Burglesums Gewässer

Der südlich gelegene Moortrichter wird „Ruschmoor“ und der
im Norden „Ruschdahlmoor“ genannt. Heute heißen beide
zusammen etwas verwirrend „Ruschdahlmoor“, eindeutiger
aber „Lesumer Moor“. „Rusch“ bezeichnet im Niederdeutschen
die im feuchten Milieu wachsende Binse und „Dahl“ eine Senke
oder ein Tal.
leuchtend gelben Sumpfdotterblumen und im Sommer die
majestätische Schwanenblume erleben.
Das gesamte zirka 500 Hektar große Werderland ist Landschaftsschutzgebiet, große Teile davon sind Naturschutzgebiet
und gehören aufgrund ihrer seltenen Arten oder Lebensräume
zum europäischen Schutzgebietsnetz. Die Fischart Steinbeißer
und die Libelle Grüne Mosaikjungfer zählen zu den geschützten
Arten. Das Werderland ist Teil eines größeren Vogelschutzgebietes, in dem das Blaukehlchen seine Heimat findet.
Besondere Beachtung findet dieses Areal, weil es unter
anderem natürlich-pflanzennährstoffreiche Seen und magere
flache Mähwiesen aufweist. Die Region des Dunger Sees im
VVBesonderes: Die Hochstauden sind idealer Lebensraum von
Schmetterlingsarten, auch von dem geschützten SpiegelfleckDickkopffalter.
Anreise: Mit der NordWestBahn Richtung „Bahnhof Vegesack“ bis „Burg“, Umstieg auf den Stadtbus 90 (Richtung „Neuenkirchen“) oder 92 (Richtung „Buschdeel“) bis „Heidbergstift“,
von dort aus in die Straße Am Heidbergstift einbiegen und geradeaus bis zum Moor weitergehen.
YY
Im Werderland werden auf einigen Weiden aus Naturschutzgründen schottische Hochlandrinder gehalten.
Titelfoto: Im Sommer bieten die Stauden des
rotvioletten Blutweiderichs entlang der Lesum
eine Schmetterlingsweide, hier für den Großen
Kohlweißling.
Der Sportparksee Grambke
+ Bitte Musik leise hören, um die Tiere am Wasser
nicht zu erschrecken
Der Sportparksee Grambke ist ein in Burg-Grambke gelegener
Baggersee, der besonders junge Leute als attraktiver Freizeitsee
anspricht. Sie nutzen ihn für Wassersportarten wie Segeln und
Tauchen.
Er entstand 2002 durch die Sandentnahme für den Industriepark,
besitzt eine maximale Tiefe von neun Metern und ist vom
Grundwasser gespeist. Mit seiner Größe von 32,5 Hektar ist er
Teil eines Landschaftsschutzgebietes.
+ Auf den Wegen bleiben – das schont die Pflanzen
und erzeugt bei Wildtieren keinen Stress
+ Müll, der mit nach Hause genommen wird, kann
Tieren keinen Schaden zufügen
ROBIN WOOD e. V.
Langemarckstr. 210
28199 Bremen
info@robinwood.de
0421/5982894
ViSdP: Fotos und weitere Infos: Annegret Reinecke
Mit freundlicher Unterstützung
Der Senator für Umwelt,
Bau und Verkehr
Die ersten Segelversuche
sehen schon ganz gut aus.
Freie
Hansestadt
Bremen
Der Sportparksee scheint ein Erfolgsprojekt zu sein: Neben
dem Wert als Erholungsgebiet nutzen sehr viele Wasservögel
die Wasserfläche und ihre Umgebung. Hilfreich dafür ist eine
Schutzzone im nordwestlichen Bereich, die nicht befahren und
deren Ufer nicht betreten werden darf. Die Natur freut sich,
wenn dies eingehalten wird! Auch Hunde sollten einen großen
Bogen um diesen Bereich machen. Er dient der geschützten
Entwicklung von Flora und Fauna.
Eine Schwanenblume am Seeufer,
sie war Blume des Jahres 2014.
VVBesonderes: Vorkommen von Vogelarten wie Blässrallen,
Reiherenten, Schnatterenten, Schellenten, Zwergsägern, Pfeifenten.
Anreise: Mit der NordWestBahn Richtung „Bahnhof Vegesack“ bis „Burg“, weiter mit dem Stadtbus 92 Richtung „Buschdeel“ bis „Am Geestkamp“, dann in die Straße Im Föhrenbrook
einbiegen.
YY
Werderland und Dunger See
Die Werderland-Gräben und ihre Ufervegetation bieten vielfältige Lebensräume. Stauanlagen dienen der Wasserstandsregulierung
Einen ganz wichtigen Teil von Bremens Feuchtwiesenring bildet
das Werderland. Es ist eine von Weser und Lesum eingerahmte
Marschenlandschaft, deren Feuchtwiesen landwirtschaftlich
genutzt werden. Sein umfangreiches Grabensystem bietet
Lebensraum in der Tierwelt besonders für Lurche, Fische und
Wasservögel. An den Grabenufern kann man im Frühjahr die
Werderland ist ein Naturschutzgebiet. Hier wurde Ende der
1970er Jahre Sand zur Aufspülung eines geplanten Friedhofes
entnommen und sehr abwechslungsreiche See-Lebensräume mit
buchtenreichen Uferzonen angelegt. Im Osten entstand eine
langgezogene schmale Insel mit angeschlossenem Feuchtgebiet.
An den See führt eine Strecke des Werderland-Ökopfades mit
zwei Beobachtungshütten und Infotafeln. Von hier aus können
Haubentaucher, Graugänse und andere Wasservögel wie der
Eisvogel beobachten werden.
Burglesums Gewässer
VVBesonderes:
Vorkommen der Insektenarten Spiegelfleck-Dickkopffalter,
Grünwidderchen und Sumpfschrecke
Anreise zu Beobachtungshighlights:
Mit der NordWestBahn bis „Bahnhof
Vegesack“, dann mit dem Stadtbus 95
Richtung „Marßel“ bis „Seefahrtsstraße“, über Lesumer Straße und Am Wasser
dann das Lesum-Sperrwerk überqueren.
So gelangt man auf das Werderland-Lesu- Am Nordufer
mufer. Die Lesum kann man flussauf be- des Dunger Sees
nutzen Silberreiher
gleiten, nach etwa 1,5 km auf dem Öko- die überhängenden
pfad ins Werderland einbiegen und ihm Äste als „Gefiederdann in Richtung Dunger See folgen. Um pflege-Station“.
zum Beobachtungspavillon am nördlichen
Ufer zu gelangen bitte links in einen kleinen Pfad einbiegen; zur
Beobachtungshütte am südlichen Ufer dem Pfad etwas weiter
folgen und links einbiegen. Der Ökopfad führt weiter durch das
Werderland bis zur Weser. Etwas östlicher führt ein Rad- und
Wanderweg zur Weser. Von dort gelangt man entlang der Weser bis zur Spitze des Werderlandes und zurück zum Sperrwerk.
Dabei hat man auch das Naturschutzgebiet Schönebecker Sand
umrundet.
YY
An sonnigen Sommertagen sind die Libellen
am Dunger See sehr aktiv: Blaue Azurjungfern
und Blutrote
Heidelibellen
können an
ihrem „Ansitz“
beobachtet
werden.
Burglesum bietet im Bremer Norden alles, was sich Wasserbegeisterte wünschen: Bremens „Lebensader“ Weser, die Lesum, an
der man wunderbar spazieren gehen oder Fahrrad fahren kann.
Dazu kommt der großen Sport- und Badesee in Grambke und das
Grünland-Grabenareal Werderland nebst Dunger See als Naturschutzgebiete. Nicht zu vergessen ist das kleine Lesumer Moor
mit seiner erstaunlich dicken Torfschicht.
Dieses Faltblatt stellt Ihnen Gewässer in Burglesum vor: wie sie
entstanden sind, was sie besonders macht, wie Sie hinkommen
und ob die Natur dort etwas Außergewöhnliches bietet und
unseren Schutz benötigt.
>>> Unterwegs im Stadtteil >>>
Die Lesum in Burglesum
Das etwa 1,5 Kilometer vor der Mündung errichtete Lesumsperrwerk schützt das Hamme- und Wümmegebiet vor Sturmfluten.
Der mittlere Tidenhub beträgt hier in der Lesum drei Meter.
Im normalen Betrieb fließt das Wasser mit Ebbe und Flut frei hin
und her. Das Sperrwerk wird geschlossen, wenn eine Tide mehr
als 30 cm höher als das mittlere Tidehochwasser aufläuft. Das
geschah 134 Mal im Jahr 2013. Das Wasser bleibt dabei in der
Weser und erhöht bei Sturmflut ihren Wasserstand.
Die Lesum ist ein stark ausgebautes Gewässer, weite Abschnitte
der Ufer sind mit Steinpackungen befestigt. Schilfbestände
unterbrechen diese teilweise und bieten dann beachtliche Gewässerlebensräume. Flut- und Ebbstrom und der Wellenschlag
schnell fahrender Schiffe wirkt sich hier allerdings störend aus.
Weitere Belastungen sind der hohe Pflanzennährstoffgehalt vor
allem aus der Hamme.
ähneln, verholfen. Sie sind recht selten und nutzen die Lesum als
Wanderkorridor zu ihren Laichplätzen.
VVBesonderes: Hier wächst die Dreikantige Teichsimse, eine
Charakterart im Süßwasser von Tidezonen.
Anreise zum Lesumsperrwerk: Mit der NordWestBahn
bis „Bahnhof Vegesack“, dann mit dem Stadtbus 95 Richtung
„Marßel“ bis „Seefahrtsstraße“, über Lesumer Straße und Am
Wasser zum Sperrwerk.
YY
Die Weser in Burglesum
Die vier Kilometer lange Ihle entspringt
Was die Lesum ausmacht: ihr
Wasserlauf, befestigte Ufer,
blühende Uferstauden (hier
Blutweiderich) und Sportboote
in der Gemeinde Ritterhude in einem
Naturschutzgebiet. Sie durchquert
Bremen in südwestlicher Richtung bis zur
Das Lesumer Sperrwerk mit hochgezogener Klapp-Brücke
Intuitiv verbinden wir die Lesum mit Erholung, Segelbooten,
grünen Ufern und tollen Spazierwegen, weniger mit einer „Bundeswasserstraße“, so ihr offizieller Titel. Auf gut zehn Kilometern
Länge durchquert sie nach dem Zusammenfluss von Hamme und
Wümme das Blockland und Burglesum. Sie nimmt das Wasser
des Maschinenfleets an der östlichen Grenze von Burglesum
bei Wasserhorst auf. Hier gewährleisten die vier elektrischen
Pumpen des Schöpfwerkes, dass auch bei Hochwasser in der
Lesum große Wassermassen aus dem Maschinenfleet gepumpt
werden können.
Im späteren Verlauf nimmt die Lesum das Wasser verschiedener
Gräben und der Ihle auf. Im letzten Abschnitt vor der
Einmündung in die Unterweser gehört nur der südliche Teil ab
der Flussmittellinie mit dem Werderland zu Burglesum. Nördlich
davon liegt schon Vegesack.
Mündung in die Lesum. Auf dieser kurzen
Strecke erfährt der Geestbach alles, was in
heutiger Zeit Fließgewässern angetan wird:
Begradigung, Verrohrung, Sohlabstürze,
Eintrag von Pflanzennährstoffen aus der
Landwirtschaft und Autobahnabwässer.
Gleichzeitig gibt es aber auch den freien
Der Deich im Werderland wird größtenteils in einen Erddeich umgebaut. Die
Spundwand wird entfernt.
Verlauf und auf Teilstrecken Renaturierungen im Bereich der Hindenburgstraße und
der Mündung. Ihre „Fans“ im Stadtteil
Der Deichverband entschlammt
die Ihle.
fürchten, dass sie eher zu den vergessenen
Geestbächen gehört.
In der EU hat es die Lesum zu einiger Berühmtheit gebracht, weil
sie in das europäische Netz von Schutzgebieten aufgestiegen
ist. Dazu haben ihr vor allem die Meerforelle und die beiden so
genannten Rundmäuler Meer- und Flussneunauge, die den Aalen
Etwa 5,5 Kilometer lang schwappt die Unterweser im Tideund Ebbstrom an Burglesum vorbei, entlang des Werderlandes
vom kleinen Hafen des Wasser- und Schifffahrtsamtes bei der
Moorlosen Kirche bis zum Vegesacker Hafen. Die Flut drückt
Weserwasser in die Lesum, bei Ebbe fließt es zusammen mit
Lesumwasser wieder Richtung Nordsee. Die Deicherhöhungen
entlang der Weser sind aus mehreren Gründen erforderlich: Der
Meeresspiegel steigt aufgrund der Plattentektonik innerhalb von
100 Jahren etwa 25 cm an; dazu kommt der von Menschen
erzeugte Anstieg durch die Klimaveränderung und der Ausbau
der Weser zur Schifffahrtsstraße. Durch die künstlichen
Vertiefungen und Begradigungen für die Schifffahrt ist die Fließgeschwindigkeit der Weser und der Tidenhub stark erhöht, er
beträgt am Pegel in Vegesack vier Meter. Derzeit werden die
Deiche an der Weser um einen Meter erhöht.
Da eine solche Baumaßnahme aus Naturschutzgründen
ausgeglichen werden muss, entsteht in der als Gemeinschaftweide „Alter Deich“ bezeichneten Fläche ein Tidebiotop. Hier,
in diesem Außendeichsgelände der Weser, sollen sich an kleinen
Gewässern Bereiche entwickeln, die die typischen Gewässerarten
der Gezeitenzone anlocken und beherbergen können. Das
Weserwasser dringt mit der Flut ein, läuft aber bei Ebbe nicht
ganz wieder zurück. Somit ist es auch als strömungsberuhigtes
Gewässer für Fische zum Ablaichen attraktiv.
Die Unterweser ist insbesondere in Bremen ein Fluss ohne
nennenswerte Aue und natürliche Ufer. Pflanzennährstoffe über
deren natürlichen Bedarf und hohe Schwebstoffgehalte lassen
die Liste der Pflanzen- und Tierarten, die hier leben könnten,
zusammenschrumpfen.
Und trotzdem: Die Unterweser ist für Fische und die aalähnlichen
Neunaugen sowohl eine Wanderstrecke als auch z.B. für die Finte
ein wichtiges Laich- und Aufwuchsgebiet. Deshalb ist sie hier als
ein bedeutender Lebensraum und Schutzgebiet auf EU-Ebene
anerkannt.
Ein Tipp sei erlaubt: Um die Erhöhung des Meeresspiegels,
bedingt durch den Klimawandel, zu bremsen sollten wir sehr
effizient und sparsam mit unseren Energieressourcen umgehen.
Grambker Feldmarksee
Kaum zu glauben, dass dieses Naturschutzgebiet zwischen der
A27 und dem Maschinenfleet als Autobahn-Baggersee ein
wahres Kleinod ist. Nicht nur, dass fast die Hälfte der Pflanzen,
die der See beherbergt, auf der Roten Liste von Bremen und
Niedersachsen als gefährdet eingestuft sind. Mit der umgebenden
Gehölzzone ist der See außerdem Lebensraum, Brut-, Rast- und
Nahrungsplatz seltener Vogelarten wie Reiher- oder Tafelente.
Der auch „Erikasee“ genannte Grambker Feldmarksee ist so
kostbar und schutzwürdig, dass das Gewässer samt seiner
umgebenden Röhrichte und Gehölze unter Naturschutz gestellt
wurde und daher ein allgemeines Betretungs- und Badeverbot
gilt. Dadurch konnte das Gebiet beruhigt und seine Bedeutung
für den Naturschutz gesteigert werden.
VVBesonderes:
Die geschützte Biegsame Glanzleuchteralge
wächst noch in elf Metern Tiefe. Der Pillenfarn besiedelt die Ufer.
VVBesonderes: Das Vorkommen der Fischart Finte und von
Meer- und Flussneunauge findet rege Beachtung.
Anreise: Wie wäre die Idee, vom Vegesacker Fähranleger
Richtung Bremen zu schippern? Dafür bitte mit der NordWestBahn bis zum Vegesacker Bahnhof fahren. Dieser liegt dem Hafen vis-a-vis gegenüber.
YY
Ufergehölze, Röhrichtzonen und klares Wasser zeichnen den Grambker
Feldmarksee aus.
Im Ruschdahlmoor/Lesumer Moor
Das Gelände des Moores ist im Norden bewaldet.
Der Zentralbereich ist durch Schilfröhrichte geprägt.
Schaurig ist`s... eigentlich nicht. Das an der Grenze zu
Niedersachsen gelegene, auf den ersten Blick eher unscheinbar
daher kommende Naturschutzgebiet hat es aber in sich: Mit einer
Torfmächtigkeit von 33 Metern sucht es in Europa seinesgleichen.
Es entstand vor etwa 9000 Jahren, da in 150 Metern Tiefe
im Salzstock „Lesum“ eine Auslaugung von Salzen durch
Grundwasser stattfand und sich der Untergrund absenkte.
Diese Absackung verstärkte sich später im Gelände an zwei
Punkten, an denen kreisrunde Trichter entstanden: Diese Trichter
füllten sich mit Wasser und nach und nach mit abgestorbenen
Pflanzenresten, die sich bei Sauerstoffmangel nur unvollständig
zersetzten und so im Laufe der Jahrtausende die Torfschicht
bildeten.
Heute herrscht nach Entwässerung, Torfstich, Beweidung und
Düngereintrag durch Gartenabfälle und Weidetierhaltung vor
allem eine Niedermoorvegetation mit Schilfröhricht und hohen
Stauden wie Blutweiderich vor. Im unzugänglichen Kernbereich
existiert noch ein kleiner Bereich mit Hochmoorpflanzen, auch
wachsenden Torfmoosen.
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