HINTERGRUND: DIE ZECKE

HINTERGRUND: DIE ZECKE
Die Zecke ist ein weltweit verbreiteter Parasit, der sich vom Blut von Tieren und
Menschen ernährt. Als Überträger gefährlicher Krankheiten wie Borreliose und
Frühsommer-Meningoenzephalitis (FSME) hat die kleine Zecke zweifelhafte
Berühmtheit erlangt.
In Deutschland ist der Gemeine Holzbock, Fachbegriff Ixodes ricinus, die Zeckenart, die am
weitesten verbreitet ist und den Menschen am häufigsten sticht. Sie gehört zur Familie der
Schildzecken. Die Zecke zählt biologisch zur Klasse der Spinnentiere, was unter anderem an
den acht Beinen erwachsener Zecken zu erkennen ist. Die Zecke ist ein hoch spezialisiertes
Tier, das durch Körperbau und Verhalten hervorragend an die Umwelt angepasst ist. Als
Parasit braucht sie andere Lebewesen, von deren Blut sie sich ernährt.
Zecken fallen nicht von Bäumen
Um ihre Opfer - Menschen und Tiere - besser erreichen zu können, klettert die Zecke auf
Gräser und Büsche. Eine erwachsene Zecke kann dabei bis auf eine Höhe von 1,50 Meter
gelangen. Meistens ist sie aber in Knie- bis Hüfthöhe zu finden. Zecken klettern nicht auf
Bäume und lassen sich herabfallen.1
Die Zecke nutzt für die Orientierung das Hallersche Organ und ihre zahlreichen Tasthaare an
den Beinen. Damit kann sie Hindernisse und Bewegungen in ihrer Umwelt wahrnehmen. Ihre
Opfer erkennt die Zecke am Geruch, der Körperwärme und am ausgeatmeten Kohlendioxid.
Streift der Wirt die Zecke, greift sie sich blitzschnell mit den Krallen an ihren Vorderbeinen
die Haut, das Fell oder die Kleidung und hält sich fest. Dafür reicht eine Berührung von
wenigen Sekundenbruchteilen aus.
Die Zecke beißt nicht – sie sticht
Die Zecke hat einen hochentwickelten Stechapparat. Mit ihren scherenartigen
Mundwerkzeugen (Cheliceren) reißt sie die Haut des Wirts auf und gräbt mit ihrem „Stachel“
(Hypostom) eine Grube in das Gewebe, das sich an der Stichstelle mit Blut füllt.
Nachfließendes Blut saugt die Zecke immer wieder ab. Der Stechapparat der Zecke selbst
hat zahlreiche kleine Widerhaken, die symmetrisch angeordnet sind. Mit ihnen hält sich die
Zecke an ihrem Wirt fest. Die Zecke beißt also nicht, sie sticht.
Ist die Zecke vollgesogen, lässt sie sich vom Wirt abfallen. Eine vollgesogen Zecke kann bis
zu 200-mal so viel wiegen wie im Normalzustand. Mit einer einzigen Blutmahlzeit kann eine
Zecke lange überleben. Unter Testbedingungen im Labor konnten Zecken, die vorher Blut
gesaugt hatten, bis zu zehn Jahre lang ohne weitere Nahrung auskommen. In freier Natur
lebt der Holzbock im Durchschnitt drei bis fünf Jahre.
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Süss, Jochen (2007): Zecken – Was man über FSME und Borreliose wissen muss. Kreuzlingen/München:
Heinrich Hugendubel Verlag.
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