cost Sourcing“-Aktivitäten
vorangetrieben werden. Ziel ist es, zu optimalen Kosten unter Berücksichtigung der Qualität
und Liefertreue einzukaufen.
Als Unternehmen mit hoher Wertschöpfungstiefe spielen bei Schaeffler Rohmaterialien wie
Stahl (Flach- oder Stabstahl), Eisen- und Aluminiumguss sowie Nichteisen-Metalle (NE-Metalle)
im Produktionsmaterial eine bedeutende Rolle. Direkt oder indirekt sind die bei Schaeffler
verwendeten Produktionsmaterialien im Wesentlichen abhängig von der Preisentwicklung
bei Stahlschrott, Kokskohle und Eisenerz sowie von NE-Metallen. Beim Stahl waren aufgrund
gesunkener Preise für die zentralen Rohstoffe der Stahlproduktion, Eisenerz und Kohle
auch 2014 Preisrückgänge zu beobachten.
Im Geschäftsjahr 2014 kam es zu keinen nennenswerten Insolvenzen bei den Lieferanten. Die
Schaeffler Gruppe bedient sich diverser Instrumente zur präventiven Risikoerfassung, die
zu einer Reduktion der Wahrscheinlichkeit von Versorgungsausfällen beitragen. Lieferanten
werden bei der Erstevaluierung einer Risikoeinschätzung mittels einer Potenzialanalyse
hinsichtlich Technologie, Qualität, Prozesse und Wirtschaftlichkeit unterzogen. Darüber
hinaus erfolgt zusätzlich eine systematische und kontinuierliche Bonitätsprüfung der
Serienlieferanten.
Die Analyse der Lieferkette hat weiter an Bedeutung gewonnen. Begründet ist dies durch ein
sich im Wandel befindliches rechtliches Umfeld und die erhöhte Sensibilität der SchaefflerKunden in Bezug auf Nachhaltigkeitsaspekte. Der Einkauf trägt insbesondere durch die
Berücksichtigung von ökonomischen, ökologischen und sozialen Kriterien im Rahmen der
Freigabe von Lieferanten und der Lieferantenbewertung zur Einhaltung der Nachhaltigkeitsziele bei.
Konzernabschluss
Im Geschäftsjahr 2014 war ein operativer Anstieg des Gesamteinkaufsvolumens um 13,0 %
zu verzeichnen. Es lag damit deutlich über dem Niveau des Vorjahres. Bedingt durch die
positive Umsatzentwicklung stieg das darin enthaltene Produktionsmaterialeinkaufsvolumen
(Rohmaterial und Komponenten) um 9,7 %. Das Einkaufsvolumen im Allgemeinen Einkauf
(im Wesentlichen Investitionen, Werkzeuge, Hilfs- und Betriebsstoffe sowie Dienstleistungen)
stieg um 17,5 %. Die weltweite Versorgung der Werke der Schaeffler Gruppe war 2014 stets
sichergestellt.
Konzernanhang
Die wesentlichen Ziele des Einkaufs sind die Verbesserung der Zulieferqualität durch intensive
Zusammenarbeit mit den Lieferanten, die Sicherstellung wettbewerbsfähiger Beschaffungskosten und die Optimierung der Supply Chain zur Erhöhung der Versorgungssicherheit durch
verbesserte logistische Anbindungen.
Weitere Angaben
Der Bereich Einkauf ist untergliedert in den Einkauf der Sparten Automotive und Industrie,
den Zentraleinkauf für Produktions- und Nichtproduktionsmaterial sowie die Stabsbereiche
für Strategie und Qualität. Der Einkauf ist darüber hinaus in die Schaeffler-Regionen Europa,
Americas, Greater China und Asien/Pazifik gegliedert.
Zusammengefasster
Lagebericht
Einkauf
56
Vorwort | Mobilität für morgen | Zusammengefasster Lagebericht | Konzernabschluss | Konzernanhang | Weitere Angaben
Das Material Compliance Management der Schaeffler Gruppe stellt in der Organisation für Komponenten und Rohmaterial die Konformität zu Gesetzen, Regularien und Standards anhand von
Prozessen und effektiven Methoden sicher. So führte Schaeffler den 2013 aufgesetzten Prozess
zur Absicherung und Erfüllung der Anforderungen des Dodd Frank Act 1502 (Conflict Minerals)
fort und stellte bereits entsprechende Informationen über die Verwendung dieser Mineralien
an betroffene Kunden bereit. Das Unternehmen intensivierte Aktivitäten zur Verfolgung
der „Reasonable Country of Origin Inquiries“ (RCOI), um die Aussagen der Lieferanten zu
verifizieren. Darüber hinaus setzt sich Schaeffler in Zusammenarbeit mit den Lieferanten und
Kunden konsequent dafür ein, dass die international strenger werdenden Stoffverbotsstandards
für Erzeugnisse und Chemikalien im Dialog umgesetzt werden.
Seit fünf Jahren bilden Continental und Schaeffler eine Einkaufskooperation. Beide
Unternehmen profitieren durch eine gegenseitige Stärkung der Einkaufsaktivitäten von
besseren Kostenstrukturen. Durch die Nutzung der Synergien, die aus zahlreichen regionenübergreifenden Projekten und Programmen resultieren, konnte die Schaeffler Gruppe die
Materialkosten 2014 weiter optimieren.
Compliance in der Schaeffler Gruppe
Compliance dient der Einhaltung von gesetzlichen Anforderungen und konzerninternen
Regelwerken und ist damit ein grundlegender Bestandteil der Geschäftstätigkeit der
Schaeffler Gruppe.
Aufgrund der gestiegenen Bedeutung von Compliance hat der Vorstand im Laufe des Jahres 2013
als Teil der „ONE Schaeffler Initiative“ eine grundlegende Überarbeitung des seit mehreren
Jahren bestehenden Compliance-Programms initiiert. Dazu wurde entschieden, das Compliance
Management System (CMS) der Schaeffler Gruppe weiterzuentwickeln und neu auszurichten.
Das neue CMS-Konzept wurde vom Vorstand im Mai 2014 genehmigt und anschließend
von einer externen Wirtschaftsprüfungsgesellschaft nach Maßgabe des IDW PS 980 einer
Konzeptprüfung unterzogen, die erfolgreich abgeschlossen wurde.
Compliance-Organisation
Im Rahmen der Neuausrichtung des Compliance-Programms wurde die Position des Group
Chief Compliance Officer (CCO) neu besetzt und die regionalen Compliance-Einheiten verstärkt.
Unter der Führung des neuen CCO wurde ein 10-Punkte-Maßnahmenplan, das sog. „Compliance
Fit & Proper“ Programm, entwickelt, das integraler Bestandteil der ONE Schaeffler Initiative
ist. Der CCO berichtet direkt an den Vorsitzenden des Vorstandes. Um die Bedeutung und
Unabhängigkeit der Funktion zu unterstreichen, hat der CCO darüber hinaus eine Berichtslinie
zum Vorsitzenden des Aufsichtsrates. Er berichtet zudem in regelmäßigen Abständen an den
Vorsitzenden des Prüfungsausschusses.
57
1. Grundlagen des Konzerns
Compliance Management System
Zusammengefasster
Lagebericht
Das CMS der Schaeffler Gruppe basiert, wie in der nachfolgenden Graphik dargestellt, auf den
drei Säulen „Prävention“, Detektion“ und „Reaktion“. Es umfasst insbesondere die Steuerung
und Überwachung der erforderlichen Aktivitäten zur Vermeidung bzw. der Früherkennung
von Rechtsverstößen auf dem Gebiet der Korruption, des Wettbewerbs- und Kartellrechts sowie
der wirtschaftskriminellen Handlungen. Es dient der aktiven Risikosteuerung und hat eine
Schutzfunktion sowohl für das Unternehmen als auch für seine Mitarbeiter. Das CMS beinhaltet
sieben Punkte: Compliance Kultur, Compliance Ziele, Gefährdungsanalyse, Compliance
Programm, Compliance Organisation, Kommunikation sowie Überwachung und Verbesserung.
Konzernabschluss
Das CMS und die Notwendigkeit einer durchgängigen Einhaltung von gesetzlichen Anforderungen und konzerninternen Regeln wird vom Gesamtvorstand und der Familie Schaeffler als
Gesellschafter der Schaeffler Gruppe nachdrücklich unterstützt (Tone from the top).
Abbildung Compliance Management System
– Kultur & Bewusstsein
– G efährdungsanalyse &
Maßnahmen
– Richtlinien & Prozesse
– Training
– Beratung & Unterstützung
Detektion
– Hinweisgebersystem
– Überprüfungen & Kontrollen
– D ue Diligence für Geschäfts­
partner und Lieferanten
Weltweite Abdeckung
Das CMS kommt weltweit für die gesamte Schaeffler Gruppe zur Anwendung.
Reaktion
– Untersuchungen
– Sanktionen
– Ursachenanalyse
– Verbesserungen
Weitere Angaben
Prävention
Konzernanhang
„Tone from the top“
58
Vorwort | Mobilität für morgen | Zusammengefasster Lagebericht | Konzernabschluss | Konzernanhang | Weitere Angaben
„Compliance Fit & Proper“
Das „Compliance Fit & Proper“ Programm beinhaltet zehn Maßnahmen:
• Weitere Stärkung des Compliance-Bewusstseins,
• Ausbau der weltweiten Compliance-Organisation,
• Etablierung einer Gefährdungsanalyse,
• Implementierung eines Group Compliance & Risk Committees,
• Weiterentwicklung von Maßnahmen zur Kartellrechts Compliance (Anti-Trust),
• Weiterentwicklung von Maßnahmen zur Korruptionsbekämpfung (Anti-Corruption),
• Verbesserung von Maßnahmen zur Abwehr von Wirtschaftskriminalität, Betrug und
Geldwäsche,
• Etablierung von Reaktionsplänen für akute Vorfälle und Krisen,
• Weiteres Vorantreiben von regelmäßigen Schulungen sowie Key Function Updates,
• Überarbeitung des Schaeffler-Verhaltenskodex (Code of Conduct).
Der Fokus liegt dabei auf den folgenden wesentlichen Maßnahmen des „Compliance Fit &
Proper“ Programms:
• Durchführung einer globalen Compliance-Gefährdungsanalyse zwecks Identifikation
und Bewertung der Risiken sowie Definition und Priorisierung von risikomitigierenden
Compliance-Maßnahmen, soweit diese noch nicht vorliegen sollten
• Ausbau der Compliance-Organisation und Installation regionaler Compliance Officer zur
weltweiten Abdeckung des Beratungsansatzes (informieren, schulen, beraten)
• Implementierung eines Group Compliance & Risk Committees, welches eine bereichs- und
unternehmensübergreifende Risikoüberwachung gewährleistet und Schnittstellenrisiken
reduziert.
Um die Compliance-Anforderungen weltweit durchzusetzen, wurden konzernweit gültige
Compliance Richtlinien etabliert. Sie dienen den Mitarbeitern als Leitplanken, die Gesetze,
externe Richtlinien und Regeln in Handlungs- und Entscheidungsanweisungen zu übersetzen.
Zur Verankerung dieser Richtlinien auf allen Mitarbeiterebenen wurden maßgeschneiderte
Trainingsmaßnahmen wie webbasierte eLearning-Kurse, Vorträge und Präsenzschulungen
konzipiert und ausgerollt. Die Trainings zu den Compliance-Grundlagen sind verpflichtend von
allen Schaeffler-Mitarbeitern zu absolvieren. Über die Trainingsmaßnahmen hinaus steht allen
Mitarbeitern ein weltweit aufgestelltes Compliance-Helpdesk zur Verfügung, um im Geschäftsalltag bei der Auslegung von Vorgaben und Regeln zu unterstützen.
Darüber hinaus bietet die Schaeffler Gruppe mittels eines Hinweisgebersystems den Mitarbeitern die Möglichkeit, Rechtsverstöße oder Verstöße gegen interne Regelungen im Unternehmen
vertraulich und, auf Wunsch, anonym zu melden.
59
1. Grundlagen des Konzerns
Prioritäten für das Geschäftsjahr 2015
Zusammengefasster
Lagebericht
Für das Geschäftsjahr 2015 ist die Fortführung und der weitere Ausbau des CMS und die
weitere Umsetzung des „Compliance Fit & Proper“ Programmes vorgesehen. Im Fokus stehen
hier insbesondere die Überarbeitung des Schaeffler-Verhaltenskodex (Code of Conduct), die
Überprüfung und Anpassung der Prozesse für die Compliance Due Diligence mit Geschäftspartnern und Lieferanten sowie weitere Maßnahmen zur Anti-Korruption und Einhaltung des
Kartellrechts, wie bspw. die Einführung eines Registers für Kontakte mit Wettbewerbern.
Konzernabschluss
Ziel ist es, weiterführend die systematische Verankerung einer global einheitlichen ComplianceKultur in der Schaeffler Gruppe mittels eines „best in class“ CMS, das im Einklang mit dem
wertebasierten Ansatz hinsichtlich der unternehmerischen Ziele der Schaeffler Gruppe steht, zu
etablieren.
Regionen
Regionen und Subregionen der Schaeffler Gruppe
Schaeffler Gruppe
Europa
WestSüdOsteuropa 1) europa europa
Greater
China
Americas
MEA 2)
Indien
USA
Mexiko Kanada
SüdChina
amerika
Asien/Pazifik
Korea
Japan
1)
2)
Südostasien
inkl. Deutschland.
M E A = Mit tlerer Osten, Af r ika und Ru ssland.
Ve r e i n fa c h t e D a r s t e l l u n g z u I l l u s t ra t i o n s z w e c k e n .
Weitere Angaben
Konzernanhang
Die Schaeffler Gruppe unterteilt ihr Geschäft im Rahmen ihrer Matrixorganisation neben
Sparten und Funktionen auch nach vier Regionen: Europa, Americas, Greater China und
Asien/Pazifik. Die regionale Ausrichtung gewährleistet eine durchgängige Konzentration auf
die Kernmärkte der Gruppe sowie eine weltweite Präsenz der Sparten und Unternehmensbereiche. Entsprechend ihrem Leitbild „In der Region – Für die Region“ hat die Schaeffler Gruppe
einen weltweit integrierten Entwicklungs- und Produktionsverbund mit einer starken
regionalen Verankerung etabliert. Die vier Regionen der Schaeffler Gruppe werden jeweils
durch regionale CEOs geführt.
60
Vorwort | Mobilität für morgen | Zusammengefasster Lagebericht | Konzernabschluss | Konzernanhang | Weitere Angaben
Die Region Europa beinhaltet neben dem wichtigsten Absatzmarkt Deutschland die Regionen
West-, Süd- und Osteuropa, den Mittleren Osten, Afrika, Russland und Indien. Sie trägt mit
57,0 % wesentlich zum Umsatz des Konzerns bei. In der Schaeffler-Region Europa waren 2014
insgesamt 57.607 Mitarbeiter beschäftigt, was 70,0 % der Gesamtbelegschaft des Unternehmens
entspricht. Die Region verfügt über 48 Werke und neun F&E-Zentren. Der regionale Haupt­
standort ist Schweinfurt, Deutschland.
In der Region Americas werden die Länder Nord- und Südamerikas zusammengefasst.
Der Umsatzbeitrag dieser Region betrug im Geschäftsjahr 20,4 %. In 14 Werken und vier
F&E-Zentren sowie Vertriebsstandorten in Nord- und Südamerika waren insgesamt 12.229
Mitarbeiter beschäftigt. Der regionale Hauptsitz der Schaeffler-Region Americas ist Fort Mill,
South Carolina, USA. Schaeffler produziert in dieser Region seit 1953.
Aufgrund der strategischen Bedeutung Chinas für die Schaeffler Gruppe werden insbesondere
China, Taiwan und Hongkong als eigenständige Region Greater China geführt. Die Region
erzielte im Geschäftsjahr 2014 12,7 % des Konzernumsatzes und beschäftigte insgesamt 9.741
Mitarbeiter. In Greater China sind sieben Werke und ein F&E-Zentrum angesiedelt. Der regionale
Hauptsitz ist Anting, im Großraum von Shanghai, China. Das erste Tochterunternehmen von
Schaeffler wurde in der Region 1995 in Taicang, China, gegründet.
Die Region Asien/Pazifik umfasst Korea, Japan und die Länder Südostasiens. Schaeffler ist
bereits seit 1953 in dieser Region vertreten, in der 2.717 Mitarbeiter beschäftigt sind. 2014 trug
die Region mit einem Anteil von 9,9 % zum Konzernumsatz bei. Der regionale Hauptsitz ist in
Singapur. Insgesamt betreibt Schaeffler in dieser Region fünf Werke und zwei F&E-Zentren.
61
Werke u nd F& E-Z ent ren der Schaef f ler Gr upp e
K a n ad a
• St rat ford (2)
Süd kor e a
• A n s a n
•• C
ha ng won
• Je onju
Ru s sl a nd
• U lja now sk
USA
• C he raw (2)
• D a nbu r y
•• For t M i l l (2)
• Jopl i n
• Sp a r t a nbu rg
• Troy
•• Wo o ste r
Jap a n
• Yokoha ma
• P uebla
• I rapu ato
Me x i ko
China
• A nt i ng
• Na nji ng
• Su z hou
• Ta ic a ng (3)
• Y i nchu a n (2)
B r a si l ie n
•• S oro c ab a (2)
I nd ie n
• Ho su r
•• P u ne
• Vadodara (2)
Süd a f r i k a
• Por t E l i z ab et h
T h a i l a nd
• R ayong
Vie t n a m
• Bie n Hoa C it y
Eu ropa
Gr 0ßbr it a n n ie n
• L la nel i
• Ply mout h
• She f f ield
Ts c he c h i s c he Republ i k
• L a n sk rou n
Slow a ke i
•• Ky u s ce Nove Me sto
• Sk a l ic a
Fr a n k r e ic h
• C a la i s C e de x
• C hev i l ly
•• Hag ue nau (2)
Ö s te r r e ic h
• B e r ndor f
-St .Ve it
P or t u g a l
• C a ld a s d a R a i n ha
Ung a r n
• D ebre ce n
•• Sz omb at he ly
Ru m ä n ie n
•• Bra sov
It a l ie n
• Momo
S c hwe i z
• Roma n shor n
D eut s c h l a nd
•• Bü h l
• E l fer shau sen
• E lt ma n n
• Gu n z en hau sen
• Ha m m/Sieg
•• Her z ogenau rach
• H i r s cha id
• Hö ch st adt (2)
•• Hombu rg (3)
• I ngol st adt
• K a lte n nord he i m
• L a h r
• Lucke nw a lde
• M agdebu rg
• Morb ach
•• S chwei n f u r t (2)
• Ste i n hage n
• Su h l
• Un na
• Wupp e r t a l
Sp a n ie n
• E lgoib a r
Greater
China
Asien/
Pazifik
Europa
Americas
• F & E -Z e n t r e n
• 9
• 4
• 1
• 2
• We r k e
• 4 8
• 14
• 7
• 5
62
Vorwort | Mobilität für morgen | Zusammengefasster Lagebericht | Konzernabschluss | Konzernanhang | Weitere Angaben
1.3Konzernstruktur
Zur Schaeffler Gruppe gehören zum 31. Dezember 2014 neben der als Führungsgesellschaft
fungierenden Schaeffler AG (vormals INA Beteiligungsgesellschaft mit beschränkter Haftung)
– eine Aktiengesellschaft deutschen Rechts mit Sitz in Herzogenaurach – 155 Tochterunternehmen im In- und Ausland.
Die Konzernstruktur wurde im Laufe des Jahres 2014 weiter angepasst. Bis zum 23. Oktober 2014
oblag die Konzernführung der Schaeffler AG als 100 %igem Tochterunternehmen der Schaeffler
Verwaltungs GmbH. Die Schaeffler AG war dabei indirekt über die Schaeffler Beteiligungsholding
GmbH & Co. KG mit 34,2 % an der Continental AG beteiligt (siehe Grafik: Konzernstruktur bis zum
23. Oktober 2014).
Vereinfachte Darstellung Konzernstruktur Schaeffler Gruppe bis zum 23. Oktober 2014
INA-Holding Schaeffler
GmbH & Co. KG
Schaeffler
Verwaltungs GmbH
11,8 %
Free
float
100 %
Schaeffler
Gruppe
Schaeffler AG
34,2 % 1)
54,0 %
100 %
INA Beteiligungs GmbH
1)
Continental AG
i n d i r e k t g e h a l t e n ü b e r d i e S c h a e f f l e r B e t e i l i g u n g s h o l d i n g G m b H & C o . KG .
Die Schaeffler AG wurde mit Eintragung in das Handelsregister am 23. Oktober 2014 in eine
Gesellschaft mit beschränkter Haftung umgewandelt. Sie firmiert seitdem als Schaeffler
Verwaltung Zwei GmbH (siehe Grafik: Konzernstruktur zum 31. Dezember 2014). Am
24. Oktober 2014 (Tag der Eintragung ins Handelsregister) wurde die INA Beteiligungsgesellschaft
mit beschränkter Haftung, die ab dem 31. Dezember 2013 als einzige Holdinggesellschaft
zwischen die bisherige Führungsgesellschaft Schaeffler AG und die das operative Geschäft
bündelnde Schaeffler Technologies AG & Co. KG getreten ist, in eine Aktiengesellschaft umgewandelt und firmiert seitdem als Schaeffler AG. Gleichzeitig wurden alle Vorstandsfunktionen
auf diese Gesellschaft übertragen. Die Schaeffler AG, vormals INA Beteiligungsgesellschaft mit
beschränkter Haftung, hat damit die Führungsfunktion über die Schaeffler Gruppe übernommen. Der Aufsichtsrat der Schaeffler AG wurde weitgehend personenidentisch neu gebildet.
Zur Stärkung der Eigenkapitalbasis der Schaeffler AG wurde am 12. Dezember 2014
eine Sachkapitalerhöhung beschlossen, die am 30. Dezember 2014 ins Handelsregister
63
1. Grundlagen des Konzerns
Zusammengefasster
Lagebericht
eingetragen wurde. Diese erfolgte mittels einer Sacheinlage durch die Gesellschafterin
Schaeffler Verwaltungs GmbH. Gegenstand der Sacheinlage waren Darlehensforderungen der
Schaeffler Verwaltungs GmbH gegenüber der Schaeffler Verwaltung Zwei GmbH sowie gegenüber der Schaeffler Beteiligungsholding GmbH & Co. KG. Auf die Schaeffler Verwaltungs GmbH
entfällt seitdem ein Anteil am Grundkapital in Höhe von 16,7 %. 83,3 % an der Schaeffler AG
werden von der Schaeffler Verwaltung Zwei GmbH gehalten.
Konzernabschluss
Im Zuge der Anpassung der Konzernstruktur wurden 1,8 % der Anteile an der Continental AG
von der Schaeffler Verwaltungs GmbH an die Schaeffler Beteiligungsholding GmbH & Co. KG
– eine 100 %ige Beteiligung der Schaeffler Verwaltung Zwei GmbH – übertragen. Das operative
Geschäft der Schaeffler Gruppe ist unverändert in der Schaeffler Technologies AG & Co. KG,
einem 100 %igen Tochterunternehmen der Schaeffler AG, gebündelt.
Vereinfachte Darstellung Konzernstruktur Schaeffler Gruppe zum 31. Dezember 2014
INA-Holding Schaeffler
GmbH & Co. KG
10,0 %
Schaeffler Verwaltung
Zwei GmbH
36,0 % 1)
83,3 %
Schaeffler AG
54,0 %
Continental AG
1)
i n d i r e k t g e h a l t e n ü b e r d i e S c h a e f f l e r B e t e i l i g u n g s h o l d i n g G m b H & C o . KG .
Die Schaeffler AG veröffentlicht zum 31. Dezember 2014 erstmals einen Konzernabschluss und
Konzernlagebericht. Diese knüpfen formal nicht an die letztjährige Berichterstattung zum
31. Dezember 2013 der Schaeffler AG (nunmehr Schaeffler Verwaltung Zwei GmbH) an und ist
daher nur mit bestimmten Einschränkungen mit deren Vorjahresberichterstattung vergleichbar.
Weitere Angaben
Schaeffler
Gruppe
Free
float
Konzernanhang
Schaeffler
Verwaltungs GmbH
16,7 %
64
Vorwort | Mobilität für morgen | Zusammengefasster Lagebericht | Konzernabschluss | Konzernanhang | Weitere Angaben
Während das operative Geschäft der Schaeffler Gruppe von der Anpassung der Konzernstruktur
auf Ebene der Führungsgesellschaft bzw. des Mutterunternehmens unberührt blieb, führte
die Neufestlegung des Mutterunternehmens dazu, dass die Beteiligung an der Continental AG
nicht länger Bestandteil des Konsolidierungskreises ist. Überdies hat die Verschiebung
der Konsolidierungskreisgrenze zwischen der Schaeffler Gruppe und den übergeordneten
Holdinggesellschaften der INA-Holding Schaeffler GmbH & Co. KG, ebenso wie die Aufnahme
einer neuen Gesellschafterin aus dem Kreis der übergeordneten Holdinggesellschaften,
Auswirkungen auf die Kapitalstruktur der Schaeffler Gruppe (vgl. Abschnitt Kapitalstruktur,
Seite 97). Insbesondere hat das neue Mutterunternehmen andere Darlehensbeziehungen zu den
übergeordneten Holdinggesellschaften als das bisherige Mutterunternehmen.
Die im Rahmen der vorliegenden Berichterstattung verwendeten Finanzinformationen (mit Ausnahme der Konzern-Bilanz) des Geschäftsjahres 2013 wurden im Rahmen eines sog. Carve-Out
erstellt (vgl. Konzernanhang 1.2), der die Geschäftstätigkeit der Schaeffler Gruppe rückwirkend
so darstellt, als habe die aktuelle Konzernstruktur bereits vor dem 31. Dezember 2013 bestanden.
65
1. Grundlagen des Konzerns
Strategie
Die Schaeffler Gruppe ist ein integrierter Automobil- und Industriezulieferer. Sie verfolgt
eine Wachstumsstrategie mit dem Ziel, profitabel über dem Markt zu wachsen. Kern dieser
Wachstumsstrategie sind höchste Qualität, herausragende Technologie und ausgeprägte
Innovationskraft sowohl im Kundengeschäft als auch bei den internen Prozessen.
Zusammengefasster
Lagebericht
1.4 Konzernstrategie und -steuerung
Die Schaeffler Gruppe leistet einen entscheidenden Beitrag zu allen Formen der Mobilität
der Zukunft. Als internationaler Zulieferer für Kunden aus Automotive und Industrie bietet
das Unternehmen schon heute innovative Produkte für Hybrid- und Elektrofahrzeuge an.
Gleichzeitig arbeitet Schaeffler daran, konventionelle automobile Motor- und Getriebelösungen
sowie den Bereich der Lagertechnik bei Industrieanwendungen energieeffizienter zu machen.
Egal ob für umweltfreundliche Antriebe, urbane Mobilität, den Bereich der interurbanen
Mobilität oder die gesamte Energiekette – in all diesen Feldern gestaltet Schaeffler für seine
Kunden „Mobilität für morgen“.
Konzernanhang
Ausgehend von den großen Megatrends, die das Geschäft von Schaeffler bestimmen, hat
das Unternehmen sein Strategiekonzept „Mobilität für morgen“ entwickelt. Unter diesem
Konzept fokussiert sich die Schaeffler Gruppe sparten- und regionenübergreifend auf die
vier Fokusfelder „Umweltfreundliche Antriebe“, „Urbane Mobilität“, „Interurbane Mobilität“
sowie „Energiekette“. Das Unternehmen gestaltet diese Fokusfelder durch eigene Forschung
und Entwicklung aktiv mit und stellt für seine Kunden und Geschäftspartner als kompetenter
Innovations- und Technologieführer ein attraktives Produktangebot zur Verfügung.
Konzernabschluss
Strategiekonzept „Mobilität für morgen“
Umweltfreundliche Antriebe
Urbane Mobilität
Mobilität
für morgen
Interurbane Mobilität
Energiekette
Weitere Angaben
Strategiekonzept „Mobilität für morgen“
66
Vorwort | Mobilität für morgen | Zusammengefasster Lagebericht | Konzernabschluss | Konzernanhang | Weitere Angaben
(1) Umweltfreundliche Antriebe
Eines der Hauptziele der Automobilindustrie ist die Entwicklung von energieeffizienten,
emissionsarmen oder -freien, also umweltfreundlichen und nachhaltigen Antrieben. Mit
dem breiten Produktportfolio bedient Schaeffler dabei in einer Fächerstrategie alle Bereiche
von der Optimierung herkömmlicher Verbrennungsmotoren, über die Hybridisierung bis hin
zur e-Mobilität. Schlüsselkomponenten wie variable Ventilsteuerungssysteme, das Thermomanagement-Modul, nasse und trockene Doppelkupplungen sowie elektronische Steuermodule
helfen dabei, die CO2-Emissionen herkömmlicher Verbrennungsantriebe zu senken. Darüber
hinaus spielen innovative Produkte für den Bereich Elektromobilität, wie der elektrische Achsantrieb, der Radnabenantrieb „E-Wheel Drive“ oder Hybridmodule, für die Automotive-Kunden
von Schaeffler eine zunehmend wichtige Rolle, um ihre Ziele zur Senkung von CO2-Emissionen
zu erreichen.
(2) Urbane Mobilität
Nirgends macht sich der Mobilitätswandel so sehr bemerkbar wie in den Megastädten dieser
Welt. Zugleich ist er auch nirgends so sehr vonnöten. Denn Städte wie Moskau, Tokio oder
Shanghai werden täglich von einem Verkehrsinfarkt befallen, der schnelle und flexible
Fortbewegung unmöglich macht. Der Trend geht deshalb hin zur Mikromobilität und bietet
große Chancen für kleine Vehikel. Als Konsequenz baut Schaeffler sein Produktportfolio in den
Bereichen Hybrid- und elektrische Mobilität weiter aus. So hat sich Schaeffler beispielweise
mit seinen Drehmomentsensortretlagern als innovativer Zulieferer im wachsenden Markt für
E-Bikes positioniert.
(3) Interurbane Mobilität
Interurbane Mobilität beschreibt die Vernetzung globaler Zentren. In den kommenden
Jahrzehnten wird das weltweite Verkehrsaufkommen erheblich zunehmen. Denn die Globalisierung setzt sich fort – und zugleich wird ein hohes Maß an Flexibilität gefordert. Für Bahn- und
Luftfahrtunternehmen stellt die Bereitstellung modernster Mobilitätslösungen eine zentrale
Herausforderung dar. Ein nachhaltiges Verkehrskonzept beinhaltet dabei vor allem eine
ökologische Komponente. Vor dem Hintergrund des fortschreitenden Klimawandels steht die
Verringerung des CO2-Ausstoßes im Vordergrund. Das heißt, dass der Transport von Personen
und Waren so umweltverträglich wie möglich gestaltet werden muss. Eine technologische
Antwort auf diese Anforderungen stellen bspw. ökoeffiziente Flugzeuge und Hochgeschwindigkeitszüge. Schaeffler ist mit seinen innovativen Wälzlagerlösungen für Kunden sowohl im
Schienen- als auch im Luftverkehr präsent. Die Produkte finden sich in modernen Hochgeschwindigkeitszügen und Flugzeugen.
(4) Energiekette
Als Entwicklungspartner der Energiewirtschaft unterstützt Schaeffler den Ausbau der regenerativen Energien. Vor dem Hintergrund schwindender Ressourcen und großer Klimaherausforderungen wächst der weltweite Bedarf an sauberer Energie. Alle Felder der Energiekette – von der
Gewinnung über Transport und Umwandlung bis zur Nutzung der Energie – müssen optimiert
werden. Den regenerativen Energiequellen kommt dabei eine zentrale Bedeutung zu. Auch für
Schaeffler stellen Wasser-, Wind- und Solarenergie zukunftsträchtige Wachstumsfelder dar,
denn alle werden maßgeblich zur Energieversorgung von morgen beitragen. Die SchaefflerSparte Industrie bietet ein umfassendes Produktportfolio im Bereich erneuerbarer Energie
an – das Spektrum reicht dabei von Lagerlösungen für Windkraftturbinen bis zu Lösungen für
den Solar- und Wasserkraftbereich.
1. Grundlagen des Konzerns
67
Dabei ist es der Anspruch der Schaeffler Gruppe, höchstmögliche Qualität für seine Kunden
zu liefern. Zu diesem Zweck investiert das Unternehmen in hochstandardisierte und vollautomatisierte Produktionsanlagen, um auch weiterhin die höchsten Qualitätsstandards der
Industrie zu setzen. Gleichzeitig realisiert Schaeffler konsequent Produktivitätsgewinne in
den Herstellungsprozessen, um die Kostenbasis zu verbessern und weiterhin eine attraktive
Kosten-/Leistungsbalance sicherzustellen.
Die Schaeffler Gruppe konzentriert sich auf die Entwicklung und Herstellung hochwertiger
Komponenten, Module und Systemlösungen, welche die globalen Megatrends in den
Bereichen Automobil und Industrie adressieren. Hierbei handelt es sich im Wesentlichen um
gesellschaftliche Trends wie Urbanisierung und Bevölkerungswachstum, technologische
Trends wie steigende Komplexität und Digitalisierung, Umwelttrends wie erneuerbare Energien
und Ressourcenknappheit sowie ökonomische Trends wie Globalisierung. Der Anspruch von
Schaeffler ist es, mit Blick auf diese Trends neue Standards im modernen Engineering zu
setzen. Die Schaeffler Gruppe ist überzeugt, dass der Fokus auf die globalen Megatrends es dem
Unternehmen ermöglicht, auch in Zukunft über dem Markt zu wachsen.
Schaeffler leistet zu allen Formen der Mobilität der Zukunft einen entscheidenden Beitrag.
Bereits heute bietet das Unternehmen innovative Produkte für Hybrid- und Elektrofahrzeuge
an. Gleichzeitig arbeitet Schaeffler fortwährend daran, konventionelle automobile Motor- und
Getriebelösungen sowie den Bereich der Lagertechnik bei Industrieanwendungen energieeffizienter zu machen.
Schaeffler baut seine internationale Präsenz in Wachstumsmärkten weiter aus, insbesondere
in der Region Asien/Pazifik, die sich zu einem Wachstumstreiber der Sparten Automotive und
Industrie entwickelt hat. Knapp ein Drittel der gesamten Investitionen in den letzten zwölf
Monaten flossen in die Regionen Asien/Pazifik sowie Greater China. Getreu dem Motto
„In der Region – Für die Region“ werden lokale Werke ausgebaut bzw. neu eröffnet. Im Jahr
2014 wurden zwei zusätzliche Werke in Uljanowsk (Russland) und Nanjing (China) eröffnet.
Konzernabschluss
Ziel ist es, den Kunden ein umfassendes „best-in-class” Produkt-/Systemportfolio samt
Beratung und Service anzubieten. Neue Produkte und Märkte werden vor dem Hintergrund
der hohen Profitabilitätsziele von Schaeffler ausführlich evaluiert. Der Fokus liegt auf den
Premium-Segmenten, welche höchste Qualitätsstandards verlangen. Dazu bindet das Unternehmen seine Kunden in jeder Phase der Produktentwicklung eng ein, um ihre Anforderungen
bestmöglich zu erfüllen.
Konzernanhang
Die qualitativen strategischen Leitplanken sind eine Wachstumsstrategie mit dem Fokus auf
Qualität, Technologie und Innovation, nachhaltiges profitables Wachstum mit hoher CashFlow-Orientierung, ein balanciertes Geschäftsportfolio, der weitere Ausbau der Lokalisierung
gemäß dem Grundsatz „In der Region – Für die Region“, die Sicherstellung einer ausreichenden
finanziellen Flexibilität sowie der Ausbau der Kooperation mit der Continental AG.
Weitere Angaben
Das Strategiekonzept „Mobilität für morgen“ mit den vier Fokusfeldern und die Sub-Strategien
der Geschäftsfelder, Regionen und Funktionen sollen dazu beitragen, dass die strategischen
Ziele der Schaeffler Gruppe erreicht werden. Die strategischen Ziele bestehen sowohl aus
quantitativen als auch qualitativen Elementen.
Zusammengefasster
Lagebericht
Strategische Ziele
68
Vorwort | Mobilität für morgen | Zusammengefasster Lagebericht | Konzernabschluss | Konzernanhang | Weitere Angaben
Durch den Ausbau des Produktionsnetzwerks in Niedriglohnländern, wird ein signifikanter
Anteil der Produktion in Ländern wie der Slowakei, Ungarn, Rumänien, China, Indien und
Mexiko gefertigt. Durch den weiteren Ausbau des Netzwerks in Wachstumsmärkten wird
sich der relative Lohnkostenanteil der Produktionskosten für Schaeffler in Zukunft weiter
verbessern.
Im Zuge der globalen Wachstumsstrategie weitet das Unternehmen auch sein Produktportfolio
sukzessive weltweit aus und kann somit seinen Kunden eine noch größere Vielfalt an Lösungen
anbieten.
Die Schaeffler Gruppe beabsichtigt die Produktdiversifizierung über verschiedene Märkte
hinweg auszubauen, um Abhängigkeiten von einzelnen Märkten zu minimieren. Dabei wird
auch die Kompetenz als Anbieter von Systemlösungen und Services erweitert.
Zusätzlich verfolgt Schaeffler das Ziel, seine Aftermarket-Tätigkeiten auszubauen. Die Sparte
Automotive adressiert verstärkt Großhändler sowie Wartungs-/Reparaturdienstleister für
Ersatzgeschäft. Die Sparte Industrie qualifiziert und optimiert ihr Netzwerk mit autorisierten
Händlern ständig weiter. Durch die Erweiterung des Service-Geschäfts kann zum einen die
Volatilität im Umsatz gesenkt werden, zusätzlich ergeben sich völlig neue Geschäftspotentiale
(z. B. im Bereich Condition-Monitoring).
Grundlage der Wachstumsstrategie sind zielgerichtete Investitionen in Forschung und
Entwicklung sowie in das Produktionssystem der Schaeffler Gruppe. Die finanzielle Flexibilität
hierfür wird durch einen adäquaten Verschuldungsgrad und die Erwirtschaftung eines
angemessen positiven Cash Flow ermöglicht. Entscheidungen in der Schaeffler Gruppe werden
deshalb immer auch mit einem starken Fokus auf Cash Flow getroffen.
Ein weiteres strategisches Ziel ist der Ausbau der Kooperation mit der Continental AG. Mechatronische Systeme (die Kombination von mechanischem Engineering und Elektronik) gewinnen
mehr und mehr an Bedeutung, da OEMs von ihren Zulieferern zunehmend Systemlösungen
erwarten, welche im Rahmen der voranschreitenden Digitalisierung deutlich komplexer
werden. Schaeffler ist überzeugt, dass durch den Ausbau der bestehenden Kooperation mit der
Continental AG Wettbewerbsvorteile erzielt werden können. Die Kombination der Expertise in
den Bereichen Mechanik und Mechatronik mit dem Know-how der Continental AG im Bereich
Elektronik wird die Position im schnell wachsenden Mechatronik-Segment verbessern und
Schaeffler als führenden Systemanbieter auf diesem Feld positionieren.
1. Grundlagen des Konzerns
69
Die unterjährige Steuerung wird monatlich anhand eines umfassenden Systems standardisierter Berichte zur Ertrags-, Finanz- und Vermögenslage durchgeführt.
Finanzielle Steuerungskennzahlen 2014
Über ein nachhaltiges und profitables Umsatzwachstum wird die Basis für eine langfristige
Steigerung des operativen Ertrags und damit des Unternehmenswerts gelegt. Im Rahmen
der Konzernsteuerung wird sichergestellt, dass das Wachstum der Schaeffler Gruppe nicht
zu Lasten der Profitabilität und Kapitaleffizienz geht. Innerhalb der Schaeffler Gruppe wird
deshalb den Steuerungsgrößen Umsatzwachstum und EBIT eine hohe Bedeutung beigemessen.
Weitere Schwerpunkte liegen auf der Steuerung der Investitions- und Forschungs- und
Entwicklungsaktivität sowie auf der Überwachung der Finanzlage des Konzerns.
Die Schaeffler Gruppe legt den Fokus auf die kontinuierliche Überwachung und Optimierung
der folgenden fünf wesentlichen Steuerungskennzahlen, um den wirtschaftlichen Erfolg ihrer
Geschäftsaktivitäten zu messen:
• Umsatzwachstum
• Ergebnis vor Finanz-, Beteiligungsergebnis und Ertragsteuern (EBIT)
• Forschungs- und Entwicklungsquote
• Investitionsauszahlungsquote (Capex-Quote; Auszahlungen für Investitionen in Sachanlagen
und immaterielle Vermögenswerte)
• Free Cash Flow.
Konzernabschluss
Die zentralen, unternehmensinternen und konzernweit einheitlichen Berichtsinstrumente im
Steuerungssystem von Schaeffler bestehen im Wesentlichen aus der unterjährigen Kontrolle
und Steuerung, den regelmäßig stattfindenden Vorstandssitzungen und Management Meetings
sowie den Berichterstattungen an den Aufsichtsrat der Schaeffler AG. Hier werden die
Geschäftsentwicklung einschließlich Zielerreichung sowie der Ausblick auf das Gesamtjahr
und eventuell zu ergreifende Maßnahmen erörtert.
Konzernanhang
Das Management der Schaeffler Gruppe steuert die Geschäftsentwicklung primär nach Sparten
und Unternehmensbereichen, die als Profit Center fungieren und weltweite Geschäfts- und
Ergebnisverantwortung haben. Die Funktionen werden als Cost Center geführt. Neben den
Sparten und Funktionen teilt die Schaeffler Gruppe das Geschäft in Regionen auf, denen jeweils
ein regionaler CEO vorsteht. Die Schaeffler-Regionen werden als Profit Center geführt und in
Subregionen und Länder unterteilt.
Weitere Angaben
Die Schaeffler Gruppe wird vom Vorstand der Schaeffler AG geführt, der das Unternehmen
in eigener Verantwortung leitet, die Ziele und die strategische Ausrichtung festlegt sowie die
Umsetzung der Wachstumsstrategie steuert. Bestellt, überwacht und beraten wird der Vorstand
vom Aufsichtsrat der Schaeffler AG.
Zusammengefasster
Lagebericht
Konzernsteuerung
70
Vorwort | Mobilität für morgen | Zusammengefasster Lagebericht | Konzernabschluss | Konzernanhang | Weitere Angaben
Alle finanziellen Kennzahlen werden anhand eines umfassenden Systems standardisierter
Berichte zur Ertrags-, Finanz- und Vermögenslage monatlich ermittelt. Diese bieten sowohl
einen Plan-Ist- als auch einen Vorjahresvergleich. Grundlage für den Plan-Ist-Vergleich ist
der Jahresplan aus der integrierten operativen Planung, der sich u. a. an umfangreichen
Marktprognosen orientiert und in eine längerfristige, vom Vorstand erarbeitete, strategische
Unternehmensplanung eingebettet ist.
Über die genannten wesentlichen Steuerungskennzahlen hinaus existieren noch weitere
finanzielle und nicht-finanzielle Kennzahlen, welche die Schaeffler Gruppe zur Analyse und
Steuerung der Geschäftstätigkeit heranzieht.
Der Vorstand der Schaeffler AG hat beschlossen, das Steuerungssystem schrittweise weiter­
zuentwickeln. Dazu sollen zukünftig vor allem wertorientierte Kennzahlen wie z. B. Wertbeitrag
bzw. ROCE (Return on Capital Employed) stärkere Verwendung finden.
Nicht-finanzielle Kennzahlen der Schaeffler Gruppe
Angaben zu nicht-finanziellen Performance-Kennzahlen sind in den Kapiteln „Mitarbeiter“
sowie „Nachhaltigkeit und gesellschaftliche Verantwortung“ zu finden.
71
1. Grundlagen des Konzerns
Im Geschäftsjahr 2014 beschäftigte die Schaeffler Gruppe im Durchschnitt 80.768 Mitarbeiter
(Vj.: 77.060). Die Mitarbeiterzahl zum Stichtag 31. Dezember 2014 lag bei 82.294 und
damit um 5,2 % über dem Vorjahreswert. Neueinstellungen erfolgten gegenüber dem
31. Dezember 2013 insbesondere in der Fertigung und den fertigungsnahen Bereichen, vor
allem in den Schaeffler-Regionen Greater China und Europa, hier speziell in Osteuropa. Dem
Rückgang der Mitarbeiterzahl in Südamerika stand ein deutlicher Anstieg in Nordamerika,
insbesondere in den USA, gegenüber.
Nr. 005
31.12.2014
31.12.2013
Veränderung
in %
Europa
57.607
55.392
4,0
Americas
12.229
12.146
0,7
Greater China
9.741
8.068
20,7
Asien/Pazifik
2.717
2.652
2,5
82.294
78.258
5,2
Anzahl der Mitarbeiter 1)
Schaeffler Gruppe
1) Stichtagszahlen zum
31. Dezember.
Konzernabschluss
Für die Schaeffler Gruppe sind qualifizierte Fach- und Führungskräfte ein wesentlicher Faktor
für langfristigen Erfolg. Ziel der Personalarbeit des Unternehmens ist es, die besten Mitarbeiter
zu identifizieren, zu fördern und langfristig an Schaeffler zu binden, um so die Wettbewerbsfähigkeit zu gewährleisten.
Konzernanhang
Der Personalbereich gewinnt und betreut Mitarbeiter in enger Zusammenarbeit mit den verantwortlichen Führungskräften. Besonderer Fokus liegt dabei auf der fachlichen und persönlichen
Entwicklung der Mitarbeiter, auch im Hinblick auf eine gezielte Bindung an das Unternehmen.
Der Personalbereich erbringt die erforderlichen Dienstleistungen mit einem ausgeprägten
Qualitätsbewusstsein und folgt damit den Ansprüchen der Schaeffler Gruppe.
Weitere Angaben
Die Prozesse, Systeme und Instrumente des Personalbereichs der Schaeffler Gruppe orientieren
sich an der strategischen Ausrichtung des Unternehmens. Auch die Ziele und Aufgaben werden
hieraus abgeleitet. Der Personalbereich trägt effizient und zielgerichtet zur Erreichung der
Unternehmensziele und zur Steigerung der Wertschöpfung bei.
Zusammengefasster
Lagebericht
1.5Mitarbeiter
72
Vorwort | Mobilität für morgen | Zusammengefasster Lagebericht | Konzernabschluss | Konzernanhang | Weitere Angaben
Strukturdaten
Die folgende Tabelle zeigt eine Auswahl an Strukturdaten der Schaeffler-Mitarbeiter weltweit.
Nr. 006
31.12.2014
31.12.2013
Durchschnittsalter (Jahre)
39,4
39,4
0,0
%
durchschnittliche Betriebszugehörigkeit (Jahre)
10,9
10,9
0,0
%
Frauenanteil bezogen auf die Belegschaft (%)
21,0
20,6
0,4
%-Pkt.
Frauenanteil bezogen auf Führungskräfte (%) 1)
11,2
10,5
0,7
%-Pkt.
3,3
3,3
0,0
%-Pkt.
Krankenstand (%) 2)
Veränderung
1) Führungskräfte
sind als Mitarbeiter mit disziplinarischer Leitungsfunktion definiert.
2) Anzahl der Krankentage bezogen auf die Sollarbeitstage.
Die durchschnittliche Betriebszugehörigkeit der Belegschaft innerhalb der Schaeffler Gruppe
lag 2014 unverändert bei 10,9 Jahren. Die Betriebszugehörigkeit ist eine Kennzahl im Hinblick
auf die Mitarbeiterbindung und verdeutlicht die Identifikation der Mitarbeiter mit dem Unternehmen. Das Durchschnittsalter der Schaeffler-Belegschaft betrug wie im Vorjahr 39,4 Jahre. In
den Schaeffler-Regionen Greater China und Americas sank das Durchschnittsalter während es
in Europa und Asien/Pazifik gestiegen ist.
Für Schaeffler stehen Vielfalt und Unternehmenserfolg in einem engen Verhältnis zueinander,
da insbesondere internationale, alters- und geschlechtsheterogene Teams erfolgreich
agieren. Die Schaeffler Gruppe erhöhte im Zuge dessen die Frauenquote im Berichtsjahr um
0,4 %-Punkte auf 21,0 %. Bezogen auf die Führungskräfte liegt die Frauenquote des Unternehmens bei 11,2 % (Vj.: 10,5 %). Darüber hinaus vereint Schaeffler zahlreiche unterschiedliche
Kulturen, Mentalitäten und Talente, was die Vielfalt und globale Ausrichtung des Unternehmens verdeutlicht.
Das Schaeffler-Gesundheitsmanagement verfolgt das Ziel, betriebliche Strukturen zu schaffen,
die nachhaltig das Wohlbefinden, die Gesundheit, die Leistungsfähigkeit und die Zufriedenheit
der Schaeffler-Mitarbeiter im Berufs- und Privatleben sichern und fördern. Der weltweite
Krankenstand im Unternehmen blieb 2014 unverändert bei 3,3 %.
1. Grundlagen des Konzerns
73
Darüber hinaus bietet die Schaeffler Gruppe ein spezielles Trainee-Programm an, in dessen
Rahmen überdurchschnittlich erfolgreiche Hochschulabsolventen die Möglichkeit haben,
sich innerhalb von 12 bis 24 Monaten einen intensiven Überblick über den Konzern und die
Funktionsbereiche zu verschaffen. Durch begleitende, persönlichkeitsfördernde Qualifizierungen werden die Trainees optimal auf verantwortungsvolle Positionen innerhalb der
Schaeffler Gruppe vorbereitet. Zum 31. Dezember 2014 nahmen 52 Nachwuchskräfte (Vj.: 62 ) am
Trainee-Programm in Deutschland teil.
Konzernabschluss
Konzernanhang
Eine weitere wichtige Rolle bei der Nachwuchsgewinnung in Deutschland spielt das
„Duale Studium“. Hier bietet Schaeffler zwei Studienmöglichkeiten an: Zum einen das
„Duale Studium“ in Kooperation mit Dualen Hochschulen und zum anderen das
„Two-in-One“-Studium mit Technischen Hochschulen in Deutschland. Im Geschäftsjahr 2014
strebten insgesamt 147 „Duale Hochschulstudenten“ und 196 „Two-in-One“-Studenten ihren
Bachelorabschluss an. Als weiterführenden Abschluss bietet das Unternehmen zusätzlich ein
Masterstudienprogramm an.
Weitere Angaben
Um den Erfolg von Schaeffler langfristig sicherzustellen ist es wichtig, Nachwuchskräfte in
allen Bereichen zu gewinnen und auszubilden. Am Ende des Geschäftsjahres 2014 standen in
der Schaeffler Gruppe weltweit 2.735 Auszubildende (entspricht 3,3 % der Belegschaft) in einem
Ausbildungsverhältnis (Vj.: 2.602 oder 3,3 % der Belegschaft). Die Zahl der Auszubildenden
hat sich im Jahresverlauf um 5,1 % erhöht. Die zukünftigen Fachkräfte werden in insgesamt
22 spezifischen Ausbildungsberufen an den Schaeffler-Standorten ausgebildet. Neben der
fachlichen Qualifikation und dem spezifischen Schaeffler-Know-how liegt eine besondere
Wertschätzung auf Methoden-, Sozial- und Persönlichkeitskompetenzen. Dabei sollen den
Nachwuchskräften selbständiges Denken und Handeln sowie Kreativität und ein gestärktes
Umwelt- und Verantwortungsbewusstsein vermittelt werden.
Zusammengefasster
Lagebericht
Nachwuchsförderung
74
Vorwort | Mobilität für morgen | Zusammengefasster Lagebericht | Konzernabschluss | Konzernanhang | Weitere Angaben
Mitarbeiterqualifikation und Weiterbildung
Die Kompetenz und Qualifikation der Mitarbeiter ist für den Erfolg der Schaeffler Gruppe
von maßgeblicher Bedeutung. Das Unternehmen verfolgt mit Personalentwicklungs- und
Weiterbildungsaktivitäten das Ziel, die Mitarbeiter so zu fördern und zu qualifizieren, dass sie
den komplexen Herausforderungen des Arbeitsumfeldes jederzeit gewachsen sind.
Im Jahr 2014 fanden in Deutschland 5.824 Weiterbildungsveranstaltungen (Vj.: 4.373) statt.
Darin sind 2.115 Online-Trainings (Vj.: rund 500) mit 24.754 Teilnahmen (Vj.: 20.800) enthalten.
Der deutliche Anstieg resultiert aus der weltweiten Implementierung der Online-ComplianceSchulung. Die Schaeffler Gruppe folgt dem Trend, ihren Mitarbeitern Weiterbildungen zeit- und
ortsunabhängig zu ermöglichen. Die Zahl der Teilnahmen an Weiterbildungsveranstaltungen
in Deutschland erhöhte sich im Vergleich zum Vorjahr um 8 %. Dieser Anstieg resultiert im
Wesentlichen aus dem Angebot an zahlreichen, neuen Online-Schulungen, wie z. B. Produktkursen.
Nr. 007
Anzahl in Deutschland
Weiterbildungsveranstaltungen
Teilnahmen
31.12.2014
31.12.2013
Veränderung
in %
5.824
4.373
33,2
56.459
52.256
8,0
Das Weiterbildungsangebot bei Schaeffler wird weltweit unter dem Dach der Schaeffler
Academy gebündelt. Im Jahr 2013 wurde die Schaeffler Academy bereits in fünf Ländern
etabliert. Deutschland, Brasilien, Rumänien, Frankreich und die USA nutzen seitdem
gemeinsame IT-Standards, wodurch das Weiterbildungsangebot für alle Mitarbeiter transparent
dargestellt werden kann. Die Schaeffler Academy bietet neben Standardqualifikationen auch
maßgeschneiderte, spezifische und übergreifende Qualifizierungen an. Die internationale
Einführung der Schaeffler Academy wird stetig vorangebracht.
Auszeichnungen
Im September 2014 wurde Schaeffler in den USA von der „National Association of State
Workforce Agencies (NASWA)“ als „National Business of the Year 2014“ ausgezeichnet.
Dieser Award wird für herausragende Leistungen verliehen, die sowohl die Belegschaft,
die Branche als auch die Gesellschaft positiv beeinflussen. Des Weiteren zeichneten zwei
unabhängige Personal-Agenturen die Schaeffler Gruppe als einen der besten 100 Arbeitgeber in
China aus. Einer der Gründe für diesen Erfolg ist die deutsche duale Ausbildung, die Schaeffler
vor fast zehn Jahren in China eingeführt hat. Das Unternehmen erhielt dafür die Titel
„China’s best 100 HRM (Human Resources Management)“ sowie „Top 100 Best Employer China“.
Darüber hinaus hat die Schaeffler Gruppe zahlreiche kleinere, lokale Auszeichnungen als
Top-Arbeitgeber erhalten. So wählten z. B. drei brasilianische Fachmagazine Schaeffler unter
die „150 besten Arbeitgeber“ Brasiliens.
1. Grundlagen des Konzerns
75
Die wesentlichen Säulen einer nachhaltigen Entwicklung sind für die Schaeffler Gruppe der
Umwelt- und Arbeitsschutz. Basierend auf den Grundaussagen des weltweit gültigen Unternehmenskodex hat Schaeffler eine gruppenweite Umwelt- und Arbeitsschutzpolitik verabschiedet.
Sie wird regelmäßig evaluiert und die Grundaussagen werden an aktuelle Anforderungen
angepasst. Dies dient als Basis für jedes weitere Handeln im Bereich Umwelt- und Arbeitsschutz. In allen Ländern, in denen die Schaeffler Gruppe vertreten ist, gibt es Standards die
zusätzlich zu der übergeordneten Politik landesspezifische Erweiterungen beinhalten. Bei der
Umsetzung geht Schaeffler zum Teil deutlich über die gesetzlichen Verpflichtungen hinaus. So
wurde z. B. das Werk in Yinchuan, China, als erster chinesischer Standort überhaupt nach den
Kriterien der europäischen EMAS („Eco-Management and Audit Scheme“) validiert und in das
Standortregister der Europäischen Gemeinschaft eingetragen.
Nahezu alle Produktionsstandorte werden weltweit nach denselben Standards EMAS und
ISO 14001 im Umweltschutz und OHSAS 18001 im Arbeitsschutz validiert und zertifiziert.
Schaeffler hat vor mehr als 15 Jahren am Stammsitz in Herzogenaurach mit dem Aufbau des
Umwelt- und Arbeitsschutz-Managementsystems begonnen. Die durch unabhängige Gutachter
erreichten Validierungen nach EMAS außerhalb Europas genießen im internationalen Vergleich
einen sehr hohen Stellenwert. Diese erfolgreich bestandenen Überprüfungen bescheinigen
nahezu allen Schaeffler-Standorten einen einheitlichen Standard im Umwelt- und Arbeitsschutz
auf höchstem Niveau.
Die an jedem Schaeffler-Standort tätigen Experten für Umwelt- und Arbeitsschutz sind in ihrer
Region über einen Regionalkoordinator miteinander vernetzt. Regelmäßiger Ergebnisabgleich,
ein stetiger Informationsaustausch und gegenseitige Unterstützung tragen dabei zur Sicherung
der hohen Standards bei. Die Regionalkoordinatoren wiederum stehen in enger Verbindung mit
den strategischen Fachabteilungen im Competence Center „Umwelt- und Arbeitsschutz“, deren
Spezialisten für die weltweiten Strategien verantwortlich sind und somit fachlich die gesamte
Organisation innerhalb des EnES-Managementsystems führen. Diese Matrixorganisation aus
strategischer und operativer Verantwortung setzt die Standards im Umwelt- und Arbeitsschutz
maßgeblich um.
Konzernabschluss
Umwelt- und Arbeitsschutz
Konzernanhang
Nachhaltiges Wirtschaften und gesellschaftliche Verantwortung sind elementare Bestandteile
der seit Jahren gelebten Unternehmenskultur der Schaeffler Gruppe. Die Themen Qualität,
Technologie und Innovation stehen dabei im Fokus des Unternehmens. Schaeffler legt großen
Wert darauf, wirtschaftlichen Erfolg mit verantwortlichem Handeln – gegenüber Kunden,
Umwelt und Mitarbeitern – zu verbinden. Die Berücksichtigung von ökologischen und sozialen
Kriterien entlang der gesamten Wertschöpfungskette und die Schonung von Ressourcen sind
fest in den Unternehmensleitlinien von Schaeffler verankert. Sie bilden die Grundlage für ein
langfristiges Wachstum und die kontinuierliche Steigerung des Unternehmenswerts.
Weitere Angaben
Nachhaltigkeit
Zusammengefasster
Lagebericht
1.6 Nachhaltigkeit und gesellschaftliche Verantwortung
76
Vorwort | Mobilität für morgen | Zusammengefasster Lagebericht | Konzernabschluss | Konzernanhang | Weitere Angaben
Ein weiteres Element der Führungsleitsätze von Schaeffler ist der Arbeitsschutz. Aufbauend auf
der Vision „Null Arbeitsunfälle bei Schaeffler“ wurde die Kultur des eigenen Verantwortungsbewusstseins gestärkt und weiter ausgebaut. Ziel dieser Kultur ist es, ein geschärftes Pflichtbewusstsein für die Mitarbeiter und das entsprechende Umfeld zu entwickeln. Dieser Prozess wird
durch Schwerpunktaktionen unterstützt, die auf die jeweiligen Situationen, Anforderungen
und Mentalitäten der Mitarbeiter rund um das Thema Arbeitssicherheit abgestimmt wurden.
Eine transparente Berichterstattung des Unternehmens soll das Interesse und die Aufmerksamkeit aller Mitarbeiter zu allen Themen der Arbeitssicherheit fördern. Arbeitsunfälle, die
sich ereignet haben, dienen der Erarbeitung von Präventionsmethoden. Die Umsetzung der
gesteckten Ziele wird durch kontinuierliche Berichte unterstützt, um den Mitarbeitern Erfolge,
aber auch mögliche Verbesserungspotenziale zu vermitteln.
Die Schaeffler Gruppe startete im Berichtsjahr mit der Gesundheitsinitiative „Boxenstopp“ ein
Konzept zur Prävention der Hauptursachen von betrieblichen Fehlzeiten. Ziel dieses Programms
ist es, den Mitarbeitern einen umfassenden Überblick über ihren Gesundheitszustand zu geben
und alle eventuell notwendigen medizinischen Maßnahmen oder Veränderungen des Lebensstils zu planen. Des Weiteren sollen ernsthafte Erkrankungen ausgeschlossen und notwendige
Vorsorgeuntersuchungen in Anspruch genommen werden. Zum Basisprogramm zählen
Laboruntersuchungen, Lungenfunktionsprüfungen, Elektrokardiogramme zur Beurteilung der
Herz-Kreislauf-Situation, Ultraschalluntersuchungen und eine umfassende Lebensstilberatung
im Bereich Ernährung und Bewegung.
Energie- und Ressourcenmanagement
Die globale Nachfrage nach Rohstoffen – insbesondere Energie – steigt kontinuierlich.
Aufgrund des stetigen Wachstums der Schaeffler Gruppe besteht auch im Unternehmen ein
zunehmender Bedarf an Energie.
Um diesem Trend entgegenzuwirken hat sich Schaeffler im Jahr 2012 dazu entschlossen, ein
Energiemanagementsystem nach dem weltweit gültigen Standard ISO 50001 zu implementieren.
Bereits 2013 wurde die Funktionalität des Managementsystems an zwei Produktionsstandorten
von einem externen Gutachter zertifiziert. Der eingeschlagene Weg wurde im Berichtsjahr mit
der Zertifizierung von 19 zusätzlichen Schaeffler-Standorten weiterverfolgt.
Grundlage des Energiemanagementsystems ist die Energiepolitik der Schaeffler Gruppe. Darin
ist u. a. die Selbstverpflichtung des Vorstands und aller Mitarbeiter hinsichtlich Energie­
effizienz und Ressourcenschonung, nachhaltigem Handeln und stetiger Verbesserung des
Systems dokumentiert.
• Steigerung der Energieeffizienz
• Optimierung der Energiekosten
• Sicherstellung der Versorgungssicherheit mit Energie und Medien.
Die strategischen Ziele bilden wiederum die Grundlage für die operativen Energieziele, die jährlich an die produzierenden Schaeffler-Standorte ausgegeben werden. Um die Energie­effizienz in
den Werken kontinuierlich zu steigern, führt Schaeffler regelmäßig Energieeffizienz-Workshops
durch. Dabei werden energierelevante Anlagen, Maschinen und Prozesse auf Optimierungspotenziale untersucht und hierfür wirtschaftliche und nachhaltige Verbesserungsmaßnahmen
entwickelt. Basierend auf den Workshops hat das Unternehmen bereits zahlreiche Energie­
effizienzmaßnahmen umgesetzt. Des Weiteren wurden in Investitionsprojekten die Lebens­
zykluskosten bei der Technologie- und Lieferantenauswahl berücksichtigt sowie der Ausbau der
Kraft-Wärme-Kälte-Kopplung an Produktionsstandorten der Schaeffler Gruppe vorangetrieben.
Ein weiterer elementarer Aspekt des Energiemanagements der Schaeffler Gruppe ist das
standardisierte Energiedatenmanagementsystem (EDMS), das weltweit eingeführt wurde und
einige wesentliche Vorteile mit sich bringt:
Zusammengefasster
Lagebericht
Die folgenden drei langfristigen strategischen Energieziele der Schaeffler Gruppe wurden von
dieser Energiepolitik abgeleitet:
77
Konzernabschluss
1. Grundlagen des Konzerns
• Wirksamkeit von Energieeffizienzmaßnahmen nachweisen
• Zukünftige Energieverbräuche prognostizieren
• Energiebilanzen für Standorte und Regionen aufstellen.
Zur Berechnung der Umweltkennzahlen berücksichtigt Schaeffler alle Produktionsstandorte,
die in das EnES-Management-System integriert sind und sich den regelmäßigen internen und
externen Auditierungen unterziehen. Dazu zählen mehr als 95 % der Schaeffler-Standorte.
Erhoben werden die Umweltdaten entweder durch automatische Verbrauchsaufzeichnungen
oder manuelle Eingaben in eine Datenbank. Diese Daten werden von internen und externen
EnES (Energy, Environment, Safety)-Auditoren im Zuge der vor Ort durchgeführten Audits oder
durch Überprüfung von Verbrauchsabrechnungen, Lieferscheinen oder sonstigen Nachweisen,
validiert.
Weitere Angaben
• Energieverbräuche überwachen und Einsparpotenziale aufdecken
Konzernanhang
• Energieverbräuche von Anlagen und Maschinen transparent machen
78
Vorwort | Mobilität für morgen | Zusammengefasster Lagebericht | Konzernabschluss | Konzernanhang | Weitere Angaben
Nachhaltiges Produktportfolio
Nachhaltig wirtschaften bedeutet für die Schaeffler Gruppe auch neuen Technologien zum
Durchbruch zu verhelfen – insbesondere solchen Technologien, die einen Beitrag zu einer kostengünstigen, verlässlichen und umweltschonenden Energiebilanz leisten. Dafür geht Schaeffler,
wie etwa bei der Erschließung neuer Produkttechnologien für die „Mobilität für morgen“, in
Vorleistung. So trägt z. B. das kleinste Nadellager für eine axiale Abstützung eines Planetenrades,
das von Schaeffler entwickelt wird, zur Schonung von Ressourcen bei:
Kundenvorteile:
• Reibungsreduzierung auch in der kleinsten
Größenordnung
• Gleitreibung durch Wälzreibung auf 1/10 zu
reduzieren
• A nnähernd die gleichen Bauraumverhältnisse
zu erreichen.
Produktvorteile:
• Gleichmäßigere Reibungsverhältnisse
• Höhere Verlässlichkeit bei Mangelschmierung
• M inimierte Verlustleistung und geringere
Wärmeerzeugung.
Zusätzlich bietet die Schaeffler Gruppe – in den Bereichen Aerospace, Automotive Aftermarket
und Industrial Aftermarket – weltweit professionelle Aufbereitungen von Lagern an,
wodurch z. B. Radsatzlager ihre maximale Lebensdauer verlängern. Dies führt zu sinkenden
Lebenszykluskosten und einer erheblichen Einsparung an CO2-Emissionen im Vergleich zu
einer Lager-Neufertigung. Anhand einer eigens von Schaeffler aufgestellten Ökobilanz – bei
der der komplette Produktlebenszyklus eines Standard-Radsatzlagers anhand einer Software
analysiert und der Lageraufbereitung gegenübergestellt wurde – ergab sich durch die
Aufbereitung im Gegensatz zur Verwendung eines neuen Lagers eine Einsparung von rund
97 % CO2-Emissionen (entspricht rund 220 kg CO2) sowie 2.000 Liter Wasser pro Radsatzlager.
Dabei wurden die verschiedenen Phasen innerhalb des Produktlebenszyklus eines TAROLRadsatzlagers untersucht, angefangen bei der Rohstoff- und Energiegewinnungsphase, über die
Design- und Produktions-, die Verpackungs- und Vertriebs- sowie die Nutzungsphase inklusive
der Instandhaltung bis hin zur Entsorgung.
Gesellschaftliche Verantwortung
Nachhaltig zu agieren bedeutet für die Schaeffler Gruppe Verantwortung für Mensch, Umwelt
und Gesellschaft zu übernehmen. Auch im Geschäftsjahr 2014 wurden daher zahlreiche soziale
Projekte unterstützt.
In Indien engagiert sich die Schaeffler Gruppe mit dem „HOPE“-Programm für Gesundheit
und soziale Gerechtigkeit. Im Rahmen dieses Hilfsprojekts begann Schaeffler 2014 mit dem
Bau einer Herberge für taube und behinderte Studentinnen in Vadodara, West-Indien, die im
Februar 2015 fertiggestellt wurde. Des Weiteren installierte Schaeffler in der Region rund um
das Schaeffler-Werk in Savli, West-Indien, mobile Gesundheitsstationen. Diese Fahrzeuge
sind mit medizinischem Fachpersonal besetzt und erreichen pro Monat bis zu 40 Dörfer. So
bieten die mobilen Gesundheitsstationen über 40.000 Menschen eine präventive und kurative
In Brasilien wurde die Schaeffler Gruppe mit mehreren Awards für ihr gesellschaftliches Engagement ausgezeichnet. Anlass sind zahlreiche Aktivitäten zu den Themen Umwelt, Gesundheit
und Sicherheit sowie das Projekt „Formare“. Dieses bietet zum einen jungen Menschen in
Sorocaba, Brasilien, Bildung und Berufsmöglichkeiten an, zum anderen gliedert es Menschen
mit Behinderung in das Unternehmen ein.
Schaeffler leistet einen Beitrag zur Schaffung von Arbeitsplätzen für Menschen mit Behinderung, indem das Unternehmen gebrauchte IT-Geräte einer gemeinnützigen Organisation
überlässt. Darüber hinaus ist es Aufgabe der Gesamtkonzern-Schwerbehindertenvertretung
(GK-SBV) Menschen mit Behinderung in der Arbeitswelt und der Gesellschaft zu integrieren.
Die Mitglieder der GK-SBV sind wichtige Vertrauenspersonen und unterstützen innerbetrieblich
sowie bei bürokratischen Angelegenheiten.
Die Schaeffler Gruppe engagiert sich bereits seit 2004 in der internationalen „Formula Student
Germany“ und baut dieses Engagement sukzessive aus. Das Unternehmen präsentierte sich im
Berichtsjahr erstmals als Hauptsponsor des Hockenheim-Events, an dem mehr als 110 Teams
aus 28 Nationen mit insgesamt 3.600 Teilnehmern auf dem Hockenheimring in Deutschland
beteiligt waren. Der Konstruktionswettbewerb mit Teams von zwölf deutschen Hochschulen lieferte eine optimale Plattform für Studenten, um das erworbene, theoretische Ingenieurwissen
in der Praxis und im Wettbewerb zu erproben und gleichzeitig ein umfassendes Verständnis auf
vielen Ebenen zu entwickeln. Die „Formula Student Germany“ schafft so wertvolle Anknüpfungspunkte zwischen dem Ingenieurnachwuchs und der Schaeffler Gruppe.
Im Rahmen des „International Management Program“ (IMP) unterstützt Schaeffler soziale Einrichtungen, Projekte und Organisationen. Das IMP ist ein Programm zur Weiterentwicklung von
Führungskräften in unterschiedlichen Funktionen, Bereichen und Regionen. Die Teilnehmer
nutzten dabei eigene Fähigkeiten und Netzwerke um ein regionales Projekt finanziell – z. B.
durch Crowdfunding – und durch persönliches Engagement zu unterstützen und damit soziale
Bedürfnisse zu erfüllen.
Zusammengefasster
Lagebericht
Konzernabschluss
Schaeffler engagiert sich zudem mit zahlreichen sozialen Projekten und Umweltaktionen in
der Region Brasov in Rumänien. Die Schaeffler Gruppe fungiert dort als Partner für lokale
Schulen und Universitäten, bietet Praktikumsplätze, Ausbildungen, Stipendien sowie TraineeProgramme und beteiligt sich aktiv an der Verbesserung des rumänischen Berufsschulsystems.
Seit 2007 ist das Unternehmen in den Um- und Ausbau des „Schaeffler-Parks“ involviert,
der 2011 gemeinsam mit Architekten und Behörden neu gestaltet wurde und Kindern aus der
Region eine sichere Spielstätte bietet. Zusätzlich besteht eine Langzeit-Kooperation mit lokalen
Wohlfahrtsverbänden, im Rahmen derer die Schaeffler Gruppe jährlich mehr als 20 soziale
Projekte unterstützt.
Konzernanhang
Gesundheitsversorgung. Zusätzlich findet einmal im Monat ein Camp statt, bei dem Fachärzte,
wie z. B. Gynäkologen und Hautärzte anwesend sind. Dieses Projekt ist auf drei Jahre ausgelegt
und wird danach, je nach Erfahrungswerten, auf die speziellen Bedürfnisse angepasst.
79
Weitere Angaben
1. Grundlagen des Konzerns
80
Vorwort | Mobilität für morgen | Zusammengefasster Lagebericht | Konzernabschluss | Konzernanhang | Weitere Angaben
2.Wirtschaftsbericht
2.1Gesamtwirtschaftliche und branchenbezogene
Rahmenbedingungen
Entwicklung Konjunktur
Gebremst durch geopolitische Krisen und Turbulenzen an den Finanzmärkten fiel die weltwirtschaftliche Erholung im Jahr 2014 unerwartet moderat aus. Insgesamt lag das Wachstum
der Weltwirtschaft bei 3,3 % (Quelle: Internationaler Währungsfonds, Januar 2015) und damit
hinter den Erwartungen.
Gemäß dem aktuellen Jahresgutachten des Sachverständigenrats zur Begutachtung der
gesamtwirtschaftlichen Entwicklung blieb insbesondere der Euroraum hinter den Erwartungen
zurück. In den Schwellenländern setzte sich der konjunkturelle Abschwung fort. Hier
belasteten die verschlechterten finanziellen Rahmenbedingungen die Produktion, nachdem
es zu teilweise erheblichen Kapitalabflüssen aus diesen Ländern gekommen war. Positiv
verlief die Konjunktur dagegen in einigen Industrienationen außerhalb der Eurozone. So zeigte
sich die Expansion in den USA und in Großbritannien, auf der Grundlage einer anziehenden
inländischen Nachfrage, dynamisch und selbsttragend.
Im Euroraum ist die Banken- und Staatsschuldenkrise noch nicht überwunden. Zwar wurden
bereits wichtige politische Schritte und Maßnahmen auf europäischer Ebene beschlossen
und umgesetzt, für eine Lösung der Krise sind jedoch weitere Anstrengungen notwendig. Der
Verbesserung der konjunkturellen Aussichten in den Krisenländern Griechenland, Portugal
und Spanien standen sich verschlechternde Geschäftserwartungen und ein gedämpftes
Investitionsklima in den drei größten Volkswirtschaften Deutschland, Frankreich und Italien
gegenüber. Insbesondere Deutschland konnte seiner Rolle als Wachstumsmotor des Euroraums
nicht gerecht werden. Nach einem positiven Jahresauftakt dämpften vor allem geopolitische
Risiken und die verhaltene wirtschaftliche Entwicklung wichtiger Außenhandelspartner die
Belebung der Wirtschaft. Deutschland wies 2014 ein Wachstum des Bruttoinlandsprodukts
in Höhe von 1,5 % auf; der Euroraum erzielte insgesamt einen Zuwachs in Höhe von 0,8 %.
In Russland, als Teil der Schaeffler-Region Europa, wirkten der Konflikt mit der Ukraine und
damit einhergegangene wirtschaftliche Sanktionen sowie starke Abwertungstendenzen des
Rubels negativ auf die makroökonomische Entwicklung. In Indien dagegen, ebenfalls Teil der
Schaeffler-Region Europa, legte die Wirtschaftsleistung im Jahr 2014 um 5,8 % zu.
Die Konjunktur in Nord- und Südamerika entwickelte sich insgesamt positiv. In den USA
betrug die Zuwachsrate des Bruttoinlandsprodukts 2,4 %. Zu dieser positiven Entwicklung
trugen insbesondere der deutliche Anstieg des privaten Konsums und die Erhöhung der
Industrieproduktion bei. Dabei war die Ausrichtung der Geldpolitik in den USA weiterhin sehr
expansiv. Südamerika war hingegen von einer eher verhaltenen wirtschaftlichen Expansion
In China waren 2014 weiterhin rückläufige Wachstumsraten zu verzeichnen. Die schwache
Konjunktur in den Industrienationen belastete den Außenhandel. Nach einer Abschwächung
der Expansion im Frühjahr 2014 trugen vor allem fiskalische Maßnahmen zu einer Verbesserung der Wirtschaftsleistung bei. Das Wachstum des Bruttoinlandsprodukts lag mit 7,4 %
weiterhin auf einem vergleichsweise hohen Niveau.
In den übrigen asiatischen Ländern (Asien/Pazifik) entwickelte sich die Konjunktur 2014 unterschiedlich. Die Gesamtentwicklung war durch starke Schwankungen der wirtschaftlichen
Aktivität Japans geprägt. Hier führte eine Erhöhung der Mehrwertsteuer zu einem Einbruch der
Nachfrage im zweiten Quartal 2014. Die Wirtschaftsleistung Japans stieg 2014 um nur 0,1 %.
Der Euro hat im vergangenen Jahr gegenüber dem US-Dollar deutlich an Wert verloren.
Ursächlich hierfür waren nicht allein politische Risiken, sondern auch die anhaltend expansive
Geldpolitik der Europäischen Zentralbank. In Erwartung einer bevorstehenden Zinswende in
den USA sank der Kurs insbesondere im zweiten Halbjahr 2014.
Konzernabschluss
gekennzeichnet, das Wirtschaftswachstum betrug 1,2 %. In Brasilien waren sogar rezessive
Tendenzen zu beobachten. Das Wirtschaftswachstum Brasiliens lag im Berichtsjahr lediglich
bei 0,1 %.
Zusammengefasster
Lagebericht
81
2. Wirtschaftsbericht
Das weltweite Geschäft mit den Herstellern von Pkw und Nutzfahrzeugen stellt das wichtigste
Marktsegment für den Konzern dar. Die weltweite Automobilproduktion, gemessen an der
Stückzahl produzierter Fahrzeuge, stieg im Berichtsjahr um 2,8 % auf rund 87,2 Millionen Pkw
und leichte Nutzfahrzeuge (Quelle: IHS Global Insight, Januar 2015). Deutliche Wachstumsimpulse kamen erneut aus der Schaeffler-Region Greater China (7,6 %). Auch die Schaeffler-Region
Europa trug mit einem Plus von 3,2 % zum globalen Produktionswachstum bei. Nach dem
starken Produktionsanstieg im Vorjahr fiel das Wachstum in der Schaeffler-Region Americas
vergleichsweise moderat aus. Hier wurden 0,9 % mehr Pkw und leichte Nutzfahrzeuge als 2013
produziert. In der Schaeffler-Region Asien/Pazifik sanken die Produktionszahlen um 1,1 %, was
insbesondere auf den Rückgang in Japan zurückgeführt werden kann.
Nr. 008
Entwicklung der Automobilproduktion
(in Stück)
2014
2013
Veränderung
in %
Europa
25.266.349
24.476.343
3,2
Americas
20.673.627
20.485.564
0,9
Greater China
22.979.014
21.356.241
7,6
Asien/Pazifik
18.234.767
18.429.054
-1,1
Welt
87.153.757
84.747.202
2,8
Quelle: IHS Global Insight (Januar 2015). Die Regionen bilden die regionale Struktur der Schaeffler Gruppe ab.
Weitere Angaben
Automobilproduktion
Konzernanhang
Entwicklung Absatzmärkte
82
Vorwort | Mobilität für morgen | Zusammengefasster Lagebericht | Konzernabschluss | Konzernanhang | Weitere Angaben
Industrieproduktion
Das weltweite Investitionsklima verbesserte sich im Geschäftsjahr 2014 trotz der bestehenden
geopolitischen Unsicherheiten und der nachlassenden konjunkturellen Expansion in den
Schwellenländern. Die weltweite Industrieproduktion, gemessen an der Bruttowertschöpfung
(Gesamtwert der im Produktionsprozess erzeugten Waren und Dienstleistungen abzüglich
Vorleistungen), konnte nach vorläufigen Zahlen in den für die Schaeffler Gruppe relevanten
Industriesektoren und Branchen real um 4,3 % zulegen. Die Analyse der Marktentwicklung
basiert dabei auf Daten des Wirtschaftsforschungsinstituts Oxford Economics (Februar 2015)
für ausgewählte konzernrelevante Marktsegmente. Die Daten wurden mittels konstanter
Wechselkurse konvertiert und unter Zugrundelegung der Preisbasis des Jahres 2010 um
Inflationseffekte bereinigt. Regional verlief die Entwicklung uneinheitlich. Während das
Wachstum der Bruttowertschöpfung in der Schaeffler-Region Europa – vor allem bedingt durch
Russland und Italien – mit 0,4 % stagnierte, konnten die übrigen Schaeffler-Regionen, allen
voran Greater China, deutlich zulegen. In den Schaeffler-Regionen Americas, Greater China und
Asien/Pazifik betrugen die Wachstumsraten 4,4 %, 7,8 % und 6,4 %.
Nr. 009
Entwicklung der Industrieproduktion
(in Mrd. EUR)
2014
2013
Veränderung
in %
Europa
436,7
435,0
0,4
Americas
284,8
272,8
4,4
Greater China
391,4
363,0
7,8
Asien/Pazifik
Welt
204,2
191,9
6,4
1.317,1
1.262,7
4,3
Quelle: Oxford Economics (Februar 2015). Die Regionen bilden die regionale Struktur der Schaeffler Gruppe ab.
2. Wirtschaftsbericht
83
Die Umsatzerlöse der Sparte Industrie nahmen bei sehr unterschiedlichen Entwicklungen der
Absatzmärkte mit 3,3 % leicht zu. Das Umsatzwachstum wurde dabei durch die nach wie vor
große weltweite Investitionszurückhaltung und Währungsumrechnungseffekte gebremst.
Am stärksten wuchs die Sparte Industrie in der Schaeffler-Region Greater China, wo sich der
Umsatz vor allem durch die hohe Nachfrage in den Branchen Schienenfahrzeuge, Erneuerbare
Energien und Produktionsmaschinen vergrößerte.
Die Schaeffler Gruppe erhöhte das EBIT um 515 Mio. EUR auf 1.523 Mio. EUR (Vj.: 1.008 Mio. EUR).
Das Vorjahr enthält Aufwendungen in Höhe von 48 Mio. EUR für Personalstrukturmaßnahmen
und die bilanzielle Vorsorge für das EU-Kartellverfahren in Höhe von 380 Mio. EUR.
Der Cash Flow aus laufender Geschäftstätigkeit sank im Berichtsjahr gegenüber 2013 um
127 Mio. EUR auf 900 Mio. EUR. Dieser Rückgang resultierte im Wesentlichen aus der Zahlungen
der EU-Kartellstrafe in Höhe von 370,5 Mio. EUR und den im Rahmen der Refinanzierung
gezahlten Vorfälligkeitsentschädigung in Höhe von 114 Mio. EUR. Positiven Einfluss nahmen
dagegen vor allem der EBIT-Zuwachs um 515 Mio. EUR sowie um 186 Mio. EUR geringere
Mittelabflüsse für Zins- und Steuerzahlungen. Der Mittelabfluss aus Investitionstätigkeit betrug
im Geschäftsjahr 852 Mio. EUR (Vj.: 554 Mio. EUR). Dies führte zu einem Free Cash Flow in Höhe
von 48 Mio. EUR (Vj.: 473 Mio. EUR).
Ereignisse und Entwicklungen im Berichtsjahr
Die Schaeffler Gruppe schloss im Jahr 2014 weitere Refinanzierungsmaßnahmen erfolgreich
ab. Dabei gelang es in mehreren Schritten, neben einer Reduzierung der zukünftigen
Fremdkapitalkosten und einer Diversifizierung der Finanzierungsquellen das Fälligkeitenprofil
der Finanzverbindlichkeiten zu verlängern und deutlich ausgewogener zu gestalten. Die
Schaeffler Gruppe gab am 08. Mai 2014 den erfolgreichen Abschluss einer Refinanzierungstransaktion über insgesamt 3,5 Mrd. EUR bekannt. Im Rahmen dieser Transaktion wurden
neue Anleihen mit einem Gesamtvolumen von rund 2,0 Mrd. EUR begeben. Zusätzlich wurden
institutionelle Kredite mit einem Gesamtvolumen von 1,5 Mrd. EUR durch neue Kredittranchen
abgelöst. Die Schaeffler Gruppe verkündete am 16. Oktober 2014 den erfolgreichen Abschluss
einer weiteren Refinanzierungstransaktion über insgesamt rund 1,9 Mrd. EUR, bei der
Konzernabschluss
Konzernanhang
Dank der hervorragenden globalen Aufstellung und der erfolgreichen Produkte ist das Geschäft
in der Schaeffler-Sparte Automotive erneut stärker gewachsen als die weltweiten Produktionsstückzahlen für Pkw und leichte Nutzfahrzeuge in Höhe von 2,8 % (Quelle: IHS Global Insight,
Januar 2015). Sie steigerte den Umsatz in allen Schaeffler-Regionen und erzielte ein Wachstum
von insgesamt 10,0 % im Vergleich zum Vorjahr. Ausschlaggebend für das deutliche Umsatzplus waren eine signifikant hohe Nachfrage aus der internationalen Automobilindustrie, neue
Kundenprojekte sowie Produkthoch- und -neuanläufe in den Unternehmensbereichen Motorsysteme, Getriebesysteme und Fahrwerksysteme. Besonders auf den bedeuteten Absatzmärkten
in China und den USA profitierte die Sparte von der unverändert hohen Nachfrage nach ihren
Produkten.
Weitere Angaben
Der Wachstumskurs der Schaeffler Gruppe wurde 2014 fortgesetzt. Die Umsatzerlöse stiegen
im Berichtsjahr um 8,2 % auf 12.124 Mio. EUR (Vj.: 11.205 Mio. EUR) an. Das Umsatzwachstum
betrug – bereinigt um Währungsumrechnungseffekte – 9,0 %. Die Gruppe expandierte 2014 in
allen vier Schaeffler-Regionen.
Zusammengefasster
Lagebericht
2.2Geschäftsverlauf
84
Vorwort | Mobilität für morgen | Zusammengefasster Lagebericht | Konzernabschluss | Konzernanhang | Weitere Angaben
institutionelle Kredite mit einem Gesamtvolumen von 1,6 Mrd. EUR und Bankkredite in Höhe
von 250 Mio. EUR durch neue Kredittranchen abgelöst wurden. Das Unternehmen gewinnt mit
dieser nachhaltigen Verbesserung der Kredit- und Anleihekonditionen zusätzliche Flexibilität
für zukünftige Optimierungsschritte. Das Finanzergebnis der Schaeffler Gruppe wurde im
Rahmen dieser Refinanzierungen im Berichtsjahr mit 221 Mio. EUR belastet. Dabei entfielen
114 Mio. EUR auf liquiditätswirksame Vorfälligkeitsentschädigungen.
Das Jahr 2014 war darüber hinaus von einer Reihe personeller Veränderungen geprägt.
Aufgrund der im Rahmen der Umwandlung der INA Beteiligungsgesellschaft mit beschränkter
Haftung in eine Aktiengesellschaft ohne personelle Veränderungen vollzogenen Übertragung
aller Vorstandsfunktionen werden nachfolgend auch auf Ebene der Schaeffler Verwaltung
Zwei GmbH (vormals Schaeffler AG) eingetretene personelle Veränderungen im Geschäftsjahr 2014 erläutert. So hat der Aufsichtsrat der Schaeffler Verwaltung Zwei GmbH (zum
damaligen Zeitpunkt Schaeffler AG) in seiner Sitzung vom 18. Juni 2014 Klaus Rosenfeld ab
01. Juli 2014 für fünf Jahre zum Vorstandsvorsitzenden bestellt. Prof. Dr.-Ing. Peter Gutzmer
wurde zum stellvertretenden Vorsitzenden des Vorstands der Schaeffler Verwaltung Zwei GmbH
(vormals Schaeffler AG) bestellt. Sein Vertrag wurde mit Wirkung zum 01. Januar 2015 um
fünf Jahre verlängert. Norbert Indlekofer und Prof. Dr. Peter Pleus wurden mit Wirkung zum
01. Januar 2014 in den Vorstand berufen und führen seitdem gemeinsam die Sparte Automotive.
Ferner hat die Hauptversammlung der Schaeffler Verwaltung Zwei GmbH (zum damaligen
Zeitpunkt Schaeffler AG) Prof. KR Ing. Siegfried Wolf, Vorsitzender des Verwaltungsrats
der Russian Machines OJSC, als Nachfolger für Dr. Eckhard Cordes zum 01. Juli 2014 in den
Aufsichtsrat gewählt.
Am 24. Oktober 2014 wurde die INA Beteiligungsgesellschaft mit beschränkter Haftung in eine
Aktiengesellschaft umgewandelt. Sie firmiert seitdem als Schaeffler AG. Im Zuge der Umwandlung wurden alle Vorstandsfunktionen von der Schaeffler Verwaltung Zwei GmbH (vormals
Schaeffler AG) auf diese Gesellschaft übertragen. Am 01. Dezember 2014 wurde der Aufsichtsrat
der Schaeffler AG (vormals INA Beteiligungsgesellschaft mit beschränkter Haftung) bestellt
und in seiner Sitzung am 12. Dezember 2014 neu konstituiert. Als Vertreter der Arbeitnehmer
wurden mit Dr. Reinold Mittag und Jürgen Stolz zwei neue Mitglieder in den Aufsichtsrat
bestellt. Sie ersetzten Jochen Homburg und Tobias Rienth. Auf der Anteilseignerseite wurde
Prof. Dr.-Ing. Tong Zhang in den Aufsichtsrat bestellt und ersetzte Dr. Hubertus Erlen. Der
Aufsichtsrat der Schaeffler AG hat in seiner Sitzung vom 12. Dezember 2014 Dr. Ulrich Hauck
zum Mitglied des Vorstands der Schaeffler AG bestellt. Er wird ab dem 01. April 2015 die Position
des Finanzvorstands der Schaeffler AG übernehmen.
Am 12. Dezember 2014 wurde mit dem Ziel der Stärkung der Eigenkapitalbasis der
Schaeffler Gruppe eine Kapitalerhöhung beschlossen. Diese erfolgte mittels einer
Sacheinlage durch die im Zuge der Kapitalerhöhung neu eingetretenen Gesellschafterin
Schaeffler Verwaltungs GmbH, Herzogenaurach, auf die fortan ein Anteil in Höhe von 16,7 % am
Grundkapital der Schaeffler AG entfällt. Die Kapitalerhöhung wurde am 30. Dezember 2014 in
das Handelsregister eingetragen.
Das im November 2013 vom Vorstand beschlossene Initiativen-Programm „ONE Schaeffler“
wurde im Geschäftsjahr 2014 weiter konkretisiert. Das Projekt umfasst 21 unternehmensübergreifende Verbesserungsinitiativen und soll im Wesentlichen bis Ende 2015 umgesetzt
werden. Die Verbesserungsinitiativen betreffen sowohl die Sparten als auch die Funktionen
und die Regionen der Schaeffler Gruppe. Ein wesentliches gemeinsames Ziel der Initiativen ist
Geschäftsentwicklung im Vergleich zur Prognose für 2014
Da die Schaeffler AG (vormals INA Beteiligungsgesellschaft mit beschränkter Haftung) zum
31. Dezember 2014 erstmals einen Konzernlagebericht veröffentlicht, erfolgt nachfolgend
ein Vergleich mit den zum 31. Dezember 2013 von der Schaeffler Verwaltung Zwei GmbH
(vormals Schaeffler AG) im Konzernlagebericht getroffenen Prognosen. Da bereits zum
31. Dezember 2013 alle operativen Gesellschaften der Schaeffler Gruppe Tochterunternehmen
der Schaeffler AG (vormals INA Beteiligungsgesellschaft mit beschränkter Haftung) waren, ist
eine Vergleichbarkeit bei den finanziellen Steuerungskennzahlen Umsatzwachstum, EBIT und
Capex gegeben. Die ursprüngliche Prognose der Schaeffler Verwaltung Zwei GmbH (vormals
Schaeffler AG) zum Free Cash Flow enthielt eine Dividendenzahlung der Continental AG, die
aufgrund des modifizierten Konsolidierungskreises nicht im Cash Flow aus laufender Geschäftstätigkeit der Schaeffler AG (INA Beteiligungsgesellschaft mit beschränkter Haftung) enthalten ist.
Für das Geschäftsjahr 2014 plante der Vorstand der Schaeffler Verwaltung Zwei GmbH
(vormals Schaeffler AG) eine Steigerung der Umsatzerlöse von 5 bis 7 %. Dabei unterstellte
die Schaeffler Gruppe im Wesentlichen konstante Wechselkurse. Diese Prognose wurde
nach einem guten Start in das Jahr 2014, insbesondere aufgrund des starken Wachstums der
Sparte Automotive, im ersten Quartal 2014 auf größer 7 % angehoben. Die Schaeffler Gruppe
erzielte Umsatzerlöse in Höhe von 12.124 Mio. EUR, was einer Steigerung von 8,2 % gegenüber
dem Vorjahr entsprach. Ohne negative Währungsumrechnungseffekte von 0,8 % erzielte die
Schaeffler Gruppe ein operatives Wachstum von 9,0 % und übertraf damit die im Vorjahr
aufgestellte Prognose.
Die Schaeffler Gruppe hat im Geschäftsjahr 2014 626 Mio. EUR bzw. 5,2 % des Konzernumsatzes
für Forschung und Entwicklung aufgewendet, um die Grundlage für erfolgversprechende
Innovationen und langfristige Wettbewerbsfähigkeit weiter zu stärken. Damit wurde die
getroffene Prognose von 5 % leicht übertroffen.
Die Schaeffler Gruppe hielt im Laufe des Jahres an ihrem Profitabilitätsziel, einer EBIT-Marge
von 12 bis 13 %, fest. Erwirtschaftet wurde 2014 eine EBIT-Marge von 12,6 %.
Die geplanten Investitionen in Höhe von 6 bis 8 % des Umsatzes wurden mit Auszahlungen
für Investitionen in Sachanlagen und immaterielle Vermögenswerte (Capex) in Höhe von
857 Mio. EUR bzw. 7,1 % des Umsatzes ebenfalls umgesetzt.
Die Schaeffler Gruppe wies im Geschäftsjahr einen positiven Free Cash Flow in Höhe von
48 Mio. EUR auf und erreichte damit ihr prognostiziertes Ziel, einen positiven Wert zu
erwirtschaften. Der Free Cash Flow enthält die Einmalbelastung über die Zahlung der
EU-Kartellstrafe im zweiten Quartal 2014 in Höhe von EUR 370,5 Mio. EUR.
Zusammengefasster
Lagebericht
Konzernabschluss
Am 19. März 2014 legte die EU-Kommission gegen Unternehmen der Schaeffler Gruppe wegen
Kartellabsprachen beim Vertrieb von Wälzlagern für die Automobilindustrie eine Kartellstrafe
fest. Bereits im Dezember 2013 wurde hierfür eine ergebniswirksame Risikovorsorge gebildet.
Die Zahlung der EU-Kartellstrafe im zweiten Quartal 2014 in Höhe von 370,5 Mio. EUR wirkte
entsprechend negativ auf den Cash Flow der Schaeffler Gruppe.
Konzernanhang
es, Strukturen und Prozesse innerhalb der Schaeffler Gruppe zu standardisieren und stärker
zu integrieren, um so interne Synergien zu heben und das Unternehmen noch effizienter
aufzustellen.
85
Weitere Angaben
2. Wirtschaftsbericht
86
Vorwort | Mobilität für morgen | Zusammengefasster Lagebericht | Konzernabschluss | Konzernanhang | Weitere Angaben
2.3Ertragslage
Ertragslage der Schaeffler Gruppe
Umsatz (Schaeffler Gruppe)
in Mio. EUR
12.124
11.205
Der Umsatz der Schaeffler Gruppe stieg 2014 um 8,2 % auf 12.124 Mio. EUR (Vj.: 11.205 Mio. EUR).
Ohne negative Währungsumrechnungseffekte in Höhe von 0,8 % betrug das Umsatzwachstum
9,0 %. Die Sparte Automotive steigerte ihren Umsatz um 10,0 % auf 8.983 Mio. EUR
(Vj.: 8.164 Mio. EUR) und wuchs im Berichtsjahr erneut deutlich stärker als die weltweite
Fahrzeugproduktion für Pkw und leichte Nutzfahrzeuge, die sich um 2,8 % erhöhte
(Quelle: IHS Global Insight, Januar 2015). Der Umsatz der Sparte Industrie stieg um 3,3 % auf
3.141 Mio. EUR (Vj.: 3.041 Mio. EUR), dabei wirkten sich Währungsumrechnungseffekte deutlich
negativ auf die Umsatzentwicklung aus.
Nr. 010
2013
2014
2014
2013
Veränderung
in %
Umsatzerlöse
12.124
11.205
8,2
Umsatzkosten
-8.654
-8.029
7,8
3.470
3.176
9,3
Kosten der Funktionsbereiche 1)
-1.907
-1.805
5,7
Ergebnis vor Finanz-, Beteiligungsergebnis
und Ertragsteuern (EBIT)
1.523
1.008
51,1
in Mio. EUR
Bruttoergebnis vom Umsatz
•
in % vom Umsatz
Finanzergebnis
Ergebnis aus at Equity bewerteten Beteiligungen
12,6
9,0
-
-620
-424
46,2
1
2
-50,0
Ertragsteuern
-242
-452
-46,5
Konzernergebnis 2)
654
127
> 100
1)
Vertrieb, Verwaltung sowie Forschung und Entwicklung.
2) Den Gesellschaftern des Mutterunternehmens zuzurechnen.
Die weltweit unterschiedlichen konjunkturellen Rahmenbedingungen beeinflussten die
Umsatzentwicklung in den einzelnen Schaeffler-Regionen stark. Mit einem Umsatzplus
von 29,4 % zeigte die Schaeffler-Region Greater China mit Abstand die größte Veränderung.
Während in der Sparte Automotive hauptsächlich das Geschäft mit den OEM-Kunden
signifikant wuchs, stieg der Umsatz in der Sparte Industrie insbesondere in den Bereichen
Mobilität sowie Energie und Rohstoffe. Die Schaeffler-Region Europa steigerte – trotz der
schwierigen politischen und wirtschaftlichen Lage im Nahen Osten und des schwelenden
Ukraine-Russland-Konflikts sowie der schleppenden Konjunkturerholung in Europa – den
Umsatz um 5,8 %. Erfreulich entwickelte sich vor allem das Industrial Aftermarket-Geschäft
sowie das Erstausrüstergeschäft der Sparte Automotive. Die Umsätze in der Schaeffler-Region
Asien/Pazifik erhöhten sich um 6,6 %. Hier erzielte besonders der japanische Markt – trotz
Das Bruttoergebnis wuchs überproportional zum Umsatz um 9,3 % auf 3.470 Mio. EUR
(Vj.: 3.176 Mio. EUR). Die Bruttomarge stieg trotz negativer Währungsumrechnungseffekte
entsprechend auf 28,6 % (Vj.: 28,3 %). Gründe hierfür waren insbesondere der starke Volumenanstieg der Sparte Automotive und die zunehmende Lokalisierung der Wertschöpfung in den
Schaeffler-Wachstumsmärkten. Darüber hinaus wirkten leicht sinkende Preise für Rohmaterialien positiv auf die Bruttomarge. Während in der Sparte Automotive das Bruttoergebnis
auf 28,1 % (Vj.: 27,0 %) anstieg, sank es in der Sparte Industrie auf 30,1 % (Vj.: 32,0 %). Hier
belasteten vor allem negative Währungsumrechnungseffekte die Ergebnisentwicklung.
Die Aufwendungen für Forschung und Entwicklung stiegen im Berichtsjahr um 2,5 % auf
626 Mio. EUR (Vj.: 611 Mio. EUR), was im Wesentlichen auf verstärkte Projektaktivitäten in der
Sparte Automotive zurückzuführen ist. Der größte Teil der Kosten für Forschung und Entwicklung entfiel dabei auf die Personalaufwendungen mit 71,9 % (Vj.: 67,6 %). Die F&E-Quote sank
auf 5,2 % vom Umsatz (Vj.: 5,5 %). Im Geschäftsjahr 2014 wurden Entwicklungskosten in Höhe
von 26 Mio. EUR aktiviert. Um die „Mobilität für morgen“ aktiv mitzugestalten, hat die Sparte
Automotive die Weiterentwicklung aktueller Konzeptfahrzeuge konsequent vorangetrieben.
Vergleichbare Mobilitätskonzepte wurden auf die Sparte Industrie übertragen. Durch diese
Aktivitäten hat der Konzern 2014 seine Systemkompetenz weiter gestärkt.
Konzernabschluss
Die Umsatzkosten beliefen sich 2014 auf 8.654 Mio. EUR (Vj.: 8.029 Mio. EUR) und stiegen um
625 Mio. EUR bzw. 7,8 % an. Im Geschäftsjahr 2013 kam es zu Einmalbelastungen in Höhe von
48 Mio. EUR für Personalstrukturmaßnahmen an den Produktionsstandorten Schweinfurt und
Wuppertal.
Konzernanhang
rückläufiger Binnennachfrage – ein deutliches Umsatzplus. Die Schaeffler-Region Americas
erhöhte ihre Umsatzerlöse um 4,8 %. Während in Nordamerika der Umsatz anstieg, ging er
in Südamerika zurück. Ursächlich hierfür waren die Abwertung des brasilianischen Reals
gegenüber dem Euro sowie der drastische Einbruch des brasilianischen Fahrzeugmarkts.
Zusammengefasster
Lagebericht
87
2. Wirtschaftsbericht
Kosten für Forschung und Entwicklung
(in Mio. EUR)
Anzahl der Mitarbeiter in Forschung
und Entwicklung 1)
2010
2011
2012
2013
2014
467
495
593
611
626
4.902
5.465
6.098
6.039
6.387
1) Durchschnittszahlen.
Die Kosten des Vertriebs stiegen im Jahr 2014 um 8,7 % auf 827 Mio. EUR (Vj.: 761 Mio. EUR).
Der Anstieg resultierte insbesondere aus umsatzabhängigen Fracht- und Logistikkosten
sowie höheren Personalkosten. Die allgemeinen Verwaltungskosten nahmen um 4,8 % auf
454 Mio. EUR (Vj.: 433 Mio. EUR) unterproportional zur Umsatzentwicklung zu.
Weitere Angaben
Nr. 011
88
Vorwort | Mobilität für morgen | Zusammengefasster Lagebericht | Konzernabschluss | Konzernanhang | Weitere Angaben
Das EBIT wuchs um 515 Mio. EUR auf 1.523 Mio. EUR (Vj.: 1.008 Mio. EUR). Gleichzeitig stieg
die EBIT-Marge auf 12,6 % (Vj.: 9,0 %). Das Vorjahr enthält neben den Aufwendungen für
Personalstrukturmaßnahmen in Höhe von 48 Mio. EUR die bilanzielle Vorsorge für das
EU-Kartellverfahren in Höhe von 380 Mio. EUR.
Nr. 012
2014
in Mio. EUR
Zinsaufwendungen für Finanzschulden 1)
Bewertungsänderungen und Ausgleichszahlungen
von Derivaten
Effekte aus Währungsumrechnung
Amortisation aus Cash Flow Hedge Rücklage
Finanzaufwendungen
Finanz­erträge
Finanz­
ergebnis
-488
0
-488
-71
242
171
-244
0
-244
5
0
5
Zinseffekte Pensionen und Altersteilzeitverpflichtungen
-51
0
-51
Sonstige Effekte
-26
13
-13
-875
255
-620
Summe
2013
Finanzaufwendungen
Finanz­erträge
Finanz­
ergebnis
-448
0
-448
-99
114
15
Effekte aus Währungsumrechnung
0
88
88
Amortisation aus Cash Flow Hedge Rücklage
2
0
2
in Mio. EUR
Zinsaufwendungen für Finanzschulden 1)
Bewertungsänderungen und Ausgleichszahlungen
von Derivaten
Zinseffekte Pensionen und Altersteilzeitverpflichtungen
-50
0
-50
Sonstige Effekte
-46
15
-31
-641
217
-424
Summe
1)
Inkl. Transaktionskosten.
Die Zinsaufwendungen für Finanzschulden betrugen 2014 488 Mio. EUR (Vj.: 448 Mio. EUR).
Darin enthalten sind Zinszahlungen und Zinsabgrenzungen im Zusammenhang mit der
externen Konzernfinanzierung in Höhe von 320 Mio. EUR (Vj.: 388 Mio. EUR). Zudem sind
Aufwendungen aus den im Geschäftsjahr 2014 durchgeführten Refinanzierungen in Höhe von
144 Mio. EUR enthalten.
Aus Pensionen und Altersteilzeitverpflichtungen ergaben sich Nettozinsaufwendungen in
Höhe von 51 Mio. EUR (Vj.: 50 Mio. EUR). Ergänzende Erläuterungen zu den Pensionen sind im
Konzernanhang unter Tz. 4.10 zu finden.
Die Ertragsteuern verringerten sich im Berichtsjahr um 210 Mio. EUR auf 242 Mio. EUR
(Vj.: 452 Mio. EUR). Dieser Rückgang gegenüber dem Vorjahr ist insbesondere durch einen
Ertrag aus latenten Steuern in Höhe von 90 Mio. EUR (Vj.: Aufwand in Höhe von 142 Mio. EUR)
begründet. Dieser resultiert im Wesentlichen aus Refinanzierungsmaßnahmen und Währungsumrechnungseffekten sowie aus der Aktivierung von latenten Steuern auf Zinsvorträge, deren
zukünftige Nutzung nunmehr als wahrscheinlich eingestuft wird.
Das Konzernergebnis nach nicht beherrschenden Anteilen betrug im Berichtsjahr 654 Mio. EUR
(Vj.: 127 Mio. EUR). Der Anstieg resultierte im Wesentlichen aus der Erhöhung des Bruttoergebnisses sowie der Einmalbelastung des Vorjahres, die bilanzielle Vorsorge in Höhe von
380 Mio. EUR im Zusammenhang mit dem EU-Kartellverfahren im vierten Quartal 2013.
Zusammengefasster
Lagebericht
Konzernabschluss
Aus der Fremdwährungsumrechnung von finanziellen Vermögenswerten und Schulden
ergaben sich Aufwendungen in Höhe von netto 244 Mio. EUR (Vj.: Erträge in Höhe von
88 Mio. EUR). Die Aufwendungen resultierten im Wesentlichen aus der Umrechnung der in
US-Dollar denominierten Finanzierungsinstrumente in Euro (vgl. Konzernanhang Tz. 1.3).
Durch die Absicherung dieser Instrumente mit Zinswährungsderivaten entstehen gegenläufige
Effekte in Höhe von 226 Mio. EUR, die unter „Bewertungsänderungen und Ausgleichszahlungen
von Derivaten“ ausgewiesen werden.
Konzernanhang
Die wesentlichen Bestandteile der Bewertungsänderungen und Ausgleichszahlungen von
Derivaten sind Erträge im Zusammenhang mit Zins- und Zinswährungsderivaten in Höhe
von netto 226 Mio. EUR (Vj.: Aufwendungen in Höhe von 99 Mio. EUR) sowie Aufwendungen
im Zusammenhang mit eingebetteten Derivaten in Höhe von netto 55 Mio. EUR (Vj.: Erträge
in Höhe von 114 Mio. EUR). Die mit den Refinanzierungen im Geschäftsjahr 2014 verbundene
Ausbuchung der Kündigungsoptionen der vorzeitig zurückgeführten Anleihen sowie die Effekte
aus den Konditionsanpassungen der Kündigungsmöglichkeiten der institutionellen Darlehenstranchen führten zu Aufwendungen in Höhe von 77 Mio. EUR.
89
Weitere Angaben
2. Wirtschaftsbericht
90
Vorwort | Mobilität für morgen | Zusammengefasster Lagebericht | Konzernabschluss | Konzernanhang | Weitere Angaben
Sparte Automotive
Umsatz (Automotive)
in Mio. EUR
8.164
8.983
Die Sparte Automotive erzielte 2014 ein Umsatzwachstum von 10,0 % im Vergleich zum Vorjahr.
Dabei stiegen die Umsatzerlöse um 819 Mio. EUR auf 8.983 Mio. EUR (Vj.: 8.164 Mio. EUR). Der
Anstieg ohne Berücksichtigung negativer Währungsumrechnungseffekte in Höhe von 0,7 %
betrug 10,7 %. Dieser Zuwachs resultierte aus der anhaltend hohen Nachfrage der Kunden aus
der Automobilindustrie sowie aus Produkthochläufen und neuen Kundenprojekten. Weltweit
konnten zusätzliche Marktanteile hinzugewonnen werden.
Nr. 013
in Mio. EUR
2013
2014
2014
2013
Veränderung
in %
Umsatzerlöse
8.983
8.164
10,0
Umsatzkosten
-6.460
-5.960
8,4
Bruttoergebnis
2.523
2.204
14,5
EBIT
1.234
683
80,7
13,7
8,4
-
•
in % vom Umsatz
Vorjahreswerte gemäß der 2014 angepassten Kundenstruktur ausgewiesen.
Alle Schaeffler-Regionen konnten das durchschnittliche Wachstum der regionalen Produktionsstückzahlen für Pkw und leichte Nutzfahrzeuge (Quelle: IHS Global Insight, Januar 2015)
– trotz negativer Währungsumrechnungseffekte – übertreffen. Die weltweit unterschiedlichen
konjunkturellen Rahmenbedingungen machten sich auch in den einzelnen Schaeffler-Regionen
deutlich bemerkbar. Das mit Abstand größte Umsatzwachstum verzeichnete die Region
Greater China. Mit einer Zuwachsrate von 34,4 % lag die Sparte hier deutlich über dem Anstieg
der regionalen Fahrzeugproduktion in Höhe von 7,6 %. Dies ist u. a. auch auf die SchaefflerLokalisierungsstrategie „In der Region – Für die Region“ zurückzuführen. In der Region Europa
wuchs der Umsatz – trotz geopolitischer Krisen in der Region – um 6,9 %. Auch hier übertraf
der Umsatzanstieg das Wachstum der regionalen Automobilproduktion (3,2 %). Das Umsatzplus
in der Region Asien/Pazifik betrug 7,0 %, während die regionale Fahrzeugproduktion um
1,1 % zurückging. Dieser Zuwachs resultierte insbesondere aus den Absatzmärkten Japan und
Südkorea. Die Region Americas steigerte den Umsatz um 8,0 %. Während in Nordamerika –
insbesondere aufgrund der hohen Fahrzeugnachfrage sowie Produkthochläufen – der Umsatz
anstieg, ging er in Südamerika zurück. Hauptsächlich negative Währungsumrechnungseffekte
und der Einbruch des brasilianischen Fahrzeugmarkts belasteten die Entwicklung deutlich.
Insgesamt übertraf der Anstieg auch in der Region Americas das Wachstum der regionalen
Automobilproduktion (0,9 %).
In der Sparte Automotive bestehen mit den OEM-Kunden Serienliefervereinbarungen, die die
Produktionskapazitäten im Jahr 2015 weitgehend auslasten. Dies dokumentieren einerseits die
kurzfristig eingebuchten verbindlichen Lieferabrufe der OEM-Kunden und andererseits die
teilweise vereinbarten jährlichen Liefermengenbandbreiten.
2014
2013
Veränderung
in %
Umsatzverteilung
2014 in %
UB Motorsysteme
2.266
2.035
11,4
25,2
UB Getriebesysteme
3.826
3.322
15,2
42,6
UB Fahrwerksysteme
1.364
1.313
3,9
15,2
UB Automotive Aftermarket
1.527
1.494
2,2
17,0
Sparte Automotive
8.983
8.164
10,0
Vorjahreswerte gemäß der 2014 angepassten Kundenstruktur ausgewiesen.
Der Umsatz des UB Motorsysteme wuchs überproportional um 11,4 %. Hier erzielten
insbesondere die umsatzstarken Produktgruppen Nockenwellenversteller und Ventiltriebskomponenten – von mechanischen Ventilspielausgleichselementen bis hin zu vollvariablen
Ventiltriebsystemen (z. B. UniAir) – ein deutliches Umsatzplus. Dabei trugen vor allem die
Regionen Greater China und Americas zum Wachstum bei.
Die Umsätze im UB Getriebesysteme stiegen um 15,2 %. Dieser Zuwachs resultiert primär
aus der guten Entwicklung bei trockenen Doppelkupplungen und Produkten aus dem Bereich
der Aktorik. Erfreulich stark entwickelte sich auch das Geschäft mit den umsatzstarken
Produktgruppen Zweimassenschwungrad und Drehmomentwandler. Besonders hervorzuheben
ist zudem die signifikant gute Entwicklung in der Region Greater China.
Das Umsatzwachstum im UB Fahrwerksysteme in Höhe von 3,9 % basierte vor allem auf der
guten Entwicklung bei Kugelgewindetrieben, wie sie bei elektromechanischen Servolenkungen
und Fahrwerkslösungen (z. B. bei automatischen Parkbremsen) zur Anwendung kommen. Vor
allem die Region Greater China und Europa erzielten ein deutliches Umsatzplus.
Der UB Automotive Aftermarket erzielte ein Wachstum in Höhe von 2,2 %. Wesentlicher
Treiber des Anstiegs waren der höhere Absatz an Service Kits für Riemenspanner sowie
Reparaturlösungen für Zweimassenschwungräder und Kupplungen in der Region Europa.
Die Umsatzkosten der Sparte Automotive beliefen sich im Berichtsjahr auf 6.460 Mio. EUR und
stiegen damit gegenüber dem Vorjahr (Vj.: 5.960 Mio. EUR) um 8,4 % bzw. 500 Mio. EUR leicht
unterproportional zum Umsatz an. Im Geschäftsjahr 2013 kam es zu einer Einmalbelastung
durch Aufwendungen für Personalstrukturmaßnahmen am Produktionsstandort Schweinfurt
in Höhe von 15 Mio. EUR.
Konzernabschluss
in Mio. EUR
Konzernanhang
Nr. 014
Weitere Angaben
Die Sparte Automotive organisiert ihr Geschäft nach den Unternehmensbereichen (UB)
Motorsysteme, Getriebesysteme, Fahrwerksysteme und Automotive Aftermarket. Alle UBs
konnten im Geschäftsjahr 2014 ihre Umsatzerlöse steigern.
Zusammengefasster
Lagebericht
91
2. Wirtschaftsbericht
92
Vorwort | Mobilität für morgen | Zusammengefasster Lagebericht | Konzernabschluss | Konzernanhang | Weitere Angaben
Das Bruttoergebnis nahm um 14,5 % auf 2.523 Mio. EUR (Vj.: 2.204 Mio. EUR) überproportional
zum Umsatz zu. Die Bruttomarge erhöhte sich – trotz negativer Währungsumrechnungseffekte –
auf 28,1 % (Vj.: 27,0 %). Neben den leicht niedrigeren Preisen für Rohmaterialien wirkten
sich insbesondere der deutliche Volumenanstieg sowie die zunehmende Lokalisierung der
Wertschöpfung positiv auf die Profitabilität aus.
Die Kosten für Forschung und Entwicklung stiegen 2014 um 4,8 % auf 501 Mio. EUR
(Vj.: 478 Mio. EUR). Die wesentlichen Aufwendungen stellten die Personalkosten zur Sicherung
von neuen Technologien und Innovationen dar, was den Schaeffler-Anspruch unterstreicht,
die „Mobilität für morgen“ durch eigene Forschung und Entwicklung aktiv zu gestalten. Dies
ist die Voraussetzung, um den Schaeffler-Kunden und Geschäftspartnern auch zukünftig ein
attraktives Produktangebot zur Verfügung zu stellen.
Das EBIT der Sparte Automotive erhöhte sich um 551 Mio. EUR auf 1.234 Mio. EUR
(Vj.: 683 Mio. EUR). Gleichzeitig stieg die EBIT-Marge auf 13,7 % (Vj.: 8,4 %). Neben den
positiven Effekten aus dem Bruttoergebnis war die Verbesserung der EBIT-Marge auch auf die
aktive Steuerung der Kosten in den Funktionsbereichen zurückzuführen. Das Vorjahr enthält
Aufwendungen in Höhe von 15 Mio. EUR für Personalstrukturmaßnahmen und die bilanzielle
Vorsorge für das EU-Kartellverfahren in Höhe von 380 Mio. EUR.
Sparte Industrie
Umsatz (Industrie)
in Mio. EUR
3.041
3.141
Die Sparte Industrie steigerte im Geschäftsjahr 2014 die Umsatzerlöse um 3,3 % auf
3.141 Mio. EUR (Vj.: 3.041 Mio. EUR). Ohne negative Währungsumrechnungseffekte in Höhe von
0,9 % betrug das Wachstum 4,2 %. Insbesondere der Industrial Aftermarket zeichnete für die
positive Gesamtentwicklung verantwortlich.
Nr. 015
2013
2014
in Mio. EUR
2014
2013
Veränderung
in %
Umsatzerlöse
3.141
3.041
3,3
Umsatzkosten
-2.194
-2.069
6,0
Bruttoergebnis
947
972
-2,6
EBIT
289
325
-11,1
9,2
10,7
-
•
in % vom Umsatz
Vorjahreswerte gemäß der 2014 angepassten Kundenstruktur ausgewiesen.
Regional betrachtet wuchsen die Umsatzerlöse mit 16,7 % vor allem in der Region Greater China.
Die Regionen Europa und Asien/Pazifik stiegen moderat um 2,9 % bzw. 5,6 %. Rückläufige
Umsätze in Höhe von 3,8 % verzeichnete die Region Americas. Hier wurde die Umsatzentwicklung deutlich negativ von Währungsumrechnungseffekten beeinflusst. Die Auftragseingänge
lagen im Jahr 2014 leicht über dem Vorjahreswert und leicht über dem Umsatz des Geschäftsjahres 2014.
2013
Veränderung
in %
Umsatzverteilung
2014 in %
UB Industrieanwendungen
1.942
1.895
2,5
61,8
UB Industrial Aftermarket
1.199
1.146
4,6
38,2
Sparte Industrie
3.141
3.041
3,3
Vorjahreswerte gemäß der 2014 angepassten Kundenstruktur ausgewiesen.
Der UB Industrieanwendungen erzielte im Vergleich zum Vorjahreszeitraum ein Umsatzwachstum in Höhe 2,5 % auf 1.942 Mio. EUR (Vj.: 1.895 Mio. EUR). Die Entwicklung der Umsätze
in den einzelnen Geschäftsbereichen Mobilität, Energie und Rohstoffe, Produktionsmaschinen
sowie Luft- und Raumfahrt verlief aufgrund der Vielzahl an Branchen sehr unterschiedlich.
Effekte aus der Währungsumrechnung wirkten sich leicht negativ auf die Umsatzentwicklung
aus.
Der Bereich Mobilität konnte die Umsätze – vor allem getragen von Zuwächsen in den Branchen
Schienenfahrzeuge sowie motorisierte Zweiräder und Sonderfahrzeuge – im Vergleich zum
Vorjahr leicht steigern. Hier führten vor allem neue Ausbauprojekte des Schienenverkehrs in
China zu Umsatzzuwächsen.
Die Umsätze des Bereichs Energie und Rohstoffe lagen im Berichtszeitraum leicht über der
Vergleichsperiode 2013. Während sich die Branche Windkraft in der Region Greater China im
Vergleich zum Geschäftsjahr 2013 sehr stark positiv entwickelte, beeinflussten insbesondere die
rückläufige Entwicklung der Bergbaubranche – vor allem in der Region Americas – sowie das
rückläufige Umsatzvolumen in der Branche Metallerzeugung und -verarbeitung in Deutschland
den Umsatzverlauf negativ.
Der Umsatz im Bereich Produktionsmaschinen lag im Berichtszeitraum geringfügig über
dem Niveau des Vorjahres, wobei sich die einzelnen Branchen unterschiedlich entwickelten.
Während die Nachfrage nach Werkzeugmaschinen und Fertigungssystemen über alle
Schaeffler-Regionen hinweg anstieg, blieb insbesondere das Geschäft mit den Branchen
Textil- und Druckmaschinen weiterhin schwach. Der Umsatz mit der Branche Druckmaschinen
zeigte dabei eine fortdauernde strukturelle Verschlechterung. Sinkende Exporte europäischer
Maschinenbauunternehmen wirkten sich indirekt negativ auf das Geschäft aus.
Der Bereich Luft- und Raumfahrt berichtete sinkende Umsätze, u. a. ausgelöst von Änderungen
im Produktprogramm wichtiger Kunden. In der Region Europa belastete der Ukraine-RusslandKonflikt die Umsatzentwicklung mit wichtigen Kunden stark. In der Region Americas sind
die sinkenden Umsatzerlöse vor allem auch auf signifikante Währungsumrechnungseffekte
zurückzuführen.
Konzernabschluss
2014
in Mio. EUR
Konzernanhang
Nr. 016
Weitere Angaben
Die Sparte Industrie teilt ihr Geschäft in zwei Unternehmensbereiche (UB): den UB Industrieanwendungen, der das Erstausrüstungsgeschäft im Industriebereich umfasst, und den
UB Industrial Aftermarket, der das Ersatzteil- und Servicegeschäft beinhaltet. Der Umsatz 2014
lag in beiden Unternehmensbereichen leicht über dem Vorjahr.
Zusammengefasster
Lagebericht
93
2. Wirtschaftsbericht
94
Vorwort | Mobilität für morgen | Zusammengefasster Lagebericht | Konzernabschluss | Konzernanhang | Weitere Angaben
Der Umsatz im UB Industrial Aftermarket lag im Berichtszeitraum 2014 bei 1.199 Mio. EUR
(Vj.: 1.146 Mio. EUR) und damit um 4,6 % über der Vergleichsperiode 2013. Effekte aus der
Währungsumrechnung wirkten sich im Bereich Industrial Aftermarket leicht negativ auf die
Umsatzentwicklung aus. Alle Schaeffler-Regionen steigerten ihre Umsätze. Schwerpunkte
des Umsatzwachstums waren die Regionen Europa und Greater China. Die Auftragseingänge
entwickelten sich im Berichtszeitraum positiv.
Die Umsatzkosten der Sparte Industrie beliefen sich im Berichtsjahr auf 2.194 Mio. EUR und
stiegen damit gegenüber dem Vorjahr (Vj.: 2.069 Mio. EUR) um 6,0 % bzw. 125 Mio. EUR
überproportional zum Umsatz an. Der Vorjahreswert enthält Aufwendungen für Personalstrukturmaßnahmen an den Produktionsstandorten Schweinfurt und Wuppertal in Höhe von
33 Mio. EUR.
Das Bruttoergebnis sank im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um 2,6 % auf 947 Mio. EUR
(Vj.: 972 Mio. EUR). Die Bruttomarge verschlechterte sich entsprechend um 1,9 %-Punkte auf
30,1 % (Vj.: 32,0 %). Negative Währungsumrechnungseffekte und Preisrückgänge in einigen
Märkten und Branchen konnten durch Produktivitätsverbesserungen, leicht sinkende Preise
für Rohmaterialien und verbesserte Fixkostendegressionseffekte nicht vollständig kompensiert
werden. Die Produktivität wurde zusätzlich von Bestandsreduzierungsmaßnahmen zum
Jahresende negativ beeinflusst.
Die Kosten für Forschung und Entwicklung verringerten sich im Geschäftsjahr 2014 von
133 Mio. EUR auf 125 Mio. EUR bzw. um 6,0 %. Insbesondere Personalaufwendungen konnten
durch Kostensenkungsmaßnahmen reduziert werden. Der Forschungsschwerpunkt lag auf
innovativen Produkten, wie z. B. der automatischen Fahrradschaltung FAG-VELOMATIC, die
zum Gewinner der Kategorie „Komponenten“ des Eurobike Awards 2014 gekürt wurde. Zudem
gewinnt die Betrachtung der Lebenszykluskosten von Produkten zunehmend an Bedeutung.
Die Komponente Wälzlager mit zahlreichen integrierten Funktionen entwickelt sich immer
weiter zu einem mechatronischen Bauteil, das die Wirtschaftlichkeit und Zuverlässigkeit, z. B.
bei Schienenfahrzeugen, stetig verbessert.
Insgesamt sank das EBIT der Sparte Industrie im Jahr 2014 im Vergleich zum Vorjahr um
36 Mio. EUR bzw. 11,1 % auf 289 Mio. EUR (Vj.: 325 Mio. EUR) und erreichte eine EBIT-Marge von
9,2 % (Vj.: 10,7 %). Das Vorjahr enthält Aufwendungen für Personalstrukturmaßnahmen an den
Produktionsstandorten Schweinfurt und Wuppertal in Höhe von 33 Mio. EUR.
95
2. Wirtschaftsbericht
Cash Flow
Die Schaeffler Gruppe erwirtschaftete im Geschäftsjahr 2014 einen positiven Gesamt-Cash Flow
– Nettozunahme/-abnahme des Bestands an Zahlungsmitteln und Zahlungsmitteläquivalenten –
in Höhe von 319 Mio. EUR (Vj.: -109 Mio. EUR).
Zusammengefasster
Lagebericht
2.4 Finanz- und Vermögenslage
Veränderung
in %
Cash Flow aus laufender Geschäftstätigkeit
900
1.027
-12,4
Cash Flow aus Investitionstätigkeit
-852
-554
53,8
48
473
-89,9
Cash Flow aus Finanzierungstätigkeit
271
-582
-
Nettozunahme/-abnahme des Bestands an
Zahlungsmitteln und Zahlungsmitteläquivalenten
319
-109
-
31.12.2014
31.12.2013
Veränderung
in %
6.414
5.753
11,5
636
300
> 100
5.778
5.453
6,0
0
6
-100
5.778
5.447
6,1
Free Cash Flow
Finanzschulden
Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente
Netto-Finanzschulden
Gesellschafterdarlehen
Netto-Finanzschulden ohne Gesellschafterdarlehen
Der Cash Flow aus laufender Geschäftstätigkeit sank gegenüber dem Vorjahreswert um
127 Mio. EUR auf 900 Mio. EUR (Vj.: 1.027 Mio. EUR). Ursächlich für den Rückgang waren
im Wesentlichen die Zahlung der EU-Kartellstrafe im zweiten Quartal 2014 in Höhe von
370,5 Mio. EUR sowie die Vorfälligkeitsentschädigung im Rahmen der Refinanzierung
im Mai 2014 in Höhe von 114 Mio. EUR. Zusätzlich wirkte sich – hauptsächlich bedingt durch
das höhere Geschäftsvolumen – der Anstieg bei den Vorräten bzw. Forderungen aus Lieferungen und Leistungen sowie der im Vergleich zum Vorjahr geringere Anstieg der Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen in Höhe von insgesamt 121 Mio. EUR negativ auf
die Entwicklung des Cash Flow aus (Vj.: positiver Effekt in Höhe von insgesamt 18 Mio. EUR).
Positiven Einfluss nahmen dagegen vor allem der EBIT-Zuwachs um 515 Mio. EUR sowie um
186 Mio. EUR geringere Mittelabflüsse für Zins- und Steuerzahlungen.
Durch deutlich erhöhte Auszahlungen für Investitionen in immaterielle Vermögenswerte
und Sachanlagen in Höhe von 857 Mio. EUR (Vj.: 572 Mio. EUR) stieg der Mittelabfluss beim
Cash Flow aus Investitionstätigkeit auf 852 Mio. EUR (Vj.: 554 Mio. EUR).
Konzernanhang
2013
Weitere Angaben
2014
in Mio. EUR
Konzernabschluss
Nr. 017
96
Vorwort | Mobilität für morgen | Zusammengefasster Lagebericht | Konzernabschluss | Konzernanhang | Weitere Angaben
Auf dieser Basis ergab sich für das Geschäftsjahr 2014 ein positiver Free Cash Flow in Höhe von
48 Mio. EUR (Vj.: 473 Mio. EUR).
Im Berichtsjahr erzielte die Schaeffler Gruppe einen positiven Cash Flow aus Finanzierungs­
tätigkeit in Höhe von 271 Mio. EUR (Vj.: -582 Mio. EUR).
Im Zusammenhang mit den im Mai und Oktober 2014 durchgeführten Refinanzierungen
standen 731 Mio. EUR aus den Einzahlungen aus den Aufnahmen von Krediten und
236 Mio. EUR der Auszahlungen für die Tilgung von Krediten. Die für die Refinanzierungsmaßnahmen erfolgten Auszahlungen von Vorfälligkeitsentschädigung und Transaktionskosten
wurden im Cash Flow aus laufender Geschäftstätigkeit berücksichtigt. Alle darüber hinaus
gehenden Transaktionen der beiden Refinanzierungen waren zahlungsunwirksam.
In der Konzern-Kapitalflussrechnung reduzierten sich die Einzahlungen aus den Aufnahmen
von Krediten durch die Rückführung kurzfristiger Bankschulden auf insgesamt 727 Mio. EUR.
Weitere Auszahlungen in Höhe von 193 Mio. EUR resultierten insbesondere aus einer Teiltilgung
in Höhe von 171 Mio. EUR, die überwiegend durch eine – von der Schaeffler Beteiligungsholding
GmbH & Co. KG über die Schaeffler Verwaltung Zwei GmbH an die Schaeffler AG – weitergereichte Dividende der Continental AG finanziert wurde (vgl. Finanzierungsmaßnahmen
Seite 102).
Die Netto-Finanzschulden erhöhten sich zum 31. Dezember 2014 um 325 Mio. EUR auf
5.778 Mio. EUR (Vj.: 5.453 Mio. EUR, inklusive Gesellschafterdarlehen in Höhe von 6 Mio. EUR).
Zum 31. Dezember 2014 bestanden keine Darlehensverbindlichkeiten der Schaeffler Gruppe
gegenüber ihren beherrschenden Gesellschaften (Vj.: 6 Mio. EUR).
Der Verschuldungsgrad – definiert als Verhältnis von Netto-Finanzschulden (ohne Gesell­
schafter­darlehen) zu EBITDA – lag zum 31. Dezember 2014 bei 2,7 (Vj.: 3,3).
97
2. Wirtschaftsbericht
31.12.2013
Veränderung
in %
258
-1.966
-
1.984
1.510
31,4
Rückstellungen
70
95
-26,3
Finanzschulden
6.413
5.720
12,1
237
235
0,9
21
162
-87,0
Eigenkapital
Rückstellungen für Pensionen und ähnliche
Verpflichtungen
Ertragsteuerverbindlichkeiten
Sonstige finanzielle Verbindlichkeiten
Sonstige Verbindlichkeiten
8
6
33,3
106
142
-25,4
8.839
7.870
12,3
Rückstellungen
232
589
-60,6
Finanzschulden
1
33
-97,0
1.261
1.022
23,4
155
152
2,0
Sonstige finanzielle Verbindlichkeiten
558
405
37,8
Sonstige Verbindlichkeiten
313
282
11,0
2.520
2.483
1,5
11.617
8.387
38,5
Passive latente Steuern
Langfristige Verbindlichkeiten und Rückstellungen
Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen
Ertragsteuerverbindlichkeiten
Kurzfristige Verbindlichkeiten und Rückstellungen
Bilanzsumme
Das Eigenkapital der Schaeffler Gruppe erhöhte sich im Geschäftsjahr 2014 um
2.224 Mio. EUR auf 258 Mio. EUR (Vj.: -1.966 Mio. EUR). Dies beruht insbesondere auf einer
im Dezember 2014 durchgeführten Sachkapitalerhöhung. Durch die Einlage von zwei Darlehensforderungen der neu aufgenommenen Gesellschafterin, der Schaeffler Verwaltungs GmbH,
Herzogenaurach, stieg das Eigenkapital um 1.700 Mio. EUR (vgl. Vermögensstruktur Seite 99).
Eigenkapitalerhöhend wirkten sich zudem das positive Konzernergebnis von 662 Mio. EUR
sowie eine durch die Gesellschafterin Schaeffler Verwaltung Zwei GmbH geleistete Einlage von
101 Mio. EUR aus. Gegenläufige ergebnisneutrale Eigenkapitalminderungen (-238 Mio. EUR)
resultierten vor allem aus der Umrechnung des Reinvermögens ausländischer Konzerngesellschaften (140 Mio. EUR), aus der negativen Veränderung der Bewertung von Sicherungsinstrumenten (-70 Mio. EUR) sowie von Pensionen und ähnlichen Verpflichtungen (-316 Mio. EUR).
Konzernabschluss
31.12.2014
in Mio. EUR
Konzernanhang
Nr. 018
Weitere Angaben
Die Kapitalstruktur der Schaeffler Gruppe verbesserte sich im Geschäftsjahr 2014. Dies
resultiert insbesondere aus der im Berichtsjahr durchgeführten Kapitalerhöhung. Darüber
hinaus trug das positive Konzernergebnis zu einer weiteren Erhöhung des Eigenkapitals bei.
Zusammengefasster
Lagebericht
Kapitalstruktur
98
Vorwort | Mobilität für morgen | Zusammengefasster Lagebericht | Konzernabschluss | Konzernanhang | Weitere Angaben
Der Anstieg der Rückstellungen für Pensionen und ähnliche Verpflichtungen um 474 Mio. EUR
auf 1.984 Mio. EUR (Vj.: 1.510 Mio. EUR) resultierte insbesondere aus der Anpassung des
Rechnungszinssatzes an das insgesamt gesunkene Zinsniveau.
Die Veränderung der langfristigen Finanzschulden um 693 Mio. EUR auf 6.413 Mio. EUR
(Vj.: 5.720 Mio. EUR) ist im Wesentlichen auf die Finanzierung der EU-Kartellstrafe im zweiten
Quartal 2014 sowie auf Währungsumrechnungseffekte der in US-Dollar denominierten
Finanzschulden in Euro zurückzuführen (vgl. Konzernanhang Tz 4.5).
Die sonstigen finanziellen Verbindlichkeiten verminderten sich um 141 Mio. EUR auf
21 Mio. EUR (Vj.: 162 Mio. EUR) insbesondere aufgrund von positiven Marktwertänderungen der
langfristigen Finanzderivate zur Zinswährungsabsicherung.
Die kurzfristigen Rückstellungen verringerten sich um 357 Mio. EUR auf 232 Mio. EUR
(Vj.: 589 Mio. EUR), was maßgeblich aus der Inanspruchnahme der Rückstellung im Zusammenhang mit der Zahlung der durch die EU-Kommission festgesetzten Kartellstrafe resultierte.
Gegenläufig erhöhten sich die Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen um
239 Mio. EUR auf 1.261 Mio. EUR (Vj.: 1.022 Mio. EUR) aufgrund des positiven Geschäftsverlaufs
sowie einer intensivierten Investitionstätigkeit im Berichtsjahr und Währungsumrechnungseffekten.
Der Anstieg der sonstigen finanziellen Verbindlichkeiten um 153 Mio. EUR auf 558 Mio. EUR
(Vj.: 405 Mio. EUR) ist insbesondere auf negative Marktwertänderungen bei den kurzfristigen
Finanzderivaten zur Währungsabsicherung und auf höhere Verbindlichkeiten gegenüber
Mitarbeitern zurückzuführen.
Zu den wesentlichen außerbilanziellen Verpflichtungen der Schaeffler Gruppe gehören
Verpflichtungen aus operativen Miet-, Pacht- und Leasingverhältnissen und Eventualschulden.
Die Verpflichtungen der Schaeffler Gruppe aus unkündbaren operativen Miet-, Pacht- und
Leasingverhältnissen betrugen zum 31. Dezember 2014 120 Mio. EUR (Vj.: 106 Mio. EUR);
Verpflichtungen aus Finanzierungs-Leasingverhältnissen waren nicht wesentlich.
99
2. Wirtschaftsbericht
Die Vermögensstruktur der Schaeffler Gruppe war im Geschäftsjahr 2014 insbesondere durch
die Auswirkungen der Einbringung von Darlehensforderungen im Rahmen der Sachkapitalerhöhung, durch die gesteigerte Investitionstätigkeit sowie von einem guten operativen
Geschäftsverlauf geprägt. 2014 stieg die Bilanzsumme um 3.230 Mio. EUR bzw. 38,5 % auf
11.617 Mio. EUR (Vj.: 8.387 Mio. EUR).
Zusammengefasster
Lagebericht
Vermögensstruktur
Sachanlagen
Anteile an at Equity bewerteten Beteiligungen
31.12.2013
Veränderung
in %
555
538
3,2
3.748
3.369
11,2
4
3
33,3
14
14
0,0
1.960
202
> 100
Sonstige Vermögenswerte
58
54
7,4
Ertragsteuerforderungen
8
12
-33,3
455
218
> 100
Langfristige Vermögenswerte
6.802
4.410
54,2
Vorräte
1.713
1.536
11,5
Forderungen aus Lieferungen und Leistungen
1.900
1.676
13,4
Sonstige finanzielle Vermögenswerte
343
232
47,8
Sonstige Vermögenswerte
181
141
28,4
Ertragsteuerforderungen
42
92
-54,3
636
300
> 100
4.815
3.977
21,1
11.617
8.387
38,5
Sonstige Finanzanlagen
Sonstige finanzielle Vermögenswerte
Aktive latente Steuern
Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente
Kurzfristige Vermögenswerte
Bilanzsumme
Die Sachanlagen erhöhten sich 2014 um 379 Mio. EUR auf 3.748 Mio. EUR (Vj.: 3.369 Mio. EUR).
Grund für diese Veränderung waren vor allem die Investitionszugänge in Höhe von
893 Mio. EUR, die über den planmäßigen Abschreibungen von 614 Mio. EUR lagen sowie
Währungsumrechnungseffekte, die sich erhöhend auf den Sachanlagenbestand auswirkten.
Die sonstigen langfristigen finanziellen Vermögenswerte erhöhten sich um 1.758 Mio. EUR auf
1.960 Mio. EUR (Vj.: 202 Mio. EUR). Die Veränderung ist insbesondere auf die Einbringung von
Darlehensforderungen gegenüber nahestehenden Unternehmen in Höhe von 1.700 Mio. EUR
im Zusammenhang mit der im Dezember 2014 erfolgten Sachkapitalerhöhung zurückzuführen
(vgl. Konzernanhang Tz. 4.8). Die Darlehensforderungen beinhalteten zwei Darlehen in
Höhe von 629 Mio. EUR gegenüber der Schaeffler Beteiligungsholding GmbH & Co. KG und
in Höhe von 1.071 Mio. EUR gegenüber der Schaeffler Verwaltung Zwei GmbH. Des Weiteren
führten vor allem positive Marktwertänderungen der langfristigen Derivate zu einer Erhöhung
der sonstigen finanziellen Vermögenswerte. Darin enthalten sind neben Derivaten zur
Konzernanhang
Immaterielle Vermögenswerte
31.12.2014
Weitere Angaben
in Mio. EUR
Konzernabschluss
Nr. 019
100
Vorwort | Mobilität für morgen | Zusammengefasster Lagebericht | Konzernabschluss | Konzernanhang | Weitere Angaben
Zinswährungsabsicherung auch eingeräumte Optionen zur vorzeitigen Rückzahlung von
Finanzschulden. Im Geschäftsjahr 2014 wurden im Zusammenhang mit der Refinanzierung
einzelne Kündigungsoptionen ausgeübt.
Die aktiven latenten Steuern erhöhten sich um 237 Mio. EUR auf 455 Mio. EUR (Vj.: 218 Mio. EUR).
Ausschlaggebend hierfür war insbesondere die durch die weitere Reduzierung des Rechnungszinssatzes induzierte Bewertung wesentlicher Pensionspläne der Schaeffler Gruppe, die
zu einer Erhöhung der Rückstellungen für Pensionen und ähnliche Verpflichtungen führte,
wohingegen die steuerlichen Bemessungsgrundlagen dieser Verpflichtungen unverändert
blieben. Darüber hinaus wurden aktive latente Steuern auf Zinsvorträge gebildet, deren
zukünftige Nutzung nunmehr als wahrscheinlich eingestuft wird.
Die Vorräte erhöhten sich zum Bilanzstichtag um 177 Mio. EUR auf 1.713 Mio. EUR
(Vj.: 1.536 Mio. EUR). Ursächlich hierfür war vor allem eine gestiegene Nachfrage in den unterschiedlichen Wachstumsmärkten der Schaeffler Gruppe sowie Währungsumrechnungseffekte,
die sich erhöhend auf den Vorratsbestand auswirkten.
Der Anstieg der Forderungen aus Lieferungen und Leistungen um 224 Mio. EUR auf
1.900 Mio. EUR zum 31. Dezember 2014 (Vj.: 1.676 Mio. EUR) wurde vor allem durch den Anstieg
der Umsätze im vierten Quartal 2014 im Vergleich zum Vorjahr und durch positive Währungsumrechnungseffekte verursacht.
Die sonstigen kurzfristigen finanziellen Vermögenswerte sind um 111 Mio. EUR auf 343 Mio. EUR
(Vj.: 232 Mio. EUR) angestiegen. Gründe für diese Erhöhung waren vor allem Finanzforderungen
gegen nahestehende Unternehmen, denen rückläufige Marktwertänderungen der Finanzderivate sowie beglichene Schadenersatzansprüche entgegenstanden. Der Anstieg der sonstigen
kurzfristigen Vermögenswerte um 40 Mio. EUR auf 181 Mio. EUR (Vj.: 141 Mio. EUR) ist im
Wesentlichen auf höhere Forderungen aus Umsatzsteuererstattungen zurückzuführen.
Die Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente sind um 336 Mio. EUR auf 636 Mio. EUR
(Vj.: 300 Mio. EUR) angestiegen (vgl. Cash Flow Seite 95).
101
2. Wirtschaftsbericht
Im Berichtsjahr lagen die Investitionen mit 943 Mio. EUR (Vj.: 573 Mio. EUR) deutlich über dem
Niveau des Vorjahres. Diese Werte beinhalten die Zugänge bei den immateriellen Vermögenswerten und dem Sachanlagevermögen. Die Zugänge betreffen im Wesentlichen Investitionen im
Rahmen von Kapazitäts- und Funktionserweiterungen sowie Produktanläufe und Investitionen
für den notwendigen Ersatz von Anlagevermögen. Die Investitionsquote (Bilanzzugänge)
– gemessen am Konzernumsatz – betrug 7,8 % (Vj.: 5,1 %). Die Investitionen werden in der
Kapitalflussrechnung um zahlungsunwirksame Transaktionen und um Währungsumrechnungseffekte angepasst. Die Investitionsauszahlungsquote (Capex-Quote) für immaterielle
Vermögenswerte und Sachanlagevermögen lag 2014 bei 7,1 % (Vj.: 5,1 %) vom Konzernumsatz.
Die Abschreibungsquote belief sich im Geschäftsjahr 2014 auf 5,4 % (Vj.: 5,8 %). Zum
31. Dezember 2014 hat die Schaeffler Gruppe offene Verpflichtungen aus abgeschlossenen
Verträgen für den Kauf von Sachanlagen in Höhe von 262 Mio. EUR (Vj.: 177 Mio. EUR).
Konzernabschluss
Investitionen sind neben Innovationen die Basis für das Wachstum der Schaeffler Gruppe. Die
Wachstumsstrategie der Schaeffler Gruppe sieht umfangreiche Investitionen in neue Produkte
und neue Technologien sowie in die Erweiterung des globalen Produktionsnetzwerkes vor.
Zusammengefasster
Lagebericht
Investitionen
943
754
573
441
Automotive
2013
189
Industrie
2014
Schaeffler
Gruppe
Schaeffler erhöhte vor allem in der Sparte Automotive das Investitionsvolumen, von
441 Mio. EUR auf 754 Mio. EUR. In der Sparte Industrie wurden 189 Mio. EUR (Vj.: 132 Mio. EUR)
investiert.
Ein wesentliches Ziel im Rahmen der Investitionsstrategie ist die Stärkung der Wettbewerbsfähigkeit durch Kapazitätserweiterungen an Produktionsstandorten in den Wachstumsregionen
der Schaeffler Gruppe. Der Anteil der Aufwendungen für Kapazitätserweiterungen betrug rund
38 % des gesamten Investitionsvolumens. In die Realisierung neuer Produktanläufe investierte
Schaeffler rund 29 % des gesamten Investitionsvolumens.
Die darüber hinaus gehenden Investitionen betrafen im Wesentlichen die Implementierung von
Ersatzanlagen, Rationalisierungsmaßnahmen und Funktionserweiterungen. Diese Investitionen dienen nicht nur der kontinuierlichen Verbesserung der Lieferqualität und Liefertreue der
Schaeffler Gruppe, sondern auch der Steigerung der Produktivität in den Schaeffler-Werken.
Technisch überholte Maschinenkonzepte wurden durch innovative und effizientere Anlagen im
Wesentlichen in der Region Europa abgelöst.
Weitere Angaben
132
Konzernanhang
Investitionen
in Mio. EUR
102
Vorwort | Mobilität für morgen | Zusammengefasster Lagebericht | Konzernabschluss | Konzernanhang | Weitere Angaben
Die Investitionen des Geschäftsjahres 2014 betrafen neben der Realisierung der neuen
Produktionsstandorte Uljanowsk (Russland) und Nanjing (China) insbesondere Aufwendungen
im Rahmen des Projekts Europäisches Distributionszentrum (EDZ). Im Berichtsjahr wurde mit
der Implementierung der Standorte EDZ Nord (Arlandastad, Schweden) und EDZ Süd
(Carisio, Italien) begonnen. Bei den Produktanläufen konzentrierten sich die Investitionen
u. a. auf das Wälzlagergeschäft in der Sparte Automotive sowie auf Wälzlager mit kleineren
Durchmessern. Die Anläufe betrafen auch den Wankstabilisator, eine mechatronische
Neuentwicklung der Schaeffler Gruppe, dessen Produktion und Industrialisierung am Standort
Schweinfurt angesiedelt ist.
Investitionen nach Regionen
in Mio. EUR
943
573
516
313
105
Europa
2013
161
Americas
127
207
Greater China
28
59
Asien/Pazifik
Schaeff ler Gruppe
2014
Vom gesamten Investitionsvolumen in Höhe von 943 Mio. EUR entfielen auf die SchaefflerRegion Europa 516 Mio. EUR. Zur Stärkung der Wettbewerbsfähigkeit wurde vor allem in
Kapazitäts- und Funktionserweiterungen investiert. Auf die Schaeffler-Regionen Americas,
Greater China und Asien/Pazifik entfielen vom gesamten Investitionsvolumen 161 Mio. EUR,
207 Mio. EUR bzw. 59 Mio. EUR.
Finanzierungsmaßnahmen
Im Geschäftsjahr 2014 hat die Schaeffler Gruppe umfangreiche Maßnahmen zur Refinanzierung
der bestehenden Finanzverbindlichkeiten umgesetzt. Mit diesen Maßnahmen konnten die
Finanzierungsquellen weiter diversifiziert, das Fälligkeitsprofil der Verschuldung gestreckt und
die Finanzierungskosten weiter gesenkt werden.
Am 08. Mai 2014 gab die Schaeffler Gruppe den erfolgreichen Abschluss einer Refinanzierungstransaktion über insgesamt 3,5 Mrd. EUR bekannt. Im Rahmen der Transaktion wurden
neue Anleihen mit einem Gesamtvolumen von rund 2,0 Mrd. EUR begeben. Zusätzlich wurden
institutionelle Kredite mit einem Gesamtvolumen von 1,5 Mrd. EUR durch neue Kredittranchen
mit günstigeren Konditionen und verbessertem Fälligkeitenprofil abgelöst.
Insgesamt wurden am 14. Mai 2014 vier neue Anleihen emittiert. Platziert wurden drei
EUR- und eine USD-Anleihe, wobei unter den EUR-Anleihen erstmals eine unbesicherte Anleihe
begeben wurde. Die unbesicherte EUR-Anleihe mit einem Volumen von 500 Mio. EUR und
einer Laufzeit von fünf Jahren wird mit 3,25 % verzinst; die besicherte EUR-Anleihe mit einem
Volumen von 500 Mio. EUR und einer Laufzeit von fünf Jahren wird mit 2,75 % verzinst. Die
Die Schaeffler Gruppe hat zudem eine Konditionenanpassung (Repricing) und eine vollständige
Rückführung der Tranchen C EUR und C USD durch die Aufnahme neuer Kredittranchen
E EUR und E USD durchgeführt. Die E EUR-Tranche mit einem Volumen von 375 Mio. EUR und
einer Laufzeit von sechs Jahren wird mit Euribor + 3,00 % verzinst. Die E USD-Tranche über
1,6 Mrd. USD mit einer Laufzeit von sechs Jahren weist eine Verzinsung von Libor + 3,00 % auf.
Beide Kredittranchen sind besichert und verfügen jeweils über einen Basiszinssatz (Floor) in
Höhe von 0,75 %.
Die Mittelzuflüsse aus den neuen Anleihen und Krediten wurden im Wesentlichen für die
Rückzahlung von bestehenden Anleihen herangezogen. Zurückgezahlt wurden die 2017
EUR-Retail-Anleihe mit einem Kupon von 6,75 % sowie die 2019 EUR- und USD-Anleihen mit
Kupons von 8,75 % und 8,5 %. Ebenso wurden die beiden institutionellen Kredittranchen
abgelöst und eine Teiltilgung der Banktranche D um 309 Mio. EUR durchgeführt. Darüber
hinaus wurden Gelder aus der Transaktion u. a. zur Finanzierung allgemeiner Unternehmenszwecke eingesetzt.
Im Mai leistete die Schaeffler Gruppe zudem eine Teiltilgung der Tranche D in Höhe von
171 Mio. EUR. Die dafür aufgewendeten finanziellen Mittel stammen überwiegend aus einer von
der Schaeffler Beteiligungsholding GmbH & Co. KG über die Schaeffler Verwaltung Zwei GmbH
an die Schaeffler AG weitergereichten Dividende der Continental AG in Höhe von 168 Mio. EUR.
Hierdurch wurde die Tranche D auf ein Volumen von 250 Mio. EUR zurückgeführt.
Am 16. Oktober 2014 hat die Schaeffler Gruppe den erfolgreichen Abschluss einer weiteren Refinanzierungstransaktion verkündet. Im Rahmen der Transaktion wurden neue institutionelle
Kredittranchen B EUR mit einem Volumen von 750 Mio. EUR und B USD mit einem Volumen von
1,3 Mrd. USD begeben. Die Mittelzuflüsse mit einem Gesamtvolumen von rund 1,9 Mrd. Euro
wurden zur Rückzahlung der Banktranche D in Höhe von 250 Mio. Euro und zur Ablösung der
institutionellen Kredittranchen E EUR und E USD verwendet.
Die bisherigen Kredittranchen E EUR und E USD wurden durch die Aufnahme neuer Kredit­
tranchen B EUR und B USD vollständig zurückgeführt. Die neue B EUR-Tranche mit einem
Volumen von 750 Mio. EUR wird mit Euribor + 3,50 % verzinst; die neue B USD-Tranche über
1,3 Mrd. USD weist eine Verzinsung von Libor + 3,50 % auf. Beide Kredittranchen verfügen
jeweils über einen Basiszinssatz (Floor) in Höhe von 0,75 % und eine Fälligkeit im Mai 2020.
Im Zuge der Transaktion wurde zudem die bisherige Banktranche D in Höhe von 250 Mio. EUR
vollständig zurückgeführt. Zeitgleich wurde die bisherige Revolving Credit Facility durch
eine neue Revolving Credit Facility mit einer Laufzeit von fünf Jahren und einer Höhe von
1,0 Mrd. EUR ersetzt.
Zusammengefasster
Lagebericht
Konzernabschluss
Die Schaeffler Finance B.V., ein Tochterunternehmen der Schaeffler AG, emittierte die Anleihen,
die am Euro MTF Marktsegment der Börse Luxemburg notiert sind. Die besicherten Anleihen
werden von der Schaeffler Verwaltung Zwei GmbH und einzelnen Tochterunternehmen
garantiert. Die unbesicherte Anleihe wird lediglich durch die Schaeffler Verwaltung Zwei GmbH
garantiert. Standard & Poor’s und Moody’s bewerten die besicherten Anleihen mit einem Rating
von „BB-“/„Ba2“ und die unbesicherte Anleihe mit „B“/„B1“.
Konzernanhang
ebenfalls besicherte und über 500 Mio. EUR lautende Anleihe mit einer Laufzeit von acht Jahren
weist einen Kupon von 3,50 % aus. Der Kupon der besicherten USD-Anleihe mit einem Volumen
von 700 Mio. USD und einer Laufzeit von sieben Jahren beträgt 4,25 %.
103
Weitere Angaben
2. Wirtschaftsbericht
104
Vorwort | Mobilität für morgen | Zusammengefasster Lagebericht | Konzernabschluss | Konzernanhang | Weitere Angaben
Für die existierenden Anleihen der Schaeffler Finance B.V. hat die Schaeffler Gruppe, parallel
zu der Refinanzierung, die erforderlichen Zustimmungen für bestimmte Änderungen der
Anleihebedingungen eingeholt. Ziel der Änderungen war dabei eine Harmonisierung der
Anleihebedingungen sowie eine Erhöhung der finanziellen Flexibilität. Die erforderlichen
Zustimmungen der Anleihegläubiger wurden am 15. Oktober 2014 erteilt.
Mit Abschluss der vorgenannten Schritte dienen die durch die Schaeffler Verwaltung Zwei GmbH
über die Schaeffler Beteiligungsholding GmbH & Co. KG gehaltenen Anteile an der
Continental AG künftig nicht mehr direkt der Besicherung der Finanzverbindlichkeiten der
Schaeffler Gruppe.
Die Bonitätseinstufung der Schaeffler Gruppe durch die Ratingagenturen Moody‘s und
Standard & Poor‘s hat sich im Anschluss an diese Transaktion nicht verändert. Moody‘s hat das
Unternehmensrating für die Schaeffler Gruppe am 06. Oktober 2014 von der Schaeffler
Verwaltung Zwei GmbH (zuvor Schaeffler AG) auf die AG (zuvor INA Beteiligungs GmbH)
verschoben und auf dieser Basis das Rating von „Ba3“ mit stabilem Ausblick bestätigt.
Standard & Poor‘s beurteilt das Unternehmensrating der Schaeffler Gruppe nach wie vor ausgehend von der Schaeffler Verwaltung Zwei GmbH mit „BB-“ und ebenfalls stabilem Ausblick.
Das Rating der Anleihen der Schaeffler Finance B.V. variiert je nach Grad der Besicherung. Die
besicherten Anleihen wurden von Moody‘s mit „Ba2“ und von Standard & Poor‘s mit „BB-“
bewertet. Die im Geschäftsjahr 2014 begebene unbesicherte Anleihe erhielt von Moody‘s das
Rating „B1“ und von Standard & Poor‘s das Rating „B“.
Die einzelnen Kredittranchen des Facilities Agreement setzten sich zum 31. Dezember 2014 wie
folgt zusammen:
Nr. 020
31.12.2014
31.12.2013
31.12.2014
31.12.2014
Buchwert
in Mio. EUR
31.12.2013
Tranche
Währung
Senior Term Loan E
EUR
0
299
0
292
-
Euribor
+ 3,75 %
-
Senior Term Loan E
USD
0
1.699
0
1.213
-
Libor
+ 3,25 %
-
Senior Term Loan B 1)
EUR
750
0
757
0
Euribor
+ 3,50 % 2)
-
15.05.2020
Senior Term Loan B 3)
USD
1.300
0
1.031
0
Libor
+ 3,50 % 4)
-
15.05.2020
Senior Term Loan D
EUR
0
730
0
713
-
Euribor
+ 2,875 %
-
Revolving Credit Facility 5)
EUR
1.000
1.000
-14
-9
Euribor
+ 2,875 %
27.10.2019
1)
Nominalwert
in Mio.
31.12.2013
Zinssatz
Euribor
+ 2,875 %
Ab 27. Oktober 2014, vormals Senior Term Loan E EUR.
2) Ab 27. Oktober 2014 Euribor Floor in Höhe von 0,75 %.
3) Ab 27. Oktober 2014, vormals Senior Term Loan E USD.
4) Ab 27. Oktober 2014 Libor Floor in Höhe von 0,75 %.
5) Zum 31. Dezember 2014 waren davon 34 Mio. EUR (31. Dezember 2013: 49 Mio. EUR) im Wesentlichen durch Avalkredite ausgenutzt.
Fälligkeit
ISIN
Währung
31.12.2013
Nominalwert
in Mio.
31.12.2014
31.12.2013
Buchwert
in Mio. EUR
Kupon
Fälligkeit
XS0741938624
EUR
800
800
791
788
7,75 %
15.02.2017
US806261AC75
USD
600
600
489
428
7,75 %
15.02.2017
XS0923613060
EUR
600
600
596
595
4,25 %
15.05.2018
XS1067864881
EUR
500
-
496
-
3,25 %
15.05.2019
XS1067862919
EUR
500
-
496
-
2,75 %
15.05.2019
US806261AJ29
USD
700
-
571
-
4,25 %
15.05.2021
US806261AE32
USD
850
850
696
612
4,75 %
15.05.2021
XS1067864022
EUR
500
-
499
-
3,50 %
15.05.2022
XS0801261156 1)
EUR
-
326
-
323
6,75 %
-
XS0741939788 1)
EUR
-
400
-
398
8,75 %
-
US806261AA10 1)
USD
-
500
-
361
8,50 %
-
1)
Vorzeitiger Rückkauf am 14. Mai 2014.
Die Schaeffler-Anleihen werden im Euro MTF Segment der Luxemburger Wertpapierbörse
geführt.
Die Einhaltung bestimmter Finanzkennzahlen (Financial Covenants) sind Teil der in den
bestehenden Kreditverträgen enthaltenen Auflagen. Bei diesen Finanzkennzahlen handelt es
sich um Senior Debt Leverage Cover und Senior Interest Cover. Die Einhaltung der Financial
Covenants wird laufend überwacht und gesteuert sowie an die kreditgebenden Banken
berichtet. Im Geschäftsjahr 2014 wurden die Financial Covenants entsprechend den kreditvertraglichen Regelungen durchgängig eingehalten.
Liquidität
Zum 31. Dezember 2014 belief sich der Bestand an Zahlungsmitteln und Zahlungsmitteläquivalenten auf 636 Mio. EUR (Vj.: 300 Mio. EUR) und umfasste im Wesentlichen Bankguthaben.
Davon entfielen 172 Mio. EUR (Vj.: 151 Mio. EUR) auf Länder mit Devisenverkehrsbeschränkungen und anderen gesetzlichen Einschränkungen. Die Verfügbarkeit über diese Bestände
durch die Schaeffler AG als Mutterunternehmen ist daher eingeschränkt. Ferner verfügt
die Schaeffler Gruppe über eine revolvierende Betriebsmittellinie in Höhe von 1,0 Mrd. EUR
(Vj.: 1,0 Mrd. EUR) von der zum 31. Dezember 2014 34 Mio. EUR (Vj.: 49 Mio. EUR) hauptsächlich
durch Avalkredite ausgenutzt waren.
Konzernabschluss
31.12.2014
Konzernanhang
Nr. 021
Weitere Angaben
Die über die Schaeffler Finance B.V., Barneveld, Niederlande, begebenen Anleihen setzen sich
zum 31. Dezember 2014 wie folgt zusammen:
Zusammengefasster
Lagebericht
105
2. Wirtschaftsbericht
106
Vorwort | Mobilität für morgen | Zusammengefasster Lagebericht | Konzernabschluss | Konzernanhang | Weitere Angaben
2.5 Gesamtbewertung des Geschäftsjahres 2014
Aus Sicht des Vorstands verlief das Geschäftsjahr 2014 insgesamt positiv. Die Schaeffler Gruppe
schloss erneut ein erfolgreiches und von Wachstum geprägtes Geschäftsjahr ab. Die zum
31. Dezember 2013 im Konzernlagebericht der Schaeffler Verwaltung Zwei GmbH
(vormals Schaeffler AG) für die finanziellen Steuerungskennzahlen getroffenen Prognosen
konnten erreicht, in Einzelfällen sogar übertroffen werden.
Die Weltkonjunktur verharrte 2014 auf einem Niveau moderaten Wachstums. Die Dynamik
der globalen Expansion ist dabei hinter den allgemeinen Erwartungen zurückgeblieben.
Wachstumsdämpfend wirkten insbesondere der Ukraine-Konflikt und die zum Teil damit
einhergehende Abschwächung des Wachstums im Euroraum sowie eine Abkühlung der
Expansion in den Schwellenländern. Positive Impulse kamen aus den fortgeschrittenen
Volkswirtschaften außerhalb des Euroraums. Insgesamt lag das Wachstum der Weltwirtschaft
bei 3,3 % (Quelle: Internationaler Währungsfonds, Januar 2015).
Der Vorstand blickt vor diesem Hintergrund auf eine sehr positive Umsatzentwicklung zurück.
Der Konzern verzeichnete ein Umsatzwachstum in Höhe von 8,2 % auf 12.124 Mio. EUR.
Ohne negative Effekte aus der Währungsumrechnung in Höhe von 0,8 % erwirtschaftete die
Schaeffler Gruppe ein Umsatzplus in Höhe von 9,0 %. Positive Impulse kamen insbesondere
von der Sparte Automotive. Das gesetzte Ziel, ein über dem Marktdurchschnitt liegendes
Umsatzwachstum zu erzielen, wurde in der Sparte Automotive erreicht. Das Geschäft in
der Sparte Industrie verlief vor dem Hintergrund der gesamtwirtschaftlichen Entwicklung
zufriedenstellend.
Der Umsatz der Sparte Automotive stieg im Geschäftsjahr 2014 um 10,0 % auf 8.983 Mio. EUR
(Vj.: 8.164 Mio. EUR). Gegenläufig wirkten sich negative Währungsumrechnungseffekte aus.
Ohne die Berücksichtigung von negativen Währungsumrechnungseffekten stieg der Umsatz
in der Sparte Automotive um 10,7 % und damit deutlich stärker als der Markt. So konnten alle
Schaeffler-Regionen das durchschnittliche Wachstum der regionalen Entwicklung der Produktionsstückzahlen für Pkw und leichte Nutzfahrzeuge (Quelle: IHS Global Insight, Januar 2015)
übertreffen.
Trotz negativer Nachfrageeffekte infolge der geopolitischen Spannungen sowie der unerwartet
schwachen konjunkturellen Entwicklung einzelner Schwellenländer konnten die Umsätze
der Sparte Industrie gesteigert werden. Die Umsatzerlöse der Sparte betrugen im Berichtsjahr
3.141 Mio. EUR; sie wiesen somit ein Wachstum in Höhe von 3,3 % im Vergleich zum Vorjahreszeitraum (3.041 Mio. EUR) auf. Ohne negative Währungsumrechnungseffekte betrug das
Umsatzwachstum der Sparte Industrie 4,2 %. Stärkste Schaeffler-Region war Greater China, die
ein Umsatzwachstum in Höhe von 16,7 % aufwies.
Das Bruttoergebnis wuchs überproportional zum Umsatz um 9,3 % auf 3.470 Mio. EUR
(Vj.: 3.176 Mio. EUR). Vor dem Hintergrund eines starken Volumenanstiegs in der Sparte
Automotive und einer zunehmenden Lokalisierung der Wertschöpfung in den SchaefflerWachstumsmärkten belief sich die Bruttomarge auf 28,6 % (Vj.: 28,3 %).
Die Aufwendungen für Forschung und Entwicklung stiegen um 2,5 % auf 626 Mio. EUR bzw.
5,2 % vom Umsatz und lagen damit im Rahmen der im Vorjahr getroffenen Prognose von
5 %. Die Forschung und Entwicklung konzentrierte sich auf Innovationen im Bereich neuer
Mobilitätskonzepte in den vier Fokusfeldern umweltfreundliche Antriebe, urbane Mobilität,
interurbane Mobilität und Energiekette.
Der Cash Flow aus laufender Geschäftstätigkeit fiel um 12,4 % auf 900 Mio. EUR
(Vj.: 1.027 Mio. EUR). Ursächlich hierfür waren im Wesentlichen die Zahlung der EU-Kartellstrafe im zweiten Quartal 2014 in Höhe von 371 Mio. EUR sowie die Vorfälligkeitsentschädigung
im Rahmen der Refinanzierung im Mai 2014 in Höhe von 114 Mio. EUR. Die Auszahlungen
für Investitionen in immaterielle Vermögenswerte und Sachanlagen lagen bei insgesamt
857 Mio. EUR (Vj.: 572 Mio. EUR). Per Saldo ergab sich für das Geschäftsjahr 2014 ein positiver
Free Cash Flow in Höhe von 48 Mio. EUR (Vj.: 473 Mio. EUR). Das prognostizierte Ziel, einen
positiven Wert zu erwirtschaften, konnte damit erreicht werden.
Zusammengefasster
Lagebericht
Konzernabschluss
Das Konzernergebnis nach nicht beherrschenden Anteilen betrug 654 Mio. EUR nach einem
Konzernergebnis in Höhe von 127 Mio. EUR im Vorjahreszeitraum. Der Anstieg resultierte
u. a. aus der Einmalbelastung im Zusammenhang mit der bilanziellen Vorsorge in Höhe von
380 Mio. EUR für das EU-Kartellverfahren im Vorjahr, dem im Geschäftsjahr 2014 kein der Höhe
nach vergleichbarer Effekt gegenüberstand.
Konzernanhang
Das EBIT stieg um 515 Mio. EUR auf 1.523 Mio. EUR; die EBIT-Marge um 3,5 %-Punkte auf
12,6 %. Damit wurde das Ziel, eine EBIT-Marge von 12 bis 13 % zu erzielen, erreicht. Das Vorjahr
enthält Einmalbelastungen für Personalstruktur­maßnahmen aus dem dritten Quartal in Höhe
von 48 Mio. EUR sowie die bilanzielle Vorsorge aus dem EU-Kartellverfahren in Höhe von
380 Mio. EUR aus dem vierten Quartal.
107
Weitere Angaben
2. Wirtschaftsbericht
108
Vorwort | Mobilität für morgen | Zusammengefasster Lagebericht | Konzernabschluss | Konzernanhang | Weitere Angaben
2.6Vermögens-, Finanz- und Ertragslage der
Muttergesellschaft Schaeffler AG
Am 24. Oktober 2014 wurde die INA Beteiligungsgesellschaft mit beschränkter Haftung in
eine Aktiengesellschaft umgewandelt und firmiert seit diesem Zeitpunkt als Schaeffler AG.
Gleichzeitig wurden alle Funktionen (CEO-Funktionen; Technologie; Produktion, Logistik
und Einkauf; Finanzen und Personal) von der Schaeffler Verwaltung Zwei GmbH (vormals
Schaeffler AG) auf die Schaeffler AG übertragen (vgl. Tz. 5.5). Damit übernimmt die Schaeffler AG
(vormals INA Beteiligungsgesellschaft mit beschränkter Haftung) die Rolle der Führungsgesellschaft in der Schaeffler Gruppe.
Ebenfalls im Geschäftsjahr 2014 hat die Schaeffler AG die Cash Pool Funktion und interne
Konzernfinanzierung für die Schaeffler Gruppe übernommen.
Die wesentlichen Leitungsfunktionen der Schaeffler Gruppe liegen in der Verantwortung
des Vorstands der Schaeffler AG. Die Lage der Schaeffler AG wird im Wesentlichen durch den
geschäftlichen Erfolg der Schaeffler Gruppe bestimmt.
Ertragslage der Schaeffler AG
Nr. 022
2013
Veränderung
in %
1.116
765
45,9
-404
-408
-1,0
-28
-17
64,7
Sonstiges betriebliches Ergebnis
-290
-134
> 100
Ergebnis der gewöhnlichen Geschäftstätigkeit
394
206
91,3
Außerordentliche Erträge
54
0
-
Steuern vom Einkommen und vom Ertrag
-58
-105
-44,8
in Mio. EUR
2014
Erträge aus Beteiligungen
Zinsergebnis
Kosten der allgemeinen Verwaltung
Sonstige Steuern
Jahresüberschuss
Gewinnvortrag
Entnahme Kapitalrücklage
Bilanzgewinn
0
-5
-100
390
96
> 100
2.956
0
-
0
2.860
-100
3.346
2.956
13,2
Die Erträge aus Beteiligungen bestehen ausschließlich aus der Gewinnausschüttung der Schaeffler
Technologies AG & Co. KG. Der Jahresüberschuss der Schaeffler Technologies AG & Co. KG des
Vorjahres war infolge der bilanziellen Vorsorge für das EU-Kartellverfahren belastet. Somit war
die Gewinnausschüttung auf einem niedrigeren Niveau als im Geschäftsjahr 2014.
109
2. Wirtschaftsbericht
Finanzauf­
wendungen Finanz­erträge
Finanz­
ergebnis
Zinsaufwendungen für Finanzschulden 1)
-562
0
-562
Bewertungsänderungen und Ausgleichszahlungen von Derivaten
-101
0
-101
-2
0
-2
Zinseffekte Pensionen und Altersteilzeitverpflichtungen
Sonstige Effekte
Summe
-30
291
261
-695
291
-404
2013
in Mio. EUR
Zinsaufwendungen für Finanzschulden 1)
Bewertungsänderungen und Ausgleichszahlungen von Derivaten
Zinseffekte Pensionen und Altersteilzeitverpflichtungen
Sonstige Effekte
Summe
1)
Finanzauf­
wendungen Finanz­erträge
Finanz­
ergebnis
-482
0
-482
-61
0
-61
0
0
0
-13
148
135
-556
148
-408
Inkl. Transaktionskosten.
Die Zinsaufwendungen für Finanzschulden betrugen im Geschäftsjahr 562 Mio. EUR
(Vj.: 482 Mio. EUR). Darin enthalten sind Zinszahlungen und Zinsabgrenzungen im
­Zusammenhang mit externen Darlehen in Höhe von 90 Mio. EUR (Vj.: 167 Mio. EUR). Die
von der Schaeffler Finance B.V. an die Schaeffler AG über interne Darlehen weitergereichten
Zahlungsmittelzuflüsse aus der Anleiheemission führten zu Zinszahlungen und Zinsabgrenzungen in Höhe von 235 Mio. EUR (Vj.: 224 Mio. EUR). Parallel dazu wurde die im Rahmen der
vorzeitigen Rückführung bestimmter Anleihen fällige Vorfälligkeitsentschädigung in Höhe von
114 Mio. EUR ebenfalls an die Schaeffler AG weitergereicht. Neben Transaktionskosten in Höhe
von 53 Mio. EUR (Vj.: 34 Mio. EUR) sind zudem Zinszahlungen aus weiteren internen Darlehen
in Höhe von 70 Mio. EUR (Vj.: 57 Mio. EUR) enthalten.
Aus Bewertungsänderungen und Ausgleichszahlungen von Derivaten ergaben sich
Aufwendungen in Höhe von 101 Mio. EUR (Vj.: 61 Mio. EUR), die vollumfänglich auf Marktwert­
änderungen der in den Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten eingebetteten Derivate
zurückzuführen sind.
Das sonstige betriebliche Ergebnis beinhaltet überwiegend realisierte und unrealisierte
Aufwendungen und Erträge aus Währungseffekten. Hierin enthalten sind auch Vergütungen an
Tochtergesellschaften in Höhe von 69 Mio. EUR für die Bereitstellung von Sicherheiten für die
von der Schaeffler AG gehaltene Konzernfinanzierung.
Konzernabschluss
in Mio. EUR
Konzernanhang
2014
Weitere Angaben
Nr. 023
Zusammengefasster
Lagebericht
Das Zinsergebnis setzte sich wie folgt zusammen:
110
Vorwort | Mobilität für morgen | Zusammengefasster Lagebericht | Konzernabschluss | Konzernanhang | Weitere Angaben
Der außerordentliche Ertrag resultierte aus einem am 03. November 2014 beschlossenen
Forderungsverzicht, den die Schaeffler Verwaltung Zwei GmbH als Beitrag zum Ausgleich von
Aufwendungen geleistet hat, die im Zusammenhang mit der Refinanzierungstransaktion vom
16. Oktober 2014 stehen.
Die Steuern vom Einkommen und Ertrag verringerten sich im Berichtsjahr um 47 Mio. EUR auf
58 Mio. EUR (Vj.: 105 Mio. EUR). Einem im Vergleich zum Vorjahr um ca. 35 Mio. EUR gestiegenen Aufwand aus laufenden Ertragsteuern steht ein Ertrag aus latenten Steuern in Höhe von
83 Mio. EUR (Vj.: 14 Mio. EUR) gegenüber. Dieser resultiert im Wesentlichen aus der Aktivierung
latenter Steuern auf Zinsvorträge in Höhe von 34 Mio. EUR, deren zukünftige Nutzung nunmehr
als wahrscheinlich eingestuft wird.
Für das Geschäftsjahr 2014 wird der Hauptversammlung der Schaeffler AG eine Dividende in
Höhe von 250 Mio. EUR vorgeschlagen.
111
2. Wirtschaftsbericht
Nr. 024
in Mio. EUR
31.12.2014
31.12.2013
Veränderung
in %
14.109
14.109
0,0
1.724
0
-
15.833
14.109
12,2
10.745
772
> 100
123
40
> 100
297
8
> 100
11.165
820
> 100
AKTIVA
A. Anlagevermögen
Zusammengefasster
Lagebericht
Finanz- und Vermögenslage der Schaeffler AG
I. Forderungen und sonstige Vermögensgegenstände
1. Forderungen gegen verbundene Unternehmen
2. Sonstige Vermögensgegenstände
II. Guthaben bei Kreditinstituten
C. Aktiver Unterschiedsbetrag aus der Vermögensverrechnung
Bilanzsumme
7
0
-
27.005
14.929
80,9
600
500
20,0
PASSIVA
A. Eigenkapital
I. Gezeichnetes Kapital
II. Kapitalrücklage
1.600
0
-
III. Bilanzgewinn
3.346
2.956
13,2
5.546
3.456
60,5
13
0
-
17
7
> 100
125
90
38,9
B. Sonderposten
C. Rückstellungen
1. Rückstellungen für Pensionen und ähnliche Verpflichtungen
2. Steuerrückstellungen
3. Sonstige Rückstellungen
176
142
23,9
318
239
33,1
1.822
2.334
-21,9
18.805
8.313
> 100
30
1
> 100
20.657
10.648
94,0
222
254
-12,6
249
332
-25,0
27.005
14.929
80,9
D. Verbindlichkeiten
1. Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten
2. Verbindlichkeiten gegenüber verbundenen Unternehmen
3. Sonstige Verbindlichkeiten
E. Rechnungsabgrenzungsposten
F. Passive latente Steuern
Bilanzsumme
Konzernanhang
B. Umlaufvermögen
Weitere Angaben
1. Anteile an verbundenen Unternehmen
2. Ausleihungen an verbundene Unternehmen
Konzernabschluss
I. Finanzanlagen
112
Vorwort | Mobilität für morgen | Zusammengefasster Lagebericht | Konzernabschluss | Konzernanhang | Weitere Angaben
Die Anteile an verbundenen Unternehmen beinhalten im Wesentlichen die Anteile an der
Schaeffler Technologies AG & Co. KG.
Die Ausleihungen an verbundene Unternehmen in Höhe von 1.724 Mio. EUR (Vj.: 0 Mio. EUR)
resultieren im Wesentlichen aus übernommenen Darlehensforderungen übergeordneter
Holdinggesellschaften im Rahmen der Sachkapitalerhöhung.
Die Forderungen und sonstigen Vermögensgegenstände setzten sich wie folgt zusammen:
Nr. 025
31.12.2014
in Mio. EUR
Forderungen gegen verbundene
Unternehmen
•
kurzfristige Ausleihungen
•
sonstige Finanzforderungen
•
sonstige Forderungen
Sonstige Vermögensgegenstände
31.12.2013
Restlaufzeit bis
1 Jahr
Restlaufzeit
zwischen
1 und
5 Jahren
Restlaufzeit über
5 Jahre
Restlaufzeit bis
1 Jahr
Restlaufzeit
zwischen
1 und
5 Jahren
Restlaufzeit über
5 Jahre
10.745
0
0
772
0
0
8.292
0
0
0
0
0
530
0
0
0
0
0
1.923
0
0
772
0
0
14
109
0
16
24
0
Der Anstieg der kurzfristigen Ausleihungen und sonstigen Finanzforderungen resultiert
aus der Übernahme der Cash Pooling Funktion und der internen Konzernfinanzierung der
Schaeffler Gruppe. Die sonstigen Forderungen beinhalten im Wesentlichen die Gewinnanteile
der Schaeffler Technologies AG & Co. KG in Höhe von 1.881 Mio. EUR (Vj.: 765 Mio. EUR).
Die Schaeffler AG führt seit dem 01. Oktober 2014 den Cash Pool der Schaeffler Gruppe und verfügt
zum Bilanzstichtag über Guthaben bei Kreditinstituten in Höhe von 297 Mio. EUR (Vj.: 8 Mio. EUR).
Am 12. Dezember 2014 beschloss die außerordentliche Hauptversammlung der Schaeffler AG
eine Erhöhung des gezeichneten Kapitals um nominell 100 Mio. EUR, durch Ausgabe von
10.000.000 neuen auf den Namen lautenden nennwertlosen Stückaktien. Zur Übernahme
der neuen Aktien wurde ausschließlich die Schaeffler Verwaltungs GmbH, Herzogenaurach,
zugelassen. Die neuen Aktien sind ab dem 01. Januar 2015 gewinnberechtigt. Die Eintragung der
Kapitalerhöhung ins Handelsregister erfolgte am 30. Dezember 2014.
Die Kapitalerhöhung wurde durch die Schaeffler Verwaltungs GmbH mittels Sacheinlage
geleistet. Gegenstand der Sacheinlage waren Darlehensforderungen der Schaeffler
Verwaltungs GmbH gegenüber der Schaeffler Verwaltung Zwei GmbH mit einem Nominalwert
in Höhe von 1.071 Mio. EUR sowie gegenüber der Schaeffler Beteiligungsholding GmbH & Co. KG
mit einem Nominalwert in Höhe von 629 Mio. EUR. Beide Darlehensforderungen haben eine
Laufzeit bis Dezember 2024 und wurden in der Berichtsperiode mit 4,0 % p.a. verzinst. Der
die Erhöhung des gezeichneten Kapitals übersteigende Zeitwert der Sacheinlage in Höhe von
1.600 Mio. EUR wurde der Kapitalrücklage zugewiesen.
Die Rückstellungen erhöhten sich um 79 Mio. EUR auf 318 Mio. EUR (Vj.: 239 Mio EUR). Die
Zunahme resultierte im Wesentlichen aus gestiegenen Steuerrückstellungen für erwartete
Ertragsteueraufwendungen sowie erhöhte Drohverlustrückstellungen für derivative Finanz­
instrumente zur Absicherung von Währungseffekten der Schaeffler Gruppe.
Die Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten reduzierten sich um 512 Mio. EUR auf 1.822 Mio. EUR
(Vj.: 2.334 Mio. EUR). Dies ist insbesondere auf die im Geschäftsjahr 2014 erfolgten Refinanzierungsmaßnahmen zurückzuführen (siehe Wirtschaftsbericht Abschnitt Finanzierungsmaßnahmen).
Zusammengefasster
Lagebericht
113
2. Wirtschaftsbericht
Restlaufzeit bis
1 Jahr
Restlaufzeit
zwischen
1 und
5 Jahren
Restlaufzeit über
5 Jahre
Restlaufzeit bis
1 Jahr
Restlaufzeit
zwischen
1 und
5 Jahren
Restlaufzeit über
5 Jahre
Verbindlichkeiten gegenüber
Kreditinstituten
0
0
1.822
13
2.321
0
Verbindlichkeiten aus Lieferungen
und Leistungen
0
0
0
0
0
0
14.194
2.826
1.785
4.731
2.167
1.415
13.553
2.826
1.785
3.370
2.167
1.415
566
0
0
1.244
0
0
in Mio. EUR
Verbindlichkeiten gegenüber
verbundenen Unternehmen
•
Darlehen
•
sonstige Finanzverbindlichkeiten
•
sonstige Verbindlichkeiten
Sonstige Verbindlichkeiten
75
0
0
117
0
0
30
0
0
1
0
0
Der Anstieg der kurzfristigen Darlehen resultiert aus der Übernahme der Cash Pool Funktion
und der internen Konzernfinanzierung der Schaeffler Gruppe. Die Verbindlichkeiten gegenüber
verbundenen Unternehmen beinhalten Verbindlichkeiten gegenüber der Schaeffler Finance B.V.
in Höhe von 4.673 Mio. EUR (Vj.: 3.685 Mio. EUR), die im Wesentlichen aus der Weiterreichung
des Zahlungsmittelzuflußes aus der Anleihenemission der Schaeffler Finance B.V. stammt.
Schlusserklärung zum Abhängigkeitsbericht
Schlusserklärung zum Bericht des Vorstands über Beziehungen zu verbundenen Unternehmen
gemäß § 312 AktG.
Die Schaeffler AG ist seit dem 24. Oktober 2014 ein von der Schaeffler Verwaltung Zwei GmbH,
Herzogenaurach, abhängiges Unternehmen i. S. d. § 312 AktG. Der Vorstand der Schaeffler AG
hat deshalb gemäß § 312 Abs. 1 AktG einen Bericht des Vorstands über Beziehungen zu
verbundenen Unternehmen aufgestellt, der die folgende Schlusserklärung enthält:
„Unsere Gesellschaft hat bei den im Bericht über die Beziehungen zu verbundenen Unternehmen
aufgeführten Rechtsgeschäften und Maßnahmen nach den Umständen, die uns in dem Zeitpunkt
bekannt waren, in dem die Rechtsgeschäfte vorgenommen oder die Maßnahmen getroffen oder
unterlassen wurden, bei jedem Rechtsgeschäft eine angemessene Gegenleistung erhalten und ist
dadurch, dass Maßnahmen getroffen oder unterlassen wurden, nicht benachteiligt worden.“
Konzernanhang
31.12.2013
Weitere Angaben
31.12.2014
Konzernabschluss
Nr. 026
114
Vorwort | Mobilität für morgen | Zusammengefasster Lagebericht | Konzernabschluss | Konzernanhang | Weitere Angaben
3.Nachtragsbericht
Nach dem 31. Dezember 2014 sind keine Vorgänge von besonderer Bedeutung eingetreten,
von denen wesentliche Einflüsse auf die Vermögens-, Finanz- und Ertragslage der
Schaeffler Gruppe erwartet werden.
3. Nachtragsbericht | 4. Chancen- und Risikobericht
115
Schaeffler ist einer Vielzahl von potenziellen Risiken ausgesetzt, die das Geschäft negativ
beeinflussen können. Das Risikomanagement-System der Schaeffler Gruppe dient der
frühzeitigen Erkennung insbesondere von Bestands- und entwicklungsgefährdenden Risiken,
um diesen durch geeignete Maßnahmen zu begegnen.
Risiken sind definiert als mögliche künftige Entwicklungen oder Ereignisse, die zu einer
negativen Planabweichung führen können, während Chancen künftige Entwicklungen oder
Ereignisse sind, die in einer positiven Planabweichung resultieren.
Konzernabschluss
Zusammengefasster
Lagebericht
4. Chancen- und Risikobericht
Die Details des Risikomanagement-Systems sind in der Risikomanagement-Richtlinie
geregelt. Die von dem Vorstand erlassene Risikomanagement-Richtlinie wurde innerhalb der
Schaeffler Gruppe veröffentlicht und ist somit allen Mitarbeitern zugänglich. Darin enthalten
sind die Prozessbeschreibung, die Zuordnung der Verantwortlichkeiten und die Struktur
des Risikomanagement-Systems. Als weiterer Bestandteil ist konzernweit ein Katalog von
Risikokategorien definiert, um sicherzustellen, dass alle Risiken entlang der Wertschöpfungskette beobachtet werden. Die identifizierten Risiken sind vorgegebenen Risikokategorien
zuzuordnen. Dieser Katalog ist durch alle Risikoverantwortlichen vollständig zu prüfen, um
eine einheitliche und systematische Risikoerfassung zu gewährleisten. Für eine vergleichbare
Risikobewertung sind Bewertungsansätze für alle Risikokategorien vorgegeben. Der Vorstand
hat das zentrale Risikomanagement mit der laufenden Überprüfung und Anpassung des
Risikomanagement-Systems sowie der Umsetzung und Einhaltung der vorgegebenen
konzerneinheitlichen Standards beauftragt. Die einzelnen Risikoverantwortlichen sind an die
fachlichen Weisungen des zentralen Risikomanagements gebunden.
Weitere Angaben
Die Verantwortung für das Risikomanagement-System liegt bei dem Vorstand der Schaeffler AG.
Der Vorstand informiert regelmäßig den Prüfungsausschuss sowie den Aufsichtsrat der
Schaeffler AG und sorgt dafür, dass notwendige Maßnahmen zur Risikosteuerung verabschiedet werden. Ziel ist es, insbesondere Bestands- und entwicklungsgefährdende Risiken
frühzeitig zu erkennen und ihnen durch geeignete Maßnahmen entgegenzuwirken. Die
bewusste Auseinandersetzung mit den erkannten Risiken sowie die regelmäßige Beobachtung
der risikotreibenden Faktoren sollen das Risikobewusstsein schärfen und einen laufenden
Verbesserungsprozess gewährleisten.
Konzernanhang
Risikomanagement-System
116
Vorwort | Mobilität für morgen | Zusammengefasster Lagebericht | Konzernabschluss | Konzernanhang | Weitere Angaben
Das Risikomanagement-System besteht aus einem mehrstufigen Prozess über verschiedene
Ebenen und Organisationseinheiten, um der Matrixstruktur der Schaeffler Gruppe gerecht zu
werden. In einem Bottom-up-Prozess erfolgt auf Ebene der Tochterunternehmen die Risikoidentifikation und -analyse. Darauf aufbauend folgt eine Top-down-Betrachtung durch die weltweit
zuständigen Verantwortlichen in den Zentralbereichen und Sparten. Diese beurteilen die in den
Tochterunternehmen identifizierten Risiken unter Berücksichtigung aller Interdependenzen
innerhalb der Schaeffler Gruppe. Die beschriebene Vorgehensweise stellt sicher, dass alle
Verantwortlichkeiten der Schaeffler Gruppe innerhalb des Risikomanagement-Systems
berücksichtigt werden.
Die Risikoidentifikation findet halbjährlich in allen, unter Wesentlichkeitsgesichtspunkten
ausgewählten, Tochterunternehmen der Schaeffler AG statt. Die Verantwortung für die
Identifikation der Risiken liegt beim operativ verantwortlichen Management. Der maßgebliche
Betrachtungszeitraum für die Risikoidentifikation ist mit dem Planungszeitraum von drei
Jahren identisch. Die Auswahl der einbezogenen Tochterunternehmen erfolgt anhand eines
definierten Auswahlprozesses, der sich an Umsatz- und Ergebnisgrößen sowie geschäftsspezifischen Risikofaktoren orientiert. In Abhängigkeit des Geschäftsmodells der einzelnen
Tochterunternehmen kommen unterschiedliche Erfolgsgrößen zum Tragen. Dieser Auswahlprozess stellt sicher, dass alle unter Wesentlichkeitsgesichtspunkten relevanten Gesellschaften der
Schaeffler Gruppe in das Risikomanagement einbezogen werden. Im Berichtsjahr 2014 wurden
62 von 155 Gesellschaften der Schaeffler Gruppe einbezogen, diese decken 97 % der Umsatzerlöse und 95 % des Ergebnisses vor Ertragsteuern der Schaeffler Gruppe ab.
Im Rahmen des Risikomanagements werden ausschließlich Risiken betrachtet, die für
Schaeffler als Ganzes wesentlich sind. Der Vorstand definiert einen Schwellenwert, aus dem
sich ableiten lässt, ob die identifizierten Risiken als wesentlich einzustufen sind. Die Risiken
sind dabei nach ihren monetären Auswirkungen auf das Unternehmensergebnis und der
Wahrscheinlichkeit ihres Eintretens zu bewerten. Bei der Risikobewertung wird zwischen
Brutto- und Nettobewertung unterschieden. Die Schadenshöhe und Eintrittswahrscheinlichkeit
nach Berücksichtigung der bis zum Berichtsstichtag bereits eingeleiteten schadensmindernden
Maßnahmen stellen das verbleibende Nettorisiko dar. Die Berichterstattung an den Vorstand
umfasst alle Nettorisiken, die den definierten Schwellenwert von einer Million Euro überschreiten.
In Abhängigkeit ihrer Wirkung auf die Vermögens-, Finanz- und Ertragslage der
Schaeffler Gruppe wird das Risiko einer der vier Schadensklassen zugeordnet, während parallel
die Einschätzung der Eintrittswahrscheinlichkeit erfolgt. Die Kombination aus Schadenshöhe
und Eintrittswahrscheinlichkeit definiert die Risikoklasse. Die definierten 16 Risikoklassen
werden in Abhängigkeit ihrer Wirkung auf die Vermögens-, Finanz- und Ertragslage als gering
(Risikoklasse 1 bis 6), wesentlich (Risikoklasse 7 bis 13) und erheblich (Risikoklasse 14 bis 16)
eingestuft. Die grafische Darstellung der Risikoklassen erfolgt anhand einer Risikomatrix.
gering
wesentlich
10
13
15
16
6
9
12
14
3
5
8
11
1
2
4
7
materiell
erheblich
Zusammengefasster
Lagebericht
117
4. Chancen- und Risikobericht
unwahrscheinlich
möglich
wahrscheinlich
Eint r ittswahrscheinlichkeit
Die berichteten Nettorisiken sind aktiv zu managen. Die Risikoverantwortlichen sind
aufgefordert Maßnahmen einzuleiten, um die Risiken zu vermeiden, zu reduzieren oder sich
gegen diese abzusichern. Alle Risiken, bei denen keine geeigneten Gegenmaßnahmen ergriffen
werden können, sind als Geschäftsrisiken einzustufen. Die Steuerung von Risiken, die keinen
wesentlichen Einfluss auf die Schaeffler Gruppe haben, obliegt dem operativ verantwortlichen
Management. Risiken mit wesentlichem oder erheblichem Schadensausmaß hingegen
werden zentral durch den Vorstand der Schaeffler AG gesteuert. Im Rahmen seines jeweiligen
Verantwortungsbereichs beschließt der Vorstand die erforderlichen Maßnahmen und sorgt für
deren kontinuierliche Umsetzung. Der aktuelle Stand wird regelmäßig an den Vorstand und die
Aufsichtsgremien berichtet.
Das zentrale Risikomanagement berichtet regelmäßig die Risikosituation an den Vorstand und
stellt so eine kontinuierliche Informationsversorgung über die aktuelle Risikosituation der
Schaeffler Gruppe und deren Entwicklung im Zeitablauf sicher. Eine aggregierte Aufstellung der
erfassten Chancen ist ebenfalls Bestandteil dieser Berichterstattung.
Der Vorstand der Schaeffler Gruppe hat, um sich von der Wirksamkeit des RisikomanagementSystems zu überzeugen, die Interne Revision mit einer regelmäßigen Prüfung beauftragt.
Hierfür wurde ein zweistufiges Verfahren entwickelt, das sowohl die konzeptionelle Basis als
auch die operative Umsetzung beurteilt.
sehr wahrscheinlich
Konzernanhang
sehr gering
Weitere Angaben
Schaden
gering
Konzernabschluss
beachtlich
118
Vorwort | Mobilität für morgen | Zusammengefasster Lagebericht | Konzernabschluss | Konzernanhang | Weitere Angaben
Im ersten Schritt prüfte die Interne Revision die Konzeption, Eignung und Angemessenheit
der Risikomanagement-Richtlinie als Fundament des Risikomanagement-Systems der
Schaeffler Gruppe. Im zweiten Schritt folgt die Prüfung der operativen Umsetzung in ausgewählten Tochterunternehmen der Schaeffler Gruppe. Die Anmerkungen der Internen Revision
fließen in den laufenden Verbesserungsprozess des Risikomanagement-Systems ein.
Um der steigenden Komplexität des Risikomanagement-Systems zu begegnen und die Datensicherheit zu gewährleisten, erfolgte die Risikoerfassung in einem eigens hierfür entwickelten
Risikomanagement-Tool.
Internes Kontrollsystem
Parallel zum Risikomanagement-System existiert innerhalb der Schaeffler Gruppe ein standardisiertes Verfahren zur Überwachung der Wirksamkeit des internen Kontrollsystems. Das
Ziel des internen Kontrollsystems besteht in Bezug auf den Rechnungslegungsprozess darin,
die Ordnungsmäßigkeit der Rechnungslegung und der damit verbundenen Berichterstattung
sicherzustellen. Der Vorstand der Schaeffler AG trägt die Verantwortung für die Einrichtung
und Fortentwicklung angemessener Kontrollen über die rechnungslegungsbezogene Bericht­
erstattung.
Folgende wesentliche Maßnahmen des rechnungslegungsbezogenen Kontrollsystems sind in
der Schaeffler Gruppe implementiert:
• Bilanzierungsrichtlinie, die konzerneinheitliche Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden
regelt,
• in quartalsweise herausgegebenen Abschluss-Instruktionen werden Tochterunternehmen
der Schaeffler AG über Themen betreffend Abschlusserstellungsprozess und über abschlussrelevante Fristen informiert,
• kontinuierliche Weiterverbreitung der standardisierten Leistungen der internen Shared
Services Organisation,
• umfangreiche systemgestützte Plausibilitätskontrollen,
• Aufgabenzuordnung bei der Erstellung der Konzernabschlüsse,
• Austausch mit den operativen Einheiten zu Themen der Rechnungslegung,
• laufende inhaltliche Kontrollen (Vier-Augen-Prinzip) auf jeder Berichterstattungsebene und
• Abstimmung der konsolidierten Quartals- und Jahresabschlussberichte auf Konzernebene.
Sowohl die standardisierten konzeptionellen und terminlichen Vorgaben als auch die
Abstimmungen auf relevanten Konzernebenen sollen das Risiko mindern, dass der Jahres- und
Konzernabschluss der Schaeffler AG nicht sachgerecht und nicht innerhalb der festgelegten
Fristen aufgestellt und offengelegt wird. Bei einigen komplexen Themen, die weitgehende
Spezialkenntnisse (wie bspw. zur Bewertung von Pensionsverpflichtungen) erfordern, nutzt
Schaeffler die Unterstützung externer Dienstleister.
Im Geschäftsjahr 2014 wurde eine Selbstbewertung (Control-Self-Assessment) auf Ebene
ausgewählter Einzelgesellschaften durchgeführt. Sowohl die Einhaltung bestehender
Richtlinien als auch die Umsetzung von Maßnahmen zur kontinuierlichen Verbesserung und
zur Risikominimierung werden von der Internen Revision begleitet, die ein weiteres Element im
Kontrollsystem darstellt.
Nachfolgend genannte Risiken können eine wesentliche oder auch erhebliche Auswirkung auf
die Vermögens-, Finanz- und Ertragslage im Planungszeitraum der Schaeffler Gruppe haben.
In der Prognose für das Geschäftsjahr 2015 sind die erwarteten Auswirkungen dieser Risiken
berücksichtigt. Risiken werden unterteilt in strategische, operative, rechtliche und finanzielle
Risiken. Diese werden nach der Wesentlichkeit ihrer Wirkung auf die Vermögens-, Finanz- und
Ertragslage in abnehmender Reihenfolge beschrieben.
Strategische Risiken
Zu den strategischen Risiken der Schaeffler Gruppe gehören technologische Risiken, Risiken
aus Marktveränderungen sowie Länderrisiken.
Technologische Risiken: Die Schaeffler Gruppe zeichnet sich durch eine sehr gute Wettbewerbsposition im verbrennungsmotorischen Antriebsstrang aus. Diese herausragende Stellung
kann zum einen durch fortschreitende Elektrifizierung und zum anderen durch das Auslaufen
entscheidender Patente gefährdet werden. Mit der Gründung des Geschäftsfeldes Elektromobilität und dem damit angestrebten Aufbau eines entsprechenden Produktportfolios soll
der Umsatzverlust beim konventionellen Antriebsstrang kompensiert werden. Kann dies nicht
erreicht werden, ist über den Planungszeitraum hinausgehend mit wesentlichen Auswirkungen
auf die Ertragslage der Schaeffler Gruppe zu rechnen.
Zusammengefasster
Lagebericht
Risiken
Konzernabschluss
Mit diesen Maßnahmen sowie mit der laufenden Fortentwicklung soll das interne Kontroll- und
Risikomanagement-System in Bezug auf den Rechnungslegungsprozess mit hinreichender
Sicherheit verhindern, dass Falschaussagen in der Rechnungslegung auftreten.
119
Konzernanhang
4. Chancen- und Risikobericht
Um dem vorzubeugen, werden umfassende Marktanalysen durchgeführt. Dabei werden Trends
frühzeitig analysiert und bewertet sowie alternative Entwicklungsentscheidungen hinsichtlich
ihrer Auswirkungen auf das Produktportfolio und die strategische Ausrichtung des Unternehmens untersucht. Die Auswahl des zukünftigen Produktportfolios ist maßgeblich für den
Erfolg der Schaeffler Gruppe, nicht berücksichtigte zukunftsweisende Entwicklungen können
die Ertrags-, Finanz- und Vermögenslage der Schaeffler Gruppe über den Planungszeitraum
hinausgehend wesentlich belasten.
Länderrisiken: Veränderungen hinsichtlich sozialer, politischer, rechtlicher und ökonomischer Stabilität in bestimmten Märkten könnten zu einer Einschränkung des laufenden
Geschäfts bzw. der vorgesehenen Expansionen der Schaeffler Gruppe führen. Lokale
Gesetzgebungen können das Verhalten der Verbraucher beeinflussen, was sich nachteilig auf
die Nachfrage nach den Produkten der Schaeffler Gruppe auswirken könnte. Die Folgen der
politischen Entwicklung in den osteuropäischen Absatzmärkten können bei einer weiteren
Eskalation der politischen Situation zu einer wesentlichen Belastung der Ertrags-, Finanz- und
Vermögenslage der Schaeffler Gruppe führen.
Weitere Angaben
Marktveränderungen: Entscheidungen im Rahmen der strategischen Ausrichtung des
Unternehmens und des Produktportfolios bergen immer das Risiko, dass Markttrends und
technologische Neuerungen nicht rechtzeitig erkannt bzw. falsch eingeschätzt werden.
120
Vorwort | Mobilität für morgen | Zusammengefasster Lagebericht | Konzernabschluss | Konzernanhang | Weitere Angaben
Operative Risiken
Die nachfolgend aufgeführten Risiken gehören zu den wesentlichen operativen Risiken der
Schaeffler Gruppe. Sofern die Verteilung der Risiken auf die Sparten nicht explizit beschrieben
ist, beziehen sich die Angaben zu den Risiken auf beide Sparten der Schaeffler Gruppe.
Verlust von Marktanteilen: Schaeffler ist in einem wettbewerbsintensiven und technologisch
schnelllebigen Umfeld tätig. Dabei ist sie dem Risiko ausgesetzt, von bestehenden oder neuen
Wettbewerbern verdrängt zu werden, eine Substitution der angebotenen Produkte durch
Produktinnovationen zu erfahren oder durch neue technologische Funktionen ersetzt zu
werden. Den daraus resultierenden Marktanteilsverlust schätzt die Sparte Automotive als
deutlich höher ein. Zum Erhalt der Technologieführerschaft und für die Entwicklung neuer und
verbesserter Produkte bedarf es nennenswerter Investitionen. Eine verschlechterte Ertragslage
kann Investitionsausgaben beschränken und damit die technologische Weiterentwicklung
gefährden. Der Wettbewerb wird von Faktoren wie Preisanpassungen und Lieferbereitschaft
mitbestimmt. Zu den Schlüsselkunden der Schaeffler Gruppe zählen insbesondere namhafte
Automobilhersteller und Zulieferer, die laufende Preisnachlässe sowohl im Angebotsprozess
als auch während der Vertragslaufzeit erwarten. Damit die laufenden Preisanpassungen nicht
in einem Margenrückgang münden, ist die Schaeffler Gruppe gezwungen, den Produktionsprozess laufend zu verbessern und Ausgaben zu reduzieren. In der Sparte Industrie und im Bereich
Aftermarket ist neben dem Preis noch die Lieferfähigkeit entscheidend. Diese wird durch eine
systematische Verbesserung der Produktions- und Absatzlogistik laufend gesteigert.
Die Schlüsselkunden der Schaeffler Gruppe haben einen nennenswerten Anteil an den
Umsatzerlösen der Schaeffler Gruppe. Dennoch ist die Abhängigkeit von einzelnen Herstellern
oder Zulieferern begrenzt, da die Schaeffler Gruppe mit unterschiedlichsten Produkten in
verschiedenen Regionen und Anwendungsbereichen vertreten ist. In der Konsequenz können
zwar einzelne Schaeffler-Produkte ausgetauscht werden, die Wahrscheinlichkeit einer
vollständigen Beendigung der Geschäftsbeziehungen durch den Kunden ist jedoch gering und
nur durch einen langwierigen Prozess möglich.
Jedes der beschriebenen Risiken kann zu einem Verlust von Marktanteilen führen, mit
wesentlichen Auswirkungen auf die Ertrags-, Finanz- und Vermögenslage. Die enge Zusammenarbeit mit den Schlüsselkunden der Schaeffler Gruppe in der Produktentwicklung sowie strikte
Qualitätssicherungsmaßnahmen bei den Produkten reduzieren die Wahrscheinlichkeit der
Substitution und sichern zugleich das Preisniveau.
Gewährleistungs- und Haftungsrisiken: Bei Schaeffler ist ein zertifiziertes Qualitätsmanagement-System im Einsatz, begleitet von weiteren qualitätsverbessernden Prozessen.
Dennoch besteht das Risiko, dass Produkte mangelnder Qualität ausgeliefert werden und ein
Produkthaftungsrisiko verursachen. Der Einsatz fehlerhafter Produkte kann beim Kunden
zu Schäden, außerplanmäßigen Reparaturmaßnahmen oder Rückrufaktionen führen, die
Haftungsansprüche oder Reputationsschäden auslösen können. Darüber hinaus kann eine
sich verschlechternde Produktqualität zu vermehrten Gewährleistungs- und Haftungsrisiken
durch die Kunden führen. Aktuelle Kundenreklamationen insbesondere in den Branchen
Erneuerbare Energien, Bahn sowie den Geschäftsbereichen Motor- und Kupplungssysteme
können Schadenersatzzahlungen auslösen. Auf derartige Risiken reagiert die Schaeffler Gruppe
mit strengen Qualitätssicherungsmaßnahmen und kontinuierlichen Prozessverbesserungen
in der Produktion, um die Wahrscheinlichkeit des Eintretens von Gewährleistungs- und
Haftungsrisiken gering zu halten. Das Eintreten einzelner Risiken kann sich wesentlich auf
Ein Rückgang der Nachfrage kann einen wesentlichen Einfluss auf die Ertragslage des
Unternehmens haben. Die Verteilung des Umsatzes auf die beiden Sparten sowie die hohe
Diversifizierung innerhalb der Sparten ermöglicht es, die Wahrscheinlichkeit eines Ertragsrückgangs für die gesamte Schaeffler Gruppe zu reduzieren.
Entwicklungsrisiken: Die Entwicklung und Markteinführung neuer Produkte ist mit dem
Risiko verbunden, dass Termine, Qualität oder geplante Kosten nicht eingehalten werden
können. Um dem entgegenzuwirken, hat die Schaeffler Gruppe ein konzerneinheitliches System
zur Steuerung von Forschungs- und Entwicklungsprozessen implementiert. Mit Hilfe dieses
Systems können die Entscheidungsträger effizient die relevanten Projekte überwachen und
rechtzeitig negativen Entwicklungen entgegensteuern. Insbesondere in der Sparte Automotive
können durch eine enge Zusammenarbeit mit den Schlüsselkunden der Schaeffler Gruppe im
Bereich der kundenspezifischen Vor- und Weiterentwicklung die genannten Risiken weiter
reduziert werden. Dennoch können sich im Entwicklungsprozess die Rahmenbedingungen
ändern, mit wesentlichen Auswirkungen auf die Ertrags-, Finanz- und Vermögenslage.
Produktionsrisiko: An verschiedenen Produktionsstandorten sind Maschinen nur einmal
vorhanden. Der Ausfall einer solchen Engpassmaschine kann zu Versorgungsengpässen bei
internen und externen Kunden führen. Entscheidend ist die Zeitspanne zwischen Ausfall
einer Engpassmaschine bis zum Aufbau einer Alternativproduktion. Diese kann ein Werk der
Schaeffler Gruppe mit vergleichbarer Produktionslinie aufbauen oder ein Alternativlieferant
gewährleisten. Um die Eintrittswahrscheinlichkeit möglichst gering zu halten, wird dem Risiko
durch eine intensive Instandhaltung begegnet. Sollte es dennoch zum Ausfall einer Engpassmaschine kommen, kann sich dies wesentlich auf die Ertragslage auswirken. Um den Schaden
im Eintrittsfall zu minimieren, erfolgt die Suche nach Alternativlieferanten oder es werden
Sicherheitsbestände aufgebaut.
Zusammengefasster
Lagebericht
Konzernabschluss
Absatzrisiko: Die Nachfrage nach den Produkten der Schaeffler Gruppe wird maßgeblich
durch die globalen wirtschaftlichen Rahmenbedingungen bestimmt. Insbesondere die
Nachfrage nach Produkten der Sparte Automotive hängt zu einem nennenswerten Anteil
von der gesamtwirtschaftlichen Entwicklung ab. Dies gilt auch für den Maschinenbau und
die industriellen Wachstumsmärkte, wie z. B. Erneuerbare Energien. Darüber hinaus ist die
Nachfrage zyklischen Schwankungen unterworfen. Die Automotive-Nachfrage unterliegt
neben den globalen wirtschaftlichen Bedingungen noch weiteren Faktoren, wie Änderungen
im Konsumverhalten, Spritpreisen, Zinsniveau und anderen. Die Nachfrage nach Industrieprodukten wird, bedingt durch die Vielzahl unterschiedlichster Geschäftsfelder, in denen die
Schaeffler Gruppe tätig ist, von verschiedensten Faktoren beeinflusst. Erneuerbare Energien
sind in starkem Umfang von der staatlichen Förderung abhängig. Der Absatz von Produktionsmaschinen ist wiederum abhängig von neuen Entwicklungen und der sich daraus ergebenden
Notwendigkeit zu investieren. Der Bereich Luft- und Raumfahrt profitiert von verschiedenen
neuen technischen Entwicklungen. Für jede Branche können eigene Treiber identifiziert
werden.
Konzernanhang
die Ertrags-, Finanz- und Vermögenslage der Schaeffler Gruppe auswirken. Grundsätzlich sind
Produkthaftungsrisiken versichert. Inwieweit die Versicherungen Leistungen zu erbringen
haben, ist immer im Einzelfall zu prüfen.
121
Weitere Angaben
4. Chancen- und Risikobericht
122
Vorwort | Mobilität für morgen | Zusammengefasster Lagebericht | Konzernabschluss | Konzernanhang | Weitere Angaben
Zur Aufrechterhaltung der Wettbewerbsfähigkeit sind ständige Verbesserungen im Produktionsprozess erforderlich. Dazu zählen auch Verlagerungen von Produktionslinien, um
einen kostengünstigeren Standort aufzubauen oder um Transportwege zu verkürzen und die
Kundennähe zu verbessern. Mit jeder Verlagerung ist das Risiko verbunden, die fristgerechte
Kundenversorgung zu gefährden oder unter Einbußen in der Qualität zu leiden. Die Risiken
einer Verlagerung können sich wesentlich auf die Ertragslage auswirken.
Risiken aus Produktpiraterie: Mit den Schaeffler-Marken INA, LuK und FAG ist untrennbar
ein hoher Qualitätsanspruch verbunden, weshalb diese zunehmend in den Fokus der
Produktpiraterie geraten. Die Bekämpfung der Produktpiraterie hat in der Schaeffler Gruppe
einen hohen Stellenwert. Der Schutz des geistigen Eigentums erfolgt nicht nur über weltweite
Patente und Schutzrechte, sondern auch durch aktive Maßnahmen gegen image- und umsatzschädigende Produktfälschungen. Aufgrund der Vielzahl der sichergestellten Plagiate ist mit
wesentlichen Auswirkungen auf die Vermögens-, Finanz- und Ertragslage aus gefälschten
Produkten zu rechnen.
Rechtliche Risiken
Aus der Geschäftstätigkeit der Schaeffler Gruppe entstehen rechtliche Risiken, die z. B. aus der
Nichtbeachtung von für die Geschäftstätigkeit relevanten Vorschriften resultieren können.
Kartellverfahren: Mehrere Kartellbehörden haben seit 2011 Untersuchungen wegen möglicher
kartellrechtswidriger Absprachen gegen mehrere Hersteller von Wälzlagern und anderen Zulieferteilen insbesondere für die Automobilindustrie und die sonstige Industrie eingeleitet. Auch
die Schaeffler AG bzw. Gesellschaften der Schaeffler Gruppe sind von den Untersuchungen
betroffen. Die Schaeffler Gruppe kooperiert mit den zuständigen Behörden und unterstützt
diese bei ihrer Arbeit. Untersuchungen der Kartellbehörden laufen in den USA, Korea und
Brasilien. Es besteht das Risiko, dass die Kartellbehörden weitere Bußgelder verhängen. Für die
Untersuchungen der Kartellbehörden in Korea und Brasilien im Zusammenhang mit möglichen
kartellrechtlichen Absprachen wurden bilanzielle Risikovorsorgen gebildet. Des Weiteren
besteht das Risiko, dass Dritte Schadenersatzforderungen aufgrund laufender sowie bereits
abgeschlossener Kartellverfahren geltend machen. So haben bereits verschiedene Kläger in den
USA und in Kanada Sammelklagen erhoben.
Der Eintritt eines oder mehrerer dieser Risiken könnte die Ertrags-, Finanz- und Vermögenslage
der Schaeffler Gruppe erheblich beeinträchtigen und somit die Einhaltung der Verpflichtungen
im Zusammenhang mit den Finanzschulden des Unternehmens erschweren.
Rechtsstreitigkeiten: Gegen Schaeffler sind diverse Rechtsstreitigkeiten anhängig bzw.
könnten anhängig werden. Es handelt sich dabei im Wesentlichen um im Zusammenhang mit
dem Geschäft stehende Rechtsstreitigkeiten. Dabei kann es auch zu Schadenersatzzahlung aus
Rechtsstreitigkeiten kommen. In diesen Fällen wird mit einer wesentlichen Wirkung auf die
Vermögens-, Finanz- und Ertragslage der Schaeffler Gruppe gerechnet.
4. Chancen- und Risikobericht
123
Währungsrisiken aus Finanzierungstätigkeiten resultieren aus Wechselkursänderungen
des US-Dollar aufgrund einer in US-Dollar denominierten Kredittranche sowie in US-Dollar
begebenen Anleihen.
Währungsrisiken im operativen sowie im finanziellen Bereich werden kontinuierlich überwacht
und berichtet. Das Management der Währungsrisiken erfolgt zentral. Die konzernweiten
Währungsrisiken werden aggregiert und durch den Abschluss von Sicherungsgeschäften
abgesichert. Als Sicherungsinstrumente werden grundsätzlich Zinswährungsswaps,
Devisentermingeschäfte sowie -optionen verwendet. Das Währungsrisiko, die Marktwerte der
Währungsderivate sowie die Entwicklung an den Devisenmärkten werden im Rahmen des
Risikomanagements kontinuierlich überwacht und gesteuert.
Die Wettbewerbsposition der Schaeffler Gruppe kann von Wechselkursentwicklungen negativ
beeinflusst werden, sofern Wettbewerber aus anderen Währungsräumen aufgrund der
Wechselkursentwicklung günstigere Preise anbieten können. Die weltweite Verteilung der
Produktionsstandorte ermöglicht es der Schaeffler Gruppe, an Wechselkursveränderungen zu
partizipieren und die Konkurrenzfähigkeit zu erhöhen.
Konzernabschluss
Währungsrisiken: Die Schaeffler Gruppe ist aufgrund ihrer Internationalität vielfältigen Währungsrisiken ausgesetzt. Potenzielle Kursschwankungen können zum einen einen wesentlichen
Einfluss auf die Umsatzentwicklung, zum anderen auf die Entwicklung der Beschaffungskosten
nehmen. Die größten operativen Währungsrisiken resultieren dabei aus Kursänderungen des
US-Dollar und des Chinesischen Renminbi.
Konzernanhang
Zu den finanziellen Risiken gehören insbesondere Einflüsse aus Wechselkursveränderungen
und Liquiditätsrisiken.
Zusammengefasster
Lagebericht
Finanzielle Risiken
Liquiditätsrisiken können entstehen, wenn im Rahmen der Planung ein nicht ausreichender
Finanzierungsbedarf ermittelt wird bzw. ein sich ergebender Finanzierungsbedarf nicht durch
bestehende Eigen-/Fremdfinanzierung gedeckt werden kann. Der Finanzierungsbedarf der
Schaeffler Gruppe war im Geschäftsjahr 2014 und Berichtszeitraum durch die bestehenden
Finanzierungsinstrumente sowie die durchgeführten Refinanzierungen durchgehend gedeckt.
Um einen unvorhergesehenen kurzfristigen oder auch mittelfristigen Liquiditätsbedarf
möglichst zu vermeiden, erfolgt das Monitoring und die Steuerung des kurz- und mittelfristigen
Liquiditäts­risikos anhand einer rollierenden Liquiditätsplanung mit einem Planungshorizont
von vier Wochen über 13 Wochen bis hin zu 12 bzw. 18 Monaten. In diesem Zusammenhang
werden kurzfristige Schwankungen des Cash Flow tagesgenau beobachtet und können über
Kredit­linien ausgeglichen werden. Hierfür stehen der Schaeffler Gruppe eine revolvierende
Kreditlinie (Revolving Credit Facility) in Höhe von 1.000 Mio. EUR sowie weitere bilaterale
Kreditlinien einzelner Tochterunternehmen zur Verfügung.
Die bestehenden Kredit- und Anleiheverträge enthalten Auflagen, zu denen die Einhaltung
bestimmter Finanzkennzahlen (Financial Covenants) zählt. Den Kreditgebern steht bei
Vorliegen bestimmter Bedingungen, u. a. im Fall der Nichteinhaltung der Financial Covenants,
ein außerordentliches Kündigungsrecht zu, das prinzipiell zur sofortigen Fälligstellung der
Weitere Angaben
Liquiditätsrisiken: Das Risiko, dass die Schaeffler Gruppe ihre Zahlungsverpflichtungen
bei Fälligkeit nicht erfüllen kann, wird als Liquiditätsrisiko bezeichnet. Dabei wird in der
Schaeffler Gruppe zwischen kurz-, mittel- und langfristigen Liquiditätsrisiken differenziert.
124
Vorwort | Mobilität für morgen | Zusammengefasster Lagebericht | Konzernabschluss | Konzernanhang | Weitere Angaben
Kredite berechtigen würde. Die Einhaltung der Financial Covenants wird laufend überwacht
und gesteuert sowie an die kreditgebenden Banken berichtet. Die Financial Covenants wurden
bisher entsprechend den kreditvertraglichen Regelungen durchgängig eingehalten. Die
Schaeffler Gruppe geht davon aus, dass die Financial Covenants auch zukünftig eingehalten
werden.
Jegliche Verletzung der Auflagen aus den Kreditverträgen sowie ein nicht über die bestehenden
Kreditlinien abdeckbarer Liquiditätsbedarf können eine wesentliche Wirkung auf die Ertrags-,
Finanz- und Vermögenslage der Schaeffler Gruppe haben, dessen tatsächlicher Eintritt als
gering eingeschätzt wird.
Gesamtbeurteilung der Risikosituation der Schaeffler Gruppe
Die von der Schaeffler Gruppe ausgegebene Prognose ist auch unter Berücksichtigung der
gegebenen Risikopotenziale nicht gefährdet. Zusätzlich zu den im Lagebericht beschriebenen
spezifischen Risiken, kann es allerdings jederzeit zu unvorhersehbaren Ereignissen kommen,
die den Produktionsprozess, die Kundenbeziehung oder die Reputation des Unternehmens
erheblich schädigen.
Die Risikosituation der Schaeffler Gruppe hat sich im Vergleich zum Vorjahr nicht wesentlich
verändert. Die Einschätzung der Schadenswirkung einzelner wesentlicher Risiken hat sich
teilweise verändert, diese Änderungen haben keinen Einfluss auf die Gesamtbeurteilung der
Risikosituation.
Es sind keine Risiken erkennbar, die alleine oder in Kombination mit anderen Risiken den
Bestand des Unternehmens gefährden können.
Chancen
Die Identifikation und Wahrnehmung von Chancen obliegt dem operativen Management. Diese
werden in regelmäßig stattfindenden Strategietagungen mit dem Vorstand diskutiert und
darauf basierend Strategien für die zukünftige Ausrichtung der Schaeffler Gruppe abgeleitet.
Eine aggregierte Sicht der auf den Strategietagungen ermittelten Chancen ist Bestandteil der
regelmäßigen Berichterstattung an den Vorstand und Aufsichtsrat der Schaeffler AG. Die
Dokumentation erfolgt ebenfalls über das Risikomanagement-Tool.
Die größten Potenziale der Schaeffler Gruppe liegen in strategischen Trends und in Änderungen
der rechtlichen Rahmenbedingungen, die eine erhöhte Nachfrage nach Schaeffler-Produkten
bedingen können.
Chancen im strategischen und operativen Bereich
Die Schaeffler Gruppe ist mit ihrem Produkt- und Leistungsangebot und ihrer weltweiten
Präsenz gut positioniert, um an den erwarteten Megatrends der Zukunft zu partizipieren.
Potenzial der Schwellenländer: Mit dem zunehmenden Wohlstand in den Schwellenländern
bildet sich in diesen eine immer größer werdende Mittelschicht heraus. Die neu entstehende
Käuferschicht kann die Nachfrage nach Automobilen und Industriegütern steigern. Die
Schaeffler Gruppe liefert an alle namhaften Hersteller und Zulieferer, sodass grundsätzlich die
Chance besteht, an der gestiegenen Nachfrage zu partizipieren.
Globale Trends: Steigende Anforderungen an die Automobilhersteller zur Reduzierung von
Kraftstoffverbrauch und Emissionen sowie an die Sicherheit bieten der Schaeffler Gruppe
die Chance, den Umsatz pro Fahrzeug zu steigern. Damit verbunden ist eine zunehmende
Komplexität der Systeme, die es ermöglicht, eine Funktionserweiterung zu erfahren.
OEM-Trends: In den letzten Jahren haben die OEMs zunehmend globale Plattformen mit dem
Ziel der Vereinheitlichung von Komponenten und Fahrzeugsystemen geschaffen, um durch eine
Verbesserung der Wirtschaftlichkeit Kosten zu sparen. Folglich suchen die OEMs Zulieferer, die
weltweit standardisierte Komponenten zur Verfügung stellen können. Im Gegenzug wird die
Anzahl der Lieferanten reduziert und auf wenige globale Lieferanten konzentriert. Von diesem
Trend profitieren Zulieferer wie die Schaeffler Gruppe mit ihrer weltweiten Präsenz und der
Fähigkeit, weltweit unter Einhaltung derselben Technologie- und Qualitätsstandards zu liefern.
Entwicklung des Fahrzeugbestands: Der absolute Fahrzeugbestand ist der Wachstumstreiber
für den UB Automotive Aftermarket. Das Wachstum hängt von verschiedenen Faktoren ab,
wie dem Bedarf (bestimmt durch die gefahrenen Kilometer und die Zusammensetzung des
Fahrzeugbestands), den angebotenen Leistungen sowie den angebotenen Produkten. Neben
dem Fahrzeugbestand ergeben sich zudem Chancen durch die Erhöhung des Produktanteils pro
Fahrzeug (Content pro Fahrzeug).
Energiebedarf: Weltweit nimmt die Bevölkerung stetig zu. Das Wachstum konzentriert sich
dabei auf Städte und stadtnahe Bereiche. In diesen Zentren wird folglich mit einem steigenden
Energie- und Wasserverbrauch zu rechnen sein. Der steigende Energiebedarf, ebenso wie
die eingeläutete Energiewende, führen zu einem unumgänglichen Bedarf an Energie aus
erneuerbaren Quellen. Dazu zählen insbesondere Wind, Sonne und Wasser – alles Felder,
auf denen die Schaeffler Gruppe heute tätig ist. Der kontinuierliche Ausbau der vorhandenen
Kompetenzen auf diesen Geschäftsfeldern bietet weitere Wachstumschancen für die Zukunft.
Industrie 4.0: Mit dem Einzug des Internets der Dinge in die Fabrik wird eine vierte industrielle
Revolution eingeläutet. Die Unternehmen werden zukünftig ihre Maschinen, Lagersysteme und
Betriebsmittel weltweit vernetzen.
Die einhergehende Digitalisierung der Welt schreitet in jeglichen Bereichen mit enormer
Geschwindigkeit voran. Hierfür sind u. a. Komponenten erforderlich, die in der Lage sind,
Zustandsinformationen zu sensieren und weiterzugeben. Wälzlager spielen eine entscheidende
Rolle, da sie Führungs- und Positionieraufgaben übernehmen sowie alle Prozesskräfte und
Bewegungen übertragen. Dies erfolgt durch eine Erweiterung von Wälzlagern um Sensoren,
Zusammengefasster
Lagebericht
Konzernabschluss
Globale Präsenz: Durch die Verlagerung von Aktivitäten in lokale Märkte können mögliche
Kostensenkungspotenziale realisiert und die Nähe zum Kunden verbessert werden. Darüber
hinaus werden weltweit weitere Potenziale identifiziert und umgesetzt. Dies stärkt die
Wettbewerbsposition auch gegenüber Wettbewerbern aus Niedriglohnländern.
Konzernanhang
Die strategischen und operativen Chancen der Schaeffler Gruppe resultieren insbesondere aus
den folgenden Faktoren:
125
Weitere Angaben
4. Chancen- und Risikobericht
126
Vorwort | Mobilität für morgen | Zusammengefasster Lagebericht | Konzernabschluss | Konzernanhang | Weitere Angaben
Aktoren, Steuerungs- und Softwarekomponenten. Ziel ist eine kontinuierliche Zustandsüber­
wachung bis hin zur autonomen Lösungssuche bei Fehlermeldungen oder eine aktive Steuerung
von Prozessen aufgrund von im Lager erhobenen Daten. Die Schaeffler Gruppe sieht ihre
Chancen bei den mit Sensoren ausgestatteten Lagern an dieser Entwicklung zu partizipieren.
3D-Druck: Die Schaeffler Gruppe ist bereits Lieferant von Bauteilen für diese innovative
Fertigungstechnologie. Die Chancen liegen darin, diese Technologie in der eigenen Entwicklung und Produktion einzusetzen.
Globalisierung: Die zunehmende Globalisierung ist untrennbar mit einem steigenden
Luftverkehrsaufkommen verbunden. Dementsprechend wird ein stetiges Wachstum der Luftund Raumfahrt prognostiziert. Für diesen Bereich gewinnen Themen wie CO2-Reduzierung,
Gewichtsreduzierung sowie die Optimierung des Treibstoffverbrauches zunehmend an
Bedeutung. In diesen Entwicklungsfeldern ist die Schaeffler Gruppe bereits aktiv.
Chancen im rechtlichen Bereich
Die rechtlichen Chancen der Schaeffler Gruppe resultieren insbesondere aus den folgenden Faktoren:
Emissionsnormen: Stetig steigende Anforderungen an die zu erfüllenden Abgasnormen
(Euro-Norm, CAFE-Standard) verschärfen den Druck auf die OEMs, energieeffiziente Lösungen
für den Fahrzeugantrieb – bestehend aus Verbrennungsmotor und Getriebe – zu nutzen. Als
Entwicklungspartner kann die Schaeffler Gruppe mit ihrer Innovationskraft die Suche nach
Lösungen unterstützen und damit Innovationen schaffen, die sich von den Herstellern in
Marktvorteile umwandeln lassen.
Durchschnittlicher Flottenverbrauch: Neben den Emissionsnormen nimmt der staatliche Druck
auf die OEMs im Hinblick auf die von ihnen produzierten Fahrzeuge zu, indem über den Fahrzeugmix ein bestimmter Flottenverbrauch zu erreichen ist. Dies unterstützt die notwendigen Entwicklungen zur Emissionsreduzierung ebenfalls, wovon vor allem technologieorientierte Zulieferer
wie die Schaeffler Gruppe profitieren. Die Anforderungen vom Markt und der Gesetzgebung
erfordern eine starke Entwicklungspartnerschaft zwischen Fahrzeughersteller und Lieferant.
Chancen im finanziellen Bereich
Die finanziellen Chancen der Schaeffler Gruppe resultieren insbesondere aus den folgenden Faktoren:
Rating: Die Ratingagenturen Standard & Poor’s und Moody’s vergeben seit Januar 2012 ein
Unternehmensrating für Schaeffler sowie Instrumentenratings für die Anleihen und institutionellen Kredite. Eine Verbesserung der von Standard & Poor’s und Moody’s vergebenen Ratings
kann für die Schaeffler Gruppe zu günstigeren Finanzierungskonditionen führen und neue
Finanzierungsmöglichkeiten eröffnen. Im Geschäftsjahr 2014 blieb das Unternehmensrating bei
„BB-“ mit stabilem Ausblick (Standard & Poor’s auf Basis Schaeffler Verwaltung Zwei GmbH)
bzw. bei „Ba3“ mit stabilem Ausblick (Moody’s auf Basis Schaeffler AG). Das Instrumentenrating für besicherte Instrumente liegt ebenfalls unverändert bei „BB-“ (Standard & Poor’s) bzw.
„Ba2“ (Moody’s). Die im Geschäftsjahr 2014 begebenen unbesicherten Anleihen erhielten von
Moody‘s das Rating „B1“ und von Standard & Poor‘s das Rating „B“.
Finanzmärkte: Günstige Zins- und Wechselkursentwicklungen können sich positiv auf das
Finanzergebnis und die Ertragslage der Schaeffler Gruppe auswirken. Die Finanzmärkte
werden laufend überwacht, wodurch zeitnah auf positive Entwicklungen reagiert werden kann.
127
4. Chancen- und Risikobericht | 5. Prognosebericht
Zusammengefasster
Lagebericht
5.Prognosebericht
Führende Wirtschaftsforschungsinstitute prognostizieren für das Jahr 2015 einen moderaten
Anstieg des globalen Konjunkturwachstums. Die Annahmen für die weltweite Entwicklung des
Bruttoinlandsprodukts reichen von 2,9 % bis 3,5 % (Quellen: Sachverständigenrat zur Begutachtung der gesamtwirtschaftlichen Entwicklung; International Monetary Fund). Auf dieser
Basis geht die Schaeffler Gruppe für das Jahr 2015 von einem Wachstum der Weltwirtschaft
von rund 3 % aus. Aufgrund der hervorragenden Positionierung in den Wachstumsmärkten
erwartet die Schaeffler Gruppe auch im kommenden Geschäftsjahr ein stabiles und profitables
Wachstum.
Konzernabschluss
Erwartete Entwicklung Konjunktur und Absatzmärkte
Automobilproduktion
Diese Erwartungen basieren auf den in der folgenden Tabelle gezeigten Prognosen des
Analyseinstituts IHS Global Insight (Dezember 2014), aus denen die erwarteten Stückzahlen der
Automobilhersteller hervorgehen sowie auf eigenen Schätzungen.
Nr. 027
Entwicklung der Automobilproduktion
(in % gegenüber dem Vorjahr)
2015
Europa
3,3
Americas
2,0
Greater China
8,7
Asien/Pazifik
-0,8
Welt
3,6
Quelle: IHS Global Insight (Dezember 2014) und eigene Schätzung. Die Regionen bilden die regionale Struktur der Schaeffler Gruppe ab.
Weitere Angaben
Konzernanhang
Die Schaeffler Gruppe erwartet für das Jahr 2015 eine Steigerung der weltweiten Automobilproduktion um rund 3 bis 4 %, gemessen an der Stückzahl von Pkw und leichten Nutzfahrzeugen.
Für die Automobilproduktion in Europa erwartet die Schaeffler Gruppe ein Wachstum in Höhe
von rund 3 %; für die Region Americas wird eine Steigerung von rund 2 % prognostiziert. Die
Automobilproduktion in der Region Asien/Pazifik dürfte aufgrund von rückläufigen Produktionszahlen in Japan um insgesamt rund 1 % zurückgehen. In Greater China prognostiziert die
Schaeffler Gruppe eine Steigerung der Automobilproduktion um rund 9 %.
128
Vorwort | Mobilität für morgen | Zusammengefasster Lagebericht | Konzernabschluss | Konzernanhang | Weitere Angaben
Industrieproduktion
Für die wirtschaftliche Entwicklung der für die Sparte Industrie relevanten Industriesektoren
und Branchen rechnet die Schaeffler Gruppe für das Jahr 2015 mit einem Wachstum von
3 bis 4 % gemessen an der realen Bruttowertschöpfung. Wachstumstreiber werden China und
die Vereinigten Staaten sein, für die ein Wachstum von rund 6 % bzw. rund 5 % prognostiziert
wird. Aufgrund der Vielzahl der Märkte, in denen die Kunden der Sparte Industrie vertreten
sind, werden für die Sparte Industrie zusätzlich zur Prognose von Oxford Economics weitere
branchenbezogene, heterogene Einflussfaktoren berücksichtigt.
Diese Erwartungen basieren auf den in der folgenden Tabelle gezeigten Prognosen des
Wirtschaftsforschungsinstituts Oxford Economics (Februar 2015).
Nr. 028
Entwicklung der Industrieproduktion
(in % gegenüber dem Vorjahr)
2015
Europa
2,1
Americas
4,0
Greater China
5,7
Asien/Pazifik
1,4
Welt
3,5
Quelle: Oxford Economics (Februar 2015). Die Regionen bilden die regionale Struktur der Schaeffler Gruppe ab.
Ausblick Schaeffler Gruppe
Die Schaeffler Gruppe rechnet damit, dass die Produktionskapazitäten in der Sparte Automotive
durch die bestehenden Serienliefervereinbarungen mit den OEM-Fahrzeugherstellern auch
im Geschäftsjahr 2015 weitestgehend ausgelastet sein werden. Die kurzfristig gebuchten
verbindlichen Lieferabrufe der OEM-Kunden und die teilweise vereinbarten jährlichen Liefermengenbandbreiten bestätigen diese Einschätzung. Das Aftermarket-Geschäft dürfte – auf der
Grundlage eines weltweit wachsenden Pkw-Bestands – eine mit 2014 vergleichbare Auslastung
aufweisen. Die Schaeffler Gruppe erwartet, dass die Sparte Automotive auch in Zukunft stärker
wachsen wird als die weltweite Produktion von Pkw und leichten Nutzfahrzeugen.
In der Sparte Industrie weist die positive Entwicklung der Auftragseingänge im vierten
Quartal 2014 auf ein moderates Wachstum der Umsatzerlöse im Jahr 2015 hin.
Der Konzern rechnet für das Geschäftsjahr 2015 mit einem währungsbereinigten Umsatzwachstum von 5 bis 7 %. Das Unternehmen erwartet, dass das Umsatzwachstum in der Sparte
Automotive dabei höher ausfallen wird als in der Sparte Industrie. Diese Prognosen basieren
auf der Annahme, dass sich die Weltwirtschaft nicht entgegen den aktuellen Erwartungen
entwickelt.
Für das Jahr 2015 rechnet die Schaeffler Gruppe mit einem positiven und im Vergleich zum
Geschäftsjahr 2014 verbesserten Free Cash Flow. Im Berichtsjahr wurde dieser von Einmaleffekten belastet.
Die strategische Ausrichtung des Konzerns auf die globalen Wachstumsregionen und die
„Mobilität für morgen“ sowie die hervorragende operative Exzellenz, insbesondere getragen
vom hohen Anspruch an Qualität, Technologie und Innovation, eröffnen Schaeffler auch in
Zukunft profitable Wachstumspotenziale.
Herzogenaurach, 09. März 2015
Zusammengefasster
Lagebericht
Aufgrund der erwarteten verbesserten Ergebnissituation in der Sparte Industrie und der
stabilen Ergebnissituation in der Sparte Automotive geht das Unternehmen davon aus, im
kommenden Jahr eine operative Ergebnis-Marge (EBIT-Marge) in Höhe von 12 bis 13 % zu
erzielen.
Konzernabschluss
Die Schaeffler Gruppe prognostiziert für das Geschäftsjahr 2015 eine Investitionsauszahlungsquote (Capex-Quote) in Höhe von 6 bis 8 % des Umsatzes. Die Entwicklungstätigkeit bleibt dabei
auf dem hohen Niveau der vergangenen Jahre. Das Unternehmen plant auch im Jahr 2015 wieder
rund 5 % des Konzernumsatzes in die Forschung und Entwicklung neuer Produkte und
Verfahren zu investieren.
129
Konzernanhang
5. Prognosebericht
Weitere Angaben
Der Vorstand
130
Vorwort | Mobilität für morgen | Zusammengefasster Lagebericht | Konzernabschluss | Konzernanhang | Weitere Angaben
131
Konzernabschluss
Konzernabschluss
Konzernanhang
132
133
134
135
136
137
Weitere Angaben
1. Konzern-Gewinn- und Verlustrechnung
2. Konzern-Gesamtergebnisrechnung
3. Konzern-Bilanz
4. Konzern-Kapitalflussrechnung
5. Konzern-Eigenkapitalveränderungsrechnung
6. Konzern-Segmentberichterstattung
Zusammengefasster
Lagebericht
Konzernabschluss
132
Vorwort | Mobilität für morgen | Zusammengefasster Lagebericht | Konzernabschluss | Konzernanhang | Weitere Angaben
1. Konzern-Gewinn- und Verlustrechnung
Nr. 029
Konzernanhang
2014
2013
Veränderung
in %
3.1
12.124
11.205
8,2
Umsatzkosten
-8.654
-8.029
7,8
Bruttoergebnis vom Umsatz
3.470
3.176
9,3
Kosten der Forschung und Entwicklung
-626
-611
2,5
Kosten des Vertriebs
-827
-761
8,7
Kosten der allgemeinen Verwaltung
-454
-433
4,8
in Mio. EUR
Umsatzerlöse
Sonstige Erträge
3.2
49
72
-31,9
Sonstige Aufwendungen
3.3
-89
-435
-79,5
1.523
1.008
51,1
Ergebnis vor Finanz-, Beteiligungsergebnis
und Ertragsteuern (EBIT)
Finanzerträge
3.5
255
217
17,5
Finanzaufwendungen
3.5
-875
-641
36,5
Finanzergebnis
3.5
-620
-424
46,2
1
2
-50,0
904
586
54,3
-242
-452
-46,5
Konzernergebnis
662
134
> 100
Den Gesellschaftern des Mutterunternehmens zurechenbares
Konzernergebnis
654
127
> 100
8
7
14,3
Ergebnis aus at Equity bewerteten Beteiligungen
Ergebnis vor Ertragsteuern
Ertragsteuern
Den nicht beherrschenden Anteilen zurechenbares Konzernergebnis
3.6
133
1. Konzern-Gewinn- und Verlustrechnung | 2. Konzern-Gesamtergebnisrechnung
Zusammengefasster
Lagebericht
2. Konzern-Gesamtergebnisrechnung
Steuern
vor
Steuern
Steuern
nach
Steuern
904
-242
662
586
-452
134
Unterschiede aus der Währungsumrechnung ausländischer
Geschäftsbetriebe
229
0
229
-184
0
-184
Nettoveränderung aus der Absicherung von Nettoinvestitionen in
ausländische Geschäftsbetriebe
-105
23
-82
42
-5
37
-97
27
-70
-6
1
-5
1
0
1
-1
0
-1
28
50
78
-149
-4
-153
in Mio. EUR
Effektiver Teil der Veränderung des beizulegenden Zeitwerts
von zur Absicherung von Zahlungsströmen bestimmten
Sicherungsinstrumenten 1)
Nettoveränderung des beizulegenden Zeitwerts von zur Veräußerung
verfügbaren finanziellen Vermögenswerten
Ergebnisveränderung mit Umgliederung in das Periodenergebnis
Neubewertung der Nettoschuld aus leistungsorientierten
Versorgungs-/Pensionsplänen
-444
128
-316
24
-10
14
Ergebnisveränderung ohne Umgliederung in das Periodenergebnis
-444
128
-316
24
-10
14
Sonstiges Ergebnis
-416
178
-238
-125
-14
-139
Gesamtergebnis
488
-64
424
461
-466
-5
Den Gesellschaftern des Mutterunternehmens zurechenbares
Gesamtergebnis
469
-60
409
463
-466
-3
19
-4
15
-2
0
-2
488
-64
424
461
-466
-5
Den nicht beherrschenden Anteilen zurechenbares Gesamtergebnis
Gesamtergebnis
1)
Davon ergebniswirksam in die Konzern-Gewinn- und Verlustrechnung umgegliederter Ertrag in Höhe von 94 Mio. EUR (Vj.: Aufwand von 46 Mio. EUR).
Siehe erläuternde Angaben im Konzernanhang unter Tz 4.10 und Tz. 4.13.
Konzernanhang
Konzernergebnis
2013
nach
Steuern
Weitere Angaben
2014
vor
Steuern
Konzernabschluss
Nr. 030
134
Vorwort | Mobilität für morgen | Zusammengefasster Lagebericht | Konzernabschluss | Konzernanhang | Weitere Angaben
3. Konzern-Bilanz
Nr. 031
in Mio. EUR
Konzernanhang
31.12.2014
31.12.2013
Veränderung
in %
AKTIVA
Immaterielle Vermögenswerte
4.1
555
538
3,2
Sachanlagen
4.2
3.748
3.369
11,2
33,3
Anteile an at Equity bewerteten Beteiligungen
4
3
14
14
0,0
4.6
1.960
202
> 100
Sonstige Vermögenswerte
4.6
58
54
7,4
Ertragsteuerforderungen
4.3
8
12
-33,3
Aktive latente Steuern
4.3
Sonstige Finanzanlagen
Sonstige finanzielle Vermögenswerte
Langfristige Vermögenswerte
455
218
> 100
6.802
4.410
54,2
Vorräte
4.4
1.713
1.536
11,5
Forderungen aus Lieferungen und Leistungen
4.5
1.900
1.676
13,4
Sonstige finanzielle Vermögenswerte
4.6
343
232
47,8
Sonstige Vermögenswerte
4.6
181
141
28,4
Ertragsteuerforderungen
4.3
42
92
-54,3
Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente
4.7
636
300
> 100
4.815
3.977
21,1
11.617
8.387
38,5
20,0
Kurzfristige Vermögenswerte
Bilanzsumme
PASSIVA
Gezeichnetes Kapital
600
500
Kapitalrücklagen
1.600
0
-
Sonstige Rücklagen
-1.276
-2.031
-37,2
Kumuliertes übriges Eigenkapital
-737
-492
49,8
Den Gesellschaftern des Mutterunternehmens
zurechenbares Eigenkapital
187
-2.023
-
71
57
24,6
4.8
258
-1.966
-
Rückstellungen für Pensionen und ähnliche Verpflichtungen
4.10
1.984
1.510
31,4
Rückstellungen
4.11
70
95
-26,3
Finanzschulden
4.9
6.413
5.720
12,1
Ertragsteuerverbindlichkeiten
4.3
237
235
0,9
Sonstige finanzielle Verbindlichkeiten
4.12
21
162
-87,0
Sonstige Verbindlichkeiten
4.12
8
6
33,3
4.3
106
142
-25,4
8.839
7.870
12,3
232
589
-60,6
Nicht beherrschende Anteile
Eigenkapital
Passive latente Steuern
Langfristige Verbindlichkeiten und Rückstellungen
Rückstellungen
4.11
Finanzschulden
4.9
Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen
Ertragsteuerverbindlichkeiten
4.3
1
33
-97,0
1.261
1.022
23,4
155
152
2,0
Sonstige finanzielle Verbindlichkeiten
4.12
558
405
37,8
Sonstige Verbindlichkeiten
4.12
313
282
11,0
2.520
2.483
1,5
11.617
8.387
38,5
Kurzfristige Verbindlichkeiten und Rückstellungen
Bilanzsumme
135
3. Konzern-Bilanz | 4. Konzern-Kapitalflussrechnung
2013
Veränderung
in %
1.523
1.008
51,1
-520
-605
-14,0
8
8
0,0
-277
-378
-26,7
1
1
0,0
649
652
-0,5
1
1
0,0
6,9
Laufende Geschäftstätigkeit
EBIT
Gezahlte Zinsen
Erhaltene Zinsen
Gezahlte Ertragsteuern
Erhaltene Dividende
Abschreibungen
Gewinn/Verlust aus dem Abgang von Vermögenswerten
Veränderungen der:
•
Vorräte
-108
-101
•
Forderungen aus Lieferungen und Leistungen
-142
-108
31,5
•
Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen
129
227
-43,2
•
Rückstellungen für Pensionen und ähnliche Verpflichtungen
•
Sonstige Vermögenswerte, Schulden und Rückstellungen
Cash Flow aus laufender Geschäftstätigkeit
1)
-27
-44
-38,6
-337
366
-
900
1.027
-12,4
Investitionstätigkeit
Einzahlungen aus Abgängen von Sachanlagen
Auszahlungen für Investitionen in immaterielle Vermögenswerte
Auszahlungen für Investitionen in Sachanlagen
Sonstige Ein-/Auszahlungen der Investitionstätigkeit
Cash Flow aus Investitionstätigkeit
8
15
-46,7
-50
-18
> 100
-807
-554
45,7
-3
3
-
-852
-554
53,8
Finanzierungstätigkeit
Ausschüttung an nicht beherrschende Anteile
-1
-1
0,0
Einzahlungen aus der Aufnahme von Krediten
727
27
> 100
-429
-649
-33,9
-100
Auszahlungen aus der Tilgung von Krediten
Veränderung Finanzausgleichskonto gegenüber der Schaeffler Verwaltung Zwei GmbH
0
-91
-26
132
-
Cash Flow aus Finanzierungstätigkeit
271
-582
-
Nettozunahme/-abnahme des Bestands an Zahlungsmitteln und
Zahlungsmitteläquivalenten
319
-109
-
Sonstige Ein-/Auszahlungen der Finanzierungstätigkeit
Wechselkursbedingte Veränderung des Bestands an Zahlungsmitteln und
Zahlungsmitteläquivalenten
17
-24
-
Bestand an Zahlungsmitteln und Zahlungsmitteläquivalenten am Periodenbeginn
300
433
-30,7
Bestand an Zahlungsmitteln und Zahlungsmitteläquivalenten am 31. Dezember
636
300
> 100
1)
Ohne Zinszahlungen ergab sich für den Zeitraum vom 01. Januar bis 31. Dezember 2014 ein Cash Flow aus laufender Geschäftstätigkeit von 1.420 Mio. EUR (Vj.: 1.632 Mio. EUR).
Siehe erläuternde Angaben im Konzernanhang unter Tz. 5.3.
Konzernabschluss
2014
Konzernanhang
in Mio. EUR
Weitere Angaben
Nr. 032
Zusammengefasster
Lagebericht
4. Konzern-Kapitalflussrechnung
136
Vorwort | Mobilität für morgen | Zusammengefasster Lagebericht | Konzernabschluss | Konzernanhang | Weitere Angaben
5. Konzern-Eigenkapitalveränderungsrechnung
Nr. 033
Gezeichnetes Kapital
Kapital­
rücklagen
Sonstige
Rücklagen
Währungsum­
rechnung
in Mio. EUR
Stand 01. Januar 2013
Kumuliertes übriges Eigenkapital
500
0
Konzernergebnis
-2.796
Anpassung
von Pen­
sionen und
ähnlichen
Verpflichtungen
0
1
-252
-2.658
127
7
134
-138
-5
-1
14
-130
-9
-139
-138
-5
-1
14
-3
-2
-5
638
638
0
638
0
0
-1
-1
638
638
-1
637
127
0
0
Gesamt
-111
Sonstiges Ergebnis
Konzerngesamtergebnis
Absicherung von
Zahlungsströmen
Zur Veräußerung
verfügbare
finanzielle
Vermögenswerte
Summe
Nicht
beherr­
schende
Anteile
127
60
-2.598
Transaktionen mit
Eigentümern, die direkt
im Eigenkapital erfasst
werden
Einlage
Dividenden
Transaktionen mit
Eigentümern, die direkt
im Eigenkapital erfasst
werden
0
0
Stand 31. Dezember 2013
500
0
-2.031
-249
-5
0
-238
-2.023
57
-1.966
Stand 01. Januar 2014 500
0
-2.031
-249
-5
0
-238
-2.023
57
-1.966
654
8
662
Konzernergebnis
654
Sonstiges Ergebnis
Konzerngesamtergebnis
0
0
100
1.600
654
140
-70
1
-316
-245
7
-238
140
-70
1
-316
409
15
424
Transaktionen mit
Eigentümern, die direkt
im Eigenkapital erfasst
werden
Ausgabe neuer Aktien
Einlage
Dividenden
1.700
1.700
101
101
101
0
0
-1
-1
1.801 -1 1.800 187
71
258
Transaktionen mit
Eigentümern, die direkt
im Eigenkapital erfasst
werden
100 1.600 101
Stand 31. Dezember 2014
600
1.600
-1.276
Siehe erläuternde Angaben im Konzernanhang unter Tz. 4.8.
-109
-75
1
-554
137
5. Konzern-Eigenkapitalveränderungsrechnung | 6. Konzern-Segmentberichterstattung
2014
in Mio. EUR
Automotive
Industrie
Gesamt
01.01.–31.12.
01.01.–31.12.
01.01.–31.12.
2013
2014
2013
2014
2013
Umsatzerlöse
8.983
8.164
3.141
3.041
12.124
11.205
Umsatzkosten
-6.460
-5.960
-2.194
-2.069
-8.654
-8.029
Bruttoergebnis
2.523
2.204
947
972
3.470
3.176
EBIT
1.234
683
289
325
1.523
1.008
•
in % vom Umsatz
13,7
8,4
9,2
10,7
12,6
9,0
-456
-464
-193
-188
-649
-652
1.038
920
675
616
1.713
1.536
1.389
1.197
511
479
1.900
1.676
2.763
2.367
985
1.002
3.748
3.369
754
441
189
132
943
573
Abschreibungen
Vorräte 1)
Forderungen aus Lieferungen
und Leistungen 1)
Sachanlagen 1)
Investitionen
1)
Werte jeweils zum Stichtag 31. Dezember.
Konzernabschluss
Nr. 034
Konzernanhang
(Bestandteil des Konzernanhangs)
Zusammengefasster
Lagebericht
6. Konzern-Segmentberichterstattung
Weitere Angaben
Siehe erläuternde Angaben im Konzernanhang unter Tz. 5.4.
138
Vorwort | Mobilität für morgen | Zusammengefasster Lagebericht | Konzernabschluss | Konzernanhang | Weitere Angaben
139
Konzernanhang
Mitglieder des Aufsichtsrats
Mitglieder des Vorstands
218
219
Konzernanhang
140
155
156
161
203
Weitere Angaben
1. Allgemeine Erläuterungen
2. Grundlagen der Konsolidierung
3. Erläuterungen zur Konzern-Gewinn- und Verlustrechnung
4. Erläuterungen zur Konzern-Bilanz
5. Sonstige Angaben
Konzernabschluss
Zusammengefasster
Lagebericht
Konzernanhang
140
Vorwort | Mobilität für morgen | Zusammengefasster Lagebericht | Konzernabschluss | Konzernanhang | Weitere Angaben
1. Allgemeine Erläuterungen
1.1 Berichterstattendes Unternehmen
Die Schaeffler AG, Herzogenaurach (bis 23. Oktober 2014 INA Beteiligungsgesellschaft mit
beschränkter Haftung, nachfolgend auch „IBH“), ist eine in Deutschland ansässige Kapitalgesellschaft mit Sitz in der Industriestraße 1-3, 91074 Herzogenaurach. Die Gesellschaft wurde
zum 19. April 1982 gegründet. Sie ist im Handelsregister des Amtsgerichts Fürth eingetragen
(HRB Nr. 14738). Der Konzernabschluss der Schaeffler AG zum 31. Dezember 2014 umfasst
die Schaeffler AG und ihre Tochterunternehmen, Anteile an assoziierten Unternehmen
sowie Gemeinschaftsunternehmen (gemeinsam als „Schaeffler“ oder „Schaeffler Gruppe“
bezeichnet). Die Schaeffler Gruppe ist ein weltweit führender integrierter Automobil- und
Industriezulieferer.
1.2Konzernstruktur
Die Schaeffler AG, als 100 %iges Tochterunternehmen der Schaeffler Verwaltungs GmbH,
wurde mit Eintragung in das Handelsregister am 23. Oktober 2014 in eine Gesellschaft mit
beschränkter Haftung umgewandelt. Sie firmiert seit diesem Zeitpunkt als Schaeffler
Verwaltung Zwei GmbH. Am 24. Oktober 2014 (Tag der Eintragung ins Handelsregister)
wurde die INA Beteiligungsgesellschaft mit beschränkter Haftung in eine Aktiengesellschaft
umgewandelt und firmiert seitdem als Schaeffler AG. Gleichzeitig wurden alle Funktionen
(CEO-Funktionen; Technologie; Produktion, Logistik und Einkauf; Finanzen und Personal) von
der Schaeffler Verwaltung Zwei GmbH auf die Schaeffler AG übertragen (vgl. Tz. 5.5).
Damit übernimmt die Schaeffler AG (vormals INA Beteiligungsgesellschaft mit beschränkter
Haftung) die Rolle der Führungsgesellschaft in der Schaeffler Gruppe. Der vorliegende
Konzernabschluss basiert damit auf einem – im Vergleich zum IFRS-Konzernabschluss der
Schaeffler Verwaltung Zwei GmbH – modifizierten Konsolidierungskreis. Infolge der Neuausrichtung besteht auf Ebene der Schaeffler Gruppe keine direkte oder indirekte Beteiligung an
der Continental AG.
1.3 Allgemeine Grundlagen
Bei der Aufstellung des Konzernabschlusses hat die Schaeffler Gruppe von dem Wahlrecht des
§ 315a Abs. 3 HGB Gebrauch gemacht einen IFRS-Konzernabschluss aufzustellen.
Dementsprechend ist der Konzernabschluss der Schaeffler Gruppe für das zum
31. Dezember 2014 endende Geschäftsjahr freiwillig nach den International Financial Reporting
Standards (IFRS), wie sie gemäß der Verordnung (EG) Nr. 1606/2002 des europäischen
Parlaments und des Rates über die Anwendung internationaler Rechnungslegungsstandards
in der Europäischen Union (EU) anzuwenden sind, und den ergänzend nach § 315a Abs. 1 HGB
Die zum 31. Dezember 2014 bestehende Konzernstruktur, mit der Schaeffler AG als Mutterunternehmen der Schaeffler Gruppe, ist rechtlich am 31. Dezember 2013 entstanden. Die
Vergleichsangaben für die Konzern-Gesamtergebnisrechnung, die Konzern-Gewinn- und Verlustrechnung, die Konzern-Kapitalflussrechnung und die Konzern-Segmentberichterstattung
des vorliegenden Konzernabschlusses wurden im Rahmen eines sog. „Carve-Outs“ mit ihren
fortgeführten Konzernbuchwerten aus dem IFRS-Konzernabschluss der Schaeffler Verwaltung
Zwei GmbH zum 31. Dezember 2013 abgeleitet (Predecessor Accounting). Dabei wurde die
Geschäftstätigkeit der Schaeffler Gruppe rückwirkend so dargestellt, als habe die aktuelle
Konzernstruktur bereits vor dem 31. Dezember 2013 bestanden.
Das Finanzausgleichskonto, auf dem grundsätzlich der Liquiditätsbedarf der Schaeffler
Verwaltung Zwei GmbH sowie bestimmte, aus dem Carve-Out resultierende, weitere Transaktionen zwischen der Schaeffler Gruppe und der Schaeffler Verwaltung Zwei GmbH erfasst waren,
wurde ausgehend von einem ausgeglichenen Saldo zum 31. Dezember 2013 retrograd entwickelt.
In der Konzern-Kapitalflussrechnung wurde die Veränderung des Finanzausgleichskontos als
„Veränderung Finanzausgleichskonto gegenüber der Schaeffler Verwaltung Zwei GmbH“ im
Cash Flow aus Finanzierungstätigkeit dargestellt.
Die Ermittlung der Ertragsteuern der Schaeffler AG und ihrer Tochterunternehmen basierte für
den Zeitraum vor dem 31. Dezember 2013 auf dem sog. Separate Return Approach. Dabei wurde
unterstellt, dass die Gesellschaften der Schaeffler Gruppe, sofern diese nicht organschaftlich
miteinander verbunden sind, eigenständige Steuersubjekte sind. Diesen wurden zur Neuberechnung von Ertragsteuern Ergebnisbeiträge nach der Konzernstruktur zugeordnet, wie sie
seit dem 31. Dezember 2013 besteht. Steueraufwendungen und -erträge, die im Rahmen der
Neuberechnung der Ertragsteuern Steuersubjekten der Schaeffler Gruppe zugeordnet worden
sind und mit Steuerforderungen und -verbindlichkeiten der Schaeffler Verwaltung Zwei GmbH
korrespondieren, wurden über das Finanzausgleichskonto erfasst.
Allgemeine Darstellung
Der vorliegende Konzernabschluss wurde in Euro (EUR) aufgestellt, was sowohl der
funktionalen Währung als auch der Darstellungswährung des Mutterunternehmens der
Schaeffler Gruppe entspricht. Sofern nicht anders ausgewiesen, belaufen sich alle genannten
Beträge auf Millionen Euro (Mio. EUR).
Die Gliederung der Konzern-Bilanz erfolgt nach Fristigkeit. Die Schaeffler Gruppe stuft
Vermögenswerte als kurzfristig ein, wenn ihre Realisation innerhalb von zwölf Monaten nach
dem Bilanzstichtag erwartet wird. Vorräte sind Bestandteil der kurzfristigen Vermögenswerte,
auch wenn deren Realisierung nicht innerhalb von zwölf Monaten nach dem Bilanzstichtag
erwartet wird. Gleichermaßen werden Schulden als kurzfristig eingestuft, wenn Schaeffler zu
ihrer Tilgung innerhalb von zwölf Monaten nach dem Bilanzstichtag vertraglich oder faktisch
verpflichtet ist.
Zusammengefasster
Lagebericht
Konzernabschluss
Darstellung der Vergleichsperiode
Konzernanhang
anzuwendenden handelsrechtlichen Vorschriften erstellt. Der Begriff IFRS umfasst alle gültigen International Financial Reporting Standards (IFRS), International Accounting Standards
(IAS) sowie sämtliche Interpretationen und Änderungen des IFRS Interpretations Committee
(IFRIC) und des ehemaligen Standing Interpretations Committee (SIC). Die Vergleichswerte des
Vorjahres wurden nach den gleichen Grundsätzen ermittelt.
141
Weitere Angaben
1. Allgemeine Erläuterungen
142
Vorwort | Mobilität für morgen | Zusammengefasster Lagebericht | Konzernabschluss | Konzernanhang | Weitere Angaben
Die Bilanzstichtage sämtlicher in diesen Konzernabschluss einbezogenen Unternehmen
stimmen mit dem Bilanzstichtag dieses Konzernabschlusses überein.
Durch die kaufmännische Rundung von Beträgen (in Mio. EUR) und Prozentangaben können
Differenzen auftreten.
Bewertungsgrundlagen
Vermögenswerte und Schulden werden grundsätzlich auf Basis fortgeführter historischer
Anschaffungs- und Herstellungskosten bewertet. Abweichend davon erfolgt die Bewertung der
folgenden Vermögenswerte und Schulden zum beizulegenden Zeitwert:
• derivative Finanzinstrumente,
• erfolgswirksam zum beizulegenden Zeitwert bewertete Finanzinstrumente und
• zur Veräußerung verfügbare finanzielle Vermögenswerte.
Schätzunsicherheiten und Ermessensausübung des Managements
Bei der Erstellung von Abschlüssen im Einklang mit den IFRS, wie sie in der EU anzuwenden
sind, muss das Management im Rahmen seines Ermessens sachgerechte Schätzungen durchführen und Annahmen aufstellen, welche die Anwendung von Bilanzierungsmethoden sowie
die Höhe der berichteten Vermögenswerte und Schulden sowie Erträge und Aufwendungen
beeinflussen. Die tatsächlich eintretenden Werte können von diesen Schätzungen abweichen.
Sowohl Schätzungen als auch die jeweils zugrunde liegenden Annahmen werden regelmäßig
überprüft. Änderungen von Schätzungen werden in der Periode erfasst, in der die Änderungen
vorgenommen wurden, sowie in jeder Folgeperiode, die ebenfalls von den Änderungen
betroffen ist.
Die von Schätzunsicherheiten in Bezug auf Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden und
Ermessensausübungen des Managements betroffenen Sachverhalte, mit wesentlichen
Auswirkungen auf die Höhe der im Konzernabschluss angesetzten Beträge, sind:
• Ermittlung der wirtschaftlichen Nutzungsdauer von Sachanlagen,
• Ermittlung des Abwertungsbedarfs bei Vorräten,
• Festlegung zahlungsmittelgenerierender Einheiten und Ermittlung des erzielbaren Betrags
im Rahmen der Überprüfung der Werthaltigkeit von Geschäfts- oder Firmenwerten und
langfristigen Vermögenswerten,
• Bilanzierung von Leistungen an Arbeitnehmer nach Beendigung des Arbeitsverhältnisses,
insbesondere die Festlegung versicherungsmathematischer Parameter,
• A nsatz und Bewertung von Rückstellungen,
• Zeitwertermittlung von Finanzschulden und Derivaten sowie
• Einschätzung der Werthaltigkeit aktiver latenter Steuern.
Aus der Anpassung in der Vergangenheit getroffener Annahmen sowie aus der Beseitigung
zuvor bestehender Unsicherheiten resultierten im Geschäftsjahr 2014 in Bezug auf die zuvor
genannten Sachverhalte grundsätzlich keine wesentlichen Effekte. Ausnahme hiervon stellt
die Bewertung der Verpflichtungen aus leistungsorientierten Pensionsverpflichtungen dar.
Aufgrund des gesunken Zinsniveaus wurde der Abzinsungssatz gesenkt, was sich auf die Höhe
der bilanzierten Rückstellung und des Eigenkapitals ausgewirkt hat (vgl. Tz. 4.10).
1.4Zusammenfassung der wesentlichen
Rechnungslegungsgrundsätze
Die im Folgenden erläuterten Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden wurden auf alle im
vorliegenden Konzernabschluss dargestellten Perioden und einheitlich von allen Unternehmen
der Schaeffler Gruppe angewendet.
143
Zusammengefasster
Lagebericht
1. Allgemeine Erläuterungen
Salden und Transaktionen mit konsolidierten Tochterunternehmen sowie daraus entstandene
Erträge und Aufwendungen werden im Rahmen der Erstellung des Konzernabschlusses in
voller Höhe eliminiert. Zwischenergebnisse aus konzerninternen Lieferungen und Leistungen
und innerhalb des Konzerns ausgeschüttete Dividenden werden ebenfalls vollständig
eliminiert. Latente Steuern auf temporäre Differenzen in Zusammenhang mit der Eliminierung
solcher Salden und Transaktionen werden mit dem Steuersatz des empfangenden Unternehmens bewertet.
Fremdwährungsumrechnung
Transaktionen in Fremdwährungen
Einkäufe und Verkäufe in Fremdwährungen werden bei ihrer erstmaligen Erfassung mit dem
zum Zeitpunkt der Transaktion geltenden Tageskurs umgerechnet. Die in Zusammenhang mit
diesen Transaktionen stehenden Forderungen und Verbindlichkeiten in Fremdwährung werden
als monetäre Posten im Sinne des IAS 21 „Auswirkungen von Wechselkursänderungen“ zum
Bilanzstichtag bzw. zum Zeitpunkt ihrer Realisierung in die jeweilige funktionale Währung der
betroffenen Konzerngesellschaft umgerechnet. Die aus diesen Umrechnungen entstandenen
Konzernanhang
Die Kapitalkonsolidierung erfolgt nach der Erwerbsmethode zum Erwerbszeitpunkt. Dabei
werden alle Vermögenswerte, Schulden und zusätzlich identifizierbaren immateriellen
Vermögenswerte mit ihren beizulegenden Zeitwerten bewertet. Im Anschluss werden die
Anschaffungskosten der Beteiligungen mit dem anteiligen und neu bewerteten Eigenkapital
der erworbenen Unternehmen verrechnet. Ein sich hieraus ergebender positiver Unterschiedsbetrag wird als Geschäfts- oder Firmenwert aktiviert. Negative Unterschiedsbeträge werden
nach erneuter Überprüfung unmittelbar erfolgswirksam erfasst. Die Bewertung von nicht
beherrschenden Anteilen erfolgt grundsätzlich zum anteiligen beizulegenden Zeitwert der
erworbenen Vermögenswerte und der übernommenen Schulden (Partial-Goodwill-Methode).
Weitere Angaben
In den Konzernabschluss der Schaeffler Gruppe sind alle wesentlichen in- und ausländischen
Tochterunternehmen einbezogen und vollkonsolidiert. Tochterunternehmen sind Unternehmen, die von der Schaeffler AG mittel- oder unmittelbar beherrscht werden. Beherrschung
liegt in der Regel dann vor, wenn Schaeffler die Mehrheit der Stimmrechte hält oder anderweitig
die Finanz- und Geschäftspolitik eines Unternehmens bestimmen kann, um aus dessen Aktivitäten einen Nutzen zu ziehen. Letzteres wird dann als gegeben angesehen, wenn Schaeffler
variablen Rückflüssen aus der Beteiligung ausgesetzt ist und auf diese Rückflüsse, über die
Beeinflussung maßgeblicher Prozesse, einwirken kann. Die Unternehmen werden beginnend
von dem Zeitpunkt an in den Konzernabschluss einbezogen, ab dem Schaeffler die Möglichkeit
zur Beherrschung erlangt, bis zu dem Zeitpunkt, zu dem der Verlust der Beherrschung eintritt.
Konzernabschluss
Konsolidierungsgrundsätze
144
Vorwort | Mobilität für morgen | Zusammengefasster Lagebericht | Konzernabschluss | Konzernanhang | Weitere Angaben
Fremdwährungsgewinne und -verluste werden in der Konzern-Gewinn- und Verlustrechnung
erfasst. Nicht-monetäre Posten, die zu historischen Anschaffungs- oder Herstellungskosten zu
bewerten sind, werden mit dem Kurs am Tag des Geschäftsvorfalles umgerechnet.
Kursgewinne und -verluste aus operativen Forderungen und Verbindlichkeiten sowie damit
zusammenhängende Währungsabsicherungen mittels Derivaten werden im Ergebnis vor
Finanz-, Beteiligungsergebnis und Ertragsteuern (EBIT) ausgewiesen. Kursgewinne und
-verluste aus der Währungsumrechnung von finanziellen Vermögenswerten und -schulden
und zur Absicherung gegen deren Wechselkursrisiken abgeschlossene Derivate werden im
Finanzergebnis abgebildet.
Auslandsgesellschaften
Die Darstellungswährung der Schaeffler Gruppe, wie auch die funktionale Währung der
Schaeffler AG, ist der Euro. Vermögenswerte, einschließlich Geschäfts- oder Firmenwert, und
Schulden von Tochterunternehmen, deren funktionale Währung nicht der Euro ist, werden zum
Stichtagskurs, die Eigenkapitalien zu historischen Kursen und die Posten der Konzern-Gewinnund Verlustrechnung zum gewogenen Durchschnittskurs der jeweiligen Periode umgerechnet.
Die daraus resultierenden Umrechnungsdifferenzen werden im sonstigen Ergebnis erfasst und
im kumulierten übrigen Eigenkapital ausgewiesen. Bei Ausscheiden des Tochterunternehmens
aus dem Konsolidierungskreis werden im Eigenkapital erfasste Währungsumrechnungseffekte
erfolgswirksam aufgelöst.
Die Posten der Konzern-Kapitalflussrechnung werden zu kumulierten Monatsdurchschnittskursen umgerechnet. Hiervon abweichend werden die Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente zum Stichtagskurs angesetzt.
Umsatzrealisierung und Umsatzkosten
Umsatzerlöse, die aus der Geschäftstätigkeit der Schaeffler Gruppe resultieren, werden zum
beizulegenden Zeitwert der erhaltenen oder zu beanspruchenden Gegenleistung, abzüglich
gewährter Preisnachlässe und Mengenrabatte erfasst.
Umsatzerlöse aus dem Verkauf von Gütern, Werkzeugen und selbst erstellten Maschinen
werden dann erfasst, wenn basierend auf den Vereinbarungen mit dem jeweiligen Kunden
• die maßgeblichen Chancen und Risiken, die mit dem Eigentum der verkauften Güter
verbunden sind, auf den Käufer übertragen wurden,
• es hinreichend wahrscheinlich ist, dass Schaeffler der wirtschaftliche Nutzen aus dem
Verkauf zufließen wird,
• die mit dem Verkauf in Zusammenhang stehenden Kosten verlässlich bestimmt werden
können,
• Schaeffler kein weiter bestehendes Verfügungsrecht in Bezug auf die Güter verbleibt und
• die Höhe der Erlöse verlässlich bestimmt werden kann.
In Abhängigkeit vom jeweiligen Kundenvertrag sowie der jeweiligen Bestellung stimmt der
Zeitpunkt der Umsatzrealisierung regelmäßig mit dem Zeitpunkt der Lieferung überein –
jeweils unter der Voraussetzung, dass die oben genannten Kriterien erfüllt sind.
Die Umsatzkosten umfassen im Wesentlichen die Herstellungskosten der verkauften Güter und
Dienstleistungen bzw. die Anschaffungskosten der verkauften Handelswaren. Die Herstellungskosten beinhalten alle direkt dem Prozess der Herstellung von Gütern und Dienstleistungen
zurechenbaren Einzelkosten sowie die zugerechneten produktionsbezogenen Gemeinkosten.
Forschungs- und Entwicklungskosten
Forschungs- und Entwicklungskosten umfassen die Kosten für Forschung und Entwicklung
sowie Aufwendungen für kundenspezifische Applikationen, Prototypen und Versuche.
145
Zusammengefasster
Lagebericht
1. Allgemeine Erläuterungen
Entwicklungsaktivitäten umfassen die Anwendung von Forschungsergebnissen oder von
anderem Wissen auf einen Plan oder Entwurf für die Produktion von neuen oder beträchtlich
verbesserten Materialien, Vorrichtungen, Produkten, Verfahren, Systemen oder Dienstleistungen. Entwicklungskosten werden nur dann als immaterielle Vermögenswerte angesetzt,
wenn
Konzernabschluss
Aufwendungen für Forschungsaktivitäten werden in der Periode als Aufwand erfasst, in der sie
anfallen.
• die technische Realisierbarkeit nachgewiesen werden kann,
• Schaeffler fähig ist, den immateriellen Vermögenswert zu nutzen oder zu verkaufen,
• ein künftiger ökonomischer Vorteil aus dem Verkauf bzw. der Nutzung des immateriellen
Vermögenswerts nachgewiesen werden kann,
• adäquate technische, finanzielle und sonstige Ressourcen für den Abschluss der Entwicklung
und den darauf folgenden Verkauf bzw. die Nutzung verfügbar sind und
Konzernanhang
• Schaeffler beabsichtigt, den immateriellen Vermögenswert fertigzustellen und ihn zu nutzen
oder zu verkaufen,
Die aktivierten Herstellungskosten umfassen die dem Entwicklungsprozess direkt zurechenbaren Kosten sowie entwicklungsbezogene Gemeinkosten. Aktivierte Entwicklungskosten
werden zu fortgeführten Herstellungskosten, d. h. abzüglich kumulierter planmäßiger
Abschreibungen und Wertminderungen, bewertet. Planmäßige Abschreibungen werden ab
dem Zeitpunkt der Verwendungsfähigkeit des immateriellen Vermögenswerts linear über einen
Zeitraum von sechs Jahren als Teil der Umsatzkosten in der Konzern-Gewinn- und Verlustrechnung erfasst, was der durchschnittlich erwarteten wirtschaftlichen Nutzungsdauer entspricht.
Im Gegensatz zu Aufwendungen im Rahmen der Entwicklung neuer oder erheblich verbesserter
Produkte werden Kosten der Vorentwicklung bzw. Kosten zur Herstellung kundenspezifischer
Applikationen (für Produktanpassungen bereits bestehender Produkte, ohne wesentliche
Verbesserung) nicht aktiviert. Stattdessen werden derartige Kosten in der Periode als Aufwand
erfasst, in der sie anfallen.
Weitere Angaben
• die dem immateriellen Vermögenswert während seiner Entwicklung zurechenbaren Ausgaben
verlässlich ermittelt werden können.
146
Vorwort | Mobilität für morgen | Zusammengefasster Lagebericht | Konzernabschluss | Konzernanhang | Weitere Angaben
Finanzergebnis
Zinsaufwendungen und Zinserträge werden zeitanteilig erfasst.
Geschäfts- oder Firmenwerte
Der Geschäfts- oder Firmenwert unterliegt keiner planmäßigen Abschreibung. Bei Vorliegen
von Hinweisen auf eine eventuelle Wertminderung („Triggering Event“), mindestens jedoch
einmal jährlich, ist ein Werthaltigkeitstest vorzunehmen. Der Ansatz erfolgt zu Anschaffungskosten abzüglich kumulierter Wertberichtigungen.
Die Überprüfung der Werthaltigkeit erfolgt aus dem Vergleich des Buchwertes der zahlungsmittelgenerierenden Einheit, welcher der Geschäfts- oder Firmenwert zugeordnet wurde, mit
deren erzielbarem Betrag. Eine zahlungsmittelgenerierende Einheit stellt die kleinste Einheit
mit weitestgehend unabhängigen Mittelzuflüssen dar. In der Schaeffler Gruppe entspricht
dies den Segmenten. Der erzielbare Betrag wird auf Basis von abgezinsten Zahlungsströmen
(­Discounted Cash Flow Methode) ermittelt und ist der höhere Wert aus dem beizulegenden Zeitwert abzüglich Veräußerungskosten, und dem Nutzungswert der zahlungsmittelgenerierenden
Einheit. Hierbei wird zunächst der Nutzungswert ermittelt. Für den Fall, dass der Nutzungswert
den Buchwert der zahlungsmittelgenerierenden Einheit nicht übersteigt, erfolgt die Bestimmung des erzielbaren Betrags im zweiten Schritt mittels des beizulegenden Zeitwerts abzüglich
Veräußerungskosten. Eine Wertminderung des Geschäfts- oder Firmenwerts ist vorzunehmen,
wenn der Buchwert der zahlungsmittelgenerierenden Einheit den erzielbaren Betrag übersteigt.
Entfallen die Gründe für die Wertminderung in der Zukunft, wird ein außerplanmäßig
abgeschriebener Geschäfts- oder Firmenwert nicht wieder durch Wertaufholung berichtigt.
Die erwarteten Zahlungsströme basieren auf einer Drei-Jahres-Planung, die regelmäßig vom
Management der Schaeffler Gruppe überprüft wird. Dieser Detailplanung liegen konkrete
Prämissen zu volkswirtschaftlichen Indikatoren, externen Absatzmarkterwartungen und
internen Bedarfs-/Projekteinschätzungen sowie Verkaufspreisen, Rohstoffpreisentwicklungen
und Investitionsvolumen zugrunde. Für die über die Detailplanungsperiode hinausgehenden
Cash Flow Prognosen werden Wachstumsraten zugrunde gelegt. Der Diskontierungszinssatz
spiegelt die aktuellen Markterwartungen sowie spezifische Risiken wider.
Sonstige immaterielle Vermögenswerte
Erworbene immaterielle Vermögenswerte werden zu Anschaffungskosten, selbst erstellte
immaterielle Vermögenswerte, welche die Ansatzkriterien des IAS 38 „Immaterielle Vermögenswerte“ erfüllen, zu Herstellungskosten aktiviert. Sollte die wirtschaftliche Nutzungsdauer
der immateriellen Vermögenswerte bestimmbar sein, werden diese linear über ihre jeweilige
wirtschaftliche Nutzungsdauer abgeschrieben. Die geschätzten wirtschaftlichen Nutzungsdauern betragen bei Software drei Jahre und bei aktivierten Entwicklungskosten sechs Jahre.
Die Abschreibung beginnt, sobald sich der Vermögenswert an seinem Standort und in dem
vom Management beabsichtigten betriebsbereiten Zustand befindet. Des Weiteren werden
die sonstigen immateriellen Vermögenswerte im Fall des Vorliegens objektiver Hinweise auf
Wertminderung überprüft. In der Schaeffler Gruppe existieren keine immateriellen Vermögenswerte mit unbestimmter wirtschaftlicher Nutzungsdauer.
Der Ausweis des linearen Abschreibungsaufwands eines immateriellen Vermögenswerts in der
Konzern-Gewinn- und Verlustrechnung erfolgt in dem Funktionsbereich, in dem er zum Einsatz
kommt. Wertminderungen bzw. -aufholungen werden im sonstigen Aufwand bzw. sonstigen
Ertrag ausgewiesen.
1. Allgemeine Erläuterungen
147
Die Anschaffungskosten einer Sachanlage umfassen sämtliche direkt dem Erwerb des
Vermögenswerts zurechenbaren Kosten. Selbst erstellte Vermögenswerte werden erstmalig
mit den direkt der Herstellung zurechenbaren Kosten bewertet, die notwendig sind, um den
Vermögenswert an seinen Standort und in betriebsbereiten Zustand zu bringen.
Sobald ein Anlagegut betriebsbereit ist, können weitere Anschaffungs- oder Herstellungskosten
nur aktiviert werden, wenn diese zu einer wesentlichen Erhöhung des aus dem Anlagegut
erwarteten Nutzenzuflusses führen und die Kosten eindeutig identifizierbar sind. Alle sonstigen nachträglichen Aufwendungen werden als laufender Instandhaltungsaufwand gebucht.
Sachanlagen werden auf der niedrigsten Ebene in Komponenten aufgeteilt, sofern diese
Komponenten wesentlich voneinander abweichende Nutzungsdauern haben und ein Ersatz
bzw. eine Überholung dieser Komponenten während der Gesamtnutzungsdauer der Anlage
wahrscheinlich ist. Wartungs- und Reparaturkosten werden grundsätzlich als Aufwand erfasst.
Konzernabschluss
Sachanlagen werden zu Anschaffungs- oder Herstellungskosten abzüglich kumulierter
Abschreibungen und Wertminderungen bewertet.
Zusammengefasster
Lagebericht
Sachanlagen
Leasingverhältnisse
Leasingverhältnisse, bei denen Schaeffler im Wesentlichen alle mit dem Eigentum verbundenen
Chancen und Risiken übernimmt, werden als Finanzierungsleasingverhältnisse klassifiziert. In
diesem Fall wird der Leasinggegenstand bei erstmaligem Ansatz in Höhe des niedrigeren Werts
aus beizulegendem Zeitwert und Barwert der Mindestleasingzahlungen bewertet. In gleicher
Höhe wird eine Schuld passiviert. Im Rahmen von Finanzierungsleasingverhältnissen geleistete
Mindestleasingzahlungen werden in Finanzierungskosten und Tilgungsanteil der Restschuld
aufgeteilt. Die Finanzierungskosten sind dabei so über die Laufzeit des Leasingverhältnisses
zu verteilen, dass über die Perioden eine konstante Verzinsung auf die verbliebene Schuld
entsteht.
Leasingverhältnisse, bei denen das wirtschaftliche Eigentum am Leasinggegenstand beim
Leasinggeber verbleibt, werden als Operating-Leasingverhältnisse klassifiziert. In diesem Fall
werden Leasingzahlungen linear über die Laufzeit des Leasingvertrags erfolgswirksam erfasst.
Als Leasinggeschäft gelten auch Ansprüche bzw. Verpflichtungen, insbesondere aus
Dienstleistungsverträgen, zu deren Erfüllung die Nutzung eines bestimmten Vermögenswertes
erforderlich ist und die ein Recht auf Nutzung dieses Vermögenswertes auf den Anspruchsberechtigten übertragen.
Weitere Angaben
Planmäßige Abschreibungen werden linear über die geschätzte wirtschaftliche Nutzungsdauer
des Vermögenswerts in der Konzern-Gewinn- und Verlustrechnung erfasst. Die geschätzten
wirtschaftlichen Nutzungsdauern betragen 15 bis 25 Jahre bei Gebäuden, zwei bis zehn Jahre
bei technischen Anlagen und Maschinen sowie drei bis acht Jahre bei sonstigen Anlagen. In
Abhängigkeit vom Funktionsbereich wird der Abschreibungsaufwand entsprechend in der
Konzern-Gewinn- und Verlustrechnung ausgewiesen. Die Abschreibungsmethoden werden zu
jedem Bilanzstichtag überprüft. Grundstücke werden nicht planmäßig abgeschrieben.
Konzernanhang
Gewinne oder Verluste aus dem Abgang von Sachanlagen werden durch Vergleich der
erhaltenen Gegenleistung mit dem Buchwert der Sachanlage bestimmt. Sie werden saldiert in
den Posten sonstige Erträge bzw. sonstige Aufwendungen ausgewiesen.
148
Vorwort | Mobilität für morgen | Zusammengefasster Lagebericht | Konzernabschluss | Konzernanhang | Weitere Angaben
Wertminderungen auf sonstige immaterielle Vermögenswerte und Sachanlagen
Die Schaeffler Gruppe überprüft die Werthaltigkeit von sonstigen immateriellen Vermögenswerten und Sachanlagen, sobald Hinweise für eine mögliche Wertminderung vorliegen
(„Triggering Event“).
Die Werthaltigkeit eines Vermögenswerts wird durch den Vergleich des fortgeführten Buchwerts
des Vermögenswertes mit dem erzielbaren Betrag überprüft. Der erzielbare Betrag ist der höhere
Wert aus beizulegendem Zeitwert abzüglich Veräußerungskosten und Nutzungswert. Können
einem Vermögenswert keine Mittelzuflüsse zugeordnet werden, die weitgehend von den
Mittelzuflüssen anderer Vermögenswerte unabhängig sind, wird der Werthaltigkeitstest nicht
auf Ebene eines einzelnen Vermögenswerts, sondern auf der Ebene der zahlungsmittelgenerierenden Einheit durchgeführt, welcher der Vermögenswert zuzuordnen ist. Eine Wertminderung
liegt dann vor, wenn der Buchwert den erzielbaren Betrag übersteigt. Entfallen die Gründe
für eine durchgeführte Wertminderung, erfolgt eine Wertaufholung auf die fortgeführten
Anschaffungs- oder Herstellungskosten.
Die Schaeffler Gruppe ermittelt den erzielbaren Betrag zunächst unter der Wertkonzeption
des Nutzungswertes. Dieser wird mithilfe des Discounted Cash Flow Verfahrens bestimmt.
Für den Fall, dass der Nutzungswert den Buchwert der zahlungsmittelgenerierenden Einheit
nicht übersteigt, erfolgt die Bestimmung des erzielbaren Betrags im zweiten Schritt mittels des
beizulegenden Zeitwerts abzüglich Veräußerungskosten.
Sonstige immaterielle Vermögenswerte, die noch nicht nutzungsbereit sind, werden zu jedem
Geschäftsjahresende auf Werthaltigkeit getestet.
Finanzinstrumente
Gemäß IAS 32 „Finanzinstrumente: Darstellung“ ist ein Finanzinstrument definiert als ein
Vertrag, der gleichzeitig bei dem einen Unternehmen zu einem finanziellen Vermögenswert und
bei dem anderen Unternehmen zu einer finanziellen Verbindlichkeit oder einem Eigenkapitalinstrument führt. Finanzinstrumente umfassen originäre Finanzinstrumente und derivative
Finanzinstrumente. Marktübliche Käufe und Verkäufe von finanziellen Vermögenswerten
werden zum Erfüllungstag angesetzt bzw. ausgebucht. Die Fair-Value-Option wird in der
Schaeffler Gruppe nicht angewandt. Eine Aufteilung der in der Schaeffler Gruppe vorhandenen
Finanzinstrumente nach Klassen im Sinne des IFRS 7.6 ist aus Tz. 4.13 ersichtlich.
Originäre Finanzinstrumente
Originäre Finanzinstrumente umfassen Investitionen in Eigenkapital- und Schuldtitel,
Forderungen aus Lieferungen und Leistungen und sonstige finanzielle Vermögenswerte, Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente, Kredite und Ausleihungen sowie Verbindlichkeiten
aus Lieferungen und Leistungen, Finanzschulden und sonstige finanzielle Verbindlichkeiten.
Originäre Finanzinstrumente werden bei erstmaligem Ansatz mit ihrem beizulegenden Zeitwert
bewertet. Transaktionskosten, die direkt dem Erwerb oder der Emission des Finanzinstruments
zuzurechnen sind, werden nur dann mit dem anzusetzenden Buchwert berücksichtigt, wenn
das entsprechende Finanzinstrument nicht erfolgswirksam zum beizulegenden Zeitwert
bewertet wird. Die Folgebewertung ist abhängig von der Kategorisierung der Finanzinstrumente.
Zur Veräußerung verfügbare finanzielle Vermögenswerte: Mit Ausnahme von Beteiligungen an nach der Equity-Methode bilanzierten Unternehmen werden Investitionen von
Schaeffler in Eigenkapitaltitel als zur Veräußerung verfügbare finanzielle Vermögenswerte
klassifiziert. Diese werden nach dem erstmaligen Ansatz mit ihrem beizulegenden Zeitwert
bewertet, wobei Wertänderungen im sonstigen Ergebnis erfasst werden (einschließlich entsprechender latenter Steuern). Die beizulegenden Zeitwerte werden grundsätzlich von Marktpreisen
abgeleitet, es sei denn, dass keine notierten Preise bzw. kein aktiver Markt vorliegen. In diesen
Fällen werden die beizulegenden Zeitwerte mithilfe von anerkannten Bewertungsverfahren,
wie z. B. der Discounted Cash Flow Methode bestimmt. Finanzinvestitionen in Eigenkapitalinstrumente werden zu fortgeführten Anschaffungskosten bewertet, wenn der beizulegende
Zeitwert nicht über anerkannte Bewertungsverfahren zuverlässig ermittelt werden kann.
Wenn ein zur Veräußerung verfügbarer finanzieller Vermögenswert ausgebucht wird, werden
die zuvor im kumulierten übrigen Eigenkapital gebuchten Gewinne und Verluste ergebniswirksam erfasst.
Zusammengefasster
Lagebericht
Schaeffler teilt Finanzinstrumente in die folgenden Kategorien im Sinne des IAS 39 „Finanzinstrumente: Ansatz und Bewertung“ ein:
149
Konzernabschluss
1. Allgemeine Erläuterungen
Zahlungsmittel umfassen Kassenbestände, Schecks und Guthaben bei Kreditinstituten. Als
Zahlungsmitteläquivalente gelten kurzfristige äußerst liquide Finanzinvestitionen mit einer
Restlaufzeit von bis zu drei Monaten, gerechnet ab Erwerbszeitpunkt. Zahlungsmittel und
Zahlungsmitteläquivalente unterliegen nur unwesentlichen Wertschwankungsrisiken und
werden daher zu Anschaffungskosten bilanziert.
Finanzielle Verbindlichkeiten: Finanzielle Verbindlichkeiten werden mittels Effektivzinsmethode zu fortgeführten Anschaffungskosten unter Berücksichtigung der, der jeweiligen
Verbindlichkeit zuzurechnenden, Transaktionskosten bewertet.
Weitere Angaben
Kredite und Forderungen: Kredite und Forderungen werden zu fortgeführten Anschaffungskosten abzüglich Wertminderungsaufwendungen bewertet. Innerhalb dieser Kategorie
werden Forderungen aus Lieferungen und Leistungen, sonstige finanzielle Vermögenswerte
mit festen oder bestimmbaren Zahlungen, die an keinem aktiven Markt notiert sind, sowie
Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente bilanziert. Jeweils zum Bilanzstichtag sowie im
Fall des Vorliegens objektiver Hinweise erfolgt eine Überprüfung der Werthaltigkeit. Objektive
Hinweise sind u. a. der Ausfall oder Verzug eines Schuldners sowie Hinweise auf Insolvenz.
Wertminderungen auf Forderungen aus Lieferungen und Leistungen und sonstige finanzielle
Vermögenswerte werden erfolgswirksam als Wertberichtigung erfasst, falls die Forderungen
nicht kreditversichert sind. Wertberichtigungen auf uneinbringliche Forderungen sowie für
allgemeine Kreditrisiken erfolgen auf individueller Basis. Die Erfassung erfolgt dabei zunächst
auf Wertberichtigungskonten, es sei denn, es kann bereits bei Eintritt des Wertminderungstatbestands davon ausgegangen werden, dass die Forderung gänzlich oder in Teilen uneinbringlich sein wird. In diesen Fällen erfolgt eine Wertminderung des Bruttowerts der Forderung.
Unverzinsliche Forderungen mit einer Laufzeit von mehr als einem Jahr werden abgezinst.
Konzernanhang
Im Fall eines länger anhaltenden oder signifikanten Rückgangs des beizulegenden Zeitwerts
unter die Anschaffungskosten wird die damit als dauerhaft eingestufte Wertminderung sofort
ergebniswirksam erfasst.
150
Vorwort | Mobilität für morgen | Zusammengefasster Lagebericht | Konzernabschluss | Konzernanhang | Weitere Angaben
Bei Finanzverbindlichkeiten, die zur Absicherung von Fremdwährungsrisiken einer Nettoinvestition in einen ausländischen Geschäftsbetrieb designiert wurden, wird der Teil des Gewinns
oder Verlusts, der als effektive Absicherung ermittelt wird, im sonstigen Ergebnis erfasst und
im übrigen kumulierten Eigenkapital ausgewiesen. Der ineffektive Teil wird ergebniswirksam
erfasst.
Derivative Finanzinstrumente
Schaeffler hält derivative Finanzinstrumente, um sich gegen Währungs- und Zinsschwankungen von Vermögenswerten und Schulden sowie von zukünftigen Zahlungsströmen
abzusichern.
Derivate werden bei erstmaligem Ansatz als Vermögenswert oder Schuld zu ihrem beizu­
legenden Zeitwert bewertet. Dieser entspricht grundsätzlich den Markt- bzw. Börsenpreisen.
Sind diese nicht verfügbar, bestimmen sich die Wertansätze nach anerkannten Bewertungsmethoden (z. B. Optionspreismodelle).
Mit Ausnahme von Derivaten, die als Sicherungsinstrument zur Absicherung von Zahlungsströmen im Rahmen von Cash Flow Hedges designiert wurden, werden sämtliche Derivate
ergebniswirksam zum beizulegenden Zeitwert bewertet und der Kategorie „zu Handelszwecken
gehaltene finanzielle Vermögenswerte bzw. Verbindlichkeiten“ zugewiesen. Zurechenbare
Transaktionskosten werden in der Periode erfolgswirksam erfasst, in der sie anfallen. Fair Value
Hedges existieren in der Schaeffler Gruppe nicht.
Bei Änderungen des beizulegenden Zeitwerts wird der Teil des Gewinns oder Verlusts aus
einem als Sicherungsinstrument designierten Derivat, der als effektive Absicherung ermittelt
wird, im sonstigen Ergebnis erfasst und im kumulierten übrigen Eigenkapital ausgewiesen. Der
ineffektive Teil wird ergebniswirksam erfasst.
Wenn das Sicherungsinstrument die an die Bilanzierung von Sicherungsbeziehungen gestellten
Voraussetzungen nicht mehr erfüllt, ausläuft, veräußert, beendet oder ausgeübt wird, ist die
Bilanzierung von Sicherungsbeziehungen prospektiv einzustellen. Der zuvor im Eigenkapital
erfasste kumulierte Gewinn oder Verlust aus dem Sicherungsinstrument verbleibt im Eigen­
kapital, bis die vorhergesehene Transaktion eingetreten ist oder mit ihrem Eintritt nicht mehr zu
rechnen ist. Ansonsten werden die im kumulierten übrigen Eigenkapital erfassten Gewinne und
Verluste in derselben Periode in der Konzern-Gewinn- und Verlustrechnung erfasst, in der auch
das Grundgeschäft erfasst wird.
Nicht derivative Basisverträge werden im Hinblick auf eingebettete Derivate (z. B. Kündigungs­
optionen) analysiert. Eingebettete Derivate werden vom Basisvertrag getrennt, wenn die
Beurteilung ergibt, dass die ökonomischen Merkmale und Risiken des eingebetteten Derivats
nicht eng mit den ökonomischen Merkmalen und Risiken des Basisvertrags verbunden sind.
Trennungspflichtige eingebettete Derivate werden mit dem beizulegenden Zeitwert bewertet.
1. Allgemeine Erläuterungen
151
Sofern nicht ein Ansatzverbot der Bilanzierung von latenten Steuern entgegensteht, werden auf
temporäre Differenzen aus unterschiedlichen Wertansätzen in der IFRS-Konzern-Bilanz und
den Steuerbilanzen, auf Verlust- und Zinsvorträge sowie auf zukünftige Steuerminderungsansprüche latente Steuern gebildet. Latente Steueransprüche werden in dem Maße bilanziert,
wie es wahrscheinlich ist, dass ein zu versteuerndes Ergebnis verfügbar sein wird, gegen das
temporäre Differenzen und nicht genutzte steuerliche Verluste sowie nicht genutzte Zinsvorträge verwendet werden können. Die Unternehmenseinheiten werden individuell dahingehend
beurteilt, ob es wahrscheinlich ist, dass künftige positive Ergebnisse entstehen.
Die Bewertung der latenten Steuern erfolgt unter Anwendung des zukünftigen Steuersatzes.
Dabei werden Steuersatzänderungen berücksichtigt, sobald das zugrunde liegende Gesetzgebungsverfahren im Wesentlichen abgeschlossen ist.
Das Management überprüft regelmäßig Steuerdeklarationen, vor allem in Bezug auf auslegungsfähige Sachverhalte, und bildet, wenn angemessen, Rückstellungen basierend auf den
Beträgen, die an die Finanzverwaltung erwartungsgemäß abzuführen sind.
Rückstellungen für Pensionen und ähnliche Verpflichtungen
Die Leistungen an Arbeitnehmer im Rahmen der betrieblichen Altersversorgung umfassen bei
der Schaeffler Gruppe sowohl leistungsorientierte als auch beitragsorientierte Pläne.
Die Verpflichtungen der Schaeffler Gruppe aus leistungsorientierten Plänen werden jährlich
unter Anwendung des Anwartschaftsbarwertverfahrens („Projected Unit Credit Method“)
separat für jeden Plan auf Basis einer Schätzung der während der Berichtsperiode sowie in
vergangenen Perioden von den Arbeitnehmern erdienten künftigen Leistungen errechnet. Für
die Schätzung der Verpflichtungen sowie der Aufwendungen für Pensionen und abgegrenzte
ausübbare Rechte sind Annahmen basierend auf Markterwartungen u. a. in Bezug auf
antizipierte Lohn- und Gehaltssteigerungen zu treffen. Der Barwert der leistungsorientierten
Verpflichtung wird durch Abzinsung der geschätzten zukünftigen Zahlungsmittelabflüsse
errechnet, wobei als Abzinsungssatz die Marktrendite erstrangiger Industrieanleihen
herangezogen wird. Die in der Konzern-Bilanz ausgewiesenen Rückstellungen für Pensionen
und ähnliche Verpflichtungen entsprechen dem Barwert der leistungsorientierten Verpflichtung zum Bilanzstichtag abzüglich eines ggf. dazugehörigen Planvermögens, das zum
beizulegenden Zeitwert bewertet wird. Als Planvermögen gelten, neben den zur Deckung
Konzernabschluss
Latente Ertragsteuern werden entsprechend IAS 12 „Ertragsteuern“ unter Anwendung der
bilanzorientierten Verbindlichkeitsmethode bilanziert.
Konzernanhang
Ertragsteuern
Weitere Angaben
Vorräte werden mit dem niedrigeren Wert aus Anschaffungs- oder Herstellungskosten und
Nettoveräußerungswert bewertet. Anschaffungskosten für Roh-, Hilfs- und Betriebsstoffe und
erworbene Handelswaren werden grundsätzlich mithilfe der gleitenden Durchschnittspreismethode ermittelt. Unfertige sowie selbst erstellte fertige Erzeugnisse werden zu Herstellungskosten, bestehend aus Material- und Fertigungseinzelkosten, produktionsbezogenen
Gemeinkosten sowie fertigungsbedingten Abschreibungen, bewertet. Der Nettoveräußerungswert ist definiert als der geschätzte, im normalen Geschäftsbetrieb erzielbare Verkaufserlös
abzüglich der geschätzten Kosten bis zur Fertigstellung und der geschätzten notwendigen
Veräußerungskosten.
Zusammengefasster
Lagebericht
Vorräte
152
Vorwort | Mobilität für morgen | Zusammengefasster Lagebericht | Konzernabschluss | Konzernanhang | Weitere Angaben
der Verpflichtung geführten Pensionsfonds, zudem auch sämtliche Vermögenswerte und
Ansprüche aus Rückdeckungsversicherungen, die ausschließlich für Zahlungen an Pensionsberechtigte und nicht zur Deckung von Ansprüchen anderer Gläubiger verwendet werden können.
Übersteigt das Planvermögen die zugehörigen Pensionsverpflichtungen, wird der aktive
Saldo aus der Pensionsbewertung unter den sonstigen Vermögenswerten ausgewiesen, sofern
Schaeffler einen Anspruch auf Rückerstattung oder Minderung künftiger Beitragszahlungen an
den Fonds hat.
Die Schaeffler Gruppe erfasst sämtliche versicherungsmathematische Gewinne und Verluste
aus leistungsorientierten Plänen im sonstigen Ergebnis und weist diese im kumulierten übrigen
Eigenkapital aus. Die Zinsaufwendungen aus Rückstellungen für Pensionen und ähnliche
Verpflichtungen sowie die Erträge aus Planvermögen werden pro Plan betrachtet und saldiert
unter Finanzaufwendungen erfasst.
Im Rahmen der beitragsorientierten Pläne zahlt Schaeffler feste Beiträge an eine unabhängige
dritte Partei. Die Schaeffler Gruppe übernimmt dabei keinerlei Garantie für die Entwicklung
des Vermögenswertes bis zum Renteneintritt und darüber hinaus. Folglich sind alle Ansprüche
durch die im jeweiligen Geschäftsjahr geleisteten Beiträge abgegolten. Die Beiträge werden
ergebniswirksam im Personalaufwand erfasst.
Rückstellungen
Eine Rückstellung wird angesetzt, wenn Schaeffler aus einem Ereignis der Vergangenheit eine
gegenwärtige rechtliche oder faktische Verpflichtung hat, deren Höhe verlässlich geschätzt
werden kann, und der Abfluss von Ressourcen mit wirtschaftlichem Nutzen zur Erfüllung
dieser Verpflichtung wahrscheinlich ist. Sind die Ansatzkriterien für Rückstellungen nicht
erfüllt, so wird unter bestimmten Voraussetzungen eine Eventualschuld im Konzern-Anhang
angegeben.
Der Ansatz einer Rückstellung erfolgt in der Höhe, die zur Erfüllung der Verpflichtungen bei
bestmöglicher Schätzung notwendig ist. Diese Schätzung ist mit Unsicherheiten behaftet.
Langfristige Rückstellungen werden zum Barwert angesetzt. Die Abzinsung der erwarteten
zukünftigen Zahlungsströme wird mit einem Zinssatz vor Steuern vorgenommen, der die
aktuellen Markterwartungen im Hinblick auf den Zeitwert des Geldes widerspiegelt. Der sich
aus der Aufzinsung der Rückstellung ergebende Zinsaufwand sowie die Zinsänderungseffekte
werden innerhalb des Finanzergebnisses ausgewiesen.
153
1. Allgemeine Erläuterungen
2014 waren die nachfolgend beschriebenen Standards und Änderungen von Standards, die
von der Europäischen Union (EU) in europäisches Recht übernommen wurden, erstmalig
verpflichtend anzuwenden.
Nr. 035
Datum der
Anwendung
Konzernabschlüsse
01.01.2014
IFRS 11
Gemeinsame Vereinbarungen
01.01.2014
Ersetzt IAS 31 „Anteile an Gemeinschaftsunternehmen“
IFRS 12
Angaben zu Anteilen an anderen Unternehmen
01.01.2014
Angabepflichten zu Beteiligungen an anderen Unternehmen
Übergangsvorschriften
(Änderungen an IFRS 10, 11 und 12)
01.01.2014
Änderungen der Übergangsvorschriften
Änderungen
an IAS 28
Anteile an assoziierten Unternehmen und
Gemeinschaftsunternehmen (revised 2011)
01.01.2014
Integration der Bilanzierung von Joint Ventures und
Auslagerung der Regelungen zu Anhangsangaben nach IFRS 12
Änderungen
an IAS 32
Finanzinstrumente: Darstellung
01.01.2014
Klarstellung zur Saldierung von finanziellen Vermögenswerten
und Verbindlichkeiten
Änderungen
an IAS 39
Novation von Derivaten und Fortsetzung der
Bilanzierung von Sicherungsbeziehungen
01.01.2014
Aufrechterhaltung von Sicherungsbeziehungen unter
bestimmten Voraussetzungen
Im Rahmen der Einführung von IFRS 10 „Konzernabschlüsse“ wurde eine einheitliche
Definition des Beherrschungsbegriffs für Zwecke der Konsolidierung eingeführt. Nach
IFRS 11 „Gemeinsame Vereinbarungen“ werden gemeinsame Vereinbarungen nunmehr,
anhand ihres wirtschaftlichen Gehalts, als Gemeinschaftsunternehmen (Joint Ventures) oder
gemeinschaftliche Tätigkeiten (Joint Operations) klassifiziert. Aufgrund der Anwendung
der beiden Standards ergaben sich keine Änderungen auf den Konsolidierungskreis der
Schaeffler AG.
Die zusätzlichen Anhangangaben gemäß IFRS 12 sind in ihrer Gesamtheit unwesentlich.
Die Übergangsvorschriften (Änderungen an IFRS 10, 11 und 12) haben keine Auswirkung auf die
Berichterstattung der Schaeffler Gruppe.
Die Änderungen an IAS 39 „Novation von Derivaten und Fortsetzung der Bilanzierung von
Sicherungsbeziehungen“, IAS 28 „Anteile an assoziierten Unternehmen und Gemeinschaftsunternehmen (revised 2011)“ und IAS 32 „Finanzinstrumente: Darstellung“ haben keine
Auswirkungen auf die Berichterstattung der Schaeffler Gruppe.
Konzernanhang
IFRS 10
Ersetzt die entsprechenden Regelungen des
IAS 27 „Einzelabschlüsse“ (früher „Einzel- und
Konzernabschlüsse“) sowie SIC-12 („Konsolidierung –
Zweckgesellschaften“)
Konzernabschluss
Inhalt des Standards bzw. der Änderung
Weitere Angaben
Standard
Zusammengefasster
Lagebericht
1.5 Neue Rechnungslegungsvorschriften
154
Vorwort | Mobilität für morgen | Zusammengefasster Lagebericht | Konzernabschluss | Konzernanhang | Weitere Angaben
Das International Accounting Standards Board (IASB) hat die nachfolgend beschriebenen
Änderungen von Standards verabschiedet, die für die Schaeffler Gruppe im Geschäftsjahr 2014
noch nicht verpflichtend anzuwenden waren. Eine vorzeitige Anwendung wurde nicht
vorgenommen.
Nr. 036
Datum der
verpflichtenden
Anwendung
Standard/Interpretation
Inhalt des Standards/der Interpretation
bzw. der Änderung
Erwartete Auswirkung auf
die Schaeffler Gruppe
Annual Improvements
2011-2013
Diverse Änderungen an IFRS 1,
01.01.2015 IFRS 3, IAS 40
keine bis geringfügig
Annual Improvements
2010-2012
Diverse Änderungen an IFRS 2, IFRS 3,
01.02.2015 IFRS 8, IFRS 13, IAS 16, IAS 24, IAS 38
keine bis geringfügig
Änderungen an IAS 19
Leistungsorientierte Pläne:
Arbeitnehmerbeiträge
Klarstellung zur Bilanzierung von Beiträgen
01.02.2015 von Arbeitnehmern oder Dritten
keine
Des Weiteren wurden durch das IASB folgende neue Standards bzw. Änderungen bestehender
Standards veröffentlicht, die zum Zeitpunkt der Freigabe des Konzernabschlusses durch das
Management der Schaeffler Gruppe noch nicht von der EU in geltendes Recht übernommen
wurden. Eine vorzeitige Anwendung wurde nicht vorgenommen.
Nr. 037
Datum der
verpflichtenden
Anwendung
Standard/Interpretation
Inhalt des Standards/der Interpretation
bzw. der Änderung
Erwartete Auswirkung auf
die Schaeffler Gruppe
Annual Improvements
2012-2014
Diverse Änderungen an IFRS 5, IFRS 7,
01.01.2016 IAS 19 und IAS 34
keine bis geringfügig
Änderungen
von IAS 1
Darstellung des
Abschlusses
Klarstellungen in Bezug auf Wesentlichkeit,
Darstellung und Struktur von
01.01.2016 Abschlussangaben
geringfügig
Änderungen
an IFRS 10 und IAS 28
Veräußerung oder Ein­bringung von Vermögenswerten zwischen einem
Investor und einem
assoziierten Unternehmen
Klarstellung in Bezug auf die Erfassung
nicht realisierter Erfolge aus Transaktionen
zwischen Investor und einem assoziierten
01.01.2016 Unternehmen oder Joint Venture
keine
Änderungen
an IAS 16 und IAS 38
Klarstellung der zulässigen
Abschreibungsmethoden
Klarstellung, dass die umsatzbasierte
Methode keine zulässige
01.01.2016 Abschreibungsmethode ist
keine
Änderungen
an IFRS 11
Bilanzierung des
Erwerbs von Anteilen
an gemeinschaftlichen
Tätigkeiten
Leitlinien zum Erwerb von Anteilen an
01.01.2016 einer gemeinschaftlichen Tätigkeit
keine
IFRS 15
Umsatzerlöse aus
Kundenverträgen
Grundsätze zur Umsatzrealisierung aus
01.01.2017 Kundenverträgen
Erfassung von
Umsatzerlösen 1)
Finanzinstrumente
Bilanzierung von Finanzinstrumenten:
Klassifizierung, Erfassung und
Ausbuchung, Bewertung, Wertminderung,
01.01.2018 Hedge Accounting
Bilanzierung von
Finanzinstrumenten
und Anpassung
der dazugehörigen
Anhangsangaben 1)
IFRS 9
1)
Detaillierte Aussagen zum Umfang der Auswirkungen sind aktuell noch nicht möglich.
1. Allgemeine Erläuterungen | 2. Grundlagen der Konsolidierung
155
Zusammengefasster
Lagebericht
2. Grundlagen der Konsolidierung
Der Konsolidierungskreis der Schaeffler AG (vormals INA Beteiligungsgesellschaft mit
beschränkter Haftung) umfasste im Geschäftsjahr 2014 neben der Schaeffler AG 155 (Vj.: 157)
Tochterunternehmen. Davon haben 53 (Vj.: 54) Unternehmen ihren Sitz in Deutschland und 102
(Vj.: 103) im Ausland.
Im Konsolidierungskreis der Schaeffler AG (vormals INA Beteiligungsgesellschaft mit
beschränkter Haftung) ergaben sich gegenüber dem 31. Dezember 2013 keine wesentlichen
Änderungen auf den Konzernabschluss der Schaeffler Gruppe.
Konzernabschluss
2.1Konsolidierungskreis
Weitere Angaben
Für weitergehende Informationen zur Zusammensetzung der Schaeffler Gruppe wird auf Tz. 5.9
verwiesen.
Konzernanhang
Zum 31. Dezember 2014 waren fünf (Vj.: sechs) Beteiligungen (davon zwei Gemeinschaftsunternehmen; Vj.: zwei) gemäß der Equity Methode in den Konzernabschluss einbezogen.
156
Vorwort | Mobilität für morgen | Zusammengefasster Lagebericht | Konzernabschluss | Konzernanhang | Weitere Angaben
3.Erläuterungen zur Konzern-Gewinnund Verlustrechnung
3.1Umsatzerlöse
Nr. 038
in Mio. EUR
Umsatzerlöse aus dem Verkauf von Gütern
Sonstige Umsatzerlöse
Summe
2014
2013
11.962
10.996
162
209
12.124
11.205
Der Posten sonstige Umsatzerlöse beinhaltete im Wesentlichen Erlöse aus Dienstleistungen
(z. B. für Forschung und Entwicklung) in Höhe von 88 Mio. EUR (Vj.: 113 Mio. EUR) sowie Erlöse
aus dem Verkauf von Werkzeugen und selbst erstellten Maschinen in Höhe von 72 Mio. EUR
(Vj.: 92 Mio. EUR).
3.2 Sonstige Erträge
Nr. 039
in Mio. EUR
Erträge aus Währungseffekten
2014
2013
8
35
13
1
Erträge aus der Herabsetzung von Wertberichtigungen
5
3
Gewinn aus dem Abgang von Vermögenswerten
1
3
Übrige Erträge
22
30
Summe
49
72
Erträge aus der Auflösung von Rückstellungen
Die Veränderung der Erträge aus Währungseffekten gegenüber dem Vorjahr resultierte
hauptsächlich aus realisierten Kurseffekten aus Devisentermingeschäften zur Absicherung von
Forderungen und Verbindlichkeiten in US-Dollar.
Die Erträge aus der Auflösung von Rückstellungen enthielten im Wesentlichen den nicht
in Anspruch genommenen Teil der Rückstellung aus dem EU-Kartellverfahren im Geschäftsjahr 2013 (weitergehende Erläuterung siehe Tz. 4.11).
157
3. Erläuterungen zur Konzern-Gewinn- und Verlustrechnung
2014
2013
Aufwendungen aus der Erhöhung von Wertberichtigungen
6
6
Verlust aus dem Abgang von Vermögenswerten
2
4
in Mio. EUR
Übrige Aufwendungen
81
425
Summe
89
435
Der Rückgang der übrigen Aufwendungen gegenüber dem Vorjahr resultierte im Wesentlichen
aus einem Sondereffekt des Vorjahres in Höhe von 380 Mio. EUR aus dem abgeschlossenen
EU-Kartellverfahren (weitergehende Erläuterung siehe Tz. 4.11). Dem gegenüber standen im
Berichtsjahr u. a. Aufwendungen aus der Bildung von bilanziellen Risikovorsorgen für die
laufenden Untersuchungen der Kartellbehörden in Korea und Brasilien. Des Weiteren waren in
den übrigen Aufwendungen u. a. Avalprovisionen enthalten.
Konzernabschluss
Nr. 040
Zusammengefasster
Lagebericht
3.3 Sonstige Aufwendungen
2014
2013
Europa
56.755
55.001
Americas
Durchschnittliche Anzahl der Mitarbeiter nach Regionen
12.200
11.969
Greater China
9.121
7.533
Asien/Pazifik
2.692
2.557
80.768
77.060
Summe
Die Mitarbeiteranzahl zum 31. Dezember 2014 lag bei 82.294 und damit um 5,2 % über dem
Vorjahreswert von 78.258.
Der Personalaufwand der Schaeffler Gruppe setzte sich wie folgt zusammen:
Nr. 042
in Mio. EUR
2014
2013
Löhne und Gehälter
2.934
2.794
564
530
Soziale Abgaben
Sonstiger Personalaufwand
Summe
81
72
3.579
3.396
Weitere Angaben
Nr. 041
Konzernanhang
3.4 Personalaufwand und Mitarbeiteranzahl
158
Vorwort | Mobilität für morgen | Zusammengefasster Lagebericht | Konzernabschluss | Konzernanhang | Weitere Angaben
Die Erhöhung des Personalaufwands im Geschäftsjahr 2014 resultierte im Wesentlichen aus
lokalen Tariferhöhungen und dem gezielten Aufbau von Kapazitäten vor allem in der Fertigung
und den fertigungsnahen Bereichen in den Regionen Greater China und Europa.
3.5Finanzergebnis
Nr. 043
2014
in Mio. EUR
Zinsaufwendungen für Finanzschulden 1)
Finanzauf­
wendungen Finanz­erträge
Finanz­
ergebnis
-488
0
-488
-71
242
171
-244
0
-244
5
0
5
Zinseffekte Pensionen und Altersteilzeitverpflichtungen
-51
0
-51
Sonstige Effekte
-26
13
-13
-875
255
-620
Finanzauf­
wendungen Finanz­erträge
Finanz­
ergebnis
Bewertungsänderungen und Ausgleichszahlungen von Derivaten
Effekte aus Währungsumrechnung
Amortisation aus Cash Flow Hedge Rücklage
Summe
2013
in Mio. EUR
Zinsaufwendungen für Finanzschulden 1)
Bewertungsänderungen und Ausgleichszahlungen von Derivaten
-448
0
-448
-99
114
15
Effekte aus Währungsumrechnung
0
88
88
Amortisation aus Cash Flow Hedge Rücklage
2
0
2
-50
0
-50
Zinseffekte Pensionen und Altersteilzeitverpflichtungen
Sonstige Effekte
Summe
1)
-46
15
-31
-641
217
-424
Inkl. Transaktionskosten.
Die Zinsaufwendungen für Finanzschulden enthalten Zinszahlungen und Zinsabgrenzungen
im Zusammenhang mit der externen Konzernfinanzierung in Höhe von 320 Mio. EUR
(Vj.: 388 Mio. EUR). Zudem sind Aufwendungen aus den im Geschäftsjahr 2014 durchgeführten
Refinanzierungen in Höhe von 144 Mio. EUR enthalten.
Die wesentlichen Bestandteile der Bewertungsänderungen und Ausgleichszahlungen von
Derivaten sind Erträge im Zusammenhang mit Zins- und Zinswährungsderivaten in Höhe
von netto 226 Mio. EUR (Vj.: Aufwendungen in Höhe von 99 Mio. EUR) sowie Aufwendungen
im Zusammenhang mit eingebetteten Derivaten in Höhe von netto 55 Mio. EUR (Vj.: Erträge
in Höhe von 114 Mio. EUR). Die mit den Refinanzierungen im Geschäftsjahr 2014 verbundene
Ausbuchung der Kündigungsoptionen der vorzeitig zurückgeführten Anleihen sowie die Effekte
aus den Konditionsanpassungen der Kündigungsmöglichkeiten der institutionellen Darlehenstranchen führten zu Aufwendungen in Höhe von 77 Mio. EUR.
Aus der Fremdwährungsumrechnung von finanziellen Vermögenswerten und Schulden ergaben
sich Aufwendungen in Höhe von netto 244 Mio. EUR (Vj.: Erträge in Höhe von 88 Mio. EUR).
Die Aufwendungen resultierten im Wesentlichen aus der Umrechnung der in US-Dollar
denominierten Finanzierungsinstrumente in Euro (vgl. Tz. 1.4). Durch die Absicherung dieser
Instrumente mit Zinswährungsderivaten entstanden gegenläufige Effekte in Höhe von
226 Mio. EUR, die unter dem Posten Bewertungsänderungen und Ausgleichszahlungen von
Derivaten ausgewiesen wurden.
Zusammengefasster
Lagebericht
159
3. Erläuterungen zur Konzern-Gewinn- und Verlustrechnung
Aus Pensionen und Altersteilzeitverpflichtungen ergaben sich Nettozinsaufwendungen in Höhe
von 51 Mio. EUR (Vj.: 50 Mio. EUR). Ergänzende Erläuterungen zu den Pensionen sind unter
Tz. 4.10 zu finden.
Konzernabschluss
Weitere Erträge in Höhe von 5 Mio. EUR (Vj.: 2 Mio. EUR) resultierten aus der Auflösung der
Cash Flow Hedge Rücklage aus Zinssicherungsinstrumenten. Aufgrund des wirtschaftlichen
Zusammenhangs mit den Zinsaufwendungen für Finanzschulden erfolgt der Ausweis der oben
genannten Erträge ebenfalls unter den Zinsaufwendungen.
3.6Ertragsteuern
in Mio. EUR
Laufende Ertragsteuern
2014
2013
332
310
Latente Ertragsteuern
-90
142
Ertragsteuern
242
452
Konzernanhang
Nr. 044
Für das Geschäftsjahr 2014 lag der durchschnittliche Steuersatz im Inland bei 28,3 %
(Vj.: 28,1 %). Dieser Steuersatz beinhaltet die Körperschaftsteuer einschließlich Solidaritätszuschlag mit 15,9 % (Vj.: 15,9 %) sowie die durchschnittliche Gewerbesteuer mit 12,4 %
(Vj.: 12,2 %). Die inländischen Personengesellschaften unterliegen grundsätzlich nur der
Gewerbesteuer.
Der Ertrag an periodenfremden tatsächlichen Ertragsteuern belief sich im Geschäftsjahr 2014
auf 32 Mio. EUR (Vj.: 23 Mio. EUR). Im Geschäftsjahr 2014 entstand ein periodenfremder latenter
Steueraufwand in Höhe von 11 Mio. EUR (Vj.: 49 Mio. EUR).
In der nachfolgenden steuerlichen Überleitungsrechnung erfolgt eine Darstellung der
Steuereffekte zwischen der erwarteten Ertragsteuer und der in der Konzern-Gewinn- und
Verlustrechnung erfassten Ertragsteuer. Die Berechnung im Geschäftsjahr 2014 basierte auf
einem effektiven Gewerbesteuer- und Körperschaftsteuersatz inkl. Solidaritätszuschlag der
Schaeffler Gruppe in Höhe von 28,3 % (Vj.: 28,0 %).
Weitere Angaben
Die Schaeffler AG als Kapitalgesellschaft hat im Berichtszeitraum 2014 der deutschen
Körperschaftsteuer und der jeweiligen kommunal festgelegten Gewerbesteuer unterlegen.
160
Vorwort | Mobilität für morgen | Zusammengefasster Lagebericht | Konzernabschluss | Konzernanhang | Weitere Angaben
Nr. 045
2014
2013
Ergebnis vor Ertragsteuern
904
586
Erwartete Ertragsteuern
256
164
8
7
Abweichungen vom erwarteten Steuersatz
-4
-6
Änderung von Steuersätzen und -gesetzen
0
-1
-6
45
-12
-7
Nicht abzugsfähige Aufwendungen
29
217
Periodenfremde Steuern
-21
26
-8
7
242
452
in Mio. EUR
Zuführungen/Abzüge aufgrund lokal abweichender
Bemessungsgrundlagen
Änderung Wertberichtigung, Nichtaktivierung latenter Steuern
Steuerguthaben
Sonstiges
Ertragsteuern gemäß Konzern-Gewinn- und Verlustrechnung
Die im Posten Abweichung vom erwarteten Steuersatz ausgewiesenen Effekte ergaben
sich vor allem durch unterschiedliche landesspezifische Steuerbelastungen deutscher und
ausländischer Gesellschaften.
Der Posten Änderung Wertberichtigung, Nichtaktivierung latenter Steuern beinhaltet
im Wesentlichen die Aktivierung bisher nicht angesetzter Verlustvorträge, deren zukünftige
Nutzung nunmehr als wahrscheinlich eingestuft wurde. Darüber hinaus sind hier aktive latente
Steuern auf temporäre Differenzen erfasst, die bisher nicht mit einer latenten Steuer belegt
waren.
Die nicht abzugsfähigen Aufwendungen beinhalten u. a. steuerlich nicht abzugsfähige
Betriebsausgaben sowie latente Steuerschulden aus geplanten Dividendenausschüttungen
von Tochterunternehmen. Ebenso beinhaltet dieser Posten einen gegenläufigen Effekt aus
der Aktivierung bisher nicht genutzter Zinsvorträge. Die Reduzierung gegenüber dem Vorjahr
resultierte im Wesentlichen aus im Vorjahr steuerlich nicht abzugsfähigen Aufwendungen aus
dem abgeschlossenen EU-Kartellverfahren (weitergehende Erläuterungen siehe Tz. 4.11).
161
3. Erläuterungen zur Konzern-Gewinn- und Verlustrechnung | 4. Erläuterungen zur Konzern-Bilanz
Zusammengefasster
Lagebericht
4. Erläuterungen zur Konzern-Bilanz
4.1 Immaterielle Vermögenswerte
Erworbene Selbst erstellte
immaterielle
immaterielle
VermögensVermögenswerte
werte
Summe
Historische Anschaffungs- oder
Herstellungskosten
Bestand zum 01. Januar 2013
483
1.017
236
1.736
Zugänge
0
10
8
18
Abgänge
0
-17
0
-17
Währungsumrechnung
0
-2
0
-2
Bestand zum 31. Dezember 2013
483
1.008
244
1.735
Bestand zum 01. Januar 2014
483
1.008
244
1.735
Zugänge
0
19
31
50
Abgänge
0
-3
0
-3
Währungsumrechnung
0
5
0
5
483
1.029
275
1.787
Bestand zum 01. Januar 2013
0
993
189
1.182
Abschreibungen
0
11
23
34
Abgänge
0
-17
0
-17
Währungsumrechnung
0
-2
0
-2
Bestand zum 31. Dezember 2013
0
985
212
1.197
Bestand zum 01. Januar 2014
0
985
212
1.197
Abschreibungen
0
14
19
33
Abgänge
0
-3
0
-3
Währungsumrechnung
0
5
0
5
Bestand zum 31. Dezember 2014
0
1.001
231
1.232
Bestand zum 31. Dezember 2014
Konzernanhang
in Mio. EUR
Geschäftsoder
Firmenwerte
Konzernabschluss
Nr. 046
Nettobuchwerte
Zum 01. Januar 2013
483
24
47
554
Zum 31. Dezember 2013
483
23
32
538
Zum 01. Januar 2014
483
23
32
538
Zum 31. Dezember 2014
483
28
44
555
Weitere Angaben
Kumulierte Abschreibungen und
Wertminderungen
162
Vorwort | Mobilität für morgen | Zusammengefasster Lagebericht | Konzernabschluss | Konzernanhang | Weitere Angaben
Die Buchwerte der den zahlungsmittelgenerierenden Einheiten zugeordneten Geschäfts- oder
Firmenwerte beliefen sich auf 275 Mio. EUR (Vj.: 275 Mio. EUR) für das Segment Automotive
und 208 Mio. EUR (Vj.: 208 Mio. EUR) für das Segment Industrie.
Die Geschäfts- oder Firmenwerte der Schaeffler Gruppe werden mindestens einmal jährlich auf
Werthaltigkeit in Übereinstimmung mit der in Tz. 1.4 dargestellten Vorgehensweise überprüft.
Zur Ermittlung des erzielbaren Betrags wurde für die über den Detailplanungszeitraum
bis 2017 hinausgehenden Cash Flows eine jährliche Wachstumsrate in Höhe von 1,0 %
(Vj.: 1,0 %) pro Segment zugrunde gelegt. Als gewichteter durchschnittlicher Kapitalkostensatz
wurde, in Abhängigkeit vom zugrunde liegenden Geschäft und dem Land, in dem das Geschäft
betrieben wird, ein entsprechender Vorsteuerzinssatz von 13,7 % (Vj.: 14,6 %) für das Segment
Automotive und von 13,8 % (Vj.: 14,7 %) für das Segment Industrie angenommen. Dies
entspricht einem Nachsteuerzinssatz von 9,7 % für das Segment Automotive (Vj.: 10,2 %) und
9,7 % für das Segment Industrie (Vj.: 10,1 %).
Für das Geschäftsjahr 2014 sowie für das Vorjahr war der ermittelte Nutzungswert der
jeweiligen zahlungsmittelgenerierenden Einheiten größer als deren Buchwert. Somit bestand
kein Wertminderungsbedarf.
Der Bestand der in den selbst erstellten immateriellen Vermögenswerten enthaltenen
Entwicklungskosten erhöhte sich im Geschäftsjahr 2014 auf 29 Mio. EUR (Vj.: 11 Mio. EUR).
Ursächlich hierfür waren Zugänge in Höhe von 26 Mio. EUR (Vj.: 0 Mio. EUR), denen planmäßige Abschreibungen in Höhe von 8 Mio. EUR (Vj.: 10 Mio. EUR) gegenüberstanden.
Des Weiteren war selbst erstellte Software, vor allem aus der Einführung von ERP-Systemen, in
Höhe von 15 Mio. EUR (Vj.: 21 Mio. EUR) in den selbst erstellten immateriellen Vermögenswerten
enthalten.
Die für die immateriellen Vermögenswerte angefallenen Abschreibungen in Höhe von
33 Mio. EUR (Vj.: 34 Mio. EUR) sind in den folgenden Posten der Konzern-Gewinn- und
Verlustrechnung erfasst: Umsatzkosten 9 Mio. EUR (Vj.: 10 Mio. EUR), Kosten der Forschung
und Entwicklung 5 Mio. EUR (Vj.: 5 Mio. EUR), Kosten des Vertriebs 2 Mio. EUR (Vj.: 3 Mio. EUR)
und Kosten der allgemeinen Verwaltung 17 Mio. EUR (Vj.: 16 Mio. EUR).
In den selbst erstellten immateriellen Vermögenswerten waren 26 Mio. EUR (Vj.: 5 Mio. EUR)
enthalten, die noch keinen planmäßigen Abschreibungen unterliegen.
163
4. Erläuterungen zur Konzern-Bilanz
Sonstige
Anlagen
2.202
6.510
31
202
3
Anlagen
im Bau
Summe
884
376
9.972
62
260
555
4
5
1
13
-193
Historische Anschaffungs- oder Herstellungskosten
Bestand zum 01. Januar 2013
Zugänge
Zugänge Konsolidierungskreis
Abgänge
-10
-125
-54
-4
Umbuchungen
20
205
9
-234
0
Währungsumrechnung
-37
-146
-15
-10
-208
Bestand zum 31. Dezember 2013
2.209
6.650
891
389
10.139
Bestand zum 01. Januar 2014
2.209
6.650
891
389
10.139
21
351
82
439
893
0
0
0
0
0
Abgänge
-4
-166
-35
-3
-208
Umbuchungen
52
231
16
-299
0
Währungsumrechnung
58
188
16
17
279
2.336
7.254
970
543
11.103
1.061
4.689
707
0
6.457
74
466
73
0
613
1
2
3
0
6
Zugänge
Zugänge Konsolidierungskreis
Bestand zum 31. Dezember 2014
Kumulierte Abschreibungen und Wertminderungen
Bestand zum 01. Januar 2013
Abschreibungen
Zugänge Konsolidierungskreis
Wertminderungen
Abgänge
Umbuchungen
Währungsumrechnung
0
0
0
5
5
-6
-120
-51
0
-177
0
2
-2
0
0
-15
-107
-12
0
-134
Bestand zum 31. Dezember 2013
1.115
4.932
718
5
6.770
Bestand zum 01. Januar 2014
1.115
4.932
718
5
6.770
75
469
70
0
614
0
0
0
0
0
Abschreibungen
Zugänge Konsolidierungskreis
Wertminderungen
Abgänge
Umbuchungen
Währungsumrechnung
0
3
0
0
3
-4
-162
-33
0
-199
0
-1
1
0
0
23
132
12
0
167
1.209
5.373
768
5
7.355
Zum 01. Januar 2013
1.141
1.821
177
376
3.515
Zum 31. Dezember 2013
1.094
1.718
173
384
3.369
Zum 01. Januar 2014
1.094
1.718
173
384
3.369
Zum 31. Dezember 2014
1.127
1.881
202
538
3.748
Bestand zum 31. Dezember 2014
Nettobuchwerte
Zum 31. Dezember 2014 hatte die Schaeffler Gruppe offene Verpflichtungen aus abgeschlossenen Verträgen für den Kauf von Sachanlagen in Höhe von 262 Mio. EUR (Vj.: 177 Mio. EUR).
Konzernabschluss
Technische
Anlagen und
Maschinen
Konzernanhang
in Mio. EUR
Grundstücke,
grundstücks­
gleiche Rechte
und Gebäude
Weitere Angaben
Nr. 047
Zusammengefasster
Lagebericht
4.2Sachanlagen
164
Vorwort | Mobilität für morgen | Zusammengefasster Lagebericht | Konzernabschluss | Konzernanhang | Weitere Angaben
4.3Aktive und passive latente Steuern sowie
Ertragsteuerforderungen und -verbindlichkeiten
Aktive und passive latente Steuern
Die Gesamtbeträge der aktiven und passiven latenten Steuern resultierten aus den folgenden
Posten:
Nr. 048
31.12.2014
in Mio. EUR
Immaterielle Vermögenswerte
31.12.2013
Aktive
Passive
Aktive
Passive
latente Steuern latente Steuern latente Steuern latente Steuern
3
-18
1
-12
88
-147
78
-129
1
-32
4
-22
Vorräte
78
-5
76
-5
Forderungen aus Lieferungen und Leistungen
und sonstige Vermögenswerte
Sachanlagen
Finanzielle Vermögenswerte
42
-137
37
-122
Rückstellungen für Pensionen und ähnliche
Verpflichtungen
378
-60
252
-63
Sonstige Rückstellungen und sonstige
Verbindlichkeiten
219
-108
170
-197
53
0
14
0
1
-7
0
-6
863
-514
632
-556
-408
408
-414
414
455
-106
218
-142
Verlust- und Zinsvorträge
Sonstiges
Latente Steuern (vor Saldierung)
Saldierung
Latente Steuern
Zum Bilanzstichtag bestanden Vorträge aufgrund der Zinsschranke nach Anpassungen für
Vorjahre in Höhe von nominell 135 Mio. EUR (Vj.: 558 Mio. EUR). Der Rückgang der Zinsvorträge
resultierte im Wesentlichen aus einer konzerninternen Umstrukturierung. Die Zinsvorträge
waren in den Vorjahren nicht mit latenten Steuern belegt, sodass sich durch den Rückgang
kein Steueraufwand ergab. Im Geschäftsjahr 2014 wurde aufgrund hinreichend wahrscheinlich
eingeschätzter Nutzbarkeit erstmals eine aktive latente Steuer auf bestehende Vorträge
aufgrund der Zinsschranke in Höhe von 34 Mio. EUR (Vj.: 0 Mio. EUR) gebildet.
Auf temporäre Differenzen in Höhe von 6 Mio. EUR (Vj.: 25 Mio. EUR) wurden keine aktiven
latenten Steuern gebildet, da deren zukünftige Nutzung nicht wahrscheinlich ist.
Der Bruttobestand an Verlustvorträgen zum 31. Dezember 2014 betrug für die Körperschaftsteuer 120 Mio. EUR (Vj.: 158 Mio. EUR) und für die Gewerbesteuer 38 Mio. EUR
(Vj.: 13 Mio. EUR). Davon wurden auf körperschaftsteuerliche Verlustvorträge in Höhe von
79 Mio. EUR (Vj.: 107 Mio. EUR) und auf gewerbesteuerliche Verlustvorträge in Höhe von
12 Mio. EUR (Vj.: 8 Mio. EUR) keine latenten Steuern gebildet.
Auf einbehaltene Gewinne bei bestimmten Tochterunternehmen in Höhe von 1.348 Mio. EUR
(Vj.: 1.895 Mio. EUR) wurden keine latenten Steuern abgegrenzt, da diese Gewinne laufend
reinvestiert werden sollen und eine Ausschüttung nicht beabsichtigt ist.
Zum Bilanzstichtag wiesen einige Tochterunternehmen bzw. steuerliche Organschaften, die
einen Verlust erwirtschaftet hatten, einen Nettoüberhang an aktiven latenten Steuern in Höhe
von 29 Mio. EUR (Vj.: 18 Mio. EUR) aus. Die Realisierung aktiver latenter Steuern wurde als
wahrscheinlich eingeschätzt, da für zukünftige Perioden ein ausreichend zu versteuerndes
Ergebnis erwartet wird.
Zum 31. Dezember 2014 betrug der Saldo im kumulierten übrigen Eigenkapital erfasster
latenter Steuern 272 Mio. EUR (Vj.: 94 Mio. EUR) und resultierte im Wesentlichen aus den
Veränderungen der Zeitwerte von zu Sicherungszwecken eingesetzten Finanzinstrumenten
sowie von zur Veräußerung verfügbaren finanziellen Vermögenswerten und der Anpassung von
Pensionen und ähnlichen Verpflichtungen.
Zusammengefasster
Lagebericht
Der überwiegende Teil der nicht angesetzten Verlustvorträge sowie der verbleibenden
Zinsvorträge sind unbefristet nutzbar.
165
Konzernabschluss
4. Erläuterungen zur Konzern-Bilanz
Die Ertragsteuerverbindlichkeiten betrugen zum 31. Dezember 2014 392 Mio. EUR
(Vj.: 387 Mio. EUR). Zum 31. Dezember 2014 waren davon 237 Mio. EUR langfristig
(Vj.: 235 Mio. EUR).
Weitere Angaben
Die Ertragsteuerforderungen betrugen zum 31. Dezember 2014 50 Mio. EUR (Vj.: 104 Mio. EUR)
und waren mit Ausnahme von 8 Mio. EUR (Vj.: 12 Mio. EUR) kurzfristig.
Konzernanhang
Ertragsteuerforderungen und -verbindlichkeiten
166
Vorwort | Mobilität für morgen | Zusammengefasster Lagebericht | Konzernabschluss | Konzernanhang | Weitere Angaben
4.4Vorräte
Nr. 049
in Mio. EUR
31.12.2014
31.12.2013
Roh-, Hilfs- und Betriebsstoffe
317
294
Unfertige Erzeugnisse
431
399
Fertige Erzeugnisse und Handelswaren
960
840
5
3
1.713
1.536
Geleistete Anzahlungen
Summe
Im Geschäftsjahr 2014 wurden Aufwendungen in Höhe von 8.523 Mio. EUR (Vj.: 7.877 Mio. EUR)
aus dem Verbrauch von Vorräten in den Umsatzkosten der Konzern-Gewinn- und Verlustrechnung erfasst.
Die auf die Vorräte erfasste Wertberichtigung belief sich im Geschäftsjahr 2014 auf 209 Mio. EUR
(Vj.: 217 Mio. EUR).
4.5 Forderungen aus Lieferungen und Leistungen
Nr. 050
in Mio. EUR
Forderungen aus Lieferungen und Leistungen (brutto)
Wertberichtigung
Forderungen aus Lieferungen und Leistungen (netto)
31.12.2014
31.12.2013
1.924
1.699
-24
-23
1.900
1.676
Die folgende Tabelle zeigt die Entwicklung der Wertberichtigung auf diese Forderungen aus
Lieferungen und Leistungen:
Nr. 051
in Mio. EUR
Wertberichtigung zum 01. Januar
Zuführungen
Inanspruchnahmen
Wertaufholungen
Wertberichtigung zum 31. Dezember
2014
2013
-23
-23
-6
-6
0
3
5
3
-24
-23
Nr. 052
in Mio. EUR
31.12.2014
Buchwert
1.900
1.676
Davon nicht überfällig
1.767
1.572
Bis zu 60 Tage
122
91
61 – 120 Tage
7
8
121 – 180 Tage
1
3
181 – 360 Tage
2
1
> 360 Tage
1
1
Davon überfällig
31.12.2013
In Höhe von 940 Mio. EUR (Vj.: 864 Mio. EUR) dienten Forderungen aus Lieferungen und
Leistungen zum 31. Dezember 2014 als Sicherheiten für Kredit- und Anleihenverträge.
Konzernabschluss
Die überfälligen Forderungen aus Lieferungen und Leistungen werden in der folgenden Tabelle
zusammengefasst:
Zusammengefasster
Lagebericht
167
4. Erläuterungen zur Konzern-Bilanz
Konzernanhang
Angaben zu Währungs- und Liquiditätsrisiken der Schaeffler Gruppe in Bezug auf Forderungen
aus Lieferungen und Leistungen werden in Tz. 4.13 gemacht.
4.6Sonstige finanzielle Vermögenswerte und
sonstige Vermögenswerte
Nr. 053
in Mio. EUR
Langfristig
Kurzfristig
1.701
271
1.972
11
1
244
4
1.960
343
31.12.2013
Gesamt Langfristig
Kurzfristig
Gesamt
2
114
116
12
9
0
9
25
269
189
60
249
46
50
2
58
60
2.303
202
232
434
Sonstige finanzielle Vermögenswerte
Ausleihungen und Finanzforderungen
Handelbare Wertpapiere
Derivative finanzielle Vermögenswerte
Übrige finanzielle Vermögenswerte
Summe
Der Anstieg der langfristigen Ausleihungen und Finanzforderungen stand überwiegend
im Zusammenhang mit der im Dezember 2014 erfolgten Sachkapitalerhöhung. Dabei wurden
Darlehensforderungen gegenüber nahestehenden Unternehmen in Höhe von 1.700 Mio. EUR in
die Schaeffler Gruppe eingebracht (vgl. Tz. 4.8 und Tz. 5.5). Der kurzfristige Anteil beinhaltet
ebenfalls Finanzforderungen gegenüber nahestehenden Unternehmen.
Weitere Angaben
31.12.2014
168
Vorwort | Mobilität für morgen | Zusammengefasster Lagebericht | Konzernabschluss | Konzernanhang | Weitere Angaben
Die langfristigen derivativen finanziellen Vermögenswerte enthielten zum
31. Dezember 2014 im Wesentlichen Derivate zur Währungsabsicherung sowie eingeräumte
Optionen zur vorzeitigen Rückzahlung von Finanzschulden. Der kurzfristige Anteil der
derivativen finanziellen Vermögenswerte betraf Marktwerte von Derivaten, die zur Absicherung
von Währungsrisiken in der Schaeffler Gruppe eingesetzt werden.
Die kurzfristigen übrigen finanziellen Vermögenswerte bestanden im Wesentlichen aus
Forderungen gegenüber Mitarbeitern, Schadenersatzansprüchen und gezahlten Kautionen.
Zum 31. Dezember 2014 wurden keine Wertberichtigungen auf sonstige finanzielle Vermögenswerte gebildet (Vj.: 1 Mio. EUR).
Als Sicherheiten für Kredit- und Anleihenverträge dienten zum 31. Dezember 2014 sonstige
finanzielle Vermögenswerte von insgesamt 2.099 Mio. EUR (Vj.: 203 Mio. EUR).
Angaben zu Währungs- und Liquiditätsrisiken der Schaeffler Gruppe in Bezug auf die sonstigen
finanziellen Vermögenswerte werden in Tz. 4.13 zu Finanzinstrumenten gemacht.
Nr. 054
31.12.2014
in Mio. EUR
Langfristig
Kurzfristig
36
0
36
1
145
Übrige Vermögenswerte
21
Summe
58
31.12.2013
Gesamt Langfristig
Kurzfristig
Gesamt
38
0
38
146
1
116
117
36
57
15
25
40
181
239
54
141
195
Sonstige Vermögenswerte
Vermögenswerte aus der Bewertung
von Pensionen
Steuerforderungen
Die Steuerforderungen umfassten im Wesentlichen Forderungen aus Umsatzsteuererstattungen.
Als Sicherheiten für Kredit- und Anleihenverträge dienten zum 31. Dezember 2014 sonstige
Vermögenswerte in Höhe von insgesamt 3 Mio. EUR (Vj.: 0 Mio. EUR).
169
4. Erläuterungen zur Konzern-Bilanz
Der Bestand an Zahlungsmitteln und Zahlungsmitteläquivalenten umfasste zum
31. Dezember 2014 im Wesentlichen Bankguthaben.
Konzernabschluss
In den Zahlungsmitteln und Zahlungsmitteläquivalenten sind zum Bilanzstichtag 172 Mio. EUR
(Vj.: 151 Mio. EUR) enthalten, die von Tochterunternehmen in den Ländern Argentinien, Brasilien, China, Indien, Kolumbien, Peru, Philippinen, Südkorea, Südafrika, Thailand, Venezuela
und Vietnam gehalten werden. Diese unterliegen Devisenverkehrskontrollen und anderen
gesetzlichen Einschränkungen. Die Verfügbarkeit über diese Bestände durch die Schaeffler AG
als Mutterunternehmen ist daher eingeschränkt.
Zusammengefasster
Lagebericht
4.7 Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente
Zum Bilanzstichtag dienten Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente in Höhe von
296 Mio. EUR (Vj.: 36 Mio. EUR) als Sicherheiten für Kredit- und Anleihenverträge.
4.8Eigenkapital
Gezeichnetes Kapital
31.12.2014
31.12.2013
600
500
Kapitalrücklage
1.600
0
Sonstige Rücklagen
-1.276
-2.031
Kumuliertes übriges Eigenkapital
-737
-492
Den Gesellschaftern des Mutterunternehmens
zurechenbares Eigenkapital
187
-2.023
Nicht beherrschende Anteile
Eigenkapital
71
57
258
-1.966
Die rechtliche Konzernstruktur der Schaeffler AG (vormals: INA Beteiligungsgesellschaft mit
beschränkter Haftung) ist erst zum 31. Dezember 2013 entstanden, weshalb die erforderlichen
historischen Finanzinformationen, die Vergleichsperioden (Vorjahresvergleiche), im Rahmen
eines sog. Carve Outs erstellt wurden (vgl. Tz. 1.3).
Das Eigenkapital zum 31. Dezember 2013 ergab sich aus dem Residualwert der von der
Schaeffler AG (bis 24. Oktober 2014 INA Beteiligungsgesellschaft mit beschränkter Haftung) in
den Konsolidierungskreis übernommenen Vermögenswerte und Schulden. Diese wurden mit
ihren fortgeführten Konzernbuchwerten übernommen (Predecessor Accounting).
Zur Stärkung der Eigenkapitalbasis hat die Schaeffler AG im Berichtsjahr die nachfolgend
beschriebenen Kapitalmaßnahmen durchgeführt.
Die am 24. Oktober 2014 erfolgte Umwandlung der INA Beteiligungsgesellschaft mit
beschränkter Haftung in eine Aktiengesellschaft hatte auf die Höhe des Eigenkapitals keinen
Einfluss. Das Stammkapital in Höhe von 500 Mio. EUR wurde im Rahmen des Formwechsels
zum Grundkapital der Schaeffler AG und ist eingeteilt in 50.000.000 auf den Namen lautende
nennwertlose Stückaktien.
Weitere Angaben
in Mio. EUR
Konzernanhang
Nr. 055
170
Vorwort | Mobilität für morgen | Zusammengefasster Lagebericht | Konzernabschluss | Konzernanhang | Weitere Angaben
Am 03. November 2014 verzichtete die Gesellschafterin Schaeffler Verwaltung Zwei GmbH
auf einen Teilbetrag in Höhe von 101 Mio. EUR einer Darlehensforderung gegenüber der
Schaeffler AG, was zu einer Erhöhung der sonstigen Rücklagen in gleicher Höhe führte.
Am 12. Dezember 2014 beschloss die außerordentliche Hauptversammlung der Schaeffler AG
eine Erhöhung des gezeichneten Kapitals um nominell 100 Mio. EUR, durch Ausgabe von
10.000.000 neuen auf den Namen lautenden nennwertlosen Stückaktien. Zur Übernahme
der neuen Aktien wurde ausschließlich die Schaeffler Verwaltungs GmbH, Herzogenaurach,
zugelassen. Die neuen Aktien sind ab dem 01. Januar 2015 gewinnberechtigt. Die Eintragung der
Kapitalerhöhung ins Handelsregister erfolgte am 30. Dezember 2014.
Die Kapitalerhöhung wurde durch die Schaeffler Verwaltungs GmbH mittels Sacheinlage geleistet.
Gegenstand der Sacheinlage waren Darlehensforderungen der Schaeffler Verwaltungs GmbH
gegenüber der Schaeffler Verwaltung Zwei GmbH mit einem Nominalwert in Höhe von
1.071 Mio. EUR sowie gegenüber der Schaeffler Beteiligungsholding GmbH & Co. KG mit einem
Nominalwert in Höhe von 629 Mio. EUR. Beide Darlehensforderungen haben eine Laufzeit
bis Dezember 2024 und werden zum Bilanzstichtag mit 4,0 % p. a. verzinst (vgl. Tz. 5.5). Der
die Erhöhung des gezeichneten Kapitals übersteigende Zeitwert der Sacheinlage in Höhe von
1.600 Mio. EUR wurde der Kapitalrücklage zugewiesen.
Das gezeichnete Kapital der Schaeffler AG betrug somit zum 31. Dezember 2014 600 Mio. EUR,
eingeteilt in 60.000.000 auf den Namen lautende nennwertlose Stückaktien, welche zu 83,3 %
von der Schaeffler Verwaltung Zwei GmbH und zu 16,7 % von der Schaeffler Verwaltungs GmbH
gehalten werden. Das gezeichnete Kapital war voll eingezahlt. Zum Bilanzstichtag existierten
weder genehmigte noch bedingte Kapitalien oder Beschlüsse betreffend solcher Kapitalien. Jede
Aktie gewährt ein Stimmrecht.
Die Kapitalrücklage zum 31. Dezember 2014 resultierte aus der im Berichtsjahr durchgeführten
Kapitalerhöhung.
Die sonstigen Rücklagen beinhalteten im Wesentlichen den zum 31. Dezember 2013 rechnerisch ermittelten Residualwert aus den im Rahmen des Carve-Out (vgl. Tz. 1.3) übernommenen
Vermögenswerten und Schulden, die thesaurierten Gewinne des Vorjahres, das Konzernergebnis des Berichtsjahres und den Effekt aus dem oben beschriebenen Forderungsverzicht.
Das kumulierte übrige Eigenkapital setzte sich im Wesentlichen aus Effekten der Währungsumrechnung, den Veränderungen der Zeitwerten von zu Sicherungszwecken eingesetzten
Finanzinstrumenten sowie von zur Veräußerung verfügbaren finanziellen Vermögenswerten
und der Anpassung von Pensionen und ähnlichen Verpflichtungen zusammen.
Die nicht beherrschenden Anteile zum 31. Dezember 2014 resultierten im Wesentlichen aus
Beteiligungen am Eigenkapital der FAG Bearings India Ltd., Indien, ohne beherrschenden
Einfluss.
Für das Geschäftsjahr 2014 wird der Hauptversammlung der Schaeffler AG eine Dividende in
Höhe von 250 Mio. EUR (entspricht 4,17 EUR pro Anteil) vorgeschlagen.
171
4. Erläuterungen zur Konzern-Bilanz
Gesamt
Bank- und institutionelle Darlehen
1.775
1
1.774
2.236
Anleihen
4.634
0
4.634
3.506
0
3.506
5
0
5
11
6
5
6.414
1
6.413
5.753
33
5.720
Finanzschulden
Gesamt
Restlaufzeit bis
1 Jahr
Restlaufzeit über
1 Jahr
27
2.209
Die Erhöhung der Finanzschulden gegenüber dem 31. Dezember 2013 ist im Wesentlichen
auf die Finanzierung der Kartellstrafe im zweiten Quartal 2014 sowie auf Währungsumrechnungseffekte der in US-Dollar denominierten Finanzschulden in Euro zurückzuführen. Zum
31. Dezember 2014 bestanden zwischen der Schaeffler Gruppe und ihren beherrschenden
Gesellschaften keine Darlehensverbindlichkeiten (Vj.: 6 Mio. EUR).
Im Mai 2014 wurden vier neue Anleihen mit einem Gesamtvolumen von rund 2,0 Mrd. EUR von
der Schaeffler Finance B.V. emittiert. Die Anleihen sind am Euro MFT Marktsegment der Börse
Luxemburg notiert. In Zuge dessen wurden die Kredittranchen C EUR und C USD durch die
Aufnahme neuer Kredittranchen (E EUR und E USD) vollständig abgelöst. Die neuen Kredittranchen verfügen über günstigere Konditionen und verbesserte Fälligkeitsprofile. Beide Kredittranchen sind besichert und verfügen jeweils über einen Basiszinssatz (Floor) in Höhe von 0,75 %.
Mit den Mittelzuflüssen aus der Refinanzierung im Mai 2014 wurden die 2017 EUR-Retail-Anleihe
sowie die 2019 EUR- und USD-Anleihen vorzeitig zurückgezahlt. Des Weiteren wurden die
beiden institutionellen Kredittranchen abgelöst und eine Teiltilgung der Kredittranche D in
Höhe von 309 Mio. EUR geleistet. Im Mai 2014 leistete die Schaeffler Gruppe zudem eine weitere
Teiltilgung der Kredittranche D in Höhe von 171 Mio. EUR.
Im Oktober 2014 wurde eine weitere Refinanzierung durchgeführt. Dabei wurden die Kredittranchen D, E EUR und E USD durch die Aufnahme der beiden neuen Kredittranchen B EUR
und B USD vollständig zurückgeführt. Beide Kredittranchen verfügen über einen Basiszinssatz
(Floor) von 0,75 %. Des Weiteren wurde die bestehende Revolving Credit Facility durch eine
neue Revolving Credit Facility mit einer Laufzeit bis 2019 ersetzt.
Zum 31. Dezember 2014 setzte sich die Konzernfinanzierung aus zwei Kredittranchen mit einem
Nominalwert von umgerechnet rund 1.821 Mio. EUR bei institutionellen Investoren (Facilities
Agreement), acht Anleihen mit einem Nominalwert von umgerechnet rund 4.671 Mio. EUR sowie
einer revolvierenden Betriebsmittellinie in Höhe von 1.000 Mio. EUR zusammen.
Konzernabschluss
31.12.2013
in Mio. EUR
Sonstige Finanzschulden
Restlaufzeit über
1 Jahr
Konzernanhang
31.12.2014
Restlaufzeit bis
1 Jahr
Weitere Angaben
Nr. 056
Zusammengefasster
Lagebericht
4.9 Kurz- und langfristige Finanzschulden
172
Vorwort | Mobilität für morgen | Zusammengefasster Lagebericht | Konzernabschluss | Konzernanhang | Weitere Angaben
Die einzelnen Kredittranchen des Facilities Agreement setzten sich wie folgt zusammen:
Nr. 057
31.12.2014
31.12.2013
31.12.2014
Nominalwert
in Mio.
31.12.2013
31.12.2014
Buchwert
in Mio. EUR
31.12.2013
Tranche
Währung
Senior Term Loan E
EUR
0
299
0
292
-
Euribor
+ 3,75 %
-
Senior Term Loan E
USD
0
1.699
0
1.213
-
Libor
+ 3,25 %
-
Senior Term Loan B 1)
EUR
750
0
757
0
Euribor
+ 3,50 % 2)
-
15.05.2020
Senior Term Loan B 3)
USD
1.300
0
1.031
0
Libor
+ 3,50 % 4)
-
15.05.2020
Senior Term Loan D
EUR
0
730
0
713
-
Euribor
+ 2,875 %
-
Revolving Credit Facility 5)
EUR
1.000
1.000
-14
-9
Euribor
+ 2,875 %
27.10.2019
Zinssatz
Euribor
+ 2,875 %
Fälligkeit
1)
Ab 27. Oktober 2014, vormals Senior Term Loan E EUR.
2) Ab 27. Oktober 2014 Euribor Floor in Höhe von 0,75 %.
3) Ab 27. Oktober 2014, vormals Senior Term Loan E USD.
4) Ab 27. Oktober 2014 Libor Floor in Höhe von 0,75 %.
5) Zum 31. Dezember 2014 waren davon 34 Mio. EUR (31. Dezember 2013: 49 Mio. EUR) im Wesentlichen durch Avalkredite ausgenutzt.
Die über die Schaeffler Finance B.V., Barneveld, Niederlande begebenen Anleihen setzten sich
zum Bilanzstichtag wie folgt zusammen:
Nr. 058
31.12.2014
ISIN
Währung
31.12.2013
Nominalwert
in Mio.
31.12.2014
31.12.2013
Buchwert
in Mio. EUR
Kupon
Fälligkeit
XS0741938624
EUR
800
800
791
788
7,75 %
15.02.2017
US806261AC75
USD
600
600
489
428
7,75 %
15.02.2017
XS0923613060
EUR
600
600
596
595
4,25 %
15.05.2018
XS1067864881
EUR
500
-
496
-
3,25 %
15.05.2019
XS1067862919
EUR
500
-
496
-
2,75 %
15.05.2019
US806261AJ29
USD
700
-
571
-
4,25 %
15.05.2021
US806261AE32
USD
850
850
696
612
4,75 %
15.05.2021
XS1067864022
EUR
500
-
499
-
3,50 %
15.05.2022
XS0801261156 1)
EUR
-
326
-
323
6,75 %
-
XS0741939788 1)
EUR
-
400
-
398
8,75 %
-
US806261AA10 1)
USD
-
500
-
361
8,50 %
-
1)
Vorzeitiger Rückkauf am 14. Mai 2014.
Sowohl das Facilities Agreement als auch die Anleihenverträge enthalten Auflagen, die u. a. die
Einhaltung bestimmter Finanzkennzahlen (Financial Covenants) beinhalten. Bei den relevanten
Finanzkennzahlen des Facilities Agreement handelt es sich um Senior Debt Leverage Cover und
Senior Interest Cover. Den Kreditgebern steht beim Vorliegen bestimmter Bedingungen, u. a. im
Fall der Nichteinhaltung der Financial Covenants, ein außerordentliches Kündigungsrecht zu,
das prinzipiell zur sofortigen Fälligstellung der Kredite berechtigen würde.
Im Rahmen der Kredit- und Anleihenverträge wurden Sicherheiten bestellt. Soweit diese
angabe­pflichtig waren, wurde dies in den Erläuterungen zu den betreffenden Bilanzposten
vermerkt.
4.10Rückstellungen für Pensionen und ähnliche
Verpflichtungen
Die Leistungen an Arbeitnehmer der Schaeffler Gruppe nach Beendigung des Arbeitsverhältnisses umfassen sowohl beitragsorientierte als auch leistungsorientierte Pläne. Während die
beitragsorientierten Pläne, außer den regulären im Personalaufwand erfassten Beiträgen, in
der Regel keine weiteren Verpflichtungen bedingen, schlagen sich die leistungsorientierten
Pläne in der Konzern-Bilanz nieder. In den Rückstellungen sind zudem in geringem Umfang
pensionsähnliche Verpflichtungen enthalten.
Leistungsorientierte Pläne
Leistungsorientierte Pläne umfassen Pensionspläne, Abfindungszahlungen, die unabhängig
vom Grund der Beendigung des Arbeitsverhältnisses mit der Pensionierung geleistet werden,
sowie andere Leistungen nach Beendigung des Arbeitsverhältnisses. Die Pensionsverpflichtungen verteilen sich im Wesentlichen auf die drei Länder Deutschland, die USA und
Großbritannien, wobei der Großteil der Verpflichtung auf Deutschland entfällt.
Deutschland
In Deutschland werden Pensionsleistungen im Wesentlichen durch Leistungszusagen auf der
Basis von Rentenbausteinen und im Rahmen von Entgeltumwandlungen gewährt.
Die Auszahlung der Versorgungsleistung aus Leistungszusagen auf der Basis von Rentenbausteinen erfolgt stets als Rente. Bei einzelnen Plänen bestehen für die Versorgungshöhe
Mindestgarantien, deren Höhe sich nach der jeweiligen Versorgungsordnung richtet. Die sich
aus diesen Leistungszusagen ergebenden Pensionsverpflichtungen sind nicht ausfinanziert.
Ferner haben die Mitarbeiter die Möglichkeit, unterschiedliche Angebote zur Entgeltumwandlung wahrzunehmen. Einzelne Tochterunternehmen der Schaeffler Gruppe bieten ihren
Mitarbeitern ein Modell zur betrieblichen Altersversorgung an, bei dem sie durch Einzahlungen
Zusammengefasster
Lagebericht
Konzernabschluss
Des Weiteren waren die bis zum 31. Dezember 2014 aufgelaufenen Stückzinsen der Anleihen
in Höhe von 55 Mio. EUR (Vj.: 71 Mio. EUR) in den sonstigen finanziellen Verbindlichkeiten
(vgl. Tz. 4.12) berücksichtigt.
Konzernanhang
Die jeweiligen Unterschiede zwischen Nominalbeträgen und Buchwerten ergaben sich grundsätzlich aus den noch nicht amortisierten Transaktionskosten. Bei der Revolving Credit Facility
ergab sich der Buchwert ausschließlich durch noch nicht amortisierte Transaktionskosten.
173
Weitere Angaben
4. Erläuterungen zur Konzern-Bilanz
174
Vorwort | Mobilität für morgen | Zusammengefasster Lagebericht | Konzernabschluss | Konzernanhang | Weitere Angaben
aus dem Bruttoeinkommen eine Direktzusage erhalten. Die umgewandelten Entgeltbestandteile
werden im Rahmen eines Lebenszyklusmodells in Aktien-, Renten- und Geldmarktfonds
investiert, d. h. mit steigendem Lebensalter des Begünstigten wird das Planvermögen in
risikoärmere Anlagenklassen umgeschichtet. Zudem wird eine jährliche Mindestverzinsung
gewährt. Die Auszahlung der Versorgungsleistung erfolgt mit Eintritt des Versorgungsberechtigten ins Rentenalter in Form von bis zu fünf Jahresraten. Biometrische Risiken aufgrund
Langlebigkeit sind daher minimiert. Die aus der Bruttoentgeltumwandlung resultierenden
Versorgungsverpflichtungen sind mit Sondervermögen im Rahmen eines Contractual Trust
Agreement (CTA) gedeckt.
USA und Großbritannien
Weitere wesentliche leistungsorientierte Pläne bestehen für Mitarbeiter in den USA und
Großbritannien. Die Pensionsverpflichtungen in diesen Ländern werden über externe und
zugriffsbeschränkte Pensionsfonds finanziert. Zum Ende des Geschäftsjahres 2014 waren rund
72 % (Vj.: 77 %) der in den USA und rund 102 % (Vj.: 102 %) der in Großbritannien bestehenden
Pensionsverpflichtungen durch Planvermögen gedeckt. Diese Pensionspläne wurden in den
Geschäftsjahren 2006 (USA) und 2009 (Großbritannien) für den Neuzugang geschlossen und
durch beitragsorientierte Pläne ersetzt. Somit können keine weiteren Anwartschaften für
leistungsorientierte Verpflichtungen mehr erdient werden.
Nettoschuld der leistungsorientierten Verpflichtungen
Aus den Verpflichtungen leistungsorientierter Pläne und dem zugehörigen Planvermögen
resultiert zum 31. Dezember 2014 der folgende Bilanzausweis:
Nr. 059
31.12.2014
in Mio. EUR
Rückstellungen für Pensionen (Passivsaldo der
Schulden und des zugehörenden Planvermögens)
Vermögenswerte aus der Bewertung von
Pensionen (Aktivsaldo der Schulden und des
zugehörenden Planvermögens)
Nettoschuld aus leistungsorientierten
Verpflichtungen
Deutschland
USA
Groß­
britannien
Übrige
Länder
Summe
-1.819
-63
-7
-95
-1.984
26
0
10
0
36
-1.793
-63
3
-95
-1.948
31.12.2013
in Mio. EUR
Rückstellungen für Pensionen (Passivsaldo der
Schulden und des zugehörenden Planvermögens)
Vermögenswerte aus der Bewertung von
Pensionen (Aktivsaldo der Schulden und des
zugehörenden Planvermögens)
Nettoschuld aus leistungsorientierten
Verpflichtungen
Deutschland
USA
Groß­
britannien
Übrige
Länder
-1.392
-38
-5
-75
-1.510
30
0
8
0
38
-1.362
-38
3
-75
-1.472
Summe
175
4. Erläuterungen zur Konzern-Bilanz
Zusammengefasster
Lagebericht
Die Erhöhung der Nettoverpflichtung zum 31. Dezember 2014 resultierte im Wesentlichen aus
dem erneuten Rückgang des Abzinsungssatzes im Rahmen der Bewertung der Verpflichtungen
aus leistungsorientierten Plänen, insbesondere bei den Plänen in Deutschland. Neben dem
Abzinsungssatz wurden in den USA auch die Sterbetafeln zum Bilanzstichtag aktualisiert, die
den Bewertungen der amerikanischen Pläne zugrunde liegen. Hieraus ergab sich eine Erhöhung
der leistungsorientierten Verpflichtungen in Höhe von rund 14 Mio. EUR, die in der KonzernGesamtergebnisrechnung erfasst und im übrigen kumulierten Eigenkapital ausgewiesen wurde.
31.12.2014
Barwert der leistungsorientierten Verpflichtungen (Aktive)
Deutschland
USA
Groß­britannien
Übrige Länder
-1.013
-83
0
Barwert der leistungsorientierten Verpflichtungen
(Ausgeschiedene)
-113
-42
-131
-13
-299
Barwert der leistungsorientierten Verpflichtungen (Rentner)
-846
-97
-57
-47
-1.047
-1.972
-222
-188
-286
-2.668
179
159
191
191
720
-1.793
-63
3
-95
-1.948
Barwert der leistungsorientierten Verpflichtungen (gesamt)
Beizulegender Zeitwert des Planvermögens
Nettoschuld aus leistungsorientierten Verpflichtungen
-226
Summe
-1.322
31.12.2013
in Mio. EUR
Barwert der leistungsorientierten Verpflichtungen (Aktive)
Barwert der leistungsorientierten Verpflichtungen
(Ausgeschiedene)
Barwert der leistungsorientierten Verpflichtungen (Rentner)
Barwert der leistungsorientierten Verpflichtungen (gesamt)
Beizulegender Zeitwert des Planvermögens
Veränderung aufgrund Nettovermögensbegrenzung
Nettoschuld aus leistungsorientierten Verpflichtungen
Deutschland
USA
Groß­britannien
Übrige Länder
Summe
-667
-62
0
-177
-906
-87
-31
-102
-8
-228
-747
-72
-51
-37
-907
-1.501
-165
-153
-222
-2.041
139
127
156
150
572
0
0
0
-3
-3
-1.362
-38
3
-75
-1.472
Der Nettovermögenswert eines kanadischen Pensionsplanes wurde im Vorjahr erstmalig auf die
Höhe der leistungsorientierten Verpflichtung beschränkt, was dem Barwert des wirtschaftlichen Nutzens des Planvermögens aus Sicht der Schaeffler Gruppe zum Bilanzstichtag entsprach
(Vermögensobergrenze). Somit wurde das Planvermögen dieses Planes im Vorjahr um
3 Mio. EUR reduziert. Zum Bilanzstichtag des Berichtsjahres übersteigt der Wert der leistungsorientierten Verpflichtung den Zeitwert des Planvermögens. Somit entfällt die Beschränkung
des Nettovermögenswertes zum 31. Dezember 2014 vollständig. Der hieraus resultierende
Anpassungsbetrag in Höhe von 3 Mio. EUR wurde im kumulierten übrigen Eigenkapital erfasst.
Weitere Angaben
in Mio. EUR
Konzernanhang
Nr. 060
Konzernabschluss
Die Werte der leistungsorientierten Verpflichtungen sowie des dazugehörigen Planvermögens
stellen sich zum Bilanzstichtag wie folgt dar:
176
Vorwort | Mobilität für morgen | Zusammengefasster Lagebericht | Konzernabschluss | Konzernanhang | Weitere Angaben
Die Überleitung der Nettoschuld aus Pensionszusagen für das Geschäftsjahr 2014 ist der
nachfolgenden Übersicht zu entnehmen:
Nr. 061
2014
in Mio. EUR
Deutschland
Nettoschuld (-)/Nettovermögenswert (+) zum 01. Januar
USA
Groß­britannien
Übrige Länder
Summe
-1.362
-38
3
-75
-1.472
Gezahlte Leistungen
59
0
-1
4
62
Dienstzeitaufwand
-30
1
0
-18
-47
Nettozinsaufwand auf die Nettoschuld
-47
-2
0
-2
-51
Arbeitgeberbeiträge
Übertragungen
Neubewertung der Nettoschuld
Währungsumrechnung
Nettoschuld (-)/Nettovermögenswert (+) zum 31. Dezember
0
9
0
17
26
-16
-1
0
0
-17
-398
-28
0
-18
-444
1
-4
1
-3
-5
-1.793
-63
3
-95
-1.948
2013
in Mio. EUR
Deutschland
Nettoschuld (-)/Nettovermögenswert (+) zum 01. Januar
Gezahlte Leistungen
USA
Groß­britannien
Übrige Länder
Summe
-1.349
-70
13
-95
-1.501
58
0
0
7
65
Dienstzeitaufwand
-29
0
0
-13
-42
Nettozinsaufwand auf die Nettoschuld
-44
-2
1
-4
-49
Arbeitgeberbeiträge
0
3
0
23
26
Übertragungen
1
-2
0
0
-1
Neubewertung der Nettoschuld
1
30
-11
4
24
Währungsumrechnung
0
3
0
3
6
-1.362
-38
3
-75
-1.472
Nettoschuld (-)/Nettovermögenswert (+) zum 31. Dezember
Notwendige Zahlungsanforderungen, die sich aus leistungsorientierten Plänen ergeben,
werden grundsätzlich aus dem Cash Flow der laufenden Geschäftstätigkeit finanziert, wobei
lokalrechtliche Besonderheiten bezüglich der Ausfinanzierung der Pensionsverpflichtung
Berücksichtigung finden.
177
4. Erläuterungen zur Konzern-Bilanz
in Mio. EUR
Barwert der leistungsorientierten Verpflichtungen
zum 01. Januar
Deutschland
USA
Groß­britannien
Übrige Länder
Summe
-1.501
-165
-153
-222
-2.041
Gezahlte Leistungen
62
8
6
10
86
Laufender Dienstzeitaufwand
-30
0
0
-13
-43
0
0
0
-5
-5
-52
-8
-7
-8
-75
-8
-1
0
-1
-10
-39
0
0
0
-39
Nachzuverrechnender Dienstzeitaufwand
Zinsaufwand
Arbeitnehmerbeiträge
Übertragungen
Gezahlte Abgeltungen
0
3
0
0
3
Gewinne (+) / Verluste (-) aus Abgeltungen
0
1
0
0
1
Gewinne (+) / Verluste (-) –
Änderung finanzieller Annahmen
-401
-23
-24
-36
-484
Gewinne (+) / Verluste (-) –
Änderung demographischer Annahmen
0
-14
0
-3
-17
Gewinne (+) / Verluste (-) –
erfahrungsbedingte Anpassungen
-2
-1
0
2
-1
Währungsumrechnung
-1
-22
-10
-10
-43
-1.972 -222 -188 -286 -2.668 Barwert der leistungsorientierten Verpflichtungen
zum 31. Dezember
2013
in Mio. EUR
Barwert der leistungsorientierten Verpflichtungen
zum 01. Januar
Gezahlte Leistungen
Deutschland
USA
-1.474
-190
61
7
Groß­britannien
Übrige Länder
Summe
-146
-227
-2.037
4
14
86
Laufender Dienstzeitaufwand
-29
0
0
-13
-42
Zinsaufwand
-50
-7
-6
-8
-71
-8
-1
0
-1
-10
Arbeitnehmerbeiträge
Übertragungen
1
0
0
0
1
Gewinne (+) / Verluste (-) –
Änderung finanzieller Annahmen
-1
23
-8
8
22
Gewinne (+) / Verluste (-) –
Änderung demographischer Annahmen
0
-5
0
0
-5
Gewinne (+) / Verluste (-) –
erfahrungsbedingte Anpassungen
-2
0
0
-5
-7
Währungsumrechnung
1
8
3
10
22
-1.501 -165 -153 -222 -2.041 Barwert der leistungsorientierten Verpflichtungen
zum 31. Dezember
Konzernabschluss
2014
Konzernanhang
Nr. 062
Weitere Angaben
Die folgende Übersicht stellt eine Überleitungsrechnung der Eröffnungs- und Schlusssalden des
Barwerts der leistungsorientierten Verpflichtungen zum Bilanzstichtag dar:
Zusammengefasster
Lagebericht
Entwicklung der leistungsorientierten Verpflichtungen
178
Vorwort | Mobilität für morgen | Zusammengefasster Lagebericht | Konzernabschluss | Konzernanhang | Weitere Angaben
Die für das Geschäftsjahr 2014 dargestellten Übertragungswerte resultieren aus der im
Berichtsjahr vollzogenen Anpassung der Konzernstruktur. Dies beinhaltete auch die
leistungsorientierten Verpflichtungen aus Pensionen und das dazugehörige Planvermögen der
übertragenen Mitarbeiter (vgl. auch Tz. 5.5).
Entwicklung und Zusammensetzung des Planvermögens
Die folgende Übersicht stellt eine Überleitungsrechnung der Eröffnungs- und Schlusssalden des
beizulegenden Zeitwerts des Planvermögens dar:
Nr. 063
2014
in Mio. EUR
Beizulegender Zeitwert des Planvermögens
zum 01. Januar
Gezahlte Leistungen
Deutschland
USA
139
127
-3
-8
Groß­britannien
Übrige Länder
Summe
156
150
572
-7
-6
-24
Rechnungsmäßiger Zinsertrag auf das Planvermögen
5
6
7
6
24
Arbeitnehmerbeiträge
8
1
0
1
10
Arbeitgeberbeiträge
0
9
0
17
26
23
-1
0
0
22
0
-3
0
0
-3
Übertragungen
Gezahlte Abgeltungen
Sonstiger Ertrag (+) / Verlust (-) aus Planvermögen
5
10
24
16
55
Währungsumrechnung
2
18
11
7
38
179
159
191
191
720
Beizulegender Zeitwert des Planvermögens
zum 31. Dezember
2013
in Mio. EUR
Deutschland
USA
125
120
Gezahlte Leistungen
-3
Rechnungsmäßiger Zinsertrag auf das Planvermögen
6
Beizulegender Zeitwert des Planvermögens
zum 01. Januar
Groß­britannien
Übrige Länder
Summe
159
132
536
-7
-4
-7
-21
5
7
4
22
Arbeitnehmerbeiträge
8
1
0
1
10
Arbeitgeberbeiträge
0
3
0
23
26
Übertragungen
0
-2
0
0
-2
Sonstiger Ertrag (+) / Verlust (-) aus Planvermögen
4
12
-3
4
17
Währungsumrechnung
-1
-5
-3
-7
-16
139
127
156
150
572
Beizulegender Zeitwert des Planvermögens
zum 31. Dezember
Für das Geschäftsjahr 2015 plant die Schaeffler Gruppe 12 Mio. EUR in das Planvermögen
einzuzahlen.
Das Planvermögen setzt sich, vor Berücksichtigung der Nettovermögensbegrenzung, wie folgt
zusammen:
Nr. 064
Zusammengefasster
Lagebericht
179
4. Erläuterungen zur Konzern-Bilanz
31.12.2014
Deutschland
USA
Groß­
britannien
Übrige
Länder
Summe
Eigenkapitalinstrumente
93
63
46
19
221
Schuldinstrumente
33
96
38
101
268
Immobilien
0
0
0
12
12
Zahlungsmittel
6
0
1
2
9
(Rückdeckungs-) Versicherungen
25
0
0
57
82
Mischfonds
22
0
106
0
128
179
159
191
191
720
Gesamt
Konzernabschluss
in Mio. EUR
Deutschland
USA
Groß­
britannien
Übrige
Länder
Summe
Eigenkapitalinstrumente
84
77
41
24
226
Schuldinstrumente
29
46
56
69
200
0
4
0
12
16
21
0
59
2
82
(Rückdeckungs-) Versicherungen
5
0
0
43
48
Mischfonds
0
0
0
0
0
139
127
156
150
572
Immobilien
Zahlungsmittel
Gesamt
Das Planvermögen beinhaltet keine von der Schaeffler Gruppe selbst genutzten Immobilien
oder unternehmenseigene Finanzinstrumente. Mit Ausnahme der Werte für Immobilien und
Rückdeckungsversicherungen sind alle oben genannten Werte zu Marktpreisen, die an einem
aktiven Markt notiert werden, angegeben.
Die Entwicklung der Struktur des Planvermögens in Deutschland wird durch entsprechende
Performance-Berichte seitens des Fondsmanagers übermittelt und regelmäßig durch Anlagenausschüsse überprüft. Die Anlagestrategie erfolgt dabei im Rahmen eines Lebenszyklusmodells: Mit steigendem Lebensalter des Begünstigten wird das Planvermögen in risikoärmere
Anlagenklassen umgeschichtet.
Für die leistungsorientierten Pläne mit Planvermögen in Großbritannien und den USA werden
in regelmäßigen Abständen Asset-Liability-Studien erstellt, die unter Berücksichtigung lokaler
rechtlicher Gegebenheiten die Grundlage für die Kapitalanlagepolitik der jeweiligen Fonds
bilden.
Weitere Angaben
in Mio. EUR
Konzernanhang
31.12.2013
180
Vorwort | Mobilität für morgen | Zusammengefasster Lagebericht | Konzernabschluss | Konzernanhang | Weitere Angaben
Entwicklung des Gesamtergebnisses
Die folgende Tabelle gibt einen Überblick über die im Gesamtergebnis erfassten Beträge der
leistungsorientierten Pläne und stellt dabei die einzelnen Ergebniskomponenten dar:
Nr. 065
2014
in Mio. EUR
Laufender Dienstzeitaufwand
Deutschland
USA
Groß­britannien
Übrige Länder
Summe
30
0
0
13
43
Nachzuverrechnender Dienstzeitaufwand
0
0
0
5
5
• davon Planänderungen
0
0
0
5
5
Gewinne (-) / Verluste (+) aus Abgeltungen
0
-1
0
0
-1
Dienstzeitaufwand
30
-1
0
18
47
Zinsaufwand
52
8
7
8
75
Rechnungsmäßiger Zinsertrag
-5
-6
-7
-6
-24
Nettozinsertrag / -aufwand auf die
Nettoschuld / Nettovermögen
47
2
0
2
51
401
23
24
36
484
0
14
0
3
17
Gewinne (-) / Verluste (+) –
Änderung finanzieller Annahmen
Gewinne (-) / Verluste (+) –
Änderung demographischer Annahmen
Gewinne (-) / Verluste (+) –
erfahrungsbedingte Anpassungen
2
1
0
-2
1
Sonstiger Ertrag (-) / Verlust (+) aus Planvermögen
-5
-10
-24
-16
-55
Effekte aus der Nettovermögensbegrenzung
0
0
0
-3
-3
Neubewertungen der Nettoschuld / des Nettovermögens
398
28
0
18
444
Gesamtergebnis aus leistungsorientierten Verpflichtungen
475
29
0
38
542
2013
in Mio. EUR
Deutschland
USA
Übrige Länder
Summe
Laufender Dienstzeitaufwand
29
0
Groß­britannien
0
13
42
Dienstzeitaufwand
29
0
0
13
42
Zinsaufwand
50
7
6
8
71
Rechnungsmäßiger Zinsertrag
-6
-5
-7
-4
-22
Nettozinsertrag / -aufwand auf die
Nettoschuld / das Nettovermögen
44
2
-1
4
49
Gewinne (-) / Verluste (+) –
Änderung finanzieller Annahmen
1
-23
8
-8
-22
Gewinne (-) / Verluste (+) –
Änderung demographischer Annahmen
0
5
0
0
5
Gewinne (-) / Verluste (+) –
erfahrungsbedingte Anpassungen
2
0
0
5
7
-4
-12
3
-4
-17
0
0
0
3
3
Sonstiger Ertrag (-) / Verlust (+) aus Planvermögen
Effekte aus der Nettovermögensbegrenzung
Neubewertungen der Nettoschuld / des Nettovermögens
-1
-30
11
-4
-24
Gesamtergebnis aus leistungsorientierten Verpflichtungen
72
-28
10
13
67
Der Dienstzeitaufwand und die Verzinsung der Nettoschuld werden in den folgenden Posten der
Konzern-Gewinn- und Verlustrechnung erfasst:
Nr. 066
2014
Umsatzkosten
Deutschland
USA
Groß­
britannien
Übrige
Länder
Summe
18
-1
0
14
31
Kosten der Forschung und Entwicklung
6
0
0
1
7
Kosten des Vertriebs
2
0
0
2
4
Kosten der allgemeinen Verwaltung
4
0
0
1
5
Im EBIT enthalten
30
-1
0
18
47
Zinsaufwand
52
8
7
8
75
Rechnungsmäßiger Zinsertrag
-5
-6
-7
-6
-24
Im Finanzergebnis enthalten
47
2
0
2
51
Gesamt
77
1
0
20
98
Konzernabschluss
in Mio. EUR
Zusammengefasster
Lagebericht
181
4. Erläuterungen zur Konzern-Bilanz
Umsatzkosten
Kosten der Forschung und Entwicklung
Deutschland
USA
Groß­
britannien
Übrige
Länder
Summe
17
0
0
7
24
5
0
0
1
6
Kosten des Vertriebs
3
0
0
1
4
Kosten der allgemeinen Verwaltung
4
0
0
4
8
Im EBIT enthalten
29
0
0
13
42
Zinsaufwand
50
7
6
8
71
Rechnungsmäßiger Zinsertrag
-6
-5
-7
-4
-22
Im Finanzergebnis enthalten
44
2
-1
4
49
Gesamt
73
2
-1
17
91
Duration
Die gewichtete, durchschnittliche Duration der leistungsorientierten Verpflichtungen
beträgt zum Ende des Berichtsjahres 18,7 Jahre (Vj.: 16,3 Jahre). In den wesentlichen Ländern
Deutschland, den USA und Großbritannien beträgt die durchschnittliche Duration 19,2 Jahre
(Vj.: 16,5 Jahre), 13,1 Jahre (Vj.: 12,0 Jahre) bzw. 25,5 Jahre (Vj.: 24,6 Jahre).
Der Anstieg der Duration im Vergleich zum Vorjahr ergibt sich im Wesentlichen aus der Reduzierung des Abzinsungssatzes, welcher der Ermittlung der Duration zugrunde gelegt wurde.
Weitere Angaben
in Mio. EUR
Konzernanhang
2013
182
Vorwort | Mobilität für morgen | Zusammengefasster Lagebericht | Konzernabschluss | Konzernanhang | Weitere Angaben
Versicherungsmathematische Annahmen
Die Bewertung der leistungsorientierten Verpflichtungen erfolgt zum jeweiligen Bilanzstichtag
unter Anwendung versicherungsmathematischer Annahmen.
Die Annahmen, insbesondere in Bezug auf den Abzinsungssatz, die Lohn- und Gehaltssteigerung sowie der Rentensteigerung, werden für jedes Land separat getroffen.
Die folgende Tabelle zeigt die wichtigsten gewichteten durchschnittlichen versicherungsmathematischen Annahmen in der Schaeffler Gruppe:
Nr. 067
2014
Deutschland
Abzinsungssatz zum 31. Dezember
2,1 %
Zukünftiger Lohn- und Gehaltstrend
3,3 %
Zukünftiger Rententrend
1,8 %
USA
3,9 %
n.a. 1)
2,5 %
Groß­
britannien
3,9 %
n.a. 1)
3,2 %
Übrige
Länder
Gesamt
2,6 %
2,5 %
3,1 %
3,2 %
1,1 %
1,9 %
2013
Deutschland
Abzinsungssatz zum 31. Dezember
3,5 %
Zukünftiger Lohn- und Gehaltstrend
3,3 %
Zukünftiger Rententrend
1,8 %
1)
USA
4,8 %
n.a. 1)
1,3 %
Groß­
britannien
4,5 %
n.a. 1)
3,2 %
Übrige
Länder
Gesamt
3,8 %
3,7 %
3,3 %
3,3 %
1,1 %
1,9 %
ie Pensionspläne in den USA und Großbritannien sind seit 2006 bzw. 2009 geschlossen und derart ausgestaltet, dass die
D
zukünftigen Lohn- und Gehaltstrends keine Auswirkungen auf die Höhe der Nettoverpflichtungen haben.
Die Annahmen bezüglich der Sterblichkeit beruhen auf öffentlichen Statistiken sowie länderspezifischen Sterbetafeln. Für die deutschen Pläne werden die von Prof. Dr. Klaus Heubeck
entwickelten RICHTTAFELN 2005 G der HEUBECK-RICHTTAFELN-GmbH verwendet. Hierbei
handelt es sich um Generationentafeln, die durch geeignete Annahmen insbesondere die
zukünftige steigende Lebenserwartung berücksichtigen.
183
4. Erläuterungen zur Konzern-Bilanz
Die Berechnung des Barwertes der leistungsorientierten Verpflichtung wird wesentlich von der
Wahl der oben genannten Annahmen bestimmt. In der folgenden Tabelle ist die Sensitivität
des Barwertes der leistungsorientierten Verpflichtung bei Änderung einer der wesentlichen
Annahmen dargestellt. Bei der Berechnung wurden Korrelationen zwischen den einzelnen
Annahmen nicht berücksichtigt.
Nr. 068
Zusammengefasster
Lagebericht
Sensitivitätsanalyse
Abzinsungssatz
Lohn- und Gehaltstrend
Rententrend
USA
Groß­
britannien
Übrige
Länder
Summe
Plus 1,0 %
-311
-26
-41
-37
-415
Minus 1,0 %
426
32
57
46
561
Plus 1,0 %
44
n.a. 1)
n.a. 1)
18
62
-38
n.a. 1)
n.a. 1)
-16
-54
Plus 1,0 %
215
0
24
16
255
Minus 1,0 %
-179
0
-20
-10
-209
Minus 1,0 %
2013
Deutschland
in Mio. EUR
Abzinsungssatz
Lohn- und Gehaltstrend
Rententrend
1)
USA
Groß­
britannien
Übrige
Länder
Summe
Plus 1,0 %
-209
-18
-32
-22
-281
Minus 1,0 %
270
22
44
36
372
n.a. 1)
Plus 1,0 %
24
n.a. 1)
16
40
Minus 1,0 %
-28
n.a. 1)
n.a. 1)
-10
-38
Plus 1,0 %
149
0
19
12
180
Minus 1,0 %
-133
0
-16
-7
-156
ie Pensionspläne in den USA und Großbritannien sind seit 2006 bzw. 2009 geschlossen und derart ausgestaltet, dass die LohnD
und Gehaltstrends keine Auswirkungen auf die Höhe der Nettoverpflichtung hat.
Die Lebenserwartung stellt einen weiteren wesentlichen Bewertungsparameter für die
Pensionsverpflichtungen der Schaeffler Gruppe dar. Würde sich die Lebenserwartung in den
wesentlichen Ländern jeweils um ein Jahr verlängern, dann würde dies zu einer Erhöhung des
Barwertes der jeweiligen Verpflichtung um 94 Mio. EUR (Vj.: 65 Mio. EUR) für Deutschland, um
7 Mio. EUR (Vj.: 5 Mio. EUR) für die USA und um 7 Mio. EUR (Vj.: 5 Mio. EUR) für Großbritannien
führen.
Konzernanhang
Deutschland
in Mio. EUR
Weitere Angaben
2014
Konzernabschluss
Veränderung Barwert der leistungsorientierten Verpflichtung
184
Vorwort | Mobilität für morgen | Zusammengefasster Lagebericht | Konzernabschluss | Konzernanhang | Weitere Angaben
Risiken
Die leistungsorientierten Pläne können die Schaeffler Gruppe mit versicherungsmathematischen Risiken, wie bspw. dem Langlebigkeitsrisiko, dem Währungsrisiko, dem Zinsrisiko und
dem Marktanlagerisiko belasten.
Beitragsorientierte Pläne
Im Geschäftsjahr 2014 sind Aufwendungen für beitragsorientierte Pläne in Höhe von
10 Mio. EUR entstanden (Vj.: 12 Mio. EUR). Der überwiegende Teil mit 6 Mio. EUR
(Vj.: 8 Mio. EUR) entfällt dabei auf Pläne in den USA.
4.11Rückstellungen
Nr. 069
Personal­
in Mio. EUR
aufwen­
dungen
Gewährleistungen
Sonstige
Steuern
Haftungsund
Prozessrisiken
Sonstige
Summe
130
80
34
11
429
684
Zuführungen
34
27
4
2
77
144
Inanspruchnahme
-41
-39
-8
-5
-390
-483
Auflösungen
Bestand zum 01. Januar 2014
-32
-5
0
-2
-13
-52
Zinsaufwendungen
5
0
0
0
1
6
Währungsumrechnung
0
1
0
0
2
3
96
64
30
6
106
302
Bestand zum 31. Dezember 2014
Die Rückstellungen können jeweils wie folgt in einen lang- und einen kurzfristigen Anteil
aufgeteilt werden:
Nr. 070
31.12.2014
in Mio. EUR
31.12.2013
Langfristig
Kurzfristig
Kurzfristig
Gesamt
55
41
96
81
49
130
Gewährleistungen
0
64
64
0
80
80
Sonstige Steuern
0
30
30
0
34
34
Personalaufwendungen
Haftungs- und Prozessrisiken
Gesamt Langfristig
0
6
6
0
11
11
Sonstige
15
91
106
14
415
429
Gesamt
70
232
302
95
589
684
185
4. Erläuterungen zur Konzern-Bilanz
Der Rückgang der sonstigen Rückstellungen gegenüber dem Vorjahr resultierte im
Wesentlichen aus der Inanspruchnahme der Rückstellung für das EU-Kartellverfahren im Jahr
2014. Im Dezember 2013 wurden 380 Mio. EUR als bilanzielle Risikovorsorge zurückgestellt.
Im März 2014 hatte die EU-Kommission gegen Unternehmen der Schaeffler Gruppe ein Bußgeld
in Höhe von 370,5 Mio. EUR verhängt. Das Bußgeld wurde im Juni 2014 gezahlt. Die Auflösung
der Rückstellung in Höhe von 9,5 Mio. EUR wurde in den sonstigen Erträgen erfasst (vgl. Tz. 3.2).
Zum 31. Dezember 2014 enthielten die sonstigen Rückstellungen u. a. bilanzielle Risikovorsorgen für die laufenden Untersuchungen der Kartellbehörden in Korea und Brasilien. Des
Weiteren waren Rückstellungen für Umweltrisiken, Archivierung und Erfindervergütungen in
den sonstigen Rückstellungen enthalten.
4.12Sonstige finanzielle Verbindlichkeiten und
sonstige Verbindlichkeiten
Nr. 071
31.12.2014
in Mio. EUR
Langfristig
Kurzfristig
0
240
240
10
77
87
Konzernanhang
Die Rückstellungen für sonstige Steuern umfassten insbesondere Grunderwerbsteuer im
Zusammenhang mit konzerninternen Umstrukturierungen.
Konzernabschluss
Zusammengefasster
Lagebericht
Die Rückstellungen für Personalaufwendungen beinhalteten im Wesentlichen
Rückstellungen für Jubiläumsverpflichtungen in Höhe von 29 Mio. EUR (Vj.: 20 Mio. EUR)
und Rückstellungen für Personalstrukturmaßnahmen an den Standorten Schweinfurt und
Wuppertal in Höhe von 25 Mio. EUR (Vj.: 39 Mio. EUR).
31.12.2013
Gesamt Langfristig
Kurzfristig
Gesamt
0
180
180
152
15
167
Verbindlichkeiten gegenüber
Mitarbeitern
Derivative finanzielle
Verbindlichkeiten
Übrige finanzielle Verbindlichkeiten
11
241
252
10
210
220
Summe
21
558
579
162
405
567
Die Verbindlichkeiten gegenüber Mitarbeitern beinhalteten im Wesentlichen Erfolgs­
beteiligungen. Der Anstieg gegenüber dem Vorjahr war vor allem auf die positive Geschäftsentwicklung der Schaeffler Gruppe im Geschäftsjahr 2014 und den gezielten Personalaufbau
zurückzuführen.
Die derivativen finanziellen Verbindlichkeiten beinhalteten Devisentermingeschäfte
und Zinswährungsswaps. Diese wurden zur Absicherung von Währungsrisiken in der
Schaeffler Gruppe verwendet. Der Rückgang war im Wesentlichen auf einen Marktwertanstieg
der Zinswährungsswaps zurückzuführen, dem negative Marktwertänderungen der Devisen­
termingeschäfte entgegenstanden.
Weitere Angaben
Sonstige finanzielle
Verbindlichkeiten
186
Vorwort | Mobilität für morgen | Zusammengefasster Lagebericht | Konzernabschluss | Konzernanhang | Weitere Angaben
In den übrigen finanziellen Verbindlichkeiten waren hauptsächlich Abgrenzungen für
Verkaufsaufwendungen (Boni, Rabatte, Skonti) und Stückzinsen der Anleihen enthalten.
Angaben zu Währungs- und Liquiditätsrisiken der Schaeffler Gruppe in Bezug auf die sonstigen
finanziellen Verbindlichkeiten finden sich unter Tz. 4.13.
Nr. 072
31.12.2014
in Mio. EUR
31.12.2013
Langfristig
Kurzfristig
Gesamt Langfristig
Kurzfristig
Gesamt
Verbindlichkeiten aus sozialer
Sicherheit
3
40
43
3
38
41
Erhaltene Anzahlungen
0
31
31
0
31
31
Sonstige Steuerverbindlichkeiten
0
84
84
0
78
78
Übrige Verbindlichkeiten
5
158
163
3
135
138
Summe
8
313
321
6
282
288
Sonstige Verbindlichkeiten
Die Verbindlichkeiten aus sozialer Sicherheit beinhalteten im Wesentlichen abzuführende
Sozialversicherungsbeiträge.
In den übrigen Verbindlichkeiten waren überwiegend Verpflichtungen aus Urlaubs- und
Gleitzeitansprüchen enthalten.
187
4. Erläuterungen zur Konzern-Bilanz
Zusammengefasster
Lagebericht
4.13Finanzinstrumente
Die folgende Tabelle enthält die Buchwerte und die beizulegenden Zeitwerte der Finanzinstrumente, aufgegliedert nach Klassen der Konzern-Bilanz und je Kategorie gemäß IFRS 7.8. Dabei
wurden auch die Derivate mit bilanzieller Sicherungsbeziehung berücksichtigt, obwohl diese
keiner Bewertungskategorie des IAS 39 angehören. Reklassifizierungen von Finanzinstrumenten zwischen den Kategorien fanden nicht statt.
in Mio. EUR
31.12.2014
31.12.2013
Buchwert
Beizulegender
Zeitwert
Kategorie
gemäß
IFRS 7.8
Buchwert
Beizulegender
Zeitwert
LaR
1.900
1.900
1.676
1.676
AfS
14
-
14
-
Finanzielle Vermögenswerte, nach Klassen
Forderungen aus Lieferungen und Leistungen
Sonstige Finanzanlagen
1)
Konzernabschluss
Nr. 073
•
Handelbare Wertpapiere
AfS
12
12
9
9
•
A ls Sicherungsinstrument designierte Derivate
n.a.
24
24
42
42
•
icht als Sicherungsinstrument
N
designierte Derivate
HfT
245
245
207
207
Ü brige finanzielle Vermögenswerte
LaR
2.022
2.036
177
177
LaR
636
636
300
300
Finanzschulden
FLAC
6.414
6.846
5.753
6.325
Verbindlichkeiten aus Lieferungen und
Leistungen
FLAC
1.261
1.261
1.022
1.022
•
Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente
Konzernanhang
Sonstige finanzielle Vermögenswerte
Sonstige finanzielle Verbindlichkeiten
•
A ls Sicherungsinstrument designierte Derivate
n.a.
64
64
104
104
•
icht als Sicherungsinstrument
N
designierte Derivate
HfT
23
23
63
63
FLAC
492
492
400
400
26
-
23
-
245
-
207
-
Kredite und Forderungen (LaR)
4.558
-
2.153
-
Finanzielle Verbindlichkeiten, die zu
fortgeführten Anschaffungskosten bewertet
werden (FLAC)
8.167
-
7.175
-
23
-
63
-
•
Ü brige finanzielle Verbindlichkeiten
Zusammenfassung pro Kategorie
Zur Veräußerung verfügbare finanzielle
Vermögenswerte (AfS)
Zu Handelszwecken gehaltene finanzielle
Vermögenswerte (HfT)
Zu Handelszwecken gehaltene finanzielle
Verbindlichkeiten (HfT)
1)
Zu Anschaffungskosten bewertete Beteiligungen.
Weitere Angaben
Finanzielle Verbindlichkeiten, nach Klassen
188
Vorwort | Mobilität für morgen | Zusammengefasster Lagebericht | Konzernabschluss | Konzernanhang | Weitere Angaben
Bei den Forderungen aus Lieferungen und Leistungen, den übrigen finanziellen Vermögenswerten und den Zahlungsmitteln und Zahlungsmitteläquivalenten wird aufgrund der
kurzfristigen Laufzeit angenommen, dass der Buchwert dem beizulegenden Zeitwert entspricht.
Davon ausgenommen sind die in den sonstigen finanziellen Vermögenswerten enthaltenen
Darlehensforderungen in Höhe von 1.700 Mio. EUR (vgl. Tz. 4.6, Tz. 4.8 und Tz 5.5). Diese haben
eine Laufzeit von zehn Jahren.
Die sonstigen Finanzanlagen beinhalteten Beteiligungen (Anteile an Kapitalgesellschaften
sowie Genossenschaftsanteile), für die keine auf einem aktiven Markt notierten Preise
vorliegen, so dass eine verlässliche Ermittlung des beizulegenden Zeitwertes dieser Instrumente
nicht möglich ist. Daher wurden die Beteiligungen zu Anschaffungskosten bilanziert. Anteilige
Veräußerungen dieser Beteiligungen erfolgten im Geschäftsjahr 2014 nicht. Ebenso ist ein (teilweiser) Verkauf in absehbarer Zukunft nicht geplant. Die handelbaren Wertpapiere beinhalten
fast ausschließlich Eigenkapitalinstrumente in Form von Anteilen an Geldmarktfonds.
Derivate mit bilanzieller Sicherungsbeziehung kommen ausschließlich im Rahmen von
Cash Flow Hedges zur Absicherung von Währungsrisiken zum Einsatz. Als Sicherungsinstrumente werden dafür Zinswährungsswaps und Devisentermingeschäfte eingesetzt.
Für die Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen und die übrigen finanziellen Verbindlichkeiten wurde angenommen, dass der Buchwert dem beizulegenden Zeitwert entspricht.
Ausführungen zur Höhe der als Sicherheiten verpfändeten finanziellen Vermögenswerte sind
den Anmerkungen zu den jeweiligen Bilanzposten zu entnehmen. Die Grundlagen der Verpfändung von finanziellen und nicht-finanziellen Vermögenswerten der Schaeffler Gruppe sind im
Facilities Agreement sowie in den Anleihenverträgen enthalten (vgl. Tz. 4.9). Die Sicherheiten
sind grundsätzlich für die Laufzeit der Kredit- und Anleiheverträge gestellt und können bspw.
im Fall der Nichteinhaltung der definierten Finanzkennzahlen (Financial Covenants) aufgrund
eines außerordentlichen Kündigungsrechts der Kreditgeber verwertet werden.
Für finanzielle Vermögenswerte und Verbindlichkeiten, die entweder zum beizulegenden
Zeitwert bewertet werden oder für die eine Angabe des beizulegenden Zeitwertes im Konzernanhang erfolgt, wurde auf Basis der Ermittlungsweise des beizulegenden Zeitwertes eine dreistufige hierarchische Einstufung vorgenommen (Level 1 bis Level 3). Diese trägt der Erheblichkeit
der in die Bewertung einfließenden Faktoren Rechnung. Gemäß den Stufen der Hierarchie wird
der beizulegende Zeitwert eines Finanzinstrumentes mittels der folgenden Faktoren ermittelt:
• Level 1: auf aktiven Märkten für identische Vermögenswerte oder Verbindlichkeiten notierte
Preise. Hierunter fallen die handelbaren Wertpapiere, deren beizulegender Zeitwert sich
anhand des Börsenkurses zum Stichtag für die gehaltenen Fonds bestimmt.
• Level 2: basierend auf einem Bewertungsverfahren, dessen wesentliche Faktoren auf
beobachtbaren Marktdaten beruhen. Hierunter fallen neben den vorhandenen Zinswährungsswaps und Devisentermingeschäften auch die langfristigen Darlehensforderungen, die
Finanzschulden sowie separat zu bilanzierende eingebettete Derivate. Die Bewertung dieser
Finanzinstrumente erfolgt auf Basis anerkannter Bewertungsverfahren unter Zugrundelegung
der am Markt beobachtbaren relevanten Inputparameter. Der beizulegende Zeitwert der
Finanzschulden ergibt sich als Barwert der erwarteten zukünftigen Cash Flows. Die Diskontierung erfolgt auf Basis der am Bilanzstichtag gültigen risikoadäquaten Zinssätze.
• Level 3: basierend auf einem Bewertungsverfahren, dessen wesentliche Faktoren nicht
auf beobachtbaren Marktdaten beruhen. In der Schaeffler Gruppe sind keine derartigen
Finanzinstrumente vorhanden.
Die folgende Übersicht stellt die beizulegenden Zeitwerte der finanziellen Vermögenswerte
und Verbindlichkeiten sowie deren Leveleinstufung dar. Finanzielle Vermögenswerte und
Verbindlichkeiten, bei denen angenommen wird, dass der Buchwert dem beizulegenden
Zeitwert entspricht, sind nicht enthalten.
Nr. 074
in Mio. EUR
Level 1
Level 2
Zusammengefasster
Lagebericht
189
4. Erläuterungen zur Konzern-Bilanz
Gesamt
31. Dezember 2014
24
Nicht als Sicherungsinstrument designierte Derivate
Sonstige finanzielle Vermögenswerte
Summe finanzielle Vermögenswerte
12
Finanzschulden
24
245
245
1.714
1.714
1.983
1.995
6.846
6.846
Als Sicherungsinstrument designierte Derivate
64
64
Nicht als Sicherungsinstrument designierte Derivate
23
23
6.933
6.933
Summe finanzielle Verbindlichkeiten
0
31. Dezember 2013
Handelbare Wertpapiere
9
Als Sicherungsinstrument designierte Derivate
Nicht als Sicherungsinstrument designierte Derivate
Sonstige finanzielle Vermögenswerte
Summe finanzielle Vermögenswerte
9
Finanzschulden
Als Sicherungsinstrument designierte Derivate
Nicht als Sicherungsinstrument designierte Derivate
Summe finanzielle Verbindlichkeiten
0
9
42
42
207
207
0
0
249
258
6.325
6.325
104
104
63
63
6.492
6.492
Jeweils zum Ende einer Berichtsperiode wird überprüft, ob Umgruppierungen zwischen
Bewertungshierarchien vorzunehmen sind. In der Berichtsperiode wurden keine Transfers
zwischen den verschiedenen Leveln vorgenommen.
Konzernabschluss
Als Sicherungsinstrument designierte Derivate
12
Konzernanhang
12
Weitere Angaben
Handelbare Wertpapiere
190
Vorwort | Mobilität für morgen | Zusammengefasster Lagebericht | Konzernabschluss | Konzernanhang | Weitere Angaben
Die Nettogewinne und -verluste nach Kategorien von Finanzinstrumenten gemäß
IFRS 7.20 ergeben sich wie folgt:
Nr. 075
aus der Folgebewertung
aus Zinsen
und Dividenden
zum Fair
Value
-
Zu Handelszwecken gehaltene
finanzielle Vermögenswerte und
Verbindlichkeiten
-2
Kredite und Forderungen
9
in Mio. EUR
Zur Veräußerung verfügbare
finanzielle Vermögenswerte
Finanzielle Verbindlichkeiten, die zu
fortgeführten Anschaffungskosten
bewertet werden
-489
Summe
-482
Wertberichtigung
Währungsumrechnung
Nettoergebnis
2014
2013
1
1
1
174
172
91
26
34
-6
-260
-749
-346
-234
-542
-260
-1
175
-1
Das Zinsergebnis aus finanziellen Vermögenswerten bzw. Verbindlichkeiten, die zu fortgeführten Anschaffungskosten bilanziert wurden, ist in den Zinserträgen aus finanziellen
Vermögenswerten bzw. den Zinsaufwendungen aus Finanzschulden enthalten (vgl. Tz. 3.5).
Der Nettogewinn in Höhe von 172 Mio. EUR (Vj.: 91 Mio. EUR) aus zu Handelszwecken
gehaltenen finanziellen Vermögenswerten und Verbindlichkeiten entfiel ausschließlich auf
Derivate. Von diesem Nettogewinn wurden 190 Mio. EUR (Vj.: 38 Mio. EUR) im Finanzergebnis
gezeigt. Fair Value Änderungen der separat bilanzierten eingebetteten Derivate führten zu
Aufwendungen in Höhe von 55 Mio. EUR (Vj.: Erträge in Höhe von 114 Mio. EUR).
Die Wertberichtigung bei finanziellen Vermögenswerten der Kategorie Kredite und Forderungen
unterteilte sich in eine Wertaufholung in Höhe von 5 Mio. EUR (Vj.: 3 Mio. EUR) sowie eine
Wertminderung in Höhe von 6 Mio. EUR (Vj.: 6 Mio. EUR) und entfiel im Geschäftsjahr 2014
ausschließlich auf die Klasse Forderungen aus Lieferungen und Leistungen.
4. Erläuterungen zur Konzern-Bilanz
191
Der Vorstand der Schaeffler Gruppe trägt die Gesamtverantwortung für die Einrichtung und
Aufsicht über das Risikosteuerungssystem des Konzerns. Die Finanzabteilung ist verantwortlich für die Entwicklung und Überwachung dieser Risikosteuerung und berichtet diesbezüglich
regelmäßig an den Vorstand Finanzen der Schaeffler Gruppe.
Es existieren konzernweite Richtlinien der Risikosteuerung zwecks Identifikation und Analyse
der Risiken der Schaeffler Gruppe, Bestimmung angemessener Risikogrenzen und -kontrollen
sowie Überwachung der Risiken sowie Einhaltung der Grenzwerte. Die Verfahren und Systeme
der Risikosteuerung werden regelmäßig überprüft, um angemessen auf Änderungen der Marktbedingungen bzw. Änderungen der Aktivitäten der Schaeffler Gruppe reagieren zu können.
Für den Einsatz von Sicherungsinstrumenten bestehen Richtlinien, deren Einhaltung
regelmäßig überprüft wird. Interne Abwicklungsrisiken werden durch eine strikte funktionale
Trennung der Aufgabenbereiche minimiert.
Konzernabschluss
Aufgrund der bestehenden Finanzinstrumente ist die Schaeffler Gruppe verschiedenen Risiken
ausgesetzt.
Zusammengefasster
Lagebericht
Finanzrisikomanagement
Liquiditätsrisiko
Das Risiko, dass die Schaeffler Gruppe ihre Zahlungsverpflichtungen bei Fälligkeit nicht
erfüllen kann, wird als Liquiditätsrisiko bezeichnet. Im Rahmen der Steuerung ihres Liquiditätsrisikos stellt die Schaeffler Gruppe sicher, dass stets ausreichend Liquidität zur Erfüllung
fälliger Verbindlichkeiten zur Verfügung steht, ohne dabei untragbare Verluste einzugehen
oder die Reputation der Schaeffler Gruppe zu gefährden.
Das Monitoring und die Steuerung des Liquiditätsrisikos werden anhand einer rollierenden
Liquiditätsplanung mit einem Planungshorizont von vier Wochen über 13 Wochen bis hin zu
zwölf bzw. 18 Monaten durchgeführt. Sowohl der Liquiditätsstatus als auch der Liquiditätsplan
werden regelmäßig an den Vorstand Finanzen berichtet.
Die Schaeffler Gruppe sichert die Einhaltung der Finanzierungsvoraussetzungen des operativen
Geschäfts sowie der finanziellen Verpflichtungen durch den Einsatz von Eigenkapital,
Cash Pool Vereinbarungen, konzerninternen Krediten sowie gewährten Kreditlinien auf Basis
der jeweiligen rechtlichen und steuerlichen Vorschriften. Es kann auf eine Kreditlinie über
1.000 Mio. EUR zurückgegriffen werden. Die Verzinsung beläuft sich auf den Euribor plus
287,5 Basispunkte.
Weitere Angaben
Die Schaeffler Gruppe unterteilt diese Risiken in Liquiditätsrisiko, Kontrahentenrisiko und
Marktrisiken (Zins-, Währungs- und sonstige Marktpreisrisiken).
Konzernanhang
Weitere Ausführungen zur Steuerung finanzieller Risiken befinden sich im „Chancen- und
Risikobericht“ im zusammengefassten Lagebericht.
192
Vorwort | Mobilität für morgen | Zusammengefasster Lagebericht | Konzernabschluss | Konzernanhang | Weitere Angaben
Die folgende Übersicht zeigt die vertraglich vereinbarten Zins- und Tilgungszahlungen aus
Finanzschulden und derivativen Verbindlichkeiten der Schaeffler Gruppe:
Nr. 076
in Mio. EUR
Vertraglich
vereinb.
ZahlungsBuchwert
ströme
Bis zu
1 Jahr
1-5 Jahre
Mehr als
5 Jahre
31. Dezember 2014
Nicht-derivative finanzielle Verbindlichkeiten
8.167
9.703
2.066
3.879
3.758
•
Finanzschulden
6.414
7.949
320
3.871
3.758
•
erbindlichkeiten aus Lieferungen und
V
Leistungen
1.261
1.261
1.261
0
0
•
Übrige finanzielle Verbindlichkeiten
492
493
485
8
0
87
17
74
-11
-46
8.254
9.720
2.140
3.868
3.712
7.175
8.690
1.711
5.450
1.529
Derivative finanzielle Verbindlichkeiten
Summe
31. Dezember 2013
Nicht-derivative finanzielle Verbindlichkeiten
•
Finanzschulden
5.753
7.268
297
5.442
1.529
•
erbindlichkeiten aus Lieferungen und
V
Leistungen
1.022
1.022
1.022
0
0
•
Übrige finanzielle Verbindlichkeiten
400
400
392
8
0
167
149
25
95
29
7.342
8.839
1.736
5.545
1.558
Derivative finanzielle Verbindlichkeiten
Summe
Die vertraglich vereinbarten Zahlungsströme in Bezug auf die Finanzschulden umfassen
erwartete Zinsen sowie den Rückzahlungsbetrag der Kredite. Die vertraglich vereinbarten
Zahlungsströme in Bezug auf die derivativen finanziellen Verbindlichkeiten umfassen die
undiskontierten, erwarteten Cash Flows umgerechnet zu Stichtagskursen.
Kontrahentenrisiko
Das Risiko eines finanziellen Verlustes für die Schaeffler Gruppe aufgrund des Ausfalls eines
Kunden bzw. Geschäftspartners wird als Kontrahentenrisiko bezeichnet. Von diesem Risiko
sind im Wesentlichen die Forderungen aus Lieferungen und Leistungen sowie die übrigen
finanziellen Vermögenswerte betroffen.
Das Kontrahentenrisiko aus Forderungen aus Lieferungen und Leistungen wird durch die
laufende Überwachung des Finanzstatus, der Kreditwürdigkeit sowie der Zahlungshistorie der
jeweiligen Kunden kontrolliert. Weitere Maßnahmen der Steuerung des Ausfallrisikos sind ein
effizientes Mahnverfahren und der Einsatz von Warenkreditversicherungen. Alle relevanten
Regelungen sind in einer Richtlinie der Schaeffler Gruppe festgehalten.
Das Ausfallrisiko derivativer Finanzinstrumente entsteht, soweit Kontrahenten ihren
Zahlungsverpflichtungen nicht oder nur eingeschränkt nachkommen. Zur Begrenzung dieses
Risikos werden entsprechend Kontrakte nur mit ausgewählten Banken abgeschlossen.
Das maximale Ausfallrisiko am Bilanzstichtag ohne Berücksichtigung von Sicherheiten
entspricht dem jeweiligen Buchwert der finanziellen Vermögenswerte.
In Bezug auf Forderungen aus Lieferungen und Leistungen, die weder wertberichtigt noch
überfällig sind, sind dem Vorstand der Schaeffler Gruppe keinerlei Anzeichen bekannt, dass
die Debitoren ihren Zahlungsverpflichtungen nicht nachkommen werden. In Bezug auf die
sonstigen finanziellen Vermögenswerte, d. h. die handelbaren Wertpapiere, die derivativen
finanziellen Vermögenswerte sowie die übrigen finanziellen Vermögenswerte ergeben sich über
die vorgenommenen Wertberichtigungen hinaus keine Anzeichen, dass die Gegenpartei ihre
zukünftigen vertraglichen Verpflichtungen nicht erfüllen kann.
Bei Forderungen aus Lieferungen und Leistungen besteht in der Sparte Automotive eine
Risikokonzentration auf diverse Automobilhersteller (vgl. Tz. 5.4).
Konzernabschluss
Das Ausfallrisiko aus den langfristigen Darlehensforderungen in Höhe von 1.700 Mio. EUR
gegenüber nahestehenden Unternehmen ist dadurch begrenzt, dass die von der Schaeffler
Beteiligungsholding GmbH & Co. KG gehaltenen Aktien der Continental AG mit einem Marktwert (Referenz XETRA, Stichtag 12. Dezember 2014) in Höhe des zweifachen Darlehensbetrages
als Sicherheit bereitgestellt werden.
Zusammengefasster
Lagebericht
193
4. Erläuterungen zur Konzern-Bilanz
Variable Zinsvereinbarungen bergen das Risiko steigender Zinsen bei finanziellen Verbindlichkeiten bzw. fallender Zinsen bei finanziellen Anlagen. Dieses Risiko wird bewertet,
eingeschätzt und bei Bedarf durch den Einsatz von derivativen Zinssicherungsinstrumenten
gesteuert. Gegenstand dieser Steuerung sind die zinstragenden Netto-Finanzschulden der
Schaeffler Gruppe.
Konzernanhang
Zinsänderungsrisiko
Nr. 077
Buchwert
in Mio. EUR
Variabel verzinsliche Instrumente
•
Finanzielle Schulden
Festverzinsliche Instrumente
•
Finanzielle Schulden
31.12.2014
31.12.2013
1.775
2.212
1.775
2.212
4.639
3.527
4.639
3.527
Gemäß IFRS 7 sind mittels Sensitivitätsanalyse Effekte aus Finanzinstrumenten durch die
Änderung von Zinssätzen auf Ergebnis und Eigenkapital darzustellen.
Zur Berechnung der Sensitivität wurde die Annahme getroffen, dass alle anderen Variablen,
insbesondere Devisenkurse, konstant bleiben. Des Weiteren wird bei der Analyse unterstellt,
dass die Zinssätze aufgrund vertraglicher Vereinbarungen nicht kleiner als 0 % werden können.
Weitere Angaben
Die Finanzschulden der Schaeffler Gruppe lassen sich in Bezug auf die grundlegende
Ausgestaltung des jeweiligen Zinssatzes wie folgt zusammenfassen:
194
Vorwort | Mobilität für morgen | Zusammengefasster Lagebericht | Konzernabschluss | Konzernanhang | Weitere Angaben
In Bezug auf variabel verzinsliche Instrumente würde eine Verschiebung der Zinskurve um
100 Basispunkte (Bp) zum 31. Dezember 2014 das Periodenergebnis bzw. das Eigenkapital
folgendermaßen beeinflussen (erhöhen bzw. vermindern).
Nr. 078
Periodenergebnis
in Mio. EUR
Eigenkapital
Plus 100 Bp
Minus 100 Bp
Plus 100 Bp
Minus 100 Bp
Variabel verzinste Instrumente
-7
0
0
0
Nicht als Sicherungsinstrumente
designierte Zinsderivate
-4
3
0
0
-11
3
0
0
-8
1
0
0
Nicht als Sicherungsinstrumente
designierte Zinsderivate
-30
55
0
0
Summe
-38
56
0
0
Zum 31. Dezember 2014
Summe
Zum 31. Dezember 2013
Variabel verzinste Instrumente
Der Effekt aus den variabel verzinsten Instrumenten ist rein auf eine erhöhte bzw. verminderte
Zinslast zurückzuführen. Im Vorjahr entfielen bei den nicht als Sicherungsinstrument designierten Zinsderivaten -30 Mio. EUR bzw. 55 Mio. EUR auf das Periodenergebnis und beinhalteten
neben Effekten aus eingebetteten Derivaten in Höhe von -31 Mio. EUR bzw. 55 Mio. EUR Effekte
aus Zinsderivaten in Höhe von 1 Mio. EUR bzw. 0 Mio. EUR.
Währungsrisiken
Die Schaeffler Gruppe ist Währungsrisiken im Zusammenhang mit Verkäufen, Käufen,
Ausleihungen sowie Finanzschulden, die auf eine andere als die funktionale Währung des
jeweiligen Unternehmens der Schaeffler Gruppe lauten, ausgesetzt.
Operative Fremdwährungsrisiken
Die internationale Ausrichtung der Geschäftsaktivitäten führt zu Liefer- und Zahlungsströmen
in unterschiedlichsten Währungen. Daraus leitet sich ein Währungsrisiko ab, denn Vermögenswerte, die in einer Währung mit sinkendem Wechselkurs notiert sind, verlieren an Wert.
Parallel dazu verteuern sich Verbindlichkeiten in einer Währung mit steigendem Wechselkurs.
Die folgende Tabelle zeigt die Fremdwährungsrisiken aus der operativen Geschäftstätigkeit
der Schaeffler Gruppe bezüglich ihrer wesentlichen Währungen und basiert auf den jeweiligen
Nominalwerten zu den entsprechenden Bilanzstichtagen:
Nr. 079
USD
CNY
RON
HUF
1.197
181
-194
-114
Devisentermingeschäfte
-476
0
76
68
Verbleibendes Fremdwährungsrisiko aus
operativer Geschäftstätigkeit
721
181
-118
-46
1.026
0
-167
-115
-608
0
177
86
418
0
10
-29
in Mio. EUR
Zusammengefasster
Lagebericht
195
4. Erläuterungen zur Konzern-Bilanz
Geschätztes Fremdwährungsrisiko aus
operativer Geschäftstätigkeit
Devisentermingeschäfte
Verbleibendes Fremdwährungsrisiko aus
operativer Geschäftstätigkeit
Das geschätzte Fremdwährungsrisiko aus operativer Geschäftstätigkeit stellt das
Fremdwährungsrisiko aus betrieblicher Tätigkeit und Investitionstätigkeit bezogen auf die
jeweils folgenden zwölf Monate dar. Das verbleibende Fremdwährungsrisiko aus operativer
Geschäftstätigkeit gibt das gebündelte Risiko aller Unternehmen der Schaeffler Gruppe wieder,
die keinen lokalen Einschränkungen im Sinne eines Verbotes von Währungsgeschäften mit der
Finanzabteilung der Schaeffler Gruppe unterliegen. Der Posten bildet somit den Unterschiedsbetrag zwischen bilanziell erfassten Grundgeschäften sowie bislang noch bilanzunwirksamen
Grundgeschäften in Form von zukünftig erwarteten Cash Flows aus Fremdwährungen und
bereits bilanziell erfassten Sicherungsinstrumenten ab. Das Währungsrisiko in Ländern
mit Einschränkungen des Devisenverkehrs (vgl. Tz. 4.7) wird von der Finanzabteilung der
Schaeffler Gruppe überwacht. Das größte Währungsrisiko in diesen Ländern resultiert aus dem
US-Dollar und beläuft sich auf ein geschätztes Volumen von -321 Mio. EUR (Vj.: -225 Mio. EUR).
Zu jedem Zeitpunkt sichert die Schaeffler Gruppe einen Großteil der geschätzten Fremd­
währungsrisiken aus operativer Geschäftstätigkeit in Bezug auf geplante Verkäufe und Käufe
innerhalb der jeweils nächsten zwölf Monate ab. Die Schaeffler Gruppe nutzt hierzu Devisen­
termingeschäfte.
IFRS 7 verlangt mittels Sensitivitätsanalyse eine Darstellung der Auswirkungen hypothetischer
Änderungen von Wechselkursen auf Ergebnis und Eigenkapital. Die Änderungen der Wechsel­
kurse werden auf den Bestand aller Finanzinstrumente am Bilanzstichtag bezogen. In die
Analyse werden neben Fremdwährungsforderungen und –verbindlichkeiten aus Lieferungen
und Leistungen derivative Finanzinstrumente, die der Absicherung gegen Fremdwährungs­
risiken dienen, einbezogen.
Konzernanhang
31. Dezember 2013
Weitere Angaben
Geschätztes Fremdwährungsrisiko aus
operativer Geschäftstätigkeit
Konzernabschluss
31. Dezember 2014
196
Vorwort | Mobilität für morgen | Zusammengefasster Lagebericht | Konzernabschluss | Konzernanhang | Weitere Angaben
Im Rahmen der währungsrisikobezogenen Sensitivitätsanalyse für das operative Geschäft
wird eine 10 %ige Abwertung des Euro gegenüber jeder wesentlichen Fremdwährung zum
31. Dezember 2014 simuliert. Hierbei wird die Annahme getroffen, dass alle anderen Variablen,
insbesondere Zinssätze, konstant bleiben.
Die Auswirkungen auf das Periodenergebnis bzw. auf das Eigenkapital aufgrund der Stichtagsbewertung und der Bewertung zum beizulegenden Zeitwert sind aus folgender Tabelle
ersichtlich:
Nr. 080
31.12.2014
in Mio. EUR
31.12.2013
Periodenergebnis
Eigenkapital
Periodenergebnis
Eigenkapital
USD
15
-45
14
-61
CNY
10
0
0
0
HUF
1
5
0
8
RON
-2
9
0
18
Umgekehrt hätte eine 10 %ige Aufwertung des Euro im Vergleich zu den wesentlichen
Fremdwährungen zum 31. Dezember 2014 – wiederum unter der Annahme, dass alle anderen
Variablen konstant bleiben – den gleichen Effekt mit umgekehrtem Vorzeichen bewirkt.
Finanzielle Fremdwährungsrisiken
Kredite zwischen Unternehmen der Schaeffler Gruppe, die auf eine andere als die
funktionale Währung einer der beiden Parteien lauten, werden grundsätzlich mithilfe von
Termingeschäften, die gleichzeitig mit der Rückzahlung der Kredite fällig werden, vollständig
abgesichert.
Währungsrisiken, die aus intern ausgereichten Fremdwährungskrediten resultieren, werden
auf betriebswirtschaftlicher Basis vollständig abgesichert, so dass sich hieraus keine
wesentlichen zusätzlichen Währungsrisiken ergeben.
Teile der Finanzschulden gegenüber Dritten, die auf eine andere als die funktionale Währung
lauten, werden durch den Einsatz von Zinswährungsswaps mit einem Nominalvolumen von
insgesamt 2.510 Mio. USD (Vj.: 2.650 Mio. USD) abgesichert. Die Marktwertänderungen dieser
Zinswährungsswaps, die nicht im Rahmen von Hedge Accounting bilanziert werden (Nominalvolumen von 1.510 Mio. USD; Vj.: 1.250 Mio. USD), wurden im Geschäftsjahr 2014 direkt
ergebniswirksam erfasst. Weitere Absicherungen in diesem Zusammenhang erfolgen über
Devisentermingeschäfte.
Im Rahmen der währungsrisikobezogenen Sensitivitätsanalyse aus Finanzierungstätigkeit wird
eine 10 %ige Abwertung des Euro gegenüber dem US-Dollar zum 31. Dezember 2014 simuliert.
In die Analyse werden Fremdwährungsfinanzschulden und derivative Finanzinstrumente, die
der Absicherung gegen finanzielle Fremdwährungsrisiken dienen, einbezogen. Hierbei wird die
Annahme getroffen, dass alle anderen Variablen, insbesondere Zinssätze, konstant bleiben.
Nr. 081
Eigenkapital
Periodenergebnis
Eigenkapital
Währungseffekte
Finanzschulden
-207
-77
-192
-72
Währungseffekte Derivate
211
14
192
21
4
-63
0
-51
Summe
Sonstige Marktpreisrisiken: Unter die sonstigen Marktpreisrisiken fallen prinzipiell Risiken
aus Änderungen von Börsenkursen und Aktienpreisindizes sowie aus Änderungen von Warenund Rohstoffpreisen für den Fall, dass Bezugsverträge für Waren und Rohstoffe im Einklang mit
den entsprechenden Regelungen des IAS 39 als Finanzinstrumente zu definieren wären.
Dies ist bei der Schaeffler Gruppe nicht der Fall. Die Absicherung gegenüber Waren- und
Rohstoffpreisrisiken erfolgt über langfristige Lieferverträge, die Preisanpassungsklauseln
beinhalten.
Risiken aus Börsenkursen und Aktienpreisindizes betreffen ausschließlich die handelbaren
Wertpapiere. Angesichts der Höhe des Bestands dieser Finanzinstrumente sind die mit diesem
Posten verbundenen Marktpreisrisiken als nicht wesentlich anzusehen.
Konzernabschluss
Periodenergebnis
Konzernanhang
in Mio. EUR
31.12.2013
Weitere Angaben
31.12.2014
Zusammengefasster
Lagebericht
197
4. Erläuterungen zur Konzern-Bilanz
198
Vorwort | Mobilität für morgen | Zusammengefasster Lagebericht | Konzernabschluss | Konzernanhang | Weitere Angaben
Derivative Finanzinstrumente und Sicherungsbeziehungen
Im Rahmen des Risikomanagements werden derivative Finanzinstrumente zur Steuerung von
Risiken eingesetzt. Die Nominalwerte und beizulegenden Zeitwerte der derivativen Finanz­
instrumente stellen sich am Bilanzstichtag wie folgt dar:
Nr. 082
31.12.2014
in Mio. EUR
31.12.2013
Nominalwert
Beizulegender
Zeitwert
Nominalwert
Beizulegender
Zeitwert
975
27
1.353
60
Finanzielle Vermögenswerte
Währungssicherung
Devisentermingeschäfte
davon Hedge Accounting
Zinswährungsswaps
davon Hedge Accounting
566
9
787
42
1.376
79
0
0
305
15
0
0
Zinssicherung
Zinscap
davon Hedge Accounting
0
0
400
0
0
0
0
0
1.238
77
712
15
Finanzielle Verbindlichkeiten
Währungssicherung
Devisentermingeschäfte
davon Hedge Accounting
159
55
310
4
Zinswährungsswaps
537
10
2.020
152
davon Hedge Accounting
461
10
1.070
100
Sicherungsbeziehungen werden in der Schaeffler Gruppe auch bilanziell abgebildet. Dies
erfolgt in Form von Cash Flow Hedges und als Net Investment Hedge. Fair Value Hedges werden
nicht angewandt.
Cash Flow Hedge
Die Devisentermingeschäfte bestimmter Währungen werden teilweise als Cash Flow Hedges
abgebildet, die eine nahezu vollständige Effektivität aufweisen. Die Schwankungen der
beizulegenden Zeitwerte dieser Derivate gehen in das sonstige Ergebnis ein. Die Gewinne und
Verluste aus den Sicherungsinstrumenten werden zu dem Zeitpunkt in der Konzern-Gewinnund Verlustrechnung berücksichtigt, in dem die abgesicherte Transaktion (Grundgeschäft)
realisiert wird. Sowohl der überwiegende Teil der geplanten Transaktionen als auch die daraus
resultierende Erfolgswirkung treten innerhalb des jeweils auf den Bilanzstichtag folgenden
Geschäftsjahres ein.
Der Anteil, der im kumulierten übrigen Eigenkapital erfassten Rücklage aus der Absicherung
von Zahlungsströmen, der auf die Absicherung gegen Währungsrisiken aus dem operativen
Geschäft entfällt, entwickelte sich wie folgt:
Nr. 083
in Mio. EUR
Anfangsbestand zum 01. Januar
Zuführungen
2014
2013
37
23
-45
37
37
23
0
0
-45
37
Zusammengefasster
Lagebericht
199
4. Erläuterungen zur Konzern-Bilanz
•
Sonstige Aufwendungen
Endbestand zum 31. Dezember
Ebenfalls im Rahmen eines Cash Flow Hedge wird die Absicherung des Währungsrisikos aus
in US-Dollar begebenen Anleihen durch Zinswährungsswaps mit einem Nominalvolumen
von 1.000 Mio. USD (Vj.: 1.400 Mio. USD) abgebildet. In diesem Zusammenhang wurde zum
31. Dezember 2014 als effektiver Teil der Zeitwertentwicklung der designierten Finanzinstrumente ein kumulierter Aufwand in Höhe von 9 Mio. EUR (Vj.: 23 Mio. EUR) im sonstigen
Ergebnis erfasst und im kumulierten übrigen Eigenkapital ausgewiesen. Ineffektivitäten
traten keine auf. Die dabei abgesicherten Währungsumrechnungs­effekte werden in den
Jahren 2015 bis 2021 erfolgswirksam erfasst.
Der Anteil der im kumulierten übrigen Eigenkapital erfassten Rücklage aus der Absicherung
von Zahlungsströmen, der auf die Absicherung gegen Währungsrisiken aus Finanzierungstätigkeiten entfällt, entwickelte sich wie folgt:
Konzernanhang
Sonstige Erträge
Konzernabschluss
Auflösungen in die Konzern-Gewinn- und Verlustrechnung
•
in Mio. EUR
Anfangsbestand zum 01. Januar
Zuführungen
2014
2013
-47
-24
81
-74
-90
0
0
51
-56
-47
Auflösungen in die Konzern-Gewinn- und Verlustrechnung
•
Finanzerträge
•
Finanzaufwendungen
Endbestand zum 31. Dezember
Die aus einer beendeten Cash Flow Hedge-Beziehung bis zum 21. November 2013 im sonstigen
Ergebnis erfassten erfolgsneutralen Marktwertänderungen wurden ratierlich über die
Restlaufzeit des Grundgeschäfts bis zum 30. Juni 2014 ergebniswirksam aufgelöst.
Weitere Angaben
Nr. 084
200
Vorwort | Mobilität für morgen | Zusammengefasster Lagebericht | Konzernabschluss | Konzernanhang | Weitere Angaben
Der Anteil der im kumulierten übrigen Eigenkapital erfassten Rücklage aus der Absicherung
von Zahlungsströmen, der auf die Absicherung von Zinsrisiken entfällt, entwickelte sich wie
folgt:
Nr. 085
2014
2013
Anfangsbestand zum 01. Januar
5
2
Zuführungen
0
-33
in Mio. EUR
Auflösungen in die Konzern-Gewinn- und Verlustrechnung
•
Finanzerträge
-5
0
•
Finanzaufwendungen
0
36
0
5
Endbestand zum 31. Dezember
Net Investment Hedge
Ein Teil der Investitionen des Konzerns in die US-Tochterunternehmen der Schaeffler Gruppe
werden durch Teiltranchen der Finanzschulden, die auf US-Dollar lauten (Nominalwert
940 Mio. USD; Vj.: 999 Mio. USD), mittels eines Net Investment Hedge gegen Wechselkursschwankungen abgesichert. Dies reduziert das Translationsrisiko des Konzerns aus den
US-Tochterunternehmen. In diesem Zusammenhang wurde zum 31. Dezember 2014 aus
der Fremdwährungsbewertung der designierten Finanzschulden ein Aufwand in Höhe
von 105 Mio. EUR (Vj.: Ertrag in Höhe von 42 Mio. EUR ) im sonstigen Ergebnis erfasst und
im kumulierten übrigen Eigenkapital ausgewiesen. Eine Unwirksamkeit hinsichtlich der
Absicherung war nicht zu erfassen. Investitionen in andere Tochterunternehmen des Konzerns
wurden nicht abgesichert.
Saldierung von finanziellen Vermögenswerten und finanziellen Verbindlichkeiten
Einzelne Gesellschaften der Schaeffler Gruppe schließen sowohl auf Basis des Deutschen
Rahmenvertrags für Finanztermingeschäfte (DRV) als auch auf Basis des Master Agreement
der International Swaps and Derivatives Association (ISDA) Derivatgeschäfte ab. Grundsätzlich
besteht die Möglichkeit, die Beträge, die gemäß solcher Vereinbarungen von jeder Gegenpartei
an einem einzigen Tag im Hinblick auf alle ausstehenden Transaktionen in der gleichen
Währung geschuldet werden, zu einem einzigen Nettobetrag zusammenzufassen, der von einer
Partei an die andere zu zahlen ist. In bestimmten Fällen – z. B. wenn ein Kreditereignis wie ein
Verzug eintritt – werden alle ausstehenden Transaktionen unter dieser Vereinbarung beendet,
der beizulegende Zeitwert zur Beendigung ermittelt und es ist lediglich ein einziger Nettobetrag
zum Ausgleich aller Transaktionen zu zahlen.
Die deutschen Rahmenverträge und die ISDA-Vereinbarungen erfüllen nicht die Kriterien
für eine Saldierungspflicht in der Konzern-Bilanz. Dies liegt daran, dass zum gegenwärtigen
Zeitpunkt kein Rechtsanspruch auf die Saldierung der erfassten Beträge besteht. Das Recht auf
Saldierung ist nur bei Eintritt künftiger Ereignisse, wie z. B. der Insolvenz einer Vertragspartei,
durchsetzbar. Es bestehen ebenfalls keine Aufrechnungsmöglichkeiten bei direkt von
Tochterunternehmen der Schaeffler Gruppe abgeschlossenen Sicherungsgeschäften.
Die folgende Tabelle stellt die Buchwerte der finanziellen Vermögenswerte und Verbindlichkeiten, die diesen Vereinbarungen unterliegen, dar:
Zusammengefasster
Lagebericht
201
4. Erläuterungen zur Konzern-Bilanz
in Mio. EUR
31.12.2014
31.12.2013
269
249
Finanzielle Vermögenswerte
Bruttowerte der finanziellen Vermögenswerte
Werte die gemäß IAS 32.42 saldiert werden
Nettowerte der finanziellen Vermögenswerte
0
0
269
249
-59
-56
210
193
87
167
0
0
87
167
Konzernabschluss
Nr. 086
Derivate
Nettobetrag der finanziellen Vermögenswerte
Finanzielle Verbindlichkeiten
Bruttowerte der finanziellen Verbindlichkeiten
Werte die gemäß IAS 32.42 saldiert werden
Nettowerte der finanziellen Verbindlichkeiten
Konzernanhang
Werte mit Globalnettingvereinbarung
Derivate
Nettobetrag der finanziellen Verbindlichkeiten
-59
-56
28
111
Weitere Angaben
Werte mit Globalnettingvereinbarung
202
Vorwort | Mobilität für morgen | Zusammengefasster Lagebericht | Konzernabschluss | Konzernanhang | Weitere Angaben
4.14Kapitalmanagement
Die Schaeffler Gruppe verfolgt eine nachhaltige Strategie des profitablen Wachstums. Durch
ein aktives Kapitalmanagement werden die hierfür benötigten finanziellen Ressourcen
bereitgestellt, die Liquidität sichergestellt und die Kreditwürdigkeit der Schaeffler Gruppe
gesichert. Darüber hinaus dient das Kapitalmanagement der Verwaltung und kontinuierlichen
Optimierung der bestehenden Finanzverbindlichkeiten. Die Schaeffler Gruppe hat hierzu alle
erforderlichen Voraussetzungen geschaffen, um Fremdfinanzierungsmittel über den Kapitalmarkt zu beschaffen. Auch zukünftig legt das Management der Schaeffler Gruppe seinen Fokus
auf die Fähigkeit, Finanzinstrumente bei einer breiten Investorenbasis zu platzieren und die
Konditionen der Darlehen und Anleihen weiter zu verbessern.
Im Rahmen dieser bestehenden Finanzierung unterliegt die Schaeffler Gruppe Auflagen, die
die Einhaltung bestimmter Finanzkennzahlen (Financial Covenants, vgl. Tz. 4.9) beinhalten.
Die Einhaltung dieser Financial Covenants wird laufend auf Konzernebene überwacht. Die in
den Definitionen der Kennzahlen verwendeten Berechnungsparameter sind detailliert in den
Kreditverträgen geregelt und lassen sich nicht unmittelbar aus den Zahlen des Konzernabschlusses ableiten.
Im Geschäftsjahr 2014 wurden die Financial Covenants entsprechend den kreditvertraglichen
Regelungen wie im Vorjahr eingehalten. Auf Basis der Planung geht die Schaeffler Gruppe
davon aus, dass die Financial Covenants auch in den Folgejahren eingehalten werden.
Neben den kreditvertraglichen Financial Covenants ermittelt die Schaeffler Gruppe
regelmäßig weitere finanzielle Kennzahlen. Eine weitere Kennzahl stellt das Verhältnis von
Nettoverschuldung zu EBITDA (Ergebnis vor Finanz-, Beteiligungsergebnis, Ertragsteuern und
Abschreibungen) dar, das wie folgt berechnet wird:
Nr. 087
31.12.2014
31.12.2013
Kurzfristige Finanzschulden
1
33
Langfristige Finanzschulden
6.413
5.720
Finanzschulden gesamt
6.414
5.753
636
300
5.778
5.453
in Mio. EUR
Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente
Netto-Finanzschulden gesamt
Gesellschafterdarlehen
0
6
Netto-Finanzschulden ohne Gesellschafterdarlehen
5.778
5.447
Ergebnis vor Finanz-, Beteiligungsergebnis, Ertragsteuern
und Abschreibungen (EBITDA)
2.172
1.660
2,7
3,3
Verhältnis von Netto-Finanzschulden
ohne Gesellschafterdarlehen zu EBITDA
203
4. Erläuterungen zur Konzern-Bilanz | 5. Sonstige Angaben
Zusammengefasster
Lagebericht
5. Sonstige Angaben
Nr. 088
31.12.2014
31.12.2013
Weniger als ein Jahr
54
48
Zwischen einem und fünf Jahren
59
53
in Mio. EUR
Mehr als fünf Jahre
Summe
7
5
120
106
Die Verpflichtungen resultierten im Wesentlichen aus Mietverträgen für Immobilien, Leasingverträgen für Firmenfahrzeuge sowie aus Dienstleistungsverträgen im IT- und Logistikbereich.
Konzernanhang
Die künftigen Mindestzahlungen aus unkündbaren operativen Miet-, Pacht- und Leasingverhältnissen werden wie folgt fällig:
Konzernabschluss
5.1Leasingverhältnisse
5.2Eventualschulden
Zum 31. Dezember 2014 bestanden Eventualschulden in Höhe von 19 Mio. EUR (Vj.: 19 Mio. EUR).
Diese betrafen im Wesentlichen mögliche Ansprüche von Mitarbeitern und ehemaligen
Mitarbeitern sowie mögliche Nachforderungen von Finanzbehörden. Aufgrund einer sehr
geringen Wahrscheinlichkeit der Inanspruchnahme in diesen Fällen sind die Voraussetzungen
zum Ansatz einer Rückstellung nicht gegeben.
Zudem haben seit 2011 mehrere Kartellbehörden Untersuchungen wegen möglicher kartellrechtswidriger Absprachen gegen einige Hersteller von Wälzlagern und anderen Zulieferteilen,
insbesondere für die Automobilindustrie und die sonstige Industrie, eingeleitet. Auch die
Schaeffler AG bzw. Gesellschaften der Schaeffler Gruppe sind von den Untersuchungen
betroffen. Die Untersuchungen der koreanischen Kartellbehörde haben sich im Laufe des
Berichtsjahres dahin gehend konkretisiert, dass zum 31. Dezember 2014 eine bilanzielle
Risikovorsorge getroffen wurde. Die Untersuchungen der brasilianischen Kartellbehörde
beziehen sich auf unterschiedliche Produkte der Schaeffler Gruppe. Für einen Teil dieser
Untersuchungen wurde zum Bilanzstichtag eine bilanzielle Risikovorsorge gebildet. Andere
Teile der Untersuchungen haben sich noch nicht hinreichend konkretisiert. Des Weiteren
Weitere Angaben
Im Geschäftsjahr 2014 wurden 75 Mio. EUR als laufender Aufwand aus operativen Miet-,
Pacht- und Leasingverhältnissen in der Konzern-Gewinn- und Verlustrechnung erfasst
(Vj.: 71 Mio. EUR).
204
Vorwort | Mobilität für morgen | Zusammengefasster Lagebericht | Konzernabschluss | Konzernanhang | Weitere Angaben
laufen auch Untersuchungen der Kartellbehörden in den USA. Es besteht das Risiko, dass die
Kartellbehörden Bußgelder verhängen sowie dass Dritte Schadenersatzforderungen geltend
machen könnten. So haben bereits verschiedene Kläger in den USA und in Kanada Sammelklagen erhoben. Die Höhe möglicher Bußgelder oder Folgeansprüche ist ungewiss und kann
zum gegenwärtigen Zeitpunkt noch nicht abgeschätzt werden.
5.3Zusätzliche Angaben zur KonzernKapitalflussrechnung
In der Konzern-Kapitalflussrechnung enthaltene Veränderungen von Bilanzposten sind nicht
unmittelbar aus der Konzern-Bilanz abzuleiten, da diese um Währungsumrechnungseffekte
angepasst sind.
Im Zusammenhang mit den im Mai und Oktober 2014 durchgeführten Refinanzierungen
standen 731 Mio. EUR aus den Einzahlungen aus der Aufnahme von Krediten und 236 Mio. EUR
aus den Auszahlungen für die Tilgung von Krediten. Die für die Refinanzierungsmaßnahmen
erfolgten Auszahlungen von Vorfälligkeitsentschädigung und Transaktionskosten wurden
im Cash Flow aus laufender Geschäftstätigkeit berücksichtigt. Alle darüber hinaus gehenden
Transaktionen der beiden Refinanzierungen waren zahlungsunwirksam (weitergehende
Erläuterungen siehe Tz. 4.9).
In der Konzern-Kapitalflussrechnung reduzierten sich die Einzahlungen aus der Aufnahme von
Krediten durch die Rückführung von kurzfristigen Finanzschulden auf insgesamt 727 Mio. EUR.
Weitere Auszahlungen resultierten aus einer Teiltilgung in Höhe von 171 Mio. EUR, die
überwiegend durch ein Darlehen der Gesellschafterin Schaeffler Verwaltung Zwei GmbH in
Höhe von 168 Mio. EUR finanziert wurde (vgl. Tz. 5.5).
Eine weitere zahlungsunwirksame Transaktion stellte die im Dezember 2014 erfolgte Erhöhung
des Eigenkapitals der Schaeffler AG dar (vgl. Tz. 4.8 und Tz. 5.5).
Das Finanzausgleichskonto wurde im Geschäftsjahr 2013 vollständig ausgeglichen (vgl. Tz. 1.3).
5.4Segmentberichterstattung
In Einklang mit IFRS 8 erfolgt die Segmentberichterstattung nach dem „Management
Approach“ und orientiert sich an der internen Organisations- und Managementstruktur
einschließlich des internen Berichtswesens an den Vorstand der Schaeffler Gruppe. Schaeffler
betreibt Geschäftstätigkeiten, (1) mit denen Erträge erwirtschaftet werden und bei denen Aufwendungen anfallen können, (2) deren EBIT regelmäßig vom Vorstand der Schaeffler Gruppe
im Hinblick auf Entscheidungen über die Allokation von Ressourcen und die Bewertung der
Ertragskraft überprüft wird und (3) für welche einschlägige Finanzinformationen vorliegen.
Die Geschäftssegmente der Schaeffler Gruppe werden in Einklang mit dem internen Berichtswesen, welches dem Vorstand zur Verfügung gestellt wird, ausgewiesen. Die Schaeffler Gruppe
kann in die zwei im Folgenden beschriebenen Segmente Sparte Automotive und Sparte Industrie eingeteilt werden. Jedes dieser Segmente ist weltweit auf eine spezifische Kundengruppe
ausgerichtet. Die einzelnen Segmente bieten unterschiedliche Produkte und Dienstleistungen
an und werden getrennt voneinander gesteuert, da sie unterschiedlicher Technologie- und
Marketingstrategien bedürfen.
Im Folgenden werden Informationen in Bezug auf die Geschäftstätigkeit der beiden berichtspflichtigen Segmente gegeben. Die Leistungsfähigkeit wird dabei mithilfe des EBIT gemessen,
da der Vorstand davon ausgeht, dass diese Informationen für eine Beurteilung des Ergebnisses
der Segmente im Vergleich zu anderen Unternehmen der betreffenden Branchen am einschlägigsten sind.
Die Größen Umsatzerlöse, EBIT, Vermögenswerte, Investitionen und Abschreibungen werden
basierend auf einer aktuellen Verteilung gemäß Kunden ausgewiesen. Die Zuordnung von
Kunden zu den Sparten wird mindestens jährlich überprüft und gegebenenfalls angepasst. Um
die Segmente in vergleichbarer Form darzustellen, wird auch das Vorjahr gemäß der aktuellen
Kundenstruktur ausgewiesen. Erträge aufgrund von Transaktionen mit anderen Geschäftssegmenten sind nicht enthalten.
Nr. 089
Überleitung auf das Ergebnis vor Ertragsteuern
in Mio. EUR
EBIT
Automotive 1)
EBIT
Industrie 1)
EBIT
Finanzergebnis
Ergebnis aus at Equity bewerteten Beteiligungen
Ergebnis vor Ertragsteuern
1)
Vorjahreswerte gemäß der 2014 angepassten Kundenstruktur ausgewiesen.
2014
2013
1.234
683
289
325
1.523
1.008
-620
-424
1
2
904
586
Konzernabschluss
Industrie: Geschäft mit Produkten und Dienstleistungen mit Herstellern von Anlagegütern.
Diese Kunden sind insbesondere in den Branchen Produktionsanlagen, Antriebstechnik,
Windkraft, Baumaschinen/Traktoren, Konsumgüter, Schwerindustrie, Bahnverkehr und
Energieübertragung sowie im industriellen Sekundärmarkt tätig. Auch das Geschäft mit
Kunden, deren Schwerpunkt in der Luft- und Raumfahrtindustrie liegt, wird in diesem Segment
berichtet. Die wesentlichen Produkte des Segments sind Wälz- und Gleitlager, Linearführungen
und Direktantriebe.
Konzernanhang
Automotive: Geschäft mit Produkten und Dienstleistungen mit Kunden der Automobilbranche.
Dies beinhaltet in erster Linie Hersteller von Pkw und Lkw (OEM), Automobil-Zulieferer
(Tier 1 und Tier 2) sowie solche Unternehmen, die auf den Vertrieb von Ersatzteilen für Pkw
und Lkw ausgerichtet sind (Aftermarket). Das Produktportfolio reicht von Radlagern sowie
Fahrwerks- und Lenkungskomponenten über Getriebebauteile und -entwicklungen bis hin zu
Motorenelementen und Ventilsteuerungssystemen.
Weitere Angaben
Die folgende Zusammenfassung beschreibt die Tätigkeiten jedes der beiden berichtspflichtigen
Segmente der Schaeffler Gruppe:
Zusammengefasster
Lagebericht
205
5. Sonstige Angaben
206
Vorwort | Mobilität für morgen | Zusammengefasster Lagebericht | Konzernabschluss | Konzernanhang | Weitere Angaben
Die berichtspflichtigen Segmente Sparte Automotive und Sparte Industrie werden auf weltweiter Basis gesteuert und betreiben Produktionsstätten und Vertriebsstellen in den Regionen
Europa, Americas, Asien/Pazifik und Greater China.
Mit einem Key Account wurden im Geschäftsjahr 2014 insgesamt Umsatzerlöse in Höhe
von 1.573 Mio. EUR (Vj.: 1.396 Mio. EUR) erzielt. Dies entspricht rund 13,0 % (Vj.: 12,5 %) des
Gesamtumsatzes der Schaeffler Gruppe und rund 17,5 % (Vj.: 17,1 %) der Umsatzerlöse im
Segment Automotive.
Die Schaeffler Gruppe ist nach den Regionen Europa, Americas, Greater China und Asien/Pazifik
ausgerichtet. Im Geschäftsjahr 2014 stellten sich die Umsatzerlöse und langfristigen Vermögenswerte der vier Regionen wie folgt dar:
Regionale Berichterstattung
Nr. 090
Umsatzerlöse 1)
in Mio. EUR
Europa
Langfristige Vermögenswerte 2)
2014
2013
31.12.2014
31.12.2013
6.906
6.526
2.688
2.614
Americas
2.473
2.359
613
505
Asien/Pazifik
1.205
1.130
293
243
Greater China
1.540
1.190
709
545
12.124
11.205
4.303
3.907
Summe
1)
msatzerlöse nach Marktsicht (Kundenstandorten); Vorjahreswerte gemäß der 2014 angepassten Kundenstruktur ausgewiesen.
U
2) L angfristige Vermögenswerte nach Schaeffler-Standorten. Die langfristigen Vermögenswerte umfassen immaterielle
Vermögenswerte und Sachanlagen.
In der Region Europa entfallen auf Deutschland Umsatzerlöse in Höhe von 2.905 Mio. EUR
(Vj.: 2.796 Mio. EUR) und langfristige Vermögenswerte in Höhe von 1.573 Mio. EUR
(Vj.: 1.541 Mio. EUR).
5.5Beziehungen zu nahestehenden Personen
und Unternehmen
Nahestehende Personen
Die Aktien an der Schaeffler AG werden indirekt von Frau Maria-Elisabeth Schaeffler-Thumann
und Herrn Georg F. W. Schaeffler gehalten. Gemäß den Regelungen des IAS 24 stehen
Frau Maria-Elisabeth Schaeffler-Thumann und Herr Georg F. W. Schaeffler sowie deren nahe
Familienangehörige der Schaeffler Gruppe nahe.
207
Zusammengefasster
Lagebericht
5. Sonstige Angaben
Die Gesamtvergütung des seit dem 24. Oktober 2014 bestellten Vorstands der Schaeffler AG
sowie der Geschäftsführung des Rechtsvorgängers IBH betrug im Geschäftsjahr 2014 insgesamt
2 Mio. EUR (Vj.: 6 Mio. EUR). Von dieser Gesamtvergütung entfiel 1 Mio. EUR (Vj.: 5 Mio. EUR)
auf kurzfristig fällige Leistungen, 1 Mio. EUR (Vj.: 1 Mio. EUR) wurde für Leistungen nach
Beendigung des Arbeitsverhältnisses aufwandswirksam erfasst.
Konzernanhang
Personen in Schlüsselpositionen sind Personen, die für die Planung, Leitung und Überwachung
der Tätigkeiten der Schaeffler Gruppe direkt oder indirekt zuständig und verantwortlich
sind. Für die Schaeffler Gruppe sind die Mitglieder des Vorstandes und des Aufsichtsrates
der Schaeffler AG Personen in Schlüsselpositionen und damit einschließlich ihrer nahen
Familienangehörigen der Schaeffler AG nahestehend. Darüber hinaus sind die Mitglieder
der Geschäftsführung des Rechtsvorgängers der Schaeffler AG, der IBH, sowie deren nahe
Familienangehörige der Schaeffler AG ebenfalls nahestehend.
Konzernabschluss
Die direkten Geschäftsbeziehungen zwischen der Schaeffler Gruppe und Frau Maria-Elisabeth
Schaeffler-Thumann und Herrn Georg F. W. Schaeffler sind nicht wesentlich.
Die kurzfristig fälligen Leistungen an Mitglieder des ab Anfang Dezember 2014 tätigen
Aufsichtsrats der Schaeffler AG betrugen 0,2 Mio. EUR (Vj.: 0 Mio. EUR).
Ehemalige Mitglieder des Vorstands (bzw. deren Hinterbliebene) der Schaeffler AG bzw.
ihrer Rechtsvorgänger erhielten im Geschäftsjahr 2014 Bezüge in Höhe von 1 Mio. EUR
(Vj.: 0 Mio. EUR).
Die Rückstellungen für Pension und ähnliche Verpflichtungen gegenüber ehemaligen Mitgliedern des Vorstands (bzw. deren Hinterbliebenen) der Schaeffler AG bzw. ihrer Rechtsvorgänger
belaufen sich zum 31. Dezember 2014 vor Saldierung mit dem entsprechenden Planvermögen
auf 1 Mio. EUR (Vj.: 0 Mio. EUR).
Die Mitglieder des Vorstands der Schaeffler AG, die Mitglieder der Geschäftsführung des
Rechtsvorgängers IBH und die Mitglieder des Aufsichtsrats der Schaeffler AG sowie deren
nahe Familienangehörige erwarben im Rahmen von Erstemissionen im Jahr 2014 Anleihen der
Schaeffler Finance B.V. im Wert von insgesamt 2 Mio. EUR (Vj.: 3 Mio. EUR). Darüber hinaus
wurden in den Jahren 2012 und 2013 emittierte Anleihen im Wert von 1 Mio. EUR von Personen
in Schlüsselpositionen und deren nahen Familienangehörigen zurückgekauft. Die von den
Mitgliedern des Vorstands der Schaeffler AG, den Mitgliedern der Geschäftsführung des
Rechtsvorgängers IBH und den Mitgliedern des Aufsichtsrats der Schaeffler AG sowie deren
nahen Familienangehörigen gehaltenen Anleihen der Schaeffler Finance B.V. besaßen zum
Weitere Angaben
Weitere Vergütungen an Personen in Schlüsselpositionen wurden nicht gewährt.
208
Vorwort | Mobilität für morgen | Zusammengefasster Lagebericht | Konzernabschluss | Konzernanhang | Weitere Angaben
31. Dezember 2014 einen Nennwert von insgesamt 6 Mio. EUR (Vj.: 6 Mio. EUR). Aus diesen
Anleihen erhielten die Personen in Schlüsselpositionen sowie deren nahe Familienangehörige
Zinsen in Höhe von 0,3 Mio. EUR (Vj.: 0,3 Mio. EUR).
Vorschüsse oder Darlehen an Mitglieder des Vorstandes der Schaeffler Gruppe, des Aufsichtsrats der Schaeffler AG sowie der Geschäftsführung der IBH wurden nicht gewährt.
Nahestehende Unternehmen
Als nahestehende Unternehmen gemäß IAS 24 gelten für die Schaeffler Gruppe die Unternehmen, die von der INA-Holding Schaeffler GmbH & Co. KG als oberstes Mutterunternehmen
der Schaeffler AG beherrscht werden, von dieser gemeinschaftlich geführt werden bzw. auf die
die INA-Holding Schaeffler GmbH & Co. KG einen maßgeblichen Einfluss ausübt.
Geschäftsvorfälle mit wesentlichen Tochterunternehmen wurden bereits im Zuge der Konsolidierung eliminiert und sind daher nicht weiter zu erläutern. Geschäftsvorfälle mit assoziierten
Unternehmen und Gemeinschaftsunternehmen waren im Geschäftsjahr 2014 unwesentlich.
Zwischen den Unternehmen der Schaeffler Gruppe und den ihr nahestehenden Unternehmen
bestanden in den Geschäftsjahren 2014 und 2013 Geschäftsbeziehungen.
Im Rahmen der Neuausrichtung der Konzernstruktur (vgl. Tz. 1.2) wurden alle betriebsnotwendigen Vermögenswerte, Schulden sowie Vertragsverhältnisse von der Schaeffler Verwaltung
Zwei GmbH auf die Schaeffler AG übertragen. Insbesondere betraf dies bestehende Arbeitsverhältnisse sowie die zugehörigen personenbezogenen Rückstellungen. Als Ausgleichswert für
die Übertragung der betriebsnotwendigen Vermögenswerte und Schulden verpflichtete sich
die Schaeffler Verwaltung Zwei GmbH eine Ausgleichszahlung in Höhe von 35 Mio. EUR zu
leisten. Die entsprechende Forderung wird unter den sonstigen finanziellen Vermögenswerten
ausgewiesen.
Im Mai 2014 reichte die Schaeffler Beteiligungsholding GmbH & Co. KG über die Schaeffler
Verwaltung Zwei GmbH an die Schaeffler AG eine Dividende der Continental AG in Höhe
von 168 Mio. EUR in Form eines Darlehens weiter. Am 03. November 2014 verzichtete die
Schaeffler Verwaltung Zwei GmbH auf einen Teilbetrag dieser Darlehensforderung in Höhe von
101 Mio. EUR (vgl. Tz. 4.8). Der Restbetrag der Darlehensforderung gegenüber der
Schaeffler Verwaltung Zwei GmbH wurde im Geschäftsjahr 2014 vollständig getilgt.
Die zum 31. Dezember 2013 bestandene Darlehensforderung in Höhe von 6 Mio. EUR gegenüber
übergeordneten Holdinggesellschaften wurde im Geschäftsjahr 2014 vollständig getilgt.
Die Schaeffler AG führt seit dem 01. Oktober 2014 den Cash Pool der Schaeffler Gruppe. Durch
die Übernahme der Cash Pool Funktion vor Neuausrichtung der Konzernstruktur entstanden
schuldrechtliche Beziehungen zur Schaeffler Verwaltung Zwei GmbH in Form von Verrechnungskonten und Darlehenskonten. Die Verzinsung der Verrechnungskonten erfolgt aufgrund
der rollierenden Bestände mit dem Eonia (Euro OverNight Index Average). Die Darlehenskonten
werden mit einem marktüblichen Zinssatz verzinst. Das Verrechnungskonto gegenüber der
Schaeffler Verwaltung Zwei GmbH wies zum Stichtag einen Bestand in Höhe von 236 Mio. EUR
aus.
Geschäftsbeziehungen mit Gesellschaften der Continental Gruppe bestehen in Form von
Lieferungen von Fahrzeugkomponenten, Werkzeugen, Entwicklungsleistungen und sonstigen
Dienstleistungen sowie Vermietungen von Gewerbeflächen. Die Transaktionen mit der
Continental Gruppe wurden zu marktüblichen Bedingungen abgeschlossen.
Die folgende Tabelle zeigt eine Übersicht über alle im Konzernabschluss der Schaeffler Gruppe
enthaltenen Erträge und Aufwendungen aus Transaktionen mit den nahestehenden Unternehmen der Schaeffler Gruppe. Ebenfalls angeführt sind die zum jeweiligen Stichtag im
Konzernabschluss enthaltenen Forderungen und Verbindlichkeiten aus derartigen Transaktionen.
Nr. 091
Forderungen
in Mio. EUR
Nahestehende Unternehmen
Verbindlichkeiten
31.12.2014
31.12.2013
31.12.2014
31.12.2013
1.985
127
21
32
Nr. 092
Aufwendungen
in Mio. EUR
Nahestehende Unternehmen
Erträge
2014
2013
2014
2013
136
115
107
129
Konzernabschluss
Für beide Darlehensforderungen wurde vereinbart, dass spätestens 30 Arbeitstage nach
Abschluss des Darlehensvertrages Continental-Aktien mit einem Marktwert (Referenz XETRA,
Stichtag 12. Dezember 2014) in Höhe des zweifachen Darlehensbetrages als Sicherheit
bereitgestellt werden. Die zu Besicherung dienenden Aktien an der Continental AG werden von
der Schaeffler Beteiligungsholding GmbH & Co. KG gehalten.
Im Vorjahr hatte die Schaeffler Verwaltung Zwei GmbH eine gegenüber der IBH bestehende
Forderung in Höhe von 638 Mio. EUR im Wege der Abtretung in die IBH eingelegt. Die Einlage
führte zur Erhöhung der Rücklagen.
Konzernanhang
Die Zinszahlungsbedingungen dieser Darlehensforderungen sehen vor, dass die Schaeffler
Verwaltung Zwei GmbH sowie die Schaeffler Beteiligungsholding GmbH & Co. KG grundsätzlich
die Möglichkeit haben, die in einer Zinsperiode aufgelaufenen Zinsen nicht an die Schaeffler AG
zu zahlen, sondern diese zu kapitalisieren. Die kapitalisierten Zinsen werden mit dem Zinssatz
des ursprünglichen Darlehens zuzüglich eines Zinsaufschlages verzinst und liegen zwischen
4,75 % und 6,0 %. Die Zinserträge aus diesen Darlehen beliefen sich im Geschäftsjahr 2014 auf
4 Mio. EUR.
Weitere Angaben
Im Rahmen der Neuausrichtung der Konzernstruktur erfolgte eine Kapitalerhöhung mittels
einer Sacheinlage von Darlehensforderungen. Die Schaeffler AG hat damit gegenüber
der Schaeffler Verwaltung Zwei GmbH eine Darlehensforderung in Höhe von nominell
1.071 Mio. EUR sowie gegenüber der Schaeffler Beteiligungsholding GmbH & Co. KG in Höhe
von nominell 629 Mio. EUR (vgl. Tz. 4.8). Beide Darlehensforderungen haben eine Laufzeit bis
Dezember 2024 und wurden in der Berichtsperiode mit 4,0 % p. a. verzinst.
Zusammengefasster
Lagebericht
209
5. Sonstige Angaben
210
Vorwort | Mobilität für morgen | Zusammengefasster Lagebericht | Konzernabschluss | Konzernanhang | Weitere Angaben
5.6Abschlussprüferhonorare
Das gemäß § 314 Abs. 1 Nr. 9 HGB anzugebende Honorar des Konzernabschlussprüfers inklusive
seiner verbundenen Unternehmen für Leistungen in Höhe von 3,6 Mio. EUR (Vj.: 2,4 Mio. EUR)
im Geschäftsjahr 2014 setzte sich wie folgt zusammen: 2,2 Mio. EUR (Vj.: 1,3 Mio. EUR) entfielen
auf Abschlussprüfungsleistungen, 0,3 Mio. EUR (Vj.: 0,4 Mio. EUR) auf andere Bestätigungsleistungen, 0,8 Mio. EUR (Vj.: 0,6 Mio. EUR) auf Steuerberatungsleistungen und 0,3 Mio. EUR
(Vj.: 0,1 Mio. EUR) auf sonstige Leistungen.
Vorgenannte Honorare betrafen Leistungen im Zusammenhang mit der Schaeffler AG und ihren
deutschen Tochterunternehmen. Als Abschlussprüfer gilt die KPMG AG Wirtschaftsprüfungsgesellschaft.
5. Sonstige Angaben
211
Die nachfolgend aufgeführten inländischen Tochterunternehmen erfüllen für das Geschäftsjahr 2014 die gemäß § 264 Abs. 3 HGB bzw. die gemäß § 264b HGB erforderlichen Bedingungen
für die Inanspruchnahme dieser Befreiungsvorschriften und machen davon entsprechend
Gebrauch:
• A S Auslandsholding GmbH, Bühl
Zusammengefasster
Lagebericht
5.7 Erleichterungen nach § 264 Abs. 3 HGB und § 264b HGB
• Dürkopp Maschinenbau GmbH, Schweinfurt
• Egon von Ruville GmbH, Hamburg
• FAG Kugelfischer GmbH, Schweinfurt
• Gesellschaft für Arbeitsmedizin und Umweltschutz mbH – AMUS, Homburg
• I AB Holding GmbH, Herzogenaurach
• I AB Verwaltungs GmbH, Herzogenaurach
• IFT Ingenieurgesellschaft für Triebwerks-Technik mbH, Clausthal-Zellerfeld
Konzernabschluss
• FAG Industrial Services GmbH, Herzogenrath
• INA Automotive GmbH, Herzogenauarch
• INA Beteiligungsverwaltungs GmbH, Herzogenaurach
• Industriewerk Schaeffler INA-Ingenieurdienst GmbH, Herzogenaurach
• LuK Auslandsholding GmbH, Bühl
• LuK Beteiligungsgesellschaft mbH, Bühl
• LuK Vermögensverwaltungsgesellschaft mbH, Bühl
• PD Qualifizierung und Beschäftigung GmbH, Schweinfurt
Konzernanhang
• Industrieaufbaugesellschaft Bühl mbH, Bühl
• Schaeffler Beteiligungsverwaltungs GmbH, Herzogenaurach
• Schaeffler Engineering GmbH, Werdohl
• Schaeffler Versicherungs-Vermittlungs GmbH, Herzogenaurach
• Schaeffler Verwaltungsholding Eins GmbH, Herzogenaurach
• Schaeffler Verwaltungsholding Zwei GmbH, Herzogenaurach
• Schaeffler Verwaltungsholding Drei GmbH, Herzogenaurach
• C VT Verwaltungs GmbH & Co. Patentverwertungs KG, Bühl
• FAG Aerospace GmbH & Co. KG, Schweinfurt
• GURAS Beteiligungs GmbH & Co. Vermietungs-KG, Pullach
• INA – Drives & Mechatronics GmbH & Co. KG, Suhl
(ab 01. Januar 2015: INA – Drives & Mechatronics AG & Co. KG, Suhl)
• LuK GmbH & Co. KG, Bühl
• LuK Truckparts GmbH & Co. KG, Kaltennordheim
• LuK Unna GmbH & Co. KG, Unna
• Schaeffler Automotive Aftermarket GmbH & Co. KG, Langen
Weitere Angaben
• Schaeffler Europa Logistik GmbH, Herzogenaurach
212
Vorwort | Mobilität für morgen | Zusammengefasster Lagebericht | Konzernabschluss | Konzernanhang | Weitere Angaben
• Schaeffler Elfershausen GmbH & Co. KG, Herzogenaurach
(ab 01. Januar 2015: Schaeffler Elfershausen AG & Co. KG, Herzogenaurach)
• Schaeffler Immobilien GmbH & Co. KG, Herzogenaurach
(ab 01. Januar 2015: Schaeffler Immobilien AG & Co. KG, Herzogenaurach)
• Schaeffler Motorenelemente GmbH & Co. KG, Herzogenaurach
(ab 01. Januar 2015: Schaeffler Motorenelemente AG & Co. KG, Herzogenaurach)
• Schaeffler Technologies GmbH & Co. KG, Herzogenaurach
(ab 01. Januar 2015: Schaeffler Technologies AG & Co. KG, Herzogenaurach)
• W PB Water Pump Bearing GmbH & Co. KG, Herzogenaurach
5.8 Ereignisse nach dem Bilanzstichtag
Nach dem 31. Dezember 2014 sind keine Vorgänge von besonderer Bedeutung eingetreten,
von denen wesentliche Einflüsse auf die Ertrags-, Finanz- und Vermögenslage der
Schaeffler Gruppe erwartet werden.
213
5. Sonstige Angaben
Ort
Konzernbeteiligung
in %
Bühl
DE
100,00
A. Tochterunternehmen
I. Deutschland (53)
AS Auslandsholding GmbH
CBF Europe GmbH
Wuppertal
DE
100,00
CVT Beteiligungsverwaltungs GmbH
Bühl
DE
100,00
CVT Verwaltungs GmbH & Co. Patentverwertungs KG
Bühl
DE
100,00
Schweinfurt
DE
100,00
Dürkopp Maschinenbau GmbH
Hamburg
DE
100,00
FAG Aerospace GmbH
Egon von Ruville GmbH
Schweinfurt
DE
100,00
FAG Aerospace GmbH & Co. KG
Schweinfurt
DE
100,00
FAG Industrial Services GmbH
Herzogenrath
DE
100,00
Schweinfurt
DE
100,00
Homburg
DE
100,00
Pullach
DE
99,00
Bühl
DE
100,00
IAB Holding GmbH
Herzogenaurach
DE
100,00
IAB Verwaltungs GmbH
Herzogenaurach
DE
100,00
IDAM Beteiligungs GmbH
Herzogenaurach
DE
100,00
Clausthal-Zellerfeld
DE
100,00
Suhl
DE
100,00
INA Automotive GmbH
Herzogenaurach
DE
100,00
INA Beteiligungsverwaltungs GmbH
Herzogenaurach
DE
100,00
Bühl
DE
100,00
Herzogenaurach
DE
100,00
FAG Kugelfischer GmbH
Gesellschaft für Arbeitsmedizin und Umweltschutz mbH –
AMUS
GURAS Beteiligungs GmbH & Co. Vermietungs-KG
IAB Grundstücksverwaltungsgesellschaft mbH
IFT Ingenieurgesellschaft für Triebwerks-Technik mbH
INA – Drives & Mechatronics GmbH & Co. KG
(ab 01. Januar 2015: INA – Drives & Mechatronics AG & Co. KG)
Industrieaufbaugesellschaft Bühl mbH
Industriewerk Schaeffler INA-Ingenieurdienst GmbH
KWK Verwaltungs GmbH
Langen
DE
100,00
LuK ASG GmbH
Bühl
DE
100,00
LuK Auslandsholding GmbH
Bühl
DE
100,00
LuK Beteiligungsgesellschaft mbH
Bühl
DE
100,00
LuK GmbH & Co. KG
Bühl
DE
100,00
LuK Management GmbH
Bühl
DE
100,00
Kaltennordheim
DE
100,00
LuK Truckparts GmbH & Co. KG
Konzernabschluss
Gesellschaft
Ländercode
Konzernanhang
Nr. 093
Weitere Angaben
Mutterunternehmen ist die Schaeffler AG mit Sitz in Herzogenaurach.
Zusammengefasster
Lagebericht
5.9 Anteilsbesitzliste gemäß § 313 Abs. 2 HGB
214
Vorwort | Mobilität für morgen | Zusammengefasster Lagebericht | Konzernabschluss | Konzernanhang | Weitere Angaben
LuK Unna GmbH & Co. KG
Unna
DE
100,00
LuK Vermögensverwaltungsgesellschaft mbH
Bühl
DE
100,00
MEDUSA Beteiligungsverwaltungs-Gesellschaft Nr. 64 mbH
Bühl
DE
100,00
PD Qualifizierung und Beschäftigung GmbH
Schweinfurt
DE
100,00
Morbach
DE
100,00
Langen
DE
100,00
Schaeffler Beteiligungsgesellschaft mbH
Herzogenaurach
DE
100,00
Schaeffler Beteiligungsverwaltungs GmbH
Herzogenaurach
DE
100,00
Schaeffler Elfershausen GmbH & Co. KG
(ab 01. Januar 2015: Schaeffler Elfershausen AG & Co. KG)
Herzogenaurach
DE
100,00
Raytech Composites Europe GmbH
Schaeffler Automotive Aftermarket GmbH & Co. KG
Schaeffler Engineering GmbH
Werdohl
DE
100,00
Herzogenaurach
DE
100,00
Morbach
DE
100,00
Hamm/Sieg
DE
100,00
Schaeffler Immobilien GmbH & Co. KG
(ab 01. Januar 2015: Schaeffler Immobilien AG & Co. KG)
Herzogenaurach
DE
100,00
Schaeffler Motorenelemente GmbH & Co. KG
(ab 01. Januar 2015: Schaeffler Motorenelemente AG & Co. KG)
Herzogenaurach
DE
100,00
Schaeffler Technologies GmbH & Co. KG
(ab 01. Januar 2015: Schaeffler Technologies AG & Co. KG)
Herzogenaurach
DE
100,00
Schaeffler Versicherungs-Vermittlungs GmbH
Herzogenaurach
DE
100,00
Schaeffler Verwaltungsholding Drei GmbH
Herzogenaurach
DE
100,00
Schaeffler Verwaltungsholding Eins GmbH
Herzogenaurach
DE
100,00
Schaeffler Verwaltungsholding Vier GmbH
Herzogenaurach
DE
100,00
Schaeffler Verwaltungsholding Zwei GmbH
Herzogenaurach
DE
100,00
Schaeffler Europa Logistik GmbH
Schaeffler Friction Products GmbH
Schaeffler Friction Products Hamm GmbH
Unterstützungskasse der FAG Kugelfischer e. V.
Schweinfurt
DE
100,00
WPB Water Pump Bearing Beteiligungsgesellschaft mbH
Herzogenaurach
DE
100,00
WPB Water Pump Bearing GmbH & Co. KG
Herzogenaurach
DE
100,00
Jebel Ali
AE
100,00
II. Ausland (102)
Schaeffler Middle East FZE
Schaeffler Argentina S.R.L.
Buenos Aires
AR
100,00
Berndorf-St. Veit
AT
100,00
Schaeffler Australia Pty Ltd.
Frenchs Forest
AU
100,00
Schaeffler Belgium SPRL
Braine L'Alleud
BE
100,00
Schaeffler Austria GmbH
Schaeffler Bulgaria OOD
Sofia
BG
100,00
LuK do Brasil Embreagens Ltda.
Sorocaba
BR
100,00
Schaeffler Brasil Ltda.
Sorocaba
BR
100,00
FAG Aerospace Inc.
Stratford
CA
100,00
Schaeffler Canada Inc.
Oakville
CA
100,00
Chur
CH
100,00
Grico Invest GmbH
100,00
CH
100,00
Octon G.m.b.H.
Horn
CH
100,00
Santiago
CL
100,00
Schaeffler Chile Rodamientos Ltda.
Schaeffler (China) Co., Ltd.
Taicang
CN
100,00
Schaeffler (Nanjing) Co., Ltd.
Nanjing City
CN
100,00
Schaeffler (Ningxia) Co., Ltd.
Yinchuan
CN
100,00
Schaeffler Aerospace Bearings (Taicang) Co., Ltd.
Taicang
CN
100,00
Schaeffler Friction Products (Suzhou) Co., Ltd.
Suzhou
CN
100,00
Schaeffler Holding (China) Co., Ltd.
Shanghai
CN
100,00
Schaeffler Trading (Shanghai) Co., Ltd.
Shanghai
CN
100,00
Schaeffler Colombia Ltda.
Bogotá
CO
100,00
Lanskroun
CZ
100,00
Prag
CZ
100,00
Schaeffler Danmark ApS
Aarhus
DK
100,00
Schaeffler Iberia, S.L.U.
Elgoibar
ES
100,00
Espoo
FI
100,00
INA Lanskroun, s.r.o.
Schaeffler CZ s.r.o.
Schaeffler Finland Oy
Schaeffler Chain Drive Systems SAS
Calais
FR
100,00
Haguenau
FR
100,00
LuK (UK) Limited
Sheffield
GB
100,00
LuK Leamington Limited
Sheffield
GB
100,00
Schaeffler France SAS
Schaeffler (UK) Limited
Sutton Coldfield
GB
100,00
Schaeffler Automotive Aftermarket (UK) Limited
Sheffield
GB
100,00
Stocklook Limited
Swansea
GB
100,00
The Barden Corporation (UK) Ltd.
Schaeffler Hong Kong Company Limited
Schaeffler Hrvatska d.o.o.
FAG Magyarorszag Ipari Kft.
Plymouth
GB
100,00
Hong Kong
HK
100,00
Zagreb
HR
100,00
Debrecen
HU
100,00
Szombathely
HU
100,00
Schaeffler Magyarorszag Ipari Kft.
Budapest
HU
100,00
Schaeffler Bearings Indonesia, PT
Jakarta
ID
100,00
LuK Savaria Kft.
Schaeffler Israel Ltd.
Yokneam Illit
IL
100,00
FAG Bearings India Ltd.
Mumbai
IN
51,33
FAG Roller Bearings Private Ltd.
Mumbai
IN
87,83
INA Bearings India Private Limited
LuK India Private Limited
FAG Railway Products G.e.i.e.
Schaeffler Italia S.r.l.
Pune
IN
100,00
Madras
IN
100,00
Mailand
IT
75,00
Momo
IT
100,00
Schaeffler Japan Co., Ltd.
Yokohama
JP
100,00
Schaeffler Ansan Corporation
Ansan-shi
KR
100,00
Changwon-si
KR
100,00
Schaeffler Korea Corporation
Konzernabschluss
CH
Horn
Konzernanhang
Romanshorn
INA Invest GmbH
Weitere Angaben
Hydrel GmbH
Zusammengefasster
Lagebericht
215
5. Sonstige Angaben
216
Vorwort | Mobilität für morgen | Zusammengefasster Lagebericht | Konzernabschluss | Konzernanhang | Weitere Angaben
LuK Puebla, S. de R.L. de C.V.
Puebla
MX
100,00
Rodamientos FAG S.A. de C.V.
Mexiko-Stadt
MX
100,00
Puebla
MX
100,00
Schaeffler Automotive Aftermarket Mexico, S. de R.L. de C.V.
Schaeffler Mexico Holding, S. de R.L. de C.V.
Irapuato
MX
100,00
Schaeffler Mexico Servicios, S. de R.L. de C.V.
Guanajuato
MX
100,00
Schaeffler Mexico, S. de R.L. de C.V.
Guanajuato
MX
100,00
Kuala Lumpur
MY
100,00
Radine B.V.
Schaeffler Bearings (Malaysia) Sdn. Bhd.
Barneveld
NL
100,00
Schaeffler Finance B.V.
Barneveld
NL
100,00
Schaeffler Nederland B.V.
Barneveld
NL
100,00
Schaeffler Nederland Holding B.V.
Barneveld
NL
100,00
Oslo
NO
100,00
Schaeffler Norge AS
Oslo
NO
100,00
Schaeffler Peru S.A.C.
Lima
PE
100,00
Schaeffler Philippines Inc.
Makati City
PH
100,00
Schaeffler Polska Sp. z.o.o.
Warschau
PL
100,00
Caldas da Rainha
PT
100,00
Porto
PT
100,00
Caldas da Rainha
PT
100,00
LuK Norge AS
Gestfag SGPS. LDA
INA Rolamentos Lda.
Schaeffler Portugal S.A.
SC Schaeffler Romania S.R.L.
Schaeffler Manufacturing Rus OOO
Schaeffler Russland GmbH
Schaeffler Sverige AB
Brasov
RO
100,00
Uljanowsk
RU
100,00
Moskau
RU
100,00
Arlandastad
SE
100,00
FAG Aerospace (Singapore) Pte. Ltd.
Singapur
SG
100,00
Schaeffler (Singapore) Pte. Ltd.
Singapur
SG
100,00
Maribor
SI
100,00
Schaeffler Slovenija d.o.o.
INA Kysuce, spol. s.r.o.
Kysucke Nove Mesto
SK
100,00
INA Skalica spol. s.r.o.
Skalica
SK
100,00
Kysucke Nove Mesto
SK
100,00
Schaeffler (Thailand) Co., Ltd.
Bangkok
TH
49,00
Schaeffler Holding (Thailand) Co., Ltd.
Bangkok
TH
49,00
Rayong
TH
100,00
Istanbul
TR
100,00
Schaeffler Taiwan Co., Ltd.
Taipei
TW
100,00
Schaeffler Ukraine GmbH
Kiew
UA
100,00
FAG Bearings LLC
Danbury
US
100,00
FAG Holding LLC
Danbury
US
100,00
Schaeffler Slovensko spol s.r.o.
Schaeffler Manufacturing (Thailand) Co., Ltd.
Schaeffler Rulmanlari Ticaret Ltd. Sti.
FAG Interamericana A.G.
Miami
US
100,00
Danbury
US
100,00
LuK Clutch Systems, LLC
Wooster
US
100,00
LuK Transmission Systems LLC
Wooster
US
100,00
LMC Bridgeport, Inc.
LuK-Aftermarket Services, LLC
Roland Corporate Housing LLC
Wooster
US
100,00
Valley City
US
100,00
Cheraw
US
100,00
1)
Schaeffler Group USA, Inc.
Fort Mill
US
100,00
The Barden Corporation
Danbury
US
100,00
Schaeffler Venezuela, C.A.
Valencia
VE
100,00
Bien Hoa City
VN
100,00
Schaeffler Vietnam Co., Ltd.
INA Bearing (Pty) Ltd.
Port Elizabeth
ZA
100,00
Schaeffler South Africa (Pty.) Ltd.
Johannesburg
ZA
100,00
Contitech-INA Beteiligungsgesellschaft mbH 2)
Hannover
DE
50,00
Contitech-INA GmbH & Co. KG 2)
Hannover
DE
50,00
Niederwerrn
DE
40,00
Colinx, LLC
Greenville
US
20,00
Eurings Zrt.
Debrecen
HU
37,00
B. Assoziierte Unternehmen/Gemeinschaftsunternehmen
I. Deutschland (3)
PStec Automation and Service GmbH
Konzernabschluss
LuK USA LLC
Zusammengefasster
Lagebericht
217
5. Sonstige Angaben
1)
2)
ilanziert nach der Equity Methode. Auswirkung der Gesellschaft auf die Ertrags-, Finanz- und Vermögenslage der
B
Schaeffler Gruppe zum Bilanzstichtag von untergeordneter Bedeutung.
Gemeinschaftlich geführte Unternehmen bilanziert nach der Equity Methode.
Konzernanhang
II. Ausland (2)
Der Vorstand der Schaeffler AG hat den Konzernabschluss am 09. März 2015 aufgestellt
und zur Weitergabe an den Aufsichtsrat der Schaeffler AG freigegeben. Der Aufsichtsrat der
Schaeffler AG hat die Aufgabe, den Konzernabschluss zu prüfen und zu billigen.
Herzogenaurach, 09. März 2015
Der Vorstand
Weitere Angaben
5.10 Aufstellung des Konzernabschlusses
218
Vorwort | Mobilität für morgen | Zusammengefasster Lagebericht | Konzernabschluss | Konzernanhang | Weitere Angaben
Mitglieder des Aufsichtsrats
Georg F. W. Schaeffler 1)
Vorsitzender
Maria‑Elisabeth Schaeffler-Thumann 1)
Stellvertretende Vorsitzende
Jürgen Wechsler* 3)
Stellvertretender Vorsitzender
Jürgen Bänsch* 3)
Prof. Dr. Hans-Jörg Bullinger 2)
Dr. Holger Engelmann 2)
Prof. Dr. Bernd Gottschalk 2)
Norbert Lenhard* 3)
Dr. Siegfried Luther 2)
Dr. Reinold Mittag* 3)
Thomas Mölkner* 3)
Stefanie Schmidt* 3)
Dirk Spindler* 3)
Robin Stalker 2)
Jürgen Stolz* 3)
Salvatore Vicari* 3)
Dr. Otto Wiesheu 2)
Prof. KR Ing. Siegfried Wolf 1)
Jürgen Worrich* 3)
Prof. Dr.-Ing. Tong Zhang 2)
* Vertreter der Arbeitnehmer.
1) Mitglieder
des Aufsichtsrats seit dem 02. Oktober 2014; Bestellung am 01. Dezember 2014.
2) Bestellung
am 01. Dezember 2014 durch Hauptversammlung.
3) Gerichtliche
Bestellung am 02. Dezember 2014.
Mitglieder des Aufsichtsrats | Mitglieder des Vorstands
Mitglieder des Vorstands
Zusammengefasster
Lagebericht
219
Klaus Rosenfeld 1)
Prof. Dr.-Ing. Peter Gutzmer 1)
Stellvertretender Vorsitzender des Vorstands und Vorstand Technologie
Norbert Indlekofer 1)
CEO Automotive
Konzernabschluss
Vorsitzender des Vorstands und Vorstand Finanzen
Oliver Jung 1)
Kurt Mirlach 1)
Vorstand Personal und Arbeitsdirektor
Prof. Dr. Peter Pleus 1)
Konzernanhang
Vorstand Produktion, Logistik und Einkauf
CEO Automotive
CEO Industrie
1) A m
02. Oktober 2014 Bestellung zum Vorstand der Schaeffler AG;
zuvor Mitglieder der Geschäftsführung der IBH.
Weitere Angaben
Robert Schullan 1)
220
Vorwort | Mobilität für morgen | Zusammengefasster Lagebericht | Konzernabschluss | Konzernanhang | Weitere Angaben
Bestätigungsvermerk des
Abschlussprüfers
An die Schaeffler AG, Herzogenaurach
Wir haben den von der Schaeffler AG (bis 23. Oktober 2014: INA Beteiligungsgesellschaft
mit beschränkter Haftung), Herzogenaurach, aufgestellten Konzernabschluss – bestehend
aus Konzern-Gewinn- und Verlustrechnung, Konzern-Gesamtergebnisrechnung, KonzernBilanz, Konzern-Kapitalflussrechnung, Konzern-Eigenkapitalveränderungsrechnung und
Konzernanhang – sowie den Bericht über die Lage der Gesellschaft und des Konzerns für das
Geschäftsjahr vom 01. Januar bis 31. Dezember 2014 geprüft. Die Aufstellung von Konzernabschluss und Konzernlagebericht nach den IFRS, wie sie in der EU anzuwenden sind, und den
ergänzend nach § 315a Abs. 1 HGB anzuwendenden handelsrechtlichen Vorschriften liegt in
der Verantwortung des Vorstands der Gesellschaft. Unsere Aufgabe ist es, auf der Grundlage
der von uns durchgeführten Prüfung eine Beurteilung über den Konzernabschluss und den
Konzernlagebericht abzugeben.
Wir haben unsere Konzernabschlussprüfung nach § 317 HGB unter Beachtung der vom
Institut der Wirtschaftsprüfer (IDW) festgestellten deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger
Abschlussprüfung vorgenommen. Danach ist die Prüfung so zu planen und durchzuführen,
dass Unrichtigkeiten und Verstöße, die sich auf die Darstellung des durch den Konzernabschluss unter Beachtung der anzuwendenden Rechnungslegungsvorschriften und durch den
Konzernlagebericht vermittelten Bildes der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage wesentlich
auswirken, mit hinreichender Sicherheit erkannt werden. Bei der Festlegung der Prüfungshandlungen werden die Kenntnisse über die Geschäftstätigkeit und über das wirtschaftliche und
rechtliche Umfeld des Konzerns sowie die Erwartungen über mögliche Fehler berücksichtigt. Im
Rahmen der Prüfung werden die Wirksamkeit des rechnungslegungsbezogenen internen Kontrollsystems sowie Nachweise für die Angaben im Konzernabschluss und Konzernlagebericht
überwiegend auf der Basis von Stichproben beurteilt. Die Prüfung umfasst die Beurteilung der
Jahresabschlüsse der in den Konzernabschluss einbezogenen Unternehmen, der Abgrenzung
des Konsolidierungskreises, der angewandten Bilanzierungs- und Konsolidierungsgrundsätze
und der wesentlichen Einschätzungen des Vorstands sowie die Würdigung der Gesamtdarstellung des Konzernabschlusses und des Konzernlageberichts. Wir sind der Auffassung, dass
unsere Prüfung eine hinreichend sichere Grundlage für unsere Beurteilung bildet.
Unsere Prüfung hat zu keinen Einwendungen geführt.
München, den 10. März 2015
Zusammengefasster
Lagebericht
Nach unserer Beurteilung aufgrund der bei der Prüfung gewonnenen Erkenntnisse entspricht
der Konzernabschluss den IFRS, wie sie in der EU anzuwenden sind, und den ergänzend
nach § 315a Abs. 1 HGB anzuwendenden handelsrechtlichen Vorschriften und vermittelt unter
Beachtung dieser Vorschriften ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild der
Vermögens-, Finanz- und Ertragslage des Konzerns. Der Konzernlagebericht steht in Einklang
mit dem Konzernabschluss, vermittelt insgesamt ein zutreffendes Bild von der Lage des
Konzerns und stellt die Chancen und Risiken der zukünftigen Entwicklung zutreffend dar.
221
Konzernabschluss
Bestätigungsvermerk des Abschlussprüfers
KPMG AG
SailerPritzer
WirtschaftsprüferWirtschaftsprüfer
Weitere Angaben
Konzernanhang
Wirtschaftsprüfungsgesellschaft
222
Vorwort | Mobilität für morgen | Zusammengefasster Lagebericht | Konzernabschluss | Konzernanhang | Weitere Angaben
Ber icht des Au fsicht srat s
Georg F. W. Schaeffler
Bericht des Aufsichtsrats
der Aufsichtsrat hat mit Aufnahme seiner Tätigkeit die ihm nach Gesetz, Satzung und Geschäftsordnung obliegenden
Aufgaben wahrgenommen und dabei die Unternehmensführung überwacht und beraten. Er war rechtzeitig und unmittelbar in alle Entscheidungen eingebunden, die für die Gesellschaft von grundlegender Bedeutung waren, und hat die
Unternehmensführung bei wesentlichen Entscheidungen beraten. Die Unternehmensführung hat den Aufsichtsrat
regelmäßig in schriftlicher und mündlicher Form über alle für das Unternehmen relevanten Fragen der Planung, über
die Unternehmensstrategie sowie über wichtige Geschäftsvorfälle der Gesellschaft und des Konzerns und die damit
verbundenen Chancen und Risiken informiert. Der Aufsichtsrat wurde fortlaufend detailliert über die Umsatz- und
Ergebnisentwicklung des Konzerns und der Sparten sowie über die Finanzlage des Unternehmens unterrichtet.
Die Aufsichtsratsmitglieder standen der Unternehmensführung auch außerhalb der Sitzungen beratend zur Verfügung.
Der Aufsichtsratsvorsitzende stand in regelmäßigem engem Kontakt mit dem Vorstand und insbesondere mit dem Vorstandsvorsitzenden und hat sich über alle aktuellen Fragen und Entwicklungen des Unternehmens laufend berichten lassen.
Konzernstruktur
Die Schaeffler AG ist aus der am 02. Oktober 2014 beschlossenen formwechselnden Umwandlung der INA Beteiligungs­
gesellschaft mbH, Herzogenaurach, entstanden. Es wurde zunächst ein aus drei Mitgliedern der Anteilseigner bestehender
Aufsichtsrat gebildet. Diesem Aufsichtsrat gehörten bis zum 01. Dezember 2014 Herr Georg F. W. Schaeffler (Vorsitzender),
Frau Maria-Elisabeth Schaeffler-Thumann (Stellvertreterin) und Herr Prof. KR Ing. Siegfried Wolf an.
Die Gesellschaft hat vom 28. Oktober 2014 bis zum 28. November 2014 ein sogenanntes Statusverfahren durchgeführt
mit dem Ziel, bei der Gesellschaft einen aus 20 Personen bestehenden mitbestimmten Aufsichtsrat einzurichten.
Nach erfolgreichem Abschluss des Statusverfahrens fand am 01. Dezember 2014 eine Hauptversammlung statt, in
der Herr Prof. Dr. Hans-Jörg Bullinger, Herr Dr. Holger Engelmann, Herr Prof. Dr. Bernd Gottschalk, Herr Dr. Siegfried
Luther, Herr Georg F. W. Schaeffler, Frau Maria-Elisabeth Schaeffler-Thumann, Herr Robin Stalker, Herr Dr. Otto Wiesheu,
Herr Prof. KR Ing. Siegfried Wolf und Herr Prof. Dr.-Ing. Tong Zhang zu Vertretern der Anteilseigner im Aufsichtsrat
bestellt wurden.
Außerdem wurde am 01. Dezember 2014 eine Vergütungsregelung für den mitbestimmten Aufsichtsrat beschlossen.
Am 02. Dezember 2014 wurden Herr Jürgen Bänsch, Herr Norbert Lenhard, Herr Dr. Reinold Mittag, Herr Thomas
­Mölkner, Frau Stefanie Schmidt, Herr Dirk Spindler, Herr Jürgen Stolz, Herr Salvatore Vicari, Herr Jürgen Wechsler
und Herr Jürgen Worrich als Arbeitnehmervertreter im Aufsichtsrat gerichtlich bestellt.
Der Aufsichtsrat hat in seiner konstituierenden Sitzung am 12. Dezember 2014 Herrn Georg F. W. Schaeffler zum
­Vorsitzenden, Herrn Jürgen Wechsler zum Stellvertreter nach § 27 Abs. 1 MitbestG und Frau Maria-Elisabeth Schaeffler-­
Thumann als weitere Stellvertreterin nach § 11.1 der Satzung bestellt.
223
224
Vorwort | Mobilität für morgen | Zusammengefasster Lagebericht | Konzernabschluss | Konzernanhang | Weitere Angaben
Ausschüsse
Der Aufsichtsrat beschloss am 12. Dezember 2014 eine Geschäftsordnung und bildete folgende Ausschüsse:
•Vermittlungsausschuss nach § 27 Abs. 3 MitbestG, bestehend aus
Herrn Georg F. W. Schaeffler (Vorsitzender),
Herrn Norbert Lenhard, Frau Maria-Elisabeth Schaeffler-Thumann und Herrn Jürgen Wechsler.
•Präsidialausschuss, bestehend aus
Herrn Georg F. W. Schaeffler (Vorsitzender),
Herrn Norbert Lenhard, Herrn Dr. Reinold Mittag, Frau Maria-Elisabeth Schaeffler-Thumann, Herrn Jürgen Wechsler
und Herrn Prof. KR Ing. Siegfried Wolf.
•Prüfungsausschuss, bestehend aus
Herrn Dr. Siegfried Luther (Vorsitzender),
Herrn Jürgen Bänsch, Herrn Georg F. W. Schaeffler, Herrn Robin Stalker, Herrn Salvatore Vicari und
Herrn Jürgen Worrich.
Vorstandsbestellung
Der Vorstand der Gesellschaft besteht aus den Herren Klaus Rosenfeld (Vorsitzender), Prof. Dr.-Ing. Peter Gutzmer
(stellvertretender Vorsitzender), Norbert Indlekofer, Oliver Jung, Kurt Mirlach, Prof. Dr. Peter Pleus und Robert Schullan.
Alle Vorstände wurden vom Aufsichtsrat in seiner Sitzung am 02. Oktober 2014 bestellt.
Der Vorstand hat mit Geschäftsordnung vom 31. Oktober 2014 die Ressortverteilung innerhalb des Vorstands geregelt.
Danach sind Herr Klaus Rosenfeld für die CEO-Funktionen und den Bereich Finanzen, Herr Prof. Dr.-Ing. Peter Gutzmer
für Technologie, Herr Prof. Dr. Peter Pleus und Herr Norbert Indlekofer für den Bereich Automotive, Herr Robert Schullan
für Industrie, Herr Oliver Jung für Produktion, Logistik und Einkauf sowie Herr Kurt Mirlach als Arbeitsdirektor für den
Bereich Personal zuständig.
Schwerpunkte der Tätigkeit
Der Aufsichtsrat kam im Berichtsjahr zu einer Sitzung zusammen, an der bis auf zwei Personen alle Aufsichtsrats­
mitglieder teilgenommen haben. Befasst hat sich der Aufsichtsrat mit der aktuellen Geschäftsentwicklung der
Schaeffler Gruppe, den Ergebnissen im dritten Quartal 2014, dem Forecast zum 31. Dezember 2014, dem Budget 2015
sowie der Mehrjahresplanung 2015 bis 2017. Außerdem wurden ein Refinanzierungsprojekt sowie eine Sachkapitalerhöhung bei der Gesellschaft besprochen und genehmigt.
Des Weiteren wurde Herr Dr. Ulrich Hauck mit Wirkung ab dem 1. April 2015 zum Mitglied des Vorstands bestellt.
Herr Dr. Hauck soll am 01. April 2015 das Finanzressort übernehmen.
Die Gesellschafterversammlung hat am 02. Oktober 2014 die KPMG AG Wirtschaftsprüfungsgesellschaft zum
Abschlussprüfer für den Jahresabschluss sowie den Abhängigkeitsbericht der Gesellschaft und für den Konzern­
abschluss gewählt. Die KPMG AG Wirtschaftsprüfungsgesellschaft hat bestätigt, dass keine Umstände bestehen, die
ihre Unabhängigkeit als Abschlussprüfer beeinträchtigen könnten. Der Prüfungsausschuss hat mit schriftlichem
Umlaufbeschluss vom 12. Dezember 2014 den Prüfungsauftrag erteilt.
Der am 12. Dezember 2014 gebildete Präsidialausschuss hat per Umlaufbeschluss vom 12. Dezember 2014 Details des
Projekts »Europäisches Distributionszentrum« genehmigt.
Bericht des Aufsichtsrats
Jahresabschluss und Konzernabschluss 2014
Der vom Vorstand nach den handelsrechtlichen Vorschriften aufgestellte Jahresabschluss sowie der zusammen­
gefasste Lagebericht zum 31. Dezember 2014 wurden unter Einbeziehung der Buchführung und des rechnungs­
legungsbezogenen internen Kontrollsystems von KPMG geprüft.
Zudem hat KPMG den Bericht des Vorstands über Beziehungen zu verbundenen Unternehmen nach § 312 AktG (»Abhängigkeitsbericht«) geprüft. Der Bericht betrifft den Zeitraum vom 24. Oktober 2014 (Wirksamwerden der Umwandlung und
Entstehen der Schaeffler AG) bis zum 31. Dezember 2014. Der Konzernabschluss der Schaeffler AG zum 31. Dezember 2014
wurde freiwillig nach den International Financial Reporting Standards (IFRS), wie sie in der Europäischen Union anzuwenden sind, und den ergänzend nach § 315a Abs. 1 HGB anzuwendenden handelsrechtlichen Vorschriften aufgestellt.
KPMG hat auch den Konzernabschluss und den zusammengefassten Lagebericht geprüft.
Der Abschlussprüfer hat uneingeschränkte Bestätigungsvermerke erteilt. Zum Abhängigkeitsbericht hat KPMG den
folgenden uneingeschränkten Bestätigungsvermerk gemäß § 313 Abs. 3 AktG erteilt:
»Nach unserer pflichtmäßigen Prüfung und Beurteilung bestätigen wir, dass
• die tatsächlichen Angaben des Berichts richtig sind,
• bei den im Bericht aufgeführten Rechtsgeschäften die Leistung der Gesellschaft nicht unangemessen hoch war,
•bei den im Bericht aufgeführten Maßnahmen keine Umstände für eine wesentlich andere Beurteilung als die durch
den Vorstand sprechen.«
Die Jahresabschlussunterlagen, der Abhängigkeitsbericht und die Prüfungsberichte wurden am 24. März 2015 im
Prüfungsausschuss mit dem Vorstand und dem Abschlussprüfer erörtert. Der Prüfungsausschuss hat die Ergebnisentwicklung für das Geschäftsjahr 2014, die Vermögens- und Finanzlage zum Bilanzstichtag und insbesondere die
Risikovorsorge kritisch hinterfragt. Außerdem wurden sie in der Bilanzsitzung des Aufsichtsrats am 25. März 2015
behandelt. Die erforderlichen Unterlagen waren rechtzeitig vor diesen Sitzungen an alle Mitglieder des Prüfungs­
ausschusses bzw. des Aufsichtsrats verteilt worden, sodass ausreichend Gelegenheit zu ihrer Prüfung bestand. Bei
den Beratungen war der Abschlussprüfer anwesend. Er berichtete über die wesentlichen Ergebnisse der Prüfung
und stand dem Prüfungsausschuss und dem Aufsichtsrat für ergänzende Auskünfte zur Verfügung. Der Aufsichtsrat
hat sich auf Basis eigener Prüfungen des Jahresabschlusses, des Abhängigkeitsberichts (einschließlich der Schluss­
erklärung des Vorstands) und des Konzernabschlusses nebst zusammengefassten Lagebericht sowie auf Basis der
Empfehlungen des Prüfungsausschusses dem Ergebnis der Prüfungen durch den Abschlussprüfer angeschlossen.
Einwendungen, insbesondere auch gegen die Schlusserklärung des Vorstands zum Abhängigkeitsbericht, waren
nicht zu erheben. Der Aufsichtsrat hat den Jahresabschluss und den Konzernabschluss gebilligt.
Der Jahresabschluss ist damit festgestellt.
Das Berichtsjahr 2014 war für die Schaeffler Gruppe und all ihre Mitarbeiter ein ereignisreiches Jahr, das mit außerordentlichem Engagement bewältigt wurde. Im Namen des Aufsichtsrats danke ich den Mitgliedern des Vorstands, den
Führungskräften, allen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern der Schaeffler AG sowie allen Konzerngesellschaften für
ihren tatkräftigen Einsatz und die konstruktive Zusammenarbeit.
Für den Aufsichtsrat
Georg F. W. Schaeffler
Vorsitzender
Herzogenaurach, 25. März 2015
225
226
Vorwort | Mobilität für morgen | Zusammengefasster Lagebericht | Konzernabschluss | Konzernanhang | Weitere Angaben
227
Weitere Angaben
Konzernabschluss
Konzernanhang
228
232
235
238
240
242
243
244
245
Weitere Angaben
Finanzglossar
Allgemeines Glossar
Tabellenverzeichnis
Stichwortverzeichnis
Impressum
Quartalsübersicht
Mehrjahresübersicht
Finanzkalender 2015
Kontaktdaten
Zusammengefasster
Lagebericht
Weitere Angaben
228
Vorwort | Mobilität für morgen | Zusammengefasster Lagebericht | Konzernabschluss | Konzernanhang | Weitere Angaben
Finanzglossar
A
AfS: Abkürzung für „Available for sale“: Zur Veräußerung verfügbar.
At Equity Bilanzierung: Methode zur Bilanzierung und Bewertung von Beteiligungen an
assoziierten Unternehmen sowie an Gemeinschaftsunternehmen.
C
Cash Flow: Geld (Cash)-Überschuss der Periode, der durch die Unternehmenstätigkeit
erwirtschaftet wird. Dient zur Beurteilung der Finanzierungskraft eines Unternehmens.
Covenants: Auch „Financial Covenants“ bzw. „Finanzkennzahlen“; dienen der Überwachung
der Einhaltung von Kreditvereinbarungen. Sofern die vereinbarten Finanzkennzahlen nicht
erreicht werden, sind die Gläubiger berechtigt, die betreffenden Kredite fällig zu stellen.
D
Derivative Finanzinstrumente: Finanzprodukte, deren Wert sich überwiegend vom Preis, von
den Preisschwankungen und Preiserwartungen des zugrunde liegenden Basisinstruments (z. B.
Index, Aktie oder Anleihe) ableitet.
E
EBIT: Abkürzung für „Earnings Before Interest and Taxes“: Ergebnis vor Finanzergebnis,
Beteiligungsergebnis und Ertragsteuern.
EBITDA: Abkürzung für „Earnings Before Interest, Taxes, Depreciation and Amortisation“:
Ergebnis vor Finanzergebnis, Beteiligungsergebnis, Ertragsteuern und Abschreibungen.
Effektivität: Die Effektivität oder Wirksamkeit eines Sicherungsgeschäfts bezeichnet den
Grad, mit dem die einem gesicherten Risiko zurechenbaren Änderungen des beizulegenden
Zeitwertes oder der Cash Flows durch das Sicherungsinstrument kompensiert werden.
Euribor: Abkürzung für „Euro Interbank Offered Rate“: Zinssatz, den europäische Banken beim
Handel mit unbesicherten, auf Euro lautenden Krediten voneinander erheben.
EURO MTF (Mulitlateral Trading Facility, multilaterales Handelssystem): Ein MTF ist eine
börsenähnliche Handelsplattform, die nach festgelegten Regeln Kauf- und Verkaufsaufträge
in Aktien und anderen Finanzinstrumenten zusammenführt und so einen Vertragsschluss
generiert.
229
Zusammengefasster
Lagebericht
Finanzglossar
Fair Value: Auch „beizulegender Zeitwert”; Betrag, zu dem zwischen sachverständigen,
vertragswilligen und voneinander unabhängigen Parteien ein Vermögenswert getauscht oder
eine Schuld beglichen werden kann.
FLAC: Abkürzung für „Financial liability at amortised cost“: Zu fortgeführten
Anschaffungskosten erfasste finanzielle Verbindlichkeit.
Konzernabschluss
F
G
Geschäfts- oder Firmenwert: Der Betrag, um den die Anschaffungskosten einer
Unternehmensakquisition die Summe der Zeitwerte der einzeln identifizierbaren erworbenen
Vermögenswerte und Schulden übersteigen.
Konzernanhang
Free Cash Flow: Summe aus dem Cash Flow aus laufender Geschäftstätigkeit und dem
Cash Flow aus Investitionstätigkeit.
Hedge Accounting: Einsatz von Finanzinstrumenten zur Absicherung von Bilanzposten
und zukünftigen Zahlungsströmen. Voraussetzung für die bilanzielle Abbildung von
Sicherungsbeziehungen ist sowohl die Effektivität als auch die Dokumentation der
Sicherungsbeziehung.
HfT: Abkürzung für „Held for trading“: Zu Handelszwecken gehalten.
I
IAS: Abkürzung für „International Accounting Standards“.
IASB: Abkürzung für „International Accounting Standards Board“.
IFRIC: Abkürzung für „International Financial Reporting Standards Interpretation“.
IFRS: Abkürzung für „International Financial Reporting Standards“.
Weitere Angaben
H
230
Vorwort | Mobilität für morgen | Zusammengefasster Lagebericht | Konzernabschluss | Konzernanhang | Weitere Angaben
K
Kapitalkostensatz: Der Kapitalkostensatz leitet sich aus den Verzinsungsansprüchen der
Kapitalgeber ab.
Konsolidierungskreis: Der Konsolidierungskreis bezeichnet die Summe aller in den
Konzernabschluss einbezogenen Gesellschaften.
L
LaR: Abkürzung für „Loans and Receivables“: Kredite und Forderungen.
Latente Steuern: Aktive und passive latente Steuern werden auf Basis von temporären
Bewertungsunterschieden zwischen bilanziellen und steuerlichen Wertansätzen ermittelt.
Dabei werden Unterschiede aus der Konsolidierung, Verlustvorträge und Steuergutschriften
berücksichtigt.
N
Netto-Finanzschulden: Summe aus den lang- und kurzfristigen Finanzschulden abzüglich der
Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente.
231
Zusammengefasster
Lagebericht
Finanzglossar
Produktionsvolumen: Das Produktionsvolumen stellt die abgelieferte Produktionsleistung an
ein Fertig- oder Halbfertigwarenlager, bewertet zu Konzern-Herstellkosten, dar.
R
Rating: Einschätzung der Bonität eines Unternehmens, die durch Ratingagenturen
vorgenommen wird.
Konzernabschluss
P
S
V
Verschuldungsgrad: Verhältnis von Netto-Finanzschulden zu EBITDA.
Konzernanhang
SIC: Abkürzung für das ehemalige „Standing Interpretations Committee“.
Währungsumrechnungseffekte: Währungsbereinigte Umsatz- und Ergebniszahlen
werden berechnet, indem Umsatz und Ergebnis der aktuellen Berichtsperiode sowie der
Vorjahresperiode mit einem einheitlichen Wechselkurs umgerechnet werden.
Z
Zinscap: Die vertragliche Festlegung einer Zinsobergrenze bezogen auf einen Referenzzinssatz
(Euribor).
Weitere Angaben
W
232
Vorwort | Mobilität für morgen | Zusammengefasster Lagebericht | Konzernabschluss | Konzernanhang | Weitere Angaben
Allgemeines Glossar
A
Automotive: In der Sparte Automotive bietet die Schaeffler Gruppe als zuverlässiger
Partner für nahezu alle Automobilhersteller und für wichtige Zulieferer Expertise für den
kompletten Antriebsstrang: für Motor, Getriebe, Fahrwerk und Nebenaggregate in Pkw und
Nutzfahrzeugen. Der Bereich Automotive Aftermarket ist weltweit im Ersatzteilgeschäft präsent.
C
Compliance: Sicherstellung der Einhaltung sämtlicher für einen Prozess geltender Regeln und
Vorschriften.
D
Drehmomentwandler: Der Drehmomentwandler ist ein hydraulisches Bauelement, das
eine Kraftübertragung zwischen Bauteilen ermöglicht, die mit unterschiedlichen Drehzahlen
rotieren.
E
EnES: Energy, Environment, Safety = Energie, Umweltschutz und Arbeitssicherheit.
EMAS: EU-Umweltauditverordnung, nach der Standorte der Schaeffler Gruppe validiert
wurden.
E-Wheel Drive: Beim Schaeffler E-Wheel Drive handelt es sich um einen Radnabenantrieb, der
insbesondere für elektrische Stadtfahrzeuge zukunftsweisende Fahrzeugarchitekturen und
Raumkonzepte erlaubt. Neben Nutzraumgewinnung und verbesserter Manövrierbarkeit sind
die Möglichkeit des kooperativen Bremsens zur Erhöhung der Fahrsicherheit und ein agileres
Ansprechverhalten weitere Vorteile.
F
FIA Formula E: 2014 gegründete Autorennserie, bei der die Rennen in rein elektrisch
angetriebenen Rennautos und auf Stadtkursen gefahren werden.
Fliehkraftpendel: Das Fliehkraftpendel ist ein Schwingungsdämpfer und wird im
Zweimassenschwungrad eingebaut.
233
Zusammengefasster
Lagebericht
Allgemeines Glossar
HOPE: „Health, Occupational skills for employability, Preservation of national heritage,
art and culture and Empowerment of underserved and weaker section”: Hilfsprogramm der
Schaeffler Gruppe zur Verbesserung der medizinischen Versorgung in Indien.
I
Industrie: Sparte der Schaeffler Gruppe, die das Geschäft mit Kunden in den Bereichen
Mobilität, Produktionsmaschinen, Energie & Rohstoffe sowie Aerospace umfasst.
Konzernabschluss
H
M
MOVE: Internes Programm, bei dem Schaeffler die Abläufe und Tätigkeiten auf ihren Beitrag
zur Wertschöpfung untersucht.
Konzernanhang
ISO 14001: Ein weltweit anerkannter Standard für Umweltmanagementsysteme.
Nachhaltigkeit: Nachhaltigkeit bedeutet, natürliche Ressourcen unter Berücksichtigung
der ökonomischen, ökologischen und sozialen Rahmenbedingungen zu nutzen, ohne die
Interessen künftiger Generationen zu missachten.
O
OEM: Original Equipment Manufacturer = Hersteller eines Markenproduktes.
OHSAS 18001: OHSAS ist die Abkürzung für „Occupational Health and Safety Assessment
Series“. OHSAS 18001 stellt einen Standard für ein Managementsystem des Arbeitsschutzes dar.
P
Planetenrad: Das umlaufende Rad umkreist das außenverzahnte Zentralrad wie ein Planet,
was zur generellen, aber nicht immer treffenden Bezeichnung der Umlaufgetriebe als
Planetengetriebe geführt hat. Man spricht vom das Sonnenrad umkreisenden Planetenrad.
Weitere Angaben
N
234
Vorwort | Mobilität für morgen | Zusammengefasster Lagebericht | Konzernabschluss | Konzernanhang | Weitere Angaben
S
Schaeffler Academy: Die Schaeffler Academy verbindet alle Aktivitäten zur
Mitarbeiterentwicklung bei Schaeffler weltweit, unterstützt die strategischen
Unternehmensziele, fördert eine Kultur des lebenslangen Lernens und ermöglicht es damit den
Mitarbeitern, ihre persönlichen und beruflichen Ziele zu erreichen.
SupplyOn: Supply-Chain-Kollaborationsplattform global agierender Unternehmen. Weitere
Informationen unter www.supplyon.de.
T
TAROL: „Tapered Roller Bearing“: TAROL-Einheiten sind zweireihige Kegelrollenlager, die
werkseitig spieleingestellt, gefettet und abgedichtet sind. Die TAROL-Einheiten werden somit
montagefertig geliefert und mit einer Hydraulikvorrichtung auf den Wellenschenkel gepresst.
TAROL-Einheiten verwendet man für die Lagerung der Radsätze von Schienenfahrzeugen wie
Güterwagen und Reisezugwagen.
Thermomanagement-Modul: Bei dem Thermomanagement-Modul handelt es sich um eine
Temperatursteuerungseinheit für den kompletten Antriebsstrang. Integriert in ein kompaktes,
aus hochfesten Kunststoffen gefertigtes Bauteil vereint es zahlreiche Funktionen. Mit dem
Thermomanagement-Modul hilft Schaeffler, weitere Potenziale bei der Optimierung von
Verbrennungsmotoren zu heben. Das innovative Modul ist der Schlüssel für eine Verringerung
von Kraftstoffverbrauch und CO2-Emissionen von bis zu 4 %.
Triondur: Marke der Schaeffler Gruppe für tribologische Schichten, die aus der Gasphase
abgeschieden werden.
X
X-Life: Gütesiegel für besonders leistungsfähige Produkte, die sich durch eine höhere Lebensund Gebrauchsdauer auszeichnen, die aus höheren dynamischen Tragzahlen gegenüber dem
bisherigen Standard resultieren.
Z
Zweimassenschwungrad: Bestandteil des Triebstrangs von modernen Fahrzeugen (Pkw, Bus,
Nutzfahrzeuge) das zur Reduktion von Drehschwingungen dient.
Allgemeines Glossar | Tabellenverzeichnis
235
Zusammengefasster
Lagebericht
Tabellenverzeichnis
Konzern­
abschluss
Seite
001
Wesentliche Eckdaten
U2
002
Anleihen der Schaeffler Gruppe
38
003
Rating der Schaeffler Gruppe
39
004
F&E-Awards
49
005
Anzahl der Mitarbeiter nach Regionen – Stichtag
71
006
Strukturdaten der Mitarbeiter
72
007
Mitarbeiterqualifikation und Weiterbildung
74
008
Entwicklung der Automobilproduktion
81
009
Entwicklung der Industrieproduktion
82
010
Ertragslage der Schaeffler Gruppe
86
011
Forschungs- und Entwicklungs-Kennzahlen
87
012
Finanzergebnis der Schaeffler Gruppe
88
013
Ertragslage Sparte Automotive
90
014
Umsatzerlöse der Sparte Automotive nach Unternehmensbereichen
91
015
Ertragslage Sparte Industrie
92
016
Umsatzerlöse der Sparte Industrie nach Unternehmensbereichen
93
017
Cash Flow und Liquidität
95
018
Kapitalstruktur
97
019
Vermögensstruktur
99
020
Kredittranchen Facilities Agreement
104
021
Anleihen der Schaeffler Gruppe
105
022
Gewinn- und Verlustrechnung der Muttergesellschaft Schaeffler AG
108
023
Zinsergebnis der Muttergesellschaft Schaeffler AG
109
024
Bilanz der Muttergesellschaft Schaeffler AG
111
025
Forderungen und sonstige Vermögensgegenstände der Muttergesellschaft Schaeffler AG
112
026
Verbindlichkeiten der Muttergesellschaft Schaeffler AG
113
027
Entwicklung der Produktion von Pkw und leichten Nutzfahrzeugen
127
028
Entwicklung der Industrieproduktion
128
029
Konzern-Gewinn- und Verlustrechnung
132
030
Konzern-Gesamtergebnisrechnung
133
031
Konzern-Bilanz
134
032
Konzern-Kapitalflussrechnung
135
033
Konzern-Eigenkapitalveränderungsrechnung
136
034
Konzern-Segmentberichterstattung
137
Konzernabschluss
Beschriftung/Titel
Konzernanhang
Zusammengefasster
Lagebericht
Tabelle Nr.
Weitere Angaben
Kapitel
236
Vorwort | Mobilität für morgen | Zusammengefasster Lagebericht | Konzernabschluss | Konzernanhang | Weitere Angaben
Kapitel
Tabelle Nr.
Beschriftung/Titel
Seite
Konzern­
anhang
035
Neue Rechnungslegungsvorschriften – im Geschäftsjahr 2014 neu angewendet
153
036
Neue Rechnungslegungsvorschriften – noch nicht anzuwenden
154
037
Neue Rechnungslegungsvorschriften – nicht angewendet
154
038
Umsatzerlöse
156
039
Sonstige Erträge
156
040
Sonstige Aufwendungen
157
041
Anzahl der Mitarbeiter nach Regionen – Durchschnitt
157
042
Personalaufwand
157
043
Finanzergebnis
158
044
Ertragsteuern
159
045
Steuerliche Überleitungsrechnung
160
046
Immaterielle Vermögenswerte
161
047
Sachanlagen
163
048
Aktive und passive latente Steuern
164
049
Vorräte
166
050
Forderungen aus Lieferungen und Leistungen
166
051
Wertberichtigung auf Forderungen aus Lieferungen und Leistungen
166
052
Überfällige Forderungen aus Lieferungen und Leistungen
167
053
Sonstige finanzielle Vermögenswerte (Lang-/Kurzfristig)
167
054
Sonstige Vermögenswerte und Ertragsteuerforderungen
168
055
Eigenkapital
169
056
Finanzschulden (Lang-/Kurzfristig)
171
057
Kredittranchen Facilities Agreement
172
058
Anleihen der Schaeffler Gruppe
172
059
Bilanzausweis der Rückstellungen für Pensionen und ähnliche Verpflichtungen
174
060
Darstellung der Nettoschuld aus leistungsorientierten Verpflichtungen
175
061
Überleitung der/des Nettoschuld/-vermögenswertes 01. Januar / 31. Dezember 2014
176
062
Überleitung Barwert der leistungsorientierten Verpflichtungen 01. Januar / 31. Dezember 2014
177
063
Überleitung beizulegender Zeitwert des Planvermögens 01. Januar / 31. Dezember 2014
178
064
Zusammensetzung des Planvermögens
179
065
Gesamtergebnis der leistungsorientierten Pensionspläne
180
237
Zusammengefasster
Lagebericht
Tabellenverzeichnis
Konzern­
anhang
066
Nettopensionsaufwendungen in der Gewinn- und Verlustrechnung
181
067
Versicherungsmathematische Annahmen
182
068
Sensitivitäten des Barwertes der leistungsorientierten Verpflichtungen
183
069
Rückstellungen
184
070
Rückstellungen (Lang-/Kurzfristig)
184
071
Sonstige finanzielle Verbindlichkeiten (Lang-/Kurzfristig)
185
072
Sonstige Verbindlichkeiten und Ertragsteuerverbindlichkeiten
186
073
Finanzinstrumente nach Klassen und je Kategorie gemäß IFRS 7.8
187
074
Finanzielle Vermögenswerte und Verbindlichkeiten nach Fair Value Hierarchie
189
075
Nettogewinne und -verluste nach Kategorien von Finanzinstrumenten gemäß IFRS 7.20
190
076
Zahlungsströme aus nicht-derivativen und derivativen finanziellen Verbindlichkeiten
192
077
Variabel und festverzinsliche Finanzschulden
193
078
Sensitivitätsanalyse: Veränderungen Zinsstrukturkurve
194
079
Fremdwährungsrisiken aus der operativen Geschäftstätigkeit
195
080
Sensitivitätsanalyse: Veränderungen Wechselkurse operatives Geschäft
196
081
Sensitivitätsanalyse: Veränderungen Wechselkurse Finanzierungstätigkeit
197
082
Übersicht derivative Finanzinstrumente
198
083
Veränderungsrechnung OCI aus Währungsabsicherungen für operatives Geschäft im
Rahmen von Cash Flow Hedge Accounting
199
084
Veränderungsrechnung OCI aus Währungsabsicherungen für Finanzierung im Rahmen von
Cash Flow Hedge Accounting
199
085
Veränderungsrechnung OCI aus Zinsabsicherung im Rahmen von Cash Flow Hedge Accounting
200
086
Saldierung von finanziellen Vermögenswerten und finanziellen Verbindlichkeiten
201
087
Verhältnis von Netto-Finanzschulden zu EBITDA
202
088
Leasingverhältnisse
203
089
Überleitungsrechnung Segmentberichterstattung
205
090
Regionale Berichterstattung
206
091
Forderungen und Verbindlichkeiten aus Transaktionen mit nahestehenden Personen und
Unternehmen
209
092
Aufwendungen und Erträge aus Transaktionen mit nahestehenden Personen und
Unternehmen
209
093
Anteilsbesitzliste
213
094
Quartalsübersicht
242
095
Mehrjahresübersicht
243
Weitere
Angaben
Seite
Konzernabschluss
Beschriftung/Titel
Konzernanhang
Tabelle Nr.
Weitere Angaben
Kapitel
238
Vorwort | Mobilität für morgen | Zusammengefasster Lagebericht | Konzernabschluss | Konzernanhang | Weitere Angaben
Stichwortverzeichnis
Stichwort
A
B
Seiten
Stichwort
Seiten
Abschreibungen
99, 135, 137, 161, 202
H
Hybrid
45
Allgemeines Glossar
232
I
Immaterielle Vermögenswerte
69, 99, 134, 146, 161
Anleihe
38, 102, 126, 171, 202
Impressum
240
Anteilsbesitzliste
213
Industrie
siehe Sparte Industrie
Arbeitsschutz
75
Investitionen
U4, 101, 133
Automotive
siehe Sparte Automotive
Investitionsauszahlungen
U2, U4, 242, 243
Bericht des Aufsichtsrats
222
Investor Relations
241, 245
K
Bestätigungsvermerk
220
Konsolidierung
143, 155, 163
C
Compliance
56, 58
Kontaktdaten
245
E
E-Bike
52, 66
Konzeptfahrzeuge
50, 87
EBIT
U2, U3, U4, 86, 132, 181, 242,
243
Konzernabschluss
U2, 131, 140, 209, 217, 225
EBITDA
U2, 202, 242, 243
Konzernanhang
132, 137, 139
Erfindungsmeldung
47
Konzern-Bilanz
134, 161
Ertragslage
86, 108, 116
Konzern-Eigenkapitalveränderungsrechnung
136
Ertragsteuern
U3, 86, 132, 135, 151, 159, 205
49, 66
KonzernGesamtergebnisrechnung
133
E-Wheel
Finanzglossar
228
Konzern-Gewinn- und
Verlustrechnung
156, 160, 199
Finanzkalender
244
Konzern-Kapitalflussrechnung
135, 204
Finanz- und Vermögenslage
95, 111
137
Forschung und Entwicklung
47, 49, 52, 86, 132, 181
KonzernSegmentberichterstattung
Forum of Inspiration
48
Konzernsteuerung
69
Free Cash Flow
U2, U4, 69, 95, 242, 243
Konzernstruktur
62, 140
Gesamtbewertung des
Geschäftsjahres 2014
106
Liquidität
105, 123, 191
Gesellschaftliche
Verantwortung
75, 78
Grußwort der Gesellschafter
10
F
G
L
239
Zusammengefasster
Lagebericht
Stichwortverzeichnis
Mitarbeiter
U2, U4, 71, 74,87, 157, 185, 242
Mitglieder des Aufsichtsrats
218
Mitglieder des Vorstands
219
Mobilität für morgen
42, 65, 78
N
Nachtragsbericht
114
O
ONE Schaeffler
56, 84
Operations
153
Personalaufwand
157, 173
Produktion
46, 53, 81, 121, 127
Prognosebericht
127
Radnabenantrieb
66, 232
Rating
39, 103, 126
Rechnungslegungsgrundsätze
143
Repricing
103
Risikomanagement
115, 191
Schaeffler Academy
74
Sachanlagen
U2, 99, 111, 134, 147, 163
Segmentberichterstattung
137, 204
Sparte Automotive
49, 90
Sparte Industrie
52, 92
Technologieführerschaft
120
P
R
S
T
Stichwort
U
V
W
Z
Seiten
Umsatz
U2, U4, 44, 69, 90, 132, 137,
144, 156, 242, 243
Unternehmensprofil
U4
Umweltschutz
75
Vermögenslage
95, 111
Vorwort des
Vorstandsvorsitzenden
12
Wesentliche Eckdaten
U2
Wichtige Ereignisse 2014
8
Zusammengefasster
Lagebericht
41
Konzernabschluss
243
Konzernanhang
Seiten
Mehrjahresübersicht
Weitere Angaben
Stichwort
M
240
Vorwort | Mobilität für morgen | Zusammengefasster Lagebericht | Konzernabschluss | Konzernanhang | Weitere Angaben
Impressum
Herausgeber:
Schaeffler AG
Industriestr. 1-3
91074 Herzogenaurach
Verantwortlich:
Financial Communications, Schaeffler AG, Herzogenaurach
Koordination/Redaktion:
Financial Communications, Schaeffler AG, Herzogenaurach
Corporate Accounting, Schaeffler AG, Herzogenaurach
Konzept und Gestaltung:
Publicis Pro, Erlangen
Konzept und Gestaltung Imageteil:
Strichpunkt GmbH, Stuttgart
Druck:
Wünsch Druck GmbH, Neumarkt
Gedruckt auf FSC-zertifiziertem Papier. Durch die Verwendung des FSC-Papiers
unterstützen wir aktiv den Erhalt unserer Wälder, den Schutz von Tieren und Pflanzen
und setzen uns gegen die Ausbeutung von Menschen im Zuge der Waldwirtschaft ein.
Portraitfotos:
Andreas Pohlmann, München
Stand: 03/2015
241
Aus technischen Gründen (z.B. Umwandlung von elektronischen Formaten) kann es zu Abweichungen zwischen den in diesem Geschäftsbericht enthaltenen und den beim elektronischen
Bundesanzeiger eingereichten Rechnungslegungsunterlagen kommen. In diesem Fall gilt die
beim elektronischen Bundesanzeiger eingereichte Fassung als die verbindliche Fassung.
Rundungsdifferenzen sind möglich.
Der Geschäftsbericht liegt ebenfalls in englischer Übersetzung vor; bei Abweichungen gilt die
deutsche Fassung des Geschäftsberichts als verbindlich.
Der Geschäftsbericht steht in beiden Sprachen im Internet unter www.schaeffler-gruppe.de/
Investor Relations/Publikationen/Berichte zum Download bereit. Darüber hinaus wird dort eine
Online-Version des Geschäftsberichts angeboten.
Konzernanhang
Abweichungen aus technischen Gründen
Weitere Angaben
Zukunftsbezogene Aussagen
Dieser Bericht enthält zukunftsbezogene Aussagen, die auf aktuellen Einschätzungen des
Managements über künftige Entwicklungen beruhen. Solche Aussagen unterliegen Risiken
und Unsicherheiten, die außerhalb der Möglichkeiten der Schaeffler AG bezüglich einer
Kontrolle oder präzisen Einschätzung liegen, wie bspw. das zukünftige Marktumfeld und
die wirtschaftlichen Rahmenbedingungen, das Verhalten der übrigen Marktteilnehmer, die
erfolgreiche Integration von Neuerwerben und die Realisierung der erwarteten Synergieeffekte
sowie Maßnahmen staatlicher Stellen. Sollte einer dieser oder andere Unsicherheitsfaktoren
und Unwägbarkeiten eintreten oder sollten sich die Annahmen, auf denen diese Aussagen
basieren, als unrichtig erweisen, könnten die tatsächlichen Ergebnisse wesentlich von den in
diesen Aussagen explizit genannten oder implizit enthaltenen Ergebnissen abweichen. Es ist
von der Schaeffler AG weder beabsichtigt, noch übernimmt die Schaeffler AG eine gesonderte
Verpflichtung, zukunftsbezogene Aussagen zu aktualisieren, um sie an Ereignisse oder
Entwicklungen nach dem Datum dieses Berichts anzupassen.
Konzernabschluss
Zusammengefasster
Lagebericht
Impressum
242
Vorwort | Mobilität für morgen | Zusammengefasster Lagebericht | Konzernabschluss | Konzernanhang | Weitere Angaben
Quartalsübersicht
Nr. 094
2013
in Mio. EUR
2014
1. Quartal
2. Quartal
3. Quartal
4. Quartal
1. Quartal
2. Quartal
3. Quartal
4. Quartal
2.756
2.858
2.811
2.780
2.976
3.014
3.034
3.100
525
538
482
115
572
541
590
469
19,0
18,8
17,1
4,1
19,2
17,9
19,4
15,1
293
Gewinn- und Verlustrechnung
Umsatzerlöse
EBITDA
•
in % vom Umsatz
EBIT
368
377
324
-61
418
383
429
in % vom Umsatz
13,4
13,2
11,5
-2,2
14,0
12,7
14,1
9,5
Konzernergebnis 1)
117
121
158
-269
220
-10
229
215
•
Bilanz
Bilanzsumme
8.707
8.668
8.498
8.387
8.704
9.095
9.675
11.617
Eigenkapital 2)
-2.487
-2.419
-2.292
-1.966
-1.808
-1.815
-1.666
258
in % der Bilanzsumme
-28,6
-27,9
-27,0
-23,4
-20,8
-20,0
-17,2
2,2
Netto-Finanzschulden 3)
6.547
6.134
5.445
5.447
5.529
5.755
5.768
5.778
3,3 3,2 3,4 3,2 2,7 490
•
•
Verhältnis Netto-Finanzschulden zu EBITDA 4)
Kapitalflussrechnung
Cash Flow aus laufender Geschäftstätigkeit
177
328
252
270
134
-163
439
Investitionsauszahlungen (Capex) 5)
121
108
114
229
155
143
202
357
4,4
3,8
4,1
8,2
5,2
4,7
6,7
11,5
57
228
142
46
-19
-306
238
135
75.890
76.541
77.549
78.258
79.369
80.054
81.353
82.294
1.987
2.088
2.054
2.035
2.212
2.225
2.230
2.316
•
in % vom Umsatz (Capex-Quote)
Free Cash Flow
Mitarbeiter
Anzahl zum Stichtag
Automotive 6)
Umsatzerlöse
EBIT
•
in % vom Umsatz
269
292
261
-139
325
300
319
291
13,5
14,0
12,7 -6,8 14,7 13,5 14,3 12,6 769
770
757
745
764
789
804
784
99
85
63
78
93
83
110
2
12,9
11,0
8,3 10,5 12,2 10,5 13,7 0,3 Industrie 6)
Umsatzerlöse
EBIT
•
1)
in % vom Umsatz
Den Gesellschaftern des Mutterunternehmens zuzurechnen.
Inkl. nicht beherrschender Anteile.
Darstellung ohne Gesellschafterdarlehen.
4) EBITDA auf Basis der letzten zwölf Monate.
5) Auszahlungen für immaterielle Vermögenswerte und Sachanlagen.
6) Vorjahreswerte gemäß der 2014 ausgewiesenen Segmentstruktur.
2)
3)
243
Quartalsübersicht | Mehrjahresübersicht
2012
2013
2014
Umsatzerlöse
9.495
10.694
11.125
11.205
12.124
EBITDA
2.097
2.290
2.087
1.660
2.172
•
in % vom Umsatz
EBIT
•
in % vom Umsatz
Konzernergebnis 2)
22,1
21,4
18,8
14,8
17,9
1.509
1.736
1.469
1.008
1.523
15,9
16,2
13,2
9,0
12,6
63
610
380
127
654
13.344
8.192
8.463
8.387
11.617
Bilanz
Bilanzsumme
Eigenkapital
3)
3.341
-2.862
-2.598
-1.966
258
in % der Bilanzsumme
25,0
-34,9
-30,7
-23,4
2,2
Netto-Finanzschulden 4)
5.711
6.671
6.541
5.447
5.778
2,7
2,9
3,1
3,3
2,7
Cash Flow aus laufender Geschäftstätigkeit
892
1.069
1.133
1.027
900
Investitionsauszahlungen (Capex) 5)
361
773
860
572
857
•
•
Verhältnis Netto-Finanzschulden zu EBITDA
Kapitalflussrechnung
•
in % vom Umsatz (Capex-Quote)
Free Cash Flow
3,8
7,2
7,7
5,1
7,1
566
304
301
473
48
67.509
73.786
75.810
78.258
82.294
Mitarbeiter
Anzahl zum Stichtag
1)
Werte aus dem Konzernabschluss der Schaeffler Verwaltung Zwei GmbH (vormals Schaeffler AG) 2010.
2) Den Gesellschaftern des Mutterunternehmens zuzurechnen.
3) Inkl. nicht beherrschender Anteile.
4) Darstellung ohne Gesellschafterdarlehen.
5) Auszahlungen für immaterielle Vermögenswerte und Sachanlagen.
Konzernabschluss
2011
Gewinn- und Verlustrechnung
Konzernanhang
2010 1)
in Mio. EUR
Weitere Angaben
Nr. 095
Zusammengefasster
Lagebericht
Mehrjahresübersicht
244
Vorwort | Mobilität für morgen | Zusammengefasster Lagebericht | Konzernabschluss | Konzernanhang | Weitere Angaben
Finanzkalender 2015
26. März 2015
Bilanzpressekonferenz 2014
21. Mai 2015
Dreimonatsbericht zum 31. März
20. August 2015
Sechsmonatsbericht zum 30. Juni
19. November 2015
Neunmonatsbericht zum 30. September
Alle Informationen vorbehaltlich Korrekturen und kurzfristiger Änderungen.
Finanzkalender 2014 | Kontaktdaten
245
Zusammengefasster
Lagebericht
Kontaktdaten
Schaeffler AG
91074 Herzogenaurach
Investor Relations
Tel.: +49 (0)9132 82-4440
Konzernabschluss
Industriestr. 1-3
Fax: +49 (0)9132 82-4444
Schaeffler im Internet
www.schaeffler-gruppe.de
Konzernanhang
E-Mail: [email protected]
Schaeffler-Website für mobile Endgeräte
Weitere Angaben
m.schaeffler.de
Auf unserer Website www.schaeffler-gruppe.de/ir informieren wir Sie aktuell über wichtige
Nachrichten der Schaeffler Gruppe. Darüber hinaus stehen Ihnen dort alle Dokumente zum
Download zur Verfügung.
Schaeffler AG
Industriestr. 1-3
91074 Herzogenaurach
Deutschland
www.schaeffler-gruppe.de/ir