Was gegen Arthrose hilft

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gesundheit
A BENDZ E IT U N G MONTAG, 8. APRIL 2013
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München ist Deutscher Meister
Die wenigsten
Toten
Was gegen Arthrose hilft
Nur 7,7 Tote pro
tausend Einwohner! Nirgends wird
weniger gestorben.
Das erklärt übrigens
auch die hohe Hypochonder-Dichte. Für
Menschen, die sich vor tödlichen Krankheiten
fürchten, ist so eine Stadt natürlich attraktiv.
D I E B R U N O - R E I C H A R T- KO LU M N E
Kampf um Rechte
und Gleichheit
I
m Münchner Haus der Kunst
laufen momentan zwei außergewöhnliche AusstellunAZ-Kolumnist: Herzchigen zum Thema Südafrika: Im
rurg Bruno Reichart.
Erdgeschoss die Fotoschau
„Aufstieg und Fall der Apartheid“ mit über 600 Dokumenten aus den Jahren
1948 bis 1994, im ersten Stock die Installationen und
Skulpturen des weißen Regime-Kritikers Kendell
Geers. Die beiden Präsentationen berühren mich auf
zweierlei Art. Zum einen, weil ich von 1984 bis 1990
in Kapstadt das letzte Aufbäumen des Apartheidsystems miterlebt habe, zum anderen, weil man hier im
Museum noch einmal die ganze Perfidie eines diktatorisch geführten Staates vor Augen geführt bekommt.
Retrospektiv gesehen überlege ich mir natürlich,
ob ich mich damals nicht noch viel mehr hätte einbringen müssen – als Chirurg an einer Universitätsklinik, die sich so gut es ging um non-rassistische
Medizin bemühte. Wir operierten entsprechend den
Bedürfnissen, nicht der Hautfarbe, aber wir sahen
natürlich auch an jedem Montag in der Gerichtsmedizin die Opfer der Aufstände vom Wochenende und
behandelten unzählige Stichverletzungen an Herz
und Thorax. Man kann sich nicht heraushalten, das
wurde mir schnell klar, doch es war schwierig, mehr
zu tun als – zum Beispiel in meiner Klinik – die Stationen für Menschen jeder Hautfarbe zu öffnen. Man
war eingespannt in eine gut geölte Maschinerie des
Bösen, die ganz anders geartet war als alles zuvor
von mir Erlebte. Und um mich herum Schweigen.
Fragen wurden so lange nicht beantwortet, bis man
sie nicht mehr stellte. Und sich, falls möglich, Aufklärung anderswo holte.
Eine große Münchner Tageszeitung hat die Frage
gestellt, warum diese Südafrika-Schau ausgerechnet
hier gezeigt wird, Johannesburg wäre doch viel passender. Ich denke, es ist gut, wenn wir sicherheitsgewöhnten Mitteleuropäer dieses Anschauungsmaterial, diesen Kampf um Gleichheit und Rechte so
eindringlich vor Ort präsentiert bekommen. Unbedingt anschauen!
M O N TA G
GESUNDHEIT
Dr. Heribert Konvalin ist Experte für Arthrose
und spezielle Schmerztherapie: Als Präsident
der Gesellschaft für Prophylaktische Orthopädie
macht er sich für Prävention stark.
Foto: Loeper
Bei den Betroffenen entwickelt sich sehr häufig ein
Teufelskreis aus Schmerzen, Bewegungsmangel,
Schonhaltung und Übergewicht. Der Münchner
Orthopäde Heribert Konvalin gibt Therapie-Tipps
S
o präzise, flexibel und
vielseitig kann das bis
heute keine Maschine:
Das harmonische Zusammenspiel von Knochen, Knorpel,
Bändern, Sehnen und Muskeln in den menschlichen Gelenken ist einfach eine geniale
Konstruktion. Sie hat nur einen einzigen Fehler: Sie funktioniert in der Regel vier Jahrzehnte ziemlich reibungslos,
doch dann fangen die Probleme oft schon an. Denn orthopädisch betrachtet, sah die
Evolution nur circa 40 Jahre
für ein Menschenleben vor.
So steht neben einer familiären Veranlagung, Fehlhaltungen bzw. -stellungen oder einer Verletzung ab dem 40. Lebensjahr oft ein „ganz normaler“ Verschleiß am Anfang einer Arthrose: „Der Gelenk-
D I E N S TA G
TIERE
knorpel wird im Laufe der Zeit
immer dünner und verliert
seine dämpfende und schmierende Eigenschaft“, erklärt
der Münchner Orthopäde und
Arthrose-Spezialist Dr. Heribert Konvalin. „Je weiter die
Arthrose dann voranschreitet,
desto stärker reibt sich der
Knorpel im Gelenk ab, bis am
Ende Knochen auf Knochen
trifft.“ Spätestens dann haben
die Betroffenen in der Regel
höllische Schmerzen.
Besonders oft sind jene Gelenke betroffen, die den Hauptteil des Körpergewichts tragen müssen: die Wirbelsäule,
das Knie und die Hüfte – aber
auch Schulter, Hände, Sprunggelenk oder Zehen können
starke Probleme bereiten.
Im AZ-Report erklärt der Experte, worauf man achten
MITTWOCH
MÄNNER & FRAUEN
sollte und was gegen den Verschleiß hilft:
n Der größte Fehler: „Die Diagnose einer Arthrose wird
oft verschleppt, weil sie sich
immer wieder auch mal beruhigt. Viele Betroffene warten
deshalb viel zu lange, bis sie
zum Arzt gehen“, so Konvalin.
n Die Symptome: „Typisch
sind Schmerzen im Liegen, Sitzen und nach dem Schlafen.
Nach Anlaufschmerzen lassen
die Beschwerden in der Regel
nach und werden bei Bewegung besser“, so Konvalin:
„Dazu kommen Entzündungsprozesse, Schwellungen und
Bewegungseinschränkungen.“
n Der wichtigste Schutz für
den Knorpel: „Ein intakter
Muskelmantel stabilisiert und
vermeidet eine zu starke Belastung für Knorpel und Gelenk.“
n Die Ernährung des Knorpels: Der hyaline Knorpel, der
die Gelenkoberflächen als
Gleitschicht und Stoßdämpfer
umgibt, hat keine eigene
Durchblutung. Deshalb benötigt der Knorpel zum Überleben möglichst viel Bewegung:
„Nur so kann der Knorpel
über die häufige Diffusion mit
Nährstoffen versorgt werden“,
so Konvalin. Am sinnvollsten
sind Bewegungen, bei denen
keine zu große Gewichtsbelastung für die Gelenke entsteht:
Schwimmen, Radeln und ausgedehntes Spazierengehen.
n Die Therapie: Am Anfang
stehen abschwellende, entzündungshemmende Mittel und
Akupunktur gegen die Schmerzen sowie gezielte Krankengymnastik mit Muskelaufbau.
„Die Endoprothetik sollte
immer erst am Ende der Behandlung stehen“, rät Konvalin: „Aber auch nicht zu spät,
denn sie kann vielen Patienten eine hohe Lebensqualität
sichern.“ Michael Backmund
SERVICE UND TIPPS
Wem eine Knorpelzell-Transplantation helfen kann
Eine moderne KnorpelzellTransplantation kann Patienten bis 50 Jahren bei Unfällen mit begrenzten Knorpeldefekten vor einer frühzeitigen Arthrose bewahren.
D O N N E R S TA G
D I G I TA L E W E LT
Und eine Therapie mit dem
„Interleukin-I-RezeptorAntagonist“ kann helfen,
den Entzündungskreislauf
einer Arthrose vorübergehend zu stoppen. Der Ar-
F R E I TA G
K I N D E R & FA M I L I E
throse-Experte Dr. Heribert
Konvalin arbeitet im Medizinischen Versorgungszentrum für Orthopädie (MVZ
im Helios). Weitere Infos:
& 089/15 92 77-0
mb
S A M S TA G
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