Klassenassistenzen unterstützen Lehrpersonen im

Medienmitteilung
Klassenassistenzen unterstützen Lehrpersonen im
Unterrichtsalltag
15. September 2016; In Schweizer Schulgemeinden sind vermehrt Klassenassistenzen tätig. Sie unterstützen die Lehrpersonen im Umgang mit der Heterogenität und
bei der Integration von Kindern mit besonderem Bildungsbedarf. Ein neues Forschungsprojekt der Pädagogischen Hochschule St.Gallen (PHSG) untersucht, welche
Aufgaben Klassenassistenzen übernehmen und wie sich die Zusammenarbeit mit der
Lehrperson gestaltet.
Der Unterrichtsalltag ist komplex und die Unterschiede innerhalb einer Klasse gross. Damit
Lehrerinnen und Lehrer den Bedürfnissen der einzelnen Kinder besser gerecht werden, sind
vermehrt Klassenassistenzen im Einsatz. Sie begleiten den Unterrichtsalltag und entlasten
die Lehrpersonen. Da Klassenassistenzen meist nicht über eine pädagogische Ausbildung
verfügen, birgt dieses Modell neben Chancen auch Risiken. Die internationale Forschung
weist darauf hin, dass der Einsatz von Klassenassistenzen sorgfältig geplant werden muss.
Es stellt sich also die Frage, wie beim Einsatz von Assistenzen die Unterrichtsqualität und
die optimale Förderung der Kinder gesichert werden können. Da die Lehrpersonen die Klassenassistenz anleiten, bedeutet der Einsatz von Assistenzen nicht nur eine Entlastung, sondern auch eine zusätzliche Aufgabe. Bisher ist kaum bekannt, wie Klassenassistenzen in
der Schweiz eingesetzt werden. Im neuen Forschungsprojekt «Kooperative Praxis von Assistenzperson und Lehrpersonen im Unterricht der Regelschule» (KoPrAss) der PHSG, welches der Schweizerische Nationalfonds unterstützt, wird dieser Frage nachgegangen. Das
Projekt wird verantwortet von Bea Zumwald (Projektleiterin) und Franziska Vogt, Leiterin des
Instituts für Lehr- und Lernforschung der PHSG.
Mit Filmaufnahmen und Interviews Erkenntnisse gewinnen
Im Rahmen der Studie werden 36 Tandems von Lehrpersonen und Assistenzen während
des Unterrichts gefilmt. So wird erfasst, wer welche Aufgaben übernimmt und wie die beiden
Personen zusammenarbeiten.
Im Anschluss an die Videobeobachtungen werden die Tandems interviewt. Ausgelotet wird,
wie der Einsatz der Klassenassistenz im Unterricht aussieht und wie die Zusammenarbeit
mit der Lehrperson und weiteren Fachpersonen aussieht. Dieser Einblick ermöglicht ein vertieftes Verständnis für den praktischen Alltag. Zentrale Fragen sind: In welchen Situationen
unterstützen beide Personen die Kinder im Schulzimmer? Wann arbeitet die Assistenz längere Zeit mit einem Kind oder einer Gruppe von Kindern allein? Wie geht sie dabei vor? Wie
leitet die Lehrperson ihre Klassenassistenz an? Was bewährt sich aus Sicht der Assistenzen, der Lehrpersonen? Wo gilt es Herausforderungen zu meistern?
Weiter wird untersucht, woran sich Lehrpersonen und Assistenzen bei der Gestaltung der
Praxis orientieren. Um diese Antwort zu eruieren, werden die Interviewdaten von zehn
Teams analysiert. Das Forschungsteam erhofft sich mit diesem Projekt, Erkenntnisse für die
Weiterbildung von Assistenzpersonen, die Aus- und Weiterbildung von Lehrpersonen und
Schulberatungen zu gewinnen.
Pädagogische Hochschule St.Gallen Notkerstrasse 27, St.Gallen
Telefon 071 243 94 00, Fax 071 243 94 90, [email protected], www.phsg.ch
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Medienmitteilung
Das Projekt beginnt im Herbst 2016 und dauert drei Jahre. Lehrpersonen und Klassenassistenzen, die sich für eine Teilnahme interessieren, können sich direkt bei der Projektleiterin
Bea Zumwald melden: [email protected]
Anfragen
Pädagogische Hochschule St.Gallen
Kommunikation, Telefon: +41 71 243 94 44, E-Mail: [email protected]
Die Medienmitteilung ist im Internet verfügbar unter: www.phsg.ch
Pädagogische Hochschule St.Gallen (PHSG)
Der Kernauftrag der Pädagogischen Hochschule St.Gallen (PHSG) liegt in der Ausbildung von Studierenden zu Lehrpersonen der Volksschule und der Berufsbildung. Die Institution beschäftigt 270
Dozentinnen und Dozenten. Derzeit studieren über 1300 Personen an der PHSG.
Nebst den Bereichen Ausbildung und Berufseinführung bietet die PHSG ein umfassendes Angebot
an pädagogischer Weiterbildung und Beratung, welches 2015 von rund 5650 Personen in Anspruch
genommen wurde. Die fünf Regionalen Didaktischen Zentren bieten angehenden und amtierenden
Lehrpersonen Impulse für die Gestaltung von entdeckenden und erforschenden Lernsituationen und
wurden 2015 von rund 6000 Personen besucht.
Mit ihrem Engagement in Bildungsforschung, Entwicklung und Beratung leistet die PHSG zusätzlich
einen Beitrag zur wissenschaftlichen Klärung von schulischen Fragen. Der Campus der PHSG erstreckt sich über vier Hochschulgebäude an den Standorten St.Gallen, Rorschach und Gossau. Mit
den Hochschulgebäuden Mariaberg und Stella Maris in Rorschach sowie dem Hochschulgebäude
Hadwig in St.Gallen verfügt sie über drei Gebäude mit historischer Bedeutung.
Pädagogische Hochschule St.Gallen Notkerstrasse 27, St.Gallen
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