SVF dreht einen 0:2-Rückstand

MITTELBADISCHE PRESSE
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Dienstag, 2. Juni 2015
LOKALSPORT ARZ
Vorrunde ist Schuld
am TuS-»Super-Gau«
Reiner Lauppe blickt aber optimistisch in die Zukunft
Von F r i tz B i er er
T
rotz einer starken Rückrunde in der HandballSüdbadenliga schaffte
der TuS Helmlingen den direkten Klassenerhalt nicht
mehr. Auch in den Relegationsspielen gegen die SG Köndringen/Teningen II scheiterte der TuS und muss in der
kommenden Saison eine Etage tiefer in der Landesliga
antreten. Die Enttäuschung
im Lager der Rheinauer und
beim Vorstandsvorsitzenden
Reiner Lauppe (Foto) ist
groß, trotzdem ist beim TuSVorstands-Boss eine gewisse Aufbruchstimmung zu erkennen.
■■Wie groß ist die Enttäuschung beim TuS Helmlingen über den Abstieg?
R einer L auppe: Natürlich
ist die Enttäuschung groß,
auch wenn wir uns schon lange darauf vorbereiten konnten. Der Grundstein für diesen »Super-Gau« ist sicher in
der Vorrunde gelegt worden.
Der TuS betreibt schon viele
Jahre einen großen Aufwand,
nicht nur finanzieller Art,
auch in Form aufwendiger
Jugendarbeit. In der Rückrunde standen oftmals sechs
Helmlinger Eigengewächse
gleichzeitig auf dem Parkett.
Gerade deshalb tut der Abstieg so weh.
■■Woran lag es, dass es
gegen die SG Köndringen/
Teningen II in den beiden
Spielen zusammengerechnet nicht reichte?
Lauppe: Die SG Köndringen hat natürlich ein großes
Reservoir an hervorragend
ausgebildeten Spielern, die
größten Teils schon Drittligaerfahrung gesammelt haben
oder noch im letzten Jahr zu
den besten Drittligaspielern
Deutschlands gehörten. Da
hatte es unsere junge Truppe schwer, zumal im Rückspiel mit Fabien Winogrodzki
der erfolgreichste Helmlinger
Torschütze und Abwehrspezialist fehlte. Auch das fehlen
von Florian Baehr und dem
Ungarn Daniel Barta machte sich gerade im Rückspiel
nach der Roten Karte von Marius Wagner stark bemerkbar
und konnte nicht mehr kompensiert werden.
■■Wie geht es weiter?
Werden viele Spieler den
TuS nach dem »Sturz« in
die Landesliga verlassen
oder versucht man den Kader zu erhalten und sogar
noch zu verstärken?
Lauppe: Die Mannschaft
bleibt im Wesentlichen
zu-
sammen. Die beiden Ungarn
Zoltan Ponyi und Daniel Barta sowie Torhüter Lotfi Hamadi werden den Verein verlassen. Mike Reichenberger
kehrt vom Oberliga-Absteiger TV Oberkirch zu seinem
Heimatverein zurück. Es wir
also ein eingespieltes Team
versuchen, den sofortigen
Wiederaufstieg zu realisieren.
■■Mike Reichenberger
kehrt vom TV Oberkirch
zurück – eine Verstärkung?
Lauppe: Mit Mike Reichenberger kehrt ein Helmlinger
Eigengewächs in seinen Heimatverein zurück. Er ist trotz
seines Alters bereits jetzt
ein Vorbild und eine Bezugsperson für viele Helmlinger
Nachwuchsspieler. Er wird
dem Angriffsspiel noch mehr
Durchschlagskraft verleihen.
Nach Marc Müller werden
weitere Nachwuchsspieler im
Laufe der Vorrunde zum Kader der ersten Mannschaft
stoßen und sowohl defensiv,
wie auch in der Offensive den
Kader verstärken.
■■Werden auch einige
A-Junioren Spielpraxis in
der »Ersten« bekommen,
zumal der Sprung von der
Jugend-Südbadenliga in
die Landesliga nicht so
groß ist?
Lauppe: Ein gutes Beispiel
sind die beiden Fritz-Brüder, die im letzten Jahr noch
in der Bezirksklasse sieben
bis acht Tore warfen, in der
Südbadenliga aber schnell
ihre Grenzen aufgezeigt bekamen. Erst unter Dragi Paunovic entwickelten sie sich
weiter und sind nun zum Ende der Saison gestandene Südbadenligaspieler, die sich vor
niemandem verstecken brauchen. Aber auch Marc Müller,
als B-Jugendspieler gehörte
er seit seiner Freimachung in
der Abwehr zur Stamm-Sieben und zwang Mannschaften wie Altenheim oder Muggensturm in die Knie. Aber
natürlich kommt den Nachwuchsspielern aus der A-Jugend, die allesamt dem jüngeren Jahrgang angehören, ein
Start in der Landesliga entgegen. Im Laufe des nächsten
halben Jahres werden vier
bis fünf von ihnen den Kader
der ersten Mannschaft verstärken.
■■Ist das sportliche Ziel
der kommenden Saison der
Aufstieg bzw. die Rückkehr in die Südbadenliga?
Lauppe: Nachdem in der
Rückrunde die Ligatauglichkeit eindrucksvoll unter Beweis gestellt wurde und die
Mannschaft im wesentlichen
zusammen bleibt, bzw. sogar
noch verstärkt wird, ist natürlich das Ziel der sofortige
Wiederaufstieg. Auch wenn
noch nicht klar ist, wie sich
die beiden Staffeln zusammensetzen, wird das Helmlinger Team alles versuchen, die Zielvorgaben der
Verantwortlichen mit einer
eindrucksvollen Saison umzusetzen.
TuS-Vorstands-Vorsitzender Reiner
Lauppe: »Das Ziel ist der sofortige
Wiederaufstieg.
Foto: Fritz Bierer
Redaktion Lokalsport
Fritz Bierer (fb) •Telefon 0 78 02 / 30 00
Fax 0 78 02 / 70 05 40 • E-Mail: fritz.bierer@reiff.de
Fünf Stammspieler verlassen Verbandsligist SV Linx
Rheinau-Linx. Der vergangene Samstag war für den
SV Linx nicht nur der Tag
der verpassten Meisterschaft, sondern auch des
Abschiedes. Vor dem Spiel
gegen den FC Bad Dürrheim
(3:2) verabschiedeten der
Vorsitzender Fritz Wendling
und Spielleiter Patrick Ehle
fünf Spieler und Co-Trainer
Bernd Schäfer. Schäfer
war bereits erfolgreicher
Ober- und Verbandsligas-
pieler in Linx und zuletzt
zweieinhalb Jahre Co-Trainer.
Neuer Co-Trainer beim SV
Linx wird Stéphane Cloirec,
der Ex-Profi vom Racing
Straßburg, aber auch schon
beim SV Oberachern und SV
Oberkirch tätig war. Wehmut
kaum auch bei den beiden
Nordbadener Faruk Karadogan und Nico Westermann
auf, die zum SV Kuppenheim
zurückkehren. »Nico Westermann wird uns fehlen«,
trauert Trainer Harald Heck
dem quirligen Stürmer nach.
Allroundspieler Geoffrey
Joly kehrt ins Elsass zurück
Dominic Truisi und Luigi
Filareti werden mit dem SV
Stadelhofen in Verbindung
gebracht. Endgültig Schluss
ist bei Pascal Kientz aus
beruflichen Gründen. Als
Neuzugänge stehen fest:
Torben Rapp (SV Freistett),
Felix Almansa (VfR Willstätt),
Yunus Beyaz (FC Lichte-
nau), Narek Sermanoukian
(SC Offenburg), Alexi Djilali
(Racing Straßburg U19), Vincent Angelino und Benjamin
Fuchs (ASP Vauban) Valentin
Froeliger (AS Holtzheim).
– Von links: Luigi Filareti,
Dominic Truisi, Nico Westermann, Faruk Karadogan,
Geoffrey Joly, Bernd Schäfer,
Manager Patrick Ehle und
Vorsitzender Fritz Wendling.
Es fehlt Pascal Kientz. Foto: Dieter Heidt
SVF dreht einen 0:2-Rückstand
Aus den Fußball-Bezirksligen: FSV Kappelrodeck gewinnt ein brisantes Duell und bleibt in der Liga
Bezirksliga Offenburg
Fautenbach endgültig
auf sicherer Seite
SV Fautenbach – FV Bodersweier 3:2 (0:2): Mit die-
sem Sieg hat der SV Fautenbach den Klassenerhalt
endgültig in »trockenen Tüchern«, die Gäste müssen noch
auf fremde Hilfe hoffen. Viel zu
nervös und mit zu vielen Fehlpässen brachten die »Rothosen« zunächst die Gäste ins
Spiel und so war es das Team
von Christian Faulhaber, das
in Führung ging. Baumert
schoss einen Freistoß aus 25
Metern Richtung Tor der Gastgeber und Kraemer fälschte
den Ball im Strafraum noch ab,
so dass er unhaltbar im Netz
landete. Der SVF schien nun
völlig von der Rolle zu sein und
so konnte Wunderlich wenige Minuten später auf 2:0 erhöhen. Nach einer halben Stunde
hatte auch Fautenbach die erste nennenswerte Gelegenheit
durch Christian Coratella.
Kurz vor dem Pausenpfiff
kassierte Fautenbachs Borrelli nach einer Tätigkeit die
Rote Karte, die Hausherren
spielte danach 45 Minuten in
Unterzahl. Während Boucena und Haas zunächst nur
knapp scheiterten, hatte Baumert auf der Gegenseite die
Entscheidung auf dem Fuß,
doch Jülg hielt nicht nur den
Ball mit einer starken Fußabwehr fest, sondern auch sein
Team im Spiel. Ab der 83. Minute kam dann der große Auftritt der Gastgeber. Zunächst
traf Spielertrainer Christian
Coratella mit einem Freistoß
zum 1:2. Nur fünf Minuten später leitete Boos mit einer herrlichen Spieleröffnung auf Mark
den nächsten Angriff ein und
Angrick erzielte das 2:2. Aufgrund der Zwischenstände aus
Zell und Kirnbach brauchte
Fautenbach jedoch einen weiteren Treffer um den Nichtabstieg zu besiegeln. Zunächst
traf Haas nur die Latte. Aber
in Minute 90 setzte Vollmer
Hoppe in Szene, der den Ball an
Schlussmann Britz vorbei ins
Netz schob und damit den endgültigen Nichtabstieg besiegelte. all
Bezirksliga Baden-B.
Kappler gewinnen
»brisantes Duell«
FSV
Kappelrodeck-Waldulm – SV Weitenung 1:0
(0:0): Normalerweise sollten
40 Punkte reichen, den Abstieg zu vermeiden, aber hätte
der FSV dieses Spiel verloren,
wäre aufgrund der Spielergebnisse auf den anderen Plätzen
genau diese Situation eingetreten. So entpuppte sich diese letzte Partie der abgelaufenen Runde auf heimischem
Terrain gegen die ebenfalls ab-
dann trotz leichter Feldüberlegenheit der Schindler-Elf nicht
mehr viel bis zum Pausenpfiff.
Weitenung kam zur zweiten Hälfte wesentlich motivierter aus der Kabine, versuchte Druck zu erzeugen und
mehr in die Offensive zu investieren. Gleich drei Eckstöße in
Folge brachte ihnen aber nicht
den nötigen Erfolg, im Gegenteil, nun lösten sich die Gastgeber aus der Umklammerung
und erzielten in der 54. Minute durch den an diesem Tag gut
aufgelegten Daniel Matt durch
energisches Nachsetzen das
zunächst erlösende 1:0. Nach
einer nun folgenden zehnminütigen starken Phase ließen
die Achertäler dann unerklärlicherweise die Zügel wieder
schleifen. Vor allem bei Standards wie Eckbällen und Freistößen musste die Kappler Abwehr danach einige Male auf
der Hut sein, um den Ausgleich
zu vermeiden. In der 78. Minute
hätte Tobias Müller nach guter
Vorarbeit von Ahmet Simsek
den Sack zumachen können,
wenn nicht müssen, als er frei
vor Weitenungs Torwart auftauchte.
Am Ende musste der SV
Weitenung, bis weit in die
Rückrunde hinein noch im
oberen Tabellendrittel mitspielend, nun den bitteren Weg in
die Kreisklasse A gehen. gab
Clemens Schindler und seine Kappelrodecker könnten
für weitere Bezirksliga-Saison
planen.
Gäste treffen in der
Nachspielzeit
stiegsgefährdeten Weitenunger als brisantes Duell. Diese
Konstellation prägte das Spiel
beider Teams über weite Strecken der ersten Halbzeit. Nach
einer Anlaufzeit von ca. einer
Viertelstunde waren es dann
doch die Gastgeber, die mehr in
das Offensivspiel investierten
und sich zwischen der 13. und
28. Minute durch ihre Goalgetter Daniel Matt und Dennis Piga erste Chancen erarbeiteten. Anschließend tat sich
schluss einer spannend verlaufenen
Bezirksligasaison
handelte sich der SV Sasbach die einzige Heimniederlage der Rückrunde ein. Die
Begegnung mit dem Aufsteiger wurde für die Platzherren
zur Schwerarbeit. In der Begegnung auf Augenhöhe bekamen die Gastgeber schnell die
Entschlossenheit der Grajewski-Schützlinge zu spüren. Auf
der Gegenseite boten die Muggensturmer einen guten Kom-
SV Sasbach – FV Muggensturm 2:3 (0:1): Zum Ab-
binationsfußball. Eine erste gute Strafraumszene gab es
erst in der 27. Minute bei einem
Kissner-Kopfball zu notieren.
Als man sich schon auf einen
torlosen Pausenstand eingerichtet hatte, schlug der FVM
zu: Einen Freistoß in der Nähe des linken Strafraumeckes
hämmerte Patrick Klass unhaltbar für SV-Keeper Fabian
Dürr in den oberen Torwinkel
(42.).
Diese Führung stärkte noch
das Selbstbewusstsein des Aufsteigers, und dieses wurde
noch forciert durch den einzigen Fehler von SV-Keeper Fabian Dürr, der im Herauslaufen zu wenig Entschlossenheit
zeigte und gegen Julian Grossmann den Ball nicht aus der
Gefahrenzone brachte, der
dann keine Mühe hatte (48.), locker zum 0:2 einzuschießen.
Von diesem Zeitpunkt an
spielte sich das Geschehen
weitgehend in der Hälfte der
Gäste ab. Dabei verlor allerdings nach Meinung der SVSVerantwortlichen der Schiedsrichter etwas die Übersicht,
versagte den Hausherren auch
einen Elfmeter. Im Mittelpunkt
der Schlussphase stand hauptsächlich FVM-Keeper Jörger.
Den
verdienten Anschlusstreffer in der 77. Minute leitete Martin Resch ein, als er das
Leder von der Torlinie aus in
den Strafraum hob und Arthur Kissner mit tollem Kopfball gegen die Laufrichtung
von Jörger erfolgreich war. In
der nachfolgenden Drangphase der Platzherren gab es binnen weniger Minuten hochkarätige Chancen. Erneut Arthur
Kissner war es, der in der 85.
zum 2:2-Ausgleich erfolgreich
war. Kurz vor Ende der regulären Spielzeit wurde es hektisch: Erst sah Christian Unser
(FVM/88.) die Ampelkarte und
nur zwei Minuten später musste auch Kissner nach der GelbRoten Karte vom Platz. In der
Nachspielzeit traf Julian Großmann dann doch noch zum 2:3
für Muggensturm.
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