PM160808-Reflux - St.-Josefs-Hospital Dortmund

Reflux-Management
Hilfe für den verrückten Magen
(08.08.2016) Für die Nahrung gibt es nur einen Weg durch den Verdauungstrakt,
der vom Mund durch die Speiseröhre in den Magen führt. Rückflusssperren
verhindern beim gesunden Menschen, dass etwas gegen die Richtung aufsteigt.
Deshalb ist Sodbrennen ein Hinweis auf Probleme mit dem
Verschlussmechanismus zwischen Speiseröhre und Magen. Oft spielen dabei
Organverlagerungen eine Rolle, zum Beispiel wenn Teile des Magens nach oben
verschoben sind. Dann spielt der Magen „verrückt“.
„Am St. Rochus-Hospital haben wir standardisierte Behandlungspfade für die
Diagnose und die Therapie von krankhaften Rückflüssen der Magensäure“, berichtet
der Antireflux-Spezialist Oberarzt Dr. Bernd Bauer von der Klinik für Chirurgie.
„Zunächst untersuchen unsere Internisten, ob die Beschwerden medikamentös
behandelt werden können. Sie schauen sich Speiseröhre und Magen mit dem
Endoskop an und beurteilen gegebenenfalls die anatomische Situation im
Röntgenbild.“
Das Zwerchfell trennt den Brustkorb mit Herz und Lunge von der darunterliegenden
Bauchhöhle mit Magen und Gedärmen. Bevor sie in den Magen mündet, muss die
Speiseröhre durch das Zwerchfell hindurchtreten. Hier befindet sich also naturgemäß
eine Schwachstelle im Zwerchfellmuskel. Wenn dieser nachgibt oder gar reißt, können
die oberen Teile des Magens mehr oder weniger stark in die Brusthöhle verschoben
werden. Dadurch kann der Magen auf Lunge und Herz drücken, und der Verschluss
zur Speiseröhre funktioniert nicht mehr richtig. Eine Folge ist Reflux – Magensäure
steigt gegen die Richtung in die Speiseröhre auf. Auf Dauer besteht dadurch sogar
das Risiko eines Speiseröhrenkrebses.
„Bei etwa fünf Prozent der Reflux-Patienten entsteht so eine riskante Situation, die
medikamentös nicht mehr in den Griff zu bekommen ist“, sagt Dr. Bauer. „Dann
müssen wir operieren und im Zuge des Eingriffs den Magen zurückverlegen, einen
künstlichen Verschluss konstruieren und den Zwerchfelldurchtritt wieder verschließen.
Wann immer möglich werden wir diesen Eingriff minimal-invasiv über eine
Bauchspiegelung durchführen, um dem Patienten die stark belastendere Eröffnung
der Bauchhöhle zu ersparen. Für diese Art der minimal-invasiven Operation sind wir
bestens ausgerüstet“, versichert der Chirurg.
Kontakt: OA Dr. Bernd Bauer, Klinik für Chirurgie, Tel.: 294-2201
Foto: Das Bild zeigt Oberarzt Dr. Bernd Bauer. Es darf im Zusammenhang mit dieser
Pressemeldung frei verwendet werden.
Pressekontakt: Dr. Holger Böhm, Tel.: 0231 / 92527-905, [email protected]tudio.de