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Pressemitteilung
Start der gemeinsamen Beschaffung von Primärregelleistung in
Deutschland, Österreich, Niederlande und Schweiz
9. April 2015. Bayreuth, Berlin, Dortmund, Stuttgart. Seit dieser Woche schreiben die
Übertragungsnetzbetreiber in Deutschland, den Niederlanden, der Schweiz und Österreich
erstmals gemeinsam ihren Bedarf an Primärregelleistung aus. Damit wird der größte
einheitliche Markt für Primärregelreserven in Europa mit insgesamt 783 Megawatt
ausgeschriebener Leistung geschaffen. Durch die gemeinsame Ausschreibung kann die
Primärregelleistung über Ländergrenzen hinweg von den Kraftwerken erbracht werden, die
dies am kostengünstigsten ermöglichen. Die Übertragungsnetzbetreiber erwarten durch
diese erweiterte Ausschreibung reduzierte Beschaffungskosten für die Primärregelleistung.
In Deutschland wird diese Kostenreduktion vollständig an die Netzkunden weitergeben. Die
Gesamtkosten für Primärregelleistung lagen in Deutschland in 2014 bei ca. 100 Mio. Euro.
Die europäischen Übertragungsnetzbetreiber beschaffen Regelleistung, um im europäischen
Verbundnetz stets das Gleichgewicht zwischen Erzeugung und Verbrauch sicher zu stellen.
Die schnellste Regelleistungsart, die zur Ausregelung sehr kurzzeitiger Bilanzabweichungen
benötigt wird, ist die sogenannte Primäregelleistung. Jeder Übertragungsnetzbetreiber in
Europa ist dafür verantwortlich, einen bestimmten Anteil der insgesamt benötigten
Primärregelleistung zu beschaffen. Es steht den Übertragungsnetzbetreibern dabei frei, die
Regelleistung auch außerhalb der eigenen Regelzone einzukaufen, wenn sichergestellt
werden kann, dass ein Abruf der Regelleistung nicht zu Überlastungen des Netzes führt.
Bislang gab es zwei dieser Kooperationen: einmal zwischen Deutschland, den Niederlanden
und der Schweiz sowie zwischen Österreich und der Schweiz. Diese Kooperationen wurden
nun zusammengeführt, so dass jetzt erstmals eine gemeinsame Ausschreibung von
Primärregelleistung mit allen genannten Ländern unter Berücksichtigung der
netztechnischen Restriktionen möglich ist.
Zu Primärregelleistung:
Elektrische Energie lässt sich nicht in großen Mengen speichern. Daher muss zu jedem
Zeitpunkt exakt genau so viel elektrische Energie erzeugt werden wie verbraucht wird.
Dieses Gleichgewicht gewährleistet den sicheren Betrieb des Stromnetzes bei einer
konstanten Frequenz von 50 Hertz. Unvorhergesehene Schwankungen zwischen der
Einspeisung elektrischer Energie in das Netz und der Entnahme müssen kurzfristig
ausgeglichen werden. Um diese Schwankungen innerhalb von Sekunden ausgleichen zu
können, wird die sogenannte Primärregelleistung eingesetzt. Für die Primärregelleistung
geeignete Kraftwerke können innerhalb weniger Sekunden ihre Leistungsabgabe erhöhen
beziehungsweise verringern. Die Übertragungsnetzbetreiber beschaffen die benötigte
Primärregelleistung marktbasiert über wöchentliche Ausschreibungen. An diesen
Ausschreibungen dürfen nur Anbieter teilnehmen, die vorher eine technische und
organisatorische Prüfung (ein sogenanntes Präqualifikationsverfahren) bestanden haben.
Ansprechpartner:
50Hertz Transmission GmbH
Volker Kamm, T +49 30 5150 3417, M +49 172 3232759, E volker.kamm@50hertz.com
Amprion GmbH
Andreas Preuß, T +49 231 438 3785, M +49 172 2407116, E andreas.preuss@amprion.net
TransnetBW GmbH
Regina König, T +49 711 21858 3155, M +49 173 6507067, E r.koenig@transnetbw.de
TenneT TSO GmbH
Ulrike Hörchens, T +49 921 50740 4045, M +49 151 17131120, E ulrike.hoerchens@tennet.eu