- Amt für Ländliche Entwicklung Unterfranken

Empfehlenswerte Sorten
Hauszwetschge
Mittel- bis starkwüchsig
Reifezeit September
Durch die Wahl verschiedener Typen verlängerter
Erntezeitraum
Typ „Meschenmoser“ früh
Typ „Schüfer“ mittel
Typ „Etscheid“ spät
Tafelobst, Backfrucht, Brennobst
Hanita
Steilwüchsig
Reifezeit August
Auch für kühle Lagen
Tafelobst, Konfitüre, Brennobst
Toptaste
Reifezeit August / September
Großfruchtig mit langer Erntezeit
Tafelobst, Brennobst
Topper
Kompaktwüchsig
Frostresistente Blüte
Reifezeit Anfang September
Gute Backfrucht
Presenta
Frühe Blüte, daher nicht in frostsensiblen Tallagen
Reifezeit September / Oktober
Tafelobst, Backfrucht, Brennobst
Gute Lagerfähigkeit
Die aufgeführten Sorten sind selbstfruchtbar.
Die Aktion 2015
Der Arbeitskreis Franken-Wein.Schöner.Land! hat die
Zwetschge als Baum für Frankens Weinberge 2015 ausgewählt. Der Fränkische Weinbauverband e. V. lädt nun
alle Winzer ein, mit der Zwetschge ihre Weinberge zu
bereichern und damit die Erlebnislandschaft Weinfranken noch attraktiver zu gestalten!
Die Volks- und Raiffeisenbanken unterstützen die Aktion im Frühjahr 2015 und stellen jedem Weinbauverein
in Franken einen Zwetschgenbaum kostenlos zur Verfügung. Die „Aktion Baum für Frankens Weinberge“ wird
seit 2000 durchgeführt.
Parallel zur „Aktion Baum für Frankens Weinberge“
werden seit 2008 auch Rosen in den Weinbergen
gepflanzt. Die Rosen können von den Winzern im
Frühjahr beim Fränkischen Weinbauverband bestellt
werden.
Die Zwetschge
Baum für Frankens Weinberge 2015
Information
Faltblätter über die Bäume, die Rose sowie die Broschüre
„Gehölze – prägende Bestandteile von Weinbergen“
sind erhältlich beim:
Amt für Ländliche Entwicklung Unterfranken
Zeller Straße 40 • 97082 Würzburg
Tel.: 0931/4101-0 • Fax: 0931/4101–250
E–Mail: [email protected]–ufr.bayern.de
www.ale-unterfranken.bayern.de
Fränkischer Weinbauverband e. V.
www.frankenwein-aktuell.de
Bayerische Landesanstalt für Weinbau und Gartenbau
www.lwg.bayern.de
Diese Aktion wird unterstützt durch
Herausgeber:
Amt für Ländliche Entwicklung (ALE) Unterfranken
Layout und Zeichnungen:
Jonath Design Randersacker und ALE Unterfranken
Fotos: Bay. Landesanstalt für Weinbau und Gartenbau
Rezept: Regierung von Unterfranken
(Aktion Grundwasserschutz - Saisonal kochen)
Fränkischer Weinbauverband e. V.
Amt für Ländliche Entwicklung Unterfranken
Die Zwetschge
Standort und Pflege
Verwendung
Die Zwetschge ist eine Unterart der Pflaumen. Sie stammt möglicherweise von der
sogenannten Damaszenerpflaume ab. Der
Ursprung der Pflaumenkultur wird in Damaskus vermutet. Pflaumen und Zwetschgen lassen sich nur schwer
unterscheiden. Teilweise werden die beiden Bezeichnungen auch synonym verwendet.
Dabei stellt die Bezeichnung Pflaume den Überbegriff
sowie die hochdeutsche Bezeichnung dar. Die Unterart
Zwetschge wird je nach Region auch Zwetsche (hochdeutsch), Quetsche oder Zwetschke (Österreich) genannt.
Die Frucht ist eher oval-länglich. Zwetschgen sind saftig
und dabei fest. Sie haben einen länglich-ovalen, platten,
sich gut lösenden Stein. Zwetschgen besitzen nicht die
bei Pflaumen ausgeprägte Fruchtnaht, die längs verlaufende Kerbe.
Die Pflaumenernte beginnt schon Anfang Juli. Die Erntezeit der wichtigsten Zwetschgensorten setzt etwas später ein und dauert dafür bis Mitte Oktober. So kann man
von Sommer bis Herbst verschiedene Sorten genießen.
Die optimale Reife haben die Früchte erst einige Zeit
nach der Blaufärbung. Manche Zwetschgenliebhaber
warten, bis der Stiel etwas geschrumpft ist, da ab diesem
Zeitpunkt Fruchtsüße und Aroma am stärksten sind.
Der Zwetschgenbaum wird bis zu 6, selten bis zu 10
Meter hoch. Das harte Zwetschgenholz besitzt eine
außergewöhnliche Färbung bis in das Violette. Seine
feine Maserung und der leichte Glanz wirken ausgesprochen edel. Daher wird das Holz gern für Schmuck,
Intarsienarbeiten und Musikinstrumente verwendet.
Die Zwetschge stellt insgesamt geringe Ansprüche an den Standort und
zeichnet sich durch ihre besonders gute
Anpassungsfähigkeit an Boden und Klima aus.
Zwetschgen benötigen einen Erziehungsschnitt, um eine
ausgewogene Krone auszubilden. Für optimalen Ertrag
und Fruchtqualität sind überzählige Triebe jährlich zu
entfernen. Blütenknospen werden bevorzugt an den
zwei- bis mehrjährigen Trieben gebildet. Nur bei einigen
neueren Sorten bilden sich Blüten auch an bereits einjährigen Trieben. Weil das Fruchtholz nach etwa vier bis
fünf Jahren erschöpft ist, muss die Bildung von neuem
Fruchtholz durch geeignete Schnittmaßnahmen gefördert werden. Starke Eingriffe mit großen Schnittwunden
verträgt der Baum nicht gut. Daher ist ein jährlicher
Schnitt besonders wichtig.
Früher wurden Zwetschgen vorwiegend auf starkwüchsigen Unterlagen veredelt. Mittlerweile stehen auch
schwächer wachsende Unterlagen zur Verfügung, die
etwas kleinere Baumformen mit geringerem Schnittaufwand hervorbringen.
Die meisten neuen Sorten sind selbstfruchtbar. Die ersten Zwetschgen kann man häufig bereits im ersten Jahr
nach der Pflanzung ernten.
Vor allem in den ersten Standjahren sollte in längeren
Trockenphasen gewässert werden.
Bei den wohlklingenden Namen
Katinka, Felsina oder Cacaks
Schöne läuft Zwetschgenliebhabern das Wasser im Munde
zusammen.
Zwetschgen haben von allen
Pflaumen den höchsten Gehalt an Fruchtzucker
und den niedrigsten Wassergehalt. Deshalb sind
sie auch vielseitig in der Küche verwendbar. Die
Zubereitungsvarianten reichen von fruchtig-süß
bis herzhaft-aromatisch. Da sich das Fruchtfleisch
leicht vom Stein lösen lässt, eignen sich Zwetschgen
besonders gut zur Verarbeitung. Zudem behalten sie
auch bei Ofenhitze die Form. Mit mäßiger Säure und
nicht zu viel Saft sind die Früchte somit ein idealer
Kuchenbelag. Auf einer sommerlichen Kaffeetafel
darf ein Zwetschgenkuchen nicht fehlen.
Die Zwetschge schmeckt, ob pur als frisches Obst,
als süßes Dessert, eingemacht als Kompott, Marmelade und Mus oder als Dörrobst. Zwetschgen passen
auch hervorragend zu herzhaften Gerichten, als
Bratenfüllung oder in einer pikanten Sauce.
Die Frucht ist zudem äußerst gesund, denn sie ist
reich an Ballaststoffen, Vitaminen und Mineralstoffen. Liebhaber von Edelspirituosen schätzen den
Zwetschgenbrand.
Zwetschgen in Rotwein
650 g Zwetschgen entkernen und
halbieren. Zusammen mit 5 EL
Orangensaft, 2 EL Honig, 1 Stange
Zimt und 150 ml Rotwein in einem
Topf ca. 8 Minuten köcheln lassen.
Zur Vorratshaltung noch heiß in
Gläser füllen. Als Nachtisch, pur
oder zu Vanilleeis, servieren.