Mittelstandsmagazin

Mittelstands
Magazin
www.mit-magazin.de
Unsere Leserreise führt nach Rumänien S. 18/19
G 1480
5
2015
INFORMATIONEN UND FORUM FÜR MITTELSTAND, WIRTSCHAFT UND MANAGEMENT
WIRTSCHAFT
MITTELSTAND
AKTUELLE POLITIK
Mehr Mut
zum Gründen
Geschäftsreise
und Urlaub
Stationärer Handel
kontra Online-Shopping?
DEUTSCHLAND:
Labor für Industrie 4.0
Abb. zeigen Sonderausstattung.
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POLITIK
EDITORIAL
Wir müssen
Innovationsweltmeister werden!
Erschaffen wir unsere Zukunft selbst oder überlassen wir die künftigen Spielregeln für Markt
und Gesellschaft dem Rest der Welt? Deutschland - das Land der
Erfinder, Tüftler
und Gründer –
muss sich schnell
entscheiden. Hier
wurden der Dieselmotor erfunden,
der Computer, das
Telefon, das Düsentriebwerk,
das Auto, das
MP3-Format. Aber wo
Dr. Carsten Linnemann ist Bundestagsabgeordneter und Bundesvorsitzender der Mittelstands- und Wirtschaftsvereinigung der CDU/CSU
bleibt das „nächste große Ding“? Die Erfinder
waren meist selber Unternehmer und das hat
Deutschland erfolgreich gemacht.
Doch nur noch gut fünf Prozent der Studierenden in Deutschland haben heute Lust sich
selbstständig zu machen. Mehr als 30 Prozent
ziehen die Beamtenkarriere vor. Und auch die
Politik leistet alles andere als einen aktivierenden Beitrag, wenn sie auf Antistressverordnung,
Frauenquote, Arbeitsstättenverordnung, Mindestlohn-Bürokratie und konstant hohe Abgabenlasten setzt. Das ist rückwärtsgewandte
kleinteilige Wohlstandspolitik, die die große
Herausforderung aus dem Auge verliert: wie
bleiben wir auch künftig ein Land der Vollbe-
NEU: www.mit-magazin.de
schäftigung und des Wohlstands, in dem man
gerne bis hin zum hohen Alter aktiv ist?
Von Facebook-Gründer Mark Zuckerberg
stammt der Ausspruch: Das größte Risiko liegt
darin, gar kein Risiko einzugehen. Mit anderen Worten: Wir müssen die ‚German Angst‘
ablegen, zu einem neuen Gründergeist finden,
Misserfolge akzeptieren und unsere Toleranz
für eine Kultur der zweiten Chance öffnen.
Unternehmer müssen jungen Menschen an den
Schulen erfolgreiches Gründen beibringen. Die
Ergebnisse an unseren Weltklasse-Forschungseinrichtungen müssen raus aus den Schubladen
und zum kommerziellen Erfolg geführt werden. Nur Erfinden reicht nicht. Industrie und
Mittelstand dürfen nicht länger nur zuschauen,
wie in anderen Teilen der Welt digitale Plattformen, neue Mobilitätsformen, kommerzielle
Big-Data-Nutzung und das Internet der Dinge
unsere Welt verändern. Wir brauchen eine neue
Willkommenskultur, beispielsweise für ausländische Programmierer und Software-Tester, die
in unserem Land arbeiten und leben wollen.
Und wir brauchen mehr Mut für Wagniskapital.
In einer Zeit, in der man über das Internet
sein Unternehmen an jedem Standort der Welt
gründen kann und schon heute über 200 Milliarden Geräte mit dem Internet verbunden
sind, müssen wir schneller werden und mutiger. So wird Deutschland auch in Zukunft das
Land der größten Erfinder, klügsten Köpfe und
innovativsten Unternehmen sein!
Herzlichst
Ihr Carsten Linnemann
www.mit-magazin.de | 5-2015 | MittelstandsMagazin
3
KARIKATUR
4
MUTTIS ÜBUNG
Wer macht was im Netz?
Wer macht was im Netz? (02.04.2015)
Die Jüngeren laden sich meistens Bilder, Musik und Filme aus dem Netz, die Mittdreißiger
suchen vor allem Informationen, und Menschen ab 65 Jahren nutzen das Internet
hauptsächlich zum Schreiben und Lesen von E-Mails. Das ergab die Befragung über die
private Nutzung von Informations- und Kommunikationstechnologien (IKT-Erhebung) des
Statistischen Bundesamts im Jahr 2014. (Den vollständigen Text finden Sie nach dem
MittelstandsMagazinDownload
| 5-2015
| im
www.mit-magazin.de
der zip-Datei
PDF-Dokument.) Grafik: Andreas Brühl; Redaktion: Sophie
Thunemann
Die Jüngeren laden sich meistens Bilder, Musik und Filme
aus dem Netz, die Mittdreißiger suchen vor allem Informationen, und Menschen ab 65 Jahren nutzen das Internet hauptsächlich zum Schreiben und Lesen von E-Mails.
Das ergab die letzte aktuelle Befragung über die private
Nutzung von Informations- und Kommunikations-Technologien (IKT-Erhebung) des Statistischen Bundesamtes im
Jahr 2014.
G. K.
Bildnummer:
57108508
Aufnahme: 20150402
Rechte: picture-alliance/ dpa-infografik
Urheber: dpa-infografik
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INHALT
POLITIK
8
3
EDITORIAL
MIT-Bundesvorsitzender Carsten
Linnemann zur aktuellen politischen Lage
4
Unsere Seite-4-Karikatur
und Internetnutzung nach Altersgruppen
8
Industrie 4.0
Das bestimmende Thema der Hannover
Messe dieses Jahres warf auch die Frage
auf, inwieweit der Mittelstand dabei ist
UNTERNEHMEN
10 Urlaub und Arbeit
Was gibt es steuerlich zu beachten, wenn
Unternehmer im Urlaub arbeiten oder
während einer Geschäftsreise Urlaub
machen?
-Leserreise
RUMÄNIEN
Zu Gast bei Graf Dracula
Zwischen wildromantischen Landschaften der Karpaten hat die Geschichte
mächtig getobt. Griechen, Römer, Thraker, Ordensritter, ja selbst Siebenbürger Sachsen haben sich nicht nur in sieben gewaltigen Burgen verschanzt. Doch die Legenden der blutsaugenden Herrscher von Dracula
bis Ceau∫escu sind nur noch Kulisse in der neuen Freiheit Rumäniens. Acht
Tage voll von Mythen, unberührter Natur und farbenprächtigen Moldauklöstern warten auf Sie. Bine ati venit! – Herzlich Willkommen!
18
Nachmittags Flug mit Lufthansa nonstop von München nach Hermannstadt (Sibiu), wo Sie Ihr Scout
am Flughafen empfängt und ins Hotel begleitet.
Beim gemeinsamen Abendessen in der Altstadt lernen Sie die Seele Rumäniens kennen.
2. Tag, Mi: Das Herz Siebenbürgens
Citytour durch Hermannstadt: einst „Schutzwall
aller Christen“, 2007 Kulturhauptstadt Europas.
Ihr Marco Polo-Scout führt Sie durch die mittelalterliche Altstadt über steinerne Wehrringe und Treppengassen zur Lügenbrücke. Wer nicht die Wahrheit, sondern das Schlechte sucht, kann sich in der
evangelischen Kathedrale am Grab von Draculas
Sohn Mihnea dem Schlechten mit gruseligen Legenden foltern lassen.
Nachmittags Freizeit oder Ausflug ins Dorf Budenbach (Sibiel) (gegen Mehrpreis, Abendessen inklusive). Erst Besuch des Glasikonenmuseums, dann
Fahrt zu einem Bauernhof: kurzer Rundgang und
langes Abendessen mit festen und flüssigen rumänischen Spezialitäten.
3. Tag, Do: Mittelalterliches Schäßburg
Morgens machen Sie sich auf den Weg gen Norden. Besuch der Kirchwehranlage von Birthälm
(Biertan). Dann nach Schäßburg (Sighisoara): ein
lebendiges Museum, dessen mittelalterlicher
Charme nicht wegsaniert wurde und dessen angestammte Bewohner noch die krummen Häuser
und Türmchen der Burg bewohnen. Freunde alter
Vampirgeschichten finden Gelegenheit zum Besuch
des Geburtshauses von Vlad Tepes Draculae. Oder
Sie erklimmen das Wahrzeichen der Stadt, den berühmten Stundturm und genießen den Rundblick
über das schöne Städtchen.
Fahrt nach Bistritz (Bistrita), wo die hübschen Bürgerhäuser Behaglichkeit, die mittelalterliche Stadtfestung mit Wehrmauer Sicherheit ausstrahlen.
Weiter geht’s durch die bewaldeten Ostkarpaten in
das Buchenland (Bukowina) nach Gura Humorului.
5. Tag, Sa: Farbenfrohe Moldauklöster
Tagestour zu drei der schönsten Moldauklöster
und ihren Fassadenmalereien. Im Kloster Moldovita erklärt eine Schwester auch nicht Bibelfesten die Bildererzählungen. Die Himmelsleiter im
8 Reisetage
Termine 2015
18 Unsere Leserreise führt diesmal
nachin Rumänien
Tartlau (Prejmer) noch einmal in die Vergangenheit blicken: Besuch der Kirchenburg mit mittelalterlicher Vollausstattung – inklusive Schießscharten, Pechnasen, Fallgitter und Todesorgel! Am
frühen Nachmittag Fahrt zurück zum Flughafen
von Hermannstadt und Rückflug mit Lufthansa nonstop nach München. Individuelle Weiterreise zu den
Ausgangsorten.
Hotels
Änderungen vorbehalten
Ort
Nächte Hotel
Landeskategorie
Hermannstadt 2 Continental Forum
◊◊◊◊
Schäßburg
1 Binderbubi
◊◊◊◊
Radauti
2 The Gerald’s
◊◊◊◊
Schulerau
2 Escalade
◊◊◊◊
20 Unsere Bücherseiten mit Verlosung Reiseversicherungen
22 Aktuelle Urteile
23 Steuertipps
6. Tag, So: Höllenschlund & Mördersee
Zurück nach Siebenbürgen. Nach Bicaz liegen 60
spektakuläre Kilometer vor Ihnen: In der BicazKlamm fädelt sich die Straße durch enge Felsen,
bis sich am Ende der „Höllenschlund“ auftut:
Kurzer Spaziergang zwischen den Steilwänden.
Im Roten See ist nach einem Erdrutsch ein ganzer
Wald ertrunken, doch was ihn zum „Mördersee“
macht, ist von Legenden umrankt. An Szeklerburg
(Miercurea Ciuc) vorbei gelangen Sie zum heutigen
Tagesziel: dem Wintersportort Schulerau (Poiana
Brasov).
24 Recht im Gespräch
25 Auto-Fahrbericht
AUDI A 7 Sportback
25
In Kronstadt (Brasov) entführt Sie die Vergangenheit diesmal ins Barock. Vorbei an der schmalsten Gasse Europas schlendern Sie zur Schwarzen
Kirche. Orientalische Teppiche in einer Kirche? Ihr
Scout lüftet das Geheimnis für Sie. Am Nachmittag am besten viel Knoblauch einpacken für die
Tour zur Törzburg (Bran), romantische Romanvorlage und Urschloss des weltweiten Vampirkults:
Fühlen Sie der Wahrheit auf den Zahn ... Zum Abschiedsabendessen gibt es heute neben Spezialitäten auch rumänische Volksmusik.
28 MIT in den Medien
Flug
29 MIT-Imund
MU-Inside
Reisepreis
enthalten ist der Linienflug mit
Lufthansa (Buchungsklasse S/T/W) ab/bis:
München.
30 MU-Inside
Zuschlag ¤ 59,– für Anschlussflug ab/bis: Berlin,
Bremen, Dresden, Düsseldorf, Frankfurt, Hamburg,
Hannover, Münster.
Je nach Verfügbarkeit der angegebenen Buchungsklasse Aufpreis möglich (siehe www.agb-mp.com/
flug).
Eine sehr gute Alternative zu innerdeutschen Anschlussflügen ist das im Reisepreis inkludierte
„Rail & Fly inclusive“-Ticket 2. Klasse.
33 Namen sind Nachrichten
Vormittags Freizeit zum Ausschlafen oder für einen kurzen Spaziergang in Schulerau, bevor Sie
26
• Linienflug mit
Hermannstad
• 7 Übernachtu
Mittelklasseh
• Unterbringun
Dusche und W
• Transfers, Au
üblichem, klim
• Deutsch spre
in Rumänien
Und außerd
DZ
EZ-Zuschlag
14.07. – 21.07.2015
999
179
21.07. – 28.07.2015
959
159
28.07. – 04.08.2015
999
179
04.08. – 11.08.2015
999
179
11.08. – 18.08.2015
999
179
18.08. – 25.08.2015
999
179
25.08. – 01.09.2015
999
179
01.09. – 08.09.2015
999
179
08.09. – 15.09.2015
999
179
• „Rail & Fly inc
Abflugsort in
in Deutschlan
• Willkommens
• Abschiedsab
• Eintrittsgelde
• Flughafenste
gebühren (ca
• Reiseunterlag
Buchung
• Klimaneutrale
CO2-Ausgleic
15.09. – 22.09.2015
999
179
Zusätzlich b
22.09. – 29.09.2015
999
179
29.09. – 06.10.2015
899
149
06.10. – 13.10.2015
899
149
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drei. Dabei!
Im Reisepreis sind keine Reiseversicherungen enthalten. Wir empfehlen jedem Teilnehmer den Abschluss der Reiseschutz-Pakete der Allianz Global
Assistance: z. B. den Reiserücktrittschutz oder
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eine Reise-Krankenversicherung inkl. eines medizinisch sinnvollen Kranken-Rücktransports enthalten ist. Weitere Informationen erhalten Sie mit Ihrer
Reisebestätigung oder unter www.agb-mp.com/
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• Ausflug „Bude
Zahlung / Sic
Zahlungen sind n
scheines (wird m
im Sinne des § 6
tragsschluss wir
des Reisepreises
Person, fällig. D
20. Tag vor Reise
der Reiseunterlag
Mindestteilnehmerzahl
MIT-/ MU-INSIDE
7. Tag, Mo: Zu Gast bei Graf Dracula
4. Tag, Fr: Durch die Karpaten
Im Reisepre
Reisepreis in Euro pro Person
SERVICE
Kloster Sucevita ist ziemlich eindeutig: Wenn an
der Himmelstür Christus die Tugendhaften empfängt, wissen Sie ja, wer unten im Höllenschlund
wartet ... Auch warum das Kloster Voronet „Sixtinische Kapelle des Ostens“ genannt wird, erkennen
Sie auf dem Rundgang sofort. Haben Sie schon an
Souvenirs gedacht? In Marginea sind Sie zu Gast
bei jenen Töpfern, die die berühmte Schwarzkeramik fertigen!
8. Tag, Di: Heimreise
¤899,–
Mindestteilnehmerzahl: 15 Personen
Höchstteilnehmerzahl:
29 Personen
Sollte die Mindestteilnehmerzahl nicht erreicht
werden, kann der Veranstalter bis spätestens am
21. Tag vor Reisebeginn vom Reisevertrag zurücktreten (Näheres siehe Reisebedingungen).
Bitte unterstützen Sie unsere
Hilfen für kranke, behinderte
und vernachlässigte Kinder.
Vielen Dank.
Veranstalter und Reisebedingungen
Veranstalter dieser Reise ist die Marco Polo Reisen GmbH, Riesstr. 25, 80992 München. Die GK
MittelstandsMagazin Verlag GmbH tritt lediglich
als Vermittler auf. Die Reisebedingungen des Veranstalters sind im Internet unter www.agb-mp.com
druck- und speicherfähig abrufbar.
ANMELDUNG / RESERVIERUNG
MittelstandsMagaz
Gewünschtes bitte eintragen bzw. ank
Name, Vorname
Reisetermin:
34 Auf den Punkt gebracht
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Chefredakteur Günter F. Kohl zum ThemaGeburtsdatum DE 48 4805 0161 0000 0040 77,
Ausflug „Budenbach“
„Sigmar
und seine
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und Impfungen
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Deutsche Staatsbürger benötigen einen gültigen
Reisepass oder Personalausweis. Impfungen sind
34 Impressum
nicht vorgeschrieben.
Klima
U 3 Leserbriefe
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MittelstandsMagazin | 5-2015 | www.mit-magazin.de
Mai
Hermannstadt 20
Juni
23
Juli Aug. Sept. Okt.
26 25 21 15
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Ich melde mich und die aufgeführte
Straße / Hausnummer
Reisebedingungen liegen mir / uns v
Online spenden unter
Oder
Ich bitte um Reservierung der Leistu
www.spenden-bethel.de
PLZ / Wohnort
Reisebedingungen vor Vertragsschlu
299
1. Tag, Di: Auf nach Transsilvanien
8 Reisetag
e ab
• Mittelal
terliches
Siebenbü
• Wehrtü
rgen
rme und
Klosterk
• Die sc
irchen
hönsten
M
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rkult um
Graf Drac
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p-Linien
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Zwei in Wirtschaft und Politik erfahrene
Existenzgründer geben Tipps und machen
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Bran © ANT
10
14 Zwischen E-Commerce und
Fachberatung
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POLITIK
INDUSTRIE 4.0
Foto: dpa picture alliance
8
DEUTSCHLAND:
Labor für Industrie 4.0
Einer Umfrage des IT-Dienstleisters
CSC unter 900 Entscheidungsträgern
in Deutschland, Österreich und der
Schweiz zufolge, hat jeder zweite
Befragte noch nichts von „Industrie
4.0“ gehört. Etwa ein Viertel ist zwar
mit dem Begriff vertraut, weiß aber
nicht genau, was dahintersteckt.
Dieses große Zukunftsprojekt der deutschen Wirtschaft war Schwerpunktthema der Hannover Messe Mitte April.
Nach Einschätzung auch ausländischer
Fachleute hat Deutschland in Bezug
auf Industrie 4.0 die Nase vorn – auch
gegenüber so wichtigen Konkurrenten
wie den USA oder China. Nach Meinung des IT-Riesen Microsoft wird
am Vorabend der vierten industriellen
Revolution in Deutschland sogar ein
digitales Wirtschaftswunder möglich,
wenn alle gesellschaftlichen Kräfte die
Chancen erkennen und die Weichen
richtig stellen.“ Das gilt insbesondere für den Mittelstand, denn Kooperation ist symptomatisch für die neue
vernetzte Welt. Ohne Kooperation von
Unternehmen über Branchengrenzen
hinweg geht nur wenig.
Pole-Position verteidigen
Der Automobilbau hat bei der Nutzung
von Industrie 4.0-Anwendungen mit 53
Prozent gegenwärtig einen Vorsprung
MittelstandsMagazin | 5-2015 | www.mit-magazin.de
vor den anderen Branchen. In der
Elektrotechnik nutzen 48 Prozent Industrie 4.0-Anwendungen, in der chemischen Industrie sind es 42 Prozent,
im Maschinen- und Anlagenbau lediglich 41 Prozent. Weitere 18 Prozent der
vom IT-Branchenverband Bitkom befragten Unternehmen planen den Einsatz von Industrie 4.0-Anwendungen.
„Die Digitalisierung deutscher Fabriken ist in vollem Gange, aber noch
lange nicht vollzogen“, sagt Winfried
Holz, Mitglied des Bitkom-Präsidiums.
„Angesichts der harten internationalen
Konkurrenz, etwa aus China und den
USA, müssen die Unternehmen jetzt
massiv in die Digitalisierung ihrer Prozesse und Produkte investieren, damit
Deutschland seine führende Position in
der Fertigungsindustrie halten kann.“
Unter dem Begriff Industrie 4.0 wird
die durch das Internet getriebene vierte industrielle Revolution verstanden.
Sie umschreibt den technologischen
Wandel heutiger Produktionstechnik
zur intelligenten Fabrik, in der Maschinen und Produkte untereinander
vernetzt sind. Am weitesten verbreitet
sind momentan die Anwendungen Social Machines und Predictive Maintenance. Bei Social Machines handelt es
sich um Maschinen, die mit anderen
Maschinen und den Mitarbeitern eines
Betriebs kommunizieren können, zum
Beispiel zur Personaleinsatzplanung.
Solche Anwendungen werden in 28
Prozent der Betriebe genutzt. Predictive Maintenance beschreibt Lösungen,
die die vorausschauende Wartung von
Maschinen erlauben und Funktionsausfälle verhindern. Diese kommen in
27 Prozent der Industrieunternehmen
zum Einsatz.
Mangel an Fachkräften
Durch die Digitalisierung und Vernetzung der Produktion ergeben sich
aus Sicht der Unternehmen zahlreiche
Vorteile. Nichtsdestotrotz gibt es offenbar auch noch viele Bedenken: Fast 80
Prozent der Betriebe halten die eigene Branche für zu zögerlich, was die
Umsetzung von Industrie 4.0 angeht.
Am höchsten ist der Wert im Maschinen- und Anlagenbau mit 83 Prozent.
Ein Hindernis sind laut Umfrage die
Investitionskosten. 72 Prozent der Befragten sagen, dass diese Investitionskosten gegen den Einsatz von Industrie
4.0-Anwendungen in ihrem Unternehmen sprechen. Holz: „Wer seine Produktion für die Zukunft fit machen
will, muss in aller Regel erst einmal
investieren. Diese Investitionen sind
aber genauso essenziell wie die regelmäßige Pflege und Wartung von Maschinen. Ohne sie wird es künftig keine
moderne, effiziente Produktion mehr
geben.“ 56 Prozent der Befragten führen außerdem die hohe Komplexität
des Themas als Hindernis an und ebenso viele sehen den Mangel an Fachkräften als Problem.
Günter F. Kohl
NEU: www.mit-magazin.de
POLITIK
Grafik: BITKOM
INDUSTRIE 4.0
9
4. industrielle Revolution
der Promotorengruppe Kommunikation der Forschungsunion
übergeben.
Die Bezeichnung „Industrie 4.0“ soll
die vierte industrielle Revolution zum
Ausdruck bringen. Die erste industrielle Revolution bestand in der Mechanisierung mit Wasser- und Dampfkraft,
darauf folgte die zweite industrielle
Revolution: Massenfertigung mit Hilfe von Fließbändern und elektrischer
Energie, daran anschließend die Digi-
tale Revolution, der Einsatz
von ElekIndustrie
4.0
tronik und ITWinfried
zur weiteren
AutomatiHolz, BITKOM-Präsidium
sierung der Produktion wurde üblich.
Hannover, 13.04.2015
Der Begriff wurde erstmals 2011 zur
Hannover Messe in die Öffentlichkeit
getragen. Im Oktober 2012 wurden der
Bundesregierung Umsetzungsempfehlungen des Arbeitskreises Industrie 4.0
Kennzeichnend im Bereich der
Industrieproduktion sind die
starke Anpassung (bis zur Losgröße 1) der Produkte unter den
Bedingungen einer hoch flexibilisierten (Großserien)-Produktion.
Die für Industrie 4.0 notwendige Automatisierungstechnik soll
durch die Einführung von Verfahren der
Selbstoptimierung, Selbstkonfiguration, Selbstdiagnose und Kognition intelligenter werden und die Menschen
bei ihrer zunehmend komplexen Arbeit
besser unterstützen.
Quelle: Wikipedia
Mein
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www.mit-magazin.de | 5-2015 | MittelstandsMagazin
UNTERNEHMEN
10  ARBEITEN IM URLAUB
Foto: J. Jannon/ pixelio.de
Urlaub und
Geschäftsreise?
Was geht und was nicht?
Ein wesentliches steuerliches Kriterium für die Trennung von Arbeit und Geschäftsreise ist logischerweise der direkte Zusammenhang zur täglichen Arbeit
Von Silke Becker
Türkisblaues Meer plätschert, den
Tag verdöst man auf einer bequemen
Liege am Puderzuckerstrand und
abends gibt’s coole Drinks an der
exklusiven Hotelbar... verständlich,
dass das Finanzamt solche Traumtrips nicht unbedingt als Dienstreise
akzeptiert. Doch in der Praxis können
die meisten Unternehmer von solch
einer Auszeit nur träumen. Der so
genannte Urlaub ist für viele nur
eine Verlagerung des Jobs an einen
anderen Ort. Normalerweise kann
man sich schon glücklich schätzen,
wenn es beim täglichen Mail-Check
bleibt. Nicht selten hängt man aber
auch in den schönsten Wochen des
Jahres stundenlang am Telefon oder
tippt den ganzen Tag auf den Laptop
MittelstandsMagazin | 5-2015 | www.mit-magazin.de
ein. Steuerberater und Rechtsanwalt
Markus Deutsch von der Kanzlei Recht
und Steuern in Berlin erklärt, wie das
Finanzamt die Sache sieht.
Trennung von Betrieb und Privat
„Grundsätzlich erkennt das Finanzamt
auf jeder Reise natürlich alle eindeutig
betrieblichen Aufwendungen an“, sagt
Steuerberater Markus Deutsch. Sämtliche Kosten, die direkt mit dem Job
zusammenhängen, sind selbst auf der
allerprivatesten Urlaubsreise also ganz
klar Betriebsausgaben. Fallen beispielsweise hohe Telefongebühren an,
weil mit einem asiatischen Lieferanten etwas schief läuft, kann man diese
selbstverständlich steuerlich geltend
machen. Nach seiner Einschätzung
akzeptiert das Finanzamt höchst-
wahrscheinlich sogar Kosten für Flugtickets & Co. wenn man wegen eines
Notfalls in der Firma kurzfristig aus
dem Urlaub nach Hause fliegen muss.
„So haben die Gerichte jedenfalls bei
einem Vorstandsvorsitzenden entschieden, der aus betrieblichen Gründen eine Kreuzfahrt im Mittelmeer
abbrechen musste“, erläutert der Jurist.
Beruflicher oder privater Anlass?
So weit, so wenig überraschend. Die
dicksten Kostenblöcke auf Reisen sind
allerdings bekanntlich die Anreise,
Übernachtung und Verpflegung. „Nur,
wenn die Reise dienstlich veranlasst
ist, können solche Kosten überhaupt
steuerlich geltend gemacht werden“,
erklärt Deutsch. Die Gretchenfrage
Bitte lesen Sie weiter auf Seite 12
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Kraftstoffverbrauch im kombinierten Testzyklus: 4,9 – 4,2 l/100 km; CO2-Emissionen im kombinierten Testzyklus: 129 – 110 g/km.
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Leasing und € 0 Sonderzahlung mit 36 Monaten Laufzeit und 60.000 km Gesamtlaufleistung für einen Mazda6 Kombi SKYACTIV-D 150 Prime-Line. 2) Ein gewerbliches Leasingangebot der Mazda
Finance – einem Service-Center der Santander Consumer Leasing GmbH, Santander-Platz 1, 41064 Mönchengladbach – bei NULL Leasing und € 0 Sonderzahlung mit 36 Monaten Laufzeit und
60.000 km Gesamtlaufleistung für einen Mazda6 Kombi SKYACTIV-D 150 Prime-Line, inkl. aller Service- und Inspektionsarbeiten, GAP-Versicherung und aller anfallenden Verschleißreparaturen
sowie der Kosten für die fällige Abgas- und Hauptuntersuchung. Gemäß den gültigen Vertragsbedingungen. Abbildung zeigt Fahrzeug mit höherwertiger Ausstattung. Nur bei teilnehmenden Mazda
Vertragshändlern. Alle Preise exkl. MwSt., zzgl. Überführungs- und Zulassungskosten.
Eine Werbung der Mazda Motors (Deutschland) GmbH.
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Foto: clipdealer
12  ARBEITEN IM URLAUB
Erkennt das Finanzamt den täglichen E-Mail-Check im Urlaub als Arbeit an, wenn er am Strand
stattfindet?
lautet also: Ist der Unternehmer aus
beruflichen oder aus privaten Gründen gereist?
Ein wesentliches Kriterium ist logischerweise der direkte Zusammenhang zur täglichen Arbeit. Klassiker
wie Kundenbesuche, Präsentationen
oder Messen führen selten zu Ärger
mit dem Finanzamt. Bei Fortbildungen, Seminaren und anderen Veranstaltungen ist die Sache schon nicht
mehr ganz so einfach. „Je touristisch reizvoller die Region, desto kritischer wird geprüft“, weiß Markus
Deutsch. Eine dreiwöchige Vortragsreise für Architekten in die Toskana,
bei der lediglich zwei Vorträge über
kulturelle Höhepunkte auf dem offiziellen Programm stehen - so etwas
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weckt ganz sicher das Misstrauen
des Beamten. „Gibt es allerdings Anwesenheitspflicht, ist ein Programm
straff durchorganisiert und dauert
den ganzen Tag, gibt es normalerweise keine Probleme“, so die Erfahrung
des Steuerexperten.
Bei den Inhalten haben sich die Anforderungen in den letzten Jahren
etwas gelockert. Ausschließlich fachspezifische Themen gehen immer.
Selbst der strengste Finanzbeamte akzeptiert, dass eine Fortbildung über
die Tücken des Baukostenrechts kein
Privatvergnügen ist. „Auch allgemeine
berufliche Inhalte wie beispielsweise
Rhetorik oder Sozialkompetenz werden meist anerkannt“, erklärt Deutsch.
Arbeitsplatz im Ausland
Schwierig wird es meistens mit der
Anerkennung, wenn man seinen
Arbeitsplatz für ein paar Monate
komplett an einen anderen Ort verlegt. „Auch dann braucht man für die
Reise einen betrieblichen Anlass“, erläutert der Experte. Mietet sich beispielsweise ein Wissenschaftler eine
Finca auf Mallorca, um vor Ort die
Flora und Fauna zu erforschen, ist
die Reise ganz offensichtlich betrieblich bedingt. Er kann also sämtliche
damit verbundenen Kosten absetzen.
Überwintert dagegen ein kälteempfindlicher Grafiker auf der sonnigen
Insel, ist es steuerlich egal, dass er dort
jeden Tag Vollzeit arbeitet. Denn: Es
gibt für ihn keinen beruflichen Grund,
nach Mallorca zu reisen, der Grafiker
könnte schließlich auch im heimatlichen Büro entwerfen. Anreise, Unterkunft und Verpflegung sind also seine
Privatangelegenheit. Trotzdem kann
er natürlich berufliche Kosten absetzen, beispielsweise das Telefon oder
die Miete für ein Zweitbüro.
Fazit: Je stichhaltiger man dem Finanzamt begründen kann, dass die
Reise zuallererst und vor allen Dingen
Steuerberater und Rechtsanwalt Markus
Deutsch von der Kanzlei Recht und Steuern in
Berlin erklärt, wie das Finanzamt die Trennung
von Urlaub und Arbeit sieht
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ARBEITEN IM URLAUB  13
aus beruflichen Gründen stattgefunden hat, desto leichter klappt es mit
der steuerlichen Anerkennung der
Kosten.
lege fordert, weil der Sachbearbeiter einfach nicht glauben
will, dass die Reise beruflich
bedingt war.
Teils beruflich, teils privat
und der private Anteil
der Reise waren und teilt die Kosten
anschließend entsprechend auf. Wer
beispielsweise für 1000 € nach China
geflogen ist und dort 60 % der Zeit beruflich unterwegs war, kann auch 60 %
der Kosten, also 600 € steuerlich absetzen.
„Es ist sinnvoll, den Reiseverlauf
sauber zu dokumentieren, damit der
Beamte die Aufteilung nachvollziehen
kann“, empfiehlt Deutsch. Je weniger
Ansatzpunkte für Zweifel man liefert,
desto besser. Trotzdem kann es auch
bei bester Dokumentation passieren,
dass das Finanzamt immer neue BeFoto: clipdealer
Dass die Reise einen betrieblichen Anlass haben muss, heißt allerdings noch
lange nicht, dass sie von vorne bis hinten nur aus Arbeit bestehen muss. „Das
so genannte Aufteilungsverbot besteht
seit einigen Jahren nicht mehr“, betont
der Fachmann. Man darf also beispielsweise an einen ganz offensichtlich betrieblich veranlassten Messebesuch
noch ein paar private Tage vor Ort
anhängen. Klar, dass das Finanzamt
auch bei solchen so genannten „gemischt veranlassten“ Reisen keine rein
privaten Kosten akzeptiert, beispielsweise für die Stadtrundfahrt oder das
Kinoticket. Alle eindeutig beruflichen
Kosten dagegen kann man natürlich
zu 100 Prozent absetzen, beispielsweise Messe-Eintritte oder Kursgebühren.
So weit, so klar. Doch was ist mit Flug,
Hotel oder Verpflegung? „Diese so genannten gemischten Kosten muss man
in einen beruflichen und einen privaten Teil aufteilen“, erklärt der Steuerexperte.
Immerhin: Bei der Auswahl
von Unterkunft, Mietwagen
und Co. hat man weitgehend freie Hand. Steuerlich
ist es egal, ob man erster
Klasse fliegt oder Economy, ob man
in der Jugendherberge schläft oder im
Sternehotel residiert. Ist die Reise beruflich veranlasst, muss das Finanzamt
die Kosten schlucken. Wie immer, gilt
aber auch hier: Nicht übertreiben. Wer
die Präsidentensuite im Luxus-Wellness-Ressort bucht, darf sich nicht
wundern, wenn der zuständige Sachbearbeiter schmallippig von seinem
Campingurlaub erzählt und anschließend die gesamte Reise als Privatvergnügen einstuft. Schließlich sind auch
Finanzbeamte nur Menschen.
Am einfachsten ist das, wenn sowieso tageweise abgerechnet wird. Wer
drei Tage auf einer Messe war und
zwei Tage privat Freunde besucht hat,
ordnet beispielsweise die Hotelkosten
einfach den „beruflichen“ bzw. „privaten“ Tagen zu. Nach dem gleichen
Schema setzt man die Verpflegung an.
Hier darf man sowieso nicht die tatsächlichen Kosten für Restaurant &
Co. geltend machen, sondern nur die
Verpflegungspauschalen.
Manchmal ist eine solche taggenaue
Abrechnung aber nicht möglich, beispielsweise bei Pauschalreisen oder
beim Flugticket. In diesem Fall berechnet man zuerst, wie hoch der berufliche
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Es empfiehlt sich, eine Urlaubsreise, während der man auch arbeitet, sauber für das Finanzamt
zu dokumentieren
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14  Digitaler Wettbewerb
Von Hans-Jürgen Borchardt
Viele, vor allem kleine und
mittlere Handels- und Handwerksunternehmen, neigen
dazu, das Internet mit seinen
unzähligen Angeboten als den
Totengräber ihrer Existenz zu
betrachten. Sie glauben, dass
sie keine Chancen im Preis- und
(Dienst-) Leistungswettbewerb
gegen die großen Allesanbieter
oder die Spezialisten haben.
Diese Einstellung ist falsch,
denn jeder Handelsbetrieb und
jeder Handwerker verfügt immer
über mehrere Vorteile, die nur er
seinen regionalen Kunden bieten
kann.
Die repräsentative Marktuntersuchung „Europa Konsumbarometer 2014“ im Auftrag der Commerz
Finanz unterstreicht, dass der stationäre Handel bei den Europäern
weiterhin beliebt ist. Elf Prozent
der Verbraucher wollen häufiger
und 43 Prozent sogar überwiegend oder ausschließlich vor Ort
einkaufen. Andererseits planen 37
Prozent, vermehrt Produkte im
Internet zu erwerben. „Die Konsumenten schätzen die Standortvorteile des stationären Handels. Dazu
zählen in erster Linie die Beratung
und Inspiration durch den Verkäufer und die authentische Produkterfahrung, die das Internet nicht
bieten kann“, heißt es wörtlich.
Darüber hinaus sehen Verbraucher
A die sofortige Hilfestellung
A die persönliche Begleitung
durch den Verkäufer
A das haptische Erlebnis
mit dem Produkt und
Regionale Anbieter
im digitalen Wettbewerb
Es gibt kein Entweder-oder,
sondern nur ein Sowohl-als-auch
Stationärer Handel und E-Commerce sind zwei Seiten der gleichen Medaille
Vorteil Nr. 1:
Die Nähe zum Kunden
Kunden, die im Einzugsbereich eines
Unternehmens ansässig sind, das seine
Produkte sowohl direkt als auch über
Internet anbietet, können die Vorteile
eines Einkaufs oder einer Bestellung
mit denen eines direkten Besuches
verbinden. Mit dieser Nähe zum Kunden können die klassischen E-Commerce-Versender nicht punkten.
A die direkte Lieferung
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Vorteil Nr. 2:
Der reale Ansprechpartner
Im Gegensatz zum reinen OnlineHandel kann der regionale Betrieb seinen Kundenkontakt personalisieren.
Dieser Mitarbeiter ist im Bedarfsfall
jederzeit per Internet, per Telefon oder
direkt im Betrieb erreichbar und kann
so zu allen Fragen Auskunft geben.
Vorteil Nr. 3:
Die individuelle Beratung
Die Standarderklärung des ProdukNEU: www.mit-magazin.de
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Foto: Pitopia
Digitaler Wettbewerb  15
sind. Die Liste der Ärgernisse ist
lang. Ganz anders bei einem regionalen Anbieter. Da ist der
Ansprechpartner bekannt, die
Reparatur kann oft im eigenen
Betrieb erfolgen oder der ServiceMitarbeiter ist kurzfristig vor Ort
zur Stelle.
Vorteil Nr. 6:
Die Montage und Einweisung
Bei größeren Geräten ist oft eine
fachkundige Montage notwendig,
um das gekaufte Produkt nutzen
zu können. Große Online-Anbieter arbeiten oft mit Subunternehmen zusammen, die möglichst
schnell mit ihrer Arbeit fertig werden wollen. Da bleibt dann z. B.
die Einweisung oft„auf der Strecke“.
tes- bzw. der Leistung erfolgt entsprechend den technischen Bedingungen
des Internets in bildlicher und schriftlicher Form. Der regionale Anbieter
kann zusätzlich weiterführende oder
vergleichende Beratungsleistungen in
seinem Betrieb - oft sogar direkt am
Produkt- anbieten.
Vorteil Nr. 4:
Die Schnelligkeit
Die überregionalen Anbieter müssen
immer einen Lieferdienst, der oft zuNEU: www.mit-magazin.de
sätzliche Kosten verursacht, mit der
Auslieferung beauftragen. Der Regionalbieter kann sowohl die Direktabholung als auch im Bedarfsfall die
direkte Auslieferung am gleichen Tag
anbieten.
Vorteil Nr. 5: Der Service
In vielen Fällen ist nicht der Preis,
sondern der Service das entscheidende Verkaufsargument. Jeder kennt die
(unendlichen) Probleme, die bei vielen Anbietern entstehen, die weit weg
Vorteil Nr. 7:
Die Terminflexibilität
Es kommt immer wieder vor,
dass bestellte Waren zu einem bestimmten Zeitpunkt angeliefert
werden müssen. Nationale Zustelldienste können darauf oft keine
Rücksicht nehmen. Ganz anders
der „Vor-Ort-Partner“, er kann
derartige Wünsche seiner Kunden im Regelfall berücksichtigen.
Vorteil Nr. 8:
Fachliche Betreuung
Kunden, die im Umgang mit ECommerce nicht sicher sind, kann
man anbieten, bei der Auswahl
und Bestellung von Produkten zu
helfen. Ein Angebot vor allem für
Senioren oder Laien, die sich fach-
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Foto: Pitopia
16  Digitaler Wettbewerb
Stellen Sie die Vorteile, die (nur) Sie
zu bieten haben, deutlich heraus,
damit den Kunden bewusst wird,
auf was sie alles verzichten, wenn sie
nicht bei Ihnen bestellen.
Unstrittig ist, dass die Einkäufe per
Online noch lange Zeit weiter zunehmen werden. Damit entsteht
für jeden klassischen Handels- und
Handwerksbetrieb die Frage, ob er
auf diese Kunden verzichten will,
oder ob er die vorhandenen Möglichkeiten aktiv für sich nutzen möchte.
Dabei braucht man nicht sämtliche Vorteils-Leistungen anzubieten,
sondern wichtig ist, dass Sie Ihren
Kunden aufzeigen, in welchen Leistungsfeldern Sie besser sind als die
„große Konkurrenz“.
Wie Zahnräder sollten regionale Händler und Handwerker ihre stationären und digitalen Verkaufsund Kundenbetreuungs-Aktivitäten aufeinander abstimmen
Vermarkten Sie Ihre Vorteile
PR-Leute sagen: „Tu Gutes und rede
darüber!“ Für Unternehmer heißt
das, die Vorteile, die Sie bieten, auch
offensiv in Ihren werblichen Aktivitäten darzustellen – real und digital. Kein Betrieb kann es sich heute
mehr leisten, die Möglichkeiten, die
das Internet bietet, nicht zu nutzen.
Denn auch dies ist eine Erkenntnis
aus der bereits zitierten Studie: Social-Media beeinflusst zunehmend die
Entscheidungsfindung der Käufer,
weil sie immer häufiger im Internet
unterwegs sind, um sich über Produkte, Leistungen und ihre Bewertungen zu informieren.
len Untersuchungen und Vergleiche,
die in den Medien vorgestellt wurden
und werden, dass die „großen“ Anbieter oft nur mit wenigen Standardartikeln preiswert sind, aber dass das
Preisniveau des Gesamtsortiments
oft über dem der regionalen Anbieter liegt.
Foto: Tim Reckmann/ pixelio
liche Betreuung bei der Abwicklung
eines digitalen Einkaufs wünschen.
Auch hierbei muss der überregionale Online-Handel passen.
Entscheidend ist, dass der regionale
Handel E-Commerce als gleichberechtigten Teil der eigenen Verkaufsaktivitäten und nicht als zusätzliche
Arbeitsbelastung ansieht. Stationärer
und Online-Handel sind zwei Seiten
der gleichen Medaille.
Ein guter Rat: Werfen Sie Ihre Ansicht, dass der Preis das entscheidende Argument ist, über Bord.
Denken Sie immer wieder an die vie-
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Das Ziel regionaler Anbieter: Lieferantenauswahl und Preisfindung online, abschließende Produktberatung und Kauf stationär
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Foto: pitopia
E-COMMERCE
Vorzügen des beworbenen Produkts
stehe und zudem die ebenfalls beworbene zweijährige Gewährleistung
ausdrücklich als gesetzliches Recht
dargestellt wurde.
Mit der Portoerstattung
darf der Verkäufer werben
VERKÄUFER ACHTUNG
Wettbewerbs-Regeln
gelten auch im Online-Handel
Von Manfred Wagner
und Thorsten Dohmen
Nach Auffassung des Bundesgerichtshofs (BGH) handelt ein OnlineHändler unlauter, wenn er gegenüber
Verbrauchern mit einer „14-tägigen
Geld-zurück-Garantie“ wirbt. Die konkrete Werbeaussage lautete: „Sollten
Sie mit einem kompatiblen Produkt
nicht zufrieden sein, haben Sie eine
14-tägige Geld-Zurück-Garantie. Das
Porto der Rücksendung übernehmen
wir.“
Das Gericht stellte fest, dass die beworbene „Geld-zurück-Garantie“ in
keiner Weise über das 14-tägige Widerrufsrecht bzw. Rückgaberecht nach
der damaligen Rechtslage hinausgeht,
welches dem Verbraucher bei sog.
Fernabsatzverträgen, worunter auch
der Online-Handel fällt, ohnehin zusteht. Das Urteil lässt sich insoweit auf
die geltende Rechtslage übertragen, als
im Fernabsatz weiterhin ein 14-tägiges
Widerrufsrecht gilt.
Gem. Nr. 10 des Anhangs zu § 3 Abs.
3 UWG ist es stets unlauter, gegenüber Verbrauchern wahrheitswidrig
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anzugeben oder den Eindruck zu erwecken, gesetzlich bestehende Rechte
stellten eine Besonderheit des Angebots dar. Der Unternehmer darf also
eine Selbstverständlichkeit nicht als
besonderen Service ausgeben. Das
Berufungsgericht hatte einen Verstoß
gegen diese Vorschrift mit der Begründung verneint, es fehle an einer
hervorgehobenen Darstellung der vermeintlichen Besonderheit des Angebots.
Falschen Eindruck erweckt
Der BGH stellte jedoch klar, dass sich
weder aus der deutschen Vorschrift,
noch aus der zugrunde liegenden
Europäischen Richtlinie 2005/29/EG
das Erfordernis einer hervorgehobenen Darstellung ergibt. Erforderlich,
aber auch ausreichend sei es vielmehr,
dass beim Verbraucher der unrichtige Eindruck erweckt wird, der Unternehmer hebe sich bei seinem Angebot
dadurch von den Mitbewerbern ab,
dass er dem Verbraucher freiwillig
ein Recht einräumt. Im konkreten
Fall folge dieser Eindruck aus der Tatsache, dass die beanstandete Werbeaussage im Zusammenhang mit den
Ebenso sei die Aussage, der Verbraucher trage nicht das Risiko des Versands, wettbewerbswidrig, da beim
Verbrauchsgüterkauf die Gefahr des
zufälligen Untergangs ohnehin erst
dann auf den Verbraucher übergehe,
wenn dieser die Kaufsache in Besitz
nehme oder in Annahmeverzug gerate.
Leider lassen sich keine klaren Regeln
dafür definieren, wann ein Hinweis
auf Verbraucherrechte in der Werbung
noch als solcher zulässig ist, und ab
wann von einer wettbewerbswidrigen
Darstellung als Besonderheit des Angebots auszugehen ist. Hinweise auf
Verbraucherrechte innerhalb sonstiger Werbeaussagen wie vorliegend,
sollten jedoch in jedem Fall vermieden werden. Der Zusatz „Das Porto
der Rücksendung übernehmen wir“
ist nach der aktuellen Rechtslage zulässig. Nach Inkrafttreten des Gesetzes
zur Umsetzung der Verbraucherrechterichtlinie am 13. Juni 2014 trägt der
Verbraucher grundsätzlich die Kosten der Rücksendung, unabhängig
vom Wert der Ware. Übernimmt der
Unternehmer die Kosten der Rücksendung, geschieht dies freiwillig, so dass
er hiermit auch werben darf.
Die beiden Autoren sind Rechtsanwälte
und Mitglieder der Deutschen Anwaltsund Steuerberatervereinigung für die
mittelständische Wirtschaft e.V.
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 17
-Leserreise
RUMÄNIEN
Zu Gast bei Graf Dracula
Zwischen wildromantischen Landschaften der Karpaten hat die Geschichte
mächtig getobt. Griechen, Römer, Thraker, Ordensritter, ja selbst Siebenbürger Sachsen haben sich nicht nur in sieben gewaltigen Burgen verschanzt. Doch die Legenden der blutsaugenden Herrscher von Dracula
bis Ceau∫escu sind nur noch Kulisse in der neuen Freiheit Rumäniens. Acht
Tage voll von Mythen, unberührter Natur und farbenprächtigen Moldauklöstern warten auf Sie. Bine ati venit! – Herzlich Willkommen!
Nachmittags Flug mit Lufthansa nonstop von München nach Hermannstadt (Sibiu), wo Sie Ihr Scout
am Flughafen empfängt und ins Hotel begleitet.
Beim gemeinsamen Abendessen in der Altstadt lernen Sie die Seele Rumäniens kennen.
2. Tag, Mi: Das Herz Siebenbürgens
Citytour durch Hermannstadt: einst „Schutzwall
aller Christen“, 2007 Kulturhauptstadt Europas.
Ihr Marco Polo-Scout führt Sie durch die mittelalterliche Altstadt über steinerne Wehrringe und Treppengassen zur Lügenbrücke. Wer nicht die Wahrheit, sondern das Schlechte sucht, kann sich in der
evangelischen Kathedrale am Grab von Draculas
Sohn Mihnea dem Schlechten mit gruseligen Legenden foltern lassen.
Nachmittags Freizeit oder Ausflug ins Dorf Budenbach (Sibiel) (gegen Mehrpreis, Abendessen inklusive). Erst Besuch des Glasikonenmuseums, dann
Fahrt zu einem Bauernhof: kurzer Rundgang und
langes Abendessen mit festen und flüssigen rumänischen Spezialitäten.
3. Tag, Do: Mittelalterliches Schäßburg
Morgens machen Sie sich auf den Weg gen Norden. Besuch der Kirchwehranlage von Birthälm
(Biertan). Dann nach Schäßburg (Sighisoara): ein
lebendiges Museum, dessen mittelalterlicher
Charme nicht wegsaniert wurde und dessen angestammte Bewohner noch die krummen Häuser
und Türmchen der Burg bewohnen. Freunde alter
Vampirgeschichten finden Gelegenheit zum Besuch
des Geburtshauses von Vlad Tepes Draculae. Oder
Sie erklimmen das Wahrzeichen der Stadt, den berühmten Stundturm und genießen den Rundblick
über das schöne Städtchen.
4. Tag, Fr: Durch die Karpaten
Fahrt nach Bistritz (Bistrita), wo die hübschen Bürgerhäuser Behaglichkeit, die mittelalterliche Stadtfestung mit Wehrmauer Sicherheit ausstrahlen.
Weiter geht’s durch die bewaldeten Ostkarpaten in
das Buchenland (Bukowina) nach Gura Humorului.
5. Tag, Sa: Farbenfrohe Moldauklöster
Tagestour zu drei der schönsten Moldauklöster
und ihren Fassadenmalereien. Im Kloster Moldovita erklärt eine Schwester auch nicht Bibelfesten die Bildererzählungen. Die Himmelsleiter im
Kloster Sucevita ist ziemlich eindeutig: Wenn an
der Himmelstür Christus die Tugendhaften empfängt, wissen Sie ja, wer unten im Höllenschlund
wartet ... Auch warum das Kloster Voronet „Sixtinische Kapelle des Ostens“ genannt wird, erkennen
Sie auf dem Rundgang sofort. Haben Sie schon an
Souvenirs gedacht? In Marginea sind Sie zu Gast
bei jenen Töpfern, die die berühmte Schwarzkeramik fertigen!
in Tartlau (Prejmer) noch einmal in die Vergangenheit blicken: Besuch der Kirchenburg mit mittelalterlicher Vollausstattung – inklusive Schießscharten, Pechnasen, Fallgitter und Todesorgel! Am
frühen Nachmittag Fahrt zurück zum Flughafen
von Hermannstadt und Rückflug mit Lufthansa nonstop nach München. Individuelle Weiterreise zu den
Ausgangsorten.
6. Tag, So: Höllenschlund & Mördersee
Zurück nach Siebenbürgen. Nach Bicaz liegen 60
spektakuläre Kilometer vor Ihnen: In der BicazKlamm fädelt sich die Straße durch enge Felsen,
bis sich am Ende der „Höllenschlund“ auftut:
Kurzer Spaziergang zwischen den Steilwänden.
Im Roten See ist nach einem Erdrutsch ein ganzer
Wald ertrunken, doch was ihn zum „Mördersee“
macht, ist von Legenden umrankt. An Szeklerburg
(Miercurea Ciuc) vorbei gelangen Sie zum heutigen
Tagesziel: dem Wintersportort Schulerau (Poiana
Brasov).
Kloster Moldovita © ANT
1. Tag, Di: Auf nach Transsilvanien
7. Tag, Mo: Zu Gast bei Graf Dracula
In Kronstadt (Brasov) entführt Sie die Vergangenheit diesmal ins Barock. Vorbei an der schmalsten Gasse Europas schlendern Sie zur Schwarzen
Kirche. Orientalische Teppiche in einer Kirche? Ihr
Scout lüftet das Geheimnis für Sie. Am Nachmittag am besten viel Knoblauch einpacken für die
Tour zur Törzburg (Bran), romantische Romanvorlage und Urschloss des weltweiten Vampirkults:
Fühlen Sie der Wahrheit auf den Zahn ... Zum Abschiedsabendessen gibt es heute neben Spezialitäten auch rumänische Volksmusik.
8. Tag, Di: Heimreise
Vormittags Freizeit zum Ausschlafen oder für einen kurzen Spaziergang in Schulerau, bevor Sie
Flug
Im Reisepreis enthalten ist der Linienflug mit
Lufthansa (Buchungsklasse S/T/W) ab/bis:
München.
Zuschlag ¤ 59,– für Anschlussflug ab/bis: Berlin,
Bremen, Dresden, Düsseldorf, Frankfurt, Hamburg,
Hannover, Münster.
Je nach Verfügbarkeit der angegebenen Buchungsklasse Aufpreis möglich (siehe www.agb-mp.com/
flug).
Eine sehr gute Alternative zu innerdeutschen Anschlussflügen ist das im Reisepreis inkludierte
„Rail & Fly inclusive“-Ticket 2. Klasse.
Reisepapiere und Impfungen
Deutsche Staatsbürger benötigen einen gültigen
Reisepass oder Personalausweis. Impfungen sind
nicht vorgeschrieben.
Klima
Durchschnittliche Höchsttemperaturen in °C:
Mai Juni Juli Aug. Sept. Okt.
Hermannstadt 20 23 26 25 21 15
Information / Buchung:
www.sgr-tours.de/msm
8 Reiseta
g
¤ 899,–
Im Reisepreis enthalten
e ab
• Mittela
lterliche
s Sieben
• Wehrtü
bürgen
rme und
Klosterk
• Die sc
irchen
hönsten
Moldauk
• Vampir
löster
kult um
Graf Dra
• Nonsto
cula
p-Linien
flüge mit
Lufthans
a
• Linienflug mit Lufthansa von München nach
Hermannstadt und zurück in der Economy-Class
• 7 Übernachtungen mit Frühstücksbuffet in guten
Mittelklassehotels
• Unterbringung in Doppelzimmern mit Bad oder
Dusche und WC
• Transfers, Ausflüge und Rundreise in landesüblichem, klimatisiertem Reisebus
• Deutsch sprechende Marco Polo-Reiseleitung
in Rumänien
Reisepreis in Euro pro Person
8 Reisetage
Termine 2015
Hotels
Änderungen vorbehalten
Ort
Nächte Hotel
Landeskategorie
Hermannstadt 2 Continental Forum
◊◊◊◊
Schäßburg
1 Binderbubi
◊◊◊◊
Radauti
2 The Gerald’s
◊◊◊◊
Schulerau
2 Escalade
◊◊◊◊
Reiseversicherungen
Im Reisepreis sind keine Reiseversicherungen enthalten. Wir empfehlen jedem Teilnehmer den Abschluss der Reiseschutz-Pakete der Allianz Global
Assistance: z. B. den Reiserücktrittschutz oder
das Vollschutz-Paket, bei dem u. a. zusätzlich
eine Reise-Krankenversicherung inkl. eines medizinisch sinnvollen Kranken-Rücktransports enthalten ist. Weitere Informationen erhalten Sie mit Ihrer
Reisebestätigung oder unter www.agb-mp.com/
versicherung.
Und außerdem inklusive
DZ
EZ-Zuschlag
14.07. – 21.07.2015
999
179
21.07. – 28.07.2015
959
159
28.07. – 04.08.2015
999
179
04.08. – 11.08.2015
999
179
11.08. – 18.08.2015
999
179
18.08. – 25.08.2015
999
179
25.08. – 01.09.2015
999
179
01.09. – 08.09.2015
999
179
08.09. – 15.09.2015
999
179
• „Rail & Fly inclusive“ zum/vom deutschen
Abflugsort in der 2. Klasse von jedem Bahnhof
in Deutschland
• Willkommensabendessen in Hermannstadt
• Abschiedsabendessen mit Musik in Schulerau
• Eintrittsgelder (ca. ¤ 25,–)
• Flughafensteuern, Lande- und Sicherheitsgebühren (ca. ¤ 124,–)
• Reiseunterlagen mit einem Reiseführer pro
Buchung
• Klimaneutrale Bus- und Bahnfahrten durch
CO2-Ausgleich
15.09. – 22.09.2015
999
179
Zusätzlich buchbare Extras
22.09. – 29.09.2015
999
179
29.09. – 06.10.2015
899
149
06.10. – 13.10.2015
899
149
• Ausflug „Budenbach“ ¤ 19,–
Zahlung / Sicherungsschein
Zahlungen sind nur bei Vorliegen des Sicherungsscheines (wird mit der Reisebestätigung versandt)
im Sinne des § 651 k Abs. 3 BGB fällig. Bei Vertragsschluss wird eine Anzahlung von 20 Prozent
des Reisepreises, maximal jedoch ¤ 1000,– pro
Person, fällig. Der restliche Reisepreis wird am
20. Tag vor Reiseantritt bzw. spätestens bei Erhalt
der Reiseunterlagen fällig.
Mindestteilnehmerzahl
Mindestteilnehmerzahl: 15 Personen
Höchstteilnehmerzahl:
29 Personen
Sollte die Mindestteilnehmerzahl nicht erreicht
werden, kann der Veranstalter bis spätestens am
21. Tag vor Reisebeginn vom Reisevertrag zurücktreten (Näheres siehe Reisebedingungen).
Veranstalter und Reisebedingungen
Bran © ANT
Veranstalter dieser Reise ist die Marco Polo Reisen GmbH, Riesstr. 25, 80992 München. Die GK
MittelstandsMagazin Verlag GmbH tritt lediglich
als Vermittler auf. Die Reisebedingungen des Veranstalters sind im Internet unter www.agb-mp.com
druck- und speicherfähig abrufbar.
✁
ANMELDUNG / RESERVIERUNG
MittelstandsMagazin-Leserreise RUMÄNIEN
Gewünschtes bitte eintragen bzw. ankreuzen
Name, Vorname
Reisetermin:
Doppelzimmer
Geburtsdatum
Telefon tagsüber (mit Vorwahl)
Straße / Hausnummer
PLZ / Wohnort
Name, Vorname, Geburtsdatum Mitreisende(r)
Einfach Coupon senden an:
Marco Polo Reisen GmbH
Postfach 50 06 09, 80976 München
Einzelzimmer
½ Doppelzimmer
Flug ab / bis:
Ausflug „Budenbach“
Ich melde mich und die aufgeführten Personen verbindlich an – die
Reisebedingungen liegen mir / uns vor.
Oder
Ich bitte um Reservierung der Leistungen und Übersendung der
Reisebedingungen vor Vertragsschluss.
Ort, Datum / Unterschrift
Coupon faxen an:
Fax: 089 50060-405
Information / Reservierung / Buchung:
Tel.: 089 50060-470
[email protected]olo-reisen.com
SERVICE
20  BÜCHER für Sie gelesen von Günter F. Kohl
Das Schuldenhaus
Mian/ Sufi
Geb., 256 S., 22,95 Euro
ISBN 978-3-280-05584-7
Orell Füssli Verlag
Schulden-Bumerang
Wolfgang Schröter
Geb., 348 S., 22,00 Euro
ISBN 978-3-86774-393-8
Murmann Verlag
Wir sind das Kapital
Günter Faltin
Geb., 288 S., 22,00 Euro
ISBN 978-3-86774-419-5
Murmann Verlag
Steuern 2015
Broschur, 600 S.,
9,80 Euro
ISBN 978-3-648-06717-8
Haufe Verlag
Die beiden amerikanischen Finanzwissenschaftler haben ihr
Buch mit dem Untertitel „Die
globale Finanzkrise – warum der
Konsument das Problem ist und
nicht die Banken“ und damit
eine gewisse Richtung angegeben: Eine Krisenbewältigung,
die primär die Banken zu retten
versucht, ist falsch. Eine Auffassung, die auch unter deutschen
Politikern und Wissenschaftlern
immer mehr an Boden gewinnt,
vor allem vor dem Hintergrund
der Griechenland-Krise …
Ein Banker bricht das Schweigen:
Nichts ist in Ordnung, schreibt
er, mehr denn je bewegen wir
uns auf einen Abgrund zu. Und
mehr denn je bedrohen die sich
immer höher auftürmenden
Schuldenberge das Fundament
unseres Wohlstands. Der Autor
benennt zentrale Ursachen und
verantwortliche Akteure. Als da
sind Groß-, Schatten- und Investmentbanken, Wissenschaftler,
Ökonomen, Zentralbanken und
„unverantwortlich handelnde
Politiker“.
In einer Zeit, in der die Selbstständigen-Quote immer weiter
sinkt, kaum noch Studenten
bereit sind, eine Firma zu gründen und stattdessen lieber eine
Beamten-Laufbahn anstreben,
kommt das Buch genau richtig.
Der Autor, überzeugter Gründer
und Wegbereiter von Start-Ups,
entwickelt in dem Buch seine
Gründungslehre weiter. Sein
letztes Buch, „Kopf schlägt Kapital“ war ein Bestseller, der in
acht Sprachen übersetzt wurde.
Ob Tabellen und Übersichten,
Termine und Fristen, Arbeitsrecht
und Umsatzsteuer oder Finanzierungsformen und Erbschaftsteuer
– die Haufe-Broschüre „Steuern
2015“ ist ein ebenso handlicher
wie unentbehrlicher Helfer auf
dem Chef-Schreibtisch. Auf mehr
als 600 Seiten bietet er eine Menge Informationen, aktuell und
übersichtlich.
Management der touristischen Servicekette
Kart. 285 S., 49,95 Euro
ISBN 9783503112258
Erich Schmidt Verlag
Der Tourismus in Deutschland spielt eine große Rolle; er steht in harter Konkurrenz zu anderen, europäischen, aber auch außereuropäischen
Destinationen. Um in diesem Wettbewerb zu bestehen, bedarf es einer ganzheitlichen strategischen Steuerung der touristischen Leistungserbringung. Dass dies bisher nur sehr bedingt gelingt, ist wohl auch dem Nebeneinander der zahlreichen über ganz Deutschland verstreuten
Tourismusregionen geschuldet. Das Buch möchte helfen, dieses Management zu verbessern.
Ludwig Erhards Soziale Marktwirtschaft
Horst Friedrich Wünsche, Geb., 460 S.
ISBN 978-3-95768-135-5, Lau-Verlag
Verlosung
Der Autor ist ein ausgewiesener Kenner Ludwig Erhards: Von 1973 bis zu dessen Tod Erhards
einziger wissenschaftlicher Mitarbeiter, danach Geschäftsführer der Ludwig-Erhard-Stiftung
in Bonn. Nur deshalb darf man sicherlich die Behauptung im Klappentext, die Soziale Marktwirtschaft werde erstmals aus der Sicht ihres Begründers, Ludwig Erhard, beschrieben,
so stehen lassen. Zuzustimmen ist dem Autor sicherlich in seinem Fazit, die Politiken der
letzten Jahre seien von Erhards Konzeption abgewichen und könnten weder Wohlstand für
alle noch soziale Gerechtigkeit, weder Stabilität noch eine solide Finanzpolitik garantieren.
Der Verlag hat uns fünf dieser Bücher zur Verfügung gestellt, die wir gerne kostenlos und portofrei an unsere Leser weitergeben. Wer sich für eines der Bücher interessiert, schreibe eine E-Mail an [email protected] mit dem Stichwort
„Ludwig Erhard“. Den ersten fünf Einsendern geht dann ein Exemplar zu.
MittelstandsMagazin | 5-2015 | www.mit-magazin.de
NEU: www.mit-magazin.de
SERVICE
BÜCHER für Sie gelesen von Günter F. Kohl  21
Reisekosten 2015
Broschur, 350 S., 39,95 Euro
ISBN 978-3-648-05983-8
Haufe Verlag
Diese DIN A 4 große Broschüre
ist das Praxishandbuch, wenn es
um das steuerliche Reisekostenrecht geht. Ob Inlands- oder Auslandsreise, steuerfreie Arbeitgebererstattung, Fahrten zwischen
Wohnung und Arbeitsstätte,
doppelte Haushaltsführung oder
Vorsteuerabzug aus Reisekosten
– hier gibt es Antworten auf alle
diese Fragen. Praxistipps zeigen
außerdem Gestaltungsmöglichkeiten für Selbstständige und
Freiberufler.
Vermieter-Lexikon
13. Auflage mit Mietrechtsreform
Brosch., 950 S., 34,95 Euro
ISBN 978-3-648-03518-4
Haufe Verlag
BuchenLernen
Die App als Buch
Brosch., 300 S.
ISBN 978-3-00-044375-6
Verlag HPRühl
Das neue Mietrecht brachte zahlreiche Änderungen für Vermieter und Mieter. In diesem Nachschlagewerk findet vor allem der
Kleinvermieter, der mit dieser
Rechtsmaterie nicht alltäglich
zu tun hat, wertvolle und leicht
verständliche Hilfe, die einen in
die Lage versetzt, den oftmals
mit gefährlichem Halbwissen
ausgestatteten Mitarbeitern der
Mieterverbände Paroli zu bieten.
Denn jeder Vermieter weiß: Mieterrecht ist Richterrecht, leider
zugunsten der vermeintlichen
Schwächeren, den Mietern.
Vom Autor Hans Peter Rühl, MITMitglied in Berlin, stammt die mit
Abstand erfolgreichste Lern-App
zum Thema „Doppelte Buchführung verständlich erklärt“. Auch
bietet er einen Grundlagen-Podcast Rechnungswesen und eine
YouTube-Serie zur Kosten- und
Leistungsrechnung. Nun also die
App als Buch für die Zielgruppe
Selbstständige und Führungskräfte ohne betriebswirtschaftlichen Hintergrund. Auch Azubis,
Studenten und Existenzgründer
werden das Buch als hilfreiche
Handreichung empfinden.
DUDEN
Briefe und E-Mails
Geb., 607 S., 18,99 Euro
ISBN 978-3-411-743032
Das Buch bietet Ratgeber und
Nachschlagewerk in einem Band.
Es enthält über 400 Mustertexte und Textbausteine, die man
von der Duden-Verlagsseite
kostenlos herunterladen kann.
Das Buch klärt auch auf über
die richtige Anrede in Wort und
Text, vom Papst bis zum Abgeordneten und auch die Frage ob
es nun „die E-Mail“ oder „das
E-Mail“ heißt, wird beantwortet. Sächlich ist die E-Mail nur
bei den „Volksgruppen“, die von
sich behaupten, alles zu können
außer Hochdeutsch.
Fair-Value-Bewertung von Schulden
Brosch., 480 S., 69,95 Euro
ISBN 978-3-503-15738-9, Erich Schmidt-Verlag
Die Fair-Value-Bewertung hat sich in den vergangenen Jahren zu einem der am kontroversesten diskutierten Themen innerhalb der externen Rechnungslegung entwickelt. Dies war für Peter Lauer Grund
genug, in seiner Dissertation die Bedeutung herauszuarbeiten und den Bewertungsmaßstab vor dem
Hintergrund der Vorschriften des IFRS 13 kritisch zu würdigen.
Preise durchsetzen
Oliver Schumacher
Broschüre, 100 S.
ISBN 978-3-86936-643-2
Gabal Verlag
Die meisten Unternehmer glauben, Kunden wollten immer nur die Preise drücken. Ja, stimmt das denn
nicht? Nein, sagt der Autor dieses handlichen Bändchens, die meisten Kunden wollen nicht die billigste
Leistung, sondern sie wollen lediglich den richtigen Gegenwert für ihr Geld. Also lautet die Konsequenz:
Nicht die Preise erhöhen, sondern den Wert der Leistung in der Wahrnehmung des Kunden – auf Augenhöhe.
Verlosung
Der Verlag hat uns fünf dieser Bücher zur Verfügung gestellt, die wir gerne kostenlos und portofrei an unsere Leser weitergeben. Wer sich für eines der Bücher interessiert, schreibe eine E-Mail an [email protected] mit dem Stichwort „Preise
durchsetzen“. Den ersten fünf Einsendern geht dann ein Exemplar zu.
NEU: www.mit-magazin.de
www.mit-magazin.de | 5-2015 | MittelstandsMagazin
SERVICE
22  GEMA
Zahlungspflicht für Musik
und andere Ärgernisse
GEMA – diese vier Buchstaben
stehen bei Unternehmern in
Sachen Aufregerpotenzial zwei
anderen Institutionen nicht viel
nach.
Gemeint sind die
KSK (Künstlersozialkasse) und die
frühere GEZ (Gebühreneinzugszentrale), umbenannt in den so
harmlos klingenden „Gebührenservice“ der Rundfunkanstalten.
Hinter der GEMA
verbirgt sich die
„Gesellschaft für
musikalische Aufführungs- und mechanische Vervielfältigungsrechte“. Eine mächtige Organisation,
die in Deutschland die Nutzungsrechte aus dem Urheberrecht von
Komponisten, Textdichtern und
Verlegern von Musikwerken wahrnimmt. Grundsätzlich muss jeder,
der Musik aus dem sogenannten
„GEMA-Repertoire“ öffentlich wiedergibt, eine Gebühr entrichten.
Dies betrifft auch viele kleinere
Gewerbetreibende.
G. K.
Gebühr für Ferienwohnung?
Ein Unternehmer verwaltete
eine Anlage mit Ferienhäusern
und vermittelte auch Feriengäste als Mieter an die einzelnen
Hauseigentümer. Die einzelnen
Ferienhäuser waren Privateigentum. Jedes Haus war mit einem
Kabelanschluss ausgestattet. Die
Eigentümer hatten jeweils eigene
Verträge mit dem Kabelanbieter.
Die GEMA nahm nun den Ver-
MittelstandsMagazin | 5-2015 | www.mit-magazin.de
walter auf Zahlung von
Gebühren für die Weiterleitung von urheberrechtlich geschützter Musik in
Anspruch. Das Oberlandesgericht Köln entschied, dass
hier kein Zahlungsanspruch bestand. Zwar sei eine Weiterleitung
von Rundfunksignalen über eigene Anlagen an mehrere Empfänger wie etwa in einem Hotel oder
Krankenhaus gebührenpflichtig,
wenn eine öffentliche Wiedergabe stattfinde. Hier werde das Signal aber nicht vom Verwalter der
Ferienwohnanlage zentral empfangen, sondern von den einzelnen Wohneinheiten, aufgrund von
Verträgen zwischen deren Eigentümern und dem Kabelnetzbetreiber. Der Verwalter statte die
Einheiten nicht einmal mit Geräten aus. Die Vermietung einer
einzelnen Ferienwohnung sei aber
trotz der wechselnden Gäste nicht
mit dem Betrieb eines Hotels mit
vielen Zimmern zu vergleichen.
Hier finde keine öffentliche Wiedergabe von Musik statt.
schieden habe,
dass die Wiedergabe
von
Musik im Wartebereich einer
Zahnarztpraxis
keine öffentliche Wiedergabe sei. Das
Amtsgericht
Düsseldorf erläuterte dazu: Eine Wiedergabe
von Musik sei öffentlich, wenn sie
für eine Mehrzahl von Mitgliedern
der Öffentlichkeit bestimmt sei.
Dazu gehöre jeder, der nicht mit
dem Veranstalter – hier also dem
Zahnarzt – persönlich befreundet
oder verwandt sei. Die wartenden
Patienten seien Teil der Öffentlichkeit. Da der Zahnarzt aber mit der
Musik weder seinen Umsatz steigern noch Geld verdienen wolle,
liege hier keine gebührenpflichtige öffentliche Musikwiedergabe
vor. Die GEMA verfolgte den Anspruch in der nächsten Gerichtsinstanz weiter. Das Landgericht
Düsseldorf bestätigte allerdings
in vollem Umfang die Ansicht des
Amtsgerichts und ließ die Kündigung gelten.
LG Düsseldorf, Urteil vom 8. Januar
2014, Az. 23 S 144/13
OLG Köln, Urteil vom 13. Juni 2014,
Az. 6 U 204/13
Gebühren für Radio
beim Zahnarzt?
Ein Zahnarzt ließ in seinem Wartezimmer ein Radio laufen. Er zahlte
dafür Gebühren an die GEMA. Als
im Jahr 2012 die Jahresgebühr auf
rund 113 Euro erhöht wurde, zahlte er nicht. Stattdessen kündigte er
den Vertrag mit der GEMA, weil
der Europäische Gerichtshof entNEU: www.mit-magazin.de
SERVICE
Vorsicht bei einer GbR
Gesellschafter haften mit Privatvermögen
Die Gesellschaft bürgerlichen Rechts
(GbR, auch BGB-Gesellschaft) ist
die einfachste Gesellschaftsform
in Deutschland. Für ihre Gründung
reicht es aus, wenn mindestens
zwei Personen sich zusammentun,
um einen gemeinschaftlichen Zweck
zu erreichen – wie die Gewinnerzielung mittels eines gemeinsam betriebenen Geschäfts. Es kann sich
jedoch auch um einen ideellen Zweck
handeln. Noch nicht einmal ein
schriftlicher Gesellschaftsvertrag ist
Pflicht – zu empfehlen ist er jedoch
unbedingt. Bei einer GbR gibt es kein
Mindeststammkapital. Gegenüber
Gläubigern haftet die GbR mit ihrem
Gesellschaftsvermögen, gleichzeitig
haften ihre Gesellschafter mit ihrem
gesamten Privatvermögen.
Haftung eines ausgeschiedenen
Gesellschafters
Scheidet ein Gesellschafter aus einer
GbR aus, bedeutet dies automatisch
ihre Auflösung – außer im Gesellschaftsvertrag ist vereinbart, dass
die Gesellschaft mit den übrigen Gesellschaftern fortbestehen soll. Für
Schulden der Gesellschaft haftet der
ausscheidende Gesellschafter weiter,
wenn die Verbindlichkeiten vor seinem Ausscheiden schon entstanden
waren und sie vor Ablauf von fünf
Jahren fällig sind. Dies nennt man
NEU: www.mit-magazin.de
auch die „Nachhaftung“. Der Bundesgerichtshof hatte sich mit einem Fall
zu befassen, bei dem eine Hausverwaltung als GbR betrieben wurde. Seit
2003 hatte diese mit einem Kunden
einen Vertrag über Verwalterleistungen. 2005 schied eine Gesellschafterin
aus der GbR aus. 2006 wurden dem
Kunden versehentlich schon bezahlte Beträge in Rechnung gestellt. Dieser bezahlte, verlangte dann aber sein
Geld zurück – auch von der ausgeschiedenen Gesellschafterin.
Der BGH entschied: Die ausgeschiedene Gesellschafterin hafte für den
Betrag – allerdings nicht aufgrund
der Nachhaftung. Zwar sei die Verbindlichkeit vertraglich schon vor
ihrem Ausscheiden begründet worden, der Vertrag habe aber nicht
die erfolgte Doppelzahlung vorgesehen, welche erst nach ihrem Austritt stattgefunden habe. Allerdings
musste die Frau für den Betrag trotzdem einstehen: Denn ihr Name stand
noch auf allen Geschäftspapieren und
dem Kunden war von ihrem Austritt
nichts bekannt. Damit haftete sie als
Scheingesellschafterin. Sie hätte bei
ihrem Ausscheiden also dafür sorgen müssen, dass alle Geschäftskontakte von der neuen Lage Kenntnis
erhielten.
Bundesgerichtshof, Urteil vom
17. Januar 2012, Az. II ZR 197/10
Foto: Pitopia
Foto: Pitopia
GESELLSCHAFTER HAFTEN  23
Steuer-Tipps
Zuwendungen an Kinder
für Ausbildung und Beruf
Die Zahlung des Unterhalts und Studiums durch die Eltern löst bei den
Kindern keine ESt und Steuer nach
dem ErbStG aus.
Wurde Kindern ein Darlehen für
Ausbildungszwecke gewährt, so
sieht § 13/ I/5 ErbStG eine besondere Befreiung bei Erlass im Todesfall des Erblassers vor. Wie verhält
es sich mit Ausstattungen? Das sind
von den Eltern den Kindern nach
§ 624 BGB getätigte Zuwendungen,
z. B. Geldzuwendungen, Aussteuer,
Errichtung eines Handwerksbetriebes, Einräumung einer extrem vorteilhaften Gesellschafterstellung.
Sie bieten im Zivilrecht gegenüber
Schenkungen viele Vorteile, z. B.
im Pflichtteilsrecht bei der Ausgleichung. Das ErbStG unterwirft sie
aber als freiwillige Zuwendungen
in der Regel der Steuerpflicht. Eine
wichtige Ausnahme ist z. B. der Erwerb eines Familienheims von Todes
wegen (§ 13 / I/ 4c ErbStG).
Elegant ist die Gründung einer Freiberuflerpraxis oder eines Gewerbebetriebs durch die Eltern und Schenkung des Unternehmens an das Kind
(§§ 13 a und b ErbStG) nach derzeitig noch anwendbarem Recht.
StB Dipl.-Kfm. W. Pfeifer,
Berlin
www.steuerberaterpfeifer.de
www.mit-magazin.de | 5-2015 | MittelstandsMagazin
SERVICE
24  RECHT IM GESPRÄCH
Rechtliche Themen beherrschen
unseren Alltag und prägen verstärkt das Miteinander im Berufsleben. Wir wollen helfen, mehr Licht
in den Paragrafen-Dschungel zu
bringen. Dazu geben wir Ihnen gerne die Gelegenheit, uns Fragen zu
rechtlichen Problemen zu senden.
Eine kurze Mail genügt.
zuständigen Amtsgericht (Handelsregister) anzumelden. Dabei
muss sich der Bevollmächtigte
natürlich mit der erteilten Vollmacht ausweisen. Dazu hat das
Oberlandesgericht Karlsruhe nun
in einem Beschluss Grundsätze zur
Wirksamkeit einer solchen „Registervollmacht“ aufgestellt.
Aber Achtung: Wir leisten keine
individuelle rechtliche Beratung.
Die erhalten Sie bei Ihren Rechtsanwälten und Fachanwälten vor
Ort.
Maßgeblicher Zeitpunkt für das
Bestehen der Vertretungsmacht
ist gemäß allgemeinen bürgerlichrechtlichen Regeln derjenige der
Abgabe der Registeranmeldung.
Die Vollmacht muss also noch
gültig sein. Ob die vorgelegte
Vollmacht zum maßgeblichen Zeitpunkt der Registeranmeldung noch
bestand, darf das Gericht von Amts
wegen ermitteln. Bei Anwendung
des Amtsermittlungsgrundsatzes
gilt jedoch, dass nähere Nachforschungen zum Fortbestehen
der Vertretungsmacht nur dann
anzustellen sind, wenn es einen
begründeten Anlass zu Zweifeln
gibt. Ist seit der Erteilung der Vollmacht kein allzu langer Zeitraum
verstrichen, besteht kein Anlass
zu solchen Zweifeln. Dagegen stellt
ein erheblicher Zeitablauf einen
Anlass für weitere Nachforschungen dar. Im zu entscheidenden Fall
waren die Vollmachten zwischen 40
und acht Jahre alt. Eine derartige
Zeitspanne kann nach Auffassung
des Gerichts nicht mehr als „nicht
allzu langer Zeitraum“ angesehen
werden. Die Vollmachten müssen
neu erstellt werden.
Registervollmacht darf nicht
zu alt sein
Eine übliche firmenrechtliche Gestaltung ist die einer GmbH & Co.
KG. Dies gilt nicht nur für eine
praktikable Gestaltung im Rahmen
der Unternehmensnachfolge, zum
Beispiel innerhalb der Familie. Gerade und auch bei Großprojekten
mit einer Vielzahl von Geldgebern
wird diese Gestaltungsform gerne gewählt. Die Kommanditisten
können relativ unproblematisch
wechseln, ihre Anzahl sich erhöhen oder auch die Höhe der Beteiligung geändert werden.
Damit aber nicht immer alle Kommanditisten die erforderlichen Anmeldungen zum Handelsregister
unterschreiben müssen, wird oftmals mit Vollmachten gearbeitet.
Eine Person wird bevollmächtigt
und berechtigt, sämtliche Veränderungen im Gesellschafterbestand
für alle Kommanditisten beim
MittelstandsMagazin | 5-2015 | www.mit-magazin.de
Das ging ins Auge!
In der letzten Ausgabe „Recht im
Gespräch“ berichteten wir von erlaubten und unerlaubten Werbemaßnahmen der Rechtsanwälte.
Hierzu ist eine Ergänzung unbedingt erforderlich.
Foto: vladimirkolens/ fotolia
Leser fragen – wir antworten
Sachlichkeitsgebot kontra Eyecatcher in der
Anwaltswerbung
Im Grundsatz darf die Anwaltschaft
Werbeanzeigen und andere Werbemaßnahmen nutzen, wenn sie
dabei stets das Sachlichkeitsgebot
im Blick hat. Ein Rechtsanwaltskollege war offensichtlich mit dieser
eindeutigen Rechtsprechung des
Bundesgerichtshofs nicht vertraut. Er verteilte Pin-Up-Kalender
an potenzielle Mandanten, was
ein anwaltsgerichtliches Verfahren nach sich zog. Der zuständige
Kölner Anwaltsgerichtshof ist zu
der Feststellung gelangt, dass eine
solche Werbemaßnahme plakativ
reklamehaft und auf Effekthascherei ausgerichtet ist. Letztendlich
verletzt sie klar das Sachlichkeitsgebot. Dem kann nur zugestimmt
werden!
Unsere Bewertung im besten
Facebookdeutsch: #kopfschüttel
Schreiben Sie uns:
[email protected]
Wolf-Dietrich Bartsch,
Rechtsanwalt und Notar,
stellt sich den Fragen
unserer Leser
NEU: www.mit-magazin.de
SERVICE
AUDI A7 SPORTBACK
Foto: AUDI AG
FAHRBERICHT  25
teten Motorenpalette, die zwei Ottomotoren und fünf TDI umfasst, mit
Ausnahme des 2.0 TFSI handelt es
sich um Sechszylinder. Die kraftvollen Aggregate leisten zwischen 160
kW (218 PS) und 245 kW (333 PS)
und bestechen durch ihre Effizienz.
Wer nicht ganz so zügig, dafür aber
sparsam unterwegs sein möchte, sollte zum 3.0 TDI ultra greifen. Er ist
mit einem Frontantrieb ausgestattet,
was sich günstig auf den Verbrauch
auswirkt.
Infotainment und
Assistenzsysteme
Antrieb
Auf Wunsch liefert Audi ein ausgeklügeltes Navigationssystem mit Infotainmentbaukasten samt Internet-Anschluss
und Karten-Update an Bord für die
Navi. Das Angebot an Audio-Bausteinen reicht bis zum Sound-System von
Bang & Olufsen, das 15 Lautsprecher
mit mehr als 1.200 Watt Leistung ansteuert. Die Assistenzsysteme bieten den
in dieser Klasse üblichen und neuesten
Stand der Technik.
Design, Karosserie und Innenraum
Audi bietet den A7 Sportback mit
einer in weiten Bereichen überarbei-
Die Preise für den A 7 liegen zwischen
55.000 und 82.000 Euro.
G. K.
Der große Fünftürer erregt im Straßenbild Aufsehen – seine flache, dynamische Dachlinie und das scharf
abgeschnittene Heck verleihen ihm
den Charakter eines Coupés. Die
LED-Technologie ist Serie, optional
gibt es Matrix LED-Scheinwerfer, die
die Straße seitlich und nach oben ausleuchten, ohne andere Verkehrsteilnehmer zu blenden.
Die Karosserie des Audi A7 Sportback besteht, wie bei der Ingolstädter Auto-Schmiede üblich, in weiten
Teilen aus Aluminium und Hightech-Stählen, sie ist sehr leicht und
auf Geräuschkomfort ausgelegt. Der
Gepäckraum unter der langen, elektrisch angetriebenen Klappe fasst im
Grundmaß 535 Liter, durch Umlegen
Auch die rückwärtigen Passagiere finden ein (fast) normales Platzangebot wie in einer Limousine
Der AUDI A 7 Sportback ist eine Oberklasse-Kombination aus Limousine und Sportcoupé
Ästhetische Athletik, emotionales
Design, sportlicher Charakter und
innovative Technologie: Der überarbeitete Audi A7 Sportback bringt
die Stärken eines Coupés, einer Limousine und eines Avant zusammen.
NEU: www.mit-magazin.de
der Fondlehnen kommt er auf 1.390
Liter: Genügend Platz auch für größere Koffer oder Golfbags.
www.mit-magazin.de | 5-2015 | MittelstandsMagazin
UNTERNEHMEN
26  GRÜNDUNGSFÖRDERUNG
Mehr Mut zum Gründen
Der Seriengründer Finn Hänsel und
der Bundestagsabgeordnete Mark
Hauptmann haben einiges gemein:
Beide sind gründungserfahren, politisch engagiert und fordern einen
neuen Gründergeist in Deutschland.
In einem Land, in dem sich nur fünf
Prozent der Studenten selbstständig
machen wollen und über dreißig Prozent eine Beamtenkarriere vorziehen,
kein leichtes Unterfangen.
Der amerikanische Wagniskapitalgeber
Ben Horowitz sagte im Spiegel: „Deutschland ist so risikoscheu, es ist lächerlich.“
Zu Recht?
Finn Hänsel: Die mangelnde Risikobereitschaft in Deutschland ist ein großes
Problem. Zum einen hält es viele fähige junge Menschen davon ab, den Weg
in die Selbstständigkeit zu wagen. Zum
anderen zögern viele potentielle Investoren vor dem Unbekannten. Scheitern
wird hierzulande viel zu sehr als Fehler
und Inkompetenz gewertet. An anderen
Orten probiert man aus und falls der Erfolg ausbleibt, startet man neu. Deutsche
MittelstandsMagazin | 5-2015 | www.mit-magazin.de
streben nach Sicherheit und das wird anders als etwa in den USA bereits in der
Schule vermittelt.“
Mark Hauptmann: Und das ist wo wir
ansetzen müssen. Bereits in den Schulen.
Damit der Mut zur Unternehmensgründung wächst und Skepsis abgebaut wird,
brauchen wir einen Markt der Möglichkeiten an Schulen. Firmen müssen die
Chance erhalten, sich dort zu präsentieren. Aber auch das Angebot von Berufsmessen muss von Schulklassen mehr
wahrgenommen werden. Es muss ein Bewusstsein geschaffen werden, dass junge
Menschen ihre innovativen Ideen auch
als Startup-Unternehmen erfolgreich verwirklichen können.
Und wo können unsere Universitäten besser werden?
Hauptmann: In Südindien habe ich die
Madras Universität in Chennai besucht.
Dort versteht sich die Universität als
Schnittstelle zwischen gründungswilligen
Studenten. Die Interessen und Fähigkei-
ten all dieser Studenten werden über einen
Pooling-Prozess gefiltert. Es werden verschiedene Labs mit unterschiedlichen
Themenschwerpunkten und Technologieansätzen etwa zu Greentech, LifeScience,
App-Entwicklung usw. errichtet. Über das
Poolen entstehen Gruppen, deren Interessen und Talente perfekt zusammenpassen
und eine gute Basis für ein Gründungsteam bieten. Ähnliches würde ich mir an
deutschen Hochschulen viel mehr wünschen.
Hänsel: Und die Universität muss sich
stärker noch als Mittler zwischen potentiellen Gründern, Wirtschaft und Wagniskapitalgebern verstehen. Es muss doch
auch das Interesse einer Universität sein,
dass das nächste Facebook bei ihr im Hörsaal seinen Anfang genommen hat. An
vielen Universitäten sind in den vergangenen Jahren erfolgreich Gründerzentren
entstanden. Aber davon brauchen wir
noch mehr.
In anderen Ländern steht im Vergleich
zu Deutschland mehr als das zehnfache
an Wagniskapital bereit. Was kann getan
werden?
Hänsel: Den professionellen Wagniskapitalgebern muss die Entscheidung überlassen bleiben, in welche Startups man
NEU: www.mit-magazin.de
UNTERNEHMEN
GRÜNDUNGSFÖRDERUNG  27
investiert. Aber warum orientiert man
sich nicht an Ländern wie Israel, wo jeder
investierte Dollar durch einen staatlichen
Zuschuss flankiert wird. Man könnte in
Deutschland für jeden investierten Euro
aus der Privatwirtschaft einen staatlichen
Euro on Top geben.
Hauptmann: Wir brauchen mehr Transparenz bei den staatlichen und privaten Fördermöglichkeiten. Jeder Gründer
sollte auf einen Blick sehen können, welche Unterstützung an seinem Standort
von Privaten von seiner Kommune, vom
Bundesland und vom Bund bereitsteht.
Zudem hat der Bundestag bereits die Mittel ausgebaut, um dem Gründergeist unter
die Arme zu greifen. Aber auch hier ist
noch Luft nach oben für gezielte StartupFörderprogramme.
Mit über 65.000 Patentanmeldungen war
Deutschland 2014 Europameister. Das
Potential für Innovationen ist also vorhanden?
Hauptmann: Deutschland hat die weltbesten Ingenieure und die deutsche Forschungslandschaft liegt im internationalen
Vergleich ganz weit vorn. Aufgabe der
Politik ist es, den Rahmen zu schaffen,
dass dies so bleibt und die guten Fachkräfte nicht ins Ausland abwandern. Und er-
NEU: www.mit-magazin.de
forderlich ist ein Mentalitätswandel beim
Umgang mit neuen technologischen Möglichkeiten. Eine unserer Schlüsselindustrien ist die Automobilwirtschaft. Das
erste fahrerlose Auto hätte auf deutschem
Boden konzeptioniert und umgesetzt werden müssen. Aber während wir in Europa
auf die Erfolge der Vergangenheit blicken
und uns selbst beim Datenschutz nicht einigen können, laufen uns andere Nationen davon.
Hänsel: Erschwerend kommt hinzu,
dass in den Schubladen vieler deutscher
Hochschulen und Forschungseinrichtungen vermutlich milliardenschwere
Innovationsschätze liegen. Diese müssen gehoben werden. Denn allein Patent-Weltmeister wird nicht reichen. Die
Finn Hänsel war bis
2014 Geschäftsführer
des Pro7Sat1-Inkubators
Epic und ist Co-Gründer
von THE ICONIC, Australiens größtem Modehändler. Davor arbeitete
Finn Hänsel als Projektleiter. Er hat einen MBAAbschluss, einen Master of Science in General
Management und ein Graduiertendiplom der
Universität Auckland, Neuseeland. Hänsel ist
MIT-Mitglied und Mitglied der Kommission Digitale Wirtschaft.
Erfindungen müssen in kommerzielle
Ideen umgesetzt werden.
Was sind Eure Tipps für junge Gründer?
Hänsel: Einfach mal machen. Man muss
das umsetzen, wofür man eine Passion hat
und woran man selbst glaubt. Dann geht
man auf die Suche nach Investoren. Wer
zögert und zaudert, kommt nicht weit.
Hauptmann: Wer eine Vision hat, sollte
da dran bleiben. Wer Hilfe braucht, findet
diese im Privaten ebenso gut wie auf den
zahlreichen Plattformen für Startups, über
die Beratungs-Förderhilfen von Kommunen, Bund und Ländern sowie über die
Hilfestellungen der Wagniskapitalfonds.
Die Fragen stellte Astrid Jantz
Mark Hauptmann ist
Politikwissenschaftler
und seit 2010 Lehrbeauftragter an den
Thüringer Universitäten Erfurt und Jena. Er
gründete das Kommunikationsunternehmen
Kairos Communication,
dessen Geschäftsführer er bis 2013 war. Seit
Oktober 2013 ist Mark Hauptmann direkt gewähltes Mitglied des Deutschen Bundestages
und ordentliches Mitglied im Ausschuss für
Wirtschaft und Energie.
www.mit-magazin.de | 5-2015 | MittelstandsMagazin
MIT-INSIDE
28 
... in den Medien
„Wir brauchen für die europäische Währungsunion eine Insolvenzordnung, einen Fahrplan, wie man mit überschuldeten Staaten umgeht.“
Carsten Linnemann, 14. März 2015, Rheinische Post
„Ich bin nach wie vor skeptisch. Ich denke, das war eine vertrauensbildende Maßnahme, aber wir haben viele Gespräche erlebt, entscheidend sind die Taten.“
Carsten Linnemann zum Besuch des griechischen Ministerpräsidenten Alexis Tsipras in Berlin, 23. März 2015, Tagesthemen (ARD)
„Die Idee ist ein Stück aus dem Tollhaus. Schlimmstenfalls würde
der Kohlestrom, der bislang in deutschen Kraftwerken produziert
wurde, aus ausländischen Kohlekraftwerken ersetzt“.
Carsten Linnemann zum „nationalen Klimabeitrag“, 26. März 2015,
General-Anzeiger
„Wir reden seit Jahrzehnten über Demografie. Jetzt sollten wir den
Mut aufbringen, auch Nägel mit Köpfen zu machen.“
Carsten Linnemann zum Thema Flexi-Rente, 28. März 2015,
DER SPIEGEL
„Wir müssen diesen älteren Arbeitnehmern mehr Freiraum schaffen, eigenverantwortlich den Übergang vom Arbeitsleben in den
Ruhestand zu gestalten. Die Einführung der Flexi-Rente im vergangenen Jahr war ein wichtiger erster Schritt hin zu mehr Flexibilität
und Selbstbestimmung in der späten Phase des Erwerbslebens.“
Carsten Linnemann, 1. April 2015, WELT ONLINE
„Wir müssen mehr Anreize schaffen, dass erfahrene Arbeitnehmer,
die weiterarbeiten können, dies auch tun. Dazu müssen wir den
vom Bundespräsidenten eingeforderten Mentalitätswechsel herbeiführen.“
Carsten Linnemann, 1. April 2015, DIE WELT
„Wir sind in einer entscheidenden Phase der Euro-Rettung, da brauchen wir kritische Köpfe.“
Carsten Linnemann zum Rücktritt von Peter Gauweiler,
1. April 2015, Rheinische Post
„Wir dürfen denen, die weiterarbeiten wollen, keinen Knüppel in
den Weg legen. Gleichzeitig aber müssen wir für diejenigen da sein,
die aus Altersgründen nicht mehr arbeiten können.“
Carsten Linnemann, 2. April 2015, Neue Westfälische
MittelstandsMagazin | 5-2015 | www.mit-magazin.de
Der Bundesvorsitzende unterwegs…
11.05.2015, 18:00 Uhr
Wirtschaftsbeirat Bayern
„Die große Koalition und ihre Mittelstandspolitik –
was darf der Mittelstand noch erwarten?“
München
12.05.2015, 15:00 Uhr
MIT Bundesverband
Startup-Interaction MIT:FUTURA
Berlin
16.05.2015, 11:00 Uhr
MIT Gelsenkirchen
„Deutschland am Scheideweg – wohin steuert
unsere Wirtschaftspolitik?“
Gelsenkirchen
20.05.2015, 14:10 Uhr
ULA – United Leaders Association,
Sprecherausschusstag
„Wo bleibt die Wirtschaft in der großen Koalition?“
Berlin
22.05.2015, 16:00 Uhr
MIT BV Bergisches Land, Preisverleihung „Bergischer
Löwe 2015“
„Wirtschaftspolitik in Deutschland –
Antworten der MIT“
Düsseldorf
28.05.2015, 18:30 Uhr
MIT Groß-Gerau, Ehrung des Preisträgers „MIT-Mittelstandspreis 2014“
„Wirtschaftspolitische Perspektiven für ein
starkes Deutschland“
Groß-Gerau
29./30.05.2015
MIT Bundesverband
Klausurtagung des Bundesvorstands
Warnemünde
NEU: www.mit-magazin.de
MIT-INSIDE
 29
Wohin steuert unsere Wirtschaftspolitik?
MIT Bremen
Bei der gemeinsamen Veranstaltung der MIT und der CDU
Bremen war der MIT-Bundesvorsitzende Dr. Carsten Linnemann, MdB, als Hauptredner
zu Gast. Weiterhin konnten
Die Mitglieder der MIT Bremen-Stadt und BremenNord haben Kai Stadie (Foto
rechts) als Kreisvorsitzenden und Marcus Neuhaus als
Stellvertretenden Kreisvorsitzenden bestätigt. Beisitzer sind unverändert Michael
Busch, Jörn Krauskopf und
Heinz Stoffels. Claas-Tido Zypress verstärkt als neuer Beisitzer den MIT-Kreisvorstand.
der CDU-Landesvorsitzende
Jörg Kastendiek, MdBB, und
Elisabeth Motschmann, MdB,
begrüßt werden. Linnemann
sprach zum Thema: Deutschland 2015 – Wohin steuert
unsere Wirtschaftspolitik? Er
ging neben der Rente mit 63
und dem Mindestlohn auch
auf die griechische Schuldensituation und die Perspektive
der EU ein.
Fachkräfte fördern, fordern und sichern
Bis 2030 fehlen in RheinlandPfalz 80.000 Fachkräfte, mit
Schwerpunkt in den technischen Berufen. Dieses Problem stand im Mittelpunkt
des Forums der MIT Rhein-
land-Pfalz in Ludwigshafen.
Experten aus Unternehmen,
Kammern der Wirtschaft,
Arbeitsverwaltung, Bildung
und Politik diskutierten über
mittel- und langfristige Maß-
Unternehmensbesuch
Die MIT Wolfenbüttel veranstaltete mit 40 Mitgliedern
einen Unternehmensbesuch
bei der Firma Zogel. Der Sanitärausstatter stellte neue LED-
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Technik fürs Bad, berührungslose Bedienungsmöglichkeiten
und Möglichkeiten stromsparender Beleuchtung vor.
nahmen zur Fachkräftesicherung. „Die Zeit läuft“, mahnte der MIT-Landesvorsitzende
Gereon Haumann (Foto 5.v.l.).
Besuch beim Spezialisten
für Verladerampen
Etwa alle zehn Jahre ist eine
Firmenerweiterung erforderlich, denn die Verladerampen
der Butt GmbH in Großenkneten sind stark gefragt. Davon
haben sich Mitglieder der MIT
Oldenburg-Land jüngst bei
ihrer Betriebsbesichtigung
überzeugen können, die die
Vorsitzende Astrid Grotelü-
schen, MdB, initiiert hatte.
Seniorchef Hans-Jochen Butt
und seine in der Geschäftsführung aktiven Söhne Henning
und Hans-Jörg zeigten auf,
dass die Stärken des 80 Mitarbeiter umfassenden Unternehmens in der Entwicklung
kundenspezifischer Technik
liegen.
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MU-INSIDE
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MU Rosenheim in Tirol
Vorstandsvorsitzender Reiner Schulz und Anja Schatt-Steiner, Geschäftsführerin der Schatt Holding GmbH (Mitte), stellten das Unternehmen vor
Die Mittelstands-Union der CSU Rosenheim will künftig nicht
nur eine Plattform für Unternehmer in der Region sein, vielmehr sollen nun auch bestehende Kontakte ins benachbarte Tirol vertieft und ausgebaut werden. Premiere feierte das
neue Vorhaben nun im Rahmen einer Betriebsbesichtigung
bei der Firma Schattdecor AG in Thansau, wo sich die Unter-
60 Jahre Ingrid Weindl
Die MittelstandsUnion gratuliert
Ingrid Weindl zum
60. Geburtstag!
Die Oberpfälzer
Bauunternehmerin
ist MU-Vorsitzende
in Cham im Bayerischen Wald und
Mitglied des MULandesvorstandes
(auf dem Foto mit
dem bayerischen
Finanzstaatssekretär Albert Füracker, MdL).
Klausur der MU Oberbayern
Bei der Klausurtagung der MU Oberbayern in Oberaudorf berieten und diskutierten die Teilnehmer mit Angela Inselkammer vom Brauereigasthof Aying, Vizepräsidentin der Dehoga
und Klaus Stöttner, MdL, Tourismuspolitischer Sprecher der
CSU-Fraktion im Landtag, zu den Themen Tourismus, Mindestlohn, Erbschaftsteuer und Weiterentwicklung der Urlaubsregion
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nehmer der MU und eine stattliche Abordnung von Unternehmern der Wirtschaftskammer Tirol zu einem Kennenlernen
und Austausch einfanden. Reinhard Bauer, der Vorsitzende
der MU Rosenheim und der Bezirksobmann der Wirtschaftskammer Kufstein, Martin Hirner, waren sich einig: „Eine tolle
Veranstaltung, die eine Fortsetzung verlangt.“
MU Passau in Prag
Die MU Passau in der Bayerischen Repräsentanz in Prag
Die Bayerische Repräsentanz in Prag ist erst seit wenigen
Monaten eröffnet, da machten sich schon Vertreter der Mittelstandsunion Passau auf den Weg, um die bayerische Vertretung in der tschechischen Landeshauptstadt zu besuchen:
„Als Mittelstandsunion sehen wir unsere Aufgabe darin, die
Interessen der bayerischen Unternehmer in der Politik zu vertreten“ – und Tschechien ist sehr eng an die deutsche und
insbesondere die bayerische Wirtschaft gekoppelt, betonte
Klaus Fiedler, der Vorsitzende der Mittelstandsunion Passau.
Oberbayern. Am zweiten Klausurtag stand das Thema „TTIP“
auf dem Programm. Gesprächspartner waren MU-Landesvorstandsmitglied Dr. Andreas Lenz, MdB, Mitglied im Ausschuss
für Wirtschaft und Energie des Bundestags und Frank Dollendorf von der IHK München. Das Foto zeigt die Teilnehmer mit
dem Vorsitzenden Alexander Radwan, MdB (5. v. r.).
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MU-INSIDE
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Hans Michelbach: „Endlich mehr Freiheit wagen“
MU-Landesvorstand steckt auf Klausurtagung Positionen ab
Einen Kurswechsel in Deutschland hin zu mehr Freiheit
und Eigenverantwortung forderte der Landesvorstand
der MU auf seiner Klausurtagung in Anif bei Salzburg:
„In Deutschland kommt die Entwicklung der sozialen
Marktwirtschaft immer mehr in Gefahr. Unter dem Druck
der Sozialdemokraten wird immer mehr verregelt und
verriegelt. Mit diesem Kurs können Wachstum und Arbeitsplätze in Deutschland nicht gesichert werden. Wir müssen
endlich wieder mehr Freiheit wagen“, sagte der MU-Vorsitzende Dr. h.c. Hans Michelbach, MdB. Er verlangte einen
Belastungsstopp für Mittelstand und Mittelschicht. Im
Mittelpunkt der Kritik standen vor allem die stetig wachsenden Bürokratielasten der Betriebe, eine immer stärkere
Einmischung des Staates in Kernbereiche der Unternehmen
sowie die Erbschaftsteuerpläne. Letztere gingen weit über
die Forderungen des Bundesverfassungsgerichts hinaus.
Sie stellten eine Gefahr für den Bestand mittelständischer
Betriebe und deren Arbeitsplätze dar.
Externe Gäste der MU waren Salzburgs Landeshauptmann
Dr. Wilfried Haslauer, Wirtschaftsstaatssekretär Dr. Harald
Mahrer aus Wien und der Generalsekretär des Österreichischen Wirtschaftsbundes, Peter Haubner. Dr. Thomas Petersen vom Institut für Demoskopie Allensbach erörtete die
öffentliche Meinungslage zum Thema Freiheit und Gleichheit in Politik und Gesellschaft.
Die MU legte Eckpunkte für ein von MU-Vize Peter Götz
erarbeitetes Steuerkonzept „MU 2020“ vor. Weitere Beschlüsse traf der Vorstand zur Energie- und Wohnungspolitik (Dr. Thomas Geppert) sowie zur Flexi-Rente und
Anti-Stress-Verordnung (Katrin Albsteiger, MdB, mit Dr.
Andreas Lenz, MdB, und Rupert Mößmer). Der Vorstand
beschloss schließlich Leitlinien zur Entbürokratisierung
mit einer Sunset-Regelung (Ablaufklausel) für Gesetzesverordnungen und einem Mittelstands-TÜV. Die MU gab
sich ein neues Leitbild MU 2020 zum Selbstverständnis
und zur weiteren Verstärkung der Verbandsarbeit. Mit
dem Beschluss „Mehr Freiheit wagen!“ nimmt die MU als
erste Arbeitsgemeinschaft in der CSU Stellung zum neuen
Grundsatzprogramm der Partei, dessen erster Entwurf in
Anif vom Leiter der Grundsatzkommission Markus Blume,
MdL, vorgestellt wurde. Sämtliche Beschlüsse des MU-Vorstandes sind zu finden auf
www.mu-bayern.de.
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Hans Michelbach mit Salzburgs Landeshauptmann Wilfried Haslauer und
MU-Vize Peter Götz (von links)
Deutsch-österreichisches Treffen: (von links) MU-Vize Bernhard Kösslinger,
MU-Vorsitzender Hans Michelbach, Peter Haubner, Generalsekretär des
Österreichischen Wirtschaftsbundes, Wirtschaftsstaatssekretär Harald
Mahrer, MU-Vize Thomas Schmatz und MU-Vize Peter Götz
MU-Vorständler Andreas Lenz mit Katrin Albsteiger und Thomas Geppert
(von links)
Zu TTIP berichteten MU-Vorständler Andreas Lenz, Siegmar Kühn und
Mechthilde Wittmann (von links)
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MIT-INSIDE
32 
Jahresempfang der
MIT Ahrweiler
Plädoyer für ordnungspolitische Disziplin
Der langjährige MIT-Bundesvorsitzende Dr. Josef Schlarmann
war mit seiner Frau Barbara besonderer Gast der 18. „Gespräche MIT Genuss“ der MIT Lüneburg. Etwa 25 Mitglieder und
Gäste folgten der Einladung
des MIT-Kreisvorsitzenden Peter Luths. Schlarmann sprach
über die aktuelle Europa- und
Wirtschaftspolitik. Er mahnte:
„Der Staat hat stets nur den
Rahmen zu setzen, in dem sich
die Wirtschaft frei zu entfalten
hat.“ Die Wirtschaft wiederum
sei ein lebendiger Organismus,
nicht etwa ein mechanisches
Wesen, an dem man beliebig
mit voraussehbaren Folgen manipulieren könne. Schlarmann
sieht aktuelle Entwicklungen
von den Auswirkungen der
Mindestlohnregelungen über
die Energiewende bis zur Quotenregelung kritisch, weil durch
zu starke Regulierung die Kräfte des Marktes erstickt würden.
Zahlreiche Gäste waren der
Einladung des Vorsitzenden
der MIT Ahrweiler, Josef Niethen zum Jahresempfang nach
Klostermarienthal gefolgt. Besondere Gäste waren Mechtild
Heil, MdB, MIT-Landesvorsitzender Gereon Haumann und
Landrat Dr. Jürgen Pföhler. Die
Rede hielt der Bundestagsabgeordnete Patrick Schnieder.
Jahresempfang der
MIT Wiesbaden
Neugründung der
MIT Bad Salzuflen
Der Wiesbadener MIT-Vorsitzende Dr. Reinhard Völker (Foto
2.v.l.) konnte auf dem MIT-Jahresempfang den MIT-Bundesvorsitzenden Dr. Carsten Linnemann, MdB (Foto rechts),
begrüßen. Weitere Gäste waren der hessische MIT-Landes-
Mit neuem Schwung und einem
neuen Vorsitzenden startet die
MIT Bad Salzuflen. Der neue
Vorsitzende Jan Gellrich (Foto
rechts) sowie sein Stellvertreter Volker Heuwinkel (Foto
links) konnten bereits am Grün-
vorsitzende Frank Hartmann,
Astrid Wallmann, MdL (Foto
2.v.r.), der Mainzer MIT-Vorsitzende Gerd Schreiner, MdL, der
CDU-Kreisvorsitzende Dr. Oliver
Franz (Foto links) und der CDURatsfraktionsvorsitzende Bernhard Lorenz.
dungsabend erste Neueintritte verzeichnen. Geladen hatten
die MIT Lippe und ihr Kreisvorsitzender Uwe Vieregge (Foto
2.v.r.) in das Unternehmen POS
Tuning, dem Weltmarktführer
für Warenvorschubsysteme.
Modernisierungsfahrplan verabschiedet
Für die Klausurtagung des
MIT-Landesvorstandes Sachsen konnte der MIT-Landesvorsitzende Dr. Markus Reichel
den Staatsminister für Umwelt
und Landwirtschaft, Thomas
Schmidt, MdL, als Gesprächsgast gewinnen, der auch MITMitglied ist. Im Rahmen der
Tagung wurde der „Modernisierungsfahrplan für Sachsen“
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verabschiedet. Wesentliche
Kernforderungen sind etwa ein
effizienter Technologietransfer
und Minimierung von Markteingriffen in den Energiemarkt
durch den Freistaat.
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MIT-INSIDE
NAMEN SIND NACHRICHTEN  33
MIT Lüneburg
Die MIT Lüneburg hat ihren Vorstand im Amt bestätigt:
Peter Luths als Vorsitzender, Volker Bergmann sowie Joachim Schlarmann als seine Stellvertreter, Carmen Hansen
als Schatzmeisterin und Max Manzke als Schriftführer. Der
geschäftsführende Vorstand wird unterstützt von den Beisitzern Wolfgang Kuhn, Patrick Pietruck, Dr. Stefan Porwol, Monika Scherf, Kersten von Borgstede und Manuela
Vossenberg. Christian Köpcke und Lars Volkmann prüfen
die Kasse.
führerin Marita Weisz und als Beisitzer Dieter Klüber,
Sebastian Ebert, Mario Jahn und Josef Vogt gewählt.
MIT Eichenzell
Andreas Blaschke wurde als Vorsitzender der MIT Eichenzell bestätigt. Als seine Stellvertreter wurden Hans Hanne
und Helge Kolb, als Schriftführer Edwin Balzter und als Beisitzer Barbara Klöppner, Rüdiger Neidert, Winfried Fröhlich,
Frank Brüssow, Mathias Hehn und Claus Ullrich gewählt.
MIT Rhön
Der Vorsitzende Lothar Schreiber wurde einstimmig wiedergewählt. Jürgen Diener bleibt stellv. Vorsitzender und
Katharina Schulta-Vogler wurde als Schriftführerin gewählt.
Der Verband Rhön konnte in den letzten zwei Jahren 17
neue Mitglieder gewinnen.
MIT Großenlüder-Bad Salzschlirf
Auf der Mitgliederversammlung wurde Luzia Bickert zur
neuen Vorsitzenden gewählt. Weitere bekannte Mittelständler stehen ihr bei der Vorstandsarbeit zur Seite: Martin Himmelmann als stellvertretender Vorsitzender sowie
Maria Erb, Bernhard Klitsch, Friedrich Meister und Markus
Schwarz als Beisitzer.
MIT Hessisches Kegelspiel
Die Mitglieder der MIT aus Burghaun, Eiterfeld, Hünfeld
und Rasdorf wählten Jürgen Weber erneut zum Vorsitzenden der MIT Hessisches Kegelspiel. Als Stellvertreter wurden Mario Jahn und Mathias Rauschenberg, als Schrift-
MIT Petersberg
Die Mitglieder der MIT Petersberg haben Rolf Krüger als
ihren Vorsitzenden wiedergewählt. Stellvertreter wurde Andreas Kapp und Beisitzer Stefan Darnieder, Winfried Schäfer und Thomas Kircher.
MIT Wilhelmshaven
An die Spitze der MIT Wilhelmshaven wählten die Mitglieder den bisherigen Vorsitzenden Heiko Eibenstein. Neuer Stellvertreter ist der Jungunternehmer Sascha Bechthold. Als Schatzmeister stellte sich Olaf Werner erfolgreich zur Wahl und
mit Andreas Irtz bleibt der bisherige Schriftführer weiterhin im Amt. Als Beisitzer wurden Peter Jaspers, Ulf Bergelt und
Uwe Heinemann gewählt. Foto (v.l.n.r.): Andreas Irtz, Peter Jaspers, Sascha Bechthold, Heiko Eibenstein und Olaf Werner.
MIT Main-Taunus-Kreis
Neuer und alter Vorsitzender der MIT Main-Taunus-Kreis ist Dr. Markus A. Bock. Stellvertretende Vorsitzende wurden Dr.
Vinzenz Bödeker, Dr. Dr. Rolf Glazinski und Phillip Zimmer. Neuer Schriftführer ist Friedrich Fabri. Zu Beisitzern wurden
Alexandra Glazinski, Reinhold Christmann, Frank Haas, Marcus Michel, Hans-Peter Witschel und Gerhard Feege gewählt.
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34 
!
AUF DEN PUNKT GEBRACHT
Es wird einsam um Siggi Pop
Sigmar Gabriel hatte es in der SPD
am leichtesten als er als einziges bedeutendes Amt das des Popbeauftragten der SPD innehatte und ihn
alle noch vergnüglich „Siggi Pop“
riefen. Das ist jetzt zehn Jahre her.
Gut fünf Jahre ist er jetzt schon
SPD-Parteivorsitzender und muss
allmählich schmerzhaft erfahren,
wie man auch in der SPD das Wort
„Feind“ steigert: nämlich Feind –
Todfeind – Parteifreund.
Dass ihm seine Generalsekretärin regelmäßig in den Arm fällt und zumeist die Ahnungslose mimt, wenn
sie auf Äußerungen ihres Vorsitzenden angesprochen wird, mag ja noch
angehen. Auch an die regelmäßigen
Rempeleien seines Parteivizes Ralf
Stegner, zumeist zum Wochenende,
hat man sich gewöhnt.
Nun hat sich auch noch Torsten
Albig, der sonst eher trübe SPDMinisterpräsident von SchleswigHolstein dem „Gabriel bashing“
angeschlossen. Bis man wieder Autogrammkarten eines sozialdemokratischen Kanzlers verteilen könne,
müsse man wohl noch eine Weile
warten, vertraute er der Zeitung „Die
Welt“ an. Kanzlerin Angela Merkel
verkörpere „geradezu idealtypisch“,
was die Deutschen sich in dieser Rolle erwarteten. Es sei schwer,
gegen diesen Idealtypus eine Wahl zu
gewinnen, analysierte Albig und referierte damit parallel genau die Lage
in der Demoskopie.
Nur 12 % der Deutschen würden Gabriel zum Kanzler wählen, mit abnehmender Tendenz. 61 % dagegen
möchten Angela Merkel im Amt bestätigen. Viele in der SPD empfinden
den eigentlich ganz sympathischen
MittelstandsMagazin | 5-2015 | www.mit-magazin.de
Siggi, der zwar ziemlich geräuschlos
seine Rolle als Vizekanzler ausfüllt
aber als potenzieller Gegenkandidat
der Kanzlerin ausfällt, als Hemmschuh. Demoskopisch kommt nämlich die SPD ebenso wenig aus dem
Knick wie ihr Kanzlerkandidat: 42 %
CDU, 23 % SPD, 10 % Grüne, 9 %
Linke, 6 % AfD und 4 % FDP. Keine
Chance also für eine SPD-geführte
Koalition, nicht einmal unter Einbeziehung der Linken. Angela Merkel
könnte sich ihren Koalitionspartner
aussuchen…
Schlagzeilen wie diese müssen Gabriel beunruhigen: „Warten auf
2021“ (FAZ 30.3.15) oder „Erste
Zweifel an Kanzlerkandidatur Gabriels“ („Die Welt 3.4.15). Harte
Zeiten für den Wirtschaftsminister, der auch für den Mittelstand in
Deutschland zuständig ist. Dass sich
diese Zuständigkeit auch in Zuwendung ausdrücken könnte, hat der
Mittelstand bisher nicht bemerkt.
Im Gegenteil. Es tritt offenbar wieder eine Eigenschaft des Vizekanzlers und SPD-Vorsitzenden hervor,
die seine Partei schon lange irritiert,
die er aber wohl unter Kontrolle gebracht zu haben schien: Er macht
sich rar. Auf lange Sicht nimmt er
zahllose Termine an, wenn‘s drauf
ankommt, kneift er jedoch.
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Zu: Leserbrief von Ernst K. Jungk, Mittelstands-Magazin 4-2015
Die Äußerungen von Herrn Jungk sollen und dürfen so nicht unwidersprochen stehen bleiben. Der entscheidende Punkt
beim Thema Energiewende sind doch die Brennelemente, der ganze Atom-Müll und die nicht vorhandenen Endlager.
Endlager, die sicher sind und von denen absolut keine Gefahr mehr ausgeht, auch nicht in Jahrhunderten! Lager für
diesen Zweck werden seit Jahren gesucht, aber immer noch nicht gefunden. Was wir aber wissen, ist, dass täglich, stündlich angereichertes Material entsteht. Kein Klein-, Mittelstands-, oder auch Großunternehmer darf bei der Produktion
Abfälle hinterlassen, die nicht entsorgbar und gefährlich sind. Im Gegensatz zu den Betreibern von Kernkraftwerken!
Dürfen wir vor dem Hintergrund dieser Tatsachen, besonders nach Tschernobyl, Fukushima und den furchtbaren Folgen
das Energie-Gesetz als „Unsinn“ bezeichnen? Nein: Denn das wäre der größte Unsinn. Das Gesetz muss schneller, tatkräftiger, ohne fragwürdige Ausreden umgesetzt werden. Wenn nicht, wird die Politik unglaubwürdig und die Politikverdrossenheit nimmt noch mehr zu. Spätestens dann hat sich die Lobby-Arbeit der Atomindustrie bezahlt gemacht
und trägt für sie gewinnbringende Frucht.
Auch das sollte nicht vergessen werden: Die bisherige Energiewirtschaft war einseitig konzernorientiert. Die neue
Energiewirtschaft ist mittelständisch geprägt, regional orientiert und hochinnovativ.
Konrad Nagler, Regensburg
Einer von vielen, die ihren Betrieb täglich von innen sehen und meint, dabei noch nicht betriebsblind geworden zu sein
Zu: Kopftuchverbot, Mittelstands Magazin 3-2015
Im 13. oder 14. Jahrhundert lebte in Anatolien Nasreddin Hodscha, ein weiser Mann, der für seine paradoxen Geschichten
berühmt war. Eine geht so: Ein Mann, des Lesens unkundig, bekommt einen Brief und bittet den Hodscha, ihn vorzulesen. Der Hodscha tut sein Bestes, kann das Geschriebene aber nicht entziffern. Es ist wohl Arabisch oder Persisch.
„Ich kann es nicht lesen“, erklärt er schließlich, „frag lieber einen anderen.“ „Und du willst ein Gelehrter sein“, sagt
der Mann ärgerlich, „du solltest dich deines Turbans schämen, den du trägst!“ Daraufhin nimmt der Hodscha seinen
Turban ab, setzt ihn dem Mann auf und sagt: „Wenn du meinst, der Turban sei allwissend, dann lies du doch den Brief!“
Das Verfassungsgericht versucht mit seinem Urteil, das pauschale Verbot des Kopftuches an Schulen zu verbieten, sich
in ähnlich weiser Weise aus der Affäre zu ziehen. Das Gericht urteilt, das Kopftuch würde als religiöses Bekenntnis nicht
an sich den Schulfrieden stören, sondern nur dann, wenn die Trägerin sich entsprechend ihrer Religion verhalten würde.
2003 hat sich dasselbe Gericht noch einer Entscheidung verweigert, und zuvor hatte es sich für religiöse Neutralität
an Schulen entschieden.
Das Verfassungsgericht formuliert mit der aktuellen Entscheidung ein Nasreddin Hodscha würdiges Kopftuch-Paradoxon,
auf Deutsch eine Eulenspiegelei. Tatsächlich ist es so, dass islamische Verbände seit Jahrzehnten über die Gerichte
durchzusetzen versuchen, dass ihre religiösen Vorstellungen zur gesellschaftlichen Norm werden. Sie klagen aus religiösen Gründen gegen den Schwimmunterricht von Mädchen, für Gebetsräume an Schulen, wollen das Kopftuch als
Symbol ihrer Religion an Schulen legalisieren.
In Deutschland tragen drei von vier muslimischen Frauen kein Kopftuch, und es ist auch innerhalb des Islam nicht
ausgemacht, ob es eine religiös begründete Prophetentradition oder eine Männersache ist, ihre Frauen vor den
Blicken der Anderen zu verbergen. Der Schleier ist überall da Sitte, wo Männer über Frauen bestimmen, und zu
keiner Zeit ein Symbol von Emanzipation gewesen. Die Befürworter des Urteils in Medien und Politik – es sind vor
allem Männer, für die der Islam eine Art Folklore zu sein scheint – argumentieren, eine offene Gesellschaft müsse
das Kopftuch aushalten. Unsere Gesellschaft kann das, aber kann das muslimische Mädchen oder Frau das auch?
Kennen die Befürworter des Urteils die Mädchen, die nicht in einer offenen Gesellschaft, sondern in „gated communities“
leben? Die ihren Vätern, Brüdern, Onkeln, Cousins, Müttern und Tanten gehorchen müssen. Sie werden kontrolliert,
bewacht und möglichst früh verheiratet. Ihre Community grenzt sich von europäischen Werten wie der Gleichberechtigung der Frauen ab. Gesellschaft folgt. In seiner Wirkung ist das Kopftuch gesellschaftlich selbstausgrenzend. Das
Urteil spaltet und desintegriert.
Leonhard Schmitz
50105 Bergheim
Die Redaktion freut sich über jede Zuschrift, behält sich aber verständlicherweise Kürzungen vor. Dass es sich bei Leserbriefen um Meinungsäußerungen der jeweiligen Verfasser handelt und diese nicht notwendigerweise die Meinung der Redaktion wiedergeben, versteht sich am Rande.
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in der jeweils geltenden Fassung): 3,9 (innerorts), 3,1 (außerorts), 3,4 (kombiniert).
CO2-Emissionen: 88 g/km (kombiniert).
1
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Großkunden mit Ford Rahmenvertrag sowie gewerbliche Sonderabnehmer, wie z. B. Taxi, Fahrschulen, Behörden). 2 Das Technik-Service-Paket enthält Wartungs- und Inspektionsarbeiten sowie alle
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