Infoletter 1/2017 herunterladen

Liebe Leserinnen und Leser!
© BGW/ Stephan Floß
Herzlich willkommen zur neuesten Ausgabe des gesundheitspolitischen
Newsletters der BGW mit aktuellen Themen aus dem Bereich der
betrieblichen Gesundheitsprävention und des Arbeitsschutzes.
Die Berufsgenossenschaft für Gesundheitsdienst und Wohlfahrtspflege
(BGW) ist die gesetzliche Unfallversicherung für nicht staatliche
Einrichtungen aus dem Gesundheits-, Pflege-, Wohlfahrts- und
Sozialbereich sowie für Friseur-, Kosmetik- und Wellness-Betriebe. Wir
unterstützen rund 630.000 Mitgliedsunternehmen mit knapp 8 Millionen
Versicherten beim Arbeits- und betrieblichen Gesundheitsschutz.
Wenn Sie sich zu einem Thema ausführlicher informieren wollen, nutzen
Sie bitte die verlinkten Artikel unserer Website. Sprechen Sie uns bei
Bedarf auch direkt an: [email protected] Wir helfen Ihnen gerne mit
Informationen und Kontakten weiter.
Eine interessante und gewinnbringende Lektüre wünscht Ihnen
Ihr Prof. Dr. Stephan Brandenburg (Hauptgeschäftsführer der BGW)
PS: Haben Sie eine der letzten Ausgaben des Infoletters verpasst? Im Archiv können Sie alle bisherigen
Ausgaben nachlesen.
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BGW-Expertenkommission zur Zukunft der Pflege
© BGW/Werner Bartsch
Die von der BGW moderierte Expertenkommission Pflege hat ein neues
Positionspapier mit Empfehlungen für eine nachhaltige Entwicklung der
Pflege vorgelegt. Der derzeitige Reformprozess mit dem veränderten
Pflegebedürftigkeitsbegriff, den Pflegestufen und der geplanten
generalistischen Pflegeausbildung bringt nach Ansicht der Kommission für
die Beschäftigten die tiefgreifendsten Veränderungen der
Arbeitsbedingungen seit Einführung der Pflegeversicherung mit sich.
Pflegeabläufe, Kompetenzen, Ausbildungsordnungen und das
Pflegeverständnis insgesamt müssen an diese Entwicklungen angepasst
werden.
Impulse geben, Handlungsbedarf aufzeigen
Die Expertenkommission Pflege, die von der BGW 2006 ins Leben gerufen wurde, hat seit ihrer Gründung
fünf Positionspapiere und ein Memorandum vorgelegt, die sich mit den Auswirkungen von
Veränderungsprozessen auf die Arbeitsbedingungen in der Pflege befassen. Sie fokussiert sich auf Themen
wie Arbeitsschutz, Gesunderhaltung und Berufsbindung von Fachkräften, aber auch demografische
Einflüsse oder Entbürokratisierung der Pflegedokumentation. Die Expertenkommission versteht sich als ein
Impulsgeber, der den Verantwortlichen aus Politik und Pflegebranche Handlungsbedarf und Empfehlungen
aufzeigen und öffentliche Aufmerksamkeit für die Arbeitsbedingungen der Pflegekräfte schaffen will.
Mitglieder der Kommission sind Expertinnen und Experten aus Pflegeforschung, Pflegeverbänden,
Gewerkschaften, Pflegepolitik und BGW.
Schwerpunkte des Positionspapiers
Das aktuelle Positionspapier der Expertenkommission Pflege mit dem Titel "Zukunftsfähige Pflege –
Empfehlungen zur nachhaltigen Entwicklung der Pflege" geht auf vier Themenkomplexe ein und zeigt für
diese Lösungsansätze auf:
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Berufsbefähigende Ausbildung
Aufgaben- und bedarfsgerechte Personalbemessung und Lebensphasenorientierung der
Personalentwicklung
Nachhaltige Qualitätssicherung und Entbürokratisierung
Erhöhung von Arbeitszufriedenheit und Arbeitsgesundheit
Deutscher Pflegetag 2017
Das Positionspapier bildet auch die pflegepolitische Grundlage der BGW auf dem Deutschen Pflegetag vom
23. bis 25. März in Berlin, an dem sie sich als Premiumpartnerin mit Vorträgen, Workshops,
Diskussionsrunden, einer Projektbörse und einem Messestand zum Thema "Das gesunde Unternehmen"
beteiligt.
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Forschungsprojekt "Gesund von Anfang an" für Altenpflege-Azubis
© BGW/Kröger + Gross
Angesichts des steigenden Pflegebedarfs in Deutschland benötigt die
Altenpflege dringend mehr Auszubildende. Doch auch von denen, die sich
für den Pflegeberuf entscheiden, brechen viele ihre Ausbildung wieder ab.
Ein gemeinsames Ausbildungs- und Forschungsprojekt des saarländischen
Ministeriums für Umwelt und Verbraucherschutz sowie der BGW hat zum
Ziel, den Altenpflege-Nachwuchs für gesundes Arbeiten zu sensibilisieren
und so die Abbruchquote zu senken.
Gesundheit und Motivation unterstützen
Nicht erfüllte Erwartungen, körperliche und psychische Belastungen, Schichtarbeit, Umgang mit Krankheit
und Tod – es gibt viele Gründe, warum junge Menschen die Altenpflegeausbildung nicht zu Ende bringen.
Mit dem Forschungsprojekt wollen die BGW und das Ministerium herausfinden, durch welche Maßnahmen
die Gesundheit und Motivation der jungen Menschen so unterstützt werden kann, dass sie ihre Ausbildung
gesund und zufrieden absolvieren können und anschließend in den erlernten Beruf einsteigen.
Maßnahmenpaket für Auszubildende und Ausbilder
Das Projekt, das im Herbst 2016 gestartet wurde und bis Herbst 2019 läuft, umfasst ein Bündel von
Maßnahmen. Dazu zählen regelmäßige Workshops zur Entwicklung von Gesundheitskompetenz, etwa zu
rückengerechtem Arbeiten, zu Haut- und Infektionsschutz, zum Umgang mit kritischen Ereignissen, Stress
und psychischen Belastungen, zu Ernährung, Bewegung, Ergonomie, Schichtarbeit und Suchtprävention.
Außerdem arbeiten die Auszubildenden an konkreten Arbeitsschutzmaßnahmen in ihren Einrichtungen mit.
Parallel werden auch die Ausbildungsbetriebe, die Praxisanleiterinnen und -anleiter sowie die Lehrkräfte an
den Berufsschulen von der BGW beraten und weitergebildet.
Wissenschaftliche Begleitung
Die wissenschaftliche Begleitung und Auswertung des Projekts hat das Competenzzentrum Epidemiologie
und Versorgungsforschung bei Pflegeberufen (CVcare) am Universitätsklinikum Hamburg-Eppendorf inne.
An den Maßnahmen nehmen 50 Schülerinnen und Schüler des Altenpflege-Qualifikations-Zentrums der
Caritas in St. Wendel und der AWO Akademie Saar in Saarbrücken während ihrer dreijährigen Ausbildung
teil, weitere 50 bilden die Kontrollgruppe. Zu Beginn, in der Mitte und am Ende der Ausbildung werden die
Auszubildenden zu ihrem Gesundheitszustand und -verhalten, zu ihrer Arbeitsschutzkompetenz und zu ihrer
Zufriedenheit mit der Ausbildung befragt. Davon erhoffen sich die Projektinitiatoren Erkenntnisse über eine
gesundheitsförderliche Gestaltung der Altenpflegeausbildung, die letztendlich zu weniger
Ausbildungsabbrüchen führen soll.
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Neues Online-Angebot hilft Belastungen am Arbeitsplatz einzuschätzen
Welche Gefahren drohen meinem Rücken am Arbeitsplatz? Was kann ich tun, um ihn gesund zu erhalten?
Mit dem neuen interaktiven Angebot "Bewusst bewegen – auch im Job" bietet das Portal gdabewegt.de
Berufstätigen die Möglichkeit, ihren eigenen Gestaltungsspielraum an ihrem Arbeitsplatz einzuschätzen und
so Belastungen für Rücken und Gelenke zu senken.
Körperliche und psychische Faktoren
© BGW
Die Online-Handlungshilfe geht auf alle wichtigen Bereiche wie
Arbeitsplatzausstattung, Arbeitsorganisation und persönliches
Arbeitsverhalten ein. Wer den ganzen Tag in gebeugter Haltung vor dem
Computer sitzt, kann ähnlich gefährdet sein wie jemand, der mehrmals am
Tag schwere Lasten hebt und trägt. Auch psychische Faktoren wie Stress
und Betriebsklima spielen eine Rolle, da sie Einfluss auf die
Rückengesundheit haben können. Einen guten Einstieg in das OnlineAngebot bietet der Check "Rückenfit am Arbeitsplatz".
Tipps zur Vermeidung von Belastungen
Wer auf diese Weise seine individuellen Rückenbelastungen kennengelernt hat, dem gibt das Portal
zusätzlich praktische und leicht umsetzbare Tipps, wie diese reduziert oder, soweit möglich, kompensiert
werden können. Dabei geht es um folgende Bereiche:
 Ergonomische Ausstattung des Arbeitsplatzes
 Hilfsmittel zur Vermeidung von Belastungen
 Stressvermeidung
 Pausen und Erholung
 Änderung von belastenden Verhaltensweisen

Damit die Umsetzung der Tipps in den persönlichen Arbeitsalltag gelingt, wird außerdem sechs Wochen
lang ein Erinnerungs-Service per E-Mail angeboten.
Portal gdabewegt.de
Das Portal gdabewegt.de ist ein Angebot der Gemeinsamen Deutschen Arbeitsschutzstrategie (GDA), ein
Zusammenschluss von Bund, Ländern, Krankenkassen, Unfallversicherungsträgern, Arbeitgeber- und
Arbeitnehmerverbänden. Für das GDA-Schwerpunktthema Muskel-Skelett-Belastungen und das Portal
gdabewegt.de hat die BGW die Federführung inne.
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Neue BGW-Broschüre über gesunde und motivierende Mitarbeiterführung
Einrichtungen der Kranken- und Altenpflege stehen in einem intensiven
Wettbewerb um rare Arbeitskräfte. Der zunehmende Bedarf an
Pflegeleistungen kann nicht ausreichend mit Berufseinsteigern gedeckt
werden. Daher ist es eine der wichtigsten Herausforderungen für Heimund Pflegedienstleitungen, bewährte Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter im
erlernten Beruf zu halten und einen vorzeitigen Berufsausstieg zu
verhindern.
© BGW
Führungsaufgabe Mitarbeitergesundheit
Viele Einrichtungen erkennen diese Notwendigkeit und sind auf der Suche
nach geeigneten Konzepten, um als attraktiver Arbeitgeber im Wettbewerb
zu stehen. Hier unterstützt die BGW mit ihrer neuen Broschüre "Gesund
und motivierend führen". Angesichts der körperlichen und psychischen
Belastungen des Pflegeberufs stellt die Mitarbeitergesundheit eines der
wichtigsten Handlungsfelder für Führungskräfte dar. Es gilt, strukturelle
Gesundheitsrisiken zu erkennen und zu reduzieren, gesunde
Arbeitsbedingungen zu gestalten und gesundheitsfördernde Maßnahmen
zu initiieren, die langfristig Wirkung zeigen. Ebenso wichtig ist es, durch ein positives Arbeitsklima,
Wertschätzung, Anerkennung und Teamgeist die Motivation der Beschäftigten zu stärken. Mit gesunden und
motivierten Arbeitskräften lassen sich Personalausfälle, Fluktuation und Berufsausstiege spürbar reduzieren
und somit die Pflegequalität und der Unternehmenserfolg nachhaltig sichern.
Handlungsfelder und Unterstützungsangebote
Führungskräfte haben einen bedeutsamen Einfluss auf die Gesundheit und Arbeitsfähigkeit ihrer
Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter. Die Broschüre gibt Tipps zu konkreten Handlungsfeldern und Möglichkeiten
der Gestaltung. Außerdem informiert sie über Unterstützungsangebote der BGW wie Seminare, Beratung
und Coaching im Bereich Führung und Mitarbeitergesundheit. Und insbesondere weist sie auf einen
wesentlichen Aspekt hin, der häufig vernachlässigt wird: Nur wenn Führungskräfte auch die eigene
Gesundheit gut im Blick haben, können sie ihre Einrichtung und die Beschäftigten immer
gesundheitsfördernd führen. Hier informiert die Broschüre umfassend.
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