April 2015 - Literatur in Hamburg

Literatur.
in Hamburg
Lizzie Doron
Irvine Welsch
Kevin McAleer
Wiliam McIlvanney
Nicolas Mahler
Axel Hacke
Peter Bichsel
Leif Randt
Herman Koch
Dima Wannous
Mittwoch
„April, April!“
Unter dem Motto „April, April – Geld
regiert nicht die Welt“ treffen sich im
Schauspielhaus Anja Hajduk, Parlamentarische Geschäftsführerin der grünen
Bundestagsfraktion, Ulrike Herrmann,
Wirtschaftskorrespondentin bei der
taz Berlin, und Dr. Wolfgang Wodarg,
Vorstandsmitglied bei Transparency
Deutschland, um einen Blick auf die
politische Klaviatur zu werfen und
gleichzeitig die Frage zu beantworten,
wer in der Politik eigentlich die Musik
macht und vor allem, wer den Takt vorgibt, ob in Brüssel bei der Europäischen
Kommission oder in Berlin bei der Bundesregierung. Treffen die Parlamentarier unabhängige Entscheidungen? Sind
es vielleicht doch die mächtigen Wirtschaftslobbys, die bei Gesetzgebungsverfahren ihren Willen durchsetzen? Oder
hat in Wahrheit Martin Sonnenborn den
größten Einfluss? Als Abgeordneter für
„Die Partei“ streitet der Satiriker und
Journalist neuerdings im Europaparlament für „Arbeit, Rechtsstaat, Tierschutz,
Elitenförderung und basisdemokratische
Initiativen“. Die Aufzeichnungen seiner
politischen Aktionen werden im Internet
mit höchsten Klickraten gefeiert.
Günther H. Oettinger, den schwäbischen
EU-Kommissar für Digitale Wirtschaft
und Gesellschaft, hat Sonnenborn über
das Recht auf Vergessen befragt. Der
Kommissar antwortete souverän auf
Hochschwäbisch: „Wer in der Politig
ischd, muss sich an seinen Erfolgen und
Misserfolgen läbenslang messen lassen.“
Zuvor hat ihm Sonnenborn vorgeworfen, dass er mit 25 Jahren mit 1,4
Promille am Steuer erwischt worden ist
und seinen Führerschein abgeben musste. Doch das ist nur das Vorgeplänkel
zu dem Raunen, das durch die Reihen
der Abgeordneten geht, wenn Tibor Navracsics, der ungarische Kommissar für
Kultur, Bildung und Bürgerrechte, sich
mit der Frage konfrontiert sieht, ob unter seiner Ägide „Hitlers `Mein Kampf´
oder Goebbels `Das kleine ABC des Na-
tionalsozialisten´ zur Pflichtlektüre der
europäischen Jugend gehören werden“.
Zu der Frage inspiriert hat Sonnenborn
der Lehrplan der ungarischen Schulen,
in dem seit einigen Jahren wieder drei
antisemitische Autoren mit ihren Werken auftauchen. Entlarvend ist jedoch
auch der Besuch des Abgeordneten Sonnenborn bei der Lobby-Veranstaltung
einer chinesischen Firma, wo es ihm
prompt gelingt, die sehr charmante Public Relations Managerin „Fräulein Tsai“
als Spionin zu enttarnen. Sonnenborn
vertieft seitdem seine Zusammenarbeit
mit China, wie er freimütig einräumt.
Was zeigt, wie leicht man einen Politiker
kaufen kann. LobbyControl ist wichtig!
Darüber muss man gar nicht lange
diskutieren. Oder doch? Veranstalter:
Heinrich-Böll-Stiftung Hamburg e.V.,
Deutsches Schauspielhaus. Ort: Schauspielhaus, Kirchenallee 39, 20.00 Uhr.
Eintritt: 5.-/3.--Euro.
„Ein gutes Leben ist die beste
Antwort“
© Marvin Zilm
1.
Friedrich Dönhoff .
Vor ein paar Jahren hat Friedrich
Dönhoff in Hamburg zufällig einen
alten Herrn kennengelernt – und sich
bald darauf mit ihm auf eine Reise
begeben: Im Sommer 2013 fahren
Friedrich Dönhoff (45) und Gerald B.
Rosenstein, genannt Jerry (86), im Auto
von Amsterdam nach Bensheim, auf den
Spuren von Jerrys Kindheit und Jugend.
Wenige Wochen später treffen sie sich in
San Francisco, wo Jerry seit 1949 wohnt.
Denn Jerry will erzählen. Nachdem er
sein Leben lang allen Fragen über seine
Vergangenheit ausgewichen ist, berichtet
er nun, was er als Jude in Deutschland,
Holland und Auschwitz durchgestanden
hat – und wie er später als Schwuler
in den USA zurechtgekommen ist und
seine innere Freiheit fand. In Friedrich
Dönhoff hat er einen aufmerksamen
Zuhörer, der seine Geschichte ganz
ohne Pathos, aber mit viel Feingefühl
erzählt. „Ein gutes Leben ist die beste
Antwort“ sei ein Buch, „das inmitten der
nicht enden wollenden Fülle an Büchern
über die Schoa noch einmal besonders
hervorsticht“, hieß es in der „Jüdischen
Allgemeinen“. Friedrich Dönhoff liest
im Kaufhaus Hamburg aus seinem Buch
„Ein gutes Leben ist die beste Antwort.
Die Geschichte des Jerry Rosenstein“
(Diogenes Verlag). Veranstalter: Kaufhaus Hamburg. Lange Reihe 70, 20.00
Uhr. Eintritt: 12.- Euro.
„Das Strunk Prinzip“
Er hat jahrelang als „Rowohlt Lohnsklave“ geschuftet, sagt der „Großschriftsteller“ (Eigenwerbung) Heinz Strunk von
sich und war danach völlig ausgebrannt.
Nur durch das von ihm selbst entwickelte „Strunk-Prinzip“ ist er aus dem
tiefen Tal gekommen, in dem er festsaß,.
Er hat die Alkoholabhängigkeit ebenso
überwunden wie Depressionen und die
„beginnende Adiopositas“ und verwandelte sich vom „linkischen Buchautor“
in einen „Showmogul“. In der Fabrik
lädt er sein begeistertes Publikum
nun schon zum dritten Mal in diesen
Wochen zum „360 Grad Entertainment“.
Er trägt „virtuos“, wie er verspricht, die
„besten Passagen“ aus seinem neuen
Buch vor, denn, na klar, Strunk konnte
vom Schreiben nicht lassen und hat
sein „Strunk Prinzip“ sogar wieder bei
Rowohlt veröffentlicht. Natürlich liest
er nicht nur vor, er singt, er spielt, zeigt
Dias und malt Krickelbilder. Doch vor
allem äußert er sich zu wirklich wichtigen Themen unserer Zeit: Wirtschaft,
Religion, Sexualität, Rentner, Verbre-
chen, Sport, Urlaub, Justiz, Krankheiten
und so weiter. Veranstalter: Fabrik.
Barnerstraße 36, 20.00 Uhr. Eintritt:
19.- Euro.
5. Sonntag
„NIBELUNGEN! Der ganze Ring“
© Armin Smailovic, Thalia Theater
Foto: Laurent Gauthier © flickr.com
April 2015
Als Alternative zu Ostereiern und
Schoko-Hasen bietet sich an diesem
Ostersonntag die Rheingold-Suppe
oder auch das Rheingoldmenü im
Theaterrestaurant des Thalia Theaters
an. Und eine „Überlebenstüte“ für
alle, die zwischendurch eine Stärkung
brauchen, gibt es auch: Immerhin sieben
Stunden dauert der Ring-Marathon,
der ab 15.00 Uhr im Programm steht.
Antú Romero Nunes, Hausregisseur am
Thalia, hat den berühmten deutschen
Fantasy-Stoff für die Bühne aufbereitet,
der heute vor allem in amerikanischen
Kinofilmen und Fernsehserien wie
„Games of Thrones“ erfolgreich ist. Mit
„Rheingold“ und „Walküre“, „Siegfried“
und „Götterdämmerung“ spannt Nunes
einen weiten Bogen von den Anfängen
der Zivilisation bis zu ihrem Untergang.
Verhandelt werden die Gier nach Macht
und Geld, Intrigen und Mord in einem
unterhaltenden Spektakel, das in großen
Bildern schwelgt und immer wieder
auch mal hemmungslos albern ist, trotz
oder vielleicht auch weil Friedrich
Hebbel und Richard Wagner mit ihren
Bearbeitungen der Nibelungensage im
19. Jahrhundert die Vorlage lieferten.
Unbedingt sehenswert sind Philipp
Hochmair als Siegfried sowie das
insgesamt groß aufspielende ThaliaEnsemble. Veranstalter: Thalia Theater.
Alstertor 1, 15.00 Uhr. Eintritt: 90.- bis
30.- Euro.
1
„Gemischtes Doppel“
Sie würden derzeit „wie Pilze aus dem
Buchhandelsboden sprießen“, heißt es
im Programm des Hamburger Literaturhauses über die Neuerscheinungen
des Frühjahrs. Und richtig, sie sind
zahlreich, doch die wohlschmeckenden
Steinpilze und Pfifferlinge sind in diesem
Jahr auffallend selten. Annemarie
Stoltenberg und Rainer Moritz waren
im ersten Quartal 2015 umso fleißiger
damit befasst, die Flure abzusuchen und
edle Speisepilze ins Körbchen zu legen.
Als „gemischtes Doppel“ empfehlen
die versierte NDR Kultur-Redakteurin
und der meinungsfreudige Leiter des
Hamburger Literaturhauses nun 16
Neuerscheinungen aus Belletristik und
Sachbuch, die im Körbchen geblieben
sind. Und eine weitere Empfehlung des
nicht minder pilzkundigen Buchhändlers
Stephan Samtleben gibt es obendrauf.
Veranstalter: Literaturhaus. Schwanenwik 38, 19.30 Uhr. Eintritt: 10.-/8.- Euro.
„Ganz normale Helden“
Auf dem Programm der Reihe NDR
Hörspiel im Planetarium steht mit der
Romanadaption des Krimis „Die vier
letzten Dinge“ von Andrew Taylor die
Geschichte einer Entführung: In der
Kleinstadt Roth bei London verschwindet
die kleine Lucy Appleyard an einem
kalten Winternachmittag aus dem Haus
ihrer Tagesmutter. Für ihre Eltern, die
zunächst nicht den geringsten Hinweis
auf das Schicksal ihrer Tochter erhalten,
beginnt ein Alptraum. Lucys Vater
Michael, ein Polizist, und Lucys Mutter
Sally sind außer sich vor Sorge. Kurz
darauf werden auf einem Friedhof
und in einer Kirche grässliche Funde
gemacht, Botschaften, die sich auf Lucy
beziehen. Doch erst nach und nach stellt
sich heraus, daß sie einen Hinweis auf
die Eschatologie enthalten, also die Lehre
von den vier letzten Dingen: Tod und
Gericht, Himmel und Hölle. Gemeinsam mit einem Theologen versuchen
die Eltern und die Polizei, das Rätsel
um Lucy und ihre Kidnapper zu lösen.
Veranstalter: NDR-Hörspiel, Planetarium.
Ort: Planetarium, Hindenburgstr. 1 b,
19.30 Uhr. Eintritt: 10.-/6.- Euro.
8.
Mittwoch
© Chris Zielecki
„Sie träumt von Pferden“
Michael Weins .
Eines der allerschönsten Bücher
dieses Frühlings ist im Mairisch Verlag
erschienen, der ja unisono schöne
Bücher macht, doch dieses versammelt
auch noch im wahrsten Sinne tierische
Kurzprosa von Michael Weins, die durch
wunderbar verspielte, nicht minder
tierische Zeichnungen und Scherenschnitte von Katharina Gschwendtner
kongenial illustriert wurden. Michael
Weins hat seine „Geschichten mit Tieren“
für den Band in drei Kapitel gebracht:
Zuerst geht es um „Tiere, die im Regen
stehen“, dann um „Tiere, die in Kreisen
gehen“, schließlich um „Tiere, die im
Dunkeln sehen“. Die Grenzen zwischen
Traum und Wirklichkeit und sogar
zwischen Mensch und Tier sind in den
Erzählungen des Hamburger Schriftstellers immer wieder fließend. Johanna
würde gerne im Dickicht verschwinden
wie ihre Schildkröte, ein „Schimmel
mit bebenden Nüstern“ tritt in der
titelgebenden Geschichte auf, das Märchen vom bösen Wolf wird neu erzählt,
ein „überdurchschnittlich intelligentes
Schwein“ tritt ebenso auf wie „Katze“,
„Hund“ und „Bär“. Michael Weins liest
bei Cohen + Dobernigg aus „Sie träumt
von Pferden“. Veranstalter: Cohen +
Dobernigg Buchhandel. Sternstraße 4,
21.00 Uhr. Eintritt: 8.- Euro.
9.
Donnerstag
„Who the Fuck Is Kafka“
Lizzie Doron.
„Unverzichtbar für jeden“, schrieb
Carsten Hueck („ORF“), „der die Realität
des israelisch-palästinensischen Verhältnisses in seiner Widersprüchlichkeit und
Vielschichtigkeit verstehen möchte“ sei
der neue Roman von Lizzie Doron. Die
israelische Schriftstellerin hat die Geschichte im letzten Jahr schon einmal im
Jüdischen Salon in Hamburg vorgestellt,
jetzt gibt es das Buch dazu, herausgebracht hat es weltweit erstmals der
Deutsche Taschenbuch Verlag, es heißt
„Who the Fuck Is Kafka“ und wurde von
Mirjam Pressler übersetzt. Eigentlich
kann es dieses Buch gar nicht geben:
Bei einem Kongress in Rom freundet
sich eine israelische Schriftstellerin mit
einem palästinensischen Journalisten
an – im Buch heißt er Nadim Abu Heni.
Es ist von Beginn an eine wechselvolle
Freundschaft, begleitet von Vorurteilen
und Unverständnis. Immer wieder
schildert Lizzie Doron in ihrem Roman
absurde Situationen, wenn z. B. Nadim
sein Auto auf Lizzies Stellplatz parkt und
wenig später der Hausmeister anruft, ob
der arabische Klempner nicht mal eben
ein Wasserrohr flicken könne. Wenn
Nadim seinen Pass mit Isolierband an
seinen Körper klebt, weil dessen Verlust
seine sofortige Ausweisung nach Jordanien zur Folge hätte. Wenn Lizzie in ein
verbales Fettnäpfchen nach dem anderen
tritt. Es gibt Grenzen der Verständigung.
Lizzie hat den Holocaust im Gepäck,
Nadim die Nakba - die große Katastrophe -, wie die Palästinenser die Folgen
des 48er-Krieges nennen. Sie begreifen,
dass sie dieselbe Irrenanstalt bewohnen,
nur in verschiedenen geschlossenen
Abteilungen. Lizzie Doron liest im Literaturhaus aus „Who the Fuck Is Kafka“.
Moderation und deutscher Text: Mirjam
Pressler. Veranstalter: Literaturhaus.
Schwanenwik 38, 19.30 Uhr. Eintritt:
12.-/9.- Euro.
„Anatomie der Wolken“
Zwei Künstler wie sie unterschiedlicher
nicht sein könnten: Johann Wolfgang
Goethe, das alternde Universalgenie, und
der junge, wilde Romantiker Caspar David Friedrich. Als sie sich 1810 begegnen,
beide fasziniert von derselben Frau, ist
der eine auf dem Zenith seines Ruhms,
während der andere mit allen Konventionen seiner Zeit bricht. Lea Singer
erzählt in ihrem Buch „Anatomie der
Wolken“ (Hoffmann und Campe) von der
Begegnung des Schriftstellers und des
Künstlers, die einander fremd bleiben,
obwohl sie die Größe des anderen erkennen. Im Gespräch mit dem Kurator Dr.
Markus Bertsch stellt die in München
lebende Autorin und Publizistin Lea Singer ihr Buch vor. Veranstalter: Hamburger Kunsthalle, Hoffmann und Campe
Verlag, Hamburger Autorenvereinigung.
Ort: Kunsthalle, Glockengießerwall 19.00
Uhr. Eintritt: 3.- Euro für die Lesung.
„Die Schnitzlers“
Jutta Jacobi liest aus ihrer Familiengeschichte, die mit dem begabten
Sohn eines armen jüdischen Tischlers
aus dem ungarischen Nagykanizsa
beginnt: Johann Schnitzler (1835-1893).
Er studierte in Budapest und Wien
Medizin und wurde ein berühmter Arzt
und Hochschullehrer in Wien. Der auf
Kehlkopferkrankungen spezialisierte
Mitbegründer der Wiener Poliklinik
behandelte auch viele Schauspieler und
Sänger der Hofoper, wodurch sein Sohn
Arthur früh in Kontakt mit dem Theater
kam. Arthur Schnitzler wiederum war
als Erzähler und Dramatiker einer der
bedeutendsten Vertreter der Wiener Moderne und stand zudem im Ruf, ein Erotomane zu sein, der sich zum Moralisten
wandelte. Doch das sind nur zwei der
Figuren, die in dieser Familiengeschichte
zentrale Rollen spielen, da sind auch
Olga, eine der reuevollsten Geschiedenen
aller Zeiten, und Lili, die an der Seite
eines faschistischen Offiziers ihr Glück
nicht fand. Da sind Heinrich, der 1938
nach Amerika emigrieren musste, und
Arthurs Enkelsöhne Peter und Michael,
die sich von den Lasten der Vergangenheit befreiten. Eine Urenkelin gibt es
schließlich auch, sie heißt Giuliana und
„schmückt auf dem Zentralfriedhof in
Wien die Gräber mit Steinchen“, wie es
in der Ankündigung der Lesung heißt.
Gastgeberin des Salonabends ist Jasmin
Sohnemann. Veranstalter: Jüdischer
Salon im Café Leonar. Grindelhof 59,
20.00 Uhr. Eintritt: 10.-/5.- Euro.
„Die verräterische Stille“
Jan Feddersen und Robert Engelbrecht,
zwei Spezialisten der experimentellen
Musik, stellen den Erzählwelten des Meisters des Unheimlichen, Edgar Allan Poe,
die Kompositionen und Klangcollagen
des Komponisten John Cage gegenüber.
Es liest: Oliver Sauer. Veranstalter:
Logensaal der Hamburger Kammerspiele.
Hartungstr. 9-11, 20.15 Uhr. Eintritt: 15./10.- Euro.
„Hamburg, mein Hamburg“
Clemens von Ramin, die Akkordeonistin
Natalie Böttcher und Thomas W. Kraupe (Visualisierungen) präsentieren einen
„literarisch musikalischen Bilderbogen“
über Hamburg. Veranstalter: Planetarium.
Hindenburgstr. 1 b, 19.30 Uhr. Eintritt:
17.-/12.- Euro.
11. Samstag
Hamburger LeseFrühstück mit Tobias
Sommer
„Detailgenau, mit dramaturgischer
Könnerschaft, handwerklich perfekt“,
schwärmte die Jury und zeichnete Tobias Sommer vor zwei Jahren mit einem
Hamburger Förderpreis für Literatur
aus. Ein Jahr darauf hat Tobias Sommer
dann auch noch beim IngeborgBachmann-Wettbewerb in Klagenfurt
gelesen, und in diesem Frühjahr ist
sein neuer Roman nun erschienen. In
„Jagen 135“ (Septime Verlag) erzählt der
1978 geborene Schriftsteller, der in Bad
Segeberg lebt, von dem ambitionierten,
erfolgreichen Auftragsfotografen Konrad
Jagen, der mit Kriegsfotografien reich
wurde. Er soll einen Ort finden und
fotografieren, an dem seit Jahrhunderten
Lebensmüde in den Freitod gehen. Sein
Auftraggeber bezahlt einen dreitägigen
Aufenthalt in der einzigen Pension in
der Nähe des zu durchkämmenden
Waldes, doch Jagen verfängt sich bei
der Suche nach einem Platz, der für ihn
mehr wird als ein Sammelpunkt für
Unglückliche, und in einer Landschaft,
die für den Leser weder räumlich noch
zeitlich greifbar ist. Tobias Sommer
liest zum LeseFrühstück im Hotel
Wedina aus seinem Roman. Moderation: Alexander Häusser. Veranstalter:
Literaturzentrum. Ort: Hotel Wedina,
Gurlittstr. 23, 12.00 Uhr. Eintritt zur Lesung: 5.- Euro. Frühstücksbüffet ab 11.00
Uhr für 18.- Euro inkl. Warmgetränke.
Reservierungen unter Tel.: 040-2279203
oder per E-Mail an [email protected]
© privat
Dienstag
© Guy Gilad
7.
Tobias Sommer.
„Pate, Pasta Tarantella“
Raffaele präsentiert sizilianische
Geschichten, das Trio Korrupti mit Jan
Baruschke an der Violine, Hans Georg
Spiegel an Akkordeon und Posaune und
Frank Naruga an der Gitarre spielt italienische, calabresische und eigene Lieder
zum Thema „la famiglia“. Veranstalter:
Zinnschmelze. Maurienstraße 19, 20.00
Uhr. Eintritt: 15.-/13.- Euro.
2
„Literatur im Waschhaus“
Wilfried Stüven liest aus seinem neuen
Roman „Im Schatten der Schwebefähre“.
Veranstalter: Waschhaus. Wesselyring 51,
16.00 Uhr.
13.
Montag
© Jeffrey Delannoy
„Das Sexleben siamesischer Zwillinge“
Irvine Welsh.
Er habe „nie zuvor mit größerem
Schwung geschrieben“ („Scotsman“),
„ganz und gar unvergesslich grenzüberschreitend“ („The Guardian“), ja sogar
„wild und überschäumend“ („Sunday
Times“), das sei der neue Roman von
Irvine Welsh - und „die amerikanische
Version von `Trainspotting´“ („The Telegraph“) sowieso. Der 1958 in Edinburgh
geborene Irvine Welsh wurde mit seinem
Debüt „Trainspotting“ 1993 schlagartig
weltberühmt. Sein Roman über die von
Drogen, Arbeitslosigkeit und Kriminalität geprägten Erlebnisse einer Gruppe
junger Schotten in Edinburgh hat lange
schon Kultstatus. In seinem in diesem
Frühjahr neu erschienenen Roman „Das
Sexleben siamesischer Zwillinge“ erzählt
Welsh natürlich nicht noch einmal
14.
Dienstag
„Die Suche nach Tony Veitch“
McIlvanney.
Von „einer Geisterbahnfahrt mitten ins
Herz von Glasgow,“ schwärmte Elmar
Krekeler in einer Kritik in „Die Welt“
über den neuen Krimi von Wiliam
McIlvanney, „und mitten ins Herz der
Welt.“ McIlvanney, 1936 in Kilmarnock,
Schottland geboren, wurde mit zahlreichen Preisen ausgezeichnet und gilt
als Begründer des schottischen Noir. In
Deutschland ist der Autor, der in seinen
Krimis „große moralische und soziale
Fragen“ (Ian Rankin) verhandelt, erst
jetzt bekannt geworden. Nach „Laidlaw“
(2014) legt der Antje Kunstmann Verlag
mit „Die Suche nach Tony Veitch“ in diesem Frühjahr Laidlows zweiten Fall vor:
Eck Adamson, ein vagabundierender
Trunkenbold, ruft Jack Laidlaw an sein
Sterbebett. In seinen letzten kryptischen
Worten entdeckt Laidlaw einen Hinweis
auf den Mord an einem Gangster und
das Verschwinden eines Studenten. Mit
der ihm eigenen Dickköpfigkeit kämpft
sich Laidlaw durch das Geflecht an Korruption und Gewalt, das Glasgow von
ganz oben bis ganz unten durchzieht. Im
Literaturhaus liest Wiliam McIlvanney
aus seinem Roman. Den deutschen Text
liest Stephan Benson. Es moderiert
Conny Lösch, die Übersetzerin des
Romans. Veranstalter: Literaturhaus.
Schwanenwik 38, 19.30 Uhr. Eintritt:
12.-/9.- Euro.
„Ein Abend mit Karen Duve“
Nach ihrem Roman „Taxi“, dem
Selbstversuch „Anständig essen“ und
„Grrrimm“, einer Sammlung mit Märchennacherzählungen, hat Karen Duve
im letzten Herbst ein Essay vorgelegt.
Es heißt „Warum die Sache schiefgeht“
(Galiani Berlin) und handelt davon „Wie
Egoisten, Hohlköpfe und Psychopathen
uns um die Zukunft bringen“. Im Polittbüro führt Friedel Bott ein Gespräch
16.
mit Karen Duve, in dem es sicher auch
um ihre provokante Streitschrift gehen
wird, doch im Zentrum steht ihre Literatur. Und ein Auszug aus der soeben
fertiggestellten Verfilmung von „Taxi“
soll auch gezeigt werden. Veranstalter:
Polittbüro. Steindamm 45, 20.00 Uhr.
Eintritt: 15.-/10.- Euro.
Donnerstag
Preis der Literaturhäuser
© Manfred Werner Tsui
„Von Timbuktu nach Samarkand“
In fünf Jahren hat Achill Moser zu Fuß
und mit Kamelen 25 Wüsten durchwandert. In seinem Buch „Das Glück der
Weite“ erzählt er davon. Der Schriftsteller Matthias Politycki gilt als Weltreisender unter den deutschen Autoren, er ist
zuletzt für seinen Roman „Samarkand
Samarkand“ mehrmals für Recherchen
in den Pamir gereist und natürlich nach
Samarkand. In einer „Live-Multivisionsshow“ berichten Matthias Politycki und
Achill Moser von ihren Abenteuern unterwegs und von magischen Orten und
Landschaften, die seit Jahrhunderten
eine ungebrochene Anziehungskraft
ausüben: Timbuktu und die Sahara,
Marrakesch und der Hohe Atlas, die
„Straße der Kasbahs“, die Wüste Namib,
Libyens Leptis Magna, Luxor und die
Wüste Sinai in Ägypten, die Felsenstadt
Petra in Jordanien und natürlich Samarkand und die Seidenstraße. Veranstalter:
Buchhandlung Heymann, Hoffmann &
Campe Verlag. Ort: Museum für Völkerkunde, Rothenbaumchaussee 64, 17.00
Uhr. Eintritt: 12.-/9.- Euro. Vorverkauf
im Museum für Völkerkunde und in allen HEYMANN-Buchhandlungen sowie
unter Tel.: 040/48 09 30.
dieselbe Geschichte, sondern von Lucy
Brennan, der härtesten Fitnesstrainerin
von Miami Beach. Seit sie dabei gefilmt
wurde, wie sie per Frontkick einen
Amokläufer zur Strecke brachte, ist sie
ein Star und kann sich vor Aufträgen
kaum noch retten. Auch die Planungen
für ihre eigene Reality-TV -Show machen
Fortschritte. Doch dann meldet sich
die unsichere, stark übergewichtige
Künstlerin Lena Sorenson zum „Personal
Training“ bei ihr an; eine Frau, die
all das verkörpert, was Lucy hasst. Im
Abaton stellt Irvine Welsh stellt seinen
Roman zusammen mit Nagel (Thorsten
Nagelschmidt) vor. Veranstalter: ThaliaBuchhandlungen. Ort: Abaton. Allendeplatz 3, 20.00 Uhr. Eintritt: 10.-/8.- Euro.
15.
Mittwoch
„Lyrik im Café“
Im Rahmen der Reihe stellt Julietta Fix
ihren Film „Transit“ vor und liest eigene
Texte. Moderation: Peter Engel. Ort:
Kulturcafé Chavis, Detlev-Bremer-Str. 41,
19.00 Uhr. Eintritt frei.
Wellentanz für Fortgeschrittene
Einen „klug arrangierten Entwicklungsroman und die Verfallsgeschichte einer
Subkultur“ (Tagesspiegel) präsentiert
der amerikanische Schriftsteller Kevin
McAleer mit „Surferboy“ (mareverlag)
im Amerikazentrum. Steve, der Erzähler
des Romans, kommt aus San Fernando
Valley an die Küste. Als er seinen ersten
„Zehn-Meter-Ritt auf einer kleinen
Zwei-Fuß-Welle“ hinkriegt, ist er wie
elektrisiert und entwickelt sich schnell zu
einem jener „Surfpenner“, die ihr ganzes
Leben für den perfekten Ritt drangeben.
Die sogenannten „Locals“ begegnen der
Landratte Anfangs zwar voller Mißgunst,
doch bald surft Steve mit Radical Jack
und Hawaiianer Jim. Gemeinsam fahren
sie nachts manchmal hunderte von
Kilometern an der Küste entlang, für nur
einen Moment der Schwerelosigkeit auf
dem Board. MacAleers „Surferboy“ gilt
als „weltweit erster reiner Surfroman“
(mare) und hat inzwischen Kultstatus,
was auch an der kuriosen Publikationsgeschichte des Romans liegt: Sowohl der
Verlag der englischen als auch der Verlag
der ersten deutschsprachigen Ausgabe
mussten kurz nach der Veröffentlichung
Insolvenz anmelden. „Surferboy“ wurde
immer geheimnisvoller – und das Buch
eine gesuchte Rarität. Veranstalter:
Literaturzentrum, Amerikazentrum
Hamburg. Ort: Amerikazentrum, Am
Sandtorkai 48, 19.00 Uhr. Eintritt:
6.- Euro. Um Anmeldung unter Tel.: 0407038 3688 oder per E-Mail an: info@
amerikazentrum.de wird gebeten.
© Sharon Back
Sonntag
© Iain Mc Lean
12.
Kevin McAleer.
„Brook unter Räubern“
Cornelius Hartz liest aus seinem Kriminalroman. Veranstalter: Kulturschloss
Wandsbek, Königsreihe 4, 19.30 Uhr.
Eintritt: 5.-/3.- Euro.
Nicolas Mahler.
Nicolas Mahler ist einer der wenigen
deutschsprachigen Comiczeichner, die
sich international etablieren konnten.
Er hat in den vergangenen 25 Jahren
50 Publikationen, fünf Trickfilme, zahlreiche Siebdruckeditionen und Hörspiele
herausgebracht, in ganz Europa, in den
USA und Kanada. Neben seinen eigenen, zum Teil autobiografischen Werken,
hat er zuletzt durch seine bei Suhrkamp
erschienenen Literaturadaptionen von
Musils „Mann ohne Eigenschaften“
oder Bernhards „Alte Meister“ für viel
Aufsehen gesorgt. „Die Figuren von
Nicolas Mahler haben keine Augen,
keine Ohren, keine Münder – aber sie
haben zweifellos Charakter. Stets gelingt
es Mahler, mit minimalistischen Zeichnungen und marginalem Humor seine
wenigen Striche auf den Punkt zu bringen. Dabei pendelt er virtuos zwischen
banal, absurd und kafkaesk“, so hieß es
in der Begründung für den Max-undMoritz-Preis. Im Literaturhaus wird der
1969 in Wien geborene Comiczeichner
nun mit dem Preis der Literaturhäuser
ausgezeichnet, der seit 2002 jährlich
an Autorinnen und Autoren vergeben
wird, denen es mit ihrem literarischen
Werk und ihrem Vortragsstil gelungen
ist, ästhetische Maßstäbe zu setzen.
Die Auszeichnung besteht aus einer
Lesereise durch die elf Literaturhäuser
des Literaturhaus.net und ist mit 11.000
Euro dotiert. Nicolas Mahler stellt
seine Bücher im Literaturhaus vor, eine
Laudatio spricht Anke Feuchtenberger.
Veranstalter: Literaturhaus.net, ARTE.
Ort: Literaturhaus, Schwanenwik 38,
19.30 Uhr. Eintritt: 10.-/8.- Euro.
„Wir Erben“
Julia Friedrichs hat sich nach ihrem
vielgelobten Buch „Ideale“, für das
sie sich mit Wirtschaftsführern und
Politikern traf, in eine „unsichtbare
„Parallelgesellschaft“ (Berlin Verlag)
begeben, um Geschichten von Menschen
zu erzählen, deren Leben durch ein Erbe
bestimmt wird. 3 Billionen Euro werden
allein in den nächsten zehn Jahren
vererbt. Pech haben all jene, die leer
ausgehen, denn in Deutschland werden
die Erben bevorzugt und Arbeit belastet.
Warum gibt es kaum Debatten um diese
Ungleichheit? Und was bedeutet es für
eine Gesellschaft, wenn vor allem jene
ein sorgenfreies Leben führen, die in die
richtige Familie hineingeboren wurden?
In der Buchhandlung stories! stellt
Julia Friedrichs ihr Buch vor und zur
Diskussion. Veranstalter: stories! Falkenriedquartier, Straßenbahnring 17, 19.30
Uhr. Eintritt: 5.- Euro. Anmeldungen an
[email protected]
3
„Bei Hempels unterm Sofa“
Karsten Lieberam-Schmidt liest
humorvoll-skurrile Geschichten.
Veranstalter: Komm Du – Kulturcafé
Harburg, Buxtehuder Str. 13, 20.00 Uhr.
Eintritt frei.
17.
Freitag
„Lesen mit Lacan“
Der aus Graz stammende Psychoanalytiker Franz Kaltenbeck lebt und arbeitet
seit vielen Jahren in Frankreich und absolvierte in den siebziger Jahren in Paris
eine Lehranalyse bei dem französischen
Psychiater und Psychoanalytiker Jacques
Lacan, der durch eine Neuinterpretation
der Schriften Sigmund Freuds internationale Bekanntheit erlangte. Heute ist
Franz Kaltenbeck u.a. Chefredakteur
der Zeitschrift „Savoirs et clinique“ und
hat bislang vor allem auf Französisch
publiziert. Mit seinem Buch „Lesen mit
Lacan. Beiträge zur Psychoanalyse“ (Parodos Verlag) sind erstmals viele seiner
Arbeiten auf Deutsch erschienen. In der
Buchhandlung Sautter und Lackmann
stellt Franz Kaltenbeck sein Buch
vor und spricht über Texte von David
Foster Wallace und Cormac McCarthy;
Eckhard Rhode spricht über einen Text
von Stephane Mallarmés, und Harald
Greil wird zu der Frage sprechen, was
ein Psychoanalytiker – im Unterschied
zum Künstler - eigentlich erschafft.
Veranstalter: Buchhandlung Sautter und
Lackmann, Admiralitätstr. 71/72, 19.30
Uhr. Eintritt frei.
20.
Montag
Anzeige
„Das kolumnistische Manifest“
In der literarischen Durchdringung
bedeutender Nichtigkeiten, die uns auf
den verschlungenen Pfaden des Lebens
in den Wahnsinn treiben, ist Axel Hacke
ein einzigartiger Großmeister. Er hat ein
Axel Hacke .
Standardwerk über die Freudschen Fehlleistungen des Gehörs mit dem schönen
Titel „Der weiße Neger Wumbaba“
vorgelegt und manch anderes Buch über
alltägliche Missverständnisse, die man
bekanntlich nur falsch deuten muss,
damit sie bestimmt richtig verstanden
werden. Doch sein legendärer „Spaß
am Valschen“ ist nur ein kleiner Auszug
all dessen, was Axel Hacke in den
letzten Jahrzehnten so umtrieb: Er war
Sportreporter bei der „Süddeutschen
Zeitung“, politischer Kommentator,
hat Reportagen geschrieben, Glossen,
Kommentare und war regelmäßig
Korrespondent bei Olympischen Spielen
und Fußball-Weltmeisterschaften. Seit 25
Jahren ist er in praktisch jedem Magazin
der „Süddeutschen Zeitung“ mit einer
Kolumne vertreten. Thematisch hat er
mit seinen spielerisch leichten Welt- und
Zeitbetrachtungen souverän „Das Beste
aus aller Welt“ verhandelt, vom Bericht
darüber, auf welche Weise kolumbianische Raben Nüsse knacken, über ein
„Sahne Chorhemd mit Fruchten im
Wald“, das sich als italienisches Dessert
erweist, bis hin zu den „Fußballgefühlen“, die ihn umtreiben. Zum Erscheinen
seiner 1001. Kolumne in diesem Jahr
ist mit „Das kolumnistische Manifest“
(Kunstmann Verlag) ein Sammelband
erschienen, das sich als „Hausbuch für
den täglichen Gebrauch“ empfiehlt und
als „Manifest der Sprache“, für das Axel
Hacke von Heino bis Putin, von den
Buntbarschonauten im Weltall bis zum
Sexleben des Nubischen Steinbocks,
keine Gelegenheit zu grübeln und zu
spotten ausgelassen hat. Im Schau-
REFORMATION UND
REVOLUTION
STEPHEN LAYTON DIRIGENT
SO, 19.04.2015
HAMBURG HAUPTKIRCHE ST. NIKOLAI 18 UHR
WERKE VON PRAULIŅŠ, BYRD, TALLIS, MIŠKINIS,
EŠENVALDS, ŁUKASZWESKI
Karten unter ndrticketshop.de
spielhaus stellt Axel Hacke „Das Beste
aus 1001 Kolumnen“ vor. Veranstalter:
Deutsches Schauspielhaus. Kirchenallee
39, 20.00 Uhr. Eintritt: 17.-/11.- Euro.
Lesung mit Hündin
Sie sind längst schon Kult, die Krimis
von Gunter Gerlach mit Lutz Brahms,
dem Sohn eines Hamburger Kaffeehändlers, der zusammen mit seiner
Hündin Noffi ermittelt. Diese Noffi gibt
es jedoch nicht nur im Buch, es ist die
Retriever-Hündin von Gunter Gerlach,
die es sich nicht nehmen lässt, immer
wieder zu Lesungen mitzukommen. Im
Ledigenheim ist Noffi, deren Name die
Koseform für Nofretete ist, mal wieder
mit dabei. Meist besteht sie dann übrigens darauf, dass nicht nur Geschichten
vorgelesen werden, in denen sie ruhmvolle Taten vollbringt, sondern auch
jene, die sie selbst geschrieben hat. Noffi
ist nämlich ziemlich schlau. Veranstalter:
Ros e.V.. Ort: Ledigenheim Rehhoffstr.
1-3, 19.00 Uhr. Eintritt: Um eine Spende
zugunsten des Projekts „Das Ledigenheim erhalten!“ wird gebeten.
© Bjoern Luelf
© Thomas Dashuber
„Deich, Dünkel, Dissonanzen“
Live-Krimi-Hörspiel mit klassischem
Gesang und Klavier. Es sprechen, singen
und spielen: Marco Ansing, Lucia Rau,
Eva-Christina Pietarinen und Ekaterina Kausch. Veranstalter: Zinnschmelze.
Maurienstraße 19, 20.00 Uhr. Eintritt:
12.-/10.- Euro.
Gunter Gerlach .
„Pullern im Stehn“
Fil, „der lustigste Deutsche der Welt“
(Berner Zeitung), liest aus seinen
Jugenderinnerungen. Veranstalter: Uebel
& Gefährlich. Feldstr. 66, 19.00 Uhr.
Eintritt: 15,55 ,- Euro (Vvk.).
21.
Dienstag
Onno Ahoi!
Er wird unisono gefeiert, ob als „Meisterwerk des bösen Humors“ (Frank
Kämmerling) oder schlicht „lustigster
Roman der Saison, der auch einer der
tiefsinnigsten ist“ (Volker Weidermann).
Dabei erzählt „Onno Viets und das
Schiff der baumelnden Seelen“ (Galiani),
der neue Roman von Frank Schulz,
doch wirklich keine weltbewegende
Geschichte. Über drei, „leider brotlose“
Superkräfte verfügt Onno, der Held des
Romans: Er hat „Charisma für Arme“
und „rasiermesserscharfe Reflexe“,
die ihm an der Pingpong-Platte der
Tischtennisabteilung im „BSV Hollerbeck Eppendorf e.V.“ sehr hilfreich sind,
wenn er auf „durchgewetzten karierten
Noppensocken“ gegen den „schönen Raimund“ antritt, um ihn mit ungeheurem
Dusel auch noch zu besiegen. Sonst hat
Onno „Noppe“ Viets einfach nicht das
drauf, worauf es gerade ankommt, und
schließlich leidet der Hartz IV Empfänger ja auch an einer posttraumatischen
Belastungsstörung, die ihn dann in die
Knie zwingt, wenn seine dritte Superkraft „Sitzen“ gerade aussetzt. Immerhin
hat Onno manchmal auch sowas wie
Glück, denn Donald Maria Jochemsen,
der Vetter seines besten Freundes Dr.
jur. „Stoffel“ Dannewitz, sucht dringend
Beistand. Jochemsen hat sich von seiner
langjährigen Lebensgefährtin getrennt
und in die Sängerin und Tänzerin
Kristin Luise verliebt. Dumm nur, dass
die Dame auf einem Kreuzfahrtschiff
angeheuert hat. Kurzentschlossen bucht
Jochemsen eine Mittelmeerkreuzfahrt
und Onno Viets als Begleitung gleich
dazu. An Bord muss Donald dann eine
traurige Erfahrung machen, während Onno gehörigen Abstand zum
„Hamburger Sorgensalzstock“ gewinnt
und gewaltig Fahrt aufnimmt. Kann
das gut gehen? Frank Schulz, der für
sein Buch über Onno Viets mit dem
Kasseler Literaturpreis für grotesken
Humor 2015 ausgezeichnet wurde, stellt
seinen Roman zum Yachtclub vor. Es
moderieren die Skipperinnen Friederike
Moldenhauer & Tina Uebel. Und wer
da jetzt nicht wirklich mal hingeht,
verpasst aber was! „Echt, nech? Tut mir
leid, echt. Zorry.“ Veranstalter: Nochtspeicher. Bernhard-Nocht-Str. 69a, 20.00 Uhr.
Eintritt: 9.-/6.- Euro..
„Der Psychiater“
Der amerikanische Thriller-Autor John
Katzenbach präsentiert seinen neuen
Krimi zusammen mit Dietmar Wunder,
der deutschen Stimme von James Bond.
Veranstalter: Thalia-Buchhandlungen.
Ort: Abaton. Allendeplatz 3, 20.00 Uhr.
Eintritt: 10.-/8.- Euro.
„Ich bin jetzt Frau Anders“
„Mit dem Tod schwanger gehen. Gibt es
das?“, fragt Roswitha Quadflieg in ihrem
neuen Buch „Neun Monate“ (Aufbau
Verlag). Es ist ein ganz persönlicher
und berührender Bericht über die
Demenz, den Verfall und das Sterben.
Aufwühlend und hoffnungsvoll zugleich
schildert sie, wie die 92-jährige Mutter
immer hinfälliger wird. Ihre Tochter
begleitet sie, hört zu, notiert, wird zur
Chronistin dieser seltsamen Wanderung
durch ein Niemandsland. Die Reise in
den Tod dauert neun Monate, in denen
alle Gewissheiten ins Wanken geraten:
Was ist „normal“, was nicht? Ist es nicht
auch ein Glück für die Mutter, nach all
den Jahren der Hingabe an Familie, Kinder, Beruf, endlich einmal die Bürde der
Verantwortung abzuwerfen, endlich einmal „Frau Anders“ zu sein? Roswitha
Quadflieg liest im Logensaal aus „Neun
Monate“. Veranstalter: Hamburger
Autorenvereinigung. Ort: Logensaal der
Hamburger Kammerspiele, Hartungstr.
9-11, 19.30 Uhr. Eintritt: 10.-/6.- Euro.
22.
Mittwoch
„Das Runde hat kein Ende“
„Es gibt auf dieser Welt“, heißt es in seinen Frankfurter Poetik-Vorlesungen, „bestimmt Wichtigeres zu tun, als über Literatur zu schwatzen.“ Und spätestens seit
diesem Frühjahr wissen wir, worüber
es sich nach Peter Bichsel zu schwatzen
wirklich lohnt: „Über das Wetter reden“
(Suhrkamp Verlag) heißt die Sammlung
seiner Kolumnen aus den letzten Jahren.
Die großen Themen, die der 1964 in
Luzern geborene Schriftsteller, der 1964
mit dem Erzählband „Eigentlich möchte
Frau Blum den Milchmann kennenlernen“ berühmt wurde, sind eher alltäglich: Sport, Wetter, Politik, wobei Bichsel
an einem stringenten Erzählen gar nicht
4
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Dennis Meadows.
„Peterchens Mondfahrt“
Peter Schütt liest aus seiner opulenten
Sammlung mit „100 Gedichten aus 50
Jahren“, die im Verlag Pashmin Art Gallery erschienen ist und ebenfalls „Bilder,
Skulpturen und Objekte“ der Künstlerin
Helga Kreuzritter zeigt. Veranstalter:
Café Witthüs. Elbchaussee 499a, 15.00
Uhr. Eintritt: 5.- Euro. Um Anmeldung
im Witthüs unter Tel.: 040-860173 oder
per E-Mail an [email protected] wird
gebeten.
„Gedenkstätten und Geschichtspolitik“
Die Historikerin Cornelia Siebeck, der
Direktor der KZ-Gedenkstätte Neuengamme, Detlef Garbe, und Oliver
Wrochem, Leiter des Studienzentrums
der KZ-Gedenktstätte Neuengamme,
© Zuzanna Kaluzna
präsentieren die jüngste Ausgabe der
Zeitschrift „Beiträge zur Geschichte der
nationalsozialistischen Verfolgung in
Norddeutschland“ und diskutieren über
den langen Weg der Gedenkstätten an
historischen Orten der NS-Verbrechen
von der Peripherie ins Zentrum der bundesrepublikanischen Geschichtskultur.
Veranstalter: Buchladen Osterstraße. Osterstr. 171, 20.00 Uhr. Eintritt: 5.- Euro.
Leif Randt .
23.
Donnerstag
„Planet Magnon“
Über „ein Buch mit Knalleffekt“,
freut sich Denis Scheck, während sich
Burkhard Müller für „Die ZEIT“ über
den „Begriffserfindungskrampf“ in Leif
Randts neuem Roman „Planet Magnon“
(Kiepenheuer & Witsch) ärgert. Auf
„ZEIT Online“ erklärt schließlich Nils
Markwardt, dass dieses „fulminante
Buch“ im Gegensatz zu „Vorgängern
wie`Brave New World´“ von Aldous
Huxley oder auch Dave Eggers „The
Circle“ „in weiten Strecken wesentlich
ambivalenter und deshalb klüger“ sei.
Schon in seinem vorangegangenen Buch
„Schimmernder Dunst über Coby County“, einem Generationenroman, hat Leif
Randt von einer schönen neuen Welt
erzählt, einer fiktiv-utopischen Stadt,
deren saturierte Bewohner in Frieden,
Einklang und Wohlstand zusammen
leben. Während Coby County jedoch irgendwo im geografischen Niemandsland
der Gegenwart andockt, spielt „Planet
Magnon“ nun im Jahr 48 nach „Actualsanity“, in einer unbestimmten Zukunft
und einem Sonnensystem irgendwo in
den Weiten des Weltalls. Sechs Planeten
und zwei Monde werden in dieser Welt
von „Actualsanity“ regiert, einem über
den Himmelskörpern auf einem Shuttle
installierten Computersystem, das
den Menschen fairste Entscheidungen
beschert und alles Notwendige regelt.
Zwischen Metropolenplanet Blossom
und Müllplanet Toadstool ist längst die
neue Zeit angebrochen, eine postdemokratische Ära des Friedens und der
Selbstkontrolle. Menschen haben sich zu
Kollektiven zusammengeschlossen, zu
ästhetischen Gemeinschaften, die um die
besten Lebensstile konkurrieren. Marten
Eliot und Emma Glendale, die beiden
jungen Spitzenfellows des Dolfin-Kollek
tivs, verlassen ihren heimischen Campus
und reisen von Planet zu Planet, um
neue Mitglieder anzuwerben. Doch das
Sonnensystem wird erschüttert, als das
aggressive Kollektiv der gebrochenen
Herzen von sich reden macht, von dem
man annimmt, es bestehe aus emotionalen Verlierern. Minzefarbene Giftwolken steigen von Marktplätzen und
Sommercamps auf, tatsächliche Gewalt
droht in die Planetengemeinschaft zurückzukehren. Auf ihren Reisen rücken
Marten und Emma die gebrochenen
Herzen gefährlich nahe. Können die
beiden den Umsturz verhindern? Leif
Randt liest in der Buchhandlung Felix
Jud aus „Planet Magnon“. Ein Gespräch
mit dem Autor führt Ulrich Greiner.
Veranstalter: Buchhandlung Felix Jud.
Neuer Wall 13, 19.00 Uhr. Eintritt: 8.Euro. Anmeldung unter Tel.: 040-343409
oder per E-Mail an [email protected]
erforderlich.
Die Tagebücher von Alfred Rosenberg
Über viele Jahre gab es lediglich
Legenden und Spekulationen über die
Tagebücher des NSDAP Reichsleiters
Alfred Rosenberg, das die Alliierten am
10. August 1945 sichergestellt hatten.
Auszüge wurden als Beweismaterial im
Nürnberger Prozess öffentlich, doch seit
Rosenbergs Hinrichtung im Oktober
1946 galt sein Tagebuch als verschollen.
An diesem 23. April hat der S. Fischer
Verlag erstmals eine Gesamtausgabe
des Tagebuchs an die Buchhandlungen
ausgeliefert, ausführlich kommentiert
von den renommierten Historikern
Frank Bajohr (Zentrum für HolocaustStudien, München) und Jürgen Matthäus
(US Holocaust Memorial Museum,
Washington). Aufgetaucht sind die
Rosenberg-Tagebücher 2013 nach
jahrelanger Suche. Man vermutet, dass
Anzeige
„Lesen ohne Atomstrom“
Seit fünf Jahren gibt es sie, die „erneuerbaren Lesetage“ in Hamburg, die als
Protestveranstaltung gegen die Lesetage
des Stromkonzerns Vattenfall gegründet
wurden, und sie sind alles, was von den
Frühjahrsfestivals mit rund 200 Veranstaltungen in Hamburg noch übrig ist.
Der „behördlich subventionierte Kulturmissbrauch“, wie es im Programm der
„erneuerbaren Lesetage“ heißt, durch
die „sog. `Vattenfall-Lesetage´ ist längst
Geschichte“, genau wie „Lesetage selber
machen“, die erste große Initiative gegen
das von Vattenfall finanzierte Festival,
die sich unter dem Titel „Hamburger
Energie Wechsel“ (HEW) vor zwei Jahren
zum letzten Mal zusammenfand. Zum
Auftakt der wie immer mit vielen Prominenten besetzten elf Veranstaltungen
im Rahmen von „Lesen ohne Atomstrom“ gibt es eine Podiumsdiskussion
mit Dennis Meadows, dem Autor des
30 Millionen Mal verkauften Bestsellers
„Die Grenzen des Wachstums“ (1972).
Er diskutiert mit der Klima-Aktivisten
Vandana Shiva, mit Bill McKibben,
dem Träger des Alternativen Nobelpreises, und Ole von Uexküll, dem
Direktor der Stiftung des Alternativen
Nobelpreises, über Klimagerechtigkeit
und den Klimawandel. Stefan Schurig
vom Weltzukunftsrat moderiert. Ort:
Patriotische Gesellschaft, Trostbrücke 4,
19.30 Uhr. Eintritt frei.
© Bernd Schwabe
interessiert ist, er schweift ab, gleitet
hinüber zu einem anderen Gegenstand,
um in einer Schlussvolte doch wieder an
das einmal Aufgeworfene anzuknüpfen.
Seine ersten Kolumnen hat Bichsel
1968 in der „Weltwoche“ veröffentlicht,
und bis vor wenigen Monaten ging
das einfach immer so weiter, mit dem
Kolumnen schreiben und publizieren.
Auf diese Weise ist mit den Jahrzehnten
so etwas wie sein Hauptwerk entstanden. Ende 2014 hat Peter Bichsel in
der „Schweizer Illustrierten“, wo seine
Kolumnen zuletzt erschienen, schließlich
erklärt, warum damit nun Schluss ist:
„Solange wir erzählen, bleibt alles rund,
bleibt alles Wiederholung, das Runde
hat kein Ende. Erzählen ist letztlich das
Aufbäumen gegen jenes Ende, das uns
allen sicher ist. Und sich verabschieden
ist der Entscheid, die Runde, das Runde
zu verlassen und geradeaus zu gehen,
geradeaus nach Hause, geradeaus nach
Amerika.“ Er wolle nicht länger „immer
wieder dieselbe Geschichte“ erzählen,
heißt es abschließend, „sich im Kreis herum bewegen,“ sondern ab sofort „versuchen, geradeaus zu gehen“. Auf seinem
Weg geradeaus kommt Peter Bichsel
zum Glück schnurstracks in Hamburg
vorbei, um uns im Literaturhaus aus
„Über das Wetter reden“ vorzulesen. Ein
großes Vergnügen ist garantiert und
tiefere Einsichten, vielleicht über einen
„Mann mit goldenen Ohren“, über „Stefan“, einen „heißen Sommertag“ oder
„Die Einsamkeit des Mathematikers“,
sind ebenfalls zu erwarten. Moderation:
Andreas Isenschmid. Veranstalter:
Literaturhaus. Schwanenwik 38, 19.30
Uhr. Eintritt: 12.-/9.- Euro.
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16.01.15 21:02
© Mark Kohn
„Sehr geehrter Herr M.“
Herman Koch.
Mit seinem Roman „Angerichtet“ gelang
dem niederländischen Schriftsteller
Herman Koch 2009 ein internationaler
Bestseller, der in 37 Sprachen übersetzt
wurde. Von einem Autor, der ebenfalls
schon einmal allseits gefeiert war, doch
den Zenit seines Ruhms überschritten
hat und seine Bücher nur noch in kleinen Buchhandlungen für ältere Damen
signiert, erzählt Koch in seinem neuen
Roman „Sehr geehrter Herr M.“ (Kiepenheuer & Witsch). Plötzlich interessiert
sich ein geheimnisvoller Nachbar für
den Schriftsteller. Was hat es mit dem
obskuren „Material“ auf sich, das er
ihm in seinen Briefen verspricht? Und
hat es etwas mit dem Kriminalfall zu
tun, den M. in einem Roman verarbeitete? Die Geschichte machte im
ganzen Land Schlagzeilen, kein Wunder,
denn sie erzählte vom ominösen und
nie aufgeklärten Verschwinden eines
Lehrers nach einer kurzen Affäre mit
einer bildhübschen Schülerin. Herman
Kochs neuer Roman spielt auf vielen
Ebenen: Er erzählt eine ungewöhnliche
Coming-of-Age-Story, taucht ein in den
Mikrokosmos Schule (ein Haifischbecken), liest sich wie ein Krimi und ist
zugleich eine Meditation über das Verhältnis von Wirklichkeit und Fiktion. Im
Literaturhaus liest Herman Koch aus
„Sehr geehrter Herr M.“. Den deutschen
Text liest Erik Schäffler. Moderation:
Margarete von Schwarzkopf. Veranstalter: Literaturhaus. Schwanenwik 38,
19.30 Uhr. Eintritt: 12.-/9.- Euro.
„Die Wahrheit über Uhlenhorst“
Stadtführungs-Entertainment mit Katrin
Seddig und Sven Amtsberg. Veranstalter: Büro für Literaturangelegenheiten
(Büfl). Treffpunkt: U-Bahn-Station
Mundsburg, Ausgang Friedrich SchütterPlatz, 20.00 Uhr. Kosten: 5.- Euro.
„Lesen ohne Atomstrom“
Die beiden Krimiautorinnen Andrea
Maria Schenkel und Simone Buchholz lesen aus ihren aktuellen Krimis.
In „Täuscher“ erzählt Andrea Maria
Schenkel die Geschichte eines blutigen
Doppelmords im Landshut der frühen
1920er Jahre, Simone Buchholz stellt
mit „Bullenpeitsche“ den fünften Band
ihrer St. Pauli-Krimiserie vor, in dem
Staatsanwältin Chas Riley und ihre Kollegen von der Kripo in ein schmieriges
Karussell aus Korruption, Gefälligkeiten
und Männerfreundschaft geraten. Ort:
2te Heimat, Max-Brauer-Allee 34, 19.30
Uhr. Eintritt frei.
24.
Freitag
„Die Stunde da wir zu viel voneinander wussten“
Die Berliner Gruppe Nico and the
Navigators gastiert auf Kampnagel mit
einer „bildstarken Musiktheaterproduktion“: Wenn Peter Handkes in seinem
berühmten Stück „Die Stunde da wir
nichts voneinander wussten“ von 1992
mehrere hundert stumme Charaktere
ausschließlich mit Regieanweisungen
über die Bühne flanieren lässt, vergrößern Nico and the Navigators mit nur
acht Darstellern ausgewählte, absurde
Alltagsbegegnungen einer heterogenen
Gesellschaft – vor der Folie einer sich
rasant medialisierenden Welt. Mit Songs
und Liedern von Bonnie „Prince“ Billy
bis Schubert sowie Körpersprache, Geräuschen und Textfragmenten greifen
die „Ganzkörperpoeten“ den von Zufall
und Regeln bestimmten Takt des Lebens
auf. Wie fremd sind wir uns? Wissen
wir zuviel voneinander? Was wissen
wir wirklich voneinander? Und wie
sind unsere Geschichten miteinander
verbunden? Veranstalter: Kampnagel,
Jarrestr. 20, 20.00 Uhr. Eintritt: 24.-/18./12.- Euro. (Weitere Vorstellungen: 26.
und 27.4., jew. 20.00 Uhr.)
„Die Zukunft ist glänzend“
Im Rahmen der Reihe mit „Geschichten vom Weltuntergang“ präsentieren
Anne Müller und Michael Weber die
„akribisch recherchierte Polemik über
das kollektive Versagen der Menschheit
angesichts der größten Herausforderung,
vor der sie je stand“ („Der Spiegel“)
von Naomi Klein. Mit ihrem in diesem
Frühjahr in einer deutschen Übersetzung erschienenen Buch „Die Entscheidung. Kapitalismus vs. Klima“ (S. Fischer
Verlag) hat die in Kanada lebende
Journalistin und weltbekannte Aktivistin
eine Art sozialistisches Manifest
vorgelegt, das die Herausforderungen
des Klimawandels auf 700 Seiten mit
der Forderung nach einer radikalen
Reform des kapitalistischen Wirtschaftssystems verknüpft. Veranstalter:
Deutsches Schauspielhaus. MalerSaal,
Kirchenallee 39, 20.00 Uhr. Eintritt:
12.-/7.- Euro.
„Fortpflanzung nach Tagesform“
Die in Köln lebende Autorin und
Kabarettistin Katinka Buddenkotte
liest aus ihrem Romandebüt, das von
Hummel und Maike erzählt, die sich ein
Kind wünschen, es aber irgendwie nicht
hinkriegen. Aus seinem Debütroman
„Ein Goldfisch in der Grube“ liest der
Hamburger Autor Lars Gebhardt.
Veranstalter: Tortugar Bar. Bleichestr. 27,
20:00 Uhr
„Goethe, Werther, Eisermann“
In einer Spoken Word Performance
präsentiert der Schauspieler André
Eisermann den berühmten Briefroman „Die Leiden des jungen Werther“.
Johann Wolfgang von Goethe erzählt in
dem Roman von dem jungen Rechtspraktikanten Werther, der wegen einer
unglücklichen Liaison mit der mit
einem anderen Mann verlobten Lotte
Selbstmord begeht. Der Roman war der
erste Bestseller der deutschen Literatur, er wurde in zahlreiche Sprachen
übersetzt und ein Welterfolg. Musikalisch begleitet wird die Performance
von Jakob Vinje am Klavier mit eigens
für den Abend komponierter Musik.
Veranstalter: Fabrik. Barnerstraße 36,
20.00 Uhr. Eintritt: 19.- Euro.
„Bonjour Tristesse“
Véronique Elling liest aus dem 1954
erschienenen Roman „Bonjour tristesse“
von Francoise Sagan, den die französische Schriftstellerin mit 18 Jahren
innerhalb weniger Wochen schrieb. Der
Roman wurde in dutzende Sprachen
übersetzt, millionenfach verkauft und
1958 auch verfilmt. Aurélie Namont
spielt Mozart, Ravel, Debussy, Rameau,
Schubert und Brahms. Veranstalter: Logensaal der Hamburger Kammerspiele.
Hartungstr. 9-11, 20.15 Uhr. Eintritt:
12.-/9.- Euro.
25.
Samstag
„Lesen ohne Atomstrom“
„Eine Prise Verschwörungstheorie,
etwas Kapitalismuskritik, ein bisschen
`Staatsfeind Nummer 1´ und reichlich
Action“, hieß es im „Deutschlandfunk“,
würde Marc Elsberg in seinem Bestseller „Zero“ zu „einer packenden Story“
zusammenrühren. Elsberg, der bisher als
Journalist und Werber tätig war, erzählt
in seinem in London spielenden Thriller
aus einer schönen neuen gläsernen
Welt: Bei einer Verfolgungsjagd wird
ein Junge erschossen. Sein Tod führt
die Journalistin Cynthia Bonsant zu der
gefeierten Internetplattform Freemee,
die ihren Millionen Nutzern ein besseres
Leben verspricht. Nur einer warnt vor
der Macht von Freemee: ZERO, der
meistgesuchte Online-Aktivist der Welt.
Als Cynthia anfängt, genauer zu recherchieren, wird sie selbst zur Gejagten.
Marc Elsberg liest in der Zentralbibliothek aus seinem Thriller und diskutiert
im Anschluss mit Peter Schaar, dem
langjährigen Datenschutzbeauftragten der Bundesregierung und Autor
von „Überwachung total“, und dem
ARD-Journalisten Hubert Seipel, der
das weltweit erste TV-Interview mit
Whistleblower Edward Snowden führte.
Es moderiert Wolfgang Neškovic. Ort:
Zentralbibliothek der Hamburger
Öffentlichen Bücherhallen, Hühnerposten 1, 19.30 Uhr. Eintritt frei.
„Die Literaturkantine – Jour Fixe für
Autoren“
Schriftstellerinnen und Schriftsteller aus
Norddeutschland sind zu einem Austausch in zwangloser Runde eingeladen.
Zum Jour fixe gibt der Theaterautor
und –macher Sven J. Olsson einen
Workshop über „Dramaturgie – Regieanweisungen“. Moderation: Reimer
Boy Eilers. Veranstalter: VS – Verband
deutscher Schriftsteller in Hamburg,
Ver.di. Ort: Kulturhaus Eppendorf,
Julius-Reincke-Stieg 13 a, 11.00 Uhr.
Eintritt frei.
26.
Sonntag
„Dunkle Wolken über Damaskus“
© Richard Sammour
US-Ankläger Robert Kempner die Dokumente nach den Nürnberger Prozessen
mit nach Amerika genommen hat und
dort unter Verschluss hielt. Rosenbergs
Aufzeichnungen zeigen, dass seine Rolle
bei der Vorbereitung und Umsetzung
des Holocaust lange unterschätzt
wurde. Schon früh einer der radikalsten
Antisemiten, unterstützte er bis zuletzt
die deutsche Vernichtungspolitik. Seine
Notizen verdeutlichen neben seiner unbedingten Ergebenheit gegenüber Hitler
die erbitterte Konkurrenz innerhalb der
Funktionselite um den „Führer“, insbesondere die intime Feindschaft zwischen
Rosenberg und Joseph Goebbels. Aus
der Perspektive eines der Hauptverantwortlichen eröffnet dieses Schlüsseldokument neue, wichtige Einblicke in
die vom NS-Regime erzeugte Gewaltdynamik. In der Forschungsstelle für
Zeitgeschichte stellen Frank Bajohr und
Jürgen Matthäus die Aufzeichnungen
Rosenbergs vor. Begrüßung: Miriam
Rürup. Moderation: Christoph Strupp.
Veranstalter: Institut für die Geschichte
der deutschen Juden, Forschungsstelle für Zeitgeschichte Hamburg. Ort:
Lesesaal der Forschungsstelle, Beim
Schlump 83, 18.30 Uhr.
Dima Wannous.
„Hätte man dieses Buch vorher
gekannt“, schreibt Stefan Weidner
in einer Kritik für die „Süddeutsche
Zeitung“, „die Revolution wäre nach der
Lektüre fast vorhersehbar gewesen,“
und Christiane Müller-Lobeck erklärt
für die „taz“, dass die „Short Cuts“ von
Dima Wannous „beeindruckend dicht“
über eine Gesellschaft an der Schwelle
zu einem Bürgerkrieg erzählen. Schon
im Jahr 2007 sind die Erzählungen der
syrischen Schriftstellerin, Journalistin
und Übersetzerin im Original erschienen, im letzten Herbst folgte dann unter
dem Titel „Dunkle Wolken über Damaskus“ (Edition Nautilus) eine deutsche
Übersetzung. Im Literaturhaus stellt
Dima Wannous ihren Erzählband zusammen mit ihrer Übersetzerin Larissa
Bender zur „TeaTime“ vor. Veranstalter:
Edition Nautilus, Literaturzentrum. Ort:
Literaturhaus, Schwanenwik 38, 17.00
Uhr. Eintritt: 7.-/4.- Euro.
Literatur-Quickies
Sechs Autoren, ein kurzweiliger
Sonntagnachmittag, gute Literatur,
ebenso gute Laune und natürlich auch
Kaffee und Kuchen stehen auf dem
Programm der „Literatur-Quickies“. Es
lesen: Jens Eisel, Konrad Lorenz,
Florian Wacker, Anna-Kathrin Warner
und Katrin Theiner. Moderation: Gunter Gerlach und Lou A. Probsthayn.
Veranstalter: Förderverein kulturelle
Initiativen e.V.. Ort: Loft. Timmermannstr. 9, Hinterhof, 16.00 Uhr. Eintritt:
6.- Euro.
„Suchers Leidenschaften“
C. Bernd Sucher spricht über Bertolt
Brecht, aus den Werken des modernen Klassikers liest Peter Lohmeyer.
Veranstalter: St. Pauli Theater. Spielbudenplatz 29/30, 19.00 Uhr. Eintritt:
19.- Euro.
6
„Lob des Lernens“
Vor vier Jahren haben sie sich vor dem
Atomreaktor in Krümmel getroffen, um
gemeinsam für „Lesen ohne Atomstrom“
aufzutreten und zu protestieren: Nina
Hagen und Günter Grass. Am Tschernobyl-Jahrestag treffen sie sich in diesem
Jahr wieder – zu einem gemeinsamen
Auftritt im Ohnsorg-Theater. Nina
Hagen hat ihre „Klampfe“ dabei und
interpretiert Lieder von Bertolt Brecht;
Günter Grass liest aus seinen Büchern.
Ein Gespräch mit dem weltberühmten
Schriftsteller führt Rainer Burchardt.
Ort: Ohnsorg Theater, Heidi-Kabel-Platz
1, 20.00 Uhr. Eintritt frei.
„Der kleine Prinz“
Clemens von Ramin präsentiert unter
dem Sternenhimmel des Planetariums
die berühmte Erzählung von Antoine de
Saint-Exupéry, musikalisch begleitet von
Annika Treutler am Klavier. Visualisierungen: Thomas W. Kraupe. Veranstalter: Planetarium. Hindenburgstr. 1 b,
19.00 Uhr. Eintritt: 18.- Euro.
„Blankenese – Paradiese am Elbhang“
Bei einem Spaziergang durch Gosslers Park, Hesse Park und Baurs Park
präsentieren Dr. Lutz Flörke und Vera
Rosenbusch Texte von Goethe, Hölty,
Eichendorff u.a.. Veranstalter: Hamburger Literaturreisen. Treffpunkt: S-Bahn
Blankenese, Bahnhofsvorplatz, 14.30
Uhr. Eintritt: 8.- Euro.
27.
Montag
„Wir Kinder vom Bahnhof Zoo“
Zum Abschluss von „Lesen ohne Atomstrom“ treffen sich in der Fabrik die
Schauspielerinnen Anna Thalbach und
Natja Brunckhorst, die in der Verfilmung des berühmten 1978 erschienenen
Sachbuchs über die Situation drogenabhängiger Kinder und Jugendlicher am
Beispiel von Christiane Felscherinow
die Hauptrolle spielte. Anna Thalbach
hat das Hörbuch von „Wir Kinder vom
Bahnhof Zoo“ und soeben auch die
Biografie „Mein zweites Leben“ von
Christiane Felscherinow eingelesen.
Ebenfalls zu Gast in der Fabrik sind die
Co-Autoren der Bücher Kai Hermann
und Sonja Vukovic. Gemeinsam mit
den Schauspielerinnen stellen sie die
Bücher vor. Im Anschluss diskutieren sie
gemeinsam mit Suchtexperten. Moderation: Herbert Schalthoff. Ort: Fabrik,
Barnerstraße 36, 19.30 Uhr. Eintritt frei.
„Schattenboxer“
Horst Eckert liest aus seinem neuen
Thriller. Veranstalter: Büchereck
Niendorf-Nord. Nordalbinger Weg 15,
19.30 Uhr. Eintritt: 8.- Euro.
28.
Dienstag
„Wir haben ein Loch in den Himmel
gebrannt“
Über Hamburg wird ein Bomber der
Royal Air Force abgeschossen, und der
Heckschütze gerät in Kriegsgefangenschaft, in Italien kämpft die Bäuerin
Agnese gegen deutsche Besatzer und
italienische Faschisten, ein Militärkaplan versucht vergeblich, zwischen den
Fronten zu vermitteln, und löst damit
eine Katastrophe aus. Aus Anlass des
siebzigsten Jahrestags der Befreiung
am 8. Mai stellen drei Hamburger
Übersetzer Texte vor, die sich mit dem
Ende des Zweiten Weltkriegs befassen:
Ulrike Schimming liest aus ihrer Übersetzung von Renata Viganòs Roman
„Agnese geht in den Tod“; Klaus Manns
Drehbuch „Der Kaplan“, das in den Film
Paisà von Roberto Rossellini einfließen
sollte, wurde in dieser Form nie umgesetzt – der Übersetzer und Verleger
des Männerschwarm Verlags Joachim
Bartholomae spricht über die Hintergründe des Projekts und die besondere
Herausforderung, einen Autor, der im
Exil die Sprache wechselte, ins Deutsche
zurückzuholen; Ingo Herzke stellt seine
Übersetzung von A.L. Kennedys Roman
„Day“ vor. Veranstalter: Weltlesebühne
e.V., Buchhandlung Christiansen. Ort:
Christianskirche, Ottenser Marktplatz 6,
20.00 Uhr. Eintritt: 5.- Euro.
„Philosophisches Café“ mit Heinz
Bude
„Es ist klar, dass Gesellschaften
nicht mehr nur einfach durch Werte
zusammengehalten werden, möglicherweise sind am Ende die entscheidenden
Kittstellen solche emotionaler Art.“
Das ist der Ausgangspunkt, den der
renommierte Soziologe Heinz Bude
sich für sein neues Buch „Gesellschaft
der Angst“ gewählt hat. Und seine
Diagnosen könnten durchaus Angst
machen: Erschöpfungsdepressionen
schon bei Jugendlichen. Bildungspanik
bei ihren Eltern. Horizontverengung bei
den vielen Einzelkämpfern. Ein so hoher
Angstpegel ausgerechnet in einem der
komfortabelsten Länder? Angst ist der
Ausdruck für einen Gesellschaftszustand mit schwankendem Boden, den
Menschen fehlt der innere Kompass, sie
sind süchtig nach Anerkennung, aber
trauen ihr nicht. Der größte Mangel: Zugehörigkeit. Welchen gesellschaftlichen
Entwicklungen sehen sich die Menschen
ausgeliefert, wo fühlen sie sich verlassen, bevormundet oder übergangen?
Und warum gibt es keine Revolte gegen
die Gesellschaft der Angst? „Weil es zu
einem Aufstand die Idee einer lebbaren
Alternative geben muss“, schreibt
Heinz Bude. „Die Gesellschaft der
Angst ist eine, der die Vorstellung einer
kommenden Zeit abhanden gekommen
ist.“ Heinz Bude stellt sein Buch beim
„Philosophischen Café“ vor und zur
Diskussion. Gastgeber der philosophischen Vortrags- und Gesprächsrunde ist
Reinhard Kahl. Veranstalter: Literaturhaus. Schwanenwik 38, 19.00 Uhr.
Eintritt: 10.-/8.– Euro.
„Das find ich aber gar nicht komisch!“
Hellmuth Karasek liest aus seinem
neuen Buch, das eine „Geschichte in
Witzen“ und gleichzeitig „Geschichten
über Witze“ erzählt. Dabei geht es um
einige sehr grundsätzliche Fragen, denn
Witze machen uns in vielen Situationen
das Leben leichter. Dennoch bleibt uns
immer wieder einmal auch ein Scherz
buchstäblich im Halse stecken. Warum
also erzählt man Witze zu genau dieser
Zeit und genau so, wie man sie erzählt?
Was gibt ihnen ihre Aktualität? Was verraten sie über ihre Zeit, die Menschen,
über uns? Veranstalter: Buchhandlung
Heymann, Freie Akademie der Künste.
Ort: Freie Akademie, Klosterwall 23,
19.00 Uhr. Eintritt: 12.- Euro.
29.
Mittwoch
„WritersGames – Poets on Dice“
Fünf gewürfelte Icons, ein vorgegebenes
Szenario und drei Minuten Zeit,
eine Kurzgeschichte entlang der fünf
Elemente zu entwickeln, das ist die
Spielidee. Die Szenarien der „Poets
on Dice“-Abende wechseln je Durchlauf und werden vor Spielstart
vereinbart (Bewerbungsabsage,
Heiratsantrag, Kunstbetrachtung,
Entschuldigungsschreiben, Testament
u.a.). Es spielen jeweils zwischen fünf
und sieben Spieler gegeneinander,
das Publikum prämiert nach jedem
Durchgang per Applaus die beste
Geschichte. Der Gewinner des Abends
erhält einen Preis. Moderation: Romeo
Grünfelder. Veranstalter: Writers‘
Room. Ort: Thalia Theater, Nachtasyl,
Alstertor 1, 20.00 Uhr. Eintritt: 6.Euro.
„Auf dem Prüfstand“
Tilman Spreckelsen, Christine
Knödler und Ole Könnecke präsentieren fünf Neuerscheinungen der
Kinder- und Jugendliteratur. Veranstalter: Literaturhaus. Schwanenwik 38,
19.30 Uhr. Eintritt: 10.-/8.- Euro.
Vorgeblättert.
5.5. Paul Ingendaay, Literaturhaus, 5.5. Susan Elizabeth Phillips, Amerikazentrum, 7.5. Stephan Opitz und Jan Philipp Reemtsma, Literaturhaus, 7.5. Janne
Mommsen, Stories! Die Buchhandlung, 8.5. Manuel Möglich, Uebel & Gefährlich,
9.5. „Kampf der Künste“, Poetry Slam Finale, Schauspielhaus, 11.5. Seitensturm,
Ernst Deutsch Theater, 19.5. Martin Walker, Bücherwurm Pinneberg, 18.–21.5.
Graphic Novel Tage, Literaturhaus, 26.5. Tilman Spreckelsen, Literaturhaus, 29.5.
Friedrich Dönhoff, Bücherhalle Eidelstedt, 29.5. Hanns Zischler, Literaturfestival
“Literatur in den Häusern der Stadt”, 29.5. Maylis de Kerangal, Hanseatische
Krankenkasse, 31.5. Annika Reich, Literaturfestival “Literatur in den Häusern
der Stadt”, 2.6. Uwe Timm, Literaturhaus, 3.6. Siri Hustvedt, Literaturhaus, 4.6.
Ursula Ackrill, Literaturhaus, 7.6. Reiner Stach, Heine-Haus, 11.6. Vea Kaiser,
Literaturhaus, 16.6. Hans-Joachim Schädlich, Literaturhaus, 18.6. Eugen Ruge,
Literaturhaus, 24.6. Karen Köhler, Planten un Blomen, Musikpavillon, 30.6.
Maja Haderlap, 1.7. Christoph Meckel, 7.7. Marente de Moor und Iris Hanika,
Literaturhaus, 18.12. Vladimir Kaminer, Fabrik
Poetry Slams und Lesebühnen.
Weitere Infos: www.literaturinhamburg.de
1.04. Textlabor B, BeLaMi, Holtenklinkerstr. 26, 19.30 Uhr. Eintritt frei.
3.04. Digger Slam, Brakula, Bramfelder Chaussee 265, 20.00 Uhr. Eintritt: 5.- Euro.
7.04. Mathilde-Slam, Mathilde – Literatur und Café, Bogenstr. 5, 20.15. Eintritt: 5.
Euro.
7.04. Dichterliga, Molotow. Spielbudenplatz 5, 20.30 Uhr. Eintritt: 5.- Euro.
8.04. Best of Poetry Slam, Ernst-Deutsch-Theater, Friedrich-Schütter-Platz 1, 20.00
Uhr.
10.04. Zeise Poetry Slam, Zeise Kino, Friedensallee 7-9, 22.30 Uhr. Eintritt: 6.- Euro.
11.04. Audimax Poetry Slam, Universität Hamburg, Audimax, Von-Melle-Park 4,
11.00 Uhr.
13.04. Offene Lesebühne, Bistro Roth, Rothestr. 34, 19.30 Uhr.
15.04. Spätlese, Kulturpunkt im Barmbek-Basch, Wohldorfer Str. 30, 19.30 Uhr.
Eintritt frei.
15.04. „Miró am Mikro“-Poetry Slam, Levantehaus, Mönckebergstraße 7, 20.30 Uhr.
Eintritt: 10.-/8.- Euro.
17.04. Best of Poetry Slam, Schauspielhaus, Kirchenallee 38, 20.00 Uhr. Eintritt: 13.
bis 22.-Euro.
21.04. Jägerschlacht, Grüner Jäger, Neuer Pferdemarkt 36, 20.30 Uhr. Eintritt: 4.- Euro.
23.04. Bunker-Slam, Uebel & Gefährlich, Feldstraße 66, 20.30 Uhr. Eintritt: 8.- Euro.
24.04. 8 min Eimsbüttel, Auster Bar. Henriettenweg 1, 20.00 Uhr. Eintritt: 4.- Euro.
29.04. Diary Slam, Grüner Jäger, Neuer Pferdemarkt 36, 20.30 Uhr. Eintritt: 4.- Euro.
28.04. Hamburg ist Slamburg, Nochtspeicher. Bernhard-Nocht-Str. 69a, 20.00 Uhr.
Eintritt: 5.50 Euro.
30.04. Hunting Words Slam, Mathilde Bar, Kleine Rainstraße 11, 20.15 Uhr. Eintritt:
5.- Euro.
7
Foto: Mario Sturm © Museumsdienst Hamburg
News.
Die Museen und Ausstellungshäuser in Hamburg
laden am 18. April von 18.00 bis 2.00 Uhr zur „Langen Nacht der
Museen“. 57 Hamburger Museen und Ausstellungshäuser, so viele
wie noch nie zuvor, nehmen an dem Megaevent teil, zu dem rund
30.000 Besucher erwartet werden. Neu dabei sind in diesem Jahr
zwei Sammlungen im KomponistenQuartier, die im März 2015 eröffnen: Das Carl Philipp Emanuel Bach Museum und das Johann
Adolf Hasse Museum. Das KomponistenQuartier in der Häuserzeile auf der Südseite der Peterstraße soll nach seiner Fertigstellung
einmal 6 Häuser umfassen. Als einen Ort „des Erzählens, des
Zuhörens und des Austauschs“ präsentiert sich das „Museum für
Hamburgische Geschichtchen“ auf St. Pauli, wo Regula Venske
um 21.00 Uhr aus ihrem Krimi „Rent a Russian“ lesen wird. Die
Besucher der Museumsnacht sind jedoch auch selbst eingeladen,
in der historischen Millerntorwache auf St. Pauli „Geschichtchen“
zu erzählen. In der Hamburger Kunsthalle lesen zur „Langen
Nacht“ die Ensemblemitglieder des Schauspielhauses Anne Müller
und Christoph Luser aus Virginia Woolfs Roman „Orlando“,
und zu einer Krimilesung mit Jörgen Bracker lädt das Hamburg
Museum: Der Autor, Historiker und langjährige Direktor des
Museums präsentiert seinen Text „Das ermordete Cembalo“, der
vom Schicksal eines 1716 von Carl Conrad Fleischer in Hamburg
gebauten Cembalos erzählt, das Bracker 1978 in New York entdeckte und für das Museum für Hamburgische Geschichte erwarb.
Das passt gut zu dem Motto „Sammelleidenschaft“, das sich das
Hamburg Museum für die „Lange Nacht“ gegeben hat. Wer wahre
Sammelleidenschaft erleben will, geht in die Deichtorhallen, wo
die Sammlung Falckenberg unter dem Titel „Selbstjustiz durch
Fehleinkäufe“ (zitiert nach Martin Kippenbergers gleichnamigen
Werk aus der Sammlung) eine Auswahl der Neuerwerbungen aus
den Jahren 2011 – 2014 zeigt. In der Ausstellung werden rund 140
Werke von 60 Künstlern zu sehen sein.
„Welttag des Buches“
Seit 20 Jahren wird alljährlich auf Initiative der Unesco am 23.
April der „Welttag des Buches“ gefeiert, der auf die fundamentale
Bedeutung des Buches und seine unverzichtbare Rolle in der Informationsgesellschaft hinweisen soll. Die Unesco hat sich bei der
Wahl für den 23. April von einem Brauch inspirieren lassen, der
in Katalonien gepflegt wird, wo man zum Namenstag des Heiligen
St. Georg Rosen und Bücher verschenkt. Besondere Bedeutung
hat der 23. April auch in der Literaturgeschichte, denn es ist der
Todestag von William Shakespeare und Miguel de Cervantes. In
Hamburg feiern zum Welttag die Bücherhallen gemeinsam mit
dem Bucerius Kunst Forum im Rahmen der Ausstellung „Miró.
Malerei als Poesie“. Vor dem Bucerius Kunst Forum wird der
Promotion-Bus der Bücherhallen parken und Gäste mit Open AirLesungen unterhalten. An Bord sind u.a. die Hamburger Lesebühnenstars Johanna Wack und Fabian Navarro. Ort: Bucerius Kunst
Forum, Rathausmarkt 2, 18.00 – 20.00 Uhr. Eintritt frei.
Zur 10. „Debütantenbörse“
ruft das Literaturzentrum im Literaturhaus auf. Eine ausgewählte
Jury aus Autoren und Kritikern wählt für die „Debütantenbörse“
Texte aus, die dann einer „Bestenlesung“ im Literaturhaus vorgestellt werden. Bewerben können sich Autorinnen und Autoren aus
Hamburg mit 7 Seiten Prosa oder Lyrik bis Ende Mai 2015 beim
Vorstand des Literaturzentrums, Schwanenwik 38, 22087 Hamburg, E-Mail: [email protected], Tel.: 040 / 2279203.
Museumsnacht im Hamburger Rathaus
Seminare.
Das Autorendock Hamburg
lädt am 19. und 20. September jeweils von 10.00 bis 18.00 Uhr zur „Roman-Starthilfe“
mit dem Hamburger Schriftsteller Frank Schulz, der „Entwicklungshilfe in puncto
Stoff, Grundidee, Milieu, Figurengestaltung, allegorischer Resonanz etc.“ geben wird.
Das Seminar ist auf 12 Teilnehmende begrenzt und kostet 199.- Euro. Weitere Infos
gibt es hier: www.autorendock.de
Die Volkshochschule Hamburg
hat im April eine ganze Reihe spannender Seminare im Programm:
- Unter dem Titel „Schreiben hilft klären“ findet im VHS-Zentrum Nord, Poppenhusenstraße 12, am 11.4. von 11.00 bis 18.00 Uhr ein Seminar mit Gila Grau statt, das
dazu einlädt, das Schreiben als Mittel der Selbstreflexion zu nutzen, Konflikte zu
erkennen, die Gedanken zu ordnen, Lösungen zu finden. Kosten: 38.- Euro. Kursnummer: 053NNN11.
- „Tierisch gute Kurzgeschichten“ stehen auf dem Programm einer „abenteuerlichen
Schreibwerkstatt“ mit Ulrike Hilgenbarg am 11.4. von 11.00 bis 17.00 Uhr im VHSZentrum West, Witzstraße 31. Die Teilnehmenden des Workshops entwickeln Texte
in denen Tiere die Hauptrolle spielen. Kosten: 33.- Euro. Kursnummer: 065WWW14.
- Eine „Romanwerkstatt“ mit Ulrike Hilgenbarg im VHS-Zentrum West startet am
20.4. und lädt an sechs Terminen dazu ein, die Techniken für eine längere Prosaarbeit
kennenzulernen. Kosten: 65.- Euro. Kursnummer: 0575WWW11
Hinweise auf weitere VHS-Seminare, Anmeldung und weitere Informationen zu den
VHS-Kursen unter www.vhs-hamburg.de oder unter Tel.: 040-428414284.
Eine offene Schreibgruppe
trifft sich jeden Mittwoch von 19.00 bis 21.00 Uhr in der Pension Sonntag, Neubertstraße
24a. Auf dem Programm stehen neue Formen des autobiografischen Schreibens. Weitere
Infos gibt es unter www.schreibfertig.com, per E-Mail an [email protected] oder
unter Tel.: 040-25329288.
Vom Basiskurs über eine Gedichtwerkstatt
bis zu einem Seminar über Literaturkritik bietet das Programm der Bundesakademie
in Wolfenbüttel ein ganzes Spektrum hochkarätiger Kurse für Schreibende. Wer einmal
stöbern will, schaut hier: www.bundesakademie.de/programm/literatur.
Impressum.
Verlag: Dölling und Galitz Verlag GmbH, Geschäftsführung Dr. Robert Galitz
Re­­­dak­tion: Jürgen Abel. Veranstaltungshinweise für die Mai-Ausgabe bitte bis
spätes­tens 13.04.2015 (endgültiger Redaktionsschluss) schriftlich an: Jürgen Abel,
Bah­renfel­der Str. 32, 22765 Hamburg. Oder per E-Mail: [email protected]
Produktion, Druck und Vermarktung: Cult Promotion, Agentur für Kulturmarketing,
E-Mail: [email protected], Tel. 040 - 38 03 76 30.
Das ABATON-Kino schickt Ihnen gerne „Literatur in Hamburg“ nach Hause. Sie
können es zusammen mit dem Programmheft des ABATON-Kino für die Postleitzahlen
20... und 22... für 8,- Euro/Jahr, für alle anderen Postleitzahlen für 14,- Euro/Jahr
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