Therapie- und Erlebnisgarten RehaClinic Zurzach

HS R
HOCHSCHULE FÜR TECHNIK
RAPPERSWIL
LANDSCHAF TSARCHITEK TU R
Therapie- und Erlebnisgarten
RehaClinic Zurzach
Ein Projekt der
Einleitung
Es ist bekannt, dass Gärten und
die darin enthaltenen Pflanzen mit
all ihren Farben, Düften, Formen,
tages- und jahreszeitlich wechselnden Stimmungen sich generell
positiv auf das physische und
psychische Befinden des Menschen
auswirken. Diese wohltuenden Effekte sollen nun gezielt bei Patientengruppen in Therapien in der Rehabilitation zum Tragen kommen.
In intensiver interdisziplinärer
Zusammenarbeit zwischen Fachleuten der Physio- und Ergotherapie,
Medizin, Sozialwissenschaft, Landschaftsarchitektur und Hortikultur
werden an RehaClinic Zurzach
erstmals in der Schweiz Gartentherapien mit wissenschaftlichen
Methoden entwickelt und deren
Wirksamkeit getestet. Gärtnerische
Aktivitäten können auch nach der
Rehabilitation der Patienten in
deren Lebensalltag eingebunden
werden.
Die Gartentherapie wird in eigens
dazu konzipierten Aussenräumen
stattfinden, jedoch werden diese
auch Raum bieten für andere Therapieformen und Freizeitaktivitäten.
Insgesamt soll der Garten für alle –
Patienten, Besucher und Mitarbeiter
der Klinik – positive Impulse setzen.
Für den Kur- und Badeort Bad Zurzach – mit seinen Gästen aus dem
Gesundheits- und Wellness-Bereich
und der bekannten Thermalquelle –
soll mit dem neuen Therapie- und
Erlebnisgarten von RehaClinic das
Therapieangebot erweitert und
der Standort Bad Zurzach gestärkt
werden.
Gartentherapie
Begriff
Forscher der Universität Loughborough U.K. beschreiben den Begriff Gartentherapie («horticultural
therapy») wie folgt:
«Horticultural therapy is the use
of plants by a trained professional
as a medium through which certain
clinically defined goals may be
met».
Ziel-/Patientengruppen
Mögliche Therapieformen
für die Wirkungsanalyse
in Physio- und Ergotherapie
»» Zentral-neurologische Patienten
»» Arbeitsbezogene Rehabilitation
nach erstmaligem Schlaganfall
»» Entspannungstherapien
»» Patienten mit chronischen
»» Aktivitäten des «Täglichen Lebens»
Rückenschmerzen
»» Patienten mit Fibromyalgie oder
generalisiertem Schmerzsyndrom
Gartentherapien werden in
RehaClinic auch bei weiteren Therapieformen und Patientengruppen
eingesetzt. Diese unterliegen
jedoch nicht der wissenschaftlichen
Wirkungsanalyse.
Interdisziplinäre Zusammenarbeit
»» RehaClinic Zurzach
»» ZHAW Zürcher Hochschule für Angewandte Wissenschaften
Departement «Life Sciences und Facility Management», Wädenswil
Departement «Soziale Arbeit», Dübendorf
»» Hochschule für Technik Rapperswil (HSR), Abteilung Landschaftsarchitektur
Ziele des Projektes
Hauptziele
»» Entwicklung der Gartentherapie
in der Rehabilitation
»» Überprüfung der Wirksamkeit
und Evaluation der Gartentherapie mit wissenschaftlichen
Methoden
»» Etablierung der Gartentherapie
an RehaClinic Zurzach
Teilziele auf
gärtnerischer Ebene
»» Entwicklung und Testung von
standardisierten, gärtnerischen
Arbeitsabläufen, mit denen
therapeutische Zielsetzungen
bei ausgewählten Krankheitsbildern optimal verfolgt werden
können
»» Spezifische Pflanzenauswahl
für verschiedene Arbeitsabläufe
innerhalb der Gartentherapie
»» Erstellen eines Gartenmanagements für die gärtnerische Pflege
der Aussenanlage, das optimal
zwischen Gärtnern und Therapeuten koordiniert ist
»» Bau eines Gewächshauses, das
die ganzjährige Durchführung
der Gartentherapie ermöglicht
Weiteres Ziel
»» Etablierte Therapien ohne
direkten Bezug zu Pflanzen
sollen neu auch im Aussenraum
stattfinden können
Hypothesen
1. Gartentherapie führt bei ausgewählten Patientengruppen zu
signifikant höherer Lebensqualität, reduziert die Häufigkeit
depressiver Verstimmungen und
verringert den Gebrauch von
Schmerzmitteln.
2. Pflanzen mit biographischem
Bezug sind in der Rehabilitation
von grosser Bedeutung.
3. Gartentherapie bewirkt, dass
sich Patienten nach Beendigung
des Klinikaufenthaltes vermehrt
in ihrem jeweils unmittelbaren
Wohnaussenraum aufhalten.
medizinisch-therapeutischer Ebene
»» Zielformulierung für Therapien,
bei denen Pflanzen als wesentlicher Bestandteil integriert
werden
»» Zielformulierung für etablierte
Therapien ohne Pflanzen im
Aussenbereich
»» Durchführung der entsprechenden Therapien in eigens dafür
konzipierten Aussenräumen
»» Nachweis der Wirksamkeit der
Gartentherapie mit qualitativen
und quantitativen Methoden
sozialwissenschaftlicher Ebene
»» Erhebung von Grundlagen für
die Neukonzeption des Gartens
»» Überprüfung der Umsetzung der
formulierten Zielsetzungen bzw.
der Abdeckung des erhobenen
Bedarfs
landschaftsarchitektonischer Ebene
»» Entwicklung von räumlichen
Modulen zur Erweiterung der
therapeutischen Handlungsmöglichkeiten
Ergebnisse des Projektes
»» Umfassender Schlussbericht
inklusive Wirkungsanalysen
sowie Erfolgskontrollen
»» Leitfaden «Gartentherapie in der
Rehabilitation mit gärtnerischmedizinisch standardisierten
Therapieeinheiten»
»» Gartenmanagement für den
neuen Garten
»» Leitfaden «Konzeption und Bau
von Therapiegärten für Rehabilitationskliniken»
»» Ausbildungskonzept für Gartentherapie in der Rehabilitation
»» Allgemein gültige Aussagen
über die Module und ihre
Charakteristika bezüglich
Raumstrukturen, Wegsysteme,
Ausstattungen, Materialien
und Pflanzen
Zeitlicher und inhaltlicher Ablauf
2006
07
08
09
J F MAM J J A S O N D J F MAM J J A S O N D J F MAM J J A S O N D J F
Bestandesaufnahme, Grundlagenarbeit
Planung
Bauliche Umsetzung
1. Gartentherapeutische Umsetzung
Auswertung und Optimierung
2. Gartentherapeutische Umsetzung
Wirkungsanalyse
Auswertung
Berichte
Abschluss
Projektteam
Prof. Renata Schneiter, Dipl. phil. II, Dozentin ZHAW (Projektleiterin)
Regina Hoffmann, Landschaftsarchitektin FH, wiss. Mitarbeiterin ZHAW
Martina Föhn, Hortikulturingenieurin FH, wiss. Mitarbeiterin ZHAW
Yvonne Christ, Umweltingenieurin FH, Assistentin ZHAW
Trudi Beck, Dipl. phil. II, Dipl. Sozialpädagogin HFS, Dozentin ZHAW
Prof. Dr. Susanne Karn, Landschaftsarchitektin, Professorin HSR
Jacqueline Item, Landschaftsarchitektin, wiss. Mitarbeiterin HSR
Gabi Lerch, Landschaftsarchitektin, wiss. Mitarbeiterin HSR
Stefan Güntensperger, M.H.A.; CEO, RehaClinic, Bad Zurzach
Prof. Dr. med. André Aeschlimann, ärztlicher Direktor, RehaClinic, Bad Zurzach
Franc Morshuis, Dipl. Physiotherapeut, Kernprozessleiter, RehaClinic, Bad Zurzach
Martin Verra, Master of Physiotherapy, wiss. Mitarbeiter und Fachleiter Therapie, RehaClinic, Bad Zurzach
Frank Baumgartner, Dipl. Ergotherapeut, Leiter Ergotherapie, RehaClinic, Bad Zurzach
David Foster, Bauleiter, Bad Zurzach
Unterstützung
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Stiftung Bad Zurzach
Gönnervereinigung RehaClinic (Dr. Martin Erb Unterstützungs- und Gönnerfonds)
Bad Zurzach Tourismus
Bund Schweizer Landschaftsarchitekten und Landschaftsarchitektinnen BSLA
Verband Schweizer Gärtnermeister VSG
Kontakt
ZHAW Zürcher Hochschule für Angewandte Wissenschaften
Life Sciences und Facility Management
Renata Schneiter
Grüental, Postfach, CH-8820 Wädenswil
Telefon +41 (0)58 934 57 44
E-Mail renata.schneiter@zhaw.ch
www.lsfm.zhaw.ch und www.unr.ch
Bildquellen: Zürcher Hochschule für Angewandte Wissenschaften