5.08 Kirschessigfliege

Garteninformation
5.08 Kirschessigfliege (Drosophila suzukii)
erstellt/überarbeitet 09.2014
Wo die Tage zuvor die leuchtend rote
Erdbeeren einem den Mund wässrig machten,
sind heute nur noch Klumpen mit
Erdbeermatsch übrig. Wem es mit seinen
Erdbeeren, aber auch Brombeeren,
Himbeeren und Trauben genauso erging, der
hat vermutlich auch die unangenehme
Bekanntschaft mit der Kirschessigfliege
(Drosophila suzukii) gemacht.
Entwicklung
Dieser invasive Schädling aus Asien tritt seit
3 Jahren in Deutschland auf. Die Kirschessigfliege legt Ihre Eier in gerade reif werdende
Früchte. Bereits nach einem Tag kann die
Larve schlüpfen und in 9-11 Tagen wird die
Entwicklung einer neuen Generation
abgeschlossen. Ein Weibchen kann mehrere
hundert Eier legen und lebt mehrere Monate,
dadurch hat die Fliege eine enorm hohe
Vermehrungsrate.
Die Männchen lassen sich gut an den schwarzen
Punkten auf den Flügeln erkennen
Aussehen
Die Kirschessigfliege sieht der heimischen
Fruchtfliege ähnlich, sie ist ca. 2,6 - 3,4 mm
groß und besitzen rote Augen. Ein gutes
Erkennungsmerkmal sind zwei dunkle Punkte
auf den Flügeln der Männchen. Die Weibchen
sind etwas größer als die Männchen jedoch
ohne die schwarzen Punkte, sie lassen sich
mit bloßem Auge nur schwer von der
heimischen Fruchtfliege unterscheiden.
Schaden an Weintrauben
Schäden
Betroffen von diesem neuen Schädling sind
alle weichschaligen Obstarten, auch
Feigen, Pflaumen, Holunderbeeren,
Blaubeeren und Kiwi. An den betroffenen
Früchten erkennt man zunächst
eingesunkene, weiche Stellen. Innerhalb von
2-3 Tagen wird die Frucht matschig und
zerfällt, im Innern finden sich kleine Larven.
Die befallenen Früchte faulen und es setzt
eine Essigbildung ein.
Nachweis
Die Fliegen lassen sich gut in einer
Köderflüssigkeit fangen und können dann
bestimmt werden. Dazu erstellt man eine
Mischung aus Apfelessig und Wein, und
mischt diese zur Hälfte mit Wasser. Dieser
Mischung gibt man noch einen Tropfen
Spülmittel dazu, damit die Fliegen absinken.
Jetzt werden Plastikflaschen oder
geschlossene Plastikbecher an der Seite mit
einem kleinen Bohrer mehrmals angebohrt
und die Köderflüssigkeit ein paar Zentimeter
hoch in die Flaschen gefüllt. Diese werden
dann in die Pflanzen gehängt.
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Sven Görlitz, Techniker im Garten- und Landschaftsbau
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Die zukünftige Entwicklung der
Kirschessigfliege ist stark von der Witterung
abhängig. Lediglich ein kalter Winter kann
die Kirschessigfliegen dezimieren. Aufgrund
der hohen Vermehrungsrate kann sich aber
bis zum Spätsommer auch wieder ein großer
Bestand aufbauen. In wie weit sich die
Fliegen hier etablieren muss abgewartete
werden. An weiteren Bekämpfungsmaßnahmen wird derzeit geforscht.
Fruchtfliegenfalle
Bekämpfung
Eine direkte Bekämpfung der
Kirschessigfliege ist sehr schwierig.
Im Hausgarten ist momentan das
Schützen der Früchte mit sehr
engmaschigen Netzen (max. 0,8x0,8
mm) eine Möglichkeit. Dies ist meist
allerdings kaum praktikabel durchzuführen.
Larven in einer Erdbeere
Eine Möglichkeit zur Dezimierung kann
der Massenfang in den beschriebenen
Fruchtfliegenfallen sein. Dazu müssen viele
Fallen in kurzen Abständen um die
Kulturpflanzen herum aufgestellt und
regelmäßig kontrolliert und erneuert
werden.
Es gibt momentan keine im Haus- und
Kleingarten zugelassenen Spritzmittel
gegen die Kirschessigfliege. Aufgrund des
späten Befalls kurz vor der Fruchtreife und
der schnellen und überlappenden
Entwicklung der Fliege wäre die Bekämpfung
mit chemischen Pflanzenschutzmitteln auch
äußerst schwierig.
Weitere Maßnahmen
Befallene Früchte sollten restlos abgeerntet
werden. Die Larven in den Früchten können
durch Wärme abgetötet werden. Dazu füllt
man die Früchte in Plastikbeutel und legt
diese in die Sonne. Danach können die
Früchte kompostiert oder über die
Komposttonne entsorgt werden.
Aussichten
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