Was heißt hier glücklich? Monika Maron

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nr. 184
zum mitnehmen april | 2015
Freies Geistesleben
Urachhaus
Das Lebensmagazin
Was heißt
hier glücklich?
im gespräch
Monika Maron
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Typisch Tulle-Zwerge!
Paul Biegel
Paul Biegel
Die Abenteuer der
Tulle-Zwerge
Virgilius
Virgilius Tulle
Tulle
auf Tortenjagd
Klein Pier und Buckeldieter, Klotz und Zwirn
und die anderen 96 Tulle-Zwerge leben auf
der Heide. Fröhliche Geschichten begleiten
sie durch Alltag und gemütliche Feste, durch
immer neue Gefahren und wunderbare
Rettungsaktionen, sei es in der Bienenstadt,
im Kaninchenbau oder auf dem Fernen Feld.
Und bald ist klar: Die Tulle-Zwerge lassen
ihre Freunde niemals im Stich! Und am allerwenigsten Klein Pier, der großherzigste
von allen.
Virgilius Tulle will einfach nur zum Bäcker,
eine Torte holen. Doch das wird ein erdrutschartiges Abenteuer, bei dem er aus einer
Bedrängnis in die nächste gerät. Wie konnte
er bloß vergessen, dass die Menschen
Zwerge nicht einfach ihrer Wege ziehen
lassen? Paul Biegel bietet erneut eine pfiffig
gewürzte Kostprobe seiner großartigen
Erzählkunst. Mies van Hout hat fröhliche,
herzerwärmende Illustrationen dazu
geschaffen.
Paul Biegel: Die Abenteuer der Tulle-Zwerge | 127 Seiten, geb. | € 12,90 (D) | ab 4 Jahren | ISBN 978-3-8251-7802-4
Paul Biegel: Virgilius Tulle auf Tortenjagd | 112 Seiten, geb. | € 13,90 (D) | ab 6 Jahren | ISBN 978-3-8251-7808-6
Beide Bände: Mit farbigen Illustrationen von Mies van Hout | Aus dem Niederländischen von Eva Schweikart
«So muss ein Zwergenbuch für die Jüngsten sein: mit kleinen Abenteuern zum
Vorlesen, in denen sich alle gegenseitig helfen und bunten, wirklich niedlichen
Illustrationen!» Ulrike Schmoller, www.litterrula.de zu Die Abenteuer der Tulle-Zwerge
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editorial 03
Titelfoto: Wolfgang Schmidt zu unserem Gespräch mit Monika Maron
So oder so
« Was ist so ein Ich eigentlich», fragt sich Ruth, die Ich-Erzählerin in Monika Marons zuletzt
erschienenem bemerkenswerten Roman Zwischenspiel. «Was ist so ein Ich eigentlich, dachte ich, wenn
dem alten Ich das junge so fremd ist, als gehörte es gar nicht zu ihm.Wo bleiben die ganzen Ichs überhaupt, die man in seinem Leben war und denen man das letzte immerhin verdankt?»
Als ihr diese Fragen in den Sinn kommen, bereitet sich die sechzigjährige Ruth vor auf den Gang
zum Begräbnis ihrer älteren Freundin, Olga, der Mutter desjenigen Mannes, den Ruth kurz vor der
geplanten Hochzeit im Stich ließ, weil sie sich überfordert fühlte, neben der gemeinsamen kleinen
Tochter noch das behinderte Kind aufzunehmen, das ihr Bräutigam aus einer früheren Verbindung
mit in die Ehe bringen würde. Mit Olga hält sie jahrzehntelang die Verbindung aufrecht, doch mit
Bernhard, ihrem Bräutigam und Vater ihrer Tochter, bricht sie. Da trägt sie Schuld. Aber wie hängt sie
heute mit derjenigen zusammen, die sie damals bei ihrer schwerwiegenden Entscheidung war? Eher
fühlt sie sich mit dem Ich ihrer Kindheit verbunden als mit dem Ich ihrer frühen Erwachsenenjahre.
Wie hängen diese vielen verschiedenen Ichs eines Lebens zusammen, welche Identität ist in ihnen
auszumachen? Solche Gedanken gehen Ruth durch die Seele, als sie sich bereit macht, zum Begräbnis
zu fahren. Und dann ist Olga da. Olga selbst steht bei ihr in der Wohnung, spricht mit ihr, der
Agnostikerin und Ungläubigen in allem, was ein Leben nach dem Tod betrifft. Und sie sprechen
miteinander, auch über die abgebrochene Hochzeit und über Ruths Untat.
«Ich habe mich furchtbar gefühlt und geschämt», gesteht Ruth.
«Du hast dich schuldig gefühlt, aber dann bist du trotzdem gegangen. Ich habe dich für deinen Mut
bewundert», erwidert ihr Olga.
«Olga sah mich lange an, als suche sie in meinem Gesicht nach den Spuren, die meine Entscheidung
hinterlassen hatte, sagte dann: Weißt du, Schuld bleibt immer, so oder so.»
Und ohne Schuld ist vielleicht gar kein Ich möglich. Es gibt Momente im Leben, in denen wir so oder
so entscheiden können und müssen, Entscheidungen treffen, die für das Werden unseres Ichs wesensbestimmend sind, die uns aber auch schuldig werden lassen – so oder so.
Von Herzen grüßt Sie in diesem Frühling
Ihr Jean-Claude Lin
Liebe Leserinnen,
liebe Leser,
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inhalt | impressum
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« Meine Erfahrung ist auch, dass ich anders
denke, wenn ich liege, als wenn ich sitze.
Manchmal, wenn ich beim Schreiben
überhaupt nicht weiterkomme, lege ich
mich hin – und merke, dass ich anfange,
anders zu denken. Ich weiß nicht, warum
das so ist, es ist aber so.»
Monika Maron
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| im gespräch ab Seite 6
im gespräch | Man denkt anders, wenn man schreibt
Monika Maron im Gespräch mit Doris Kleinau-Metzler
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augenblicke | Wie werden wir wohnen, wie wollen wir wohnen?
Herausgeber:
Jean-Claude Lin
geheimtipp | Ernsthafter Humor in spielerischer Höchstform
Redaktion:
Jean-Claude Lin (verantwortlich)
Maria A. Kafitz (& Layout)
mama müller – es muss ja! | Rosa oder Riesenschlange?
von Birte Müller
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thema | Was heißt hier glücklich?
von Jörg Ewertowski
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mensch & kosmos | Dem Leben Tiefe verleihen
von Wolfgang Held
24
sprechstunde | Der Olivenbaum – Sonnengeneigter Begleiter
von Markus Sommer
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a tempo – Das Lebensmagazin
der Verlage Freies Geistesleben und Urachhaus
www.geistesleben.com | www.urachhaus.de
von Ralf Lilienthal
von Ulrich Meier
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impressum
serie: werte der kindheit | Konfliktfähigkeit
von Christiane Kutik
Redaktionsanschrift:
a tempo | Landhausstraße 82 | 70190 Stuttgart
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Druck: Körner Druck / Sindelfingen
die weiteren seiten der zeit
editorial 03 I kalendarium 20 I am schreibtisch 26 I weiterkommen 27 I literatur
für junge leser 30 I mein buntes atelier 31 I eine seite lebenskunst 33 I preisrätsel /
sudoku 34 I kulturtipp 35 I suchen & finden 36 I ausblick / buchhandel 38
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© 2015 Verlag Freies Geistesleben & Urachhaus GmbH
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Alfred Bergel – Künstler im Holocaust
Anne Weise
ALFRED BERGEL
Skizzen aus einem vergessenen Leben
Wien
Theresienstadt
Auschwitz
Alfred Bergel (1902 – 1944) war ein Künstler und Zeichenlehrer aus
Wien. 1942 wurde er von den Nationalsozialisten nach Theresienstadt
deportiert. Dort inhaftiert, fertigte er zahlreiche künstlerische Werke
über die Insassen des Ghettos an und unterrichtete Kinder und
Jugendliche in Zeichnen, Kunstgeschichte und Kunstbetrachtung.
Er gehörte zu den zentralen Persönlichkeiten des kulturellen Lebens
im Ghetto Theresienstadt, bis er 1944 im Konzentrationslager
Auschwitz ermordet wurde.
Wer war Alfred Bergel, der 1944 in Auschwitz ermordet
wurde? Anne Weise gelingt eine eindrückliche Biografie
des jüdischen Künstlers. Zahlreiche Erinnerungen von
Freunden und Zeitgenossen, ergänzt durch Dokumente und
Bilder, geben Einblick in sein persönliches Schicksal.
Freies Geistesleben
Freies Geistesleben : Wissenschaft und Lebenskunst
Anne Weise: Alfred Bergel. Skizzen aus einem vergessenen Leben. Wien – Theresienstadt – Auschwitz. | Hrsg. vom Karl König Institut. | 270 Seiten,
mit zahlr. Fotos und Abb., gebunden mit SU | € 39,90 (D) | ISBN 978-3-7725-1942-0 | www.geistesleben.com
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Man denkt anders,
wenn man schreibt
Monika Maron
im Gespräch mit Doris Kleinau-Metzler | Fotos: Wolfgang Schmidt
Wenn wir einen Roman lesen, wollen wir gut unterhalten werden. Zugleich erleben wir manchmal, dass lesend etwas in uns anklingt: Wunschträume, Lebensfragen,
Ängste. Sie sind gleichsam zwischen den Zeilen mit hineingeschrieben worden. Auch die Berliner Schriftstellerin Monika Maron, die bis 1988 in der DDR lebte, umkreist
in ihren Romanen hintergründig Lebensprobleme ihrer Figuren und erzählt zugleich Zeitgeschichte. 1981 erschien ihr erster Roman «Flugasche», der die Umweltproblematik in Bitterfeld/DDR und den Anspruch einer Reporterin, darüber die Wahrheit zu schreiben, thematisiert. Dass es nicht einfach mit «der Wahrheit» ist und
was hinter dem Gefühl steht, dass ein Text «nicht stimmt», beschreibt sie Jahrzehnte später in «Wie ich ein Buch nicht schreiben kann und es trotzdem versuche»
(Frankfurter Poetikvorlesung, 2005). Dabei öffnet Monika Maron mit selbstkritischen Überlegungen und feinem Humor den Blick für den mühseligen Weg, bis ein Roman
entsteht. Und diese Wege und Sackgassen des Schreibens sind nicht so fern von denen, die wir kennen − zwischen Hochstimmung und Zweifeln, Scheitern und Neubeginn.
Doris Kleinau-Metzler | Frau Maron, in Ihren Poetikvorlesungen
DKM | Dieses Gefühl, dass etwas «nicht stimmt» oder man vergessen
sagen Sie: «Nicht zu wissen, ob ich kann, was ich mir vorgenommen
habe, scheint überhaupt zu den wichtigen Voraussetzungen des
Schreibens zu gehören …» Zuzugeben, etwas nicht zu wissen,
nicht zu können, ist ungewöhnlich, denn wir haben eine gute Ausbildung, sollen und wollen Leistung erbringen. Und Sie sprechen
vom «Nicht-Wissen». Warum, Sie sind doch eine erfolgreiche
Schriftstellerin?
Monika Maron | Der Erfolg als freie Schriftstellerin ist ein Ergebnis
und nicht planbar wie bei anderen Berufen; was ich meine, ist das
Schreiben selbst. Beim letzten Buch Zwischenspiel habe ich es
wieder erlebt: Ich hatte mich weit vorgearbeitet bis zu der
Beerdigung, die in dem Buch stattfinden soll, war dann sozusagen
auf dem Friedhof, traf dort die ganze Familie wieder. Dann habe ich
gedacht: Was will ich eigentlich in dieser langweiligen Gesellschaft?
Das ist eine dröge Geschichte – so kann ich nicht erzählen, was
ich eigentlich erzählen will. Schon beim Schreiben fand ich es
zunehmend langweilig. Plötzlich merkt man: Etwas stimmt nicht.
Ich brauche etwas anderes, eine andere Idee. Vielleicht stimmt die
Erzählstimme für diese Geschichte nicht, also ob ich in der ersten
Person als «ich» oder in der dritten Person über Frau XY erzähle.
Wie ich das merke, darüber kann ich nicht klar und eindeutig
reden, das ist ein Gefühl. Darin drückt sich mein Spannungsverhältnis zu der Geschichte, zu dem Text aus – und wenn etwas
zu straff oder zu locker gespannt ist, stimmt es eben nicht.
hat, um was es «eigentlich» geht, kennt mancher. Dem nachzugehen
kann heißen: Ich bin an einer Anforderung gescheitert.
MM | Scheitern ist ja ein permanenter Lernprozess.Wenn ich etwas
versuche und es endet nicht nur in einer Katastrophe, ist das im
Rückblick eine Zäsur und damit etwas, woraus man lernt und
klüger wird. Scheitern beim Schreiben heißt vor allem: etwas
wahrnehmen und etwas verstehen. Wirklich verstehen, sodass ich
etwas ändern will, kann ich erst, wenn ich beim Lesen meines
Textes feststelle: Der Text stimmt nicht. Deshalb muss ich einen
anderen Weg suchen und gehen. Die Hoffnung und die
Erfahrung ist aber, dass der zweite Versuch besser funktioniert −
oder der dritte ... Zweifeln und Scheitern sind wichtige
Lehrmeister im Leben.
DKM | Auch ein erfolgreiches und gutes Buch ist demnach das
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Resultat eines Scheiterungsprozesses. Was heißt «Schreiben» für
Sie? In den Poetikvorlesungen sagen Sie: «Ich habe angefangen zu
schreiben, was ich nicht so einfach sagen kann.»
MM | Ja, ich kann mich schriftlich besser ausdrücken als mündlich.
Man denkt natürlich mündlich anders, als man schreibt, denn man
hat schreibend für den Satz, der aus dem vorherigen folgt, lange
Zeit. Man kann denkend und schreibend einen Gedanken auf ganz
andere Art verfolgen als in einem Gespräch – und kann sich anders
in ein Thema, ein Gefühl versenken. Im Augenblick des Schreibens
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Monika Maron
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spaltet man sich ein Stück ab von der aktuellen Wirklichkeit, was
man in einem Gespräch oder Interview nicht kann. Wenn ich
versuche, zum gleichen Thema etwas zu sagen, ist das immer viel
oberflächlicher – außer ich habe einen Satz, den ich mir lange überlegt und aufgeschrieben habe, noch im Kopf. Meine Erfahrung
ist auch, dass ich anders denke, wenn ich liege, als wenn
ich sitze. Manchmal, wenn ich beim Schreiben überhaupt nicht
weiterkomme, lege ich mich hin – und merke, dass ich anfange,
anders zu denken. Ich weiß nicht, warum das so ist, es ist aber so.
DKM | Sie schildern Denken und Schreiben als einen lebendigen,
vielschichtigen Prozess mit sich selbst: «Als ich meinen Roman
Endmoränen beendet hatte, fragte ich mich, was mich nun am
meisten interessiert.» Gibt es bestimmte Themen, die Sie zum
Schreiben ziehen?
MM | Wenn man sich erst einmal in den Beruf des Autors hineinbegeben hat, schreibt man sein erstes Buch meist über etwas,
was sich in einem angesammelt hat, vielleicht Wut über etwas,
je nach Persönlichkeit. Danach fängt das eigentliche Arbeiten als
Schriftstellerin an.Wenn man so schreibt wie ich, heißt das, dass ich
mir den nächsten Fokus suche, um den ich mich versammle – wozu
ich Material suche und mir eine Geschichte denke. Das passiert in
vielen einzelnen Schritten. Und da ich nicht über das schreibe, was
ich weiß, versuche ich herauszufinden, was ich nicht weiß. Das läuft
für mein Schreiben auf die Frage hinaus: Was interessiert mich
zurzeit am meisten und was will ich wissen? Was ist für mich ein
Thema, das mich zwar sehr bewegt, in dem ich aber zu keinem
Schluss gekommen bin? Es geht dabei nicht allein um mich, sondern meist sind es eher empirisch-philosophische Fragestellungen.
DKM | Können Sie ein Beispiel nennen?
MM | Bei dem Buch Die Überläuferin habe ich mit meiner Familie
noch in der DDR gelebt und wollte mich wohl über das demütigende Gefühl, nicht frei zu sein, trösten. In dem Buch geht es um
eine Frau, die sich entscheidet, dass sie nicht mehr laufen kann,
sich aus der Welt zurückzieht und eine Fantasiewelt aufbaut. Um
den Preis des Nicht-gehen-Könnens baut sie sich eine Art inneren
Freiraum auf. Meine These war, dass man auch ohne äußere
Freiheit frei sein kann. Diese These versuchte ich in dem Buch zu
beweisen – kam aber zu dem gegenteiligen Ergebnis.
Oder in dem Buch Stille Zeile sechs, das ich anfing, als ich noch in
der DDR lebte, war die Frage: Warum bin ich eigentlich noch
hier? Als ich auf Seite fünfzig war, dachte ich: Ich bin noch hier,
weil ich nicht verloren haben will. Dann haben wir beschlossen,
dass wir gehen, und ich habe das Buch noch mal von vorne angefangen. Als die Mauer fiel, habe ich es nochmals von vorne angefangen. Unser Leben, mein Leben, hängt eng mit den Verhältnissen
zusammen, in denen wir leben.
DKM | Was beschäftigt Sie derzeit im Zusammenhang mit dem
Schreiben eines Buches?
MM | Im Augenblick brauche ich aus irgendeinem Grund
die Vermittlung durch Tiere, um die Menschen überhaupt
noch zu verstehen. Ich finde es interessanter, über das Menschenleben nachzudenken in Bezug auf das Tier – es muss auch nicht
immer ein Hund sein, der ja domestiziert ist. Das geht mir nun
schon seit zwei Büchern so. Schließlich ist der Mensch auch Tier,
ein Tier mit Verstand. Wir haben den Tieren ja lange keine
Intelligenz zugestanden, aber nun wissen wir, dass unser Genom
sich nur in zwei oder drei Prozent von den entwickelten
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SE L M A
L AGE R LÖF
A
DIE
LÖWENS KÖLDS
Urachhaus
Ein literarisches
Schauermärchen
Säugetieren unterscheidet, und wir sehen die Tiere mit anderen Augen und lernen dabei auch etwas
über uns selbst. Wir leben mit Tieren in den Städten, weil sie hier besser leben können – wie hier
in Berlin die Wildschweine, Füchse und Krähen. Auf dem Land ist es für sie eher ungemütlich, und
sie finden in der leergeräumten, auf industrielle Landwirtschaft ausgerichteten Landschaft in
Norddeutschland und Brandenburg keine Nahrung und keinen Schutz.
DKM | In einer Rede zur Verleihung des Erich-Fried-Preises an die Schriftstellerin Judith Hermann sagen
Sie: «Eine Sehnsucht, die ihren Gegenstand nicht kennt, eint die Figuren in Judith Hermanns
Erzählungen.» Sehnsucht erkenne ich auch in der Frau, die Sie in den Endmoränen schildern, eine
Sehnsucht, die nicht eindeutig ist.
MM | Sehnsucht bezieht sich entweder auf Vergangenes, das die Kindheit kennt oder ein früheres
Glück − oder es ist die Sehnsucht nach dem Paradies, eine Fantasiewelt also. Aber Glück ist, wie wir
wissen, flüchtig − und doch will man dieses Glück, wenn man es einmal empfunden hat, immer
wieder. Wahrscheinlich macht es uns am glücklichsten, nach dem Glück zu suchen … Die
Menschen werden in unserer Gesellschaft in eine durchkalkulierte Welt geboren – in eine Welt, in
der alles geplant ist bis zum Lebensende: die beste frühkindliche Förderung, die besten Schulen, eine
gute Ausbildung, ein gutes Gehalt, dann eine sichere Rente. Die Rentabilität des Menschen ist
berechnet und wird erwartet. Seltsam, dass mich das an mein Buch über die Situation in der DDR
erinnert, an Die Überläuferin … Es ist deprimierend, wenn ich Fünfundzwanzigjährige darüber
reden höre, was mal aus ihrer Rente wird. Einerseits kann man es verstehen, andererseits: Was ist
das Leben? Offensichtlich gibt es aber eine Sehnsucht nach «mehr», nach dem Unvorhersehbaren,
nicht Geplanten, nach dem Risiko der Freiheit. ■
Von Monika Maron erschienen u.a. die Bücher «Die Überläuferin» (1986), «Stille Zeile sechs» (1991), «Pawels
Briefe» (1999), «Endmoränen» (2004), «Zwischenspiel» (2013), alle im Verlag S. Fischer: www.fischerverlage.de
Wie magisch von dem Schmuckstück
angezogen, rauben der Bauer Bård
Bårdsson und seine Frau einen Ring aus
dem Grab des Generals Löwensköld –
und ziehen damit einen schrecklichen
Fluch auf sich, der nicht einmal mit dem
grauenhaften Tod der Bårdssons endet …
Noch viele Generationen ringen um ihr
Lebensglück und dasjenige ihrer Liebsten,
unheimlichen Mächten trotzend, die ihr
Schicksal zu lenken scheinen.
Die Löwensköld-Trilogie gilt als das
reifste Werk Selma Lagerlöfs. In ihr
vereint sich die mythische Sage von
dem Fluch, der auf dem Ring des
Generals Löwensköld liegt, mit den
Lebensgeschichten von Charlotte
Löwensköld und Anna Svärd.
Selma Lagerlöf: Die Löwenskölds:
Der Ring des Generals | Charlotte Löwensköld |
Anna, das Mädchen aus Dalarne
Mit einem Nachwort von Holger Wolandt
Aus dem Schwed. von Marie Franzos und Pauline
Klaiber-Gottschau | 720 Seiten, gebunden mit SU
€ 24,90 (D) | ISBN 978-3-8251-7912-0
Jetzt neu im Buchhandel! | www.urachhaus.de
auch als e-Book erhältlich
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10 | 11 augenblicke
Wie werden wir wohnen?
Wie wollen wir wohnen?
von Ralf Lilienthal (Text) & Wolfgang Schmidt (Fotos)
« Mehrgenerationenwohnen» – ein Thema das durch die
Medien geistert und durch die Köpfe, zumal immer
mehr Köpfe in diesem Land grau werden, immer mehr
Menschen sich von Altersarmut und Einsamkeit bedroht
fühlen und es tatsächlich auch sind. Die Suche nach
einem Beispiel für gelungenes Miteinanderleben über
die Alters- und Einkommensgrenzen hinweg führte
nach Weimar, einer Stadt, deren Ruf als Pensionärsrefugium und Altersruhesitz mindestens so alt ist wie
das Goethe-Schiller-Denkmal auf dem Theaterplatz.
▲
WohnStrategen – dass die Thematik vielschichtig und kompliziert
sein könnte, lässt schon der Name erahnen. Bei der Suche nach
einer «Muster-Mehrgenerationen-Anlage» waren sie die Scouts, die
durch den Dschungel der Möglichkeiten führten. Als thüringische
Regionalstelle des deutschlandweit agierenden Forums gemeinschaftliches Wohnen kennen die WohnStrategen die diversen Organisations-,
Bau- und Finanzierungsformen, denen man auf diesem Feld
begegnen kann. Und sie kennen «Wohn-Gemeinschaftsanlagen»
in allen Stadien der Realisierung. «Schauen Sie sich in Weimar
das Projekt An der Sackpfeife an. Die haben fast zwanzig Jahre
Erfahrungen mit dem Thema – auch wenn sie damals nicht ausdrücklich als ‹Mehrgenerationen-Projekt› angetreten sind.» Und so
sitzt der Reporter an einem frostigen Wintertag im Gemeinschaftshaus einer eher unauffälligen, kompakt gebauten Wohnsiedlung
im Grüngürtel der ehemaligen Residenzstadt an der Ilm. Im Gespräch zunächst mit Ulla Schauber von den WohnStrategen und
dann, im Lauf zweier Tage, mit den engagierten und erzählfreudigen
Bewohnern der Wohnhaus eG Weimar.
Dass die WohnStrategen ihrem Thema nicht als Außenstehende verbunden sind, zeigt sich schon im Gespräch mit der Raum- und
Umweltplanerin Schauber. Ihr eigener biographischer Einstieg ins
Thema war eine Erfahrung des Scheiterns! Mit Gleichgesinnten
begonnen, befand sich ihr Wohnprojekt schon in der letzten Phase
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12 | 13 augenblicke
▲
der Planung, und ein Grundstückskauf stand kurz bevor, als eine
Reihe privater Veränderungen – beruflicher Umzug, Trennungen
etc. – das «Aus» zur Folge hatte.
«Während der ganzen Gründungsphase hatten wir feststellen
müssen, dass es in Thüringen kaum Bürgerberatung zum Thema
gibt.» Eine Lücke, die Ulla Schauber und mit ihr Ulrike Jurrack,
Architektin und Partnerin im gemeinsamen Planungsbüro StadtStrategen, sachkompetent und gemeinnützig schließen wollten.
Inzwischen, nach einem knappen Jahrzehnt Arbeit, ist das auf acht
aktive Fachleute angewachsene Team in Thüringen längst sichtbar
geworden, betreibt eine Internet-Plattform für Anbieter und
Suchende, gibt einen Newsletter heraus, organisiert WohnprojektTagungen und berät Verantwortliche in der Politik, der Wohnungswirtschaft und in den Sozialverbänden.*
Inzwischen zeigt das «Boom-Thema» auch im bislang
eher unberührten Osten der Republik sehr verschiedene
Gesichter. Während in den Städten insbesondere ältere Menschen
mit geringem Einkommen Modelle auf Mietbasis realisieren wollen
und dazu auch die Kooperation der kommunalen Wohnungsbaugesellschaften anstreben, wächst in ländlichen Regionen eine
fruchtbare Subkultur der Kooperativen – ökologisch, basisdemokratisch, genossenschaftlich.
Und zwischen diesen Polen? Vieles geht, insbesondere dann, wenn
die Organisations- und Bauformen der Wohnprojekte aus der
jeweils konkreten Situation «geronnen» sind. Das im Freiburger
Studentenmilieu begründete, inzwischen bundesweit operierende
«Mietshäuser Syndikat» steht dann gleichberechtigt neben der am
Miteinander neu ausgerichteten klassischen Wohneigentümergemeinschaft, deren Protagonisten die individuelle Altersvorsorge
nach wie vor genauso wichtig finden wie die Möglichkeit, ihren
Kindern etwas vererben zu können.
Der wichtigste Rat der WohnStrategin? «Die Vorbereitung braucht
Zeit, drei bis fünf Jahre. Doch was immer am Ende herauskommt zuvor muss geklärt werden, wie man Gemeinschaft und Alltag
gestalten will.Wir empfehlen: Nehmt euch nicht zu viel vor, nur ein
Minimalprogramm. Das klingt vielleicht pessimistisch – tatsächlich
jedoch überwiegen bei den meisten Wohnprojekten, die ich kenne,
letztendlich immer die Vorteile.»
Und wie sehen das die Bewohner der Siedlung An der Sackpfeife?
Immerhin blicken viele von ihnen auf 18 Jahre Erfahrung zurück.
* Ein Gründungsmitglied der WohnStrategen und zugleich Bewohnerin der hier
porträtierten Wohnanlage ist die Architektin Antje Heise (Foto rechts).
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04 | 2015
Von kleinen und
großen Wundern
Opa Leo hat nicht alle Tassen im
Schrank – das meinen zumindest die
Verwandten. Also kommt er in ein
Altersheim, in diese «Villa am Kanal».
Sein Enkel Jonas, Pille genannt, ist
empört. Aber was bleibt ihm anderes
übrig, als das Beste daraus zu machen?
Gemeinsam erfahren sie, dass sich in
Veränderungen oft wundersame
Überraschungen verbergen. Und Pille
lernt Lilli kennen, das Mädchen mit
den Veilchenaugen …
«Dieses Buch hat mich zu Tränen
gerührt und ich werde es erwachsenen Freunden schenken, die
einen Angehörigen in einem Altenheim haben; denn es beleuchtet
auch unsere eigene Perspektive.»
Leserstimme von Heide Haake (63 J.)
▲
Über einige der besonderen Qualitäten einer Gemeinschaftswohnanlage herrscht Konsens –
gleichgültig, ob der Reporter das junge Psychotherapeutenpaar mit Kind befragt, eine DoppelhausPatchworkfamilie oder das Rentner-Großelternpaar mit den Wohnhäusern der Kinder in der Nähe:
«Man fühlt sich verantwortlich und möchte, dass es schön aussieht!» – «Wir feiern jedes Jahr ein
Sommerfest, Wintersonnenwendfeuer, veranstalten Kino-, Musik- und Vortragsabende.» – «Wenn fünf
ältere Ehepaare, die sich vorher nicht gekannt haben, regelmäßig zusammenkommen und sogar gemeinsam in den Urlaub fahren – das ist ein sympathisches Gefühl von Sicherheit!» – «So viel Hilfe, wie
ich hier angeboten kriege, kann ich ja gar nicht annehmen!» – «Für die Kinder ist die Siedlung eine
exzellent geschützte Umgebung.» – «Diese Art zu leben hält einen jung. Es ist die beste Lebensform,
die ich bisher hatte!» – «Ich liebe das: du sitzt draußen auf der Bank, schneidest eine Melone auf –
und alle Kinder kommen dazu!»
Also, alles eitel Sonnenschein? Keine Probleme? «Die entstehen zwangsläufig. Es gibt Höhen und Tiefen
wie in einer Familie.» Einer der ältesten Bewohner, gelernter Architekt, will die Schwierigkeiten des
Weimarer Wohnprojekts nicht verschweigen, dennoch blitzt zwischen seinen wohlerwogenen Worten
immer wieder blanke Euphorie auf. «Ich bin bis heute von unserem Siedlungsmodell restlos überzeugt.
Das Ziel damals war: preiswert und doch hochwertig zu bauen. Das ging nur durch eine schnörkellose, serielle Architektur. Drei Hausgrößen, Variationen in der Raumaufteilung nur bei den nicht
tragenden Wänden, eine überschaubare Auswahl von Decken-,Wand- und Bodenmaterialien. Und weil
wir als Genossenschaft aufgetreten sind, hatten wir nur einmal die Kosten fürs Grundbuch, für den Bau
einer gemeinsamen Heizungsanlage sowie einmalige Anschlussgebühren bei Strom, Gas und Wasser.
Und was die Gesamtgröße angeht: 26 Häuser, die kannst du noch selber, ohne eingekaufte Dienstleistungen, verwalten.»
Während der Reporter den Ausführungen folgt, begreift er, dass in die bauliche und organisatorische
Struktur der kleinen Siedlung eine erstaunliche Fülle an Erfahrungswissen eingeflossen ist – und dass
diese Erfahrungen personalisiert werden müssen: «Ohne Professor Stamm-Teske wäre hier nichts
Vergleichbares entstanden. Er hatte zuvor in der Schweiz bereits mehrere erfolgreiche Wohnprojekte
aufgebaut und immer auch dort gewohnt.» Tatsächlich ist die Wohnhaus eG Weimar ein Sonderfall.
Am Anfang stand nicht eine initiative Gruppe, sondern mit dem Schweizer Architekten Walter StammTeske ein charismatischer Spiritus Rector, der seinen Worten als Professor an der Bauhaus-Universität
Wohnprojekte-Taten folgen ließ. «Er wusste genau, was er wollte, und er war in der Lage, seine
Vorstellungen gegenüber der Stadt und den Bauplatz-Interessenten durchzusetzen.» Seine Idee: ein an
Schweizer Vorbildern orientiertes, genossenschaftlich organisiertes Wohnmodell, verbunden mit einem
auf den Ort und die Rahmenbedingungen perfekt zugeformten Baukörper. «Er hat eine ziemlich herbe
Formulierung für das gewählt, was ihm vorschwebte: ‹Bewohnbarer Rohbau› – das hat in Weimar
ziemlichen Staub aufgewirbelt.»
Wie neu und experimentell der Siedlungsbau An der Sackpfeife tatsächlich war, mussten die ProjektInteressenten schon in der Vor- und Frühphase der Planung erfahren. «Zu Anfang gab es keine fertigen
Pläne. Manches, das angekündigt worden war, wurde später fallen gelassen, eigene Wünsche wurden
kaum berücksichtigt.» Trotz allem aber waren die künftigen Bewohner mit der Arbeit des Architekturprofessors zufrieden. «Wir dachten, wenn die Architekten selber dort wohnen, dann ist das etwas
Seriöses. Und das war es auch. Minimaler Grundrissverbrauch für maximale Wohnungsquadratmeter,
qualitativ hochwertige und für die damalige Zeit gut dämmende Baustoffe, kluger Einsatz von
Außenmauern und die einzigen begrünten Dächer weit und breit.»
Brigitte Werner
Brigitte Werner
Ich, Jonas, genannt Pille
und die Sache mit der Liebe
304 Seiten, geb. mit SU | ab 11 J.
€ 15,90 (D) | ISBN 978-3-7725-2470-7
www.geistesleben.com
auch als e-Book erhältlich
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14 | 15 augenblicke
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Natürlich gab es kritische Anmerkungen, zumal von denen, die
gerade erst die DDR «hinter sich gebracht hatten»: «Kollektivismus
und Sozialismus haben nicht funktioniert. Da fragt man sich schon,
ob die Genossenschaft gegenüber dem Privateigentum wirklich das
bessere Modell ist. Was ist, wenn man verkaufen möchte und die
übrigen Genossenschaftler nicht mit dem potenziellen Käufer einverstanden sind? Und dann die jährliche Wirtschaftsprüfung durch
den Genossenschaftsverband – das kostet viel Geld, bringt uns aber
eigentlich gar nichts.»
Der erste Einwand ist «nach acht glatten Hauswechseln» inzwischen
von der Realität entkräftet worden. Und was das Genossenschaftsmodell angeht: hier wurde selbst der erfahrene Architekt StammTeske überrascht. Denn während die schweizerischen Genossenschaften vergleichsweise formlos zusammenfinden können, gibt
das deutsche Genossenschaftsgesetz den Akteuren die Einhaltung
differenzierter Regeln vor. Den findigen und energischen Geist des
Siedlungspioniers konnte das allerdings nicht aufhalten: «Professor
Stamm-Teske hat nicht nur etliche DIN-Normen ‹kreativ› ausgelegt, auch die besondere Konstruktion unserer Genossenschaft gibt
es in Deutschland sicherlich kein zweites Mal.»**
Fazit? Gemeinschaftliches, genossenschaftliches und generationenübergreifendes Wohnen funktioniert. In Weimar und
andernorts. Die Voraussetzung? «Man muss sein distanziertes Nachbarschaftsverhalten aufgeben!» Wer sich auf den langen Weg dorthin
machen möchte, sollte die Bedeutung der Architektur nicht gering
schätzen. Aber auch nicht überbewerten. Denn, so der wohnkluge,
inzwischen zu neuen Projektabenteuern (www.batelier.de) weitergewanderte Architekt Stamm-Teske, «ein Haus darf nicht einfach auf
die Bewohner maßgeschneidert werden, schließlich hat es eine eigene Lebensdauer von über 100 Jahren, während die Bewohner im
statistischen Mittel alle 20 Jahre wechseln. Oder sich verändern!»
Eine komplizierte Antwort auf eine scheinbar einfache Frage?
Eine realistische! ■
Mehr zu den «WohnStrategen» und der «Wohnhaus eG. Weimar» ist zu finden
unter: www.wohnstrategen.de und www.wohnstrategen.de/wohnprojekte
**
Anders als bei den großen Wohnungsbaugenossenschaften zahlen hier die
einzelnen Mitglieder Anteile in Höhe des jeweiligen Bruttohauswertes ein.
Dabei tritt die Genossenschaft (in diesem Fall mit einem Eigenkapitalanteil
von über 50 %) gegenüber der finanzierenden Bank als Kreditnehmer auf
und ermöglicht auch jenen Mitgliedern, die allein nicht kreditwürdig wären,
das Wohnen in einer eigentumsähnlichen Immobilie. Zieht ein Genossenschaftsmitglied aus, werden seine Anteile vom Hausnachfolger erhoben und
an ihn ausgezahlt.
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Ernsthafter
Humor
in spielerischer Höchstform
Meine kostbarste Schweiz-Erfahrung habe ich ausgerechnet in
einem Hannoverschen Kleintheater gemacht. Dort stand am 1. Mai
2013 ein Gastspiel auf dem Programm: Kapelle Eidg. Moos – ein
riskanter Theaterabend. Persönlich ging ich dabei kaum ein Risiko
ein, hatte ich doch bereits zwei beglückende Theaterabende erlebt,
die die unverwechselbare Handschrift des schweizerischen
Komponisten, Regisseurs und Musikers Ruedi Häusermann
trugen. Was an diesem Maiabend mit mir geschah, war
dennoch eine kleine Überraschung: Bis zu diesem Tag hatte
ich mich für einen Menschen gehalten, der kein Verhältnis zur
Volksmusik hat – jedenfalls kein gutes. Auf eine mir zunächst nicht
erklärliche Weise haben die drei Musiker mit ihrem gleichermaßen
gediegenen und naiv-anmutigen Spiel bewirkt, dass mir diese
Musik überraschend naheging. Auf dem Heimweg stellte sich das
Gefühl ein, durch den Abend regelrecht «eingeschweizert» worden
zu sein.
Mit welchen Mitteln haben die drei launigen Herren diese Verwandlung ins Werk gesetzt? Sie haben die mit heiterem Ernst vorgetragene leichte Musik in eine bezaubernde Szenerie eingebettet,
die an die formvollendete, wenn auch oft kuriose Inbrunst erinnert,
mit der wir als Kinder mit selbst gebastelten Dingen gespielt haben.
Dazu passte für mich schon der an die etwas angestaubte Irisch
Moos-Ästhetik angelehnte Name des Ensembles. Mehr noch bewirkte die «technische» Ausstattung, mit der die Akteure die Bühne
betraten: Ruedi Häusermann (Klarinette) trug einen Antennenhelm mit Hörbetonung, sein Kollege Herwig Ursin (Akkordeon)
war mit einem Mikrofon-Direktlautsprecher ausgerüstet, der mit
Hilfe eines Gestells vor dem Mund platziert war. Dem Bassklarinettisten Jan Ratschko hatte man eine Bauchverstärkung mit
integriertem Basstöner umgehängt. Als wäre das bekannte Spottbild
der drei Affen («Nichts sehen, nichts hören, nichts sagen») durch
Foto: © Ernst Spycher
16 geheimtipp
von Ulrich Meier
künstliche Zugaben in sein menschliches Gegenteil einer verfeinerten Wahrnehmungs- und Ausdruckskraft erlöst.
Der Gipfel der Visualisierung geschah vermittelst eines Overheadprojektors, dem inzwischen zum Dinosaurier gewordenen Klassiker
der Unterrichtspräsentationstechnik. Liebevoll wurde mit Filzstiften
auf den aufgelegten Folien gezeichnet, sodass aus wenigen Strichen
Fantasie anregende Landschaften erwuchsen. Auch das ins Programm eingefügte Hörspiel Reise ins Emmental passte in seinem
verlangsamten ästhetischen Strom in die mit Hilfe von gebastelter
Technik hergestellte nostalgische Atmosphäre. Für die wenigen
Miniaturtheaterszenen bediente man sich primitiver Versatzstücke
aus der Kinderverkleidungskiste (angeklebte Bärte, einfachste Tierkostüme, eine auf den Knien gehaltene Holzplatte als Tisch usw.).
Die ironisierte Planung eines Heimatabends, die dem Musikprogramm seinen dramaturgischen Rahmen verlieh, verzichtete
dabei wohltuend auf unangemessen derbe Komik.
Und die Musik selbst? Sie wirkte auf mich durch eine besondere
Art von Präsenz. Als würden sich die Musiker mit jedem Ton, mit
jeder im Zusammenspiel besonders schön bemerkbaren tänzerischen Bewegung vor der Anmut und Kraft der urtümlichen Musik
verbeugen, der sie dienten. Es war nichts Verkniffenes, auch nichts
Routiniertes oder Gewolltes in dieser beherzten musikalischen Produktion, sondern reine Freude – und Schwung. Man hatte sich
etwas Altes vorgenommen, aber man ließ sich so darauf ein, dass
es aus dem persönlich ergriffenen Spiel zu etwas eminent Gegenwärtigem werden konnte. ■
Mehr zur «Kapelle Eidg. Moos» unter: www.eidgenoessischmoos.ch
Ulrich Meier, geboren 1960, arbeitet seit 1990 als Pfarrer und seit 2006 auch
in der Leitung des Hamburger Priesterseminars der Christengemeinschaft. Zudem
ist er Redakteur der Zeitschrift «Die Christengemeinschaft» und Autor, u.a. des
Buches «Christentum in Entwicklung», das 2013 im Verlag Urachhaus erschien.
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Foto: © Ernst Spycher
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Rollenvorbilder
Rosa oder
Riesenschlange?
Alle sind sich einig: In Kitas und Grundschulen fehlen
Männer! Diese Meinung hatte auch ich immer vertreten, besonders seit Olivia im Kindergarten eine aufgestylte Erzieherin
vergötterte, die maximal 50 kg wog und die mit den Mädchen in
der Kita die Nägel lackierte. Sie betonte gerne, wie gut Olivia lange
Haare und die Farbe Rosa stünden – und sie wollte ihr mit dem
Argument das Nuckeln abgewöhnen, dass sie später mit schiefen
Zähnen keinen Mann bekommen würde.
Auf jeden Fall dachte ich, dass ich mir mehr männliche Erzieher
wünschen würde – bis zu dem Tag, als in Olivias Kindergarten
Kevin auftauchte. Er war in der Ausbildung und in den Augen der
Kinder ein Superheld. In meinen Augen war er schlicht ein
Angeber.
Das Gute an Kevin war, dass Olivia uns regelmäßig von seinen
Heldentaten berichtete und wir deswegen sehr viel zum Lachen
hatten. Das erste Mal fiel sein Name, als meine Tochter uns
belehrte, wie man vor Wildschweinen flüchtet: Man muss nämlich
plötzlich zur Seite springen, die Wildschweine laufen dann weiter
geradeaus. Auf meine Frage, wer ihr denn diesen tollen Trick
erzählt habe, erfuhr ich, es sei Kevin gewesen, der neue Mann im
Kindergarten, der nämlich selber schon mal vor einer Horde
Wildschweinen geflohen sei. Ich wunderte mich eine Weile, wie
denn ein erwachsener Mann Kevin heißen konnte – bis mir einfiel,
dass natürlich die vielen kleinen Kevins der 90er-Jahre jetzt alle
schon über 20 sein mussten. Aber so richtig erwachsen kam er
mir dann doch nicht vor.
Bald erfuhren wir von Olivia – in gewichtigem Tonfall –, dass Kevin
schon einmal auf einem Vulkan gewesen sei. Ich versuchte sie daran
zu erinnern, dass sie selbst auch schon einmal auf einem Vulkan
gewesen sei, und zückte ein paar Urlaubsfotos aus Lanzarote, auf
denen ihr Papa über einer heißen Schlucht für uns Würstchen
mama müller – es muss ja! 17
von Birte Müller
grillte – was ich unglaublich cool fand. Aber Olivia beeindruckte
das nicht weiter, denn Kevins Vulkan war einer mit sprühender
Lava gewesen! Außerdem war er bis zum Krater hochgeklettert,
wo er sein Kaugummi hineingespuckt und gerufen hatte:
«Kaugummi im Anmarsch!» Das Echo hatte dann die Worte
«Kaugummi im Arsch-Arsch-Arsch» zurückgerufen. Na ja.
Natürlich war Kevin auch schon vielen gefährlichen Tieren begegnet. Skorpionen zum Beispiel oder Vogelspinnen. Der alte Poser
zeichnete für die Kinder diese Tiere dann vor, die sie begeistert
ausmalten. Kevin hatte auch schon gegen eine Schlange gekämpft.
Klar. Solche Märchengeschichten waren natürlich sehr lustig für
meinen Mann und mich, aber die Ausmalbilder fand ich doof,
denn Olivia malt selbst viel schönere Riesenkraken.
Zur Bundestagswahl nahm ich Olivia mit ins Wahllokal und versuchte ihr, so gut ich konnte, klarzumachen, worum es ging.
Letztendlich begriff sie, dass wir den neuen Chef (oder natürlich
die Chefin) für Deutschland wählen würden.
Als meine Tochter auf dem Heimweg fragte, ob ich Kevin angekreuzt hätte, begriff ich nicht sofort, was sie meinte. Olivia hätte
auf jeden Fall Kevin als neuen Deutschland-Bestimmer gewählt.
Mein Mann und ich waren ganz froh, als wir hörten, dass Olivia
in der Vorschule eine Lehrerin bekommen würde. ■
Birte Müller (www.illuland.de) studierte Buchillustration und Malerei.
Im Buch «Willis Welt» (ISBN 978-3-7725-2608-4) erzählt sie von Willis ersten
Jahren – und vom Glück, mit ihm und seiner Schwester Olivia zu leben.
Am 22.4.2015, um 19.30 Uhr, liest Birte Müller aus «Willis Welt» im Haus der
Lebenshilfe, Jühnsdorfer Weg 1b, 15827 Blankenfelde-Mahlow.
Reservierungen unter Tel. 0 33 79/37 18 96 | E-Mail: [email protected]
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18 | 19 thema | was heißt hier glücklich?
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Im Zusammenklang der Zeit
Für meine Mutter
von Jörg Ewertowski
Die Urne mit ihrer Asche war unerwartet schwer. Wir gingen auf
einem Forstweg vom Auto bis zu der Hainbuche, unter der sie
beigesetzt werden sollte. Der Blick auf die Tiefebene unterhalb der
Burg Hohenentringen ging in die Weite bis zum Horizont, und der
seit mehr als einer Woche trübe Winterhimmel hatte sich gerade
aufgelockert. Während meine Frau ein Gespräch mit der Försterin
führte, zog in Gedanken der Lebensweg meiner Mutter an mir
vorüber, sowohl die Zeit, die ich nur aus ihren Erzählungen kannte, wie auch all das, was ich davon miterlebt hatte. Sie hatte mich
geboren. Sie hatte für mich gesorgt. Sie hatte kaum Ansprüche für
sich gestellt und solange sie sich erinnern, denken und sprechen
konnte, mich bei jedem Besuch immer gefragt, ob es mir denn auch
gut gehe. Hinter ihrer eher pragmatischen und tätigen Lebenshaltung, die meist den vernünftigen Weg gewählt hatte, kam dann
in ihrer späten Altersphase auf einmal eine zuvor ungekannte
Gefühlswärme zum Vorschein. Wer meine Mutter eigentlich war,
blieb mir ein Rätsel. Dann aber trat sie unerwartet in Erscheinung.
Als ich nachmittags in ihr Zimmer trat, voller Sorge, dass sie unter
ihrer Lungenentzündung leiden, husten oder gar nach Luft ringen
würde, lag sie ganz still mit geschlossenen Augen da. Ich legte meine
Hand an ihre Wange, die rosig und warm war, und begrüßte sie.
Aber sie rührte sich nicht. Ich hielt den Atem an, aber sie hatte
aufgehört zu atmen. Nur langsam wurde mir das klar – wurde
mir klar, dass sie gerade eben die Schwelle betreten hatte, die die
Lebenden von denen trennt, die wir die «Toten» nennen. Ich schloss
behutsam die Tür ihres Zimmers, zündete eine Kerze an und
setzte mich neben sie.
In dem Maße, in dem die Wärme aus ihrem Leib wich, wurde mir
meine Mutter innerlich spürbar. Ich erlebte sie in der Wahl dieses
Augenblicks zum ersten Mal seit Langem als Handelnde und
zugleich ganz neu. Sie war nicht das Opfer ihres Todes, sondern
seine Frucht. Sie handelte in der Wahl dieses Augenblicks, in dem
ich gerade von der Arbeit kam, nicht alltäglich. In dieser Wahl sprach
sie zu mir und brachte mir ihr letztes Geschenk.
Wenn das Leben eine Geschichte ist, dann steht der Mensch als
der «Held» dieser Geschichte zusammen mit all den vielen
Menschen, die zu seiner Geschichte gehören, in einem Handlungszusammenhang. Wir tun, was erforderlich ist, um unsere Aufgaben
zu bewältigen, und tun es mit mehr oder weniger Bewusstsein.
Immer aber bleibt unwägbar, wie unser Handeln mit der Welt
zusammenstimmt. Jetzt erlebte ich sie als die, die sich selbst dabei
über die Schulter geschaut hatte. Mehr noch: Jetzt war sie die, die
die Geschichte ihres Lebens «geschrieben» hatte. Als die Hauptfigur
ihres Lebensromans hatte sie zugleich diese Geschichte durchlebt,
hatte darin gehandelt und gelitten, war glücklich und unglücklich.
Im Todesaugenblick hatte sie sich mir dann als der Lebensautor
offenbart, der außerhalb von Geburt und Tod steht. Ihre Lebensgeschichte war natürlich kein Drehbuch, dessen Rolle sie als ihre
Hauptfigur dann nur noch ausgefüllt hätte. Sicherlich hatte sie als
die Schriftstellerin ihrer Biografie, ihrer Lebensschrift, auch über
manchen Schritt und manche Entwicklung ihrer Heldin gestaunt.
Das Werk einer solchen Lebensgeschichte ist eine Gemeinschaftsproduktion von Lebensautor und Lebensheld – abgesehen von
vielen weiteren Ereignissen, die wie Kometen in die Geschichte
einschießen. Aber es gibt in jedem Menschen eine Instanz, die aus
einem größeren Überblick heraus handelt, als wir ihn in unserem
Alltagsbewusstsein finden. Diese Seite ihres Wesens hatte mich
jetzt angesprochen.
Die Rolle des Erzählers hatte sie schon lange an mich abgegeben.
Nur ich wusste noch von der intensiven Brieffreundschaft zwischen
ihr und meinem Vater während der Wirren des Kriegsendes und der
Kriegsgefangenschaft meines Vaters, nur ich wusste von dem liebe-
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Foto: emanoo / photocase.de
EINE
GEHEIME
GESCHICHTE
DER
MODERNE
1872–1972
KUNSTLER
PROPHETEN
UND
EGON SCHIELE, JÜNGLING IN VIOLETTER KUTTE MIT VERSCHRÄNKTEN HÄNDEN, 1914, © LEOPOLD PRIVATSAMMLUNG
vollen und unendlich weitherzigen Wesen ihrer Mutter, meiner Großmutter, deren Bild im Pflegeheim
über ihrem Bett hing. Sie wusste es nicht mehr, und sie erkannte schließlich auch mich nicht mehr.
Mit bald 91 Jahren lag sie still in ihrem Bett, machte immer seltener einen Versuch mit der Sprache, die
ihr nicht mehr gehorchen wollte. Und ich trauerte schon lange darüber, dass sie sich so langsam zurückgezogen hatte, dass mir gar kein Abschied möglich war, und darüber, dass diese Situation eigentlich einen
Sohn mit ganz anderen Fähigkeiten forderte, als ich sie mitbrachte oder zu entwickeln willig war.
Einen in der Erinnerung herausragenden glücklichen Zusammenklang zwischen ihr und mir und
zugleich auch zwischen ihr als dem Lebensautor und dem Lebenshelden erlebte ich, als ich sie einmal
im Rollstuhl an blumengefüllten Schrebergärten entlangschob. Plötzlich erhob sie die Stimme und sang
mir ein Lied: «Kommt ein Vogel geflogen, setzt sich nieder auf mein’ Fuß, hat ein’ Zettel im Schnabel,
von der Mutter ein’ Gruß.» – Das Lied selbst, hier und jetzt gesungen, war der Brief, den ich von
meiner Mutter bekam. – Jetzt aber, nochmals Jahre später beim Schein der Kerze in ihrem Zimmer,
wurde das Leben endgültig. Der unmöglich geglaubte Abschied ereignete sich zugleich mit dem Eintritt
in eine neue Verbindung. Der Schmerz der Trennung und zugleich ein unerhörtes Gefühl der Heiligkeit
breiteten sich aus. Und im Rückblick wurde mir dann bewusst, dass ich bei aller Trauer und
Erschütterung tatsächlich glücklich war.
Was heißt hier glücklich? Kann das sein? Glücklichsein heißt, auf unerwartete und willentlich nicht
herbeiführbare Weise die Grenzen des eigenen Wesens zu durchbrechen. Nicht nur Unglück, sondern
auch Lust ist ein Gegenpol des Glücklichseins. Lust engt den Horizont ein oder verstellt ihn, Unglück
verdunkelt ihn. Lust ist ein Gefühl, Glück ist eine Stimmung, ein Zusammenklang und deshalb ein
musikalisches Phänomen. «Alle Lust will Ewigkeit», dichtet Nietzsche im Zarathustra. Glück sucht
keine Ewigkeit; es ist der Einbruch der himmlischen Zeit in die irdische Zeit, und
manchmal erleben wir das erst im Rückblick.
Die Försterin führte uns auf einem Pfad zu dem Baum, den wir im Sommer für diesen Augenblick
ausgesucht hatten. Damals war es hell und warm, nun war es Winter, und seit Tagen stürmte es. Aber
der Himmel hatte sich für wenige Stunden genau jetzt geöffnet, und die Sonne schien hell auf den Ort,
an dem meine Frau und ich in absolutem Einklang mit den zuvor gewählten Sprüchen und Gebeten
die Urne der Erde übergaben. ■
MIT
KARL WILHELM
DIEFENBACH
GUSTO GRÄSER
Jörg Ewertowski, geboren 1957 in Zweibrücken, studierte nach seiner Ausbildung zum Goldschmied Philosophie,
EGON SCHIELE
Germanistik, Theologie und Kunstgeschichte in Frankfurt a.M. und promovierte über F. W. J. Schelling («Die Freiheit
FRIEDENSREICH
HUNDERTWASSER
des Anfangs und das Gesetz des Werdens»). Er ist Bibliotheksleiter in Stuttgart und freier Autor, u.a. des Buches
«Die Entdeckung der Bewusstseinsseele. Wegmarken des Geistes» (ISBN 978-3-7725-1413-5).
JOSEPH BEUYS
6. MÄRZ – 14. JUNI 2015
SCHIRN KUNSTHALLE FRANKFURT
RÖMERBERG
WWW.SCHIRN.DE
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04 | 2015
SO 29
April
Beginn der Sommerzeit
SO 05
50. Woche nach Ostern
Vor 33 Jahren (1982) starb der dt. Komponist und
Musikpädagoge Carl Orff (* 10.07.1895).
Osterwoche
L 06:05 / 18:49
4 12:57 / 03:15
L 05:50 / 19:01
z 20:12 / 06:16
Palmsonntag
MO 30
MO 06
KW 14
4F8 8h
KW 15
za7 4h
Pessach, 2. Tag
Ostersonntag
JÁ TE˘ MILUJI
Ostermontag
Du hast es mir vorgesagt
ich hab es dir nachgesprochen.
Ich sprech es nicht mehr nur nach.
Já te˘ miluji. Ist das noch Sprache,
ist es nicht schon Musik? Ein Lied,
das man nicht zu übersetzen
braucht?
Wir singen es jetzt beide zugleich.
Auch wenn ich allein bin,
sing ich’s dir zu,
sooft ich denke an dich.
Ich singe und hör es wie jemand,
der in seinem verwachsnen
Gedächtnis –
nach vielen Jahren in der Fremde –
einen einzigen Satz
seiner vergessenen Muttersprache
wiederfindet und in ihm
die ganze verlorene Heimat birgt.
DI 31
März
DI 07
Vor 66 Jahren (1949) starb der dt. Chemiker Friedrich Bergius
(* 11.10.1884).
za6 22h
1915 Billie Holiday * in Philadelphia, amerik. Jazzsängerin
(† 17.07.1959 in New York). 1956 erschien ihr Album «Lady
Sings the Blues» mit dem Soundtrack des gleichnamigen
Films, 1957 ihr Album «Body and Soul».
MI 01
MI 08
1815 Otto von Bismarck *, preuß. Staatsmann
(† 30.07.1898).
Vor 10 Jahren (2005) starb der Dichter Thomas Kling in
Dormagen (* 15.06.1957 in Bingen).
zF0 15h
DO 02
Do 09
Vor 33 Jahren (1982) starb der dt. Chemiker und DDRRegimekritiker Robert Havemann (* 11.03.1910).
Gründonnerstag
FR 03
FR 10
4a5 23h
33 Kreuzigung Jesu Christi
1815 Clotilde de Vaux *, franz. Dichterin († 05.04.1846). Der
franz. Philosoph Auguste Comte nannte sie seine «ewige Braut».
5 obere F3 5h
Seder-Abend, Vorabend und Auftakt von Pessach
Karfreitag
Christine Busta
* 23. April 1915 in Wien
† 03. Dezember 1987 in Wien
Inmitten aller Vergänglichkeit.
Gedichte.
Otto Müller Verlag, Salzburg / Wien 1985
Die (für Sonntag) angegebenen Zeiten für Auf- und Untergang
von Sonne und Mond sind in mitteleuropäischer Zeit (MEZ)
und gelten genau für Kassel. Bei Konjunktion (:) und
Opposition (a) der Wandelsterne (Sonne L und Mond x und
Planeten: SaturnP, Jupiter r, Mars =, Venus U, Merkur I) ist
die Zeit in ganzen Stunden ebenfalls in MEZ angegeben. Der
zunehmende Mond ist durch das Zeichen x, der abnehmende
durch das Zeichen z gekennzeichnet. Ab Sonntag, dem
SA 04
SA 11
q Vollmond 13:06
Pessach, Erster Tag des Festes zur Erinnerung
an den Auszug aus Ägypten.
Die Probleme müssen ja eine Unterkunft haben
« Ich sagte, ich hätte mich mit dem ‹Leid der Menschheit› auseinandergesetzt (mir graut immer noch
vor großen Worten), aber so war es eigentlich nicht. Ich habe eher das Gefühl, ein kleines Schlachtfeld zu sein, auf dem die Probleme und Kämpfe dieser Zeit ausgetragen werden. Das Einzige, was
man tun kann, ist, sich demütig zur Verfügung zu stellen und sich zum Schlachtfeld machen zu lassen.
Die Probleme müssen ja eine Unterkunft haben, sie müssen einen Ort finden, wo sie
kämpfen und zur Ruhe kommen können, und wir armen, kleinen Menschen müssen
unseren inneren Raum für sie öffnen und dürfen nicht davonlaufen.»
29. März, sind allen angegebenen astronomischen Zeiten
wegen der Sommerzeit eine Stunde hinzuzufügen.
Ende des Pessach
Etty Hillesum, Das denkende Herz der Baracke. Die Tagebücher 1941 – 1943. Verlag Herder, 2014
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kalendarium 20 | 21
zum herausnehmen
SO 12
SO 19
SO 26
2. Woche nach Ostern, Z Letztes Viertel
1865 Emmy Danckwerts † in Hannover, war eine dt.
Diakonisse und als Oberin erste Leiterin des Henriettenstiftes
in Hannover (* 27.02.1812 in Plate).
L 05:34 / 19:13
Osterfest der Orthodoxen Kirche
z 01:56 / 11:23
Weißer Sonntag
3. Woche nach Ostern
4F5 14h, 4F7 22h
E Sonne tritt in das astronomische Sternbild Widder.
L 05:19 / 19:24
4 05:51 / 20:25
4. Woche nach Ostern
4F8 16h, X Erstes Viertel
2005 Maria Schell † in Preitenegg/Kärnten, österr.-schweiz.
Schauspielerin (* 15.01.1926 in Wien).
L 05:05 / 19:36
4 11:47 / 01:49
MO 13
MO 20
MO 27
KW 16
za8 16h
KW 17
Sonne tritt in das astrologische Sternzeichen Stier. Beginne
mit der Monatstugend: «Inneres Gleichgewicht –
wird zu Fortschritt.»
KW 18
1915 Aleksandr Skrjabin †, russ. Komponist und Pianist
(* 06.01.1872).
In den Niederlanden ges. Feiertag (Königstag)
DI 14
DI 21
DI 28
4a0 7h, 4F6 21h
1915 Anthony Quinn *, mexik.-amerik. Filmschauspieler
(† 03.06.2001).
MI 15
MI 22
MI 29
DO 23
DO 30
5F7 0h
1945 Albrecht Haushofer † in Berlin, von einem
Kommando der SS hingerichtet (* 07.01.1903). 1946
erschienen seine «Moabiter Sonette».
1415 Beginn der Hohenzollern-Herrschaft in Brandenburg
(bis 1918).
6a0 5h
Erzengel Raphael
DO 16
Jom ha’Atzma’ut (Unabhängigskeitstag Israels)
Jom ha Schoa (Holocaust-Gedenktag)
FR 17
FR 24
FR 01
Mai
1955 Alfred Polgar † in Zürich, Schriftsteller
(* 17.10.1873 in Wien).
Philippus und Jakobus, Apostel
Tag der Arbeit, Maifeiertag
SA 18
SA 25
w Neumond 19:57
1955 Albert Einstein † in Princeton/New Jersey. Der in Ulm
am 14. März 1879 geborene theoretische Physiker erhielt
1922 den Nobelpreis für Physik und wurde 1933 als Jude
ausgebürgert.
Vor einem Jahr starb Stefanie Zweig in Frankfurt am Main,
die Autorin des stark autobiografischen Romans «Nirgendwo
in Afrika» (* 19.09.1932 in Glubczyce/Polen).
SA 02
Markus, der Evangelist
Redaktion: Lin
Henri Matisse
* 31. Dezember 1869 in Le Cateau-Cambrésis
† 03. November 1954 in Cimiez, einem heutigen Stadtteil Nizzas
Nature morte au pot d’étain et statuette rose, 1910
Stillleben mit Zinnkrug und rosafarbener Statuette
Öl auf Leinwand, 90 x 117 cm
Staatliche Eremitage, St. Petersburg
© Succession H. Matisse / VG Bild-Kunst, Bonn
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Schrullig und herzensgut:
Elsa Beskows Tanten
Elsa Beskow erzählt mit feinem Humor, wie die Waisenkinder Peter und Lotta
bei einem abenteuerlichen Sonntagsspaziergang zu den Tanten und bei ihnen
ein Zuhause finden.
Elsa Beskow (Text und Illustrationen): Tante Grün, Tante Braun und Tante Lila | Aus dem Schwedischen von Ellen Jacobsen | 32 Seiten,
Halbleinen | Format: 24 x 29,5 cm | € 15,90 (D) | ISBN 978-3-8251-7911-3 | ab 5 Jahren | Jetzt neu im Buchhandel!
Abbildung: Wolfgang Held / Sternkalener 2015
Wer sie noch nicht kennt, sollte dieses Vergnügen dringend nachholen. Schrullig und herzensgut sind sie – die drei Tanten,
die so heißen, wie sie aussehen, und so aussehen, wie sie sind: Tante Grün kümmert sich um den Garten, Tante Braun bäckt
Pfefferkuchen und Tante Lila stickt die wunderbarsten Veilchen. Und alle drei lieben den schwarzen Pudel Prick –
der in dieser Geschichte für einen aufregenden Sonntag sorgt …
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04 | 2015
mensch & kosmos 23
Dem Leben
Tiefe verleihen
Saturn im Skorpion
Abbildung: Wolfgang Held / Sternkalener 2015
von Wolfgang Held
Es gibt kaum eine Tierkreisregion, in der solche Gegensätze aufeinandertreffen wie an der tiefsten Stelle des Tierkreises bei
Skorpion und Schlangenträger. Je weiter der Frühling voranschreitet, desto früher in der Nacht ist das eindrucksvolle Bild des
Skorpions im Südosten zu entdecken. Eine kantig geschwungene
Linie führt zum roten Hauptstern, von dem aus dieser Lichtkurvenzug in drei Richtungen hinaussprüht. Leider ist von der
mitteleuropäischen Perspektive aus nur die obere Hälfte des Bildes
zu sehen – der untere Bogen ist Südeuropa vorbehalten. Doch
auch der «halbe» Skorpion offenbart seine ganze Kraft.
Alle Lichtfülle des sternenreichen Bildes kann nicht darüber hinwegtäuschen, wie dunkel diese Region des Tierkreises ist. Es
scheint, als würde gerade das reiche Sternenlicht des Skorpions
diese Düsternis beleuchten und sichtbar machen.
Was die unbefangene menschliche Empfindung zu fassen vermag,
das bestätigt auch die Astrophysik, denn das Zentrum der Milchstraße – jene durch Dunkelwolken schwer zu betrachtende
Gravitationsmitte der Spiralgalaxie – liegt in Richtung des
Skorpionschwanzes.
Hebt sich der Blick vom Skorpion aufwärts, so findet man die
rundeste und ruhigste Gestalt des nördlichen Sternenhimmels:
den Schlangenträger. Eine Vielzahl zart leuchtender Sterne bildet
ein gewaltiges Rund. Im Innern dieser großen Sternenscheibe,
oberhalb des Skorpions, sind kaum Sterne zu finden. Selbst bei
klarer Sicht und wenig störendem Kunstlicht findet man nur zwei
oder drei Sterne im Innern. Hier ist es gerade die Lichtarmut, die
diese Region als hell und freundlich erscheinen lässt. Das gewaltige
Rund trägt passenderweise den Namen «Schlangenträger» oder
«Asklepios», wie die Griechen den Gott der Heilkunst nannten.
Gift und Heilung, Tod und Überwindung des Todes stehen
sich in dieser tiefen Tierkreisregion gegenüber.
Für etwa zwei Jahre befindet sich nun Saturn in dieser dramatischen Sternenregion. Saturn ist der langsamste der klassischen
Planeten, Repräsentant von innerer Reife, Wachstum und Transzendenz. – Und so wie ein einzelner Ton einer Tonart ihren
besonderen Charakter verleiht, so können die sieben Wandler –
mit Sonne und Mond – jedem der zwölf Tierkreisbilder eine
Färbung verleihen.
Wenn man in der zweiten Nachthälfte noch wach ist, lohnt es sich
daher, den Blick zum südöstlichen Himmel zu lenken, um etwas
vom saturnischen Charakter der Spannung von Tod und Leben zu
erfahren.Vielleicht ist es die Empfindung, dass der Tod dem Leben
Tiefe verleiht, die die Konstellation im Betrachter wachruft.
«Wahrlich, man weiß nur, was man aneinander hat, wenn man sich
nicht immer hat» – das schreibt Goethe im Westöstlichen Divan und
erinnert mit diesem Satz daran, dass der Tod – oder der Schlaf als
Bruder des Todes – Bewusstsein in den Strom des Lebens bringt.
Am 8. April stellt sich der Mond zu Saturn und Antares (roter
Hauptstern im Skorpion). Damit steigert sich noch einmal dieses
Bild. Noch steht Saturn etwa zehn Grad rechts von Antares, und es
dauert noch ein Jahr, bis er direkt am funkelnden Feuerstern im
Skorpion stehen wird. Wird die beschriebene Stimmung also erst
2016 am Himmel stehen? Wohl nicht, denn jetzt bahnt sich die
Konstellation an – und dieser Zeitpunkt der Genese der Konjunktion ist ein Zeitpunkt, an dem die Kraft eines Bildes besonders
zutage tritt. ■
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24 | 25 sprechstunde
Der Olivenbaum
Sonnengeneigter Begleiter des Menschen
von Markus Sommer
Bei uns kommen sie nur ausnahmsweise in der pflegenden Obhut
des Menschen vor, aber rund um das Mittelmeer finden wir immer
wieder die knorrigen Olivenbäume mit ihren silberglänzenden
Blättern. Oft stehen in ihrer Umgebung auch andere Büsche und
Bäume, die sommerliche Trockenheit gut vertragen, wie Steineichen und die kleineren Pistazien mit ihren gefiederten Blättern.
Während manche Bäume eine recht einheitliche Gestalt haben (bei
uns zum Beispiel die hoch aufragenden Pappeln oder die kegelförmigen Fichten, im Süden die dunklen säulenartigen Mittelmeerzypressen), sind die Olivenbäume echte Individualisten. Je älter
sie sind, desto mehr hat jeder seine eigene, knorrige Gestalt ausgebildet. Die ganz alten Exemplare (manche sollen weit über tausend
Jahre alt sein) können innen schon hohl sein, ihre aufgeworfene
Borke kann Krater und Canyons imitieren, über dem Stamm aber
entfaltet sich eine immer jung wirkende, im Wind flirrende Krone
unzähliger, fester, silbriger Bätter.
Das Bild jugendlicher Fülle an einem Leib, der seine Altersspuren
nicht verbirgt, stellt eines der Motive des Ölbaums dar. Überhaupt
ist er enorm vital. Auch wenn er bis zum Boden abgehauen wurde
oder einem Brand zum Opfer fiel, treibt er unverdrossen wieder
aus. Nur Kälte mag er gar nicht – und schon manches Mal führte
ein Kälteeinbruch mit Frosttemperaturen zu schwersten Schäden in
jahrhundertealten Olivenhainen. Das ist besonders schlimm für
deren Besitzer, denn oft trägt die Olive wesentlich zu ihrem
Einkommen bei – schon seit etwa 6000 Jahren liefert der Olivenbaum einen wichtigen Beitrag zur Ernährung, und das aus den
Oliven gepresste Öl ist seit urdenklichen Zeiten eine wichtige
Handelsware.
Der reichlich Früchte tragende Olivenbaum ist erst unter der
Hand des Menschen entstanden.Wie fruchtbares Getreide aus einfachen Gräsern oder reich tragende Äpfel aus holzigen Wildäpfeln
durch kundige Veredelung entstanden sind, so war es auch beim
Olivenbaum. Mit gutem Grund nannte der römische Dichter
Horaz den Ölbaum – wie der Olivenbaum auch schlicht genannt
wird – alma prima arborum, «Ersten Ernährer unter den Bäumen».
Tatsächlich liefert ein einziger Baum pro Jahr ungefähr so viele
Oliven, wie ein Mensch wiegt – etwa 70 kg, woraus wiederum
etwa 10 Liter Öl gewonnen werden können. In diesem Öl ist so viel
Sonnenkraft gespeichert, dass man damit ein Öllämpchen ein
ganzes Jahr lang betreiben könnte. Wem das nicht allzu viel
erscheint, der mag sich vorstellen, was es für Bewohner eines
Höhlenverstecks oder die ersten Christen in den Katakomben
bedeutet haben mag, ein Jahr lang ein Licht in der Dunkelheit
und einen Abglanz der Sonne zu sehen.
Das Olivenöl ist auch der zentrale Bestandteil der sogenannten
«Mittelmeer-Diät».Wer bei Diät an Kasteiung denkt, liegt hier falsch.
Mit Olivenöl bereitete Speisen sind nicht zum Fasten bestimmt,
sondern köstlich-festliche Nahrung. Gleichwohl ist die an Olivenöl
reiche Ernährung in den letzten Jahren berühmt geworden, weil sie
einen Schutz vor Schlaganfall, Herzinfarkt und Zuckerkrankheit
darstellen kann. Zwar kommt es dabei nicht nur auf Olivenöl an,
sondern auch auf Knoblauch, Rosmarin, Gemüse und Fisch, aber
unbestritten hat das Olivenöl mit seinem ausgewogenen Anteil
verschiedener Fettsäuren viele günstige Wirkungen.
Das Gleichgewicht zwischen unterschiedlichen Sättigungsgraden
der Fettsäuren erkennt man auch am Schmelzpunkt der Öle. So
ist das nahezu ausschließlich aus gesättigten Fettsäuren gebildete
Palmöl unter unseren Umgebungstemperaturen meist fest, während
es am Äquator stets flüssig ist. Das aus dem noch im hohen Norden
wachsenden Lein gewonnene, hoch ungesättigte Öl ist dagegen
auch um den Gefrierpunkt von Wasser noch dünnflüssig, während
Olivenöl im Kühlschrank zu erstarren beginnt, im Bereich unserer
Fotos: Ela Wallner
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Körper-, aber auch schon bei normaler Zimmertemperatur flüssig ist. Das liegt daran, dass ungesättigte
Fettsäuren einen niedrigen Schmelzpunkt haben. So wie der Olivenbaum geographisch in einer
mittleren Zone wächst, weist sein Öl auch einen «mittleren Charakter» auf.
Nicht nur als Nahrungsmittel sind Oliven und ihr Öl von Bedeutung. In alten Zeiten war es
«das Kosmetikum» schlechthin – und noch heute pflegt es die Haut wunderbar, macht sie transparent,
geschmeidig und wärmt sie. Besonders wirksam wird das, wenn man Olivenöl und darin enthaltene
ätherische Öle und Pflanzenauszüge fein im Badewasser in sogenannten «Öldispersionsbädern»
anwendet, die eine tief entspannende und heilsame Wirkung entfalten.
In der Bibel wird dem Olivenbaum eine besondere Stellung zugewiesen. Zum König wurde man durch
Salbung mit seinem Öl. Ja, im Buch Richter wird sogar eine kleine Geschichte erzählt, derzufolge alle
Bäume den Ölbaum zu ihrem eigenen König küren wollten. Und im wohl bekanntesten aller Psalmen,
dem 23. («Der Herr ist mein Hirte, mir wird nichts mangeln ...»), drückt die Zeile «Du salbest mein
Haupt mit Öl» aus, wie groß die sorgende Liebe Gottes ist. Und wenn dem in der Wüste wandelnden
Volk das verheißene «Gelobte Land» mit seinem Reichtum vor Augen geführt wird, heißt es, es sei «ein
Land, darin es Ölbäume und Honig gibt». Schon für Noah war es ja ein Zeichen von Frieden und vom
Ende der Wasserkatastrophe, dass die von ihm ausgeschickte Taube mit einem Olivenblatt im
Schnabel zurückkam. Auch später waren Olivenzweige Zeichen des Friedens. So mag es tief verständlich sein, dass Olivenöl immer wieder auch heute noch materieller Träger segnender
Zuwendung ist. In der katholischen Kirche wird es bei der Firmung von Jugendlichen ebenso wie
bei der Einsetzung eines Bischofs verwendet.Vor allem aber wird es in Krankheitsnot und vor dem
Tod als Salböl in vielen christlichen Kirchen eingesetzt wie etwa beim Sterbesakrament in der
Christengemeinschaft.Vielleicht schwingt dabei auch noch die Erinnerung mit, dass ein Höhepunkt
des Dramas der Karwoche sich auf dem Ölberg ereignete. Vom Olivenöl wird segnend gesagt, es
mache «Liebe geneigt». Das umfasst Schenken und Empfangen von Liebe – wie der Olivenbaum
seine Blätter empfangend ins Licht hält, um mit seiner Hilfe Substanz zu bilden, die er stets weiterzuschenken bereit ist – selbst wenn sein Stamm schon todgeweiht wirkt. ■
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Markus Sommer ist niedergelassener Arzt mit klinischer Erfahrung im Bereich Innere Medizin, Kinderheilkunde, Geriatrie,
Neurologie und in der praktischen Anwendung von Homöopathie und Anthroposophischer Medizin. Im Verlag Urachhaus veröffentlichte er u.a. das Buch «Heilpflanzen. Ihr Wesen – ihre Wirkung – ihre Anwendung» (ISBN 978-3-8251-8001-0).
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26 am schreibtisch
Irmgard Wutte
Die Bewegung des Lebens ist Lernen
Frasdorf, Oberbayern, Samstag, den 30.1.2015
23 Jugendliche knien, hocken, sitzen und stehen um einen Laptop, damit
sie möglichst auch «gesehen werden». Sie winken … Alle lauschen, um
jedes Wort zu hören, zu verstehen. Am Bildschirm werden braune
Kindergesichter sichtbar. Auch sie drängen sich aneinander, dann hört
man sie zaghaft, unsicher und immer fröhlicher lachen. Ein «How are
you?» erklingt, noch eins und immer mehr – auch sie winken! Im
Hintergrund wird eine Versammlung von Erwachsenen sichtbar.
Das war eigentlich alles. Dennoch waren sich die Jugendlichen
einig, dass die zwanzig Minuten Skypen mit den Kindern ihrer
Partnerschulen im Slum von Nairobi der Höhepunkt der gemeinsamen Tagung war. – Jedes Mal, wenn ich die Gelegenheit
habe, vor jungen Menschen von unseren Freunden in Nairobi zu
erzählen oder Fotos und Clips zu zeigen, wird es still im Raum –
fast andächtig, voller Betroffenheit und mit vorhersehbarer
Gewissheit kommt die Frage: «Wie können wir helfen?»
Genau vor vierzehn Jahren kam ich zurück aus Kenia, das nach
zehnjähriger Tätigkeit als Waldorfschulgründerin und Sozialunternehmerin zu meiner zweiten Heimat geworden war. Die
Geschichte dieser wunderbaren Begegnung mit Afrika ist als eine
Art Liebeserklärung in meinem Buch Ein leiser Ruf aus Afrika
nachzulesen. Mitgebracht hatte ich einen Impuls, den ich mit
Jugendlichen an einer deutschen Schule zu dem Lernkonzept
«Nyendo lernen – ein Projektwahlfach für soziales Unter nehmertum, Entwicklungszusammenarbeit und interkulturelle Beziehungen an Oberstufen» entwickeln durfte. Gemeinsam mit
meinem Team begleiten wir derzeit an fünf deutschen Schulen
nyendo Schülerfirmen und -aktionen, deren Erlös die Schüler
ihrer Partnerschule in Nairobi schenken und diese am Ende ihrer
Mitarbeit besuchen. Etwa 100.000 Euro wurden so bisher geschenkt, etwa vierzig Jugendliche waren bereits zu Besuch vor Ort.
An den Partnerschulen im Kangemi Slum konnten wir dadurch
Projekte initiieren und begleiten, die den Schulgemeinschaften
helfen, sich selbst aus der Armutsfalle zu befreien, z.B. die erste
Regionalwährung, genauer gesagt «community currency», den
Gatina Pesa.
Nairobi, Kenia, Samstag, den 30.1.2015
Eltern und Lehrer unserer bisherigen und möglichen künftigen nyendo
Partnerschulen haben sich versammelt. Ein Schuldirektor und Will
Ruddick, Gründer unserer Partnerorganisation Koru Kenya, erzählen,
dass die 100 Mitglieder des Gatina Business Networks seit Einführung des Gatina Pesas im Oktober 2014 ein zusätzliches Handelsvolumen im Wert von 7000 Euro erwirtschaftet haben, eine Umsatzsteigerung von 25 %. Bis jetzt konnten zwanzig Schüler ihr Schulgeld
mit Gatina Pesa bezahlen, bis Ende des Jahres werden es vielleicht
Hunderte sein, wenn alle anwesenden Schulgemeinschaften mitmachen.
Schon im April 2015 wird die zweite «community currency», der
Kangemi Pesa, und bald auch der Lindi Pesa folgen. Das wird den
Erfolg des Gatina Pesas verdreifachen und als erstes Regionalwährungsnetzwerk Afrikas den Handel unter den verschiedenen communities ankurbeln. Bis 2016 könnten dreißig Schulen Regionalwährung akzeptieren
und so Hunderten von Kindern Bildung ermöglichen sowie den Umsatz
von mehr als tausend Geschäften im Slum steigern.
Unsere Jugendlichen von nyendo hier in Deutschland sind Teil
dieser Bewegung dort. Ihre Hände sind auf den Pesa-Gutscheinen abgedruckt als «hand in hand»-Motive! Apropos
Bewegung: nyendo heißt auf Suaheli «Bewegung». Nomen ist
omen. Mögen noch viele deutsche Schulen Teil dieser Bewegung
werden! Und mein Schreibtisch als Funk-, Schalt- und Netzwerkzentrale wartet geduldig auf die Zeit, wieder seine Lieblingsfunktion als Schreib-Tisch einzunehmen. ■
Von Irmgard Wutte erschien das Buch «Ein leiser Ruf aus Afrika», in dem sie eindrucksvoll von ihrer Pionierarbeit in Kenia erzählt (ISBN 978-3-7725-2197-3).
Zur weiteren Entwicklung der «community currencies» in Kenia bedarf es finanzieller Unterstützung. Näheres unter: www.nyendo-lernen.de
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04 | 2015
weiterkommen 27
Endlich frei
Foto: frau.L. / photocase.de
Zum 29. April 1945
von Michael Stehle
Mit 13 Jahren wurde Elli Friedmann im Frühjahr 1944 mit ihrer
Familie aus dem slowakischen Šamorín verschleppt und zunächst
nach Auschwitz-Birkenau deportiert, wo sie am 31. Mai eintrifft:
In der vierten Nacht hält der Zug.Wir werden von dem schrecklichen Lärm
der aufgerissenen Türen und von kalter Luft geweckt, die in den Waggon hereinströmt. «Raus! Alle raus!» Ein riesiges Schild hängt da:AUSCHWITZ.
Man hat uns geschoren und ausgezogen, Frauen und Mädchen im Alter von
sechzehn bis fünfundvierzig, hinweggerissen von Müttern und Vätern,
Brüdern und Schwestern, Söhnen und Töchtern. Ein tiefer Riss hat uns von
der Vergangenheit abgetrennt.
Ohne es zu wissen, haben wir die Selektion durch den teuflischen Doktor
Mengele überlebt, dieses harmlos wirkende, besessene Ungeheuer, das liebevoll mein «goldenes Haar» gestreichelt hat und mir mit sanfter Stimme riet,
seine SS-Maschinerie auszutricksen und ein falsches Alter anzugeben, um
mein Leben zu retten.
Es folgen weitere Stationen: das Arbeitslager Płaszów in Galizien,
noch einmal Auschwitz, dann Augsburg.
«Elli, wach auf.Wir sind da. Du hast vierundzwanzig Stunden geschlafen …»
«Spricht jemand Deutsch?», fragt ein Offizier. «Wir haben einen Transport
mit Frauen aus Auschwitz erwartet. Kommt ihr aus Auschwitz? Seid ihr
anstelle der Frauen hier?» – «Wir kommen aus Auschwitz. Und wir
sind Frauen.» Eine Welle der Ungläubigkeit zieht durch die Reihen der
versammelten Militärs …
Sieben Monate lang bleibt sie in Augsburg und wird zur Zwangsarbeit in den dortigen Michelwerken eingesetzt, bis sich plötzlich
die Neuigkeiten überschlagen:
Ende März kommen fantastische Gerüchte auf: Die Alliierten rücken vor.
Unsere Befreier, die Amerikaner und Engländer, sind schon ganz nah …
Dann gibt es andere Gerüchte.Wir sollen evakuiert werden … Monatelang
habe ich unablässig geträumt, gehofft, gebetet. Jetzt gehen wir – welcher
Zukunft entgegen?
Dann, am 29. April 1945, kommt es endlich zum erlösenden
Moment:
Wenige Minuten später erscheint ein kräftiger Offizier mit roten Backen.
Mit lauter Stimme fragt er in seltsam klingendem Jiddisch: «Wer seid ihr?
Seid ihr Juden?» Und noch einmal: «Wer seid ihr? Könnt ihr mich verstehen? Könnt ihr Jiddisch sprechen? Wer von euch versteht, was ich sage?»
Wir starren ihn an, ohne zu antworten. Schließlich flüstert Martha, die dem
Eingangstor am nächsten ist: «Wer sind Sie?»
«Wir sind Amerikaner. Aber wer seid ihr? Seid ihr Juden? Seid ihr Männer
oder Frauen?» – Schnell setzen sich alle auf. «Amerikaner!» Es ist so weit.
Wir werden befreit. Es ist überstanden. Die Amerikaner sind jetzt da.
Wir sind frei. Endlich sind sie da. Endlich.
Am 29. April 2015 jährt sich der Tag der Befreiung des
Konzentrationslagers Dachau und der angegliederten
Außenlager zum 70. Mal. Elli Friedmann, deren Vater in den
letzten Tagen vor der Befreiung im Lager Bergen-Belsen ermordet wurde und die heute den Namen Livia Bitton-Jackson trägt,
gehört nicht nur zu den Überlebenden, sie hat Zeugnis abgelegt
von den Grausamkeiten, die sie während der verschiedenen
Stationen ihrer Deportation erlebt hat. In ihrem Buch 1000 Jahre
habe ich gelebt* berichtet sie von ihrem Leben als Jugendliche im
Holocaust, endend mit der Befreiung und der Überfahrt in die
USA, wo sie später einen Lehrstuhl an der City of New York
University innehatte. «Mit dem Buch stellte sich die Professorin
für Jüdische Geschichte in eine Reihe mit Autoren wie Ruth
Klüger, Primo Levi und Elie Wiesel. Der lobte es als eines der
bewegendsten Dokumente, die er jemals über den Holocaust
gelesen hat.» (Süddeutsche Zeitung) Livia Bitton-Jackson ist heute
84 Jahre alt und lebt in Israel und den USA. ■
* Das Buch von Livia Bitton-Jackson, «1000 Jahre habe ich gelebt. Eine Jugend
im Holocaust», ist im Verlag Urachhaus erschienen (ISBN 978-3-8251-7452-1).
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28 | 29 serie: werte der kindheit
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Konfliktfähigkeit
Foto: count*0 / photocase.de
von Christiane Kutik
«Wer ist denn bei Ihnen zu Hause der Chef?» Auf diese Frage antwortet ein Vater in einer Elternrunde blitzartig: «Ich bin’s nicht.» – Alle lachen. Doch den
meisten geht es ähnlich, sie wollen sich lieber als Freunde ihrer Kinder verstehen und haben das Bestreben, ihnen alles recht zu machen. «Ich will, dass mein
Kind mich mag.» Das ist oft gleichbedeutend mit der Einstellung: Bitte keine Konflikte! Aber diese Vermeidungshaltung lädt Konflikte geradezu ein.
Konflikte entstehen besonders dann, wenn sich Eltern
uneinig sind: Mama und Papa sitzen mit der Tochter in einem
Bahnabteil. Da fängt das Kind an, mit seinen Schuhen den gegenüberliegenden Sitz zu bearbeiten. Papa sagt: «Tu’ bitte die Schuhe runter.»
Als die Kleine nicht reagiert, wiederholt er den Satz – und sie weint
sofort herzzerreißend. Und schon ist Mama zur Stelle. Sie streicht ihr
über den Rücken und «tröstet»: «Das war doch nicht so gemeint.» Das
Kind schluchzt noch ein paar Mal. Dann macht es das Gleiche wie
zuvor. Und der Vater? Der sagt nichts mehr.
Ein klassischer Elternkonflikt, den viele kennen: Einer sagt hü und
der andere hott. Mittendrin ist das Kind, das sich mittels Gezeter
durchsetzt und nun die Macht hat. Und was lernt es dabei? Wenn
ich Theater mache, kriege ich Aufmerksamkeit. Ich werde sogar
noch gestreichelt. Und am Schluss geht’s dann nach meinem
Willen.
Wenn Eltern «alles recht machen» wollen, wird Kindern also
ein völlig unsoziales, egoistisches Verhalten beigebracht. So wundert
es dann nicht, dass viele Eltern heute klagen: «Unser Kind will ständig, dass es nach seiner Pfeife geht. Und wehe, wenn nicht, dann
rastet es gleich aus.»
Auf die Frage «Was machen Sie dann?» antwortet eine Mutter:
«Meistens geben wir nach. Wir dachten ja anfangs noch, dass sich
das schon irgendwie auswächst. Aber seitdem unser Kind in der
Schule ist und der Lehrer sich bei uns beschwert hat, dass es mit
ihm dauernd Konflikte gibt, wollen wir wissen, wie wir das abstellen können.»
Abstellen? Am Kind lässt sich nichts abstellen, da es ja keine
Maschine ist. Das Einzige, was wirklich hilft: das Steuer in die
Hand nehmen und Kinder erziehen. Beim Autofahren klappt es
ja auch. Da lässt kein Erwachsener sein Kind ran, sondern sitzt
selbst am Steuer. Kein Brüllen, kein Auf-den-Boden-Schmeißen
oder sonstiges Theater könnte ihn dazu bringen, das Kind fahren zu
lassen. Hier haben alle Eltern klare Regeln, die sie auch durchsetzen. Und genau das braucht es auch im Erziehungsalltag.
Und wie soll das gelingen? Wenn Sie sich mal bei anderen Eltern
erkundigen, werden sie erstaunt sein, dass die meisten sich darüber
noch nie verständigt haben. Aber viele unnötige Konflikte entstehen, weil klare Absprachen und Regeln fehlen.
Kinder brauchen klare Regeln. Und für klare Regeln ist es
wichtig, dass die Erwachsenen sich einigen, welche Regeln in der
Familie überhaupt gelten:Was soll – bei uns – wann, wie, wo gelten?
Bewährt hat es sich, sich einmal in Ruhe zusammensetzen und die
Regeln auch aufzuschreiben. Nicht nur, dass einer sagt: «Ach, mach
du das!», sondern dass beide Eltern sich einbringen und damit auseinandersetzen. Mit dem Ziel, an einem Strang zu ziehen, werden
die Vorstellungen anschließend miteinander besprochen und aufeinander abgestimmt. Ein paar wesentliche Grundregeln lassen sich
immer finden.
Hilfreich ist es auch, den Kindern die jeweiligen Regeln rechtzeitig
mitzuteilen und sie unermüdlich zu wiederholen, wenn es sein
muss. Und natürlich, sie auch selbst einzuhalten.
Ist die Regel auch wasserdicht? Kinder wären keine Kinder,
wenn sie nicht immer wieder probieren würden, ob die Regel noch
gilt. Es ist nach dem Abendessen und schon aufgeräumt. Da kommt Klara
zu Papa: «Darf ich noch bisschen spielen?» – Papa kennt das schon. Er
fragt: «Und, was hat Mama gesagt?» Da dreht das Kind seinen Kopf weg.
Papa muss schmunzeln, als sich herausstellt, dass sie Klara gerade vorher
zum Zähneputzen gerufen hatte.
Mit der neutralen Frage: «Und, was hat Mama gesagt?» – oder
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umgekehrt: «Was hat Papa gesagt?» –, lässt sich verhindern, dass Kinder die Eltern untereinander ausspielen und in Konflikte bringen.
Nein sagen, wo es nötig ist, und das auch üben. Was tun, wenn das Kind beim nächsten Mal
etwas unbedingt sofort haben will und Stress macht? Dann zeigen Sie sich selbst konfliktfähig und sagen
Sie beherzt: «Nein, das erlaube ich nicht.» Und wenn das Kind dann rebelliert? Dann muss man das aushalten, und es ist kein Unglück, denn kindliche Rebellion und Aufbegehren sind völlig normal.
Allerdings sind Kinder darauf angewiesen, dass die Eltern sich dann auch stellen, glaubwürdig bleiben
und bekräftigen: «Ich meine, was ich sage.» – Damit ermöglichen Eltern dem Kind die Erfahrung, mit
der Enttäuschung fertig zu werden. Das kann ihm keiner abnehmen. Gönnen Sie Ihrem Kind also den
Frust. Der Einwand «Das ist aber herzlos, ich kann doch mein Kind nicht weinen lassen» ist genau die
Falle, in die sich Eltern häufig selbst bringen. Sie wollen das Geschrei «abstellen» und geben nach. Der
Auseinandersetzung wird ausgewichen, und die Reibung fehlt. Doch sie ist nötig. Denn wo Reibung
ist, da ist Wärme und Kontakt. Ein Vater, der seinem Sohn etwas nicht erlauben wollte, sagte zu ihm:
«Ich sage nein, weil ich dich liebe, und ich nehme die Auseinandersetzung in Kauf. Wenn du mir egal wärst,
könnte ich darauf verzichten und mir einen schönen Tag machen.»
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Kein falsches Belohnen durch Nachgeben oder Trösten, nur weil ein Kind zetert. Auch Kinder
beim Spielen dauernd gewinnen zu lassen ist eine falsche Belohnung. Ein Vater bestätigt: «Immer hab ich
unseren Sohn gewinnen lassen, bis mich mal ein Freund darauf aufmerksam machte, dass Kinder dann ein völlig
falsches Weltbild bekommen und meinen, sie hätten ein Dauerabonnement auf Erfolg. Bei uns war das auch schon
ein bisschen so. Also bin ich bei unserem nächsten Wettrennen extra mal schneller gelaufen als mein Sohn. Da ist er
total ausgerastet. Ich habe ihm dann nur gesagt: ‹Keiner kann immer gewinnen.›»
Fehlbar sein und dazu stehen – denn niemand ist unfehlbar. Fehler sind normal. Sie sind menschlich und auch lehrreich. Es fällt keinem Erwachsenen ein Zacken aus der Krone, wenn er dem Partner
oder den Kindern gegenüber zugibt: «Da hab’ ich überreagiert.» – «Das was unfair von mir.» Und Nähe
herstellt mit offenem Blick in die Augen des anderen: «Bitte entschuldige. Das tut mir wirklich leid.»
Wo Eltern das Ruder in die Hand nehmen und sich selbst echt und menschlich und lernfähig zeigen,
da können sie definitiv aus der Konfliktzone von Rechthaberei, Perfektionismus und Verhärtung
herausführen. Denn wirksamer als alle Worte und Ermahnungen ist das, was vorgelebt wird. ■
Christiane Kutik (www.christiane-kutik.de) ist Coach für Eltern und pädagogische Fachkräfte, hält als Referentin
Vorträge und Seminare und ist Autorin erfolgreicher Elternratgeber.
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04 | 2015
30 literatur für junge leser
Beatrijs Oerlemans
Sterngucker
gelesen von Simone Lambert
In diesem poetischen Märchen reisen zwei Kinder und
ein schwarzer Kater mit einem Motorschiff zu den Orten
ihrer Sehnsucht. Martin und Rosa sind die Passagiere (und die
Matrosen), Kater Max ist der Kapitän (und der Smutje). Sie wollen
den Sternschnuppenschwarm sehen, der nur alle fünf Jahre über
der Katzeninsel niedergeht. Und sich dann etwas wünschen.
Es ist ein Abenteuer ohne Erwachsene. Nur vage kennt die Besatzung die Richtung ihrer Fahrt. Max orientiert sich an der Sonne
und nachts an den Sternen. Die Kinder genießen das faule Leben
an Deck bei Sonnenschein genauso wie die Arbeit oder den Sturm.
Max ist der Erfahrene, die liebevolle und fürsorgliche Autorität,
der sich die Kinder anvertrauen: immerhin ist er mit seinen zwölf
Katzenjahren ein reifer alter Herr – und er hat magische Fähigkeiten. Seine geheime Kiste fördert immer genau das zutage, was
die Kinder benötigen. Zum Beispiel eine Flasche, die als Flaschenpost zuverlässig den Kontakt zu den Eltern hält.
Der weise Kater bestimmt das erste Ziel der Reise: die Katzeninsel,
die er vor zehn Jahren verlassen hat, ohne sich von seinem besten
Freund zu verabschieden. Die Heimkehr ist glücklich, doch nach
einer Woche reisen die drei von der Katzeninsel wieder ab. Max
sagt: «Es war wunderbar … ich bin froh, dass ich mein Versprechen
endlich eingelöst habe. Aber es ist auch schön, wieder wegzugehen.
Diese Insel ist zu klein für meine Träume.»
Eine starke, entschlossene Person ist auch Rosa, Martins Freundin
und Nachbarin. Rosa mit den roten Locken hat ein Holzbein, und
im Verlauf der Reise wird sie Martin von dem Unfall erzählen,
der ihrer Behinderung vorangegangen ist. Sie hat den Verlust verwunden. Entgegen jeder Wahrscheinlichkeit will sie Hochseilartistin werden. Furchtlos und geschickt klettert sie in die Masten
ebenso wie in eine Zirkuskuppel. Als ihr auf der Zirkusinsel ein
Verlag Urachhaus
ISBN 978-3-8251-7811-6
ab 8 Jahren
grandioser Auftritt gelingt, erobert sie sich ihr großes Ziel zurück.
Es ist Martins Boot, mit dem die drei ihre Ferienreise unternehmen,
doch der zehnjährige Ich-Erzähler weigert sich lange, das Steuerruder einmal selbst in die Hand zu nehmen. Martin ist ein ängstliches Kind, verunsichert, seit seine Mutter an Krebs gestorben
ist. Indem er davon erzählt, kann er seine Trauer fühlen und sich
von seiner Mutter verabschieden. Er lernt, die Lücke, die sie
hinterließ, mit Erinnerungen zu füllen. Und sich seinem Vater zu
öffnen.
Es liegt ein Zauber über dieser Reise. Sie ist wie ein kindliches vertieftes Spiel, das sich über lange Zeit hinzieht, wie so etwas manchmal in den Ferien der Fall sein kann. Die Kinder fotografieren und
malen ihre Erfahrungen, sie staunen über die skurrile Katzeninsel
oder den Zirkuslöwen, der vegetarisch lebt. Unabhängig von den
Erwachsenen bewegen sich drei kindliche Versehrte auf dem
unendlichen Meer der Seele und gehen ihren Träumen auf den
Grund. Die wundervollen, intensiv farbigen Tableaus von
Peter-Paul Rauwerda fassen diesen Zauber in Bilder und
zeigen die Protagonisten stets winzig klein und geborgen
in einem weiten, unbegrenzten Raum. Martin, Max und
Rosa verwandeln Schmerz, Verlust und Abschied in Handlungsfähigkeit, Hoffnung und Schönheit. Und am Ende steuert Martin
sein Boot – nach Hause. ■
Simone Lambert lebt bei Hamburg, hat am Institut für Jugendbuchforschung
der Goethe-Universität Frankfurt Germanistik studiert und ist als Rezensentin von
Kinder- und Jugendliteratur für verschiedene Zeitungen und Zeitschriften tätig.
Mehr aus dem Atelier ist zu finden unter: www.danieladrescher.de
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Mit Illustrationen von
Peter-Paul Rauwerda
Übersetzt von Marianne Holberg
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•
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mein buntes atelier
•31•
Liebe Kinder!
Der blaue Himmel färbt sich im Nu gewitterschwarz – wo eben noch
Sonnenstrahlen wärmten, prasseln im nächsten Augenblick Regentropfen
oder manchmal sogar Hagelkörner nieder. Gleich darauf vertreibt der Wind
die dicken Wolken wieder und die Sonne bringt alles zum Glitzern
und Funkeln. Das ist der April.
Und so ungewöhnlich wie dieser Monat ist,
so seltsam war der Besuch,
den ich neulich hatte …
Eines Tages vor der Tür
Stand ein dickes Murmeltier.
Das sang ein Lied ganz ungeniert
Und ich war ziemlich irritiert.
Mehr aus dem Atelier ist zu finden unter: www.danieladrescher.de
Es jodelte aus voller Kehle
Und berührte meine Seele.
Ich konnte hohe Berge sehen,
Über grüne Wiesen gehen.
Adler zogen ihre Kreise,
Und noch weiter ging die Reise
Durch die Wolken und zurück –
Ach! Ich fühlte so viel Glück!
Das Lied verklang und vor der Tür,
Da stand kein dickes Murmeltier.
War es denn nur die Fantasie?
Oder vielleicht gar doch Magie?
Ich schicke regenbogenbunte Grüße aus meinem Atelier,
und freue mich schon auf euch im nächsten Monat! Eure
Daniela Drescher
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Für Ernährungsbewusste und Lebenskünstler
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Buch auch mit ihren durchweg künstlerischen, stimmungsvollen
Fotografien ausgestattet hat.
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04 | 2015
eine seite lebenskunst 33
Narzissen
ein Idee von Angelika Wolk-Gerche
Endlich ist der Frühling da – und mit ihm ist auch die
Blütenpracht zurückgekehrt. Da lässt man sich doch
gerne zum kreativen Arbeiten inspirieren!
Material | Hilfsmittel:
Vorfilz, weiß und gelb (oder nur gelb, ganz nach Wunsch)
etwas grüne Vlieswolle
nicht filzender Heftfaden und Nadel
Mehrfachfilznadel und Filzmatte, Antirutschmatte
Anleitung:
Aus dem Vorfilz drei gleich große Kreise (zwei weiße und einen
gelben) ausschneiden (Durchmesser ca. 11 cm) und alle drei
Scheiben übereinander auf die Stechunterlage legen. Der gelbe
Kreis liegt oben (siehe Abb. 1).
Die Kreise in der Mitte mit der Mehrfachfilznadel zusammensticheln, anschließend umdrehen und etwas grüne Wolle kreisförmig auf die Unterseite applizieren (siehe Abb. 2). Dies soll den
Blütenkelch andeuten.
Den Rohling mit etwas Seifenwasser befeuchten, in die Antirutschmatte einrollen und etwa 10-mal ohne Druck hin- und herrollen.
Nach dem Aufwickeln die drei Blattbereiche sorgsam voneinander
lösen, da sie sich leicht miteinander verfilzt haben. In der Mitte
bleibt selbstverständlich alles miteinander verbunden.
Die Blüte nun von der anderen Seite her wieder einrollen, dann
wieder aufrollen, die Blättchen erneut voneinander lösen usw., bis
ihr Durchmesser nur noch ca. 7 cm beträgt.
In die beiden weißen Blütenscheiben versetzt je drei Blättchen
einschneiden.
1
2
Anschließend nochmals einrollen und kurz filzen, damit die Schnittkanten gemildert werden. Die Blüte danach gründlich ausspülen.
Um die «Trompete» der Narzisse herzustellen, wird ein stabiler
Heftfaden mit kleinen, gleichmäßigen Stichen um den Rand der
gelben Scheibe geheftet, eingekräuselt und zusammengezogen
(siehe Abb. 3).
Die weißen Blätter schließlich noch etwas kniffen, damit sie ein
paar Längsfalten bekommen und die Blüte lebendiger aussieht.
Nach dem Trocknen den Faden entfernen – schon blüht dieses
Blümchen nicht nur zur Osterzeit!
Blumen in ihrem Farb- und Formenreichtum laden uns alle zum
Staunen ein. Die Designerin Angelika Wolk-Gerche hat in ihrem
Buch einen bunten Ideenstrauß zusammengestellt und regt damit
zum kreativen Gestalten ganz unterschiedlicher Blumen aus dem so
vielseitigen und beliebten Material Filz an. ■ (mak)
Angelika Wolk-Gerche
Blütenträume
Kreative Gestaltungsideen aus Filz
160 Seiten, gebunden | 19,90 Euro
ISBN 978-3-7725-2137-9
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3
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34 preisrätsel | sudoku
Das
Preisrätsel
Passend zur Passionszeit suchen wir im April-Rätsel den Titel der
2. Sinfonie in c-Moll des Komponisten Gustav Mahler (7.7.1860 –
18.5.1911), der wie kaum ein anderer für eine Zeitenwende in der
Musik steht. Mahler schrieb an diesem monumentalen Werk, das
neben einem sehr großen Orchester auch – und das ist äußerst
bemerkenswert – einen gemischten Chor sowie Solostimmen
enthält, über einen Zeitraum von sechs Jahren. Lange dauerte es
also, bis er es 1894 vollendete. 4 Sätze hatte er bereits notiert, zum
5. Satz – dass es einen solchen gibt, ist auch bemerkenswert – fand
der erst durch ein Schlüsselerlebnis auf der Trauerfeier für seinen
Mentor Hans von Bülow, das er wie folgt beschreibt: «Da intonierte der Chor von der Orgel den Klopstock-Choral … Wie ein
Blitz traf mich dies und alles stand ganz klar und deutlich vor
meiner Seele! Auf diesen Blitz wartet der Schaffende, dies ist die
‹heilige Empfängnis›.» Die namensgebende Ode von Friedrich
Gottlieb Kloptstock offenbarte Mahler das Gesuchte, das auch
andere seiner Werke kennzeichnet: «per aspera ad astra» / «durch
Dunkel zum Licht».
Das fast 90 minütige Werk, das 1895 von ihm selbst bei der Uraufführung in Berlin dirigiert wurde, zählt zu Mahlers Wunderhorn-
Das
Sinfonien und brachte ihm große Anerkennung in Komponistenkreisen (weniger unter Kritikern) ein. So ernannte kein Geringerer
als Johannes Brahms ihn zum «König der Revolutionäre». ■ (sh)
Unter den richtigen Einsendungen verlosen wir 5 Exemplare des
Buches Gustav Mahler – Vision und Mythos von Frank Berger, das
weit mehr ist als ein Komponisten-Porträt.
Lösungswort:
–
Das Lösungswort einsenden an:
Preisrätsel · Landhausstr. 82 · 70190 Stuttgart
oder an: [email protected]
Einsendeschluss ist der 20.04.2015 (Datum des Poststempels), der
Rechtsweg ist ausgeschlossen. Das Lösungswort der März-Ausgabe
lautet EROICA. Die Gewinnerinnen und Gewinner werden
schriftlich benachrichtigt.
Sudoku
Setzen Sie in jedes leere Feld eine Zahl von 1 bis 9, sodass in jeder Zeile und jeder Spalte und jedem der 3 x 3 Quadrate die Zahlen
1 bis 9 nur einmal vorkommen. Da uns in der März-Ausgabe ein «dicker Hund» passierte – in einer Spalte war zweimal die 9 zu finden –,
gibt es das März-Sudoku hier nun nochmals, und zwar fehlerfrei. Viel Freude beim jetzt möglichen Lösen! ■
EINSAME HUNDE: ZUGABE 3
Level 2
2
EINSAME HUNDE: ZUGABE 4
7
8
3
7
1
9
9
8
2
7
5
3
2
9
3
3
1
6
8
8
9
Die schönsten Sudokus aus Japan
2
8
5
2
1
7
5
4
1
4
4
5
3
7
5
5
4
6
Level 3
3
4
aus a tempo 03 | 2015
9
8
5
7
Die schönsten Sudokus aus Japan
6
2
8
a tempo 04 | 2015
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04 | 2015
kulturtipp 35
Annette Wagner und Sophie, die stolz ist –
denn sie wird nicht nur gefilmt, sondern nimmt
selbst die Kamera in die Hand.
Sophies Weg
von Christian Hillengaß
Sophie kommt manchmal etwas laut und ungestüm daher.Wenn sie
sich freut, gibt die Zwanzigjährige ihrem Jubel ungehindert Ausdruck. Sie platzt dann förmlich vor Freude. Das ist ansteckend. So
was von. «Wenn wir uns länger nicht gesehen haben und ich bei ihr
klingle, kommt sie mit 180 Stundenkilometern bedingungsloser
Liebe auf mich zugeschossen. Dann scheint für den Rest des Tages
die Sonne», erzählt die Filmemacherin Annette Wagner. Sie kennt
Sophie seit mehr als zehn Jahren. Damals besuchte sie eine Lesung,
in der Sophies Mutter über das Leben mit ihrer Tochter berichtete.
Die Mutter stand auf der Bühne und hatte gerade ihren ersten Satz
begonnen: «Meine Tochter hat das Down-Syndrom …», als in der
Stille der Zuhörer ein kleines Mädchen aufstand, die Arme vor der
Brust verschränkte und ein «Genau!» ins Publikum schmetterte.
Die Veranstaltung war von Eltern organisiert, die sich über die Erfahrungen mit ihren Kindern austauschten, zu deren Geburt sie
viele besorgte und mitleidige Blicke und Beipackzettel mit zahlreichen Risiken und Nebenwirkungen bekommen hatten. Sehr
viel Belastendes und sehr wenig Mutmachendes kam da
von außen. Als eine von außen, als Journalistin, die damals zum
ersten Mal mit Downsyndrom-Kindern in Berührung kam, spürte
Annette Wagner die Notwendigkeit, diesen gesellschaftlichen
Negativzeichnungen und Ängsten das Bild eines guten, eines gelungen Lebens entgegenzuhalten. Die Kleine, die so selbstbewusst
«Genau!» gerufen hatte, erschien da im richtigen Moment. Wagner
durfte Sophie mit der Kamera in den Alltag folgen und die
Geschichte eines Mädchens dokumentieren, das freudige Schritte in
die Welt macht, weil es mutig und neugierig ist und von seiner
Familie ein förderndes Gleichgewicht aus Behütetsein und
Zutrauen erfährt. Noch bevor das Wort Inklusion in aller Munde ist,
erkämpft Sophies Mutter ihr einen Platz in der Regelschule, wo sie
wie alle anderen Kinder Lesen, Schreiben und Rechnen lernt.
Langsamer zwar, aber nicht minder stolz auf das Erlernte.
Zehn Jahre später ist ein zweiter Film entstanden. Er beleuchtet
Sophies weiteren Weg, der sie nun noch ein ganzes Stück weiter in
die Welt hinaus führen wird. Die Berufsfindung und die Ablösung
von zu Hause stehen an. Sophie findet ihren Weg ist aber nicht nur das
berührend Portrait einer jungen Frau, die ihr Umfeld gleichzeitig
beschenkt und herausfordert. Der Film lenkt den Blick auch darauf,
wie dieses Umfeld ihr helfend beiseite steht; ein unterstützendes
Netz aus Familie, Betreuern und Institutionen begleitet Sophie auf der
Schwelle ins Berufs- und Erwachsenenleben.
Die Bedingungen mit Trisomie 21 zu leben, sind heute praktisch so
gut wie nie zuvor. Dennoch kommen immer weniger dieser Kinder
zur Welt. Ein einfacher Test des Mutterblutes ermöglicht seit 2012
eine Diagnose bereits nach der neunten Schwangerschaftswoche.
Und laut einer Studie des Instituts für medizinische Genetik der
Universität Zürich treiben 94,5 % der Paare ihr Kind ab, wenn sie
erfahren, dass es das Downsyndrom hat. Annette Wagner weist auf
die Schere hin, die in einer Gesellschaft klafft, die sich einerseits das
Wort «Inklusion» auf die Fahnen schreibt und anderseits Leben mit
Behinderung durch diese Testmöglichkeiten diskriminiert und verhindert. Im Film über Sophie spricht sie die Problematik nicht an,
was gut ist. Das Reißerische liegt ihr fern. Aber spätestens wenn die
Kosten des Tests in absehbarer Zeit von den Krankenkassen übernommen werden, wird dieser Test auch zu einem Test für die
Gesellschaft. Inklusion – sollte das nicht heißen, das Kind so
anzunehmen, es so zu lieben, so zu fördern, wie es kommt?
Und kann dadurch nicht ein tiefes Glück erlebt werden? Wagners
Filme über Sophie lassen die Antwort im Herzen entstehen, sie
artikuliert sich in einem lauten, ungestümen: «Ja, genau!» ■
Der Dokumentarfilm von Annette Wagner, «Sophie findet ihren Weg – Leben mit
Down-Syndrom», wird am 26. April 2015 um 17:30 Uhr in der ARD gesendet.
Eine Produktion des Südwestrundfunks für «Das Erste – Gott und die Welt».
Der erste Film «Sophie – ein göttliches Geschenk» ist als DVD erhältlich / Verleih,
Vertrieb: Matthias-Film (www.matthias-film.de).
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Michael Lipson
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Bad Schwalbach: Lichtblick – Bücherkiste | Bad Wildungen: Buchhandlung Bing | Balingen: Neue Buchhandlung | b2 Biomarkt | Bamberg: Neue Collibri Buchhandels-GmbH | Berlin: Braun & Hassenpflug | Kaesebiersche
Hofbuchhandlung | Betzdorf: Sarrazin | Bexbach: buchkultur – Schwartz | Bielefeld: Buchtipp | Lebensbaum | Buch Welscher | Bietigheim: Buchhandlung Exlibris | Blankenheim: Bücherecke | Blaubeuren: Buchhandlung Bücherpunkt
| Bleckede: Hohmann | Bochum: Bücherstube Lesezeichen | Bonn: Buchhandlung am Paulusplatz | Böhl-Iggelheim: Buchhandlung Böhler Bücherwurm | Braunschweig: Graff | Bremen: Morgenstern Buchhandlung | Bruchsal:
Buchhandlung am Kübelmarkt | Brühl: Bücherinsel Brühl | Bühl/Baden: Papillon | Butzbach: Hess Natur | Buxtehude: Schwarz auf Weiß | Celle: Sternkopf & Hübel | Chemnitz: Buchhandlung Schulz | Darmstadt: Bessunger Buchladen
| Lesezeichen | Schirner | tegut … (Weiterstadt) | Diepholz: Buchhandlung Schöttler | Dillenburg: Buchhandlung Rübezahl OHG | Dreieich: Sprendlinger Bücherstube | Dresden: Buchhandlung & Antiquariat Reimers| Bücheroase | Duisburg:
Roskothen | Düsseldorf: Regenbogenbuchhandlung | Echzell: Allerleirauh Buchhandlung | Buch und Spiel | Eckernförde: Spielkiste | Emden: Lesezeichen | Engstingen: Libresso | Erlangen: Kornblume | Essen: Alex liest Agatha |
Kinderkram v. Brinkmann | Fellbach: Rampp | Filderstadt: Spielzeug und Bücher | Filderklinik | Oesterlin | Finnentrop: Bh. Am Rathaus | Finning: Finninger Buchhandlung | Flensburg: Regenbogen | Forchheim: ‘s blaue Stäffala |
Frankenberg: Buchhandlung I. Jakobi | Frankfurt/M.: Bücherniesche | Hillebrecht | Naturkost Eschersheim | Freiburg: Buch- und Medienservice Burkhart | Freudenstadt: Arkadenbuchhandlung | Buchhandlung Dewitz | Friedrichshafen:
See-Verlag | Fulda: Paul + Paulinchen | Rathaus Buchhandlung | Geldern: Buchhandlung Keuck GmbH | Der Bücherkoffer | Gelnhausen: Brentano Buchhandlung | Gera: Fr. Brendel’s Buchhandlung | Kanitz’sche Buchhandlung GmbH |
Gladbeck: Humboldt | Göttingen: Hertel | Großostheim: Büchertreff | Grünstadt: Garamond Buchhandlung | Hamburg: Buchhandlung Christiansen | Buchhandlung Nienstedten | Ida von Behr | Hier + Jetzt | Kibula | Nautilus Buchhandlung
| Rudolf Steiner Buchhandlung | Hannover: Bücherstube Bothfeld | Morgenstern Buchhandlung | Tao | Heidelberg: Eichendorff-Buchhandlung | Lichtblick | Wieblinger Buchladen | Heidenheim: Buchhandlung Konold | Heilbronn: Naturata
| Kinderparadies | Heilsbronn: Buchhandlung am Turm | Henstedt-Ulzburg: Buchhandlung Rahmer | Herdecke: Herdecker Bücherstube | Herdwangen: Drei Meilenstiefel | Herford: Auslese UG | Hermsdorf: Buchhandlung Hofmann |
Herrenberg: Buchhandlung Schäufele | Hildesheim: Bioladen im Klostergut Sorsum | Hof: Die kleine Buchgalerie (im Altstadt-Hof) | Kleinschmidt | Hofheim: Buchhandlung am alten Rathaus | Die Bücherkiste | Horneburg: Horneburger
Bücherstube | Husum: Buchhandlung Delff | Schlossbuchhandlung | Idstein: Hexenbuchladen | Immenstaad: Bücherstube Sabine Bosch | Kaiserslautern: Blaue Blume | Kaltenkirchen: Fiehland | Kandern: Buchhandlung Berger |
Karben: Karbener Bücherstube | Karlsruhe: Die Buchhandlung Karlsruhe-Mühlburg | Kaufladen | Kunsthandlung Gräff | Spinnrad | Kassel: Martinus-Buchhandlung | Kehl: Baumgärtner | Keltern: Tast | Kempten: Fingerhütchen | Köselsche
Buchhandlung | Lesezeichen | Kiel: Buchhaus Weiland | Die Kinderstube | Mittendrin | Zapata Buchladen | Kirchheim Teck: Schöllkopf | Koblenz: Artem audere | Buchhandlung Heimes | Köln: Maßstab | Naturata (Lutz Gößel) | Köngen:
Köngener Bücherstube | Konstanz: BuchKultur Opitz | Krefeld: Cosmas & Damian | Der Andere Buchladen | Künzell: Das Lädchen Loheland | Landshut: Bücher Pustet | Landstuhl: Buchhandlung Stützel KG | Langen: Litera GmbH |
Lauffen a. N.: Hölderlin | Laufen: Buchgarten | Lauterbach: Das Buch | Lesezeichen | Leipzig: Shakunda Mineralien- und Buchhandlung | Leonberg: Bücherwurm | Röhm im Leo-Center | Leverkusen: Gottschalk | Lienen: Teuto-Apotheke
| Lindau: Buchhandlung Altemöller | Buch-Insel | Ludwigsburg: Paradies-Gärtchen | Lübeck: Buchhandlung Arno Adler | Lüdinghausen: Buchladen Reminghorst | Lüneburg: Das Buch | Das Lädchen an der R.Steiner Schule | Mainz:
Nimmerland | Magdeburg: BioLaden Alles Natur | Mannheim: Der Bücher-Wirth | Quadrate Buchhandlung | Xanthippe | Marburg: Lesezeichen | Markdorf: Wällischmüller | Markt Schwaben: Tagwerk MS Bio-Markt | Meerbusch: Buchund Kunstkabinett Mönter | Melle: Naturprodukte Tiarks | Mendig: Waldecker | Mosbach: Kindler's | Mülheim a. d. R.: Buchhandlung Tara | Müllheim: Beidek | Naturkost Löwenzahn | München: Buchhandlung Andrieu | Kunst + Spiel
| Münsingen: Bh. Im Pflügerhaus | Münster: Buchhandlung Laurin | Wunderkasten | Nagold: Zaiser | Nastätten: Bücherland | Neu Wulmstorf: Bücherforum | Neubiberg: Lentner'sche | Neunkirchen: Bücher König | NeunkirchenSeelscheid: Krein | Neustadt: Neustadter Bücherstube, Cherdron & Speckert | Niederfischbach: BucHe | Niefern-Öschelbronn: Bücherstube Johanneshaus | Nordhausen: Gerhard Rose | Nürnberg: Buchladen | Bücher Raum |
Bücherstube Martin | Bücherwurm | Gostenhofer Buchhandlung | Buchhandlung Else Weidinger | Hugendubel | KaKuze-Buchladen | Nürtingen: Buchhandlung im Roten Haus | Oettingen: Oettinger Bücherstube | Offenburg: Akzente |
Phantasia | Oldenburg/Holst.: Buchhandlung Glöss | Oppenheim: Buchhandlung am Marktplatz | Osnabrück: Altstaedter Bücherstube | Dombuchhandlung | Ottersberg: Froben | Kunst- und Bücherversand | Pforzheim: Gondrom |
Kulturhaus Osterfeld e.V. | Pforzheim-Büchenbronn: derdrehpunkt Pfullendorf: Linzgau-Buchhandlung | Pirmasens: Jung & Buchheit | Poing: Mehr fürs Lesen | Prien: BUKS Buch und Kinderspiel | Prüm: Buchhandlung Hildesheim |
Ransbach: Kannenbäcker Bücherkiste | Rendsburg: Buchhandlung Albers | Coburg’sche Buchhandlung | Roetgen: Lesezeichen | Rosenheim: Buchhandlung Bücherfamulus | Saarbrücken: Janus | Naturata | Spiel & Kunst | Salem: LinzgauBuchhandlung | Schopfheim: Regio Buch | Grünkern | Schleswig: Die Eule | Selm: Möller | Siegen: Buchhandlung Bücherkiste | Pusteblume | Sinzig: Lesezeit, Bücher & Wein | Soest: Rittersche | St. Blasien: Törle-Maier | St. Wendel:
EkZ | Steinen: Buchhandlung Schmitt | Steinenbronn: Steinenbronner Buchhandlung | Stockach: Bücher am Markt | Stuttgart: Buch & Spiel im Markt am Vogelsang | Engel | Pörksen | Heidehof Buchhandlung | Klaus Ebert | Konrad
Wittwer – Unibuch Hohenheim | Tausendschön | Tettnang: Lernwerkstatt Brunold | Montfort Buchhandlung | Tittmoning: Buch & Kunst am Gerberberg | Trier: Impuls | Gegenlicht Buchhandlung | Tübingen: Buch & Café Vividus | Kornblume
Bio-Laden | Tutzingen: Buchhandlung Gebhard Held | Überlingen: Naturata | Odilia | Überlinger Antiquariat | Ulm: Jastram | Usingen: MOMO-Naturkost | Vaterstetten: Der Buchladen | Versmold: Buchhandlung Krüger | Viersen:
Dülkener Büchereck | Villingen-Schwenningen: Bücherstube | Naturata | Natur und fein | Waiblingen: Der Laden | Wächtersbach: Dichtung & Wahrheit | Wangen i. A.: Ceres, Bücher und Naturwaren | Wedel: Wolland | Weil der
Stadt: Buch & Musik | Weilheim: Zauberberg Buchhandlung & Naturkost | Wermelskirchen: Bücher vom Stein | Westerland / Sylt: Bücher Becher | Wetzlar: Kunkel | Wiesbaden: Aeon | erLesen | Wiesloch: Dörner | Eulenspiegel |
Winterbach: RundUm | Witten: Lehmkul | Mayersche | Wittlich: Buchhandlung und Antiquariat Rieping | Hofladen | Wolfsburg: Buchhandlung Sopper | Wuppertal: Bücherladen | Grüner Laden | Würzburg: Buchladen Neuer Weg |
SCHWEIZ: Arlesheim: anthrosana | Buchhandlung Nische | Farbenspiel | Basel: Bider & Tanner | Sphinx | Bern: Anthrovita | Christengemeinschaft | Paul Haupt | Stauffacher Thalia Bücher AG | Buchs: GMG Buchhandlung | Dornach:
Buchhandlung am Goetheanum | Libro | Pfister | Rudolf-Steiner-Buchhandlung | Goldach: Bigler | Liestal: Rapunzel | Reinach: Hauptstraße 12 | Schaffhausen: Allerleirauh | Gesundheit & Entwicklung GmbH | St. Gallen: Rösslitor Bücher
| Thusis: Kunfermann | Wetzikon: Buchhandlung Kolb | Wil: Ad:Hoc | Zofingen: Mattmann | Zürich: Buchhandlung Beer | Im Licht | Vier Linden | ÖSTERREICH: Feldkirch: Cervantes & Co, Buch und Wein | Gallneukirchen: Bücherinsel |
Graz: Grün-Bunter-Laden | Moser | OASE – Buch und Spezerei | Innsbruck: Wagner’sche Buchhandlung | Kirchschlag: Buchhandlung Mayrhofer | Leibnitz: Hofbauer KG | Linz: Paireder | Buchhandlung Freie Waldorfschule | Lustenau:
Bücherwurm | Salzburg: Fa. Mercurius Österreich-Bücherkiste | Schiedlberg: Bacopa | Voitsberg: Harmonie | Wien: Bücherstube der Goetheanistischen Studienstätte | Bücherzentrum | Gläsernes Dachl | Herder | Lebens-Raum |
Morawa Wollzeile | OM Esoterik | LUXEMBURG: Alinea Alnatura | Ars Libri | Ernster | BELGIEN: Antwerpen: De kleine Prins | NIEDERLANDE: Den Haag: De Haagse Boekerij | Zeist: De Nieuwe Boekerij | Amsterdam: Zailing Boekerij
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Großes Glück …
… mit Hindernissen
Manchmal folgt auf großes Gluck eine richtige Pechsträhne. Und
es steht viel auf dem Spiel fur Casey. Soll sie um der Karriere
willen den Vater in einer brisanten Lage zurucklassen? Und wer
hat ihn uberhaupt in diese Lage gebracht? Auch ihr Freund Peter
scheint Zweifel an ihm zu haben. Aber Casey gibt so schnell
nicht auf.
Race
the
Wind
«Lauren St John schreibt mit viel Begeisterung für die
Träume junger Reiterinnen und viel Kritik gegen einen die
Pferde nur als Sportmaschinen betrachtenden Reitbetrieb.
Gerade Letzteres führt über die gängigen Klischees
anderer Pferdebücher hinaus.»
Bettina Haubold, www.pferdemaerchen.de
Roman
Lauren st john
Freies Geistesleben : Bücher, die mitwachsen
Lauren St John: Race the Wind. Roman | Aus dem Englischen von Christoph Renfer | 220 Seiten, gebunden mit Schutzumschlag und
Farbschnitt | € 17,90 (D) | ISBN 978-3-7725-2692-3 | (ab 14 Jahren) |
auch als eBook erhältlich | www.geistesleben.com
Leseprobe!
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So vergessen Sie keinen
Geburtstag mehr!
Daniela Drescher
Geburtstagskalender
Hier kommen die Freunde der kleinen Elfe
Flirr, der Zauberin Merlind mit ihrem Drachen
Igor und des Trolls Morchel auf ihre Kosten. –
Ein immerwährender Geburtstagskalender,
der Groß und Klein erfreuen wird.
Urachhaus
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Daniela Drescher: Geburtstagskalender | Mit immerwährendem Kalendarium |
12 Blätter mit Deckblatt, Spiralbindung | Format: 25 x 30 cm | € 13,90 (D) empf. Ladenpreis |
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